USA vs. China
(19.05.2026, 21:57)lime schrieb: Man hatte die zukünftige Entwicklung doch selbst in der Hand und hat sich für Chinas Aufstieg entschieden. Diesen hätte man nur behindern können wenn man sich gegenüber Rußland mindestens neutral verhalten hätte.
Man hätte sich gegenüber Russland sicher neutral verhalten - wenn sich Russland als Nachfolgerstaat der UdSSR vertragstreu verhalten hätte.
Ich sag nur:
a) Helsinki - freie Blockwahl aller europäischen Staaten mit Unverletzlichkeit der Grenzen
b) Ukraine - mindestens drei Verträge mit Russland über die Anerkennung der bestehenden Grenzen
b1) Gründungsvertrag der GUS (mit Auflösung der UdSSR)
b2) Stationierungsabkommen russischer Truppen auf der Krim (befristet, inzwischen abgelaufen)
b3) Budapester Memorandum

Aber das alles hat zunächst mit China nichts zu tun. Man kann einen Staat dieser Größe mit der weltgrößten Bevölkerung nicht ignorieren. Nach der Selbstkastration unter Mao ("Kulturrevolution" und wie die Terrorkampagnen alle hießen) war mit Deng Hsiao-ping ein Pragmatiker an der Macht, der den Ausgleich mit dem Westen gesucht und China selbst geöffnet hat.
China nimmt nun den Platz ein, der einem Land dieser Größe auch zusteht - und der bis in die Neuzeit hinein von China auch wahrgenommen worden ist. Über 1,4 Mrd. Einwohner (jeweils Indien und China alleine) gegenüber 346 Mio. US-Amerikanern, 212 Millionen Brasilianern oder 144 Mio. Russen sind halt eine Nummer. Russland kann - von der Bevölkerungszahl her - gerade noch mit Bangladesh (174 Mio.) mithalten.
Die Europäische Union (EU-27) hat aktuell rund 450 Millionen Einwohner mit leicht steigender Tendenz. Als Gemeinschaft können wir also im "Konzert der Großen" mitspielen, sogar eher noch als die USA. Aber dazu müssen wir Europäer unsere Interessen zusammen fügen, bündelnd und auch gemeinsam umsetzen.

Jetzt ist es halt China, das Russlands Vertragsbrüche und die daraus resultierende Schwäche des russischen Bären nutzt, um den Kreml zur Filiale der Verbotenen Stadt (oder den Bären zum Gespielen des Drachen) zu machen. Historisch gesehen nichts Neues - die Mongolen waren auch schon soweit.
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(19.05.2026, 22:22)Kongo Erich schrieb: Aber das alles hat zunächst mit China nichts zu tun. Man kann einen Staat dieser Größe mit der weltgrößten Bevölkerung nicht ignorieren. Nach der Selbstkastration unter Mao ("Kulturrevolution" und wie die Terrorkampagnen alle hießen) war mit Deng Hsiao-ping ein Pragmatiker an der Macht, der den Ausgleich mit dem Westen gesucht und China selbst geöffnet hat.
China nimmt nun den Platz ein, der einem Land dieser Größe auch zusteht - und der bis in die Neuzeit hinein von China auch wahrgenommen worden ist. Über 1,4 Mrd. Einwohner (jeweils Indien und China alleine) gegenüber 346 Mio. US-Amerikanern, 212 Millionen Brasilianern oder 144 Mio. Russen sind halt eine Nummer. Russland kann - von der Bevölkerungszahl her - gerade noch mit Bangladesh (174 Mio.) mithalten.
Die Europäische Union (EU-27) hat aktuell rund 450 Millionen Einwohner mit leicht steigender Tendenz. Als Gemeinschaft können wir also im "Konzert der Großen" mitspielen, sogar eher noch als die USA. Aber dazu müssen wir Europäer unsere Interessen zusammen fügen, bündelnd und auch gemeinsam umsetzen.

Die reine Einwohnerzahl ist nicht so bedeutend wie man vermuten könnte. Die chin. Achillesferse ist die Rohstoffversorgung. Und man hat den größten chin. Rohstofflieferanten durch die westl. Ukrainepolitik direkt und langfristig in die Arme Chinas getrieben. Man kann sich jetzt als Moralapostel feiern, im Gegenzug hat China Rußland als strategischen Partner gewonnen, der China auf lange Sicht nie in den Rücken fallen wird. In 20-30 Jahren wird man sehen welche Auswirkungen diese meines Erachtens kurzsichtige Politik hat.
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Ich stimme Dir zu, dass die Einwohnerzahl nicht alleine entscheidend ist. Eine wesentliche Größe für eine natürliche Stärke ist auch die Größe des Landes, insbesondere auf die von Dir angesprochenen Rohstoffe.
Da ist Russland mit knapp 17,1 Mio. km² tatsächlich eine Größe - gefolgt von Kanada (knapp 10 Mio. km²) und China (9,6 Mio.) - das mit den USA (9,5 Mio.) relativ gleichwertig ist. Brasilien (8,5 Mio.) und Australien (7,7 Mio.) spielen dann auch noch "vorne mit" - und die EU ist mit 4.2 Mio. relativ weit abgeschlagen.

