Neuer Kampfjet für die CH?
#61
(29.09.2020, 22:16)lime schrieb: Ich denke auch dass die Gripen die sinnvollste Lösung wäre. Was soll die Schweiz mit ein paar F35A?

Da stimme ich zu. Kostengünstig und im Betrieb nicht sehr teuer, Wartungsfreundlich. Man holt sich aber wieder jede Menge US Technik ins Haus.
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#62
(29.09.2020, 20:20)Quintus Fabius schrieb: Angesichts der Auswahl ist eigentlich die F-35A die einzig sinnvolle Beschaffung.

Angesichts der Auswahl und der Anforderungen halte ich die F-35 für die sinnloseste Beschaffung. Ihre spezifischen Vorteile spielen für die geplanten Aufgaben keine Rolle, während sie in den Kernpunkten der Ausschreibung signifikante Nachteile bietet. Es wäre eine Überraschung, wenn das Muster tatsächlich ausgesucht wird und dürfte dann einige Fragezeichen hinterlassen.
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#63
Warum? So weit ich es in Schweizer Medien gelesen habe fordert die VBS vor allem anderen, dass das neue Kampfflugzeug die F/A-18 mit vollumfänglich ersetzen kann und dass bei einer Spannungssituation die Luftwaffe den Luftraum überwachen und bei Verletzungen des Luftraums unverzüglich mit Kampfflugzeugen eingreifen kann.

Gerade dieser Hauptpunkt spricht meiner Meinung nach gerade eben für die F-35, wegen ihrer Sensoren, da sie mit internen Waffen deutliche Vorteile in Bezug auf Stehfähigkeit und die Tarnung der eigenen Position besitzt und da die F-35 (kurioserweise) gerade auch im WVR Bereich sehr gut ist.

Gerade die Anforderungen an die Verweildauer im Einsatzraum, an die Sensorik und den Einsatz weitreichender Luft-Luft Waffen sprechen doch absolut für die F-35. Darüber hinaus ist die F-35 ein recht guter Jagdbomber und Luft-Boden Fähigkeiten sollen ja ebenfalls explizit wieder aufgebaut werden.

Der einzige Punkt wo die F-35 an den Anforderungen der Schweizer vorbeifliegt ist die Frage der Autonomie. Die Forderung dass die neuen Flugzeuge Monate ohne Ersatzteile und Hilfestellungen aus dem Ausland eingesetzt werden können dürfte aber auch bei den anderen Flugzeugtypen ein Problem darstellen.
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#64
Es ist davon auszugehen, dass eine Volksinitiative gegen die Beschaffung insbesondere dann lanciert wird, wenn das VBS ein amerikanisches Muster auswählt. Grund: Die Legende, dass die Amerikaner Raketen/Systeme der US-Muster hacken und fernsteuern können (der Beweis dazu fehlt natürlich...).
Dazu kommt das schwierige Verhältnis zur EU, wo bald neuer Knatsch wegen dem Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU grüsst, da die Schweizer das Abkommen an der Urne ablehnen werden und die ganze Sache zu Repressalien seitens der EU führen wird. Also versucht man, mit einem europäischen Muster die Verhandlungsposition zu stärken. Quasi: "Wir kaufen bei Euch, dafür kommt Ihr uns beim Rahmenabkommen entgegen.".
In dieser politischen Konstellation bleiben nur Eurofighter und Rafale. Der Gripen E wurde, wie schon gesagt, nicht mehr evaluiert. Eurofighter = Deutschland (aus der Optik der Schweizer). Mit den Deutschen hat man es wegen zahlreichen Europa- und sonstigen bilateralen Fragen nicht besonders gut. Bleibt also eigentlich nur Frankreich, um einen politisch akzeptablen Flugzeugkauf zu tätigen. Man müsste dann halt die Franzosen dazu bringen, sich in Europa für die schweizerischen Anliegen einzusetzen.

