Golfstaaten vrs. Iran
#91
Ja aber das ist ja komplett verrückt sich auf so ein Ereignis zu beziehen, was mehr 1500 Jahre zurück liegt und dann das immer als Aufhänger für neue Konflikte zu sehen. Das ist etwa so schwachsinnig wie die Protestanten und Katholiken in Nordirland ... nur in einem viel grösseren Stil. Da frag ich mich immer, wie viel Zeit diese Leute haben, um solchen Blödsinn immer wieder neu aufzukochen.
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#92
Für mich ist es beispielsweise auch nicht verrückt, 1000 Jahre Krieg einfach zu vergessen nur weil jetzt alle Jeans tragen. 1000 Jahre Geschichte sind nicht ungeschrieben nur weil zu viele hier unsere Wurzeln vergessen und durch künstliche Mythen der Konsumwirtschaft ersetzt haben.
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#93
Quintus Fabius schrieb:Für mich ist es beispielsweise auch nicht verrückt, 1000 Jahre Krieg einfach zu vergessen nur weil jetzt alle Jeans tragen. 1000 Jahre Geschichte sind nicht ungeschrieben nur weil zu viele hier unsere Wurzeln vergessen und durch künstliche Mythen der Konsumwirtschaft ersetzt haben.
Du verbaust dir doch mit Konfrontation eine viel erfolgreichere Zukunft. Das sind alles potenzielle Kunden die du zum Vorherein ausschliesst und im Extremfall (Krieg) dir die Werte und den Handel mit denen man sich eine Existenz aufbauen könnte, zerstört. Schau dir mal Syrien an, da hat doch niemand mehr Geld um konsumieren zu können. Du musst versuchen das Geld sofern du hast, in Essen und den Aufbau von Obdach investieren. Das ist einfach eine Katastrophe wie diese Kriege und Konfrontation Hunderttausende von Existenzen zu Nichte macht. Der Krieg tötet nicht nur, er wirft dich um Jahrzehnte in der Entwicklung zurück.

Krieg und Konfrontation nützt nur ganz wenigen in der Gesellschaft. Das Militär (du) ist so eine Ausnahme, nicht zuletzt deshalb bist du dir nicht bewusst, was diese destruktive Haltung an Penaltys für die Zukunft bedeutet.
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#94
@phantom
In manchen Staaten und Kulturen ist man ganz einfach vergangenheitsorientiert.
Man ist nicht nur stolz auf frühere Leistungen, sondern legt auch Wert auf althergebrachte Traditionen und Wege. Dies ist bei den arabischen Staaten und dem Iran der Fall, aber auch z.B. bei China und den beiden koreanischen Staaten.
Bei den arabischen Staaten und dem Iran ist dies schon durch die Religion, den Islam, vorgezeichnet. In ihr wird die Zeit von Mohammed und den ersten vier Kalifen zu einem Idealzustand verklärt, zu dem man möglichst zurückkehren will - womit wir übrigens bei einem der Gründe für die bis heute andauernde Fehde zwischen Sunniten und Schiiten sind. Dieser Konflikt ist also schon als Hypothek mit arretiert.
Man empfindet auch in den arabischen Staaten und dem Iran viel Schmerz über den Verlust der früheren Größe.
Dir mag dies vielleicht fremdartig vorkommen, aber auch in Europa finden man Staaten, die vergangenheitsorientiert sind, etwa Griechenland und Polen.
In Deutschland und der Schweiz ist man dagegen zukunftsorientiert, während Russland und die USA als gegenwartsorientiert einzuordnen sind.
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#95
Tiger schrieb:@phantom
In manchen Staaten und Kulturen ist man ganz einfach vergangenheitsorientiert.
Man ist nicht nur stolz auf frühere Leistungen, sondern legt auch Wert auf althergebrachte Traditionen und Wege. Dies ist bei den arabischen Staaten und dem Iran der Fall, aber auch z.B. bei China und den beiden koreanischen Staaten.
Die Verklärung der Vergangenheit ist allen Staaten vorhanden.

Zitat:Bei den arabischen Staaten und dem Iran ist dies schon durch die Religion, den Islam, vorgezeichnet. In ihr wird die Zeit von Mohammed und den ersten vier Kalifen zu einem Idealzustand verklärt, zu dem man möglichst zurückkehren will - womit wir übrigens bei einem der Gründe für die bis heute andauernde Fehde zwischen Sunniten und Schiiten sind. Dieser Konflikt ist also schon als Hypothek mit arretiert.
Und das kann man nach 1500 nicht so lösen, dass man sich dauernd auf den Deckel geben muss? Was müsste passieren damit man zu den 4 Kalifen zurückkehren kann?

Zitat:Man empfindet auch in den arabischen Staaten und dem Iran viel Schmerz über den Verlust der früheren Größe.

