Schweiz
#61
So jetzt gebe ich es auch zu bin Eidgenosse.
Persönlich habe ich den die Initative gestimmt, weil für mich die Reaktion der EU, Frankreich, Italien und Deutschland ein zu grosses Risiko sind und waren. Die Initative mehr Luft als nutzen. Mein Sohn hat für die Initative gestimmt, warum? Er ist Elektoinstallateur, sein Wissen soll über dem eine deutschen Elektikers sein, aber der drückt ihm den Lohn und er möchte nicht die nächsten X Jahre zum Minimallohn arbeiten.
Man muss wissen bei uns wird nichts so heiss gegessen wie es gekocht wird. Es war ein Wink an die Politik und Wirtschaft, aber denke sie haben es wohl noch nicht richtig geschnallt was das Volk will. Für die SVP ist der Plan aufgegangen, sie hat sich immer gegen die Flankierenden Massnahmen wie minimal Löhne usw. gewehrt und sagt jetzt seht die Lohndümper. Die Linke die immer für stärkere Flankierende war konnte sich durchsetzen, weil die Wirtschaft dagegen war, waren auch die bürgerlichen Parteien gegen stärke. Aber die Politik hat die Warnzeichen lange ignoriert und zu spät reagiert. Warum braucht jeder aus der EU gleich ein 5 Jahres Visum und kann dann nicht mehr raus gestellt werden? Nach Bern ist Sozialhilfe eine gewisse Zeit untersagt ist, aber da die Kantone zuständig sind, gibt es solche die EU-Migranten nach drei Monaten hier mit Sozialhilfe unterstützen, welche einiges grosszügier als Harz IV ist. Es Kantone gibt welche die Einhaltung der Löhne nicht überwachten und es zu massivem Lohndumping kommt. Mit massiven Steuerrabbat Firmen angelockt wurden, welche gleich ihr Personal mitbrachten. Und was hat der normale Bürger oder Schweizer oder Secondo (2. /3. Generation Nicht-CH) davon? Nichts. Keine Lohnererhöhung, dafür teilweise massiv höhere Lebenshaltungskosten, Miete, Krankenkasse. Überfüllte Strassen, Bahnen usw. Bsp 4,5 Zimmerwohnung in Zürich Altbau, Sfr. 1900.- ohne Nk, Mieter zieht aus, Nachmieter zahlt nun Sfr. 2700.- und machen kannst du nicht, dass ist der freie Markt. Ich bin mit bewusst und schliesse mich meinem "Vorredner" an, wir haben zu hohe Löhne und warum? Unsere Lebenshaltungskosten sind 50 % höher als in Deutschland, die Schweiz hat lange fast alles abgeschottet und ich frage mich wie lange das noch gut geht mit unseren höheren Löhnen. Sinken die langsam auf das deutsche Niveau ab, gibt es hier eine Katastrophe ungeahnten Ausmasses. Noch so ein Beispiel, wir geben für die Unis sehr viel Geld aus, viele kommen aus DEU hierher weil beste Bedingungen und zahlen sie dafür? Die Krankenkasse haben sie mit Superrabbat, zahlen nur den Gebühren, ihr Heimatstaat gar nichts. Der Heimatkanton dem Kanton der die Uni betreibt bis Sfr. 50'000.- für einen Studenten überweisen muss. Da sagt der Bürger doch: "Spinnt ihr eigentlich? Wir zahlen doch nicht für die anderen"! Und mal ehrlich, die meisten Deutschen mag ich. Nur meine Nachbarin die könnte man gleich an die Grenze stellen. Man noch nie soviel auf ein Mal geschrieben, hoffe man versteht die Schweizer nun ein bisschen besser.
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#62
@phantom
Zitat:Das im Zusammenhang, dass wir uns generell schwer tun mit unserem grossen, dominanten Nachbarn ... Westschweizer haben hingegen überwiegend positive Gefühle zu Frankreich/Paris, so lassen sich die Unterschiede erklären. Wir bewundern die Deutschen nicht wirklich, denke das hat schon auch mit den Weltkriegen zu tun und mit zum Teil ziemlich grossspurigem Auftreten (vieles sind auch Vorurteile).
Das sich kleinere Staaten mit einem größeren Nachbarn oft schwertun (vor allem in psychologischer Natur), ist durchaus richtig. Aber ich weiß nicht, ob es unbedingt mit den Weltkriegen zu tun hat. Zumindest im deutsch-schweizerischen Verhältnis glaube ich sogar, dass dies nur bei wirklich schrillen populistischen Auseinandersetzungen auf beiden Seiten eine vorgeschobene Rolle spielt.

