Rechtsradikalismus in Deutschland
#46
die sollen bleiben wo sie sind - wir haben schon genug beschrubbte in Europa selbst - auch (wenig, aber zu viel) in Deutschland:
http://www.ftd.de/politik/europa/:infog ... 41515.html
Zitat:19.04.2011, 17:39 Schriftgröße: AAA
Infografik
Die Rechten in Europa
Die Rechtspopulisten sind in Europa auf dem Vormarsch. Verstärkt buhlen sie mit eurofeindlichen Parolen um Wähler. In Finnland waren sie damit sehr erfolgreich. FTD.de zeigt, wie sich die Rechte auf dem Kontinent breit macht.
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Die letzten Wahlen endeten allesamt enttäuschend für die Rechtsextremen, zu deren Programmatik die EU-Feindlichkeit gehört. .... Auch die NPD spricht sich für eine Abschaffung des Euro aus.
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#47
Schon einige Tage her, aber dennoch wichtig. Ist übrigens bei mir in Baden-Württemberg passiert (ca. 50 Auto-Minuten entfernt), nicht in den neuen Bundesländern...
Zitat:Winterbach

Durchsuchungen nach Brandanschlag auf Ausländer

Nach dem Brandanschlag von Rechtsextremisten auf fünf Ausländer in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) hat die Polizei am Mittwoch eine großangelegte Durchsuchungsaktion in der rechten Szene gestartet. Insgesamt wurden 24 Wohnungen unter die Lupe genommen. [...]

Zwischen den Rechtsradikalen und neun Ausländern - drei Italienern und sechs Türken - soll es am frühen Sonntagmorgen nach Partys zu einem Streit gekommen sein. Als dieser ausuferte, flüchteten sich fünf Ausländer in die Gartenhütte und verbarrikadierten sich. Die Angreifer zündeten dann die Hütte an. 14 Verdächtige waren zunächst wieder auf freien Fuß gekommen, weil man ihnen keine konkrete Tatbeteiligung nachweisen konnte.
http://www.swr.de/landesschau-aktuell-b ... index.html

Schneemann.
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#48
Zitat:Europa wird zum Schreckgespenst

Die Dänen führen wieder Grenzkontrollen ein, Frankreich fürchtet Flüchtlingswellen: Bei unseren Nachbarn greift die EU-Skepsis um sich - doch auch die Einstellung der Deutschen zu Europa ist erschreckend.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...49,00.html
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#49
@tienfung
Ich denke, in diesem Artikel wird viel zusammengemengt.
Was solll denn z.B. am Euroskeptizismus oder Islamophobie explizit rechts sein, wobei "rechts" partout noch längst nicht explizit braun ist.
Islamophobie kann etwa auch liberal begründet werden, etwa: Scheisse, wir haben so lange daran gearbeitet das Frauen wählen können und gleichberechtigt sind und Schwule nicht gelyncht werden, und jetzt kommen diese Muslime mit ihren Burka, Hetzpredigern und Scharia und drohen uns alles kaputt zu machen.
Das soll in einem unserer westlichen Nachbarstaaten, den Niederlanden, die Grundhaltung eines Pim Fortuyn gewesen.
Witzigerweise verfällt der Autor am Schluss des Artikels selbst imho in arg rechtslastige Töne, indem er bedauert das die Deutschen aufgrund ihrer Nazi-Vergangenheit kein auserwähltes Volk seien:
Zitat:Es ist schon schlimm genug, wenn die Deutschen hier keinen Deut besser sind als ihre Nachbarn.
Die Deutschen als "auserwähltes Volk" - ist das nicht ein sehr rechtsextremer Gedankengang?
Auserwählt, am besten "von Gott auserwählt" ist kein Volk, nicht die Deutschen, US-Amerikaner oder sonstwer, und auch keine Religionsgemeinschaft, egal ob jüdisch, christlich oder islamisch.
Die geistige Gesundheit eines jeden, der vollen Ernstes anderes behauptet darf guten Gewissens in Frage gestellt werden.
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#50
@Tiger
Ich verstehe nicht, wie Du zu Deiner Ableitung kommst, dass der Autor die Deutschen für ein auserwähltes Volk hält. Ich denke, der Satz, den Du zitiert hast, bezieht sich eher darauf, dass es in Europa allgemein nach rechts tendierende Strömungen gibt und dass die Deutschen in dem Sinn nicht besser sind als ihre Nachbarn. Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen und der Bewegung nach rechts entgegenzusteuern, springt man in Deutschland auf diesen Zug auf. Das ist es mMn, was der Autor bedauert.
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#51
also ich finde der Autor selbst vertritt ein Weltbild welcher vorrangig für Probleme der EU verantwortlich ist
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#52
@hunter1
Ich denke, ich habe dabei an diesen Satz gedacht:
Zitat:Irgendeine Immunität gegen rechts hat ihnen die Nazizeit nicht eingebracht.
Der Satz impliziert, als sollten die Deutschen automatisch gegen rechte Sichtweisen veranlagt sein, weil es in ihrer Geschichte das "Dritte Reich" gab.
Dabei gab es vor und während des Zweiten Weltkriegs in genug anderen Staaten nationalistische bzw. faschistische, totalitäre Regime. Nicht nur in Italien, sondern auch z.B. in Bulgarien, Lettland usw. Von ähnlichen Strömungen in anderen Staaten, z.B. Belgien und Ungarn nicht zu schweigen.
Genug Staaten in Europa haben zudem auch das Wirken des "Dritten Reiches" miterleiden müssen. Sollten sie da laut der Logik des Autors nicht auch eine "Immunität gegen rechts" entwickelt haben? Warum nur die Deutschen?
Liest man daraufhin die folgenden beiden Sätze:
Zitat:Man braucht keinen verworfenen deutschen Volkscharakter unterstellen, um sich über deutsche Anfälligkeit für rechtes Gedankengut zu sorgen.

