Israel
Die Lebenshaltungskosten sind hoch und das Prekariat groß, dennoch Wasserstand im dritten Kriegsjahr:

[Bild: https://pbs.twimg.com/media/HGE3hQFXMAAO...me=900x900]
https://x.com/JacobALinker/status/2044977067507298579

Und der Shekel erreicht immer neue Höchststände gegenüber dem US-Dollar:
[Bild: https://pbs.twimg.com/media/HJUjQ8WW8AIA...name=small]
https://x.com/NYCGreenfield/status/2059591182913531937
(mit Erklärung)
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(28.05.2026, 18:31)Nightwatch schrieb: Die Lebenshaltungskosten sind hoch und das Prekariat groß, dennoch Wasserstand im dritten Kriegsjahr:

Keine Geldgeschenke ins Ausland, kein Klimawahn, keine unkontrollierte Einwanderung, kein Verbrennerverbot, keine Abgaben an übergeordnete Staatenbündnisse, 90% der Stromgewinnung aus fossilen Energieträgern usw. kurzum effektive Politik für die eigenen Bürger. Damit kann man trotz Krieg einen höheren Lebensstandard erreichen als die wirtschaftlich stärksten Staaten in der EU.
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Obgleich sicherlich angesichts der Umstände bemerkenswert, muss man dabei dennoch etwas aufpassen, denn wir reden hier vom BIP nominal/Kopf, nicht vom kaufkraftbereinigten BIP/Kopf. Das ist ein Unterschied.

@lime
Zitat:Keine Geldgeschenke ins Ausland, kein Klimawahn, keine unkontrollierte Einwanderung, kein Verbrennerverbot, keine Abgaben an übergeordnete Staatenbündnisse, 90% der Stromgewinnung aus fossilen Energieträgern usw. kurzum effektive Politik für die eigenen Bürger.
Das ist eine reine Schlagwortargumentation. Erstens trifft sie so nicht in allen Fällen zu, zweitens hat ein Land von der Größe Hessens mit ca. 10 Mio. Einwohnern einen anderen "Fußabdruck" und andere Prioritäten als die USA, Indien, China oder auch die EU. Ich habe aber eben keine Zeit, vielleicht heute abends mehr dazu.

Schneemann
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(29.05.2026, 05:44)Schneemann schrieb: Obgleich sicherlich angesichts der Umstände bemerkenswert, muss man dabei dennoch etwas aufpassen, denn wir reden hier vom BIP nominal/Kopf, nicht vom kaufkraftbereinigten BIP/Kopf. Das ist ein Unterschied.
Völlig richtig, entsprechend die einleitende Bemerkung, dass die Lebenshaltungskosten hoch sind. Das ist nicht der große Wohlstand ausgebrochen, wobei die Israelis durchaus kaufkräftiger werden, wenn man sich Statistiken wie Real Disposable Income per Capita (PPP) ansieht. Und im Medianvermögen stehen sie sowieso schon besser da als etwa Deutschland mit besseren Gini.
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Na wenn es denen so gut geht, wäre es ja mal an der Zeit jedwede Geldzahlungen, Dienstleistungen und Sachlieferungen für die einzustellen.

Deren Höhe und Umfang geheim sind, so dass nicht einmal Anfragen im Parlament dazu beantwortet werden. Allenfalls findet man mal hier und da im Bundeshaushaltsplan einen Zitat: Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel mit 600 Mio und dann unter einem anderen Posten einen weiteren solchen Beitrag mit 260 Mio, und dann nochmals 235 Mio, aber nichts genaues weiß man nicht. Die etwas über eine Milliarde Deutscher Steuergelder sollten dann ja wohl eher den Bürgern dieses Landes zugute kommen, wenn Israel so gut dasteht......