Das schmerzt die Franzosen, die Briten und die Deutschen heute noch. :mrgreen:

Zitat:Dir mag dies vielleicht fremdartig vorkommen, aber auch in Europa finden man Staaten, die vergangenheitsorientiert sind, etwa Griechenland und Polen.
In Deutschland und der Schweiz ist man dagegen zukunftsorientiert, während Russland und die USA als gegenwartsorientiert einzuordnen sind.
Die USA und Japan sind technologisch vorwärts orientiert, das im Vergleich zu den Europäern, die einfach überall Schiss vor neuer Technologie haben. Die Europäer verbessern lieber was, anstatt wirkliche Innovation anzustreben.
Deutschland und Schweiz sind sicher nicht zukunftsorientiert, sie leben immer möglichst gesichert, ja nichts wagen. Für Unternehmensgründungen ist die ängstliche Haltung der Westeuropäer einfach schlecht. Die ganze soziale Absicherung ist ein weiteres Indiz für diese Haltung. Nein, Innvovation und an die Chancen der Zukunft glauben, ist wirklich nicht das was die Westeuropäer auszeichnet.
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#96
... erschreckend niedriges Stammtischniveau. Warum müssen eigentlich manche Leute zu jedem Thema eine Meinung haben?? Sad
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#97
Zudem bitte zurück zum Thema, da die Innovationsfreudigkeit von Westeuropäern oder deren fehlen hier wirklich nicht das Thema ist.
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#98
@phantom

Die Konfliktursachen zwischen Schiiten und Sunniten liegen i. d. T. zum Teil in der Vergangenheit, sie haben aber - von Staat zu Staat verschieden - auch politische Ursachen. Ich möchte die religiösen Streitigkeiten von sog. 7er- oder 12er-Schia mit einem eifernden Wahhabismus oder dem Salafismus nicht weiter vertiefen. Man könnte hierüber ganze Bücher schreiben und es sind auch schon viele geschrieben worden. Sehr grob dargestellt könnte man sagen, dass die Masse der strenggläubigen Sunniten, besonders wenn sie sich nach der Salafiya hin ausrichten, die Schiiten als potenzielle Häretiker ansieht, die sich vom "wahren Glauben" abgewendet haben. Dieses Problem ist indessen nicht neu, sondern besteht schon seit über 1000 Jahren.

Das Problem heute ist vielmehr bzw. zudem, dass dieser Gegensatz, der seitens der Sunniten wesentlich stärker und von manchen Kreisen geradezu hasserfüllt gepflegt wird, heute nicht mehr nur alleine im religiösen Sinne eine Rolle spielt, sondern zudem noch mit nationalen sowie macht- und geopolitischen und auch (in den betroffenen Ländern) innenpolitischen Streitigkeiten verknüpft wird. Ich möchte nicht jedes einzelne Land betrachten (das würde auch den Rahmen sprengen), aber interessant in diesem Zusammenhang wäre z. B. Bahrain.

Diese 750-Quadratkilometer-Insel vor der Küste Saudi-Arabiens hat gerade mal ca. 1,3 Mio. Einwohner. Diese sind mehrheitlich schiitisch geprägt (ca. 65%). Beherrscht wird dieser Inselstaat jedoch von einem sunnitischen Herrscherhaus, der Khalifa-Dynastie, die sich jedem Reformvorhaben - und ein politischer Wandel hin von einer Monarchie zu einem republikanischen System würde zwangsläufig eine schiitische Regierungsübernahme bedeuten - logischerweise mit Händen und Füßen widersetzt und die Schiiten politisch "unter dem Deckel" halten will und wollte.

Als 2011 dann der Monarchie die Fäden beinahe aus der Hand zu gleiten schienen, griff Saudi-Arabien ein und schickte über die König-Fahd-Brücke (die Bahrain mit dem Festland verbindet) Truppen, um die schiitischen Unruhen für die vakante Khalifa-Dynastie niederzuschlagen. Dies gelang dann auch (leidlich, im Untergrund gärt es noch immer). Deswegen habe ich ja oben geschrieben, dass sich Bahrain mit dem Aufspringen auf den diplomatischen Blockadezug der Saudis wohl bei Riad bedanken wollte.

Saudi-Arabien hat sein damaliges Eingreifen damit rechtfertigt, dass es (angeblich?) einen iranischen Umsturzversuch auf Bahrain gegeben habe, den man hat abwenden müssen. Obgleich man von ausgehen muss, dass es Teheran sicherlich sehr entgegengekommen wäre, wenn die Lage auf Bahrain gekippt wäre, so konnte man eine Einflussnahme des Iran indessen bislang nicht zur Sicherheit nachweisen. Vielmehr waren - zumindest sagen dies einige Fachleute - die schiitischen Unruhen (zumindest weitgehend) eher und v. a. auch eine lokale Reaktion im Rahmen der Umwälzungen des "arabischen Frühlings" und die bislang gegängelte Bevölkerungsmehrheit forderte schlicht nach einem Mitspracherecht.

Schneemann.
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#99
Zitat:12. Januar 2016 09:33
Todesurteil gegen "Iran-Spione"

Vor dem Hintergrund des Streits zwischen dem Iran und Saudi-Arabien wurden in Kuwait zwei Schiiten zum Tode verurteilt.

Im sunnitischen Kuweit hat ein Gericht zwei Männer wegen Spionage für den Iran zu Tode verurteilt. Sie gehören einer Gruppe von 26 schiitischen Männern an, denen wegen Spionage für den Iran und der libanesischen Hisbollah der Prozess gemacht wurde. Ein weiterer Angeklagter wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Die anderen bekamen Strafen zwischen fünf und fünfzehn Jahren Gefängnis.
[...]
http://www.tageblatt.lu/nachrichten/story/17445159
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