Deutsche Infrastruktur
#31
Zum Streusalz-Mangel kommt nun auch punktueller Sprit-Mangel:

Zitat:Winter extrem

Ersten Tankstellen geht der Sprit aus

Stillstand auf Straßen, Flughäfen und Schienen, Stromausfall, Schulfrei: Der heftige Schneefall sorgt in weiten Teilen Deutschlands für Ausnahmezustand. Schon fehlt mancherorts Streusalz - und an den ersten Tankstellen wird der Treibstoff knapp.

weiter auf spiegel.de

Weniger eine akute Gefahr, viel mehr ein Hinweis auf das was bei andauerndem Winterwetter zum Problem werden könnte.
Zitieren
#32
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1 ... 17,00.html

Zitat:Deutschland verschneit - prompt häufen sich im Schienenverkehr Verspätungen und Ausfälle. Die ICE müssen langsamer fahren, ein Regionalzug blieb stundenlang stehen. Warum die Bahn mit dem Winter nicht zurechtkommt: ein Überblick über die Schwachstellen.
Zitieren
#33
Thema Weichenheizungen: Nach meinem letzten Stand sind jetzt insgesamt vier Tote und ein Schwerverletzter bei Weichenenteisungen zu beklagen. Es stellt sich die Frage ob diese Opfer bei einer kontinuierlichen Instandhaltung zu vermeiden gewesen wären. Zudem stellt sich die Frage nach Sicherheitsmaßnahmen und Ausbildungsstand der eingesetzten Arbeiter.

Langfristig gesehen frage ich mich, was bei einem wirklich HARTEN Winter passiert. Ich sitze hier direkt am Flug- und Bahndrehkreuz Frankfurt. Ja, wir haben hier VERHÄLTNISMÄßIG massive Schneefälle für die Region. Aber nichts was man nicht mit ein paar Maßnahmen in den Griff bekämme. Mein Vater sitzt im Odenwald. Der lacht nur über das was wir Schneechaos nennen. Ich möchte mir persönlich nicht ausmalen, was bei fortgesetztem Klimawandel hier in der Rhein-Main-Region los ist. Oder einfach mal bei einem rein zufälligen Super-Winter.

Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in unserer hochtechnisierten und hochmobilen Gesellschaft sollte schon eine gewisse Priorität haben. Das Geld dazu ist da. Zumindest in den profitablen Bereichen Bahn- und Flugverkehr. Ich spreche hier nicht von kostenintensiven High Tech-Lösungen. Eine Vorratshaltung von Enteisungsmittel oder die Instandhaltung von Weichenheizungen waren früher Normalität, bevor sie auf dem Altar der Profitmaximierung geopfert wurden. Wir leben im Jahr 2010 und müssen uns mit Problemen herumschlagen, die schon vor langer Zeit auf simpelste Weise gelöst wurden.

Von dem Informationschaos mal ganz abgesehen. Die Informationen sind heutzutage just in time verfügbar. Die Menschen sind privat besser vernetzt als je zuvor, die Verkehrsknotenpunkte mit digitalen Anzeigen ausgerüstet. Trotzdem fließen die Informationen oft noch genau so wie zu Großmutters Zeiten über einen knackenden und rauschenden Lautsprecher. Und meist erst nachdem Verspätungen, Umleitungen und Annulierungen schon seit einer halben Ewigkeit im System bekannt sind.

Aber es wird wieder nichts passieren. Sobald der Winter vorbei ist, werden alle die aktuelle Zustände verdrängt haben und in der nächsten Saison wieder über den völlig überraschenden Wintereinbruch klagen und von höherer Gewalt sprechen.
Zitieren
#34
Zitat:Wir leben im Jahr 2010 und müssen uns mit Problemen herumschlagen, die schon vor langer Zeit auf simpelste Weise gelöst wurden.
Das hat mit dem Jahr nicht so viel zu tun, meiner meinung nach.
Vielmehr ist es so, das alles wieder erarbeitet werden muss, nach einer gewißen Zeit und wenn man das versäumt passiert genau das.
Der Mensch ist halt vergeßlich.
Zitieren
#35
@Exirt
Ich stimme dir zu.
Gerade die Bahn hat ja über ihrem Gang zur Börse oder auch Prestigeprojekten wie "Stuttgard 21" offensichtlich einiges schleifen lassen.
Zitieren
#36
http://www.ftd.de/politik/deutschland/: ... 08765.html
Zitat:24.12.2010, 09:19
Vereiste Oberleitungen
Hunderte Passagiere sitzen in ICEs fest

Mehrere Hochgeschwindigkeitszüge der Bahn blieben wegen vereister Stromkabel zwischen Hannover und Berlin stecken und mussten abgeschleppt werden. Der Düsseldorfer Flughafen stellt den Flugbetrieb vorläufig ein.
...
dass es an Weihnachten mal kalt ist oder schneit - damit konnte nun wirklich niemand rechnen
Zitieren
#37
Dabei hieß es doch das man genug Geld für Wartung und Instanthaltung hat und nicht alles in S21 geht.

Scheint bei dem jetzigen Chaos, vereiste Strecken/Trassen/Oberleitungen, das die Teams wohl frei zu haben oder chronisch unterfinanziert sind Big Grin.
Die Probleme bei manchen Weichen, obwohl eigentlich ne Heizung eingebaut sein sollte, scheint mir dies zu bestätigen.

Aber da ganz Deutschland lahm liegt, denke ich liegt mal wieder einfach Organisationsfehler und falscher Sparzwang..

