Todesstrafe (weltweit) - Ächtung und Befürwortung
#16
Ich bin da differenziert gegenüber aufgestellt. Sprich Zivilrechtlich sollte die Todesstrafe abgeschafft werden und durch eine Lebenslange Haftstrafe für Schwerste Vergehen ersetzt werden. Aufgrund der terroristischen Bedrohung sollte aber die Todesstrafe bei Militärtribunalen für Kriegsverbrecher, Terroristen oder Verräter (z.b etwa bei bewusster Weitergabe Militärsicher Technologien) dagegen rigoros angewandt werden.
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#17
Zitat:Iran hangs Iranian-Dutch woman Sahra Bahrami

A Dutch-Iranian woman, arrested after taking part in anti-government protests in Iran, has been hanged for drug smuggling, Iranian officials have said.

Sahra Bahrami, 46, was jailed for a year after being arrested after joining a protest in 2009, while visiting relatives.

Dutch officials had said they were extremely concerned about her case. Her execution brings the total number hanged in the country so far this year to 66, according to media reports.

During a search of her house, authorities found 450g of cocaine and 420g of opium, the Tehran prosecutor's office said.
http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12314886

Schneemann.
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#18
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0 ... 80,00.html
Zitat:Niederländerin in Iran hingerichtet
Regierung in Den Haag verlangt Aufklärung

In Iran ist eine Niederländerin hingerichtet worden. Die Frau sei gehängt worden, berichten Staatsmedien. Ihr wurde Drogenhandel vorgeworfen. Sie hatte sich auch an Protesten gegen das Regime beteiligt.
...
da wäre allerdings eine sehr harsche Reaktion der EU-Staaten angebracht!
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#19
Oh, die EU soll jetzt was machen? Ist ja knuffig, Erich.
Auf Drogenbesitz und Handel in großem Umfang steht im Iran bekanntermaßen die Todesstrafe. 1kg Kokain/Heroin ist kein Pappenstil und welchen Pass die Kriminelle hatte, interessiert nicht. Deine EU sollte mal den Drogenanbau und -Handel in Afghanistan unterbinden statt diesen zu dulden. Ein bischen mehr Dankbarkeit hielte ich für angebracht, denn das Zeug was durch den Iran geschmuggelt wird, ist größtenteils für Europa bestimmt. Oder unterminiert der iranische Antidrogenkampf irgendwelche europäischen Wirtschaftsinteressen in Afghanistan? Nicht doch..

Edit: Auch wenn es mir in der Sache herzlich egal ist. Bezeichnend ist mal wieder, dass die Doppelstaatlerin in diesem Zusammehang als Niederländerin bezeichnet wird. Hätte sie in Amsterdam einen Kunden abgestochen, wäre sie unter Grantie als "Iranerin" bezeichnet worden und der Wilders hätte ne Hetzrede gehalten. Immer das Selbe...
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#20
Du hast übersehen, dass in der gesamten EU die Todesstrafe geächtet ist, aus guten Gründen. Das hat nichts mit "Dankbarkeit" für den Iranischen Kampf gegen Drogenschmuggel zu tun. Man kann entsprechende Verbrecher - und um solche handelt es sich - durchaus auch für sehr lange Zeit inhaftieren.
Und in dem Fall ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass diese Drogengeschichte nur "einen Teil" einer möglichen Wahrheit bildet. Der andere sind die Proteste gegen das Regime - und möglicherweise sogar der wichtigere Teil der Wahrheit.
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#21
Erich schrieb:Du hast übersehen, dass in der gesamten EU die Todesstrafe geächtet ist, aus guten Gründen. Das hat nichts mit "Dankbarkeit" für den Iranischen Kampf gegen Drogenschmuggel zu tun. Man kann entsprechende Verbrecher - und um solche handelt es sich - durchaus auch für sehr lange Zeit inhaftieren.

In der Gesetzgebung der EU Staaten hat die Todesstrafe derzeit keinen Platz. In anderen Ländern existiert die Todesstrafe und wird dort für bestimmte vergehen auch mehrheitlich befürwortet. Das ist der entscheidende Unterschied.

