Saudi Arabien vrs. Iran
#1
Überrraschend Confusedhock: das Thema haben wir noch nicht, obwohl sich die beiden Regionalmächte am Golf nicht gerade freundlich gegenüber stehen.

Auch die unterschiedliche Ausprägung des Islam - Wahabismus dort, Schiismus hier - macht beide Staaten zu rivalisierenden islamischen Mächten.

Erstaunlich, dass wir das Thema trotzdem noch nicht auf dem Tableau haben.
Daher steige ich mal mit einer Eingangsnachricht ein, in der aufscheint, dass in einem solchen Konflikt auch andere arabische Staaten zur Partei werden könnten - zumal auch die sunnitisch theologische Hochschule in Ägypten in dem Streit mitspielen könnte:
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437 ... ntent.html
Zitat:Golfregion
Mubarak kritisiert Iran
Der ägyptische Präsident Mubarak hat Iran für „neue Gefahren in der Golfregion“ verantwortlich gemacht.
Konflikte in Afghanistan, Pakistan, im Irak und im Libanon gebe es schon. Nun kämen neue Gefahren hinzu, die die Golfregion und deren Stabilität bedrohten.

06. September 2010 Der ägyptische Präsident Mubarak hat Iran für „neue Gefahren in der Golfregion“ verantwortlich gemacht. In einer Rede anlässlich der Nacht, in der der Koran erstmals offenbart worden sein soll, sagte Mubarak, die Erinnerung an jene Nacht falle in eine Zeit, in der sich die arabische und die islamische Welt „schwierigen Zeiten“ gegenübersehe. ....
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#2
Die Saudis werden das iranische Problem leider nicht selber lösen. Allerhöchstens beide Augen zuhalten wenn Israel möchte.
Baut der Iran die Bombe wird sich Saudiarabien binnen weniger Monate eigene Gefechtsköpfe aus Pakistan beschaffen.
Entsprechende stillschweigende Abkommen gehen ja zurück bis zum Bau der pakistanischen Bombe.
Die Folge wäre ein katastrophaler nuklearer Rüstungswettlauf am Golf.
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#3
Den Brückenschlag von Mubarak (als Staatsführer von Ägyptens) zu einem möglichen Saudisch-Iranischen Konflikt kann ich weniger nachvollziehen, wie Mubaraks Ängste. Saudis und Iraner können im Prinzip gut miteinander leben. Es gibt für die Völker überhaupt keinen Grund, den jeweils anderen als Bedrohung wahrzunehmen. Es sind einige wenige im Augenblick noch recht mächtigen Kreise, die Versuchen einen Keil in die Region zu treiben. Eine Athmosphäre der Mistrauens wird dabei vor allem auch von den in der Region präsenten Fremdmächten erzeugt und geschürt. Dass radikale Juden wie Nightwatch gleich als erste auf das Thema anspringen und eine Verschärfung prognostizieren zeigt die Problematik eigentlich gut auf. Wenn in Saudi Arabien, Ägypten und anderen Staaten der Region aber einmal gewählte Führer und Parlamente die Politik dieser Länder bestimmten, wird sich die Situation ganz massiv zu Ungunsten Amerikas und Israels verändern. Auch die Führer in Ägypten und Saudi Arabien brauchen dann keine Angst mehr vor ihrem eigenen Volk und der Demographie in ihren Ländern zu haben, was den Kern ihres Mistrauens gegenüber der Islamischen Republik Iran ausmacht.
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#4
@Shahab3
Shahab3 schrieb:Dass radikale Juden wie Nightwatch

Wenn Du Dich anderswo (zu Recht) darüber beschwerst, einem bestimmten Kulturkreis zugeordnet zu werden, dann solltest Du solche Aussagen gefälligst bleiben lassen!
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#5
Ich habe Ihn nicht gesellschaftlich ausgegrenzt. Über die "Radikalität" der vertretenen zionistischen (~radikale regligiös-rassistische Juden) Weltsicht dieser Person kann man sich allerdings schwer streiten und diente hier in der Sache als passendes Beispiel der regionalen Interessenslage im Kleinen. Also konkret: Wer hat Interesse an einem saudisch-iranischen Konflikt. Mir gibt zu denken, dass "Jude" (statt Zionist) für Dich in irgendeiner Form negativ bzw. kulturell-gesellschaftlich ausgrenzend behaftet ist. Ich persönlich kann mit Juden (den nicht radikalen) wunderbar leben. Dein Moderationsstil gibt mir ein ums andere Mal Rätsel auf, erscheint mir unausgewogen bzw. einseitig Partei ergreifend.
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#6
@Shahab3
Unsinn. Du nimmst Dir das Recht, andere Leute einfach mal so in eine Schublade zu stecken. Wenn man dann aber dasselbe mit Dir macht, fühlst Du Dich persönlich angegriffen, beleidigt und beschwerst Dich. Das geht halt nicht.
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#7
http://presstv.com/detail/148349.html
Zitat:'Iran-Saudi relations positive for region'
Tue Oct 26, 2010 2:25PM
...
In a meeting with Saudi Arabian ambassador to Iran on Tuesday, Mottaki expressed hope that the steps taken by the senior officials of both countries would exhibit positive impacts on the interests of both states.

