deutsche Rüstungsexporte
#16
Ich frage mich ganz ehrlich ob die, die diese Waffenexporte bemängeln, sich überhaupt mal überlegt haben das da Arbeitsplätze dran hängen.

Und bis auf Handfeuerwaffen sehe ich auch moralisch keine Probleme. Gerade Großgerät wird eher selten gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Und im allgemeinen sind die Waffen von H&K zu teuer für irgendwelche Rebellen. Die haben meist genug Kämpfer aber zu wenig Geld. Die nehmen das was billig und haltbar ist. Und zu ersterem zählt "made in Germany" ganz bestimmt nicht.

Auf der anderen Seite finde ich es wahnwitzig zu denken das das Töten eingedämmt wird wenn wir keine Waffen liefern. Dann machen es andere. Und verdinenen dabei. Die Argumentation das weniger getötet wird wenn wir keine Waffen liefern ist Quatsch. Die Menschen haben sich auch schon ohne unsere Waffen umgebracht. Sie werden sich auch weiter umbringen. Die Frage ist vielmehr: Wollen wir daran verdienen und Arbeitsplätze sichern oder uns eher in unserem selbstzufriedenen Wissen sonnen das es nicht unsere Waffen sind mit denen die sich umbringen?

Ich bin da eher für ersteres.
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#17
Tarond schrieb:Ich frage mich ganz ehrlich ob die, die diese Waffenexporte bemängeln, sich überhaupt mal überlegt haben das da Arbeitsplätze dran hängen.
....
dazu einige Zahlen:
In Deutschland gibt es etwas 200 Rüstungsproduzenten und mehrere hundert ergänzende Zulieferer mit rund 80.000 Beschäftigten. Etwa ein Drittel der Hersteller ist in Bayern angesiedelt
Zu diesen knapp 70 Produzenten gehören Gr0ßbetriebe (EADS, Diehl, Kraus-Maffei Wegmann und Rheinmetall) genauso wie der Drohenhersteller EMT südlich von München, dessen Aufklärungsdrohnen vor allem in Afghanistan im Einsatz sind.
Die Exporte mit 17 Mrd. Euro umfassen etwa 70 % der Produktion.
Quelle: insbesondere FAZ 30.07.2010 (print)
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#18
Zitat:Eurofighter, Leopard, U-Boot-Klasse 214:

Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt, trotz restriktiver Richtlinien. Nun will die Regierung offenbar Rüstungsdeals erleichtern - auch weil die Bundeswehr selbst künftig weniger Material benötig.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...05,00.html


Ach sind wir schon auf Platz 3? :lol: Wann haben wir den die Briten überholt?

Zitat:Außenminister Guido Westerwelle (FDP) versicherte bei seinem Indien-Besuch im Oktober, Deutschland verfüge über die "beste und zuverlässigste Technologie".

Aber die eigene Armee zum Teil mit Atrappen üben lassen aufgrund der Kosteneinsparungen :roll: .

Gido du has mich wieder geschafft Big Grin
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#19
Diese ganzen Rüstungsbeschränkungen sind doch in den meisten Fällen eh nur was für's pazifistische Wohlfühlschaufenster. Notfalls wird halt über'n sichere Drittland exportiert und gut ist. Da kann man sich diese heuchlerischen Beschränkungen gleich ganz schenken.
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#20
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/r ... -1.1022243
Zitat:Rüstungsindustrie: Bundeswehr spart
Not schweißt zusammen

11.11.2010, 11:10

Von K.-H. Büschemann

Die Waffenhersteller fürchten den Sparzwang und den neuen Kurs von Verteidigungsminister Guttenberg. Sie hoffen auf eine aktive Unterstützung der Regierung - um schneller zu exportieren.
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#21
http://www.domradio.de/aktuell/69937/da ... -hoch.html
Zitat:13.12.2010
Das Niveau bleibt hoch
Kirchen rügen deutsche Rüstungsexporte


