CDU/CSU
http://www.sueddeutsche.de/bayern/ergeb ... -1.1974638
Zitat:25. Mai 2014 20:24

Ergebnis der Europawahl
Seehofer kriegt die Krise

Der Anti-Europa-Kurs zahlte sich nicht aus: Mit nur 40 Prozent erzielt die CSU bei der Europawahl eines ihrer schlechtesten Ergebnisse.
Dass ihr Wahlkampf nicht richtig aus den Startlöchern kam, lag auch an der Strategie von Parteichef Seehofer.
...
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Ich könnte mir vorstellen, dass viele innerhalb der CSU von Seehofers Taktik, sein Fähnchen nach dem Winde vieler populärer Themen nach Bedarf zu schwenken, nicht mehr sonderlich überzeugt waren, ja man ihn nicht mehr ernst nahm oder ihm zumindest einen Wink geben wollte, dass er sich um mehr sachliche Seriosität bemühen sollte. Und einige wirkliche Rechtsausleger sind sogar tatsächlich abgesprungen und haben ihr Kreuz bei der nationalistisch gefärbteren AfD gemacht, könnte zumindest die Verluste der Union erklären und die Zuwächse der AfD (ausgenommen von dieser These hier mal die gravierenden FDP-Verluste, wobei diese Partei - zumindest derzeit - wirklich an einem Nullpunkt zu stehen scheint). Ich habe mir allerdings Wählerverschiebungen nun noch nicht angeschaut, weswegen dies mal spekulativ ist.

Schneemann.
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Schneemann schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass viele innerhalb der CSU von Seehofers Taktik, sein Fähnchen nach dem Winde vieler populärer Themen nach Bedarf zu schwenken, nicht mehr sonderlich überzeugt waren, ja man ihn nicht mehr ernst nahm oder ihm zumindest einen Wink geben wollte, dass er sich um mehr sachliche Seriosität bemühen sollte.

Schneemann.


Kann ich nur zustimmen, selbst meine Verwandschaft aus Bayern hat langsam genug von Seehofer.
Man wünscht sich lieber einen festen vllt auch etwas unbeliebteren Kurs als das hin- und her.
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Schneemann schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass viele innerhalb der CSU von Seehofers Taktik, sein Fähnchen nach dem Winde vieler populärer Themen nach Bedarf zu schwenken, nicht mehr sonderlich überzeugt waren, ja man ihn nicht mehr ernst nahm oder ihm zumindest einen Wink geben wollte, dass er sich um mehr sachliche Seriosität bemühen sollte. Und einige wirkliche Rechtsausleger sind sogar tatsächlich abgesprungen und haben ihr Kreuz bei der nationalistisch gefärbteren AfD gemacht, könnte zumindest die Verluste der Union erklären und die Zuwächse der AfD (ausgenommen von dieser These hier mal die gravierenden FDP-Verluste, wobei diese Partei - zumindest derzeit - wirklich an einem Nullpunkt zu stehen scheint). Ich habe mir allerdings Wählerverschiebungen nun noch nicht angeschaut, weswegen dies mal spekulativ ist.

Schneemann.

Was soll an der AfD denn bitte nationalistisch gefärbt sein?
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Die CSU hatte vor allen Dingen ein massives Problem ihre Wählerschaft zu mobilisieren. Vor allem in den südöstlichen Landkreisen der Oberpfalz und Niedbayern lag die Wahlbeteiligung kaum über 30%. Auch im Rest des Freistaats sah es abgesehen von den Metropolregionen nicht viel besser aus. Da die CSU ihre starken Ergebnisse primär dann holt wenn die Landbevölkerung zu den Urnen strebt kann da nicht viel rumkommen.
Das das jetzt an Seehofer und seiner Wahlkampftaktik liegen soll kann man bezweifeln. Die Wähler hätten links wie rechts bei dieser Wahl genug Alternativen zur CSU gehabt. Zudem ist es auf den Land meistens eh so, dass die CSU sich aufführen kann wie sie will, gewählt wird trotzdem nichts anderes.

