Rechtsradikalismus in Deutschland
Ich bin mal gespannt, ob sich das wirklich noch zu einer Hexenjagd entwickelt (noch will ich es nicht so nennen, weil es bisher anscheinend wenig koordiniert abläuft) und welche Auswirkungen das letztlich hat. Es war aber zu erwarten, dass es früher oder später genau da zu Problemen kommen würde, weil die Melange aus gesellschaftlicher Stellung (und damit einhergehend auch ein Identitätsgefühl), anteiliger Kontinuität zur Wehrmacht und das Ziel der eigenen Tätigkeit Grenzen zwangsläufig auflöst. Und es zeigt sich eben auch, dass bei einem konsequenteren Umgang mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte auch die Identifikation jener deutlich leichter fallen würde, die tatsächlich ein Problem darstellen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/bunde...-1.3501136

Zwei Zitate daraus, die bezeichnend sind für die Situation:

""Auf N24 läuft eine Dokumentation über Rommel, muss ich meinen Fernseher jetzt kaputt schlagen? #allesmussraus". Ein User schreibt, er könne das mit den Durchsuchungen einfach nicht ernst nehmen, solange den Feldjägern "Jedem das Seine" am Barrett heftete."

"Nun hat er das Foto seines Großvaters in Wehrmachtsuniform aus seiner Stube genommen. Warum er nicht einfach den Opa in zivil da hängen hatte? "Er war eben ein Soldat wie ich.""
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Dieser Staat demontiert sich zunehmend selbst. Dann dürften die Grünen bald ihr Ziel erreicht haben. Oder es kommt der große Umschwung des politischen Pendels.
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Ich habe es schon einmal gesagt, und das gilt immer noch: sinnfrei polemische Beiträge sind hier nicht erwünscht. Wenn du etwas konstruktiv zum Thema oder zur Diskussion beitragen möchtest, gern, für alles andere findest du sicherlich passendere Kanäle.
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Die große Säuberung geht weiter

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...47482.html
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Das ganze nimmt tatsächlich immer groteskere Züge an:

Zitat:Auch das Spektrum der aufgenommenen Gegenstände ist äußerst bunt. So findet sich eine Fettpresse aus dem Dritten Reich ebenso darunter wie (teils demilitarisierte) Wehrmachtswaffen, Leitsätze von Generälen neben Modellbausätzen und Postern für Computerspielen und Büchern bis hin zur eindeutig verbotenen Devotionalie mit Hakenkreuz. Neben Gegenständen aus der Zeit des Nationalsozialismus weist die Liste auch eine Reihe weiterer Funde aus, die teils bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen und mitunter auch ausländischer Herkunft sind.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...42323.html
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(02.06.2017, 12:10)Helios schrieb: Das ganze nimmt tatsächlich immer groteskere Züge an:

Zitat:Auch das Spektrum der aufgenommenen Gegenstände ist äußerst bunt. So findet sich eine Fettpresse aus dem Dritten Reich ebenso darunter wie (teils demilitarisierte) Wehrmachtswaffen, Leitsätze von Generälen neben Modellbausätzen und Postern für Computerspielen und Büchern bis hin zur eindeutig verbotenen Devotionalie mit Hakenkreuz. Neben Gegenständen aus der Zeit des Nationalsozialismus weist die Liste auch eine Reihe weiterer Funde aus, die teils bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen und mitunter auch ausländischer Herkunft sind.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...42323.html

Ein Gutes hat diese Hexenjagd. Vielen meiner Bekannten die gedient haben hat es endgültig die Augen geöffnet.
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Zitat:Asylbewerberheime

Fast jeden Tag ein neuer Anschlag

Trotz rückläufiger Tendenz gibt es in Deutschland einer Statistik des Bundeskriminalamts zufolge im Schnitt fast jeden Tag einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim. Die meisten davon haben einen rechtsradikalen Hintergrund.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA). Seit Januar blieben die Zahlen demnach weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70. Die meisten Straftaten haben einen rechtsradikalen Hintergrund. Insgesamt seien in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt worden als vor der Flüchtlingskrise, als es im Jahr 2014 insgesamt 199 waren. [...]

Der Höhepunkt lag demnach im Jahr 2015. Nach dem Zuzug von fast einer Million Flüchtlinge sei damals in Deutschland die Zahl der Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte drastisch auf 1031 gestiegen. 2016 waren es insgesamt knapp 1000. Darunter fallen etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge und Brandstiftung.
http://www.tagesschau.de/inland/anschlae...e-101.html

Schneemann.
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(06.11.2017, 15:23)Schneemann schrieb:
Zitat:Asylbewerberheime

Fast jeden Tag ein neuer Anschlag

Trotz rückläufiger Tendenz gibt es in Deutschland einer Statistik des Bundeskriminalamts zufolge im Schnitt fast jeden Tag einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim. Die meisten davon haben einen rechtsradikalen Hintergrund.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA). Seit Januar blieben die Zahlen demnach weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70. Die meisten Straftaten haben einen rechtsradikalen Hintergrund. Insgesamt seien in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt worden als vor der Flüchtlingskrise, als es im Jahr 2014 insgesamt 199 waren. [...]