Die Kritik der Kirchen ist scharf formuliert: von „fehlender Transparenz“ und „mangelnder Beteiligung“ ist die Rede. Sie richtet sich an die Bundesregierung und den Europäischen Rat. Hintergrund sind deren Rüstungsexporte. Deutschland bleibt hier weltweit Spitze.
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8.000 Waffen gingen an Staaten, die nicht der Nato oder der EU angehören. Wichtigste Abnehmerstaaten waren hier Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Chile, Serbien, Indonesien und Kuwait.
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China ist der größte Abnehmer von Waffen
Nach Angaben des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI ist China der größte Abnehmer von Waffen, gefolgt von Indien, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Griechenland. Noch 2010 habe Griechenland 223 Panzerhaubitzen aus Bundeswehrbeständen im Wert von zehn Millionen Euro übernommen, kritisierte Bernhard Moltmann von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. „Der Fall Griechenland lehrt, dass das Auseinanderklaffen von exzessiven Militärausgaben und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht nur bei Entwicklungsländern auftritt.“
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http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1082942
Zitat:Kirchen beanstanden Rüstungsexporte der Regierung
Berlin - In ungewöhnlich scharfer Form haben die Kirchen in Deutschland das deutsche Verhalten bei Rüstungsexporten angeprangert. Bei der jährlichen Vorlage des sogenannten Rüstungsexportberichts beklagten Vertreter der evangelischen wie der katholischen Kirche, dass die Bundesregierung bis in den Dezember 2010 nicht in der Lage gewesen sei, die offiziellen Zahlen über die Rüstungsexporte im Jahr 2009 vorzulegen. Der Prälat der katholischen Kirche, Karl Jüsten, sprach von einem 'skandalösen Verhalten'. Sein Kollege von der evangelischen Kirche, Bernhard Felmberg, kritisierte, dass das Parlament die Regierung bis heute nicht angemessen kontrolliere.
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http://www.stern.de/news2/aktuell/gkke- ... 33856.html
Zitat:13. Dezember 2010, 16:21 Uhr

GKKE kritisiert Bundesregierung: Kirchen wünschen sich mehr Transparenz bei Rüstungsexporten

Kirchenvertreter haben der Bundesregierung fehlende Transparenz in rüstungspolitischen Fragen vorgeworfen. Gesetzlich vorgeschriebene Informationspflichten über deutsche Waffen- und Rüstungsgüterexporte würden systematisch missachtet.
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http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/arti ... f3d6129b15
Zitat: * 14.12.2010

Weiter Wettrüsten mit Deutschland
WAFFENKONTROLLE
Deutsche Rüstungsexporte nehmen zu - oder sind in anderen Bereichen unverändert hoch geblieben, heißt es im Rüstungsexport- bericht der Kirchen
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Im Ergebnis stiegen die Rüstungsexporte Deutschlands in mehreren Bereichen - und blieben in anderen auf unverändert hohem Niveau. Die Anzahl der Einzelausfuhrgenehmigungen stieg 2009 um 4,8 Prozent auf mehr als 16.201 Fälle an. Das Gesamtvolumen beträgt damit nach Schätzungen der Verfasser rund 5,5 Milliarden Euro. Somit ist Deutschland international mit einem Anteil am Weltmarkt von 8 Prozent drittgrößter Waffenhändler, hinter den USA (41 Prozent) und Russland (10,5 Prozent).

Einer amerikanischen Studie entnahmen die Verfasser zudem den finanziellen Umfang der Neuverträge: In Höhe von 3,7 Milliarden Dollar sollen deutsche Hersteller im Jahr 2009 Geschäfte für die Zukunft ausgehandelt haben - im vorigen Jahr beliefen sie sich auf rund 1 Milliarde Dollar.
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Wirtschaftlich abgesichert können so deutsche Unternehmen Rüstungsgüter in Länder wie Indien, Irak, Libyen, Pakistan oder Saudi-Arabien liefern
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Die Vertreter der GKKE kritisieren in ihrem Bericht auch die besondere Rolle Deutschlands bei den Rüstungsexporten mit dem finanziell ins Trudeln geratenen EU-Sorgenfall Griechenland. "Noch 2010 hat Griechenland 223 Panzerhaubitzen aus Bundeswehrbeständen im Wert von 10 Millionen übernommen", sagte Bernhard Moltmann von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, der den Bericht hauptverantwortlich erstellt hat. Knapp ein Drittel aller griechischen Rüstungsimporte stammten demnach aktuell aus Deutschland.
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http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6325937,00.html
Zitat:Rüstung | 15.12.2010
Deutsche Waffen: Drang ins Ausland

Deutsche Waffen sind in aller Welt gefragt. Doch die Regierung will das nicht an die große Glocke hängen und liefert Informationen im Schneckentempo. Die Kirche findet das skandalös, die Opposition befürchtet Schlimmes.
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Die besonders umstrittenen Waffenexporte in Entwicklungsländer machten im Jahr 2009 rund acht Prozent der gesamten Rüstungsausfuhren aus, die größten Posten gingen nach Ägypten, Kolumbien und Pakistan. Bei letzterem Land klingeln beim katholischen Entwicklungsexperten Karl Jüsten die Alarmglocken: "Spannungsgebiet ohne Ende".

Die meisten Genehmigungen entfielen auf Rüstungsgeschäfte mit den NATO-Partnern, allen voran die Türkei und Griechenland. Doch auch das ruft Kritiker auf den Plan. Denn aus der Türkei, die 2009 immerhin 28 Kampfpanzer Leopard 2 erhielt, gibt es regelmäßig Augenzeugenberichte über deren Einsatz in kurdischen Gebieten. Und die griechische Staatsverschuldung zeige, dass zu teure Aufrüstung nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern sei.
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(die Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) ist ein evangelisch-katholischer Verbund zur Entwicklungspolitik. Sie führt Dialoge mit Parlament, Regierung und gesellschaftlichen Interessengruppen zu Fragen der Nord-Süd-Politik und der Entwicklungszusammenarbeit. Vorsitzener ist Prälat Karl Jüsten, Deutsche Bischofskonferenz)
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#22
Die Kirchen...können die sich nicht beim lieben Gott beschweren? :lol:
Waffen an sich sind nicht das Problem, sondern der Wille mit ihnen einen anderen Staat anzugreifen.
Um an einem Beispiel aus dem zivilen Leben klarzumachen, worauf ich hinauswill: In Kanada sind Schusswaffen ebenso weit verbreitet wie in den USA, trotzdem ist in Kanada die Rate an Gewaltverbrechen deutlich geringer als in den USA.
Zudem: So wie im Zweifelsfall auch ein Knüppel reicht, kann ein Staat der keine Waffen erwerben kann diese auch selbst entwickeln. Hier können Rüstungsexporte sogar einen dämpfenden Effekt haben.
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#23
ich denke, dass manchen sogar manche Kirchenmitglieder ... aber Du weißt ja, nach der Schöpfungsgeschichte ruhte Gott am sieben Tage - und im Verhältnis zur Entstehungsgeschichte des Universums lebt die Menschheit gerade einmal 5 Sekunden von einem 24-Stunden Tag
:wink:
http://www.fr-online.de/politik/unter-v ... index.html
Zitat:22 | 12 | 2010
Heckler & Koch
Unter Verdacht


Die Geschäftsräume des Waffenherstellers Heckler & Koch werden durchsucht. Es geht um mögliche Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Waffen des deutschen Herstellers werden offenbar in Mexikos Drogenkrieg benutzt.
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#24
Zitat:Deutschland rüstet die Welt auf

Maschinenpistolen, Panzer, Kampfjets: Rund um den Globus reißen sich Armeen um Waffen made in Germany. Deutschland ist mittlerweile zum drittgrößten Rüstungsexporteur der Welt aufgestiegen. Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann und Heckler & Koch machen das große Geld - mit Hilfe der Bundesregierung.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...92,00.html

Irgendwie kommt dass alle gefühlte 3 Monate ma wieder oder?! *kopfkratz*
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#25
tienfung schrieb:
Zitat:Deutschland rüstet die Welt auf

Maschinenpistolen, Panzer, Kampfjets: Rund um den Globus reißen sich Armeen um Waffen made in Germany. Deutschland ist mittlerweile zum drittgrößten Rüstungsexporteur der Welt aufgestiegen. Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann und Heckler & Koch machen das große Geld - mit Hilfe der Bundesregierung.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...92,00.html

Irgendwie kommt dass alle gefühlte 3 Monate ma wieder oder?! *kopfkratz*
Dieser Gedanke kam mir heute beim lesen ebenfalls.
Wenn der Bund nix mehr kauft, muss man halt sehen wo man bleibt.
Aber 160Mrd€ Mehreinnahmen in den nächsten Jahren...
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#26
Und Export wie nie im Tausch gegen selbstbezahlte Schuldscheine...
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#27
Also das gleiche, wie beim Marschall-Plan. Smile)
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#28
Zitat:09.07.2011

Waffen für Saudi-Arabien
Ex-Minister Rühe fordert Stopp des Panzergeschäfts

Der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) hat den deutschen Panzer-Deal mit Saudi-Arabien stark kritisiert: "Dieses Waffengeschäft muss gestoppt werden", sagte er dem SPIEGEL. Die Bundesregierung fördere nur eine "scheinbare Stabilität", wenn sie dem autoritären Saudi-Arabien moderne Kampfpanzer des Typs "Leopard" 2 liefere. Wirkliche Beständigkeit erhalte das Land "nicht durch deutsche Panzer, sondern nur durch tiefgreifende Reformen". Deutschland sollte sich nicht "auf der falschen Seite der Geschichte wiederfinden".
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http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 22,00.html
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#29
die Medien-Diskussion ist nicht uninteressant
http://www.faz.net/artikel/C30923/panze ... 60307.html
Zitat:Panzergeschäft mit Saudi-Arabien
Das Geheimnis vom Leoparden

Wenn Deutschland seinen beliebten Kampfpanzer verkaufen will, führt das oft zu Verwerfungen an der politischen Heimatfront. Dabei lieferte auch schon Rot-Grün Jahr für Jahr Waffen nach Saudi-Arabien.


Von Christiane Hoffmann und Eckart Lohse

10. Juli 2011 ....
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#30
Zitat:«Als Waffenhändlerin durch Afrika»

Eklat in Deutschland über Militärhilfe für Angola

In Deutschland streiten sich Regierung und Opposition über mögliche Waffenlieferungen in Länder mit kritischer Menschenrechtslage. Vertreter von SPD, Grünen und Linkspartei griffen die Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Besonders die angebotene Lieferung von Patrouillenbooten nach Angola sorgte für rote Köpfe. Innerhalb der FDP gibt es zudem einen Disput über die angebliche Lieferung von 200 «Leopard II»-Panzern nach Saudi-Arabien. [...]

Die Vorsitzende der deutschen Linken, Gesine Lötzsch, bezeichnete die geplante deutsche Militärhilfe für Angola als «inakzeptabel». Merkel «reist als Waffenhändlerin durch Afrika», sagte Lötzsch am Donnerstag in Berlin. Die Kanzlerin betreibe «Rüstungslobbyismus». Das sei ein «falsches Signal». Deutschland solle sich in Afrika anderen Aufgaben widmen, etwa der Bekämpfung des Hungers. Der Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe, reagierte empört auf die Kritik. «Diese Unterstellung ist ein Skandal», erklärte Gröhe am Donnerstag in Berlin. Lötzsch müsse sich «für diese Beleidigung schnellstens entschuldigen». Die Patrouillenboote, die Merkel Angola in Aussicht gestellt hatte, würden es dem Land ermöglichen, seinen Küstenschutz zu verbessern, sagte Gröhe. Es gehe dabei auch um die Eindämmung von See-Piraterie. Sichere Handelswege dienten der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas ebenso wie den Interessen Deutschlands, führte Gröhe aus.
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/i ... 94232.html

Schlimm, schlimm, inoffiziellen Stellen zufolge sollen diese Patrouillenboote auch Räumschaufeln haben und speziell für den Einsatz in Städten geeignet sein... :lol:

Schneemann.
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