Rechtsradikalismus in Deutschland
#16
Zitat:Ende der nationalen Volksfront

Thorsten Stegemann 30.06.2009
Die NPD will sich über die Absprachen mit der DVU hinwegsetzen und zur Landtagswahl in Brandenburg antreten. Damit ist der "Deutschlandpakt" der rechten Parteien, der vor fünf Jahren begründet wurde, praktisch gescheitert

Im Sommer 2004 beschlossen die Parteivorstände von NPD und DVU, bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen und in Brandenburg nicht mehr gegeneinander anzutreten. Der Erfolg der Übereinkunft war beachtlich. Die DVU gewann in Brandenburg 6,1 Prozent der Stimmen und schickte sechs Abgeordnete in den Landtag. Für die NPD lief es noch besser. Mit 9,2 Prozent und 12 Mandatsträgern zog sie in den Sächsischen Landtag ein. Anfang 2005 riefen der damalige DVU-Vorsitzende Gerhard Frey und NPD-Chef Udo Voigt dann den sogenannten "Deutschlandpakt" aus, der den "Bruderkampf" beenden und eine möglichst große Zustimmung bei allen Wählern erreichen sollte, "die noch Deutsche sein wollen".
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Quelle:Telepolis.de
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#17
Noch mehr Faschistoides aus Sachsen:

http://www.readers-edition.de/2009/07/1 ... ert-warum/
Zitat:Motiv im Mordfall Marwa Sherbini blieb zunächst verschleiert. Warum?

Freitag, den 10. Juli 2009 um 19:01 Uhr von Claus-Dieter Stille

Haben die sächsischen Behörden bestimmte, für die betreffende Sache durchaus nicht unwichtige Informationsdetails unter der Decke gehalten, um nicht dazu beizutragen, eine aufgeheizte Stimmung zu schaffen, die weitere Straftaten zur Folge hätte haben können? Oder wollten sie vielleicht einfach nur die Hinterbliebenen der schwangeren Frau schützen, welche vor kurzem mitten in einem Prozess am Dresdner Landgericht von dem Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet worden war?
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Fremdenfeindliche Tat eines Islamophoben
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Der inzwischen inhaftierte Täter soll Frau Sherbini mehrfach als “Schlampe” und “Terroristin” beschimpft und gar einmal versucht haben, ihr das Kopftuch zu entreißen. Die Bluttat erfolgte - daran dürfte kein Zweifel bestehen - aus purem Fremdenhass. Selbst die Staatsanwaltschaft Dresden bezeichnete den Mörder als “fanatischen Ausländerfeind”.
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Oder ging es hier vielmehr um bewusste Beschwichtigungspolitik, um den Freiststaat Sachsen nicht in die Negativzeilen zu bringen, weil das potentielle Investoren abschrecken könnte? Fremdenfeindlichkeit und offene Islamfeindlichkeit ist ganz sicher nicht nur bei tumben Mordgesellen, wie in diesem speziellen Fall dem Russlanddeutschen zu finden, sondern ist auch in der Mitte der deutschen Gesellschaft anzutreffen. Auch das ist am Beispiel Marwa Sherbini festzumachen. Wie unterdessen die Mutter der Ermordeten (die übrigens Apothekerin gewesen war und keineswegs eine ungebildete Migrantin), Laila Shams, der ägyptischen Zeitung “Al Wafd” schilderte: Für ihre Tochter sei es schwierig gewesen in Deutschland Arbeit zu finden: “Ein Arbeitgeber schlug ihr vor, das Kopftuch abzunehmen, dann würde sie auch eine Stelle finden.”
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#18
Schneemann schrieb:
Zitat: Welchen Sinn erfüllt Dein Post? Information, oder Hetze? Es ist äusserst bezeichnend, dass Du das hier im Iran Thread postest und damit den Fall in eine gewisse Richtung lenkst. Damit machst Du Dich selbst zum Mitglied der schweigenden braunen Suppe in diesem Land, die erst dann vortritt, wenn man den Moslems selbst noch einen Strick aus einem islamophoben Mord drehen kann. Das finde ich ziemlich armselig.
Weder Information, zumindest nicht zur Gänze, noch Hetze. Mit ging es eher darum aufzuzeigen, wie dieses verlogene Regime einen Mord in Deutschland instrumentalisiert, um von den eigenen Problemen und Verfehlungen abzulenken. Die ganze Geschichte wirkt so initiiert, dass man fast wütend werden könnte. Das ganze ist doch nur eine „Revanche“ wegen der deutschen Kritik an den Wahlfälschungen. Hauptsache man hat auch mal einen Grund, sich vor deutschen Vertretungen auszutoben. Wäre dieses Verbrechen in Dresden passiert, und es hätte keinen deutschen Protest wegen der „Wahlen“ gegeben, so würde sich im Iran niemand danach umdrehen. So aber hat man die Sache instrumentalisiert und ein paar „Protestperser“ zur Ablenkung abgestellt. Und das stinkt gewaltig.