Der Höhepunkt lag demnach im Jahr 2015. Nach dem Zuzug von fast einer Million Flüchtlinge sei damals in Deutschland die Zahl der Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte drastisch auf 1031 gestiegen. 2016 waren es insgesamt knapp 1000. Darunter fallen etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge und Brandstiftung.
http://www.tagesschau.de/inland/anschlae...e-101.html

Schneemann.

Leider wird die Statistik nicht komplett aufgeschlüsselt. Wäre interessant wie viele der schweren Straftaten auf das Konto Rechtsradikaler gehen und wie viele auf rivalisierende Gruppen anderer Nationalitäten.
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Das "rechtsradikaler Hintergrund" in der BKA-Statistik bezieht sich nicht auf "Rechtsradikale" (vs "sonstige Tätergruppen") sondern ist eine Legaldefinition für Taten die entweder aufgrund entsprechender Tatmerkmale als eindeutig politisch rechtsradikal eingestuft werden können (als Beispiel: hinterlassene Hakenkreuze) oder bei denen vorhandene Tatverdächtige bereits zuvor durch Taten mit rechtsradikalem Hintergrund bekannt sind.

In der Statistik an sich wird der entsprechende Datenblock getrennt unter "PMK-Rechts" und "PMK-Sonstige/Nicht Zuzuordnen" geführt, Anschläge gegen Asylbewerberheime werden in der Erstbetrachtung immer als PMK bewertet (PMK = Politisch Motivierte Kriminalität).
Für 2016 als Beispiel* werden Gewaltdelikte gegen Asylunterkünfte aufgeschlüsselt mit 149 Taten PMK-Rechts und 12 Taten PMK-Sonstige, d.h. 92,5% "rechtsradikalem Hintergrund". Dies umfasst (versuchte) Tötungen, Körperverletzungen und Brandstiftung; bei 8 Taten mit anderen Delikten (z.B. Sprengstoffanschläge gegen unbewohnte Einrichtungen) und kleiner Fallzahl erfolgt keine Aufschlüsselung zwischen den Phänomenbereichen. Bei den sonstigen 825 Taten handelte es sich lt. Aussage BKA im Regelfall um Sachbeschädigungen oder Propagandadelikte, die nicht weiter aufgeschlüsselt werden.

* siehe BKA-"Bundeslagebild 2016: Kriminalität im Kontext von Zuwanderung".
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(09.11.2017, 19:35)kato schrieb: Das "rechtsradikaler Hintergrund" in der BKA-Statistik bezieht sich nicht auf "Rechtsradikale" (vs "sonstige Tätergruppen") sondern ist eine Legaldefinition für Taten die entweder aufgrund entsprechender Tatmerkmale als eindeutig politisch rechtsradikal eingestuft werden können (als Beispiel: hinterlassene Hakenkreuze) oder bei denen vorhandene Tatverdächtige bereits zuvor durch Taten mit rechtsradikalem Hintergrund bekannt sind.

In der Statistik an sich wird der entsprechende Datenblock getrennt unter "PMK-Rechts" und "PMK-Sonstige/Nicht Zuzuordnen" geführt, Anschläge gegen Asylbewerberheime werden in der Erstbetrachtung immer als PMK bewertet (PMK = Politisch Motivierte Kriminalität).
Für 2016 als Beispiel* werden Gewaltdelikte gegen Asylunterkünfte aufgeschlüsselt mit 149 Taten PMK-Rechts und 12 Taten PMK-Sonstige, d.h. 92,5% "rechtsradikalem Hintergrund". Dies umfasst (versuchte) Tötungen, Körperverletzungen und Brandstiftung; bei 8 Taten mit anderen Delikten (z.B. Sprengstoffanschläge gegen unbewohnte Einrichtungen) und kleiner Fallzahl erfolgt keine Aufschlüsselung zwischen den Phänomenbereichen. Bei den sonstigen 825 Taten handelte es sich lt. Aussage BKA im Regelfall um Sachbeschädigungen oder Propagandadelikte, die nicht weiter aufgeschlüsselt werden.

* siehe BKA-"Bundeslagebild 2016: Kriminalität im Kontext von Zuwanderung".

Und wie wird dann folgende Straftat eingeordnet? http://m.sz-online.de/nachrichten/blutsp...14732.html
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Erstbewertung: Selbstverständlich rechtsradikal. Nur weil jemand nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat, heißt das nicht, dass er nicht rechtsradikal sein kann.

In der Folgebewertung landet das Ganze mutmaßlich eher in der psychischen Kiste stattdessen...
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