CDU/CSU
#16
revan schrieb:Das stimmt sicherlich nur sind 30% biss 33% ungefähr das was man als die kernwählerschaft bei der CDU bezeichnen kann. Selbst in den Dunkelsten tagen des Spendenskandales ist die CDU nie unter diesen Wert gefallen daher glaube ich kaum das es noch tiefer gehen kann als 33%. Auch fehlt dieses mal der SPD ein starker Kandidat und die Wähler haben sich an einer Frau als Kanzlerin gewöhnt auch glaube ich bzw. hoffe ich das der Linkskurs der CDU in einer Rechten Koalition ein Ende findet.
Du verkennst die Problematik. Es ist genau die Stammwählerschaft die der Union jetzt fehlt.
Ein erstaunlicher Produzentsatz von treuen Unionswählern bleibt zu Hause oder wählt FDP.
Die Union stand eben in ihrer Geschichte noch nie soweit links wie jetzt.
Das der Einbruch nicht noch dramatischer ist liegt nur daran das es im Gegensatz zum linken Lager rechts von der Union nichts wählbares gibt.
Letztlich geht die Stammwählerschaft nicht wählen und die Verluste daraus können durch Zugewinne links der Mitte nicht ausgeglichen werden.

revan schrieb:Kannst du dir überhaupt ausmahlen was 4 Jahre Rot-Rot Grün für Deutschland bedeuten nein für ganz Europa ? Außenpolitisch eine totale Katastrophe Innenpolitisch eine totale Katastrophe, nach 4 Jahre Rot-Rot Grün währe Deutschland kaum wieder zu erkennen.
Sicher, aber das kommt sowieso, wahrscheinlich schon 2013 oder früher. Ich habe dann lieber eine anständige Union mit konservatziven Profil als eine verwaschene 30% Partei der Mitte nach weiteren 4 Regierungsjahren.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

revan schrieb:Na ja lass das lieber nicht zu unseren Lebzeiten passieren, ich habe mich an Deutschland so gut gewöhnt in den USA ist auch alles auf den Linken Trip und ein weiterer Umzug währe da einfach nicht drin. Nein in Ernst ich hoffe die Schreckensvision wird nie Realität und so recht glaube ich daran nicht weil es vieleicht viel zu schrecklich währe.
Ich mache mir keine Hoffnungen.

revan schrieb:Ah Gott, erwähne den Gazprom Lobbyisten nicht mehr ! Ich bin auch Konservativ und Rechtsgerichtet wie du weißt und daher wird für mich die SPD immer ein Rotes Tuch sein.Ich bin auch bitter enttäuscht von Frau Merkel, ja gekränkt doch wage ich es mal einfach zu spekulieren das sich Frau Merkel schlicht nicht gegen den SPD durchzusetzen vermochte, als das die CDU ihre Identität verraten hätte.
Merkel war nie eine Konservative Unionspolitikerin. Was erwartet man von einer FDJ Sekretärin aka IM Erika? Das diese Frau Kanzlerin eine großen Koalition wurde und im Zuge dessen das komplette Wahlprogramm aus dem Fenster schmeißen konnte ist einer der Betriebsunfälle der bundesdeutschen Wahlgeschichte.
In einer bürgerlichen Regierung hätte man sie kontrollieren können, so aber war sie in der Lage den flügellahmen konservativen Parteiflügel regelrecht zu demontieren. Selbiges gilt für die Wirtschaftskompetenz der Union, Friedrich Merz ist hier das herausragende Beispiel.
Merkel ging mE ganz bewusst den Weg nach links. Allerdings ist sie jetzt soweit abgerutscht das sie die Basis verschreckt hat.
Und zwar Konservative, Religiöse und Wirtschaftler.