Es ist schon schlimm genug, wenn die Deutschen hier keinen Deut besser sind als ihre Nachbarn.
klingt das so, als sollten die Deutschen etwas besonderes sein.
Sie sollten "einen Deut besser" sein als ihre bösen Nachbarn, was sie leider nicht sind.
Zu einem "auserwählten Volk" hat der Autor die Deutschen damit nicht erklärt, aber man kann dies hineininterpretieren.
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#53
Nationalismus, Rassismus, Abschottung, Fremdenhass, Religiosität und Geschichtsverdrehung sind spezifisch rechte Themenbereiche. Und das ist auch das von dem wir hier reden.

Es ist richtig, dass Islamophobie nicht spezifisch rechts ist. Genaugenommen ist die Ablehnung von Religionen überhaupt nicht rechts sondern links. Die Islamophobie von der wir hier reden zielt auch nicht auf die Religion sondern auf die Menschen dahinter. Niemand schert sich um afrikanische oder indonesische Muslime sondern es geht allein um arabische und türkische Muslime und ihre Gebräuche. Die Religion wird nur vorgeschoben um bestimmte Ethnien zu diskreditieren. Es geht de facto um verdeckten Rassismus.
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#54
Lustig ist das man auf Grund der Übersensibilisierung diese Themen ungerne anfasst . Einfach auf dem Grund weils u.a. NPD und Co bestärken könnte(Medien) und das man selbs schnell ins Fettnäpfchen treten kann. Ergo ist die "Gefahr vom Islam" für viele eine passende Ausrede. Kirche und Jesus zu wahren ist ja wieder was anderes. (letzer Satz Ironie)

EDIT:16.5
Anbei um zu untermauern:

Zitat:Vorsicht, Rechtspopulist!

Rechts zu sein, ist in Deutschland keine politische Ortsbeschreibung, sondern ein Verbannungsurteil. Um als Rechter zu gelten, reicht es schon, dass man Zweifel an den Milliardentransfers in den EU-Süden hat. Dann ist man Europa-Skeptiker - und damit ganz nahe am Verfassungsfeind

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...03,00.html
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#55
Zitat:Nazis geraten am Kreuzberger U-Bahnhof außer Kontrolle....
Die Rechtsextremen hatten die Polizei mit einem plötzlichen Ausbruch überrascht und waren in den U-Bahnhof gestürmt, wo sie laut Berichten des »Tagesspiegels« Jagd auf Migranten machten. Als sie den Bahnhof durch den anderen Ausgang verließen, fielen sie den Gegendemonstranten in den Rücken. »Sie haben sofort wahllos auf die Leute eingeprügelt und ihre Parolen geschrien«, erzählt eine Augenzeugin. »Das war extrem gruselig.« Insgesamt nahmen die über 600 Polizisten 46 Personen vorläufig fest und führten 37 Freiheitsbeschränkungen durch. 36 Polizisten wurden verletzt. Laumeyer sprach von 30 Verletzten Demonstranten, davon fünf schwer Verletzte....

http://www.neues-deutschland.de/artikel ... rolle.html
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#56
Zitat:Die Polizei in Braunschweig bereitet sich auf einen Großeinsatz am Wochenende vor. Rechtsextreme Demonstranten wollen nach einer Kundgebung in Braunschweig am Sonnabend auch durch die Nachbarstadt Peine ziehen. Das sagte Polizeisprecher Stefan Rinke am Freitag.

