Irak
#16
Nachrichten vom 31.07.2003 von http://www.irib.ir


Teheran
Der britische Vertreter im Irak, John Sawyers betonte die Rolle der IRI bei der Herstellung von Stabilität und Demokratie im Irak.
Laut der Nachrichtenagentur Fars fügte er am Mittwoch vor Reportern in Teheran hinzu, dass befügte Rechtsgelehrte im Irak eine konstruktive Rolle spielen.
Sawyers bezeichnete seine Verhandlungen mit iranischen Positionsträgern über die Rückkehr der irakischen Flüchtlinge, die iranischen Pilger im Irak, und die Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Ländern als konstruktiv.
Er sagte, der irakische Regierungsrat habe zu bestimmen, wann das künftige irakische Grundgesetz festgelegt werden soll. Nur das irakische Volk könne über die irakische Regierungsstruktur bestimmen.
John Sawyers sagte über die Terrorgruppierung Monafeghin im Irak, dass sie nun abgerüstet worden und in einem Lager außerhalb von Irak festgehalten wird.
In Bezug auf die zwei iranischen Dokumentarfilmemacher, die durch US-Militärs im Irak festgenommen worden sind, sagte er: Sie werden verhört und danach auf freien Fuß gesetzt.


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Washington
US-Präsident George W. Bush hat am Mittwoch erstmals persönlich die Verantwortung für umstrittene Vorwürfe gegen den Irak übernommen, wonach das Land vor dem Krieg versucht haben soll, in Afrika Uran zum Bau von Atomwaffen zu kaufen. Die Äußerungen, die als Beleg für die Bedrohung für die USA durch den Irak herhalten sollten, hatten für Wirbel gesorgt, nachdem die USA eingeräumt hatten, dass diese teilweise auf gefälschtem Material basierten.
"Ich übernehme die persönliche Verantwortung für alles, was ich sage", sagte Bush auf die Frage nach den von ihm während seiner Rede zur Lage der Nation Ende Januar erhobenen Vorwürfen. Bush hatte in der Rede der inzwischen gestürzten irakischen Führung vorgeworfen, sich im Niger um Uran zum Bau von Atombomben bemüht zu haben.
Bush und seine engen Vertrauten hatten zuvor den Chef des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, für die Äußerungen verantwortlich gemacht. Er sei es gewesen, der die besagten 16-Worte in der Rede von Bush nicht verhindert habe, hatte die Begründung gelautet. Bush hatte es bis zuletzt abgelehnt, persönlich Verantwortung für die Äußerungen zu übernehmen und war deshalb kritisiert worden.


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Bagdad
Bewaffnete Iraker griffen einen US-Militärkonvoi in der Umgebung der Stadt Falludscha westlich von Bagdad an, wobei ein US-Militär getötet wurde.
Wie der Fernsehsender Fox News am Mittwoch berichtete, wurden bei diesem Angriff auch mehrere US-Militärs verletzt. Auf nähere Einzelheiten wurde nicht hingewiesen.
Einem weiteren Bericht zufolge kehrten 240 Iraker, die nach dem Golfkrieg 1991 geflohen waren, am Mittwoch wieder in ihr Heimatland zurück. Unter Leitung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sollten sie im Lauf des Tages Basra erreichen. Die meisten von ihnen sind desertierte Soldaten oder ehemalige irakische Gefangene, die seit zwölf Jahren in einem Camp in Saudi-Arabien lebten. Nach Angaben des UNHCR sollen bis zum Jahresende 3.600 Iraker in ihre Heimat zurückkehren.


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Brüssel
Trotz der Forderung der USA haben die belgischen Positionsträger die Entsendung jeglicher Militärkräfte nach Irak unter den gegenwärtigen Umständen abgelehnt. Der belgische Verteidigungsminister André Flahaut schloss am Mittwoch in einem Interview mit der belgischen Zeitung La Libre die Entsendung belgischer Militärkräfte nach Irak aus.
Die USA haben einige ihrer Verbündeten aufgefordert zur Unterstützung der US-Militärs, die im Irak mit zahlreichen Problemen konfrontiert sind Militärs zu entsenden.
Die drei Eu-Mitgliedstaaten und strikte Gegner des US-Krieges gegen den Irak, Belgien, Frankreich und Deutschland haben die Billigung einer neuen Resolution durch den Weltsicherheitsrat, welche der Präsenz und Stationierung internationaler Truppen im Irak Legimität gibt betont. Die USA sind jedoch gegen eine zweite Resolution. Ein klares UN-Mandat ist nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Kofi Annan unabdingbar: Vorher könne die internationale Gemeinschaft den Koalitionsmächten im Irak nicht zur Hilfe kommen, sagte Annan vor Journalisten in New York. "Wir brauchen eine zweite Resolution". Sowohl die europäischen Staaten als auch Indien, vor allem aber die arabischen Nachbarländer des Irak seien nur unter dem Schirm der Vereinten Nationen bereit, Soldaten und finanzielle Mittel für den Irak aufzubringen.


