Jemen
@srg
Sehr amüsant. Denn von ein paar wenigen hundert "elitären" Mann abgesehen ist die Saudische Armee selbst in desaströser Weise kampfuntauglich. Daher ist die Königsfamilie auf Sölder von Blackwater/Xe und ausländische Kräfte aus den VAE, dem Sudan und Südamerika angewiesen um überhaupt militärische Operationen durchführen zu können. Wenn dieses sprichwörtlich auf Sand gebaute Konstrukt nun bereits gegen eine Sandalentruppe wie den Houthis zerbröckelt, ist jedwede Drohebärde Saudi Arabiens gegen Nachbarstaaten wie den Irak, Iran, Syrien oder irgendeine halbwegs kriegserfahrene Miliz, als Witz zu begreifen. Eine weitere Lehre aus dem Krieg im Jemen scheint die hohe Effektivität von ballistischen Raketen und Panzerabwehrlenkwaffen selbst gegen modernst gepanzerte Fahrzeuge zu sein und das jemenitische Zivilisten für die westliche Wertegemeinschaft vollkommen wertlos sind. Würde der Russe sich an diesem Konflikt beteiligen, wäre das selbstverständlich anders.
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Nur als Überleitung aus dem Syrien-Strang (viewtopic.php?f=42&t=1903&start=1920) von wegen der Clusterbomben-Diskussion: Zum Einsatz von (in den USA produzierten) Clusterbomben durch die saudische Allianz im Jemen. Namentlich geht es hierbei vor allem um die Systeme CBU-58 und BLU-63.
Zitat:Use of cluster bombs

Cluster munitions have been used by over 20 states during armed conflict in over 35 countries. This internationally banned weapon is being used in Syria and Yemen right now, causing mounting civilian casualties. [...]

Human Rights Watch, a founding member of the Cluster Munition Coalition, collected evidence of at least two aerial cluster bomb attacks in two different Sanaa neighborhoods on 6 January; a third attack, on Sanaa’s al-Thiaba neighborhood, was widely reported by social media but has not yet been confirmed.

Cluster munitions used in the attacks have been identified as US-made BLU-63 antipersonnel/anti-materiel submunitions and components of a CBU-58 cluster bomb. Each air-dropped CBU-58 cluster bomb contains 650 submunitions. Cluster munitions of this type were exported by the United States to Saudi Arabia between 1970 and 1995.

“As a party to the conflict in Yemen, the United States must also be held responsible for any war crimes in which its forces took part,” said Burke. “It must investigate this most recent and egregious use of weapons that have been outlawed by 118 countries through the Convention on Cluster Munitions.”
http://www.stopclustermunitions.org/en- ... yemen.aspx

Im Syrien-Strang hat Shahab3 die Meldungen der CMC als "antirussische Hetzkampagne" dargestellt. Diese Darstellung weise ich doch entschieden zurück. Diese angebliche "antirussische Hetzplattform" kritisiert Clusterbomben-Einsätze oder -Verkäufe seitens des Westens bzw. der USA oder auch bspw. der Israelis nämlich genauso wie umgekehrt die russischen Einsätze.

Schneemann.
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....
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Bahrein baut in Eritrea nahe Assab ein neuen Seehafen.
http://wikimapia.org/#lang=de&lat=13.07 ... h=Assab%20
Vermutlich wird dieser bereits für ein Militärcamp genutzt und Material angesammelt um damit in Jemen an dessen Westküste eine neue Front zu eröffnen.

Vorher, nachher:
http://www.janes.com/images/assets/561/ ... 0_-_m1.jpg
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Es geht wieder los:
Zitat:Nach dem Scheitern der Jemen-Friedensgespräche hat eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition erstmals seit fünf Monaten wieder die jemenitische Hauptstadt Sanaa bombardiert.

Ziele seien unter anderem der Präsidentenpalast und ein Militärstützpunkt gewesen, berichteten Bewohner am Dienstag.

Kämpfer, die aufseiten der international anerkannten Regierung stehen, wollen von Norden und Osten auf Sanaa vorrücken, das von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert wird.

Quelle: http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/ar...-130476692

Ich habe vor ein paar Tagen mal gelesen, dass es an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und Jemen wieder Tote gegeben habe. Der Kleinkrieg dort ist möglicherweise schon wieder im Gange.

