Was geschah mit Flug 870?
#1
na, wenn da nicht kräftig spekuliert wird
http://www.tagesschau.de/ausland/ustica102.html
Zitat:30 Jahre nach dem Absturz vor Siziliens Küste
Was geschah mit Flug 870?

Der Absturz einer Passagiermaschine vor Sizilien am 27. Juni 1980 gilt als einer von Italiens größten Skandalen. 81 Menschen kamen damals ums Leben, und bis heute ist der Fall ungeklärt: Beweismittel verschwanden, Zeugen kamen ums Leben. Spuren führen zur NATO, nach Libyen - und nach Ramstein.
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Der Fall ist einer von Italiens größten Skandalen.
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Die Behörden sprechen von Materialermüdung, von einer Bombe an Bord - es wird vertuscht, gelogen und gemauert.

Sieben Jahre später wird das Wrack geborgen. An der Maschine werden Einschläge gefunden, außen entdeckt man Spuren von militärischem Sprengstoff. Außerdem kommt heraus: An dem Abend waren im fraglichen Gebiet mehrere NATO-Jagdflugzeuge und ein AWACS-Radaraufklärer in der Luft. Maschinen, von denen die Zivilpiloten nichts wussten, deren Existenz die NATO abgestritten hatte.
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Gaddafi als Ziel - und das Passagierflugzeug getroffen?

Und weitere Flugzeuge soll es gegeben haben: An Bord des einen war angeblich Libyens Staatschef Muammar al Gaddafi, flankiert von libyschen Mig-Kampfjets. Einer davon soll sich im Radarschatten der DC9 versteckt haben. Die Vermutung liegt nahe, dass Itavia Flug 870 in einen Luftkampf oder einen NATO-Angriff auf Gaddafi geriet oder verwechselt wurde.
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Die DC9 wurde abgeschossen - die Frage ist nur, von wem.
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Mutmaßliche Zeugen: Die Piloten der Ramstein-Katastrophe

Es gibt auch Hinweise auf eine Verwicklung der USA. An diesem Punkt kommt auch die Flugtag-Katastrophe auf dem US-Fliegerhorst Ramstein im August 1988 ins Spiel. ....
Am Abend des Absturzes der DC9 nämlich sind die italienischen Militärpiloten Ivo Nutarelli und Mario Naldini mit ihrem Kampfjet im Anflug auf Grosseto. Sie kommen zurück von einem Trainingsflug.
... und das in kompletter Funkstille. Sie haben den Notfallcode ausgelöst und sind sogar Dreiecke geflogen, um zu signalisieren, dass da etwas nicht stimmt, dass sie notlanden wollen. Sie wurden viele Jahre nicht befragt. Als ich sie dann als Zeugen einbestellt habe, sind sie kurz darauf in Ramstein ums Leben gekommen." Denn beide flogen inzwischen bei der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori, die in Ramstein verunglückte.
Wussten die Piloten etwas, was sie nicht hätten wissen sollen? Waren ihre Jets manipuliert? Menschen, die nicht davor zurückschrecken ein Passgierflugzeug abstürzen zu lassen, dürften auch sonst keine Hemmungen haben. Richter Priore ermittelt weiter und stößt in diesem Zusammenhang auf andere ungeklärte Todesfälle.
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#2
@Erich
Na, das gehört eher in den Bereich Verschwörungstheorien. :wink:
Die These über die Verwicklung libyscher Kampfflugzeuge kommt daher, das etwa zur gleichen Zeit das Wrack einer libyschen MiG-23 in Süditalien aufgefunden wurde - einschließlich der Leiche des Piloten.
Dieses libysche Kampfflugzeug wurde jedoch nicht abgeschossen, sondern der Pilot hatte wohl aufgrund einer falsch aufgesetzten Sauerstoffmaske das Bewusstsein verloren. Die MiG-23 ist dann mit dem bewusstlosen Piloten an Bord so lange weitergeflogen bis ihr über Kalabrien der Treibstoff ausging.
Nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Fliegerrevue extra.
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#3
Der ganze Vorfall ist mit Vorsicht zu betrachten und erscheint schon mysteriös. Ob es einen Luftkampf gab, ob Gaddafi das Ziel war, wer wen eventuell wo abgeschossen hat etc. ist äußerst unklar. Die Zahl der Maschinen variiert auch munter, und geht soweit, dass die halbe NATO über dem Thyrrenischen Meer kreiste. In Italien allerdings ist der Vorfall noch sehr aktuell und erweckt noch heute starke Emotionen, eben auch weil sich hartnäckige Gerüchte halten.

Was die MiG-23 angeht: Zumindest soll anhand des Verwesungsgrades des Piloten (anscheinend) sein Todestag auf den Tag des Abschusses des Itavia-Fluges fallen, was auf einen Luftkampf schließen lassen könnte.

Die Verkettung mit Rammstein würde ich indessen auch ins "Verschwörungstheorien-Büchle" eintragen. Genau genommen würden mehr als nur zwei Piloten Bescheid wissen, wenn es denn ein Abschuss gewesen wäre, alleine die ganzen Controller, Befehlsführer und Radarcrews. Das erklärt auch, weswegen auf einigen Websites auch kramphaft versucht wird, noch andere Todesfälle von angeblich in die Geschichte verwickelten Personen mit dem Itavia-Flug in Verbindung zu bringen, die z. T. ziemlich unlogisch sind und gar nicht direkt mit dem Vorfall in Verbindung stehen.