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Washington
Die USA werden für die Kosten des Lufttransports und die Lebensmittel der multinationalen Truppe im Irak unter Führung Polens aufkommen.
Associated Press zufolge wird Polen ab September die Führung der internationalen Friedenstruppe im Irak übernehmen. Soldaten aus Spanien, Bulgarien, Norwegen, Dänemark und zwanzig weiteren Ländern beteiligen sich an der Friedenssicherung.
Die USA haben über 200 Millionen Dollar für den Lufttransport und die Nahrungsmittelversorgung der Friedenstruppe bereitgestellt.
Mehr als die Hälfte der Polen lehnen sich dagegen auf, zur Friedenssicherung und Beteiligung am Wideraufbauprozess Truppen nach Irak zu entsenden.
Zurzeit sind etwa 450 polnische Soldaten im Irak vor allem in Babel und Kerbela stationiert.
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#17
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Die ganze Geschichte über den Irak erzählen!

von Sir Peter Torry

Die internationalen Medien konzentrieren sich auf das Problem der Massenvernichtungswaffen im Irak. Wir zweifeln nicht daran, dass Beweise für deren Existenz gefunden werden. Aber diese Geschichte hat noch einige andere Aspekte, zum Beispiel die Beseitigung einer Tyrannei und unsere Entschlossenheit, ein besseres Land für dieses Volk aufzubauen. Dazu gehört die Schaffung eines Regierungsrates in der vergangenen Woche, was viele Kommentatoren hier in Deutschland nicht so richtig wahrgenommen haben.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat der Irak eine Führung, den Regierungsrat, in der weit gehend alle Schichten seiner Bevölkerung vertreten sind. In diesem Rat finden sich die unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Religionen des Landes wieder: 20 Prozent seiner Mitglieder sind Kurden, 13 Mitglieder sind Schiiten, elf sind Sunniten, ein Mitglied ist Christ.

Zum ersten Mal, so weit sie zurückdenken können, verfügen die Schiiten, die die Mehrheit der Bevölkerung stellen, auch über eine Mehrheit in einer nationalen Regierungsinstitution.

Inzwischen haben sich auch die Lebensbedingungen für die Menschen im Irak verbessert. Seit der Beseitigung des Regimes von Saddam Hussein sind mehr als 150 Zeitungen gegründet worden. 240 Krankenhäuser sind wieder arbeitsfähig. 98 Prozent aller Schulen sind wieder geöffnet.
Die Wasserversorgung hat das Niveau aus der Zeit vor dem Konflikt überschritten. Die irakische Ölindustrie hat den Export wieder aufgenommen, und diese Einkünfte werden über den Entwicklungsfonds für den Irak direkt dem irakischen Volk zugute kommen.

Keiner wird behaupten wollen, dass man ein Land wie den Irak - der unter einer brutalen Diktatur zu Grunde gerichtet wurde - über Nacht völlig umgestalten kann. Noch dass die Koalition den Irakern innerhalb von zwölf Wochen alle Macht übergeben könnte. Das haben wir aus unseren Erfahrungen beim nation-building in Bosnien und Osttimor gelernt. Trotz aller Schwierigkeiten zeigt doch die wahre Geschichte des Irak, dass in den praktischen Alltagsdingen relativ schnell Fortschritte gemacht werden.

Der irakische Regierungsrat verfügt über echte Vollmachten. Er wird an allen Entscheidungen beteiligt sein, die die Übergangsbehörde der Koalition ab jetzt trifft. Der Rat wird die neuen Minister ernennen, sie sind dem Rat rechenschaftspflichtig und können von ihm auch wieder entlassen werden. Der Rat wird den Haushalt des Landes für das kommende Jahr festlegen. Drei Ratsmitglieder werden demnächst nach New York reisen, um den Irak bei den Vereinten Nationen zu vertreten.

Von entscheidender Bedeutung ist auch, dass der Rat die Verfahrensweise für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung mitbestimmen wird. Ist diese einmal angenommen, sind die Iraker in der Lage, eine nationale Regierung zu wählen, der die Koalition all ihre Vollmachten und Zuständigkeiten übergeben wird. Wenn alles gut geht, müsste das im Laufe von 2004 stattfinden können.

Die deutsche Regierung hat die Schaffung des Regierungsrates begrüßt, die Vereinten Nationen ebenso. Sergio de Mello, der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs, hat die Bildung des Regierungsrates als einen "entscheidenden Moment" bezeichnet, der den Irak der "Erfüllung des vom UN-Sicherheitsrates in seiner Resolution 1483 ausdrücklich formulierten Wunsches einen Schritt näher bringt, dass nämlich der Tag, an dem die Iraker sich selbst regieren, schnell kommen muss".

Natürlich gibt es auch Probleme. Wir haben nie behauptet, dass die Wiederherstellung von Recht und Ordnung eine leichte Aufgabe sein wird. Aber wir haben das Problem angepackt. Bereits jetzt versehen 30 000 irakische Polizeibeamte schon wieder ihren Streifendienst, haben 100 Gerichte die Arbeit aufgenommen.

Und es kann keinen Zweifel an der Entschlossenheit der Koalition geben, gegen Angriffe von Baathisten entsprechend vorzugehen.
Zusätzlich zu den 147 000 US-Soldaten und den 11 000 britischen Soldaten vor Ort tragen auch Italien, die Niederlande, Dänemark, Polen, Norwegen, die Tschechische Republik, Neuseeland, die Ukraine und Litauen Truppenkontingente bei.