PS: Hat der Iran eigentlich diplomatische Beziehungen zu Serbien?

Schneemann.

Dir ist die tatsächliche Tragweite dieses Vorfalls nicht bewusst. In der islamischen Welt hat dieser Vorfall für größtes Aufsehen und Verärgerung gesorgt. Es ist sehr limitiert gedacht, dahiner lediglich eine staatlich organisierte Show zu verstehen. So banal lässt sich diese Welt nunmal nicht erklären, werter Schneemann.

http://www.time.com/time/world/article/ ... 30,00.html
Zitat:Tragic Symbol: Egypt's Headscarf Martyr
By Abigail Hauslohner / Cairo Sunday, Jul. 12, 2009

The murder of Marwa al-Sherbini, a 32-year-old Egyptian pharmacist stabbed to death in a German courtroom last week, has stoked growing anger in Egypt, where the local press has taken to referring to Sherbini as the "headscarf martyr."
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"Had the Muslim been the aggressor as the guards initially thought, the story would have made headlines ... It would have perfectly fitted into the promoted image of Muslims being aggressive, barbaric and uncivilized," wrote a columnist in Egypt's main English language daily, Daily News Egypt.

In Egypt, the reaction has been impassioned — some would say extreme. When Sherbini's body was buried in her hometown of Alexandria on Monday, thousands turned out for the funeral[b], raising banners and, according to wire reports, chanting slogans such as, "The Germans are the enemies of God" and "Down with Germany."
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http://english.aljazeera.net/news/europ ... 72704.html
Zitat:[b]Tributes paid to slain Egyptian

Hundreds of people carrying white roses have gathered in a German city to honour an Egyptian woman who was fatally stabbed in a courtroom in eastern Germany last week.

The crowd massed at the city hall on Saturday in honour of Marwa Sherbini who was knifed 18 times as she testified in a court in Dresden against a young German of Russian descent who was appealing his conviction.
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Hosni Mubarak, the Egyptian president, asked German Chancellor Angela Merkel to ensure swift justice when they met at G8 summit in Italy.
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http://www.gulfnews.com/region/Egypt/10330742.html
Zitat:Call to boycott German goods

By Ramadan Al Sherbini, Correspondent
Published: July 11, 2009, 23:29

Cairo: Apparently emboldened by protests in Iran against the killing of an Egyptian Muslim woman in Germany earlier this month, Egyptian activists have vowed to go ahead with their protests across the nation until "the blood of the 'hijab martyr' is avenged."

"So far we have organised four protests despite the heavy security presence," Ahmad Abdullah, an Islamist activist, said.

"We'll continue these protests until the Egyptian government stops ignoring the trouble and humiliation faced by Egyptians abroad," he told Gulf News.

Scores of Islamist activities on Friday staged a demonstration outside Al Azhar Mosque, a major place of worship in Cairo, in memory of Marwa Al Sherbini.
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http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=2009\07\11\story_11-7-2009_pg12_4
Zitat:JI slams Muslim woman’s murder in German court

By Irfan Ali

KARACHI: The Jamaat-e-Islami (JI) women’s wing, on Friday, protested against the murder of Marwa el-Sherbini, an Egyptian woman who was stabbed to death in a courtroom in Germany.