Die "natürliche Stärke" eines Landes oder eines Staates (und auch einer Staatengruppe) wird also in einer Kombination verschiedener Faktoren zu suchen sein. Ich nehme als "Stichwörter" die Einwohnerzahl, die Größe des Landes, aber dann auch noch "künstliche Stärke" wie Wirtschaftskraft (BIP), die wieder die Grundlage für die Stärke der Streitkräfte ist - und und und.

Komplizierter wird das dann auch noch dadurch, dass sich insbesondere kulturell (ethnisch, sprachlich, religiös) verwandte Staaten nach dem Muster der EU zusammen schließen können, und dann im Bündnis gemeinsam agieren (und da gibt es genug potentielle Staatengruppen von Lateinamerika zu den Arabern über die Turk-Völker bis hin zu den Staaten Südostasiens (ASEAN). Ein anderes Beispiel wäre die enge Verbindung zwischen den USA (Einwohner) und Kanada (Ländergröße), die allerdings derzeit einer massiven Belastung bzw. Bewährungsprobe ausgesetzt ist.

Aber das ändert nichts daran, dass China für sich genommen den Status einer Groß- oder Supermacht beanspruchen kann. Und man tut gut daran, das zu akzeptieren und damit umzugehen.

Was nun die Nebendiskussion "westliche Ukrainepolitik" und "Russland" betrifft, die hier im Strang eigentlich nichts verloren hat:
(19.05.2026, 22:44)lime schrieb: .... Und man hat den größten chin. Rohstofflieferanten durch die westl. Ukrainepolitik direkt und langfristig in die Arme Chinas getrieben. ...
da muss ich Dir widersprechen. Das Gegenteil ist richtig. Russland hat sich massiv überschätzt und mit seiner Ukraine-Poiitik das Land erst in die Arme des Westens getrieben, und zugleich den verschlafenen Westen aufgeschreckt. Das Stichwort heißt "Zeitenwende" und nicht mehr "Friedensdividende":
Ja, die jetzige Ukraine ist über Jahrhunderte - von Mittelalter bis in die neuere Zeit - vor allem in sehr engen Kontakten mit Polen gestanden und war teilweise sogar polnisches Staatsgebiet. Das bringt eine gewisse Orientierung mit sich. Aber ohne die russischen Dominanz- und Machtspielchen hätte sich die Ukraine unabhängig zwischen beiden Blöcken - der EU und Russland - entwickelt, mit wohl durchaus guten Beziehungen nach Osten und Westen, nach Moskau und Warschau bzw. Brüssel.
Diese Diskussion sollten wir aber an anderer Stelle führen.
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(19.05.2026, 23:04)Kongo Erich schrieb: Aber das ändert nichts daran, dass China für sich genommen den Status einer Groß- oder Supermacht beanspruchen kann. Und man tut gut daran, das zu akzeptieren und damit umzugehen.

Ja kann es natürlich und aller Wahrscheinlichkeit nach hat China das Potential die USA in Zukunft sogar militärisch, wirtschaftlich und technologisch zu überflügeln. Wenn der "Westen" das nun schon begriffen hat und China als den zukünftigen globalen Gegenspieler ausgemacht hat, dann ist es erst Recht völlig unlogisch den größten Rohstoffproduzenten der Welt durch die eigenen diplomatischen Entscheidungen an China zu ketten. Die Ukraine gegen Rußland zu unterstützen ist kurzfristig gedachte Politik aus dem Bauch heraus, während strikte Neutralität in Sachen Ukraine eine langfristige strategische Entscheidung gewesen wäre. China mag jetzt schon eine Supermacht sein, aktuell ist sie aber von Staaten umgeben, die China bis auf wenige Ausnahmen mindestens skeptisch gegenüber stehen und auch Rußland hatte so manch Reibungspunkte mit dem chin. Nachbarn. Nun kann China in Zukunft mit absolut freiem Rücken agieren und gesicherter Rohstoffversorgung agieren, denn auch in dieser Richtung ist das Handelspotential noch lang nicht ausgeschöpft.
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Da stichelt einer:
Zitat:„Hegemoniale Tendenzen greifen um sich“ – Im Beisein von Putin versetzt Xi den USA einen Seitenhieb
und das gegenüber Putin ist an Ironie oder Realsatire schlecht zu überbieten
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Die Washington-CSG um CVN-73 operiert im südchinesischen Meer. Hintergrund sind die Übergriffe der Kommunisten auf die philippinischen Küstenwachkräfte.
Zitat:George Washington CSG in the South China Sea After Philippine-Chinese Clashes [...]

The U.S. Navy’s only forward-deployed aircraft carrier is steaming in the South China Sea following clashes this month between China and the Philippines across several disputed maritime features.

The George Washington Carrier Strike Group – led by USS George Washington (CVN-73) – transited the Luzon Strait last week after almost two months of activities in the Philippine Sea, USNI News previously reported. The move comes as Washington seeks to back up Manila amid a series of renewed clashes between Philippine and Chinese forces.
https://news.usni.org/2026/07/27/george-...se-clashes

Schneemann
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