CDU/CSU
(11.06.2017, 14:19)Schneemann schrieb: Trotz aller und teils auch heftiger Kritik an der Union bzw. auch an der Person der Kanzlerin (Energiewende, Flüchtlingspolitik) steht die Union aktuell ziemlich stabil da, und dies auch trotz Martin Schulz von der SPD, der nach seiner Kandidaturzusage ja ein zeitweiliges, deutliches Plus in Umfragen für seine Partei erleben konnte (während die Union samt Kanzlerin eher zu schwächeln schien). ....

Trotz ?
Schulz und die ultimative Drohung mit R2G haben Merkel einen gewaltigen Schub verpasst.
Gemäß meiner Prognose von 2015 hat die CDU den Schwenk geschafft, als kleineres Übel in Sachen Law-and-Order zu gelten. Dafür haben ein paar ebenso vollmundige wie natürlich unzutreffende Ankündigungen ("Abschieben, abschieben, abschieben") und vornehme Zurückhaltung genügt. SPD, Grüne und AFD haben sich selbst zerlegt und es geht weiter wie gewohnt.
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(12.06.2017, 15:02)Mitleser schrieb:
(11.06.2017, 14:19)Schneemann schrieb: Trotz aller und teils auch heftiger Kritik an der Union bzw. auch an der Person der Kanzlerin (Energiewende, Flüchtlingspolitik) steht die Union aktuell ziemlich stabil da, und dies auch trotz Martin Schulz von der SPD, der nach seiner Kandidaturzusage ja ein zeitweiliges, deutliches Plus in Umfragen für seine Partei erleben konnte (während die Union samt Kanzlerin eher zu schwächeln schien). ....

Trotz ?
Schulz und die ultimative Drohung mit R2G haben Merkel einen gewaltigen Schub verpasst.
Gemäß meiner Prognose von 2015 hat die CDU den Schwenk geschafft, als kleineres Übel in Sachen Law-and-Order zu gelten. Dafür haben ein paar ebenso vollmundige wie natürlich unzutreffende Ankündigungen ("Abschieben, abschieben, abschieben") und vornehme Zurückhaltung genügt. SPD, Grüne und AFD haben sich selbst zerlegt und es geht weiter wie gewohnt.

Die CDU/CSU hat schlechteste Ergebnis seit Einführung der 5% Hürde eingefahren. Und auch die SPD hatte im Bundestag noch nie so wenig Prozente. Auch 6 Fraktionen sind für den Bundestag ein Novum, von der ersten Bundestagswahl ohne Hürde einmal abgesehen. Strategisch interessant dürfte der Umstand sein, dass durch den Einzug der AfD Mehrheiten für RRG wohl in Zukunft ausgeschlossen sind und dafür Koalitionen wie Jamaika möglicher werden. Für die Zukunft wird es also durchaus wieder interessanter. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei der nächsten Bundestagswahl 8 Fraktionen in den Bundestag einziehen, zum Beispiel weil sich die Linke spaltet oder neben/aus der AfD noch eine weitere Partei rechts der CSU entstehen könnte. Oder die CSU geht nicht mehr in eine gemeinsame Unionsfraktion. Die Politik in Deutschland wird wohl um einiges lebendiger werden.
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(11.10.2017, 00:39)lime schrieb: Die CDU/CSU hat schlechteste Ergebnis seit Einführung der 5% Hürde eingefahren. Und auch die SPD hatte im Bundestag noch nie so wenig Prozente. Auch 6 Fraktionen sind für den Bundestag ein Novum, von der ersten Bundestagswahl ohne Hürde einmal abgesehen. Strategisch interessant dürfte der Umstand sein, dass durch den Einzug der AfD Mehrheiten für RRG wohl in Zukunft ausgeschlossen sind und dafür Koalitionen wie Jamaika möglicher werden. Für die Zukunft wird es also durchaus wieder interessanter. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei der nächsten Bundestagswahl 8 Fraktionen in den Bundestag einziehen, zum Beispiel weil sich die Linke spaltet oder neben/aus der AfD noch eine weitere Partei rechts der CSU entstehen könnte. Oder die CSU geht nicht mehr in eine gemeinsame Unionsfraktion. Die Politik in Deutschland wird wohl um einiges lebendiger werden.