Und so gut wie die israelische Rüstungsindustrie völlig selbstständig und ganz von alleine ist, brauchen die natürlich auch keinerlei bilateral Technologietransfers mehr.
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(29.05.2026, 08:00)Quintus Fabius schrieb: Na wenn es denen so gut geht, wäre es ja mal an der Zeit jedwede Geldzahlungen, Dienstleistungen und Sachlieferungen für die einzustellen.

Deren Höhe und Umfang geheim sind, so dass nicht einmal Anfragen im Parlament dazu beantwortet werden. Allenfalls findet man mal hier und da im Bundeshaushaltsplan einen Zitat: Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel mit 600 Mio und dann unter einem anderen Posten einen weiteren solchen Beitrag mit 260 Mio, und dann nochmals 235 Mio, aber nichts genaues weiß man nicht. Die etwas über eine Milliarde Deutscher Steuergelder sollten dann ja wohl eher den Bürgern dieses Landes zugute kommen, wenn Israel so gut dasteht......

Und so gut wie die israelische Rüstungsindustrie völlig selbstständig und ganz von alleine ist, brauchen die natürlich auch keinerlei bilateral Technologietransfers mehr.

Die Beschwerde musst Du dann aber an die deutschen Regierung(en) richten und nicht an Israel.
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Natürlich. Wir sind die Versager in diesem Kontext, wie auch in jedem anderen Kontext.

Allgemein:

https://www.youtube.com/watch?v=qNRA_4DZDFc

Angriffe auf Christen in Israel haben drastisch zugenommen und werden immer hemmungsloser. Einige Politiker tun zu wenig, um das zu verhindern. Viele Christen denken ans Auswanderns.

Tatsächlich will aktuell die Hälfte aller Christen in Israel auswandern. Und die Juden feiern das - die perfekte Lösung: ein ethnisch reiner Nationalstaat mit nur einer Religion - die Ein-Staat-Lösung. Man verdrängt einfach alle so lange bis nur noch reinrassige Juden übrig sind, eine Haltung die aktuell viele Israels einnehmen und zwar immer mehr.
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(29.05.2026, 08:00)Quintus Fabius schrieb: Deren Höhe und Umfang geheim sind, so dass nicht einmal Anfragen im Parlament dazu beantwortet werden. Allenfalls findet man mal hier und da im Bundeshaushaltsplan einen Zitat: Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel mit 600 Mio und dann unter einem anderen Posten einen weiteren solchen Beitrag mit 260 Mio, und dann nochmals 235 Mio, aber nichts genaues weiß man nicht. Die etwas über eine Milliarde Deutscher Steuergelder sollten dann ja wohl eher den Bürgern dieses Landes zugute kommen, wenn Israel so gut dasteht......
Das ist die Bezuschussung für Dolphin II und Dakar und fließt wahrscheinlich sehr direkt an HDW.
Die Anfragen der Linkspartei und des BSW dazu werden beantwortet. Die Antworten sind lediglich teilweise eingestuft und nicht öffentlich zugänglich.

(29.05.2026, 08:00)Quintus Fabius schrieb: Und so gut wie die israelische Rüstungsindustrie völlig selbstständig und ganz von alleine ist, brauchen die natürlich auch keinerlei bilateral Technologietransfers mehr.
Es gibt beidseitige profitable Rüstungskooperationen. Was soll das Problem sein?



(29.05.2026, 08:00)Quintus Fabius schrieb: Angriffe auf Christen in Israel haben drastisch zugenommen und werden immer hemmungsloser. Einige Politiker tun zu wenig, um das zu verhindern. Viele Christen denken ans Auswanderns.
Tatsächlich will aktuell die Hälfte aller Christen in Israel auswandern. Und die Juden feiern das - die perfekte Lösung: ein ethnisch reiner Nationalstaat mit nur einer Religion - die Ein-Staat-Lösung. Man verdrängt einfach alle so lange bis nur noch reinrassige Juden übrig sind, eine Haltung die aktuell viele Israels einnehmen und zwar immer mehr.