revan schrieb:Optimal währe es natürlich, dass alle enttäuschten CDU Wähler die FDP wählen so währe die Linke Fäule abgewendet und der CDU ein Denkzettel verpasst. Alternativ könnte man noch die NPD aus Protest wählen, währe weniger schädlich als die SPD zu wählen währe auch ein guter Denkzettel für die CDU.
Ne bitte nicht, dann kann man noch mehr Gelder in den Kampf gegen Rechts (schon der Begriff ist eine Unverschämtheit gegenüber jedem anständigen Konservativen) locker machen und den maschierenden links-islamistischen Mob ignorieren.
Die FDP wird gewählt werden. Aber was bringt das wenn es damit eine Ampel oder Jamaika gibt?
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#17
Das Dumme für euch Konservative ist nur, dass eben eine wirklich beinharte national-konservative, wertebasierte und dann noch wirtschaftsliberale (a la Merz und Guido...) Union das Prädikat Volkspartei noch schneller verlieren würde als ich C-D-U buchstabieren könnte.
Eine dermaßen profilierte Union würde nicht nur sich selbst verraten, nein, sie würde auch bei etwa denselben knapp 20% herumdümpeln wie eine "linke" SPD, die ihrer Arbeitertradition treu bleiben wollte.
Nur bei der Union wäre damit auch ihr Name auch obsolet: Union. Denn aus der Synthese verschiedener Strömungen hätte man mit euren Profilierungswünschen eine Partei mit beschränktem Wählerpotential gemacht und gleichzeitig all die anderen Strömungen über Bord geworfen, die einst in einer historischen Synthese verschiedene Strömungen zwischem rechtem Rand und der Mitte aufgesogen haben.

Wer das will, der bekommt ein rechtes Pendant zur Beck-SPD.
Und damit würde unser Parteisystem nur noch weiter zersplittern und Koalitionen immer schwieriger werden.

Nein, so schwer es auch fällt für Linke wie Rechte, die Mehrheit liegt nunmal in der Mitte. Das macht doch gerade die Stärke von Merkel aus, das machte auch die Stärke von Schröder aus. In einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft, die wir in gewisser Weise immer noch sind, siegt oder verliert man eben in der Mitte, nicht an den Rändern.
Da kann ich auch nicht wirklich eine kommunistische Revolution wie Nightwatch erkennen. Die geistige Hegemonie bleibt bei einem niedlichen Gemisch aus neoliberalen und sozialdemokratischen Versatzstücken, mit mal mehr Gewicht auf der einen oder anderen Seite. Und jetzt tendiert das Pendel inzwischen etwas wieder mehr in Richtung des Sozialdemokratischen Denken (was nicht automatisch heißen muss, dass es in Richtung der Sozialdemokratischen Partei tendiert...).

Und was an der FDP rechts ist Nightwatch? Sie ist in Teilen dem liberal-konservativen Lager, dem lib-kon-Lager zugehörig durch ihre wirtschaftsliberale Ader. Und sowas zählt inzwischen bei all der Schwammigkeit dieser Begriffe durchaus zum politischen Denken rechts der Mitte. Der programmatische Rest der FDP, sofern neben Klintelpartei für Besserverdiener (von denen es in unserem Land aber immer noch recht viele gibt!!!) und wirtschaftliberaler Lobbypartei noch vorhanden, ist sicherlich nicht im strengen Sinne "rechts", sondern durchaus liberal-moderates und progressives Denken der Mitte (bei Guido besonders nahe liegend: Rechtsgleichheit für Homosexuelle, Bürgerrechte...). Aber davon bekommt man wenig bis gar nichts mit und daher kann die wirtschaftsliberale FDP auch ganz gut zum "rechten" politischen Spektrum gezählt werden, wenn auch stark in die Mitte ragend.


@ Venturus

Gute Zeilen, witzig und pointiert! Schon mal überlegt, im Wahljahr einen einen Blog aufzumachen?! Hättest mit mir schon mal den ersten Leser!
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#18
Tja, der Thomas hat ja schon einiges vorweggenommen.

Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht wo hier manche ihre Vorstellungen von der CDU her haben. Es mag ja manch erzkonservativen Ortsverein geben, wo solche Meinungen mehrheitsfähig wären, aber die CDU ist im Kern weitaus anders gestrickt, als die hier geäußerten Vorstellungen/Wünsche. Ich hocke in Hessen, bin also den Kampfverband gewöhnt, der hier den Konservativen on Board noch relativ entgegen kommt.

Mit den hier geäußerten Meinungen würde man aber trotzdem nicht weit kommen. Es gibt eben nicht nur die Stockkonservativen und Marktradikalen. Und ich spreche jetzt nicht mal von einer Petra Roth, als das linksrandige Aushängeschild der Hessen-CDU.

