Rechtsradikalismus in Deutschland
#1
Würde sagen, das Thema erfordert seinen eigenen Thread, da die Nachrichtendichte und Bedeutung doch ausreichend gewährleistet sein dürften.

Aus aktuellem Anlass mit Fokus auf der Fußballszene:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0, ... 51,00.html

Zitat:NAZIS IM FUSSBALL
"Sieg Heil" statt "Sport frei"

Sie helfen Omas beim Einkaufen, machen Jugendzentren auf und veranstalten Fußballturniere: Rechtsradikale geben sich als Biedermänner und rekrutieren ihren Nachwuchs mit Vorliebe auf Sportplätzen. Ein Report des Fußballmagazins "Rund". ...
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#2
Das mit den Jugendzentren ist mir schon länger bekannt.
Es ärgert mich wahnsinng!!!!!! *Kopf-gegen-die Wand*
Von morgens bis abends hören wir von der Politik das kein Geld mehr da sein soll. Steuererleichterungen gibt es aber zu Hauf und für Leute denen es egal sein könnte ob sie nun 3% mehr bezahlen.
Im Osten ist es so das die Komunen die Zentren zu machen, der Laden wird dann nahtlos an die Rechten vermietet, renoviert und wieder geöffnet.
Was mich noch mehr ärgert, ist die Tatsache das sich hier in Deutschland das selbe entwickelt wie zum Beispiel in Ägypten und in anderen islamischen Staaten. Der Staat zieht sich zurück und die Lücken füllen radikale aus. Und sie füllen sie gerne aus, denn sie wissen das es sich lohnt! Die Jugend von heute sind die Wähler von morgen.
Wieviele essen schon an gespendeten Tafeln, das was die anderen übrig lassen?????? Die Brotsamen....

xxxxxxxxxxxxx (selbstzensur)
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#3
Wobei ich mich dann doch etwas im Impakt dieser Leute zurücknehmen würde und der Vergleich zu moslemischen Ländern etwas hinkt.
Die Rechten sind gerade im Osten in "verlorenen Gebieten" inbesondere unterwegs, also in ländlichen Gebieten, wo mal was war, jetzt aber nichts mehr da ist an Arbeitsplätzen oder Möglichkeiten für die Jugend und wohl in Zukunft auch nichts mehr da sein wird. Diese zukünftig sich leerenden Gebiete mit ihren "Restpopulationen" sind natürlich ein extrem gutes Jagdgebiet für die Rechten. Nur hier würden sie so oder so langfristig Boden gewinnen können, da das nunmal die Verlierer der strukturellen Wandels sind. Nur dieses Potential gibt es so oder so, ist aber auch daher strukturell begrenzt.

Aber natürlich müsste man allmählich mal schauen, dass man deren Vordringen in die Zivilgesellschaft mit entsprechenden Maßnahmen stärker konterkarriert und insbesondere in größeren Ballungsgebieten solche Aktionen stärker verhindert und sich mehr um die Jugend kümmert...
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#4
Nein, es ist leider nicht begrenzt. Gut für die Rechten vielleicht, weil sie im Westen dann doch nicht (noch nicht??) "gesellschaftsfähig" sind.
Aber die Problematik bleibt. Es wird nur die Frage sein wer sich im Westen um die "strukturellen Verliere" kümmert.
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#5
http://www.spiegel.de/schulspiegel/lebe ... 41,00.html

Zitat:VERKLEIDETE RECHTE
Tarnkappen-Nazis buhlen um junge Linke

Von Timo Nowack und Markus Flohr

Sie tragen die Klamotten der Linken und plündern die Symbole der Antifa - vom Che-Guevara-Button bis zum Palästinensertuch. "Autonome Nationalisten" treiben ein bizarres Versteckspiel, um Jugendliche zu umgarnen. Der Verfassungsschutz reagiert alarmiert. ...
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#6
mit den Radikalen Faschisten und Jungnazis ist das ganz genauso wie mit den islamischen Fundamentalisten im Maghreb:
eine fehlende Perspektive, Arbeitslosigkeit und Tristesse führen zum Abdriften in radikales Gedankengut - SÜndenböcke werden gesucht und in "den Anderen", "den Fremden" gefunden. Die Weltwirtschaftskrise hat seinerzeit Adolf und seine braunen Gesellen ans Ruder gebracht und mit entsprechenden Beschäftigungsmaßnahmen (Autobahnbau, Flussbegradigungen usw.) eine "Zukunftsperspektive" eröffnet, die für Hundertausende in den Gräbern geendet hat.
Das beste Programm gegen borniertes Scheuklappendenken ist Aufklärung, (Schul-)Bildung und Betreuung durch ausgebildete Sozialpädagogen - sowie vor allem ein breiter wirtschaftlicher Aufschwung, der die gesamte Bevölkerung umfasst, und das gitl weltweit.
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#7
@ Turin

So neu ist das nicht, das haben sie schon früher gemacht mit "anti-antifa" Buttons, ich kenne einige "Linke" die erst recht spät gemerkt haben "wo der Hase lang läuft".