Für die Demonstration in Peine sind bisher 500 Teilnehmer angemeldet. In Braunschweig rechnet die Polizei mit bis zu 1000 Rechtsextremisten und bis zu 7000 Gegendemonstranten. Mehrere Tausend Polizeibeamte werden im Einsatz sein.

http://www.abendblatt.de/region/norddeu ... eraus.html
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#57
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 31,00.html


Zitat:Rechtsextreme Erziehung
Kindheit am rechten Rand

Kinderbücher aus der NS-Zeit, Puzzle mit den Grenzen von 1937, Ferien mit Volksgenossen: Im rechtsextremen Milieu gedeiht hinter bürgerlichen Fassaden eine ideologische Erziehungskultur. Der Nachwuchs wird zum politischen Instrument, warnen Experten.
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#58
Eine Pilgerstätte für Rechte scheint es jetzt immerhin wohl weniger zu geben...
Zitat:Heß-Grab wird eingeebnet

Das Ende einer Belagerung

Im oberfränkischen Wunsiedel ist das Grab von Rudolf Heß eingeebnet worden. Nun kann sich die Stadt wieder ihrem wahren Erbe widmen. Die Heimsuchung rechtsradikaler Fanatiker hatte sie nie verdient. [...]

„Ich bin gern in dir geboren, du kleine, aber gute, lichte Stadt“, schrieb Jean Paul über seinen Geburtsort Wunsiedel. Der große deutsche Schriftsteller ist im historischen Erbe der Stadt im Fichtelgebirge gleichsam der helle, tröstliche Antipode zu einem Mann, der ihr Bild in den vergangenen Jahrzehnten verfinsterte: Rudolf Heß, der Stellvertreter Adolf Hitlers. Sein Grab auf dem evangelischen Friedhof Wunsiedels diente Rechtsextremisten als Vorwand für ihre Umtriebe; mit Aufmärschen an den Jahrestagen seines Todes suchten sie Aufmerksamkeit zu erregen.

Seit der Einebnung des Grabes in den frühen Morgenstunden des Mittwochs keimt die Hoffnung in der Stadt, dass ihr diese Last genommen ist. Vorangegangen war im Mai ein Beschluss des Vorstands der evangelischen Kirchengemeinde, den Pachtvertrag für das Grab, der im Oktober ausläuft, nicht zu verlängern; das Grab sollte nicht länger als Identifikationspunkt radikaler Kräfte missbraucht werden können. [...]

Nach der Öffnung des Grabes wurden die sterblichen Überreste von Heß von einem Bestatter in einen Sarg gebettet und noch am Mittwoch verbrannt. Die Familie Heß will die Asche auf See beisetzen lassen.
http://www.faz.net/artikel/C30190/hess- ... 70188.html

Schneemann.
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#59
Exakt die Variante der Rechtsradikalität, über die hier auf letzten beiden Seiten diskutiert wurde, beschreibt SpOn im Zusammenhang mit dem Attentat in Norwegen:

Zitat:...
Eine andere Form rechter Radikalität

Es ist eine seltsame Szene, die ihren Ausdruck in solchen Blogs findet und in der sich Breivik bewegte: tatsächlich pro-westlich und ausgesprochen pro-amerikanisch, Israel freundlich zugetan, dagegen aber deutlich anti-muslimisch, aggressiv christlich und "wehrhaft", "mono-kultistisch" und offen feindlich gegen alles, das liberal, links, "Multi-Kulti" und "internationalistisch" ist. Nazis verabscheut diese "patriotisch-nationalistische" Szene dabei, Sympathien und informelle Kontakte pflegt man hingegen mit der US-amerikanischen Tea-Party-Bewegung, zur FPÖ, aber auch in die rechte Fußball-Fan-Kultur der "Casuals" - und zur britischen "English Defence League" (EDL).

Die gilt zwar als militant und ultrarechts, kooperiert aber auch schon mal mit der unter Terrorverdacht stehenden Jewish Defence League (JDL) - undenkbar bei der "Konkurrenz" aus dem Neonazi-Lager. Das geht bis zu gemeinsamen Veranstaltungen und Demonstrationen. Die Allianzen in dieser Szene sind so überraschend wie eindeutig: Hauptsache, es geht gegen Muslime.
...
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 75,00.html
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#60
Der Feind, meines Feindes...
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