Natürlich gibt es auch Kritik von Irakern an der Übergangsbehörde der Koalition. Die Iraker sagen öffentlich ihre Meinung und nehmen ihr demokratisches Recht auf Protest wahr - etwas, was es seit Jahrzehnten in diesem Land nicht gegeben hat. Auch das ist ein Fortschritt, aber auch etwas, was unter Saddam Hussein mit Verhaftung oder noch härter bestraft wurde.

Wir sollten das Wesentliche nicht übersehen: Das Leben ist viel besser geworden, als es unter der Diktatur von Saddam Hussein war. Eine für den britischen Sender Channel 4 in Bagdad durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass die Iraker im Verhältnis 2:1 den Krieg gegen Saddam Hussein für richtig hielten. 56 Prozent der Bevölkerung wollen, dass die Truppen noch ein weiteres Jahr im Irak bleiben. Nur eine winzige Minderheit wünscht sich Saddam zurück.

Inzwischen wird das Ausmaß der Gräueltaten des Regimes von Saddam Hussein deutlicher. Bisher sind Massengräber mit den Leichen von Zehntausenden von Menschen entdeckt worden. Nach jüngsten Schätzungen des Roten Kreuzes werden 300 000 Iraker "vermisst".

In der vergangenen Woche war Großbritanniens Außenminister Jack Straw in Bagdad. Einfache irakische Bürger - Sunniten, Schiiten, Kurden - haben ihr Unverständnis darüber ausgedrückt, dass sich westliche Medien so stark auf die Dossiers über die Massenvernichtungswaffen konzentrieren. Die einfachen Iraker sind der Meinung, dass die entdeckten Massengräber ein beredtes Zeugnis dafür sind, dass unsere Aktionen gerechtfertigt waren.

Sir Peter Torry ist seit Mai 2003 Botschafter Großbritanniens in Berlin

Artikel erschienen am 19. Jul 2003
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Dieses Artikel habe ich von der FAZ übernommen.
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#18
guter Artikel Alexander :daumen:

sowas Berichten die Medien normalerweise nicht - sobald aber irgendwo Amerikaner sterben oder man sich weigert den Irak Steinzeitislamisten zu ueberlassen wird sich drauf gestuerzt.
btw die Links zu den 2 Bildern geh jetzt doch - war wirklich ein schlechter Zeitpunkt als ichs probiert hab.


http://www.tfeagle.army.mil/tfeno/Featu ... icle=85953
Zitat:07/30/03
DNEVNI AVAZ (PB, S)
Daily Voice, Bosnian national daily from Sarajevo

Mladen Ivanic: "Deployment of BiH Soldiers Could be Beneficial for World Crisis Zones"
Tuesday, the BiH Minister of Foreign Affairs, Mladen Ivanic, assessed a potential engagement of BiH soldiers "as beneficial for calming the situation in crisis spots" in response to some predictions and the announcement that BiH armed forces could be sent to Iraq. "The official decision has not been made yet, but some consideration was given to the idea of an offer for BiH participation in the peace keeping unit in Iraq." However, Ivanic remarked that this was a complex issue considering the fact that BiH had a transport unit ready, but given the security conditions in Iraq the unit should be backed up "by a platoon prepared for combat situations, which in turn calls for more serious preparations." Ivanic concluded that "it would be useful for BiH to show that it has undergone a transformation from a country that was once an object of peace-keeping missions into an active participant in a peace-keeping operation." (CPIC)

http://www.tfeagle.army.mil/tfeno/Featu ... icle=85954

Zitat:07/30/03
JUTARNJE NOVINE (IG, LE, LIB, Y)
Evening Newspaper, Bosnian national daily from Sarajevo

Final Decision on Sending BiH troops to Iraq Rests with BiH Presidency
The Secretary General of the Standing Committee on Military Matters (SCMM), Enes Becirbasic stated that the Committee has been tasked with examining the possibility and methods for deployment of BiH soldiers in Iraq as part of the peace-keeping mission. "If the analysis shows that all the conditions for sending our troops to Iraq have been met, we will send one Transport Unit composed of one Company of the RS Army and two companies of the F BiH Army", stated Becirbasic. The F BiH Prime Minister, Niko Lozancic said he didn't see any reasons why this shouldn't happen since even "the reform of the BiH defense system anticipates a formation of such one military unit for peace-keeping operations". Lozancic explained that this proposal will be reviewed in the session of the SCMM and the BiH Presidency, which will have the final say on the matter. However, given the growing number of incidents in Iraq, the BiH Presidency members will have a tough decision to make on whether or not to send their soldiers for the first time to a military peace-keeping operation, since until now, BiH soldiers have only been involved as military observers in missions in Ethiopia, Eritrea and Congo. (CPIC p.5)
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#19
http://www.welt.de/data/2003/08/01/143468.html?s=1
Zitat:Hoffnung im Reich der Angst
Paul Wolfowitz berichtet über seine Irak-Reise nach dem Tod von Saddams Söhnen - Debatte
von Paul Wolfowitz

Hinter der Polizeiakademie in Bagdad steht ein abgestorbener Baum. Das Ungewöhnliche daran sind zwei dauerhaft an den Astgabeln angebrachte Seile - eines hoch genug, um einen Mann daran festzubinden, das andere hoch genug für eine Frau. In der Nähe des Baums gibt es eine Reihe kleiner Zellen für besondere Gefangene. Unser Führer, der neu ernannte sunnitische Polizeichef der Akademie (der wegen einer abwertenden Bemerkung über Saddam Hussein zu seinem besten Freund ein Jahr inhaftiert war), erzählte uns von den unaussprechlichen Dingen, die den einst an diesen Baum gebundenen und in diesen Zellen festgehaltenen Männern und Frauen widerfahren sind. Hinter dem Folterbaum führt ein kleines Gatter zum Hauptsitz des von Udai Hussein geleiteten Olympischen Komitees. Er schlüpfte oft abends durch dieses Hintertürchen, um Gefangene zu foltern und zu misshandeln.