Für die Houthis ist zu hoffen (ja, ich ergreife hier zurzeit Partei für die), dass sie in der Zeit der Friedensgespräche reichlich Waffen angeschafft haben. Insbesondere MANPADS und ATGMs wären wichtig.
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(09.08.2016, 13:54)hunter1 schrieb: Es geht wieder los:
Zitat:Nach dem Scheitern der Jemen-Friedensgespräche hat eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition erstmals seit fünf Monaten wieder die jemenitische Hauptstadt Sanaa bombardiert.

Ziele seien unter anderem der Präsidentenpalast und ein Militärstützpunkt gewesen, berichteten Bewohner am Dienstag.

Kämpfer, die aufseiten der international anerkannten Regierung stehen, wollen von Norden und Osten auf Sanaa vorrücken, das von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert wird.

Quelle: http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/ar...-130476692

Ich habe vor ein paar Tagen mal gelesen, dass es an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und Jemen wieder Tote gegeben habe. Der Kleinkrieg dort ist möglicherweise schon wieder im Gange.

Für die Houthis ist zu hoffen (ja, ich ergreife hier zurzeit Partei für die), dass sie in der Zeit der Friedensgespräche reichlich Waffen angeschafft haben. Insbesondere MANPADS und ATGMs wären wichtig.

Mal sehen wie lange sich die Saudis diesen Krieg noch leisten können.
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Diesmal scheinen die Houthis/Verbündete etwas getroffen zu haben:
Zitat:An Emirati aid ship headed for war-torn Yemen was hit by an airstrike launched by Houthi rebels, according to official UAE state news agency, WAM.
A Houthi spokesperson told CNN the Iranian-allied group was responsible for Saturday's attack, which occurred as the vessel headed for the port city of Aden.

Quelle: http://edition.cnn.com/2016/10/02/middle...-attacked/

Qualitätsjournalismus vom Feinsten:
- Das "Aid Ship" soll ein Hochgeschwindigkeitskatamaran der VAE-Marine sein:
https://en.wikipedia.org/wiki/HSV-2_Swift
- Der "airstrike" war ein Raketenangriff (fragt sich nur mit was)
- Iran und die Houthis haben ein Bündnis - selbstverständlich - immer wieder dementiert.

Ich hab den Artikel von CNN trotzdem reingestellt als Hinweis, dass die Geschichte inzwischen auch in "hiesigen" Medien angekommen ist. Die Berichte jemenitischer, iranischer und arabischer Medien seit Samstag zu diesem Vorfall sind leider nicht zu gebrauchen.

Über den Status des Schiffes ist bis jetzt nichts bekannt. Sollte die Information stimmen, dass die saudische Marine Crew-Mitglieder gerettet hat, dürfte es dem Kahn aber nicht allzu gut gehen. Andererseits haben die Houthis bisher schamlos berichtet, sie hätten ca. ein halbes Dutzend saudischer Kriegsschiffe versenkt. Deshalb ist die Geschichte bis auf Weiteres mit Vorsicht zu geniessen, bleibt aber sehr spannend. Denn es stellt sich die Frage: Was für ein Anti-Schiffs-"Wirkmittel" wurde eingesetzt? Und: wie viele davon haben die Houthis noch?
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Auf Twitter wird behauptet das Schiff wurde mit einer https://de.wikipedia.org/wiki/Noor_(Marschflugkörper) versenkt.
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Auf Liveleak gibt's ein paar Bilder von der HSV-2:
http://www.liveleak.com/view?i=8e5_1475698904
Beschädigt, aber schwimmt. Das Video, welches herumgeisterte, wo die ganze Brücke (? - Ich meine die Fensterreihe vorne) brannte, scheint echt zu sein.
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(06.10.2016, 14:45)hunter1 schrieb: Auf Liveleak gibt's ein paar Bilder von der HSV-2:
http://www.liveleak.com/view?i=8e5_1475698904
Beschädigt, aber schwimmt. Das Video, welches herumgeisterte, wo die ganze Brücke (? - Ich meine die Fensterreihe vorne) brannte, scheint echt zu sein.