Interessant sind die Unterschiede der Szene, die im Osten ist völlig anders als die im Westen. Während im Osten "ausländerbefreite Zonen" wirklich Ausländer frei sind, ist im Westen zu beobachten das zwischen den Ausländern unterschieden wird, Ausländer ist dort wer sich nicht anpasst, nicht die "Sitten" übernimmt. Auch interessant das gilt im Westen für alle Ausländer, auch Russlanddeutsche.
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#8
http://www.welt.de/politik/article85063 ... mbole.html
Zitat: Neonazis nutzen linke Symbole
Sie tragen Turnschuhe, Sonnenbrillen und schwarze Kapuzenpullover, auf ihren Transparenten fordern sie „Kapitalismus zerschlagen". Linke Extremisten? Nein, es sind „Autonome Nationalisten" die den Linken Konkurrenz machen wollen.
Noch ein Artikel mit dem selbem Thema bleibt nur die frage merken die Medien das erst jetzt oder hat es einfach zugenommen?
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#9
Was meinst du konkret?
Ich sehe eine Zunahme an "sozialem Interesse" bei den Rechten. Stichworte, Kapitalismus, Jugendzentren, Musik usw.
Auffällig ist das sie mittlerweile eine Strategie entwickelt haben. Ging es früher "nur" um Glatzen und dumpfe Paraolen, beginnen sie (ähnlich wie die Islamisten!) in die "Leerräume" der sozial-stattlichen Streichungen zu stoßen.
Ganz klar ist aber eine Gefahr vorhanden, bis jetzt (Gott sei dank!) haben sie noch keine Galionsfigur mit ähnlichem Charisma, wie etwa Haider, gefunden. Sollten sie diese finden, dürften wir uns "auf einiges gefasst machen".
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#10
ein mehr oder weniger großer Bodensatz an Rechten und ausländerfeindlichen Nationalisten ist wohl in jeder Gesellschaft vorhanden - Le Pen, Haider --- oder Länderbezogen Niederlande, Polen, Türkei .... - in Deutschland waren die ewig gestrigen - "dank" unserer jüngeren Geschichte - eher zurückhaltend und nur begrenzt öffentlichkeitswirksam aktiv (aber - siehe Wahlergebnisse der Reps oder ähnlicher Organisationen in einzelnen Wahlbezirken - durchaus vorhanden.

Was mir allerdings auch auffällt ist, daß die braunen - teilweise untereinander giftigen - Dumpfbacken aus der tumben Biertischrolle sowie mit Glatze und Springerstiefeln langsam zu einer gemeinsamen Organisation zusammen zu wachsen scheinen.
Da kann man nur hoffen, dass der Aufschwung - inzwischen weniger als 4 Mio. Arbeitslose - anhält und der braune Sumpf dadurch austrocknet.
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#11
Erich schrieb:ein mehr oder weniger großer Bodensatz an Rechten und ausländerfeindlichen Nationalisten ist wohl in jeder Gesellschaft vorhanden - Le Pen, Haider --- oder Länderbezogen Niederlande, Polen, Türkei .... - in Deutschland waren die ewig gestrigen - "dank" unserer jüngeren Geschichte - eher zurückhaltend und nur begrenzt öffentlichkeitswirksam aktiv (aber - siehe Wahlergebnisse der Reps oder ähnlicher Organisationen in einzelnen Wahlbezirken - durchaus vorhanden.

Was mir allerdings auch auffällt ist, daß die braunen - teilweise untereinander giftigen - Dumpfbacken aus der tumben Biertischrolle sowie mit Glatze und Springerstiefeln langsam zu einer gemeinsamen Organisation zusammen zu wachsen scheinen.
Da kann man nur hoffen, dass der Aufschwung - inzwischen weniger als 4 Mio. Arbeitslose - anhält und der braune Sumpf dadurch austrocknet.

Falsch der wird nicht austrocknen obwohl man so eine historische Verantwortung hat.
An den Arbeitslosen wird es nicht liegen die wählen eher links,es liegt eher an der Mittelschicht die vor Angst vor Überfremdung und wirtschaftlichem Abstieg eher rechts wählen.
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#12
Erich schrieb:Was mir allerdings auch auffällt ist, daß die braunen - teilweise untereinander giftigen - Dumpfbacken aus der tumben Biertischrolle sowie mit Glatze und Springerstiefeln langsam zu einer gemeinsamen Organisation zusammen zu wachsen scheinen.

Da spricht ein Experte in Sachen rechten Gedankenguts. Smile Dann kann ich ja ruhig schlafen, denn Erich erwischt alle Rechten. Zumindest solange sie Bier trinken, Glatzen haben, Springerstiefel tragen, Stammtische besuchen und am besten noch rechte Devotionalien mit sich rumtragen. Sic transit gloria mundi.