Bei meiner Reise durch den Irak habe ich noch viele weitere Berichte über unsägliche Brutalität gehört. Als wir im Norden waren, erzählte uns ein Befehlshaber, dass Arbeiter die Aushebung eines erst entdeckten Massengrabs vorübergehend eingestellt hatten, nachdem sie auf die Überreste von 80 Frauen und Kindern gestoßen waren - einige noch in ihren Kleidchen und mit ihren Spielsachen.


Im Süden trafen wir auf andere Überlebende der entsetzlichen Brutalität des Regimes, die in den Marschen ansässigen Araber, für die die Befreiung gerade noch rechtzeitig kam, um einen Bruchteil dieser alten Zivilisation zu retten. Wo sich einst eine üppige Landschaft produktiver Süßwassermarschen befand, ist jetzt eine riesige, fast leblose Leere. Die Kinder dort begrüßten uns mit lautem Applaus und riefen "Salaam Bush" und "Nieder mit Saddam". Ihr erster Wunsch waren nicht Süßigkeiten oder Spielzeug. Sie sagten nur ein Wort: "Wasser?"


Das alte Regime ist noch gegenwärtig. Eine erstickende Decke der Furcht und des Grauens, gewoben in 35 Jahren, kann nicht in wenigen Wochen abgeworfen werden. Die Iraker sind verständlicherweise vorsichtig. Bis sie überzeugt sind, dass auch die letzten Relikte von Saddams altem Regime beseitigt sind und ein langer und entsetzlicher Teil ihrer Geschichte überwunden ist, wird diese Furcht bleiben. Was vorige Woche mit Udai und Kusai Hussein geschah, ist ein wesentlicher Teil des Aufbauprozesses einer freien, sicheren und demokratischen Zukunft im Irak. Ihr Ableben ist ein wichtiger Schritt, um den Irakern das sichere Gefühl zu geben, dass die Tyrannei der Baath-Partei nie wiederkehrt. Er trägt zur Wiederherstellung der Ordnung bei und gibt der Freiheit eine Chance. Sogar in Bagdad, weit entfernt von den Gebieten der Schia und der Kurden, die wir mit Husseins Völkermord in Verbindung bringen, brachen bei der Nachricht ihres Todes fast sofort enthusiastische und lange Jubelfeiern aus. Das deutet auf etwas anderes hin, das ich ebenfalls beobachtet habe: Hussein und seine Söhne unterdrückten wahllos.


Es war ein beachtlicher Schritt nach vorne, die Nummern zwei und drei auf unserer Liste der gesuchten Verbrecher des Regimes zu schnappen. Am selben Tag haben wir den Befehlshaber der Sondereinheit der Republikanischen Garden gefasst. In den Tagen vor Ort haben wir jedoch gelernt, dass die Wurzeln dieses Regimes tief sind und sich in Bezirke und Stadtviertel eingraben wie eine riesige Bande organisierter Verbrecher. Daher konzentriert sich die Koalition auf die mittlere Ebene der Baath-Partei, wo wir unseres Erachtens noch größere Erfolge bei der Verhaftung der gedungenen Mörder und der Verblendeten erzielen können, die es jetzt auf unsere Soldaten und unseren Erfolg abgesehen haben. Kürzlich festgenommene Funktionäre haben neue und nützliche Informationen preisgegeben.


Auch wenn der Feind gegen unsere Erfolge ankämpft, werden wir den Frieden erlangen. Aber wir werden ihn nicht allein erlangen. Amerikanische Truppen müssen nicht jeden Kilometer elektrischer Kabel bewachen. Der wirkliche Schwerpunkt sind die Iraker selbst - sie wissen, wer die Verbrecher sind und wo sie sich aufhalten. Und für sie steht am meisten auf dem Spiel - ihre Zukunft. Während die Iraker sich in den Fängen der Angst befinden, erzielen unsere Verbündeten in der Koalition und die neuen nationalen und kommunalen irakischen Stadträte beträchtliche Erfolge. Wenn unvermeidbare Herausforderungen und Kontroversen auftreten, sollten wir uns erinnern, dass die meisten Iraker zutiefst dankbar sind für das, was unsere unglaublich tapferen amerikanischen Streitkräfte und die der Koalition geleistet haben, um sie aus Saddams Republik der Angst zu befreien. Wenn wir die Iraker überzeugt haben, dass wir bleiben, bis das alte Regime zerschlagen und die Verbrecher bestraft sind - und wir tatsächlich entschlossen sind, ihnen ihr Land zurückzugeben -, werden sie wissen, dass sie wirklich damit anfangen können, eine von Irakern eingesetzte und aus Irakern bestehende Regierung und Gesellschaft für das irakische Volk aufzubauen.