Ich fahre schon seit über 20 Jahren in die Schweiz zum Winterurlaub. Und ich empfand es immer als schön, hatte nie negative Erlebnisse nach dem Fingerzeig-Motto: "Buuh, ein Deutscher!". Nie! Wirklich noch nie!

Eine Anekdote dazu kommt mir in den Sinn: In Grindelwald (war um 1998) hat mir ein alter Schweizer mal erzählt, dass die Amerikaner eigentlich die Feinde der Schweiz seien. Ich war etwas verwundert und fragte nach (war vor meiner Zeit als Geschichtestudent), wieso er dies denn so sehe. Er erklärte mir dann, dass die Schweizer sich gewiss Sorgen vor einem deutschen Einmarsch gemacht hätten (was beim bisherigen damaligen Handeln des NS-Regimes auch verständlich war), aber von den USA 1944/45 an den Rand einer Hungersnot gebracht worden sind. Ich hatte davon keine Ahnung und fragte nach. Er erklärte mir, dass die Schweiz nach dem Fall Frankreichs 1940 ihre notwendigen Rohstoff- und Nahrungszufuhrtransporte per Bahn über die südfranzösische Küste abgewickelt hätte, aber dies im/ab Herbst 1944 (alliierte Landung in Südfrankreich; "Operation Dragoon") nicht mehr möglich gewesen sei. Darauf hätten die USA der Schweiz die "Pistole auf die Brust gesetzt", sie solle jegliche Kooperation mit NS-Deutschland (Lieferung von Flugzeugen durch die Deutschen bzw. auch Lieferung von Feinmechanik durch die Schweiz) beenden oder man werde von Seiten der Westalliierten eben keine Transporte mehr durchlassen. Die Schweiz lehnte dieses Ultimatum ab, musste aber im Frühjahr 1945 schließlich ob schwerwiegender Lieferengpässe doch einlenken - ich glaube, er sagte, es sei Ende Februar 1945 (?) gewesen. Und ihm seien deshalb heute fünf Deutsche lieber als ein Amerikaner. Zumindest war dies sein Standpunkt.

Ich habe übrigens auch während meines Geschichtestudiums keine Details dazu finden können, aber die Geschichte ist mir so noch grob in Erinnerung. Bin mir aber auch bewusst darüber, dass es nur eine Momentmeinung eines damals (1998) ca. 75 Jahre alten schweizerischen Gastwirtes war. Insofern: Ich glaube, dass die Weltkriegsproblematik gar nicht mal immer als so gewichtig anzusehen ist. Aber vielleicht weißt du zu diesem Thema (Blockade 1944) als Schweizer mehr.
Zitat:Und schlussendlich gehts auch um die Frage, ob wir Schweizer überhaupt so viele Menschen wollen. [...] ... mal die unverblümte Sicht der Dinge würde mich auch interessieren.
Sagen wir so: Bis zu einem gewissen Grad kann ich die Schweizer sogar verstehen. Man ist zwar ein finanzstarkes, aber dennoch hinsichtlich der Fläche und der Bevölkerung wiederum ein recht kleines Land. Dass dies Bedrohungsängste von wegen Überfremdung begünstigten kann, verstehe ich durchaus. Und ehrlich gesagt: Ich hatte als Außenstehender etwa mit der Moschee-Geschichte mehr Probleme (bezüglich Religionsfreiheit, die jede Demokratie zu gewährleisten hat) als mit der jetzigen Abstimmung, die aber in der Medienlandschaft und auch in der (deutschen) Politik um ein Vielfaches mehr thematisiert wird. Wenn die Schweiz sich nun für einen solchen Zuwanderungsbegrenzungsschritt entscheidet, so ist dies eben ihre Sache, die ich auch in gewisser Weise bezüglich der Landesgröße nachvollziehen kann; ich werde dennoch auch weiterhin die Schweiz als Tourist besuchen, weil mir das Land gefällt und weil ich nie Probleme von wegen Anfeindungen hatte. Ich halte das alles insofern für einen - bis zu einem gewissen Grad - Medienhype.