Ich muss ausnahmsweise Azrail recht geben ... Wenn sich z.B. die Angehörigen einer Grossfamilie, die christlichen Glaubens ist und aus einem beinahe europäischen Land stammt, unter der Woche regelmässig bis 4 Uhr lautstark die Kante geben und für freundliche Bitten nicht zugänglich sind (freundlich gesagt), dann mache ich halt mein Kreuz bei der Wahl wo anders. Wenn meine kleine Schwester auf dem Heimweg jeden Tag aufs übelste Angemacht oder beschimpft wird, dann mach ich halt mein Kreuz wo anders. Usw. Usw.

Wenn diese Eindrücke auch subjektiv sind und man weiss, dass man nur auf diese bestimmten Personen und nicht auf ganze Volksgruppen sauer sein soll - dann Tritt bei häufiger Wiederholung irgendwann automatisch der oben beschriebene Effekt ein. So sicher wie das "Amen" in der Kirche - und zwar trotz Arbeitsplatz und trotz höherer Bildung. Oder man zieht einfach weg. Smile
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#13
Hmm,

ich sehe die Problematik auch ein wenig in den Verdraengungsmechanismen der Politik. Im SPIEGEL dieser Woche steht ein ganz interessantes Streitgespraech zum Thema Jugendgewalt. Ich beobachte zwei Dinge: 1) Es wird unterschiedlich ein jeweils staatliches Durchgreifen oder ein Entgegenkommen gefordert, wenn es um rechte oder auch migrationsorientierte Jugengewalt geht und 2) greift eine gewisse Kritikabwendung immer noch um sich, was Frust foerdert.

Ich versuche das man an Bsp. darzulegen:

1.) Wenn rechtsextreme Gruppen Zulauf bekommen, besonders im Osten, wo eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit grassiert, so rufen Politker, auch und gerade aus den Reihen bspw. der Gruenen, sofort nach mehr Geld, welches in Programme zur Bekaempfung des Rechtsradikalismus gesteckt werden soll. Hier spricht man also von Bekaempfung. Kommt die Gewalt aber aus der Ecke von Migranten, so redet man von der fehlenden Integrationsperspektive durch den Staat und ueber die Versaumnisse der Politik, die doch endlich mal eben jenen Jugendlichen eine Perspektive geben soll. Wann wendet hier also unterschiedliche Massstaebe an, obwohl beide Umtriebe ihren gemeinsamen Ursprung in Perspektivlosigkeit, sozialem Abstieg, Radikalisierungstendenzen und Arbeitslosigkeit haben. Das eine Problem will man bekaempfen, dass andere durch Forderungen nach Entgegenkommen beseitigen. Ein Widerspruch, der unglaubwuerdig macht und dass Problem in keiner Weise behebt.

2.) In der Kriminalstatistik wird das Problem der Jugendgewalt zwar auch angesprochen, aber es wird nicht auf die Urspruenge hingewiesen. Es wird unter der Hand gehalten, dass vor allem Migranten fuer das Ansteigen der Gewalt mitverantwortlich sind. Zum einen wird dies sicher auch getan, weil man eine Diskriminierung vermeiden will, aber man leistet dem eigenen Land einen Baerendienst, weil gefrustete Leute den Rechten in die Arme getrieben werden koennten. Ich war vor einigen Jahren bei einer Zeitung und habe miterlebt, wie Artikel, die sich mit der Gewalt von auslaendischen Jugendlichen befasst haben, nach Protestanrufen in der Redaktion wieder umgeschrieben wurden.

Kurz: Solange man mit dem Problem sich nicht unbefangen verlauten lassen kann, ohne dass man sich gewissen Vorwuerfen ausgesetzt sieht, werden auch rechte Gruppen Zulauf haben, weil es dann immer Gefrustete gibt, die dann aus Trotz rechts waehlen.

Schneemann
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#14
Lara schrieb:Was meinst du konkret?
Ich meinte vorallem die "linke" Themen die aufgegriffen werden. Allgemein ist es ja schon länger zu beobachten das die NPD versucht sowohl bürgerlich aufzutreten als auch die "freien Kameradschaften" mit einzubinden. Die Frage ist nur in wie weit das ganze dann auch tatsächlich schaffen.
Abgesehen davon wäre auch ich vorsichtieg zu behaupten das es sich nur um den "Bodensatz" der Gesellschaft handelt.
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#15
Ein gewisses Maß an Rechten und Linken kann ein Land vertragen. Ich mache mir nur Sorgen das zu viele Menschen den Bauernfängern ins Netz gehen. Die Linken werden auch immer stärker. Eine Regierung von NPD oder der PDS, da würde das Land in ein paar Wochen unter gehen.
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