Ich denke vielmehr wird neben einer gewissen Wahlmüdigkeit (seit Herbst Dauerwahlkampf mit Landtagswahl, Bundestagswahl, Kommunalwahl und jetzt Europwahl) in weiten Teilen des Landes ziemliche Resignation vorherrschen. Man kann 'Europa' eh nicht ändern und abschaffen will mans auch nicht. Und das die CSU da mit starker Stimme für Bayern spricht bekommt man auch nicht mit - also was solls. Es war für Bayern definitiv die unwichtigste Wahl der letzten Monate.

Obendrauf kommen halt noch Sondereffekt AfD (an die die CSU fast genauso viel verloren hat wie an die Nichtwähler) und deutscher Sputzenkandiat Schulz für Europa - schon hat man ein gutes Abschneiden der Sozialdemokraten gepaart mit einem schlechten Ergebnis der Unionsparteien.
Daraus eine Seehofersche Krise zu basteln wie es die Süddeutsche mal wieder versucht ist sinnentleert.
Am wichtigsten ist jetzt aber eh, dass der Zirkus erst mal wieder vorbei ist und man sich abgesehen von einem oder anderen Volksentscheid mal für zwei Jahre keine Wahlkampf mehr antun muss. Und bis zur nächsten Landtagswahl geht Seehofer eh in Rente.
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@srg

Meine Antwort findest du hier: viewtopic.php?f=1&t=6138

Schneemann.
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http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 46410.html
Zitat:Kritik an Urteilen
Bundesverfassungsgericht macht sich bei der Union unbeliebt

Ob Wahlrecht oder Kopftuch-Urteil - die Karlsruher Richter griffen immer häufiger in die Entscheidungsfreiheit der Parlamente ein, monieren prominente Kritiker aus CDU und CSU. Wird nun das Grundgesetz geändert?

19.04.2015 ...
und hier "klick" ist der Artikel in der WELT - langsam wird es kriminell. Die Gesetze und sogar die Verfassung ändern, nur weil einem die Ergebnisse nicht gefallen - das würde selbst ein Mafia-Clan nicht zustande bringen.
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Wenn die parlamentarischen Mehrheiten dazu vorhanden sind spricht nichts dagegen, dass Grundgesetz zu ändern sofern man seinen Wesensgehalt nicht antastet.
Ich halte das nicht für problematischer als den Zustand den wir jetzt haben - Karlsruhe liest gemäß eigener Befindlichkeiten in den Gesetzestext rein was ihnen gerade passt, mitunter gar im direkten Widerspruch zu früheren Urteilen.
Für das Volk ist es letztlich eine Wahl zwischen Pest und Cholera.
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Ich habe ihm zwar nur selten zugestimmt, aber diese Meldung heute hat mich dann doch überrascht und auch schockiert...
Zitat:Lungenembolie: CDU-Politiker Philipp Mißfelder ist tot

Bekannt wurde er als Chef der Jungen Union, zuletzt war er außenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion: Philipp Mißfelder ist im Alter von 35 Jahren gestorben. [...] Der 35-Jährige starb in der Nacht zum Montag an einer Lungenembolie, wurde im Bundesvorstand der CDU nach Teilnehmerangaben mitgeteilt. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Parteifreunde und politische Gegner reagierten mit Bestürzung auf den plötzlichen Tod Mißfelders.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 43371.html

Schneemann.
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Zitat:Union nähert sich der 30-Prozent-Marke

Die Abwärtsspirale in den Umfragen geht weiter für die Union. Woche für Woche wenden sich mehr Wähler von CDU/CSU ab. Eine Bundestagswahl am nächsten Sonntag würde für die Konservativen zum Fiasko.
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... Marke.html
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Die Unionsparteien werden bald - vllt. bis auf die CSU - einen Kampf zu führen haben, der jenem der SPD nicht unähnlich ist. Schröder hatte damals mit seiner Agenda, auch wenn diese letztlich dem Land einen Aufschwung einbrachte, die Entstehung der Linken bzw. WASG etc. mit massiv begünstigt, was die Erosion der Basis der SPD beschleunigte. Die Union hat mit Kanzlerin Merkel nun einen Kurs eingeschlagen, besonders in der Flüchtlingskrise, der wiederum die Entstehung einer Rechtsopposition (AfD) mit sich brachte. Insofern: So wie die Sozialdemokratie sich mit einer "linken" Opposition herumschlagen muss, so muss sich die Union mit einer "rechten" Oppositon auseinandersetzen.