In vieler Hinsicht sind die Iraker wie Gefangene, die Jahre der Einzelhaft erduldeten - ohne Licht, ohne Frieden, ohne Kenntnis der Welt dort draußen. Sie sind gerade in das helle Licht der Hoffnung und die frische Luft der Freiheit getreten. Sie brauchen einige Zeit, um sich an dieses neue Umfeld ohne Folterbäume zu gewöhnen.


Paul Wolfowitz ist stellvertretender Verteidigungsminister der USA


Artikel erschienen am 1. Aug 2003
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#20
Ja ich bin gespannt wie lange es die USA noch gibt. Jetzt wo sie sich aufmachen jedem Land der Welt eine Demokratie nach westlichen Vorbild zu bringen, muß man sich doch wirklich fragen, wie ein Volk von etwa 200 Millionen Menschen das bewerkstelligen will.

Denn noch stehen auf der Liste der anzugehenden Ziele gewichtige Gegner, die wohl nicht so einfach zu besiegen sein werden, wie der Irak und sich auch nicht freiwillig dem Willen von Amerikas Gnaden beugen werden. China, Nordkorea und Iran sollen nur Beispiele für zukünftige Ziele genannt sein.

Man muß ein Volk schon bewundern, das einer solchen leuchtenden Vision folgt und dabei ganz uneingenützig versucht das heilige Ziele zu erreichen.

Wie lange wird es noch dauern bis sich die wahren Gläubigen unter dem Banner Gottes scharen und Seite an Seite mit ihren erleuchteten amerikanischen Brüdern auf den Weg machen um ihre göttliche Mission zu erfüllen?

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:wall::pillepalle:

Wie alle gemerkt haben werden, ist das weiter oben geschriebene nicht ernst zu nehmen.
Der irakischen Bevölkerung wird es, wie ich hoffe, bald besser gehn.
Der Diktator und sein Regime sind gestürtzt -> positiv
Die Wunden die durch das über 10 Jahre laufende Embargo geschlagen hat, werden langsam verschwinden -> positiv
Zumindest zeitweilige Destabilisierung einer ohnehin politisch instabilen Region der Erde -> negativ
Die USA haben wieder mal alle angelogen mit ihren Kriegsgründen -> negativ
Die USA werden jedem Land der Welt Demokratie bringen -> das glaub wer will
Ein großartiger Sieg der "freien" Welt über den Terrorismus? -> nein

Das der Diktator Hussein ein Diktator gewesen ist, der politische Gegner ermorden ließ und sein Volk unterdrückte, wird keiner bestreiten und das beweisen auch die Massengräber und die Lebensumstände der Schiiten und Kurden.
Warum aber findet das so wenig Beachtung in der westlichen Presse?
Die Kriegsgründe waren erfunden. Das Politiker um es mal freundlich zu sagen nicht die Wahrheit verkünden ist jedem klar aber was sich die Regierung der USA geleistet hat, ist schon sehr dreist. Ihr eigenes Volk wurde betrogen und durch Medienkampagnien auf den Krieg eingestimmt. Beim Rest der Welt hat das mehr oder weniger schlecht geklappt.
Bis heute herrscht Unsicherheit darüber warum die USA diesen Krieg geführt haben, da sich dieses wir bringen Frieden und Demokratiegeschwafel wieder sehr eigenartig in unseren Ohren klingt.
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#21
Da kann ich Cluster nur zustimmen :daumen::merci:
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#22
@Cluster. Den Sinn dieses Beitrags kann nur ein Satz wiedergeben; "Ich bin dafür und sogar dagegen".
Daher :lol!:
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#23
Wie siehts eigentlich mit den Polnischen Truppen aus ?? Sind jetzt alle da und haben sie schon verluste erlitten ?
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#24
Zitat:Alexander postete
@Cluster. Den Sinn dieses Beitrags kann nur ein Satz wiedergeben; "Ich bin dafür und sogar dagegen".
Tja mag ja eine Enttäuschung für dich sein aber der Beitrag ist kein: "Ich bin dafür und sogar dagegen".

Daran das Hussein weg ist und die Amerikaner im Irak sitzen läßt sich ja schwer was ändern oder? Das sind Tatsachen an denen man ohne weiteres nichts ändern kann. Von daher sehe ich nicht, wo ich da gefragt worden bin: "Bist du dafür?"
Die unvollständige Aufzählung von Vor- und Nachteilen der geschaffen Tatsachen scheint dich aus dem Konzept gebracht zu haben Alexander.
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#25
@Patriot. Bis 8 August werden 2500 Soldaten im Irak sein. Verluste kann man nicht ausschliessen, hoffentlich gibts keine.

@Cluster. Ich bin nicht enttäuscht und ausm Konzept kann man mich schwerlich bringen. Ich ahne schon was du meinst. Nun, wenn man Irak im breiten Kontext betrachtet da wird sich ne Frage nach vernünftiger, brauchbarer Alternative stellen die du nicht beantwortest. Die aber beantwortet werden muss.