Von der technischen Seite her: Taugt die Rafale etwas im Vergleich zum Eufi und zur F-35? Gehen wir mal von der neuesten Version aus.
Für mich als Beschaffer wäre da interessant, was die Rafale im Bereich Stealth-Ortung und BVR-Raketen kann. Sowie, was für die Zukunft drin liegt (Laserpod zur Raketenbekämpfung, Sensoren, Möglichkeit zum Verbund mit Kampfdrohnen).
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#65
(30.09.2020, 16:17)Quintus Fabius schrieb: Warum?

Die Hauptvorteile der F-35 gegenüber den anderen Mustern liegen im offensiven Bereich, dort wo die Stealth-Fähigkeiten die Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen unerkannt und gegebenenfalls auf großer Distanz ermöglicht. Genau diese Fähigkeiten werden von der Schweiz allerdings nicht benötigt. Das neue Kampfflugzeug soll primär für die Luftraumsicherung, und -verteidigung eingesetzt werden, dies in engem Zusammenspiel mit der bodengestützten Luftraumüberwachung. Sekundär sind unterstützende Luft-Boden-Einsätze. Das erfordert aufgrund der schweizerischen Topographie und die sich daraus ergebenen geringen Distanzen kurze Reaktionszeiten und Netzwerkeigenschaften (bspw. Sensorfusion). In diesen beiden Punkten und bezogen auf die Ausgangssituation hat die F-35 keine Vorteile, im Fall der Reaktionsfähigkeit sogar (zum Teil deutliche) Nachteile. Das gleiche gilt auch für die anderen von dir genannten Fähigkeiten (bspw. Ausdauer).

Hinzu kommt der von dir angesprochene Aspekt der Souveränität. Die gesamte Auslegung der F-35 bedeutet in dem Punkt eine sehr enge Bindung an die USA, die meines Erachtens so nicht gewollt ist. Die Einsatzautonomie ist jedenfalls mit den anderen Mustern deutlich größer bzw. in Teilen überhaupt erst möglich.

In der Summe ist die F-35 für die Schweiz politisch und militärisch im Vergleich zu den anderen Kandidaten das falsche Muster.

(30.09.2020, 20:08)hunter1 schrieb: Von der technischen Seite her: Taugt die Rafale etwas im Vergleich zum Eufi und zur F-35? Gehen wir mal von der neuesten Version aus.
Für mich als Beschaffer wäre da interessant, was die Rafale im Bereich Stealth-Ortung und BVR-Raketen kann. Sowie, was für die Zukunft drin liegt (Laserpod zur Raketenbekämpfung, Sensoren, Möglichkeit zum Verbund mit Kampfdrohnen).

Die Rafale ist auf jeden Fall das bessere Mehrzweckkampfflugzeug und wird nicht ohne Grund als "omnirole" beschrieben (vornehmlich von Dassault selbst). Gerade was die Avionik und die Systemintegration angeht war die Rafale dem Eurofighter bisher überlegen, dies gilt auch für den Waffeneinsatz auf längere Distanzen. Umgekehrt besitzt sie aber die schlechteren Flugleistungen, zudem ist die individuelle Sensorleistung (primär das Radar) des Eurofighter größer. In der jeweilig neuesten Baustufen haben sich die Avionikaspekte etwas angeglichen, der Vorteil Rafale ist aber immer noch vorhanden. Eine gute Wahl wäre die Rafale auf jeden Fall.
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#66
Was den (Dassault) Rafale angeht. Allgemeine Aussagen:
https://www.dassault-aviation.com/en/
https://www.dassault-aviation.com/en/def...roduction/

Es gibt 3 Baureihen
Rafale C - die Standard Einsitzerversion
Rafale B - Doppelsitzversion, beim Export als Trainer verkauft, in Frankreich aber (AUCH) in der FAS Force Aeriennen Strategique eingestzt, im Klartext für Atomeinsätze . Pilot + Navigattionsoffizer.
Rafale M - die Marineversion für Flugzeugträger (Landehaken + Verstärkte Wanne etc). Einziger nichtamerikanischer Flieger der auf den Trägern der US Navy landen darf.