Wobei der Abschuß jetzt auch nicht wirklich ein großes Ding ist.
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(06.10.2016, 15:33)frieder75 schrieb: Wobei der Abschuß jetzt auch nicht wirklich ein großes Ding ist.
Ich meine schon. Es ist schlicht ein Debakel, wie der Krieg im Jemen verläuft. Obwohl es den Houthis/Verbündeten nicht gelingt, die angreifenden arabischen Streitkräfte zu schlagen und aus dem Land zu werfen, erreichen diese wiederum trotz ihrer hochgerüsteten Armeen ihre Kriegsziele nicht. Der (erfolgreiche) Angriff auf ein Kriegsschiff ist da ein weiterer Tiefschlag.
Die Stadt Mocha, die von den Houthis gehalten wird und wo der Angriff auf HSV-2 herkam, hätte schon lange eingenommen werden sollen. Versuche sind immer wieder gescheitert.
Und im speziellen zum Angriff auf das Schiff: die Houthis/Verbündete verfügen demnach über Antischiffswaffen und können diese auch wirkungsvoll einsetzen. Dies in der Nähe einer Meerenge. Für mich ist das schon ein grosses Ding.
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(06.10.2016, 19:09)hunter1 schrieb:
(06.10.2016, 15:33)frieder75 schrieb: Wobei der Abschuß jetzt auch nicht wirklich ein großes Ding ist.
Ich meine schon. Es ist schlicht ein Debakel, wie der Krieg im Jemen verläuft. Obwohl es den Houthis/Verbündeten nicht gelingt, die angreifenden arabischen Streitkräfte zu schlagen und aus dem Land zu werfen, erreichen diese wiederum trotz ihrer hochgerüsteten Armeen ihre Kriegsziele nicht. Der (erfolgreiche) Angriff auf ein Kriegsschiff ist da ein weiterer Tiefschlag.
Die Stadt Mocha, die von den Houthis gehalten wird und wo der Angriff auf HSV-2 herkam, hätte schon lange eingenommen werden sollen. Versuche sind immer wieder gescheitert.
Und im speziellen zum Angriff auf das Schiff: die Houthis/Verbündete verfügen demnach über Antischiffswaffen und können diese auch wirkungsvoll einsetzen. Dies in der Nähe einer Meerenge. Für mich ist das schon ein grosses Ding.

Die Saudische (Söldner)Armee inklusive ihrer Verbündeten mag technisch hoch gerüstet sein, aber sie verfügen weder über die nötige Moral und schon gar nicht über das fachliche Wissen ihre High Tech Armee auch sinnvoll einzusetzen. Die Houthis dagegen dürften von der Kampfmoral her um Längen besser dastehen. Hinzu kommt dass sie im Grenzgebiet auch auf saudischer Seite nicht nur sehr viele Unterstützer haben, sondern es sich für die Saudis dort fast um Feindgebiet handelt. Das mit den Antischiffswaffen würde ich aber nicht überbewerten. Damit ein Schiff zu treffen ist nunmal kein größeres Problem. Solange sie dort nicht wöchentlich oder gar täglich Schiffeversenken spielen dürfte der Umstand keine große Rolle spielen.
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Es geht mir insbesondere um den ganzen Küstenstreifen von Aden bis Midi, den die saudische Koalition bislang nur bis Bab el Mandeb unter ihre Kontrolle gebracht hat. Das ist flaches Gelände ohne Deckung und sollte militärisch zu erobern sein, wenn man denn will. Es gelingt aber nicht. Und nun kommt dieser Angriff hinzu. Die saudische Operation im Jemen hängt stark von einer effektiven Seeblockade ab, womit der Nachschub für die Houthis abgeschnitten werden soll. Daher ist es selbstverständlich ein Desaster, wenn die Houthi in der Region von Bab el Mandeb über Antischiffsraketen verfügen; das rote Meer ist an der Stelle nicht eben breit und Schiffe sind auf dem Präsentierteller.

Im Sudan soll angeblich mit iranischer Hilfe eine funktionierende Waffenindustrie aufgebaut worden sein, wo auch ATGMs hergestellt werden. Der Sudan ist zwar mit den Saudis verbündet, was den Krieg im Jemen angeht, aber gleichzeitig ein Partner des Iran. Ein Schelm, wer da Böses denkt: die sudanesischen Häfen liegen nicht allzu weit von Mocha und Hodeida entfernt. Oder anders ausgedrückt: die Saudis können sich wirklich keine Lücken in ihrer Seeblockade leisten (egal, wer die Houthis versorgen würde). Und die müssen ihre Flotte ganz anders organisieren, wenn Antischiffsraketen ins Spiel kommen.
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Ähm es gibt doch überhaupt keine funktionierende Seeblockade gegen die Houthies?
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(06.10.2016, 22:27)frieder75 schrieb: Ähm es gibt doch überhaupt keine funktionierende Seeblockade gegen die Houthies?

Hast Du dafür einen Beleg?
In dem Zusammenhang müsste man sich nämlich fragen, warum keine Hilfsgüter (z.B. Nahrungsmittel) in die Houthi-Gebiete gelangen, wo man angeblich kurz vor einer Hungerkatastrophe steht.
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