Hab ein paar Bildchen ausm Irak;


[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...107_05.jpg]

[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...107_01.jpg]

[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...ak_334.jpg]

[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...ak_338.jpg]

Sogar in der Freizeit ist der Beryl immer grifbereit.
[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...ak_322.jpg]

Befehlshaber von Polen & Amis. Gen. Tyszkiewicz und Gen. Conaway
[Bild: http://www.superexpress.pl/iso/Stale/Fot...ak_337.jpg]
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#26
Für den Krieg im Irak sind die unterschiedlichsten Dinge genannt worden.
Die zwei die ich am meisten favoritisiere sind entweder Durchsetzung eher imperialistischer Neigungen seitens der US Regierung oder ein Krieg um von Problemen in den USA selbst abzulenken.

Was aus dem Irak nach der Absetzung des Regimes wird, werden die nächsten 12 Monate zeigen.
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#27
@ alexander und merowig

die Ausführung, dass im Irak ein verbrecherisches Regime gestürzt wurde, unterschreibe ich ohne jedes "Wenn und Aber", aber

wenn Menschen und Staaten friedlich miteinander leben sollen, dann geht das nur, wenn Regeln eingehalten werden; wenn nur der Stärkste bestimmt, wo es langgehen soll, ist das auch eine Regel - aber die wird auf Dauer nicht zu einem gewaltfreien und friedlichen Zusammenleben führen;

was für die Staaten, Völker und Nationen gilt ist - aus tiefen Wurzeln des europäisch-westlichen Rechtssystems und den leidvollen Erfahrungen zweier Weltkriege entstanden - das "Völkerrecht",
und das Völkerrecht erlaubt einen Krieg nicht, um eine ungenehme durch eine genehme Regierung (auch wenn das moralisch wünschenswerte wäre) zu ersetzen;

ausser dem Fall der (Selbst-)Verteidigung darf ein Angriff auf einen anderen Staat grundsätzlich nur mit dem ok der UN als legal gelten,
- und gerade diese Zustimmung lag nicht vor;
- es gab auch keine Selbstverteidigung
- die Iraker hatten nach allen Infos die ich habe keinerlei Waffenproduktion mehr, ander Aussagen ( Urankauf in Afrika, Massenvernichtungswaffen, innerhalb von 45 Minuten einsatzbereit, Raketen als Bedrohung Europas oder gar der USA ....) stellen sich (was vorher schon klar war) als gelogen raus,
- die Iraker hatten auch keine Beziehungen zur Al Quaida (ganz im Gegenteil, der "weltliche Kurs" der Baath-Partei und die Unterdrückung islamischer Geistlicher war den Al Quaida Terroristen ein Gräuel)
- was noch???

---- schlicht und ergreifend; der Angriff auf Irak war rechtswidrig,

und wenn es denn in der Politik um Moral und Ethos und demokratische Regierungen geht,
(und nicht um Öl oder einen blindwütigen missionarischen Eifer),
dann müssen in der Völkergemeinschaft die Regeln geändert werden,
dann müssen sich auch die Starken an die (neuen) Regeln halten,
dann dürfen Vereinbarungen wie das Kyoto-Protokoll zum Umweltschutz,
Abrüstungsvereinbarungen, Rüstungsbegrenzungsvereinbarungen oder auch internationale (Straf-)Gerichte nicht nach Guttdünken abserviert und übergangen werden - ein solches Verhalten beschädigt das Vertrauen der anderen in die eigene Zuverlässigkeit, Vertragstreue und Seriosität ....

oder aber, der "Weltpolizist" muss sich fragen lassen, wieso gerade der Polizist keine Regeln einhalten muss und sich wie ein Räuber mit Gewalt in das Haus eines anderen Zutritt verschafft (auch wenn - unbestritten - der Hausherr ein übler Tyrann ist)

nochmal zum Verständnis:
es gab in der Vergangenheit genug Gründe für den II. Weltkrieg,
die Alliierten haben sich um die KZs und den Völkermord dort (leider) erst nach dem Krieg gekümmert,
Auslöser war der rechtswidrige Angriff der Nazis auf Polen (und aus heutiger Sicht ist da vielleicht sogar zu lange "zugewartet" worden)

aber unbestrittene Regel des jetzt noch geltenden Völkerrechts ist:
=>
die internen Schweinereien in einem Land gehen die Völkergemeinschaft
nichts an
=> Ausnahmen sind humanitäre Katastrophen wie Völkermord (Beispiel ex Jugoslawien, Somalia, Liberia oder auch Giftgasangriffe auf Kurden)
=> aber einen solchen Anlass haben die USA im Irak nicht aufgegriffen, auch nicht, als es darum ging, den von den USA animierten Aufstand der Schiiten zu unterstützen und einen "Völkermord" an den "Sumpfarabern" zu verhindern;
=> die beiden B-Regenten (Bush und Blair) haben getürkte Informationen (aus meiner Sicht bewusst) genutzt, um ein Alibi für einen Völkerrechtswidrigen Angriff auf einen anderen Staat zu erhalten;
auch das wäre moralisch zu bewerten, wenn denn schon Moral ein Kriterium in der internationalen Machtpolitik sein soll
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#28
ob der Irakkrieg so illegal ist sei dahingestellt - der Irak hat Waffenstillstandsvereinbarungen von 1991 gebrochen ( und der Krieg da war auf alle Faelle legitimiert) und wenn man sowas bricht ist das meines Verstaendnisse der Logik her ein Widerherstellen des Kriegszustandes, und Resoulution 1441 sah ernsthafte Konsequenzen fuer den Fall vor sollte der Irak nicht zu 100 % kooperieren ( und das hat er nicht)