Es gibt verschiedene Entwicklungsversionen (Benutzung bis 2060 geplant)
Die Standardversion der Armée de l'air et de l'Espace ist die
F3R07
* Radar Thales RBE2 antenne active (AESA)
* Optronique secteur frontal Version l'OSF-IT,
* neuer détecteur infrarouge Raketenstart in der SPECTRA59 ;
* Weiterentwicklung reakteur 4 Pack CGP (Coût Global de Possession),geringere Wartungskosten Erhöung der Lebensdauer
* pod Damocles
* Lenkflugkörper SCALP EG 500 km.
* Lenkflugkörper MBDA Air-sol moyenne portée amélioré (ASMPA) supersonique mit Atombombe 300 kt à 500 km.
* pod Thales TALIOS 61
* air-air Meteor63
Die nächste Version ist die V4 (vorgesehen für 2023-25). Unter anderem
* Neues Konzept A2/AD Déni d'accès et interdiction de zone » (en anglais, Anti-Access / Area Denial).
* Helm Thales mit Viseur
- Kommunkation Scorpion (Marine+ Heer)
- Einbindung von Kampfdrohnen

Zwischen diesen Schritten gibt es kundenspzifischen Anpassungen, die in die V4 integrierte werden. Für Indien Benutzung von heimischen Waffensysyem wie BrahMos,Israelischen Entwickllungen (Helm etc) , 10 Stunden Flugschreiber etc.
Und wahrscheinlich für Griechenland verbesserte Integration der Exocet Flugköper. Zur Zeit nur für die Raflale M aktiivert.
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#67
Man höre und staune:

https://www.dsca.mil/major-arms-sales/sw...nd-weapons

Zitat:WASHINGTON, September 30, 2020 - The State Department has made a determination approving a possible Foreign Military Sale to the Government of Switzerland of forty (40) F-35 Joint Strike Fighter aircraft and related equipment for an estimated cost of $6.58 billion. The Defense Security Cooperation Agency delivered the required certification notifying Congress of this possible sale today.

The Government of Switzerland requested to buy up to forty (40) F-35 Joint Strike Fighter Conventional Take Off and Landing (CTOL) aircraft; ......
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#68
(07.10.2020, 22:35)Quintus Fabius schrieb: Man höre und staune

Nicht wirklich, das ist nur das übliche Prozedere, ohne die konkrete Exporterlaubnis würde die Schweiz das System nicht weiter in Betracht ziehen können. Gleichzeitig wurde übrigens auch die Exporterlaubnis für die Super Hornet erteilt, falls die Schweiz sich für dieses System entscheidet:
https://www.dsca.mil/major-arms-sales/sw...nd-weapons
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#69
Ich denke nicht dass die Schweiz sich F-35 kauft.

Wie gesagt, Stealth Jagdbomber passen einfach nicht in die bewaffnete Neutralität. Insbesondere wenn Wartungskosten so hoch sind.

Wahrscheinlich wird es aufgrund der Kosten zur F-18 Superhornet Block III kommen. Kennt man schon.

Eurofighter und Rafale sind vielleicht etwas teurer.
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#70
(09.10.2020, 20:33)I_Need_A_Medic schrieb: Ich denke nicht dass die Schweiz sich F-35 kauft.

Wie gesagt, Stealth Jagdbomber passen einfach nicht in die bewaffnete Neutralität. Insbesondere wenn Wartungskosten so hoch sind.

Wahrscheinlich wird es aufgrund der Kosten zur F-18 Superhornet Block III kommen. Kennt man schon.
Wir sollte die SuperHornets gemeinsam bestellen. Wird billiger. Vielleicht machen die Finnen auch noch mit?
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#71
https://www.srf.ch/news/abstimmung-27-se...-kampfjets

Denkbar knappe Abstimmung

Schöne Übersicht, aber mit den 60% Gegenleistung sind doch die Amerikaner raus Oder?
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