Die Frauen-Union deren Vorstand eine Jugend- und Kinderfarm vorantreibt, damit die Kinder Nachmittags verwahrt sind und Kontakt zur Natur bekommen? Längst Realität.
Jung-Unionisten die zusammen mit den Grünen für den Bestand alter Bäume und gegen Immobilienspekulanten kämpfen. Längst Realität.
Ganze CDU-Stadtverbände die nicht einsehen wieso sie ihre Wohngebiete dem Flughafenausbau opfern sollen - ebenfalls längst Realität.

Die Zeiten ändern sich und genauso die Basis der CDU. Was früher noch undenkbar gewesen ist, wird heutzutage relativ pragmatisch gesehen. Man kooperiert offen mit den Grünen und arbeitet Schnittmengen ab. Man kümmert sich um Themen wie Kinderbetreuung die früher SPD, DDR und ganz einfach pfui waren - schlicht und ergreifend weil die Realität nun mal so ist. Man unterstützt Tafeln und Obdachlosenbetreuung vor Ort, einfach weil sie benötigt werden. Auf dem Hessentag verteilt die JU Kondome und auch der Umstand das es Zivis mit schwarzem Parteibuch gibt, ist mittlerweile kein Tabu-Thema mehr.

Die CDU-Basis ist in weiten Teilen längst in der Mitte angekommen. Auch der gutverdienende CDU-Familienvater freut sich über die Abschaffung der Studiengebühren, weil 1000 Euro im Jahr auch erst mal reinkommen müssen und sich heute keiner mehr seines Jobs sicher sein kann. Auch die FU-Mutter kriegt bei G8 das Kotzen wenn der Sohnemann in der Schule nur noch hinterher hinkt. Genauso wie sie sich ärgert, wenn nicht genug Nachmittagsbetreuung vorhanden ist und sie trotzdem für den Lebensstandard und die Nachhilfe schaffen gehen muss. Und auch die junge 18jährige JUlerin lebt sehr viel unbeschwerter, weil sie weiß das ihre Karriere eben nicht im Arsch ist, sollte mal die Pille versagen. Und der RCDS-Student würde sich auch nicht lauter als nötig drüber aufregen, wenn die Drogenpolitik liberalisiert würde. So eine Tüte zur Entspannung tut manchmal halt ganz gut.

Die Zeiten Adenauers sind vorbei. Und das schon lange. Als ich anno '98 das erste mal in den örtlichen JU-Club gegangen bin, dachte ich auch auf Pullunder-tragende Typen Marke Mißfelder zu treffen, die brav geordnet an einem runden Tisch über die Steuerreform diskutieren. Naja, zuerst hat man aufgrund von Kerzenlicht und Zigarettenrauch nichts gesehen. Außer dem JU-Graffiti in Neon an der Wand. Dann war da tatsächlich ein Pullunder-Typ. Der bettelte gerade eine Blondine an, das seine Schultern total verspannt sein und sie ihn doch bitte massieren möge. Er war und blieb der einzige in Pullunder den ich dort je gesehen habe. Über die Steuerreform wurde tatsächlich diskutiert. Auf ein paar durchgesessenen Sofas. Und erst nachdem der Schatzmeister damit ordentlich aufgezogen worden war, daß er sich von der aktuellen Freundin des Geschäftsführers mal ins Bett hatte zerren lassen.

Fazit: Auch CDUler sehen ihren Daseinszweck nicht nur in der Landesverteidigung und machen sich über ihr Gehalt Gedanken. Und wie sie Job und Familie unter einen Hut bringen. Und an die Freiheiten vor der Ehe mal Erfahrungen sammeln zu können, bei entsprechender Neigung auch mal mit einem Partner gleichen Geschlechts was anzufangen und notfalls auch mal einen Betriebsunfall abbrechen zu können haben sich die CDUler schon längst gewöhnt.

Die Konservativen, Erzkatholen und Marktliberalen/radikalen mögen ein Teil der CDU sein, aber weiß Gott nicht die Mehrheit.