Genau genommen wäre diese Aufgabe nicht allzu schwierig, denn das Personal dieser Opposition ist an Drittklassigkeit kaum zu überbieten. Da indessen die großen Parteien selbst mit dem Personal hadern und auch keine wirklichen "Köpfe" präsentieren, ja teils sogar auch mit ihren eigenen Programmen sich herumärgern, wird diese Auseinandersetzung sich sehr wahrscheinlich noch arg lange hinziehen.

Die Union kann insofern nur hoffen, dass die AfD sich mit dem Flüchtlingsthema irgendwann erschöpft und wie die Republikaner selbst zerlegt (Anzeichen sind ja schon da). Allerdings sollte eine Strategie, wie denn mit dem politischen Gegner umgegangen werden soll, nicht darauf bauen, dass man nur alleine auf die Schwäche des anderen setzt - das ist genau genommen nie eine gute Strategie. Dass sich allerdings die Denke in der Union gravierend hierzu ändert, ist derzeit nicht in Sicht, richtungspolitisch wie personaltechnisch. Gut möglich also, dass die Union in den nächsten zwei, drei Jahren noch einige Prozente verliert.

Schneemann.
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Schneemann schrieb:Die Unionsparteien werden bald - vllt. bis auf die CSU - einen Kampf zu führen haben, der jenem der SPD nicht unähnlich ist. Schröder hatte damals mit seiner Agenda, auch wenn diese letztlich dem Land einen Aufschwung einbrachte, die Entstehung der Linken bzw. WASG etc. mit massiv begünstigt, was die Erosion der Basis der SPD beschleunigte. Die Union hat mit Kanzlerin Merkel nun einen Kurs eingeschlagen, besonders in der Flüchtlingskrise, der wiederum die Entstehung einer Rechtsopposition (AfD) mit sich brachte. Insofern: So wie die Sozialdemokratie sich mit einer "linken" Opposition herumschlagen muss, so muss sich die Union mit einer "rechten" Oppositon auseinandersetzen.

Genau genommen wäre diese Aufgabe nicht allzu schwierig, denn das Personal dieser Opposition ist an Drittklassigkeit kaum zu überbieten. Da indessen die großen Parteien selbst mit dem Personal hadern und auch keine wirklichen "Köpfe" präsentieren, ja teils sogar auch mit ihren eigenen Programmen sich herumärgern, wird diese Auseinandersetzung sich sehr wahrscheinlich noch arg lange hinziehen.

Die Union kann insofern nur hoffen, dass die AfD sich mit dem Flüchtlingsthema irgendwann erschöpft und wie die Republikaner selbst zerlegt (Anzeichen sind ja schon da). Allerdings sollte eine Strategie, wie denn mit dem politischen Gegner umgegangen werden soll, nicht darauf bauen, dass man nur alleine auf die Schwäche des anderen setzt - das ist genau genommen nie eine gute Strategie. Dass sich allerdings die Denke in der Union gravierend hierzu ändert, ist derzeit nicht in Sicht, richtungspolitisch wie personaltechnisch. Gut möglich also, dass die Union in den nächsten zwei, drei Jahren noch einige Prozente verliert.

Schneemann.

Woran machst Du die angebliche Drittklassigkeit des AfD-Personals fest? Wo genau soll das Personal der CDU qualitativ besser sein?

Die AfD hat nicht nur Flüchtlinge als Thema, sondern auch Islamisierung, EU-Bürokratie, Souveränität, den Euro, die Euro-Rettungspolitik, innere Sicherheit, Waffenrecht, Energiepolitik, Klimalüge und vieles mehr. Davon abgesehen wird das Flüchtlingsthema nahezu unerschöpflich sein, dann die Probleme werden erst noch richtig groß werden. Der Migrationsdruck wird noch viel größer werden, denn Merkel hat ganze Völkerwanderungen angeheizt. Und auch die vorhandenen Flüchtlinge werden zum Teil erhebliche Kosten und Kriminalität produzieren. Möglicherweise sogar Terrorismus. In Arbeit gebracht wurden bisher jedenfalls die Wenigsten.