Das Rossing Center hat 155 Vorfälle in 2025 verzeichnet, beginnend mit Spuckattacken. Dagegen muss man schärfer vorgehen, aber die Vokabeln 'drastisch' und 'hemmungslos' werden dem Geschehen nicht gerecht um es höflich zu formulieren. Teilweise lassen sich die gestiegenen Zahlen auch damit erklären, dass mehr gemeldet wird als früher.
Genauso ist es Quatsch von einem irgendwie verbreiteten Wunsch nach einem ethnisch reinen Nationalstaat zu sprechen. Das sind extreme Meinungen, die in Israelis nicht mehr oder weniger verbreitet sind als im Rest der Welt auch.
Es wollen auch nicht die Hälfte aller Christen auswandern, sondern es denken 36% aller Christen und 48% der Christen unter 30 über eine Auswanderung nach. Das ist ein geringfügig höherer Wert als in Deutschland, hierzulande denken 41 der Menschen unter 30 über das Auswandern nach, jeder Fünfte plant sogar konkret einen Wegzug.
In Israel ist der Wert für Arabische Christen in Haifa (48%) übrigens deutlich höher als in Jerusalem (16%) wo die allermeisten Übergriffe stattfinden. Könnte ein Hinweis sein, dass es da noch andere Gründe gibt, aber halten wir uns nicht mit Details auf.

https://www.timesofisrael.com/report-sho...kle-issue/
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Bzgl. fossiler Energieträger ist zwar Israel (auch) auf diese angewiesen (welches Land aktuell nicht?), aber es gibt deutliche Gegenbewegungen hin zu mehr erneuerbarer Energie:
Zitat:Lacking land, Israel to cover its rooftops with solar panels [...]

[June 20, 2023]

Israel will soon require all new non-residential buildings to have rooftop solar panels to help it meet renewable energy targets and the electricity demands of a fast-growing population. [...] Although drenched in sunshine, Israel is too small to rely on traditional, land-intensive photovoltaic power plants. It is also unsuitable for wind power and lacks water for hydropower. [...]

When passing the state budget last month, the government ordered regulation to be in place within 180 days to require new non-residential buildings to be topped with solar panels. For residential buildings, the roof must be fully equipped for easy installation of panels later on. [...] Amit Bracha, executive director of the environmental watchdog Adam Teva V'din, said the mandate was "important news, even if still a drop in the ocean as an incentive for putting photovoltaic installations on roofs."
https://www.reuters.com/sustainability/c...023-06-20/

Ferner die Windkraft (übrigens eine Meldung von Oktober 2023, kurz nach dem Hamas-Massaker):
Zitat:Enlight begins operations at Genesis Wind project in Israel [...]

[October 17, 2023]

Enlight Renewable Energy, an Israel-based company, has begun commercial operations at its Genesis Wind project in the north of the country. First power from the wind farm was generated in June 2023. It will initially feature 34 General Electric wind turbines, which will generate an aggregate of 180MW.

An additional five turbines will be installed later, bringing the total capacity of the project to 207MW. At full capacity, the wind farm will be Israel’s largest clean energy project, generating enough clean energy for 70,000 homes while contributing to 180,000 tonnes of carbon savings annually.
https://www.power-technology.com/news/en...nd-israel/

Von einer "Abkehr" aus ideologischen Gründen von erneuerbaren Energien kann in Israel keine Rede sein.

Stichwort(e): Kein Verbrenner-Aus und Elektro-Fahrzeuge:
Zitat:7 electric cars with 500 km for under NIS 200,000

[FEBRUARY 19, 2026]

The electric revolution reaches the mass market. In Israel, 7 models promise over 500 km range for under NIS 200,000, taking you from Haifa to Eilat without stopping. [...]