Women activists of the Jamaat-e-Islami lifted banners and placards and raised slogans against Germany and other western countries for their anti-Islam policies.

Speaking to the protesting women outside Karachi Press Club, JI Karachi chief Mohammad Hussain Mehanti said that Sherbini’s murder has uncovered the real face of the western societies.
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Proteste in Iran, Ägypten, Pakistan, Deutschland, ....wir könnten weiter forschen. .. Es lohnt sich also hin und wieder, sich in der Welt der Medien ein wenig umzuschauen, bevor man eilige Schlüsse zieht.
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#19
Das wir es hier mit einem Verbrechen, einem schlimmen Mord, zu tun haben, steht außer Zweifel. Und auch die Praktik, wie man damit umgeht, lässt manchen Politiker nicht gerade gut aussehen. Ist nicht unbedingt korrekt.

Aber mit Verlaub, der jetzige Aufstand ist verlogen bis dorthinaus. Wenn in Ägypten Leute protestieren, so ist das nachvollziehbar. Aber wenn in Iran bestellte Protestierer rumschreien, oder sich die ansonsten einen Mist um Menschenrechte kümmernde und Terroristen unterstützende JI meldet, so ist das eine Heuchelei sondersgleichen. Diese spätpubertären Schreihälse, diese bestellten religiösen Berufsereiferer scheren sich ansonsten ein Mist um Frauenrechte und sollten besser die Klappe halten. Wenn irgendwo eine Frau gesteinigt oder eine Minderjährige verheiratet wird oder ein Bruder seine Schwester umbringt, weil diese nicht so leben will, wie es ihm vielleicht gefällt, dann bricht das große Schweigen aus. Dann siehst du keinen der jetzigen Aktivisten.

Nur ein Bsp.: Heute ist der Jahrestag des Massakers von Srebrenica, wo 8.000 Muslime starben. Kaum ein Protestierer hat sich eingefunden, um dieses Unrecht durch Plakate aufzuzeigen vor irgendeinem serbischen Konsulat aufzuzeigen, keiner! Deswegen auch meine Frage bezüglich diplomatischer Beziehungen zwischen dem Iran und Serbien. Tja. Warum eigentlich nicht? Interessiert anscheinend keinen. Kapital scheint man ja schließlich auch besser daraus schlagen zu können, wenn man ein Verbrechen in Deutschland politisch ausschlachtet.

Oder liegt es gar daran, dass es eine Kopftuchträgerin war? Dann könnte ich auch verstehen, warum die anderen unschuldigen Toten herzlich egal sind, aber die „Märtyrerin des Kopftuches“ von den religiösen Eiferern plötzlich aufs silberne Tablett des Protests gehoben wird. Aber: Dann weiß man ja auch, aus welcher Ecke die Proteste kommen und von wem sie instrumentalisiert werden.

Und dann, lieber Shahab, sind mir diese Proteste herzlich egal. Meinetwegen sollen sie schreien bis sie Krampfadern am Hals kriegen.

Schneemann.
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#20
Inwieweit Proteste bestellt sind, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Da der Protest quer durch die islamische Welt geht, drängt sich aber eher der Eindruck auf, dass dies nicht staatlich organisiert zu sein scheint. Oder dass dies alternativ Staatsübergreifend passiert und sich die dunklen Diktaturen des Morgenlandes gemeinsam gegen Deutschland verschworen haben, um von eigenen Missetaten abzulenken. *hust* Dass die iranischen Politiker (wie auch die Ägypter und sogar pakistanische "Frauenrechtler") die Geschichte nutzen, um sich für Anschuldigen zu Menschenrechtsverstößen im eigenen Land verbal zu revanchieren muss einem nicht gefallen, gehört aber zum politischen Geschäft dazu. Oder anders argumentiert: Das hängt auch schlicht von der jeweiligen Perzeption ab, wer dabei wann wo Recht oder Unrecht hat. Ebenso verhält es sich mit den sonstigen Hobbies von Staaten, also der Unterstützung von den jeweils gegnerischen Freiheitkämpfern/Terroristen, Militäraktionen, Urteilen, Gesetzen, Philosophien, ... Inwieweit politische Trittbrettfahrerei auf dem Rücken solcher Verbrechen moralisch vertretbar ist, steht auf einem ganz anderen Papier. Allerdings glaube ich auch kaum, dass sich die Straße in Kairo, Karachi oder Teheran großartig dafür interessiert, mit welchen Inhalten die eigenen Politiker dieses Tat verurteilen. Man erwartet wohl schlicht irgendwas.