Schneemann.
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#63
@Schneemann.
Zitat:Ich fahre schon seit über 20 Jahren in die Schweiz zum Winterurlaub. Und ich empfand es immer als schön, hatte nie negative Erlebnisse nach dem Fingerzeig-Motto: "Buuh, ein Deutscher!". Nie! Wirklich noch nie!
In erster Linie ist das ein Echo auf deine Person. Unsere Vorurteile kommen primär dann noch vorne, wenn sich jemand laut und auffällig gebärdet. Den anderen schon im ersten Gespräch erklärt, wo es lang geht ... das ist eine Anleitung wie man es sich mit Schweizern schon beim ersten Kontakt für immer verscherzen kann. Tja, da sind wir sehr empfindlich. Wink

Zitat:Eine Anekdote dazu kommt mir in den Sinn: In Grindelwald (war um 1998) hat mir ein alter Schweizer mal erzählt, dass die Amerikaner eigentlich die Feinde der Schweiz seien. Ich war etwas verwundert und fragte nach (war vor meiner Zeit als Geschichtestudent), wieso er dies denn so sehe. Er erklärte mir dann, dass die Schweizer sich gewiss Sorgen vor einem deutschen Einmarsch gemacht hätten (was beim bisherigen damaligen Handeln des NS-Regimes auch verständlich war), aber von den USA 1944/45 an den Rand einer Hungersnot gebracht worden sind. ...
Davon hab ich nie was gehört. Aber ich kann dir erzählen mit welchen Vorurteilen ich mehr als 20 Jahre nach dem Krieg aufgewachsen bin. Mein Vater hat mir erzählt, wenn irgendwas mit Deutschen wäre, dann würde er den Sauschwab am Ende der Strasse als ersten erschiessen. Und das ist beileibe nicht die einzige Story die wir uns als Kleinkinder anhören mussten. Wir hatten im allgemeinen eine wirklich schlechte Meinung von den Deutschen. Korrigiert wurde das Bild in meinen Augen primär durch das deutsche TV das wir alle auch konsumiert haben. Von guten Komikern, TV-Stars, deutsche Welle, über die deutsche Bundesliga ... wandelte sich allmählich das Bild. In den Skiferien, hatten wir jeweils sehr ambivalente Erfahrungen ... die Deutschen Gäste im Hotel waren super lieb, dann gabs aber auch gröllenden Deutschen in der Menge. In meinen Augen brauchte das viel Zeit zur Korrektur, nach aussen geben wir ja uns meistens freundlich, aber hinten rum wurde oft schlecht über die Deutschen gesprochen.

Zitat:Wenn die Schweiz sich nun für einen solchen Zuwanderungsbegrenzungsschritt entscheidet, so ist dies eben ihre Sache, die ich auch in gewisser Weise bezüglich der Landesgröße nachvollziehen kann; ich werde dennoch auch weiterhin die Schweiz als Tourist besuchen, weil mir das Land gefällt und weil ich nie Probleme von wegen Anfeindungen hatte.
Schön, mag ich dir gönnen. Es geht aber schon auch um die Ausländerquote, ihr habt nicht Ansatzweise so viele Ausländer wie wir. Viele Leute bei uns haben wirklich Angst vor einem Identitätsverlust/Überfremdung. Ich zumindest fürchte mich davor nicht, wir haben sicher mehr von den Ausländern profitiert, auch bezüglich Mentalität /Offenheit. Ich hab gegen diese Initiative gestimmt, primär weil wir auf den wirtschaftlichen Boom angewiesen sind und ich die positive Lage nicht gefährden möchte.