He said that "dialog and cooperation" between Tehran and Riyadh will elevate the position of Islamic countries in regional and international developments.
...
The Saudi Ambassador to Iran Mohammed bin Abbas al-Kilabi described Tehran-Riyadh relations as significant, expressing the monarchy's readiness for the expansion of cooperation.

"Iran and Saudi Arabia have common viewpoints on the existing brotherly relations between the two countries and [this] necessitates the continuance of consultation between the two countries," al-Kilabi said.
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#8
Zitat:Iran, Saudi Arabia to sign repatriation agreement
On Line: 24 July 2012 15:27

TEHRAN – Foreign Minister Ali Akbar Salehi announced on Wednesday that Iran and Saudi Arabia will sign an agreement on the repatriation of Iranian and Saudi Arabian convicts and criminals so that they would receive punishment in their own countries.

Salehi made the remarks during a press conference in reference to the recent execution of a number of Iranian prisoners in Saudi Arabia, who had been sentenced to death for alleged involvement in drug trafficking.
http://www.tehrantimes.com/politics/999 ... -agreement
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#9
http://www.sueddeutsche.de/politik/sunn ... .1685634-3
Zitat:...

Nicht einmal Ayatollah Chomeini, der iranische Revolutionär, vermochte die sunnitischen Massen zu begeistern. Statt-dessen wurde die Schia zum Inbegriff für islamischen Fanatismus. Eine seltsame Entwicklung, schickte damals doch Saudi-Arabien schon Wahhabi-Prediger nach Zentralasien und Malaysia, um seinen Steinzeit-Islam zu verbreiten.

Aber es war Amerika, der Trampel im Nahen Osten, der die schlimmsten Feinde der schiitischen Führungsmacht Iran beseitigt hat - die Taliban in Afghanistan, und Saddam Hussein im Irak. Seitdem ringt Washington um die Eindämmung des iranischen Machtanspruchs. Dass Teheran nach der Atombombe greift, ist ein Albtraum für ... die sunnitischen Herrscher am Golf, allen voran in Saudi-Arabien.

Syrien - der Kampf gegen das mit Iran verbündete Regime von Baschar al-Assad - ist ihre Chance, die Schiiten zu schlagen. Syrien könnte jener Auslöser sein, der nach einem kurzen schiitischen Frühling den Status quo ante wiederherstellt: sunnitische Hegemonie im Nahen Osten. Zumindest ziehen dafür die Sunniten in den Kampf.
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#10
Über eine britische Quelle wurden den Medien Satellitenphotos zugespielt auf denen offenbar zu sehen sein soll, dass auf einer saudischen Raketenbasis 1 Plattform in Richtung Israel zeigt und 2 Plattformen in Richtung Iran zeigen. Die westlichen Medien griffen die Geschichte dankbar auf. Im Iran will man die Motivation hinter dieser Kampagne erkannt haben.

Zitat:Tue Jul 16, 2013 2:39
Spokesman: Tehran Studying Photos Showing Saudi Missiles Targeted at Iran

TEHRAN (FNA)- Iranian Foreign Ministry Spokesman Seyed Abbas Araqchi blasted the enemies' attempts to create tension between Iran and its neighbors, and said Tehran is studying the alleged satellite photos released by a British security consultancy showing Saudi missiles have been aimed at Iran.

"We are evaluating the images, but what is important to us is the question why these photos should be released under such conditions to inspire (people with) the impression that rivalry and tension between the two great countries of the Muslim world is so wide that they have targeted their missiles at each other," Araqchi said in his weekly press conference in Tehran on Tuesday.

He described the release of such photos as a conspiracy to increase tension in the Persian Gulf region and between two important regional countries under such circumstances that Iranian President-elect Hassan Rouhani, who has vowed to improve relations with the regional states, specially Saudi Arabia, is due to take power.