Im Übrigen habe ich, entgegen Deiner Versicherung, tatsächlich nicht den Eindruck, als würden Dich die Proteste kalt lassen. :wink:
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#21
Zitat:MORD IN DRESDNER GERICHT
Ahmadinedschad fordert Uno-Strafe für Deutschland

In einem Dresdner Gericht hat ein Angeklagter eine ägyptische Zeugin ermordet - nach Meinung von Irans Präsident Ahmadinedschad muss die Uno Deutschland dafür verurteilen. Die Bundesregierung nannte er wegen des Falls "verbrecherisch".
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 39,00.html

Ahmadinedschad schlägt wild um sich...

Zumindest von seiten der iranischen Regierung geht es meiner Ansicht nach nicht um die ehrliche Solidarität mit dem Opfer und seiner Familie, sondern tatsächlich um die politische Ausschlachtung. Wenn der UN-Sicherheitsrat keine Sanktionen gegen Deutschland einführt -was er logischerweise nicht tun wird- kann man wieder lauthals die Doppelstandarts der UNO und des Westens beklagen. Die Forderung an sich ist schon mal schwachsinnig, erstens war das Opfer Ägypterin und nicht Iranerin und zweitens verlangt kein Staat wegen der Ermordung einer Bürgerin die Forderung nach UN-Sanktionen, auch Deutschland nicht, als vor einigen Wochen die beiden Mitarbeiterinnen eines Krankenhaus in Jemen von Islamisten ermordet wurden.
Zumindest die Empörung der Regierung scheint mir doch extrem simuliert.
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#22
Das ist eine reine PR-Schau zum Ablenken. Aber abgesehen davon sollte man auch nicht vergessen, wie Ingenieur es geschrieben hat, dass das Ganze nicht dazu dient, eine brutal ermordete Frau zu betrauern oder darüber seinen Unmut auszudrücken oder sich solidarisch mit dem Opfer und deren Familie zu zeigen. Der arme A., was würde der wohl machen, wenn z. B. eine Nichtkopftuch-Trägerin ermordet worden wäre...

Schneemann.
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#23
Zitat:The German Nazi Again! An Egyptian Woman Brutally killed in a German Courthouse!

Please don´t get shocked when you read this, and don´t get surprised either; Germany is the land where the most brutal and ugly massacre of human history had taken place, and also it is the land from which a global war had swollen causing more than 45 million casualties, not mentioning the destruction and devastation in all the continents! So, it wouldn´t cause any shock to know that a helpless, pregnant Egyptian woman got stabbed by a maniac Russian-German racist in a courthouse in Dresden, and that was in the presence of the all the security and police personnel there! And you know what the Police did when her husband tried to stop the man; they shot the Egyptian husband, for they took him as the attacker (of course; he is not white, he is Arab, he is Muslim; he must be the attacker!), the thing that enabled the racist man finish his job with the slaughtered pregnant woman! Hooray German Police!
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http://www.americanchronicle.com/articles/view/108801
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#24
Nun ja, dass ist natürlich einerseits ein berechtigter Seitenhieb, aber auch zugleich wieder mal eine Ansammlung dieser Standard-Schlagworte wie „3. Reich“. Wenn die unsäglichen Hitler-Vergleiche weggelassen worden wären, so könnte ich dem Artikel zustimmen. Eine Schwangere nicht mal in einem Gerichtssaal schützen zu können sowie die Tatsache, das ein Messer hineingeschmuggelt werden konnte, sind erbärmlich für dieses Land. Da allerdings leider die dämlichen „3. Reich“-Vergleiche zum Aufhängen benutzt wurden, kann ich den Artikel nur als zweitklassig ansehen. Aber gut, wenigstens kein kompletter Mist. Habe ihn sogar gelesen...