Ob Abspaltungen im Randbereich tatsächlich die notwendige Unterstützung bekämen, um in Zukunft in den Bundestag einzuziehen? Ich habe da so meine Zweifel, und auch wenn ich eine lebendigere politische Auseinandersetzung gut finde (über alle Meinungen hinweg), so sehe ich diese Zersplitterung nicht positiv. Je individueller sich Parteien aufstellen, desto geringer ist die Kompromissbereitschaft und desto höher sind themenfremde Streitigkeiten und Diskussionen. Das ist weder für die Politik eines Landes, noch für seine Gesellschaft gut, weil es primär die Uneinigkeit stärkt und Entscheidungsprozesse verkompliziert. Aber ich habe Hoffnung, dass dies nur eine Momentaufnahme aufgrund der aktuellen Gesamtsituation ist und wir wieder zu einem System mit starken Volksparteien zurückkehren.
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(11.10.2017, 09:54)Helios schrieb:
(11.10.2017, 00:39)lime schrieb: Die CDU/CSU hat schlechteste Ergebnis seit Einführung der 5% Hürde eingefahren. Und auch die SPD hatte im Bundestag noch nie so wenig Prozente. Auch 6 Fraktionen sind für den Bundestag ein Novum, von der ersten Bundestagswahl ohne Hürde einmal abgesehen. Strategisch interessant dürfte der Umstand sein, dass durch den Einzug der AfD Mehrheiten für RRG wohl in Zukunft ausgeschlossen sind und dafür Koalitionen wie Jamaika möglicher werden. Für die Zukunft wird es also durchaus wieder interessanter. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei der nächsten Bundestagswahl 8 Fraktionen in den Bundestag einziehen, zum Beispiel weil sich die Linke spaltet oder neben/aus der AfD noch eine weitere Partei rechts der CSU entstehen könnte. Oder die CSU geht nicht mehr in eine gemeinsame Unionsfraktion. Die Politik in Deutschland wird wohl um einiges lebendiger werden.

Ob Abspaltungen im Randbereich tatsächlich die notwendige Unterstützung bekämen, um in Zukunft in den Bundestag einzuziehen? Ich habe da so meine Zweifel, und auch wenn ich eine lebendigere politische Auseinandersetzung gut finde (über alle Meinungen hinweg), so sehe ich diese Zersplitterung nicht positiv. Je individueller sich Parteien aufstellen, desto geringer ist die Kompromissbereitschaft und desto höher sind themenfremde Streitigkeiten und Diskussionen. Das ist weder für die Politik eines Landes, noch für seine Gesellschaft gut, weil es primär die Uneinigkeit stärkt und Entscheidungsprozesse verkompliziert. Aber ich habe Hoffnung, dass dies nur eine Momentaufnahme aufgrund der aktuellen Gesamtsituation ist und wir wieder zu einem System mit starken Volksparteien zurückkehren.

Ob die Volksparteien dann noch CDU und SPD heißen? Vielleicht lösen die Grünen die SPD als Volkspartei in 4 Jahren schon ab. Oder CSU/CDU verstreiten sich und die CSU tritt bundesweit an. Dann könnten FDP oder gar AfD der CDU den Volksparteienstatus streitig machen. Aber ob ein Parteisystem mit 1-2 sehr starken Parteien wirklich so vorteilhaft ist. Wenn ich Dänemark, Niederlande und Österreich mal mit Polen, Großbrittanien oder Spanien vergleiche, dann habe ich da schwere Zweifel.
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(11.10.2017, 10:20)lime schrieb:
(11.10.2017, 09:54)Helios schrieb:
(11.10.2017, 00:39)lime schrieb: Die CDU/CSU hat schlechteste Ergebnis seit Einführung der 5% Hürde eingefahren. Und auch die SPD hatte im Bundestag noch nie so wenig Prozente. Auch 6 Fraktionen sind für den Bundestag ein Novum, von der ersten Bundestagswahl ohne Hürde einmal abgesehen. Strategisch interessant dürfte der Umstand sein, dass durch den Einzug der AfD Mehrheiten für RRG wohl in Zukunft ausgeschlossen sind und dafür Koalitionen wie Jamaika möglicher werden. Für die Zukunft wird es also durchaus wieder interessanter. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei der nächsten Bundestagswahl 8 Fraktionen in den Bundestag einziehen, zum Beispiel weil sich die Linke spaltet oder neben/aus der AfD noch eine weitere Partei rechts der CSU entstehen könnte. Oder die CSU geht nicht mehr in eine gemeinsame Unionsfraktion. Die Politik in Deutschland wird wohl um einiges lebendiger werden.

Ob Abspaltungen im Randbereich tatsächlich die notwendige Unterstützung bekämen, um in Zukunft in den Bundestag einzuziehen? Ich habe da so meine Zweifel, und auch wenn ich eine lebendigere politische Auseinandersetzung gut finde (über alle Meinungen hinweg), so sehe ich diese Zersplitterung nicht positiv. Je individueller sich Parteien aufstellen, desto geringer ist die Kompromissbereitschaft und desto höher sind themenfremde Streitigkeiten und Diskussionen. Das ist weder für die Politik eines Landes, noch für seine Gesellschaft gut, weil es primär die Uneinigkeit stärkt und Entscheidungsprozesse verkompliziert. Aber ich habe Hoffnung, dass dies nur eine Momentaufnahme aufgrund der aktuellen Gesamtsituation ist und wir wieder zu einem System mit starken Volksparteien zurückkehren.

Ob die Volksparteien dann noch CDU und SPD heißen? Vielleicht lösen die Grünen die SPD als Volkspartei in 4 Jahren schon ab. Oder CSU/CDU verstreiten sich und die CSU tritt bundesweit an. Dann könnten FDP oder gar AfD der CDU den Volksparteienstatus streitig machen. Aber ob ein Parteisystem mit 1-2 sehr starken Parteien wirklich so vorteilhaft ist. Wenn ich Dänemark, Niederlande und Österreich mal mit Polen, Großbrittanien oder Spanien vergleiche, dann habe ich da schwere Zweifel.

Mit dem Schritt in die Opposition hat die SPD ja schon einen richtigen Schritt gemacht um den Fall zu stoppen. Spät, aber meiner Meinung nach nicht zu spät. Wenn sie jetzt wieder gezielter auf ihre traditionellen Zielgruppen zugehen sehe ich da gute Chancen, dass sie in vier Jahren sogar stärkste Kraft sein können. Oder zumindest wieder auf einem deutlich höheren Niveau als zur Zeit. Der Wille zur Stabilität ist in Deutschland meiner Meinung nach schon zu spüren, und den wird man mittelfristig nicht bei den kleinen Parteien finden. Die Wahlen zur Zeit sind da in meinen Augen weniger ein Trend, als vielmehr ein Ausdruck des kurzfristigen Zeitgeistes. Zumindest solange sich die Parteien nicht aufhören, Sorgen zu machen.
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(11.10.2017, 11:02)Helios schrieb:
(11.10.2017, 10:20)lime schrieb:
(11.10.2017, 09:54)Helios schrieb:
(11.10.2017, 00:39)lime schrieb: Die CDU/CSU hat schlechteste Ergebnis seit Einführung der 5% Hürde eingefahren. Und auch die SPD hatte im Bundestag noch nie so wenig Prozente. Auch 6 Fraktionen sind für den Bundestag ein Novum, von der ersten Bundestagswahl ohne Hürde einmal abgesehen. Strategisch interessant dürfte der Umstand sein, dass durch den Einzug der AfD Mehrheiten für RRG wohl in Zukunft ausgeschlossen sind und dafür Koalitionen wie Jamaika möglicher werden. Für die Zukunft wird es also durchaus wieder interessanter. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei der nächsten Bundestagswahl 8 Fraktionen in den Bundestag einziehen, zum Beispiel weil sich die Linke spaltet oder neben/aus der AfD noch eine weitere Partei rechts der CSU entstehen könnte. Oder die CSU geht nicht mehr in eine gemeinsame Unionsfraktion. Die Politik in Deutschland wird wohl um einiges lebendiger werden.

Ob Abspaltungen im Randbereich tatsächlich die notwendige Unterstützung bekämen, um in Zukunft in den Bundestag einzuziehen? Ich habe da so meine Zweifel, und auch wenn ich eine lebendigere politische Auseinandersetzung gut finde (über alle Meinungen hinweg), so sehe ich diese Zersplitterung nicht positiv. Je individueller sich Parteien aufstellen, desto geringer ist die Kompromissbereitschaft und desto höher sind themenfremde Streitigkeiten und Diskussionen. Das ist weder für die Politik eines Landes, noch für seine Gesellschaft gut, weil es primär die Uneinigkeit stärkt und Entscheidungsprozesse verkompliziert. Aber ich habe Hoffnung, dass dies nur eine Momentaufnahme aufgrund der aktuellen Gesamtsituation ist und wir wieder zu einem System mit starken Volksparteien zurückkehren.

Ob die Volksparteien dann noch CDU und SPD heißen? Vielleicht lösen die Grünen die SPD als Volkspartei in 4 Jahren schon ab. Oder CSU/CDU verstreiten sich und die CSU tritt bundesweit an. Dann könnten FDP oder gar AfD der CDU den Volksparteienstatus streitig machen. Aber ob ein Parteisystem mit 1-2 sehr starken Parteien wirklich so vorteilhaft ist. Wenn ich Dänemark, Niederlande und Österreich mal mit Polen, Großbrittanien oder Spanien vergleiche, dann habe ich da schwere Zweifel.

Mit dem Schritt in die Opposition hat die SPD ja schon einen richtigen Schritt gemacht um den Fall zu stoppen. Spät, aber meiner Meinung nach nicht zu spät. Wenn sie jetzt wieder gezielter auf ihre traditionellen Zielgruppen zugehen sehe ich da gute Chancen, dass sie in vier Jahren sogar stärkste Kraft sein können. Oder zumindest wieder auf einem deutlich höheren Niveau als zur Zeit. Der Wille zur Stabilität ist in Deutschland meiner Meinung nach schon zu spüren, und den wird man mittelfristig nicht bei den kleinen Parteien finden. Die Wahlen zur Zeit sind da in meinen Augen weniger ein Trend, als vielmehr ein Ausdruck des kurzfristigen Zeitgeistes. Zumindest solange sich die Parteien nicht aufhören, Sorgen zu machen.

Das kann schon sein, aber ich glaube die große Koalition wird kommen und Jamaika am Ende doch noch scheitern. Sollte es aber wirklich zu Jamaika kommen, dann wird die SPD in der Opposition sicher wieder Boden gut machen, die aber auf Kosten von Grünen und Linken, so daß auch in 4 Jahren wieder nur eine große Koalition möglich wäre, vielleicht dann unter Führung der SPD.
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