Zitat:Und in dem Fall ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass diese Drogengeschichte nur "einen Teil" einer möglichen Wahrheit bildet. Der andere sind die Proteste gegen das Regime - und möglicherweise sogar der wichtigere Teil der Wahrheit.

Das ist eine unsachliche Unterstellung. Wenn ein Staat (Iran, USA, GB, ...) beschließt, dass bestimmte Elemente gefährlich werden könnten -ich persönlich kann mir kaum vorstellten, dass diese Person in diesem Punkt so furchtbar spannend war- dann braucht er dazu keinerlei juristische Tricks.
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#22
mit dem Vollzug der Todesstrafe ist der Iran eine genauso unzivilisierte Gesellschaft wie die USA, China oder Saudi Arabien sind :mrgreen:
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#23
Oh, Achtung, jetzt bewegen wir uns schon auf der gesellschaftlichen Ebene.
Fragen wir doch mal Deine achso zivilisierten EU Gesellschaften, wie sie zur Todesstrafe für Kinderschänder und Vergewaltiger stehen. Muss man ein Prophet sein, um das Ergebnis vorher zu sagen?
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#24
@Shahab3
Zitat:Oh, die EU soll jetzt was machen? Ist ja knuffig, Erich.
Auf Drogenbesitz und Handel in großem Umfang steht im Iran bekanntermaßen die Todesstrafe. 1kg Kokain/Heroin ist kein Pappenstil und welchen Pass die Kriminelle hatte, interessiert nicht.

Ich hinterfrage, inwieweit Anschuldigungen in den Medien der Wahrheit entsprechen.
( ) ja
( ) nein
Die Vorwürfe gegen die Verurteile, mit Drogen gehandelt zu haben können vorgeschoben sein. Vielleicht wollte man sich nur einer mißliebigen Person entledigen, immerhin soll sich die Frau an Protesten gegen das Regime beteiligt haben. Im Zweifelsfall kann man da ganz leicht etwas fingieren, z.B. Drogenhandel.
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#25
@Tiger

Ich lese Beiträge meiner Mitforisten auch zuende

Ja ()
Nein ()
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#26
@Shahab3
(x) ja
Ich sehe nicht, das einer deiner späteren Beiträge in diesem Thread meine Frage obsolet macht.
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#27
Ich schon:

Zitat:Das ist eine unsachliche Unterstellung. Wenn ein Staat (Iran, USA, GB, ...) beschließt, dass bestimmte Elemente gefährlich werden könnten -ich persönlich kann mir kaum vorstellten, dass diese Person in diesem Punkt so furchtbar spannend war- dann braucht er dazu keinerlei juristische Tricks.

Sofern eine Person im Iran mit ihren vermeintlich staatsfeindlichen Aktivitäten so gefährlich wird, dass sie für immer beseitigt werden muss, dann lässt sich diese Person im Iran ganz regulär und ordentlich nach dem Gesetz als Konterrevolutionär oder wegen Ladesverrats zum Tode verurteilen. Mit Anwalt, Gesetzen, Beweisen, Richter und dem ganzen Schniggens. So einfach ist das. Gerade letzte Woche erst so geschehen. Niemand muss dazu irgendwem Drogen unterjubeln. Von einem Staatsfeind dem man in dem Punkt nichts nachweisen kann, habe ich noch nicht gehört.

Wenn man Leute wirklich um jeden Preis -sofort- loswerden will, kann man es auch auf russisch tun und erschiesst die Person einfach auf offener Straße. Oder man vergiftet die Person. Oder in der EU und den USA besonders beliebt: Tragischer Auto-/Badeunfall. Hierzulande gehen solche Vorgänge am Gesetz vorbei und viele finden genau das toll. Seltsam eigentlich.

--> Diese Hollandiranerin hatte schlicht und ergreifend zuviel Drogen im Küchenschrank.
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#28
Irgendwie erscheint die ganze Geschichte etwas unlogisch. Zunächst ist die angeblich gefundene Drogenmenge von 1 Kilo doch ziemlich groß. Wer bitteschön, wenn er wie diese Frau auch noch iranischer Staatsbürger ist und von der Gesetzgebung im Land ziemlich sicher weiß, läuft in (s)einem Land, in welchem darauf die Todesstrafe stehen kann, mit einer solchen Menge Drogen herum und zieht gleichzeitig noch die Aufmerksamkeit der Staatsorgane durch die Teilnahme an regierungskritischen Protesten auf sich?