One of the issues that most concern those considering purchasing an electric vehicle is still driving range and the fear of being stranded with an empty battery. It is called “range anxiety,” and it accompanies drivers even after they have purchased an EV, on every long journey. Five years ago, there were only a few dozen fast-charging stations across the country, with outputs of up to 50 kW. Today there are already close to 1,000, with capacities of up to 360 kW, but range is still a central issue.
https://www.jpost.com/consumerism/article-886658

Stichwort: "Klimawahn" - dazu der "böse", konservative Bibi (von 2015):
Zitat:Netanyahu hails Israel’s ‘leading role’ in addressing climate change

In address to Paris summit, PM cites local innovations in solar, agricultural and irrigation technology as examples of combating global crisis. [...]

Prime Minister Benjamin Netanyahu on Monday said Israel is playing a “leading role” in addressing climate change, and pointed to the country’s innovations in environmental technology as an example of effectively addressing the global crisis. Speaking to some 150 world leaders attending a UN summit in Paris aimed at forging an agreement to stave off global warming, Netanyahu called on the international community to “focus on the security, not just of the nations of the world, but of the world itself.” [...] “Technology gives us the ability to do the unimaginable,” Netanyahu said, noting Israel was ranked first in the Global Clean-Tech Innovation Index last year.
https://www.timesofisrael.com/netanyahu-...te-change/

Ferner (von 2021):
Zitat:PM Netanyahu's Remarks at the Leaders Summit on Climate Hosted by US President Joe Biden [...]

"I thank President Biden and his team for hosting this important virtual summit. I have known President Biden for some forty years. I know the strength of his commitment for stronger action on climate. This is a commitment we in Israel fully share. I have pledged to reduce Israel's carbon footprint and to completing a successful transition from fossil fuels to renewable energy by 2050."
https://www.gov.il/en/pages/event_climate230421

Sicherlich, manches wird man wegen des Krieges seit 2023 derzeit nicht mehr allzu konzentriert verfolgen können - da gibt es aktuell deutlich existenziellere Herausforderungen -, aber im Kern ist Israel weder von "Klimaspinnern" noch von "Klimawandelleugnern" irgendwie maßgeblich beeinflusst. Im Gegenteil: Dieses kleine Land ist geradezu vorbildlich im Kampf gegen den Klimawandel - was auch der eigenen Lage in einer wüstenreichen, trockenen und wasserarmen Gegend geschuldet sein mag -, aber man möge mir bitte nicht die Geschichte vom Storch von der Akzeptanz des "Klimawahns" im (konservativ regierten) Israel von heute erzählen.

Schneemann
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Zitat: Israel is too small to rely on traditional, land-intensive photovoltaic power plants.
Dodgy Ein Drittel des Landes ist unbebaute Wüste.
Das sind halt so Geschichte für die angesichts der Konflikte und Kriege kein Geld da ist. Gilt für so manches andere Infrastrukturprojekt auch.
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Vor der heißen Phase des Wahlkampfs ist Bennetts Stern deutlich am sinken. Nicht gegenüber Netanyahu sondern gegenüber Eisenkot im Oppositionellen Lager. In vier Wochen ist der Vorsprung seiner Partei von 11 auf 2 Punkte geschrumpft. Gegenüber den Regierungsparteien hat der Oppositionsblock nach wie vor eine konfortable Mehrheit, es fehlen allerdings nach wie vor einige Sitze zu 60 Stimmen in der Knesset, sodass es eine schwierige Regierungsbildung geben würde. Wobei ich vermuten würde, dass Eisekot anschlussfähiger wäre als Bennett.

[Bild: https://pbs.twimg.com/media/HJ_SRB9WYAAa...name=small]
https://x.com/AmitSegal/status/2062598397530448359
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Israel: Die exorbitanten Kosten des permanenten Kriegszustands
LOJ (französisch)
Netanjahu erklärte im September, Israel habe keine andere Wahl, als ein „Super-Sparta“ zu werden – jene antike griechische Stadt, die ganz um den Krieg geschlängelt war.
AFP / 7. Juni 2026 um 23:00 Uhr
[Bild: https://s.lorientlejour.com/storage/atta...43341.jpeg]
Palästinenser inspizieren den Ort eines israelischen Luftangriffs auf ein Haus, dessen Bewohner vor dem Angriff zur Evakuierung aufgefordert worden waren, in der Nähe eines Vertriebenenlagers in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens am 7. Juni 2026. REUTERS/Ramadan Abed