Schneemann.
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#4
Schneemann schrieb:Die Verkettung mit Rammstein würde ich indessen auch ins "Verschwörungstheorien-Büchle" eintragen. Genau genommen würden mehr als nur zwei Piloten Bescheid wissen, wenn es denn ein Abschuss gewesen wäre, alleine die ganzen Controller, Befehlsführer und Radarcrews.
Der Pilot, der in Rammstein den entscheidenden Fehler gemacht hat, sollte vor einem Untersuchungsausschuss aussagen. Man kann spekulieren, daß sich der Stress negativ auf das Konzentrationsvermögen ausgewirkt hat. Um ihn umzubringen hätte es diskretere Methoden gegeben. Es muß mehr Leute gegeben haben, die Bescheid wußten, aber wie viele waren aussagebereit? Insofern hatten den beiden Piloten schon eine Schlüsselrolle.

Ich hatte in Erinnerung, daß ein wichtiger Mafia-Ermittler an Bord der DC-9 war, aber ich habe dazu heute im Internet nichts gefunden. Habe ich da etwas verwechselt?
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#5
Für einen Abschuss gibt es keine verlässlicheren Zeugen, als die direkt beteiligten Crews. Der Verlust eines Radarkontakts (durch unmittelbar Beteiligte oder Dritte), sofern man einen hatte (DC-9 sicher, Mig-23 fraglich), ist ja kein sicherer Hinweis auf einen Absturz/Abschuss. Aussagen von Piloten zu Abschüssen sind aber bereits nicht sehr zuverlässig.

Sofern, hypothetisch, die beiden ital. Piloten etwas gewust haben, was ggf. für einen Skandal bzw. eine Verhandlung von Relevanz gewesen ist, dann muss sich das bereits auf ihr Briefing beziehen. Da ist die Zahl der Zeugen potentiell verschwindend gering.
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#6
Im Tagesschau-Bericht (Link im Eingangsposting) steht aber:
Zitat: ...
Sieben Jahre später wird das Wrack geborgen. An der Maschine werden Einschläge gefunden, außen entdeckt man Spuren von militärischem Sprengstoff.
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wenn da nicht die berühmt-berichtigten italienischen Zugvogelschützen das Flugzeug für eine Schnepfe gehalten und durchsiebt haben, dann riecht das doch sehr nach einem Abschuss.
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#7
@Schneemann
Die Beteiligung der über Kalabrien abgestürzten libyschen MiG-23 an einem Luftgefecht bei Utica ergäbe keinen Sinn. Wieso sollte der Pilot sein Flugzeug nach einem Luftkampf über Kalabrien lenken, von dem aus übrigens Utica schön weit abseits liegt, wo doch die italienische Luftraumüberwachung schon am Rad dreht?
Wenn man aber davon ausgeht das der Pilot der MiG-23 gleich nach dem Start von seinem Luftwaffenstützpunkt in der Cyrenaike - etwa el-Beida - das Bewusstsein verlor und seine MiG-23 geradeaus weiterflog bis sie wegen Treibstoffmangel abstürzte ergibt die Position des Wracks in Kalabrien geradezu perfekt Sinn.
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#8
Tiger schrieb:@Schneemann
Die Beteiligung der über Kalabrien abgestürzten libyschen MiG-23 an einem Luftgefecht bei Utica ergäbe keinen Sinn. Wieso sollte der Pilot sein Flugzeug nach einem Luftkampf über Kalabrien lenken, von dem aus übrigens Utica schön weit abseits liegt, wo doch die italienische Luftraumüberwachung schon am Rad dreht?
Die alternativen Rückwege von Ustica nach Libyen wären über Sizilien, wo es einen US-Luftwaffenstützpunkt gibt oder über das offene Meer westlich von Sizilien. Über dem Meer gibt es keinen Radarschatten und irgendwo dort stand wohl auch ein Flugzeugträger. Die beste Fluchtroute führt über Kalabrien. Laut englischer Wikipedia lag das Wrack 130 südwestlich Neapel. Das wäre ein gutes Stück nördlich von Ustica und würde eine Flucht über Castelsilano noch plausibler machen. Der Treibstoff dürfte allerdings knapp werden.
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#9
Zu den aktuellen Entwicklungen...
Zitat:Flugzeugkatastrophe von Ustica

Italien bittet um internationale Hilfe bei Aufklärung

In die Aufklärung der mysteriösen Flugzeugkatastrophe von Ustica scheint etwas Bewegung zu kommen: Italien hat 30 Jahre danach internationale Rechtshilfeersuchen gestellt. Eine Passagiermaschine war 1980 offenbar von NATO-Jets abgeschossen worden.

Der Appell von Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano scheint gefruchtet zu haben: 30 Jahre nach der Flugzeugkatastrophe von Ustica mit 81 Toten bemüht sich Italien offenbar etwas intensiver darum, den Fall endlich aufzuklären.
Link: http://www.tagesschau.de/ausland/ustica110.html

Schneemann.
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