Ich weiß ja nicht, aber entweder war die Frau strohdoof (dann müsste aber infolge der Minderbemitteltheit alleine schon die Todesstrafe ausgesetzt werden) oder aber die Sache ist nicht astrein...
Zitat:Oder in der EU und den USA besonders beliebt: Tragischer Auto-/Badeunfall.
Oh, echt? Bitte ein paar Bsp., jetzt bin ich neugierig... :wink:

Schneemann.
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#29
@Schneemann

Es sind die hohen Gewinnspannen, die leichte Verfügbarkeit und der leichte Absatz.

Zitat:...
The RSA of 2004 estimated the total number of drug addicts to be between 1,200,000- 1,800,000. In the same study 12.2% of respondents have stated that their main route of drug use is injecting, 16% have stated that they at least occasionally inject. The life time prevalence of injection was 21.1% versus 28.4% for those with a history of imprisonment. Drugs of injection included more drugs than heroin namely opium (1,6%), Sukhteh and Shireh; i.e. Opium Residue and Juice respectively (1.7%), Ecstasy (2%) cocaine, LSD and other drugs (13.9%). 48.1% of heroin users and 90.7% of buprenorhine users were IDUs as well. 50.6% of IDUs start injecting already under the age of 24 years and only 10.2% in ages above 35 years.
...
38.6% had been arrested in the past year by the police and 29.5% had a history of imprisonment (Narenjiha et al 2005).
...
http://www.unodc.org/iran/en/epidemiology.html
Zitat:...
It has been noted that around 60% of inmates in prisons around the country are those arrested for drug-related crimes. Likewise, it has been mentioned that an independent estimation of poverty puts the figure between 30 to 35% of the total population and the Gini Coefficient, an indicator of inequality, has remained above 0.4 for many years now. This is an indication of a wide gap between the rich minority and the poor majority.
...
The state of the prisons in Iran is a challenge in itself, though it is linked to some of the problems of the justice system. As have been presented through Table 1, the number of those jailed for drug-related crimes (dealers and addicts) from 1979 to 2003 was 2,556,143 individuals, an average of 106,509 per annum. From 1989 to 2003, an annual average of 130803 drug-related crimes has been committed.
...
The very large number of accused detained in prison awaiting trials, which creates problems for the rights of the accused, contributes to the overcrowding of the prisons and is costly for the state

One major problem faced by the administration of justice in Iran is the overloading of courts with cases. Figures concerning the disaggregated cases that are annually cleared at the public, criminal and courts of Appeal show the extensive growth of courts' backlogs. From 2000 - 2004, an enormous backlog of 6,000,000 were pending at the courts thus creating a serious bottleneck for the administration of justice in Iran. This in turn caused the procrastination of the proceedings, some of which dragging for months and years, entangling those citizens who referred to the courts.
...
http://www.unodc.org/iran/en/rule_of_law.html

Zitat:Oh, echt? Bitte ein paar Bsp., jetzt bin ich neugierig... :wink:

Stichwort "Gladio"
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#30
Dass der Iran ein eminentes Drogenproblem hat, wusste ich, auch wenn ich nicht jede Zahl parat hatte.

Gleichzeitig stellt sich mir aber auch die Frage, da es lt. den geposteten Artikeln viele wegen Drogenvergehen Inhaftierte gibt, wieso diese Frau nicht nur inhaftiert wurde. War die Menge zu groß, oder wäre sie nur eingesperrt worden, hätte sie NICHT an regierungskritischen Demos teilgenommen (vorausgesetzt, die Drogenvorwürfe stimmen an sich)?

Zur letzten Frage hast du allerdings nichts gepostet.

EDIT: Nachtrag: "Gladio" ist wohl hier nicht mehr "zeitgemäß"... :wink:

Schneemann.
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