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will sein Land zu einem „Super-Sparta“ des Nahen Ostens machen, doch die exorbitanten Kosten des Krieges belasten den Verteidigungshaushalt und lassen Kürzungen im Bildungs- oder Gesundheitswesen befürchten. Die Kosten des Konflikts, der am 7. Oktober 2023 durch den beispiellosen Angriff der palästinensischen islamistischen Bewegung auf Israel aus dem Gazastreifen ausgelöst wurde, beliefen sich Ende April auf 405 Milliarden Schekel (fast 120 Milliarden Euro), so der Gouverneur der israelischen Zentralbank, Amir Yaron. „Das ist eine enorme Summe, mehr als 17 % des BIP“, erklärte er kürzlich auf einem Wirtschaftssymposium in Herzliya nördlich von Tel Aviv.

Allein die Militäraktion gegen den Iran, die durch den amerikanisch-israelischen Angriff auf Teheran am 28. Februar ausgelöst wurde, verursachte dem Staat bis zum Inkrafttreten des Waffenstillstands am 8. April zusätzliche Kosten in Höhe von 35 Milliarden Schekel (10,5 Milliarden Euro), so eine erste Schätzung des Finanzministeriums. Ende März, nach der Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2026, wies die Regierung darauf hin, dass sich der Haushalt des Verteidigungsministeriums seit dem 7. Oktober mehr als verdoppelt habe.

Um die Kriegsanstrengungen zu finanzieren, hat Israel in den Jahren 2024 und 2025 massiv Kredite auf den internationalen Märkten aufgenommen, sodass die Staatsverschuldung laut Finanzministerium nun mehr als 69 % des BIP ausmacht, gegenüber 60 % vor dem Krieg. Auch Steuern und Sozialabgaben sind gestiegen.

„Trauma-Ökonomie“
Esteban Klor, Wirtschaftsprofessor an der Universität Jerusalem, erklärt gegenüber AFP, dass die Israelis für den Krieg „doppelt bezahlen“. Das erste Mal, sagt er, durch die Kürzung der Sozialausgaben des Staates und die Reduzierung der Investitionen in öffentliche Dienstleistungen, die durch mehrere aufeinanderfolgende „pauschale“ Haushaltskürzungen beschlossen wurden, während „wir (...) gerade dabei sind, die Verschuldung zu erhöhen“.

„Das Bildungswesen wird darunter leiden, die Qualität der Infrastruktur wird sinken, ebenso wie die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems“, erläutert er.

Lesen Sie auch: Vom Libanon über Syrien bis nach Gaza – Israel gewinnt an allen Fronten an Boden

Die zweite Kostenart hängt mit der anhaltenden Mobilisierung von Zehntausenden Reservisten seit dem Angriff der Hamas zusammen. „Da (...) viele unserer Erwerbstätigen in der Armee sind statt an ihrem Arbeitsplatz, wirkt sich das auf die Produktion aus“, erklärt Klor. Laut einer Umfrage des Israelischen Instituts für Demokratie (IDI), einer als gemäßigt eingestuften Denkfabrik, geben 31 % der Befragten an, seit dem 7. Oktober einen Rückgang ihres Gehalts oder Einkommens zu verzeichnen, wobei Selbstständige und Arbeitnehmer mit den niedrigsten Einkommen am stärksten betroffen sind.

Dennoch hat die israelische Wirtschaft den Schock des Krieges schnell überwunden: Das BIP hat bereits 2024 wieder das Niveau von 2022 erreicht und wächst weiterhin in einem beneidenswerten Tempo (+2,9 % im Jahr 2025, mit einer erwarteten Beschleunigung für 2026). Doch auf dem Herzliya-Symposium warnte Tamar Levi-Boneh, stellvertretende Haushaltsdirektorin, vor einer „Trauma-Wirtschaft“, in der der Schock des 7. Oktober und das Gefühl des Versagens, das die Armee empfindet, diese dazu veranlassen, immer mehr Haushaltsmittel zu fordern, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

„Überwältigende Überlegenheit“
„Der Sicherheitsapparat muss lernen, seine Bedürfnisse so zu decken, dass der Lebensstandard nicht beeinträchtigt wird, und seinen Teil der Verantwortung übernehmen“, meinte sie. Netanjahu vertritt eine gegenteilige Sichtweise; er erklärte im September, Israel habe keine andere Wahl, als ein „Super-Sparta“ zu werden, jene antike griechische Stadt, die ganz um den Krieg herumschlägt.

Während seine Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump über die von Israel im Libanon gegen die Hisbollah geführte Militäraktion, aber auch über die Art und Weise, wie der Krieg mit dem Iran beendet werden soll, offen zutage treten, vertritt der israelische Regierungschef eine autarke Vision, die sein Land von der Abhängigkeit von der enormen Militärhilfe befreien würde, die es von den Vereinigten Staaten erhält.

Anfang Mai bekräftigte er daher seine Absicht, im Laufe des nächsten Jahrzehnts 350 Milliarden Schekel (über 100 Milliarden Euro) in die nationale Rüstungsindustrie zu investieren, um eine „überwältigende Luftüberlegenheit“ zu gewährleisten.
Esteban Klor warnt davor, dass „der Verteidigungshaushalt die Schwelle von 10 % des BIP überschreiten könnte“, und fordert eine rasche Rückkehr zu einem „vernünftigeren“ Niveau. Israel ist eines der Industrieländer, in denen die Ungleichheiten am eklatantesten sind, und der Krieg macht die Lage nicht besser. Laut der neuesten verfügbaren Studie der israelischen Sozialversicherung ist der Anteil der Kinder, die unterhalb der Armutsgrenze leben, zwischen 2023 und 2024 von 27,6 % auf 28 % gestiegen.
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Zeichen der Toleranz:
Zitat:Tel Aviv holds first Pride parade since Oct. 7; cops impede some anti-government marchers [...]

Tel Aviv on Friday hosted its first Pride parade in two years, with the municipality reporting over 100,000 people in attendance after urging marchers to “vote with your feet” for more rights.

The seaside parade followed a procession of eight floats sponsored by leading corporations and staffed, respectively, by the city’s LGBTQ community center, the Tel Aviv University students’ union and six leading lines of Pride parties.
https://www.timesofisrael.com/tel-aviv-h...-marchers/

Für ein Land, das quasi ständig unter Feuer steht, ein großes Zeichen, dass man das Risiko eingeht, eine solche Veranstaltung zuzulassen, obgleich ein latenter Kriegszustand tobt, zumal die Teilnehmer dieser Parade in den Ländern, die zu den Feinden des "Judenstaates" zählen, vermutlich totgeschlagen, aufgegessen oder sonstwie abgemeuchelt werden würden.

Schneemann
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(Gestern, 22:22)Schneemann schrieb: Zeichen der Toleranz:
https://www.timesofisrael.com/tel-aviv-h...-marchers/

Für ein Land, das quasi ständig unter Feuer steht, ein großes Zeichen, dass man das Risiko eingeht, eine solche Veranstaltung zuzulassen, obgleich ein latenter Kriegszustand tobt,

Schneemann

Naja die feiern zum Unabhängigkeitstag hatten ja auch Ende April stattgefunden mit ähnlichen Teilnehmerzahlen.
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Zitat:Naja die feiern zum Unabhängigkeitstag hatten ja auch Ende April stattgefunden mit ähnlichen Teilnehmerzahlen.
Nicht jeder israelische Patriot oder Nationalist ist schwul oder eine Drag Queen.

Schneemann
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