Was ich mir von hier niedergelassenen Deutschen wünschen würde, dass sie sich auch mal ums Zürichdeutsch bemühen würden. Die geben sich nicht mal Mühe unsere Sprache anzunehmen, klar macht man sich immer etwas lächerlich wenn man versucht Dialekt zu sprechen oder wir es in Hochdeutsch probieren Wink, aber bitte wir bemühen uns ja auch.

@Redhead
Die meisten Deutschen kommen ja fertig ausgebildet zu uns. Wir profitieren mehr von ihnen, weil wir die ganze (Schul)Ausbildung nicht bezahlen müssen. Sie sprechen in etwa die gleiche Sprache, können also gleich produktiv loslegen ... für die Wirtschaft ist das im Moment nur positiv. Die paar deutschen Studenten kosten im Vergleich dazu, nichts. Aber ich geb dir Recht, der Lohndruck wäre ganz bestimmt immer grösser geworden. Der Druck entsteht eben immer zuerst auf die Löhne/Stellen und erst dann auf die Preise.
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#64
Zitat:die Deutschen Gäste im Hotel waren super lieb, dann gabs aber auch gröllenden Deutschen in der Menge
Ja, ich weiß was du meinst. Muss ja zugeben, dass mir die eigenen Landsleute teils auch arg auf den Zeiger gehen (ich war einmal in Ischgl in Österreich und fand es fürchterlich, werde dort nicht mehr hinfahren solange dieses prollige Ski-Gegröle dort "regiert"). Ich glaube, dass ich, wenn ich dort wohnen würde, froh wäre, wenn dieser Krawall wieder verschwindet. Im Nachhinein habe ich mich auch gefragt, was da wohl für ein Bild über die "Teutonen" hinterlassen wird. Muss aber auch dazu sagen, dass es nicht nur Deutsche waren. "Laute" und angetrunkene Briten oder Holländer waren auch viele zugegen. Im Grunde waren die genauso nervig. Und das ist das grundlegende Problem: Ich fahre ja in ein Land, um Land und Leute kennen zu lernen, Urlaub zu machen und um es zu bereisen, aber ich fahre nicht in ein Land X, um dort "die Sau oder den Oberlehrer rauszulassen". Leider beherzigen dies nicht alle.
Zitat:Es geht aber schon auch um die Ausländerquote, ihr habt nicht Ansatzweise so viele Ausländer wie wir. Viele Leute bei uns haben wirklich Angst vor einem Identitätsverlust/Überfremdung.
Wie gesagt: Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass ich die Initiative irgendwo verstehen kann. Wenn Deutschland (ca. 8-9% Migrantenanteil) genauso eine hohe Ausländerquote wie die Schweiz (ca. 23-24%) hätte, so möchte ich gar nicht wissen, welche (u. U. sogar drastischer ausgelegten) Initiativen hierzulande vom konservativen bis auch direkt rechtsextrem-populistischen Rand der Politik auf den "Markt" geworfen werden würden. Manche Kreise in Deutschland machen ja jetzt schon Stimmung gegen die EU-Richtlinien für die Balkanstaaten und gegen eine drohende Zuwanderung, obgleich man, wie gesagt, wesentlich weniger Migranten - prozentual gerechnet - als die Schweiz hat und ebenso auch auf die Zuwanderung von Arbeitskräften angewiesen ist.

Schneemann.
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#65
phantom schrieb:.... Die Grossstädte wie Zürich sind gegen diese Initiative. Je ländlicher ein Gebiet ist, desto weniger Einwanderung möchte man zulassen.
....
also auch: je weniger Ausländer in einem Gebiet ansässig sind, desto mehr ist man für Beschränkung - während in Grossstädten mit hohen Ausländeranteil die Probleme deutlich geringer wahrgenommen werden ....
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#66
Erich schrieb:
phantom schrieb:.... Die Grossstädte wie Zürich sind gegen diese Initiative. Je ländlicher ein Gebiet ist, desto weniger Einwanderung möchte man zulassen.
....
also auch: je weniger Ausländer in einem Gebiet ansässig sind, desto mehr ist man für Beschränkung - während in Grossstädten mit hohen Ausländeranteil die Probleme deutlich geringer wahrgenommen werden ....
Vor der gelebten Realität fürchtet man sich in der Regel nicht (Städten) ... so gesehen ist doch das auf dem Land vielleicht auch verständlich. Sie haben die Veränderung zum Teil wirklich noch vor sich. In der Innerschweiz / in den Bergkantonen, sind es häufig Dörfer wo noch jeder jeden kennt (das entspricht tatsächlich noch dem Klischee von der klassischen Schweiz). Das ist völlig anders als in Zürich, Basel, Genf, Lausanne, ... und der Agglomeration.

@Schneemann
Zitat:Manche Kreise in Deutschland machen ja jetzt schon Stimmung gegen die EU-Richtlinien für die Balkanstaaten und gegen eine drohende Zuwanderung, obgleich man, wie gesagt, wesentlich weniger Migranten - prozentual gerechnet - als die Schweiz hat und ebenso auch auf die Zuwanderung von Arbeitskräften angewiesen ist.
Der Schweizer hat schon den Hang zu selektiver Ausländerfeindlichkeit. Wenn man anonym nachfragen würde, bin ich mir sicher dass annähernd 40% sich gegen Ausländer aus Balkanstaaten entscheiden würden. Bei den Deutschen schätz ich etwa 20%, bei den Franzosen und Italienern schätz ich den Wert noch etwas tiefer ... aber das ist nur mein subjektiver Eindruck (Press, Familie, Freunde), ich kann das nicht mit Zahlen oder Studien belegen.

Die 50% die jetzt gegen die freie Einwanderung entschieden haben, sind ja nicht alle ausländerfeindlich, auf keinen Fall. Wie schon erwähnt haben die Bedenken vor real existierenden Folgen ... es kann auch ein sozialer Abstieg sein, im Schnitt wird ja der Schweizer durch den Zuzug hochqualifizierter Arbeitnehmer aus z.B. Deutschland nicht aufgewertet. Im Gegenteil, da bei uns vor allem die Rosinen einwandern, werden die besseren Jobs häufig durch Ausländer besetzt. Dass man sich da nicht unbedingt freut, kann ich zum Teil nachvollziehen. Was interessiert mich als Einzelner ob es jetzt der Schweiz als Gesamtes etwas besser geht ... überhaupt nicht, es interessiert primär was ich davon hab.

Die Zuwanderung ist eben eine andere als in Deutschland, hier ist die Zuwanderung meistens von tiefer qualifizierten Arbeitnehmern vorhanden. Dieser Punkt wurde bis jetzt zu wenig thematisiert, in der Schweiz weils wahrscheinlich zu sehr schmerzt Wink und in Deutschland bezüglich der Schweiz, weil man es nicht weiss.
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#67
Zitat:Rechtsbürgerliche holen bei Schweizer Wahl Mehrheit

Zürich (Reuters) - Mit Forderungen nach weiteren Zuwanderungs-Beschränkungen hat die rechtsnationale Schweizerische Volkspartei (SVP) die Parlamentswahl in der Schweiz gewonnen.

Die schon bisher stärkste politische Kraft im Land baute ihren Stimmenanteil auf den Rekordwert von 29,4 Prozent aus, wie dem vorläufigen amtlichen Endergebnis am Montag zu entnehmen war. Nie seit dem Ersten Weltkrieg war eine einzelne Partei in der Schweiz auf einen so hohen Wert gekommen. [...]. In der großen Kammer des Parlaments gewann die SVP elf Sitze und stellt nun 65 Abgeordnete, so viele wie keine Partei vor ihr. Die zweite Rechtspartei FDP beendete den 36 Jahre anhaltenden Krebsgang und sammelte erstmals wieder mehr Stimmen ein. Die wirtschaftsfreundliche Partei kommt nun auf 33 Abgeordnete. Verluste gab es dagegen für die politische Mitte, die Grünen und die Sozialdemokraten, die ihre Mehrheit damit abgeben. [...] Politologen sprachen von einem Rechtsruck.
http://de.reuters.com/article/worldNews ... EJ20151019

Schneemann.
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#68
Ist zwar bislang nur ein Trend, aber bei ca. 40 zu 60 Prozent dürfte eine recht deutliche Mehrheit der Schweizer, bezogen auf das gesamte Land, das Referendum abgelehnt haben. Es ist hierbei von Kanton zu Kanton recht unterschiedlich abgestimmt worden. In z. B. auch einigen größeren Städten (u. a. Basel) haben die Wähler indessen zugestimmt...
Zitat:Hochrechnung- Schweiz gegen schärfere Regeln bei Ausländerausweisung [...]

Nach einer ersten Hochrechnung des Fernsehens lehnte am Sonntag eine klare Mehrheit der Wähler die Initiative ab. "Der Trend ist eindeutig in Richtung 'Nein' gelaufen", sagte Claude Longchamp, Chef des Forschungsinstituts gfs.bern. "Das bestätigt sich am heutigen Tag. Wir sind unter 45 Prozent Zustimmung". Mit dem Vorschlag wollte die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) eine schnellere Ausweisung von Ausländern erzwingen, die gegen Gesetze verstoßen haben.
http://de.reuters.com/article/schweiz-a ... EKCN0W10GT

Schneemann.
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#69
Das amtliche Endergebnis der Volksabstimmung steht nun fest. Eine deutliche Mehrheit hat das Anliegen der SVP abgelehnt. Es ist vielleicht noch etwas zu früh, um die Hintergründe auszuloten, aber es scheint so, als wenn man bei unserem Nachbarn nach Jahren der Abgrenzung (s. u. a. Moscheen, Einwanderungsregeln) eine weitere Verschärfung der Regeln nicht mitmachen wollte bzw. es könnte auch sein, dass ein größerer Teil der Schweizer allenthalben die Überfremdungshysterie mancher in der SVP nicht mehr hinnehmen konnte. Vor allem auch war der Wahlkampf der SVP von teils eindeutig rassistisch gefärbten Zügen geprägt.
Zitat:Schnellere Ausländer-Ausweisung

Fast 60 Prozent der Schweizer sagen "Nein"

Die Schweizer wollen nicht, dass Ausländer schon wegen kleinerer Vergehen und ohne Einzelfallprüfung abgeschoben werden können. Die Mehrheit der Wähler stimmte gegen eine entsprechende Initiative der rechtspopulistischen SVP. Für die ist das Ergebnis ein schwerer Schlag.

Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung klar dagegen ausgesprochen, straffällig gewordene Ausländer automatisch abzuschieben. 58,9 Prozent der Wähler sowie eine deutliche Mehrheit der Kantone sagten laut Endergebnis "Nein" zu der umstrittenen Initiative der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP). [...]

Die SVP hatte intensiv für eine solche verschärfte Gesetzesform geworben. "Endlich Sicherheit schaffen - Mehr Schutz für unsere Frauen und Töchter" hieß es in einem Flyer, auf dem ein weißes Schaf ein schwarzes Schaf mit einem Fußtritt aus dem Land wirft. [...]
https://www.tagesschau.de/ausland/schwe ... g-105.html

Dieser letztgenannte Wahlslogan erinnert mich frappierend an manches AfD-Plakat bei mir daheim (in Baden-Württemberg stehen demnächst bzw. am 13. März Landtagswahlen an), wo auch die Vergewaltigungs- und Schützt unsere Töchter!-Schiene massiv gefahren wird. Mal abwarten, ob die Leute darauf aufspringen...die Schweizer sind es zumindest ja anscheinend nicht...