Wenn man die CSU abkoppelt steht die CDU alleine aktuell bei 23-25% der Stimmen bundesweit. Die AfD aktuell in der Spitze bei 14%. Die Bundestagswahl ist noch über ein Jahr und einige Landtagswahlen hin. Es läge durchaus im Rahmen des Möglichen, dass die AfD die SPD und auch die CDU (alleine) überholt und deutschlandweit stärkste Partei wird. Die allgemeine Akzeptanz wird dann auch beim politischen Gegner steigen. Interessant wird es dann 2018 wenn die CSU in Bayern alleine nicht die absolute Mehrheit erreicht, denn dann könnte es zu einer CSU-AfD-Koalition in Bayern kommen, was eine Art Ritterschlag für die AfD und ein Tiefschlaf für die CDU wäre.
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CSU-AFD ist völlig unrealistisch.
Sollte es für die absolute Mehrheit nicht reichen wird die CSU wieder mit der FDP koalieren. Wenn die nicht reinkommen sollten würden sie mit den Freien Wähler zusammengehen. Und wenn das auch nicht geht mit der SPD. AFD 2018 nie und nimmer.
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Nightwatch schrieb:CSU-AFD ist völlig unrealistisch.
Sollte es für die absolute Mehrheit nicht reichen wird die CSU wieder mit der FDP koalieren. Wenn die nicht reinkommen sollten würden sie mit den Freien Wähler zusammengehen. Und wenn das auch nicht geht mit der SPD. AFD 2018 nie und nimmer.

Ja aus der Sicht von 2016 mag dies unrealistisch sein, aber in zwei Jahren kann viel passieren. Die CSU wird einen Teil ihrer Positionen aufgeben müssen wenn sie mit FDP, FW oder gar SPD ins Bett geht. Dies würde automatisch noch mehr Raum für die AfD lassen. Außerdem könnte die konservative CSU-Basisbewegung in den nächsten zwei Jahren zu einem Machtfaktor in der CSU werden. Und diese will mit der AfD zusammenarbeiten.
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srg schrieb:Ja aus der Sicht von 2016 mag dies unrealistisch sein, aber in zwei Jahren kann viel passieren.
Mit dieser Begründung kannst du alles mögliche behaupten, seriös ist das aber nicht.
Die CSU lag in praktisch allen Wahlumfragen seit 2013 bei über 45%, es gibt keine signifikante Abweichung vom Wahlergebnis von 47,7%.
Es ist nicht zu erwarten, dass sich das in den nächsten zwei Jahren noch grundlegend ändert und keine (knappe) absolute Mehrheit mehr zu Stande kommt.

srg schrieb:Die CSU wird einen Teil ihrer Positionen aufgeben müssen wenn sie mit FDP, FW oder gar SPD ins Bett geht.
Ja und, bei einer Koalition mit der AfD. wäre dies etwa anders?
Die CSU war von 2008 bis 2013 in einer Koalition mit der FDP. Die Zusammenarbeit funktionierte und die CSU regierte damals auch nicht groß anders als jetzt. Es wäre überhaupt kein Problem das mit der FDP zu wiederholen oder auf die Freien Wähler zu wechseln.
Eine Koalition mit der SPD wäre wohl bedeutend schwieriger (nicht wegen den Inhalten, aber wegen der politischen Historie in Bayern), ist aber immernoch wahrscheinlicher als ein Bündnis mit der AfD.

srg schrieb:Dies würde automatisch noch mehr Raum für die AfD lassen. Außerdem könnte die konservative CSU-Basisbewegung in den nächsten zwei Jahren zu einem Machtfaktor in der CSU werden. Und diese will mit der AfD zusammenarbeiten.
Es ist sicherlich möglich, dass eine Koalitionsregierung in Bayern ab 2018 dazu führt das die AfD in Bayern an Stärke gewinnt. Das wäre aber kein Argument für die CSU den riesigen politischen Flurschaden in Kauf zu nehmen der entstehen würde, wenn sie mit der AfD koalieren.
Das wird unter Seehofer nicht passieren und auch nicht unter Söder oder Aigner. Da hilft auch der konservative Flügel der CSU nicht.
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