P.S.: Die Massagen in dem besagten Club kann ich im übrigen wirklich empfehlen. Wink

@Thomas: Danke für die Blumen. Die Idee würde meine Psychotherapeutin sicherlich befürworten. :mrgreen:
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#19
Zitat:RAUMFAHRTPROGRAMM

Die CDU will zum Mond

Die CDU hat ihre Ambitionen bekräftigt, im Fall eines Wahlsiegs ein deutsches Mondprogramm voranzutreiben. 1,5 Milliarden Euro soll die Mission zum Erdtrabanten kosten. Das sei "gut investiertes Geld", könne neue Arbeitsplätze schaffen und sogar Gefahren aus dem All abwenden.
Link: http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 46,00.html

Naja, man kann ja zur Union stehen wie man will, aber sie gleich auf den Mond zu schießen...? Aber immerhin, vielleicht nehmen sie wenigstens den Kauder und den Seehofer mit... :lol:

Schneemann.
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#20
und das für nur 1,5 Mrd. Bitte nochmal so viel und SPD gleich mit.

Staat Kredite für die Banken hätte man so viel gutes tun können.
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#21
Einige Zahlen zur Strukturschwäche der CDU

Naja, solang die SPD weiterhin dermaßen am Boden liegt, werden die Schwächen der CDU nicht allzu sehr zu Tage treten. Aber wehe wenn die Roten sich wieder aufraffen sollten oder die Journalie anfängt die CDU mal genauer unter die Lupe zu nehmen! An dem Tag wird Angie Probleme kriegen, denn dann reicht ein "Ich betrachte die Diskussion als beendet." eben nicht mehr aus um ihre eigene Profillosigkeit zu übertünchen.
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#22
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 28506.html


Zitat:Althaus hat zu schweigen

Seine Äußerungen zum Skiunfall hatten den Witwer des Opfers und Politiker empört. Künftig wird Thüringens Ministerpräsident Althaus zu dem Thema schweigen. Das sieht eine Vereinbarung vor.
...
Die Vereinbarung beinhalte auch, dass Althaus keine Äußerungen mehr mache über seinen Besuch am Grab der Toten oder andere Details, welche die Familie Christandl betreffen. Damit sei die Vereinbarung faktisch eine Art Maulkorb für den CDU-Politiker.
...
Anwalt Rehrl hatte gesagt, die Familie des Opfers beobachte mit Unbehagen diese Medienberichte, die ihre „zutiefst private Angelegenheit“ an die Öffentlichkeit bringe. Der Witwer empfand demnach das Vorgehen von Althaus als Vertrauensbruch und Pietätlosigkeit.

Nach Angaben des Anwalts war Christandl über den Friedhofsbesuch von Althaus nicht informiert und hatte erst durch seine Mutter davon erfahren. „Von einem freundschaftlichen Kontakt zwischen Herrn Christandl und Herrn Althaus ist mir bis auf zwei Briefwechsel ebenfalls nichts bekannt“, sagte der Anwalt und wies damit Aussagen von Althaus zurück.

http://www.focus.de/politik/deutschland ... 28458.html

Zitat:Jetzt auch noch Filz-Vorwürfe

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus macht nicht mehr nur der Umgang mit seinem Skiunfall zu schaffen. Hinzu kommen Vorwürfe wegen unerlaubter Wahlwerbung. Sogar eine Strafanzeige wurde gestellt...

IM unterstützt Althaus

Für Empörung sorgt auch die Mitarbeit eines ehemaligen Stasi-Spitzels im Wahlkampf-Verein „Althaus für Thüringen“. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Matthias Büchner sagte, ihm sei es „außerordentlich peinlich“, dass er zusammen mit einem früheren Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit in einer Wahlkampfanzeige gedruckt werde.


http://www.focus.de/politik/deutschland ... 28512.html
Zitat:Guttenberg gegen staatliche Boni-Begrenzung

In der Union mehren sich Überlegungen, nach einem möglichen Wahlsieg gesetzlich gegen zu hohe Managervergütungen und Bonus-Zahlungen vorzugehen. Bundeswirtschaftsminister Guttenberg hält nun dagegen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 25,00.html

Zitat:Saar-SPD wirft CDU Stimmzettel-Manipulation vor

"Sie haben eine Stimme": Im Saarland weist der Orientierungspfeil auf dem Stimmzettel der Landtagswahl direkt ins Feld der CDU. Die Opposition ist wütend und wirft Ministerpräsident Müller Manipulation vor. Auch an anderer Stelle wittert sie verdeckte Wahlwerbung.

Nette Idee...
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#23
An alle linken Mitglieder des Forums,

ihr müsst jetzt ganz stark sein, denn die Wahl ist verloren!

Die Schwarzen haben sich anscheinend ihre schärfste Waffe für die heiße Phase des Wahlkampfes aufgehoben und sich jetzt nach den verlorenen Landtagswahlen dazu entschlossen diesen Overkill zu zünden:

Wie die CDU 50+X holen wird!

Respekt an alle die's bis 3:13 durchgehalten haben!
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#24
Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen, und zugleich einer der bekanntesten Köpfe der Union (im guten und im schlechten Sinne), hat seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Während der politische Gegner den Schritt als überfällig ansieht, kommt aus der konservativen Ecke, etwa aus Bayern, Bedauern (Seehofer).
Zitat:Regierung

Union bedauert Rückzug Kochs

Wiesbaden (dpa) - Der Rückzug von Hessens Ministerpräsident Roland Koch aus der Politik hat in der Union Bedauern hervorgerufen. Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einer Erklärung, Roland Koch sei ihr immer ein guter, freundschaftlicher Ratgeber gewesen. Auch CSU-Chef Horst Seehofer bedauerte den Schritt. Mit Rolan Koch verliere die konservative Grundströmung in der Union einen besonders ausgewiesenen und kompetenten Vertreter. Die Opposition bezeichnete dagegen die Entscheidung Kochs als überfällig.
Link: http://www.zeit.de/newsticker/2010/5/25 ... 4949990xml

Hierzu auch:
Zitat:Hessens Regierungschef

Ministerpräsident Koch tritt zurück

Paukenschlag in Wiesbaden: Roland Koch legt seine Ämter als Ministerpräsident und als CDU-Vize zum Jahresende nieder. Er will sich "aus persönlichen Gründen" ganz aus der Politik zurückziehen - Parteifreunde sind bestürzt.

Mainz/Wiesbaden - Roland Koch (CDU) will sich aus der Politik zurückziehen. Das berichteten das ZDF sowie mehrere Nachrichtenagenturen an diesem Dienstag unter Berufung auf Wiesbadener Regierungskreise. Demnach legt Koch, der auch CDU-Bundesvize ist, zum Jahresende 2010 seine Ämter nieder. Laut der Nachrichtenagentur dpa könnte der 52-Jährige bereits vorher als Ministerpräsident zurücktreten.
Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 25,00.html

Schneemann.
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#25
Nach den Querelen der letzten Wochen und Monate hab ich mir die Frage gestellt: "Was kämme in der Zeit nach Merkel?". Sicherlich ist die Frage noch verfrüht. Angie wird auch die aktuelle Krise überstehen, aber interessant ist es alle mal. Denn wirklich viel Starpower hätte die CDU aktuell nicht mehr zur Verfügung, wenn es darum ginge einen halbwegs präsentablen Kandidaten für das Kanzleramt ins Rampenlicht zu schubsen.

Meine Liste sähe aktuell so aus:

von der Leyen: Zensursula ist bei den Internetusern verhasst und hat sich beim Rennen um Schloß Bellevue ein blaues Auge geholt. Dazu kommt ihre SPD-like Familienpolitik mit der sie sich bei Mixas Brüdern und Schwestern im Geiste sicherlich auch keine Freunde gemacht hat. Ansonsten aber wäre sie für mich die aussichtsreichste Kandidatin. Für ihr Alter halbwegs präsentabel, kommt modern rüber, spricht sicherlich die weibliche Bevölkerung an. Einziges echtes Problem, wäre ihre fehlenden Machtbasis innerhalb der Schwarzen.

zu Guttenberg: Kommt, aus mir unerfindlichen Gründen, hervorragend in der Bevölkerung an. Ändert seine Standpunkte im Minutentakt, hat eine Affäre am Hals, steckt in einem unpopulären Krieg - trotzdem bleibt nichts an seiner Frisur haften.

Ole von Beust: Erscheint modern und weltoffen und kann Bündnisse jedweder Coleur schmieden. Allerdings ist er nicht unbedingt eines der schwarzen Alphatiere. Zumal die konservative Fraktion innerhalb der CDU sicherlich aufschreien würde. Ein Schwuler der mit den Grünen paktiert.

Und damit hat sich meine Liste schon erschöpft. Ein Youngster und zwei ohne Machtbasis. Würde Merkel es jetzt sogar noch schaffen Guttenberg raus zu ekeln, wonach es ja schon einmal kurzfristig aussah, hätte die Union aus meiner Sicht niemanden mehr der einen erfolgreichen Wahlkampf führen könnte. Alle anderen sind mittlerweile zu alt, zu verbraucht oder zu unbekannt. Nicht das die SPD mit Gabriel oder Wowereit jetzt die Killer-Kandidaten hätte, aber Mutti hat wirklich in destruktivster Manier die CDU personell ausbluten lassen.

Wen hättet ihr noch auf dem Zettel?
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#26
Venturus schrieb:Wen hättet ihr noch auf dem Zettel?
Warum Koch wirklich zurückgetreten ist, weiß ich nicht. Aber meine erste Theorie war, daß er sich vom aktuellen Chaos absetzen wollte, um als Retter gerufen zu werden, wenn Merkel abtreten muß.
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#27
Zitat:Wen hättet ihr noch auf dem Zettel?
Wenn Merkel scheitert scheitert auch ihr Verein um sich herum.
Da werden dann die Karten neu gemischt und die die zweite und dritte Garde kommt zum zug.
Das ist dann nicht anders als bei der SPD, da agieren mittlerweile auch die Hinterbänkler von früher.
Ich würde allerdings auch damit rechnen das Merkels Opfer nach einem Scheitern Selbiger wieder aus der Versenkung auftauchen würden.
Koch, Merz, Oettinger...
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#28
@Nasenbär: Koch könnte ich mir nur schwer vorstellen. Er polarisiert einfach zu stark. Allerdings wäre er sicherlich ein Zugeständnis an die Konservativen. Als Finanz-, Wirtschafts- oder Innenminister.

@Nightwatch: Ich könnte mir vorstellen das von der Leyen und Schavan mit Merkel untergehen. Halt Muttis Hausfrauenkreis. Aber ansonsten ... .
Die Personaldecke ist halt nicht gerade dick. War ja bei der SPD auch nicht anders. Die Stones sind weiterhin im Sattel und Münte hat sich noch sehr lange an seinen Stuhl geklammert.

Merz und Koch könnte ich mir tatsächlich in der ersten Reihe vorstellen. Allerdings nicht als Spitzenkandidat. Oettinger hingegen hat wohl sein Karriereende in Brüssel erreicht. Da wird Brutus Mappus schon für sorgen.
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#29
Käsmann, Koch, Köhler .... fangen alle mit "K" an,

jetzt offenbar auch "M"
wie Mixa ...
fängt "Merkel" nicht auch mit "M" an?
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#30
Musste ich auch schon dran denken. :lol:

Aber bleiben wir mal realistisch. Die Koalition wird halten. Für Schwarz-Gelb ist die Koalition alternativlos. Die FDP würde bei Neuwahlen gnadenlos untergehen. Zumal sie keinen glaubhaften Koalitionspartern in Aussicht hätte. Rot-Grün würden die Gelben noch weiter zusammen stutzen als es die Schwarzen je gemacht haben. Und Guido hat sicherlich keinen Bock nach 11 Jahren Opposition jetzt schon seinen heiß geliebten Außenministersessel zu verlieren. Und zu Guido hat die FDP derzeit keine Alternative, so das auch ein Putsch derzeit unrealistisch ist.
Ein Putsch gegen Merkel ist dank Wulffs Abgang Richtung Bellevue genauso unrealistisch. Bliebe nur ein Alleingang Merkels Richtung Neuwahlen. Aber wozu? Schwarz-Grün ist theoretisch möglich, kann aber kein Ziel der Schwarzen sein. Und eine GroKo als Ziel auszugeben, geht sowieso schon mal nicht, auch wenn ich mir sicher bin, das das derzeit Merkels liebste Konstellation wäre.

Kurz und gut - dieses Ehepaar hat noch ein paar Trennungsjahre vor sich.

Nichtsdestotrotz ist es spannend zu überlegen, wer den Merkel ersetzen könnte. Zumal es zeigt wie brutal diese Gottesanbeterin in den eigenen Reihen gewütet hat.
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