"Such actions are suspicious in such an atmosphere and conditions," Araqchi said.
...
http://english.farsnews.com/newstext.as ... 0425000819
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#11
Medienberichten zufolge hat Saudi Arabien dem Sudanesischen Präsidenten den Überflug in Richtung Teheran verwehrt:

Zitat:Sun Aug 04, 2013 4:55
S. Arabia Closes Airspace to Sudan's President, Prevents Bashir from Attending Rouhani’s Inauguration

TEHRAN (FNA)- Riyadh closed its airspace to the flight of Sudanese President Omar al-Bashir who planned to visit Iran to attend the swearing-in ceremony of Iran's new President Hassan Rouhani.
...
Al-Mayadeen added that President al-Bashir’s plane has returned to Khartoum Airport.
...
http://english.farsnews.com/newstext.as ... 0513001151
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#12
Saudi Arabien möchte neue Schiffe, die wohl ein Gegengewicht gegen die iranischen Pasdaran mit ihren kleinen und schnellen Booten wären:
http://www.marineforum.info/html/body_maaw.html
Zitat:Saudi Arabien hat die USA um Lieferung von 30 Schnellbooten PEGASUS Mk V gebeten, mit Finanzierung des Projektes aus Geldern der US Militärhilfe.

Die von Halter Marine in Gulfport (Mississippi) gebauten, mit Maschinengewehren nur leicht bewaffneten 25-m Boote sind für Einsätze im unmittelbaren Küstenvorfeld optimiert. Mit zwei Kamewa Wasserstrahlantrieben erreichen sie Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 65 Knoten.

Bei der US Navy dienen sie seit 1995 als „Special Operations Craft“ vor allem als Einsatz- und Verbringungsmittel für jeweils bis zu 16 SEAL Kampfschwimmer – mit operativer Reichweite von etwa 500 sm. Die US-Boote haben einen Aluminiumrumpf; seit 2008 wird aber auch einen verbesserten Rumpf auf der Basis von Karbonfaser-Werkstoffen (mit Kevlar-Verstärkung) entwickelt. Mit ihrer flachen Silhouette sind die PEGASUS nur schwer zu orten, und sie können auch Brandungszonen bis dicht vor einen Strand durchfahren. Um die bei hohen Geschwindigkeiten durch Wellen auftretenden heftigen Stöße abzufedern, sind spezielle schock-absorbierende Sitze installiert; dennoch kommt es bei Insassen immer wieder zu Verletzungen.

Die saudische Marine dürfte bei der Beschaffung primär Aspekte maritimer Sicherheit im Blick haben. Vor allem in den Gewässern des Persischen Golfes sind die PEGASUS Mk V als „Fast Interceptor Craft“ hervorragend geeignet, aus Bereitschaftspositionen im Hafen heraus kurzfristig auf Bedrohungen durch Terroristen zu reagieren und in saudische Hoheitsgewässer einfahrende fremde Schiffe / Boote (Iran) abzufangen. Natürlich bieten sie aber auch saudischen Kommandosoldaten eine Plattform für offensive Operationen. Bisher werden diese Aufgaben durch noch in den 1980-er / 90-er Jahren in Frankreich und den USA beschaffte kleine Boote unterschiedlicher Typen wahrgenommen. Diese erreichen nicht die Geschwindigkeit der PEGASUS, haben auch nicht ihre Reichweite, vor allem aber sind sie allmählich veraltet.
ganze Nachricht, da MARINEFORUM und nur kurz im Netz - noch mehr auf der hp des MF und im neuen Heft
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#13
Mit amerikanischem Kapitän und Seeleuten aus Sri Lanka? :lol:
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#14
die Dinger lassen sich auch mit salafistischen Eiferern bemannen
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#15
Ich habe lange überlegt, wo ich diesen Beitrag reinstelle: Iran-Thread? Saudi-Arabien-Thread? Kulturkonflikt-Thread? Ich habe mich nun für hier entschieden. Bei Kritik daran, bitte dies sogleich sagen...interessant ist der Artikel aber immer noch (m. Mn. n.), vor allem auch der iranische Standpunkt...
Zitat:Iran FM: Sectarian strife is worst threat in world

Sectarian tension between Shia and Sunni Muslims is probably the most serious threat to world security, according to Iran's foreign minister. Speaking to the BBC, Mohamed Javad Zarif blamed some Sunni countries for what he called "fear-mongering".

"Some people have fanned the animosity for short-sighted political interests," he said. Syria, Iraq and Pakistan are among the countries currently grappling with a surge in sectarian violence. Mr Zarif said conflict between Sunnis and Shias was "the most serious security threat not only to the region but to the world at large".

"I think we need to come to understand that a sectarian divide in the Islamic world is a threat to all of us." [...] However Saudi Arabia, among other countries, accuse Iran of stirring up sectarian tension, our correspondent says.
http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-24893808

Schneemann.
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