Schneemann.
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#25
Absolute Sicherheit wird es nie geben, und damit auch immer die Möglichkeit, das jemand ein Messer oder eine Granate in einen Gerichtssaal schleust.
Die Amis können da eigentlich auch ein Lied von singen, nicht nur in Bezug auf den 11.September 2001.
Zur Verbindung USA und 3.Reich habe ich mich schon in der Vergangenheit hier oft genug geäußert und auch auf ein Buch verwiesen.
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#26
Zitat:Hildburghausen

Polizeischutz für CDU-Wahlkämpfer

Nach den Drohungen der NPD gegen den Hildburghausener CDU-Wahlkämpfer Zeca Schall ist der gebürtige Angolaner unter Polizeischutz gestellt worden. Nach Angaben des Leiters der Polizeidirektion Suhl, Jürgen Loyen, wurden Polizisten vor dem Wohnhaus des 45-Jährigen postiert. "Wir nehmen die Drohung sehr ernst", sagte Loyen.
Link: http://www.mdr.de/thueringen/sued-thuer ... 98047.html

Schneemann.
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#27
Zitat:Wahlfahrt in Görlitz

NPD-Plakatwelle macht Polen und Deutsche wütend

Fremdenfeindliche Parolen an der deutsch-polnischen Grenze: Vor der sächsischen Landtagswahl überschwemmt die NPD die Europastadt Görlitz mit ihren Plakaten. Die Bürger wehren sich - doch die Aktionen drohen das ohnehin fragile Verhältnis der Nachbarländer in der Region zu gefährden.
Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 60,00.html

Schneemann.
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#28
http://www.sueddeutsche.de/politik/962/499243/text/
Zitat:Politik kompakt[
Rechtsextreme Gewalt geht zurück

05.01.2010, 10:06

Das BKA meldet weniger Gewalttaten bei Rechtsextremisten, ...
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#29
http://www.bildblog.de/14944/einar-hat- ... hmaedchen/

Zitat:Einar hat aufm rechten Auge ein Milchmädchen

Und sie waren so dicht dran. Fast hätte es die Nachrichtenagentur dpa heute geschafft, klüger zu sein als die anderen und nicht auf eine Quatschmeldung der "Bild"-Zeitung hereinzufallen. Fast!

Die "Bild"-Zeitung schreibt in ihrer heutigen Ausgabe, die Zahl der Gewalttaten mit rechtsextremem Hintergrund sei im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, und hatte dies vorab auch den Nachrichtenagenturen mitgeteilt. APD, AFP, dpa und Reuters übernahmen die Behauptung der Boulevardzeitung, wie üblich, ungeprüft und verbreiteten sie noch in der Nacht weiter.

Heute Vormittag aber hatte ein Kollege bei dpa die gute Idee, bei der Quelle nachzufragen, auf die sich "Bild" beruft: das Bundeskriminalamt (BKA). Und siehe da: Das BKA bestritt, dass die Zahlen von ihm seien.
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Die Zahlen stammen anscheinend aus den Kleinen Anfragen, in denen Petra Pau (Linke) monatlich von der Bundesregierung die Zahl rechtsextremer Straf- und Gewalttaten erfragt. Diese Angaben sind, wie Pau und die Bundesregierung jedesmal betonen, vorläufig. Sie können sich "aufgrund von Nachmeldungen noch (teilweise erheblich) verändern", heißt es in den Antworten der Bundesregierung.

Die endgültigen Zahlen liegen immer höher als die vorläufigen, und zwar erheblich. Für 2008 ergaben sich aufgrund der vorläufigen Werte 735 rechtsextreme Gewalttaten — tatsächlich wies der Verfassungsschutzbericht schließlich 1042 aus.

Na wäre ja auch zu schön gewesen...
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#30
Sad Sad Sad
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