was ich vom Völkerrecht halte hab ich auch im alten Forum geschrieben

UNO:
http://22429.rapidforum.com/topic=10128 ... &startid=1
die dies am dollsten Treiben fuehren dann Menschenrechts/Abruestungskommission an

offiziel ist sie allen Offen - nur ein demokratischer Staat in Asien mit ner Bevölkerung von 21 Millionen will rein - darf aber nicht


Kosovokrieg war auch voelkerrechtswidirig

und der Irak hat aber Hamas/Selbstmordattentaeter aktiv unterstuetzt - von daher hat er schon mit Terroristen zusammengearbeitet

Deutschland ist immer noch Feindstaat
und laut Voelkerrecht und Bundesverfassungsgericht besteht immer noch das Deutsche Reich und laut Voelkerrecht herrscht auch immer noch Kriegszustand zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich
es lebe das Voelkerrecht *scnr*
ich wuerds hoechstens als Toilettenpapier nutzen
die Ameriakenr waeren verdammt bloed wenn die sich als einzige dran binden wuerden waehrend es fuer Staaten wie die VR China anscheinend weniger verbindlichkeit hat.
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#29
Zitat:Saddam ruft aus dem Off zum Widerstand
Al-Dschasira sendet ein neues Tonband mit der Stimme Saddam Husseins. Zwei seiner Töchter sind inzwischen in Jordanien. Im Irak gibt es weitere Anschläge auf US-Soldaten, eine brennende Pipeline und Unmut über die Besatzung

BAGDAD/AMMAN dpa/afp Der arabische Fernsehsender al-Dschasira hat gestern erneut eine dem gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein zugeschriebene Tonbandaufzeichnung ausgestrahlt. Darin ruft der seit dreieinhalb Monaten flüchtige Exdiktator die Iraker aus dem Untergrund zum Widerstand auf. Jeder, der mit den Besatzungstruppen zusammenarbeite, sei ein Agent und Verräter, hieß es.

Wie schon bei früheren Bändern, die vom US-Geheimdienst als authentisch eingestuft worden waren, glich die Stimme der des Exdiktators. In der mehrminütigen Ansprache warf der Sprecher auf dem Band den alliierten Streitkräften vor, die Reichtümer des Iraks auszuplündern. Allein die "ausländische Aggression" sei der Grund für die schwierige Lage, in der sich der Irak derzeit befinde. Die Saddam zugeschriebene Stimme nannte als Datum für die Aufzeichnung den 27. Juli.

Augenzeugen berichteten al-Dschasira gesternüber mehrere Angriffe auf US-Soldaten. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der Amerikaner in der Stadt Samarra habe es mehrere Verletzte gegeben. Aus der Nähe der westirakischen Stadt Falludscha meldete der Sender die Explosion eines Sprengsatzes. Bei Ramadi im so genannten sunnitischen Dreieck sollen vier Iraker getötet worden sein, nachdem sie einen US-Militärkonvoi angegriffen hatten.

Bei dem Brand einer Öl-Pipeline in Baidschi, rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad, handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen Sabotageakt. Möglicherweise seien Anhänger Saddam Husseins für den Anschlag verantwortlich, sagte ein ranghoher Vertreter der Polizei in Baidschi. Augenzeugen hatten von einer Explosion am Donnerstagabend berichtet, die das Feuer ausgelöst haben könnte.

Die beiden nach Jordanien geflüchteten Töchter des irakischen Expräsidenten Saddam Hussein sind nach Angaben eines Verwandten aus Syrien eingereist. Die beiden Frauen seien am Donnerstag mit ihren neun Kindern an Bord eines jordanischen Flugzeugs angekommen, das aus Syrien abgeflogen sei, sagte der enge Verwandte der Nachrichtenagentur AFP. Raghad und Rana seien Ende April, rund zwei Wochen nach dem Einmarsch der US-Truppen in Bagdad, in das Nachbarland geflohen. Über den Verbleib ihrer Mutter Sajida konnte der Angehörige nichts sagen.

Jordanien hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Töchter des irakischen Ex-Machthabers stünden "unter jordanischem Schutz". König Abdallah II. habe ihre Aufnahme "aus humanitären Gründen und wegen der schwierigen Lage in deren Heimatland" akzeptiert, sagte ein Regierungsvertreter.

Raghad und Rana hatten bereits im August 1995 in Jordanien Zuflucht gesucht. Sie waren ein Jahr später in Begleitung ihrer Ehemänner, Hussein Kamel Hassan und dessen Bruder Saddam Kamel Hassan, nach Irak zurückgekehrt. Die Männer wurden später zusammen mit einem Großteil ihrer Familie von Saddam Hussein in Bagdad wegen Verrats hingerichtet. Seitdem lebten die beiden Frauen zurückgezogen bei ihrer Mutter Sajida. Saddam Hussein hat noch eine dritte Tochter, Hala. Deren Mann war nach dem Sturz Saddam Husseins von der US-Armee festgenommen worden.

Der Führer der irakischen Monarchiebewegung, der Scherif Ali bin Hussein, hat indes das Vorgehen der US-Besatzungsmacht im Irak scharf kritisiert. Ali, der zur Familie des letzten irakischen Königs gehört, sagte in einem gestern veröffentlichten Interview mit der arabischen Zeitung Al-Hayat: "Die Amerikaner sind in den Irak gekommen, um die Probleme des Landes zu lösen, und sind nun selbst zu einem Problem geworden." Die Monarchiebewegung gehört zu den sechs irakischen Exil-Oppositionsgruppen, die bereits vor dem Krieg enge Kontakte zur US-Regierung hatten.
http://www.taz.de/pt/2003/08/02/a0066.nf/text.ges,1
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#30
Zitat:Auf eine US-Patrouille ist am Samstag in der Bagdader Innenstadt ein Anschlag verübt worden. Augenzeugen berichteten, am Straßenrand geparkte Panzerfahrzeuge der US-Armee seien in der Nähe der deutschen Botschaft mit Granaten und Panzerfäusten beschossen worden. Die Täter seien dann sofort geflüchtet.

n-tv Korrespondent Georg von Ehren entkam dem Anschlag nur knapp. Ehren war an den Sprengsätzen vorbeigefahren, die unmittelbar danach explodierten. Sein Auto wurde beschädigt.

Bereits zuvor hatte der arabische Fernsehsender El Dschasira gemeldet, ein amerikanischer Soldat sei beim Beschuss eines US-Konvois ums Leben gekommen. Drei weitere Angehörige der US-Armee seien verletzt worden.

Bei einem weiteren Angriff rund 40 Kilometer nordöstlich von Bagdad seien zwei gepanzerte Fahrzeuge der US-Armee getroffen worden, hieß es weiter. Unklar ist, ob es dabei Tote und Verletzte gab.

Beerdigung in Tikrit

Die beiden getöteten Söhne des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein, Udai und Kusai, sind in ihrer Heimatstadt Tikrit beerdigt worden. El Dschasira zeigte am Samstag Filmaufnahmen, wie die beiden Särge vor der Beisetzung mit irakischen Nationalfahnen geschmückt wurden. Trauergäste küssten die Särge anschließend. Ein Geistlicher bat in seinem Gebet, dass die beiden Söhne als Märtyrer Eingang ins Paradies finden und für ihre Geduld belohnt würden. Die beiden Särge wurden danach in einem Familiengrab beigesetzt.

Die US-Armee hatte zuvor die Leichen von Udai und Kusai an den irakischen Roten Halbmond übergeben. Die Hilfsorganisation will sich erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Die beiden Saddam-Töchter, Raghad und Rana, hatten am Freitag noch in Jordanien gesagt, dass sie die Leichen ihrer beiden Brüder überführen lassen wollten.

Die beiden ältesten Söhne des Ex-Diktators waren am 22. Juli beim Sturm einer Villa in Mosul von US-Elitesoldaten getötet worden. Sie hatten sich dort bei einem Cousin Saddams versteckt, der sie an die US-Armee verraten haben soll. Auf jeden Sohn war eine Kopfprämie von 15 Mio. US-Dollar gesetzt. Weiterhin unklar ist, wo sich die beiden Ehefrauen Saddams, Sadschida und Samira, sowie die jüngste Tochter Hala und der 17-jährige Sohn Ali aufhalten.

Leibwächter festgenommen

Mit der Festnahme eines Leibwächters aus dem engen Kreis um Saddam Hussein hoffen die USA den Druck auf die flüchtigen Mitglieder des gestürzten irakischen Regimes zu verstärken. Der ranghohe Armeeoffizier soll gesuchten irakischen Top-Funktionären bei der Flucht geholfen haben, wie ein US-Militärsprecher am Freitagabend erklärte. Zudem soll er Guerilla-Attacken geplant sowie Waffen für den Kampf gegen die Besatzungsmacht beschafft haben.

"Saddam-Tonband wahrscheinlich authentisch "

Der US-Geheimdienst CIA stuft die jüngste mutmaßliche Botschaft Saddam Husseins als wahrscheinlich authentisch ein. Auf einem am Freitag von El Dschasira abgespielten Tonband hatte der Sprecher zum Widerstand gegen die amerikanische Besatzungsmacht in Irak aufgerufen. Es handelte sich bereits um das vierte Saddam Hussein zugeschriebene Tonband, das arabische Fernsehsender seit dem 14. Juli ausstrahlten.

Irakische Regierung in drei Stufen

Die Bildung einer neuen unabhängigen irakischen Regierung verläuft nach Darstellung des amerikanischen Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, in drei Stufen. Nach der Einsetzung des provisorischen Regierungsrates soll möglichst schnell eine eigene Verfassung ausgearbeitet werden, sagte Bremer am Samstag auf einer Pressekonferenz in Bagdad.

Wann als dritte Stufe Neuwahlen stattfinden könnten, hänge von der Dauer des Verfassungsprozesses ab. Dieser könnte möglicherweise im Frühjahr kommenden Jahres beendet sein.
Quelle: n-tv.de
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