Schneemann.
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#70
Schneemann schrieb:Es ist vielleicht noch etwas zu früh, um die Hintergründe auszuloten, aber es scheint so, als wenn man bei unserem Nachbarn nach Jahren der Abgrenzung (s. u. a. Moscheen, Einwanderungsregeln) eine weitere Verschärfung der Regeln nicht mitmachen wollte bzw. es könnte auch sein, dass ein größerer Teil der Schweizer allenthalben die Überfremdungshysterie mancher in der SVP nicht mehr hinnehmen konnte.
Wir hatten ja mit 62% eine deutlich höhere Stimmbeteiligung als sonst. Dieser neue Block der mehrheitlichen Nichtwähler muss man sicher noch analysieren. 20% über dem Schnitt.

Meine Meinung:
Diese Initiative hätte vor allem Ausländer betroffen die schon sehr lang hier drin genauso zu unserem Gemeinwohl beitragen, wie jeder andere Schweizer auch. Das sind eben diese ca. 25% nicht Eingebürgerten, aber meist hier aufgewachsenen Ausländer (Secondos).

Und die die Initiative eigentlich treffen hätte sollen, sind in der überwiegenden Zahl keine Ausländer mit Bleiberecht. Die Delikte werden meist durch diese Kriminaltouristen verübt und da wäre die Initiative komplett wirkungslos gewesen. Weil die die eh kein Bleiberecht haben, die kann man auch nicht ausweisen, die sind sowieso nicht "aufenthaltsberechtigt".

Ich selber hätte es in der Deutlichkeit nicht erwartet. Aber es ist schön zu sehen, dass die Mehrheit, diese unnötige Vergiftung des Klimas zu solchen die keinen Schweizer Pass haben und Schweizern, nicht zugelassen haben. Es war ein Prüfstein, ob der Mob eine Grenze noch rechtzeitig ziehen kann, trotz gegenteiligem Meinungstrend den Verstand noch einschalten kann und nicht 99% von denen bestraft um die es gar nicht gehen kann.

Zitat:Vor allem auch war der Wahlkampf der SVP von teils eindeutig rassistisch gefärbten Zügen geprägt.
Das kann's nicht gewesen sein, das war schon viel extremer der Fall ... eben z.B. mit "Kosovaren schlitzen Schweizer auf", damals im Jugoslawischen Bürgerkrieg. Das war viel schlimmer, die Plakate glichen viel stärker noch der Grafiksprache aus dem dritten Reich. Der aktuelle Abstimmungskampf war eher durch einen moderateren Ton der SVP geprägt. ... nicht zuletzt deshalb, weil eine Gesetzesverschärfung ja bald in Kraft getreten wäre (die Initiative komplett unnötig).

Übrigens das eine Bild im Video mit der "Nazi"-Grafik war eines der Gegner. Der gegnerische Block von sehr jungen Wählern hat sich der gleich primitiven Werkzeuge bedient, wie es die SVP in den Abstimmungskämpfen zu tun pflegt ... vielleicht noch eine Schippe drauf gelegt (Schweizer Kreuz zu Nazi Hakenkreuz entfremdet, um die SVP zu demaskieren). Stellte die SVP in die braune Ecke mit diesen Plakaten. Das hat eine grosse Kontroverse ausgelöst, ob dieser miese SVP-Stil jetzt noch von der Gegenseite getoppt werden müsse?! Interessanterweise beklagt sich die SVP über diesen miesen Stil. :mrgreen: Tja wenn man selber mit Demagogie und Hetze noch übertroffen wird, ist es natürlich nie rechtens.
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