Naja wenigstens is kein ICE wegen vereister Bremsflüssigkeit stehngeblieben... noch nicht.
Zitieren
#38
http://www.ftd.de/politik/deutschland/: ... 08765.html
Zitat:24.12.2010, 12:20
Vereiste Stromkabel
Güterzug soll Strecke Hannover-Berlin auftauen

Die Bahn hat die viel genutzte Trasse wegen des anhaltenden Schneefalls erneut gesperrt. In der Nacht saßen Hunderte Bahngäste auf der Strecke fest. In Paris sitzen Tausende Passagiere fest.
...
Zitieren
#39
Gegen vereiste Oberleitungen kann man im ersten Moment nichts machen. Das ist tatsächlich höhere Gewalt. Aber ich möchte nicht wissen, wie viele stillgelegte Gleise als Alternativ-Wege nutzbar wären, hätte man sie nicht Börsengang und Haushaltssanierung geopfert. Genauso wie man einfach eine Reihe ausgemusterter D-Loks über's Jahr hätte einmotten können um sie im Winter als Sicherheitspuffer zu nutzen. Wartungsarm genug sind sie ja.
Zitieren
#40
wegen den abgebauten Gleisen hat man doch keine Ausweichmöglichkeit mehr auf der Strecke (früher gabs praktisch in jedem Bahnhof ein solches Ausweichgleis) - was dazu hilft, Konkurrenten von der Strecke zu blocken
Zitieren
#41
Zitat:Frost bleibt - Streusalz wird knapp

Städte sollen an Vorräten gespart haben

Es wird eiskalt - und gefährlich: Weil das Streusalz ausgeht, könnten in Niedersachsen Autobahnen bei Blitzeis gesperrt werden. Und angeblich haben auch Städte zu wenig Streusalz vorrätig.

weiter auf heute.de

War irgendwie absehbar. Wobei man's zumindest teilweise verstehen kann. Viele Kommunen kämpfen wirtschaftlich ums nackte Überleben. Da ist die Hoffnung auf einen milden Winter natürlich verführerisch.

Aber was soll's. Richtig lustig wird's erst wenn das Tauwetter kommt und die Schneemassen für Hochwasser sorgen. Von den durch Frost, Salz und Split zerfressenen Straßen mal ganz abgesehen. Dieser Winter wird noch richtig Geld kosten.
Zitieren
#42
Diese ganze Salzstreuerei ist eh nicht das Gelbe vom Ei. In Österreich und der Schweiz wird recht wenig gesalzen und der Verkehr ist weniger beeinträchtigt. Der Split, den man dort wirft, verfestigt sich mit dem Schnee zu einer kompakten Rollbahn, auf der man recht zivilisiert fahren kann. Bei uns hingegen wird gesalzen wie blöd, was a) den Aufwand vergrößert (weil das Salz den Schnee taut; gefriert dieses Schmelzwasser dann wieder, gibt es erneut Eis, was wiederum mehr Salz notwendig macht) und b) einfach schlecht für die Umwelt ist (Salzbelastung im Wasser und im Umland).

Schneemann.
Zitieren
#43
Stimmt schon, aber durch die vielen milden Winter sind die meisten Deutschen halt nichts mehr gewöhnt. Meine Verwandten im Odenwald rasen mit bis zu 60 kmh über die Schneepiste, solang die Strecke geradeaus geht. Bei mir unten bei Frankfurt würden die meisten bei solchen Geschwindigkeiten und derartigen Verhältnissen gnadenlos abfliegen. Und selbst bei zivilisierteren Geschwindigkeiten, sieht man ständig Autos rutschen. Ohne Salz geht es nun mal nicht mehr. Und zumindest auf den Autobahnen und Landstraßen muss bei unserem LKW-Aufkommen einfach Salz gestreut werden. Natürlich könnte man den Güterverkehr wieder auf die Schiene verlagern, aber das scheint ja politisch nicht gewollt.

Somit ist Salz erst mal alternativlos. Höchsten die harten Winter reihen sich aneinander, die Leute lernen wieder bei Schnee zu fahren und die Kosten für die Kommunen steigen. Derzeit ist man mit 100 Euro die Tonne Salz dabei. Von Betriebskosten und Überstunden ganz zu schweigen.
Zitieren
#44
Zitat:Super-Notfahrplan

Wie die Berliner S-Bahn um jeden Wagen kämpft

Berlin will Weltstadt sein - aber im Schienennahverkehr ist man nicht einmal Kreisklasse: Weil viele Züge an Eis und Schnee scheitern, hat die S-Bahn nun komplette Bezirke abgekoppelt. Bürgermeister Wowereit spricht von einem "Debakel". Dabei hat er das Chaos mit zu verantworten.

weiter auf spiegel.de

Mal sehen wann die Bahn auf indische Ideen kommt und zur Erhöhung der Fahrgastkapazitäten Trittbretter und Haltestangen entlang der Waggons anbringen lässt. :roll:
Zitieren
#45
Zitat:Vollsperrung der A7

Frost zerbröselt längste deutsche Autobahn

Risse, Schlaglöcher, Spurrillen - der harte Winter hat viele Straßen in Rüttelpisten verwandelt. Auch Autobahnen sind betroffen: Ein Abschnitt der A7 bei Göttingen ist voll gesperrt. Mit schuld an den widrigen Fahrbahnverhältnissen ist jahrelange Flickschusterei.

weiter auf spiegel.de

Zitat:Auf vielen Autobahnen wurde seinen Angaben zufolge zudem die zulässige Geschwindigkeit wegen Frostschäden auf 80 Kilometer pro Stunde beschränkt.

Tja, in der DDR ließ der Zustand der dortigen Autobahnen immerhin Tempo 100 zu. Es war eben nicht alles schlecht. :roll:
Zitieren


Gehe zu: