Myanmar - Burma
#1
China und Russland blockieren Birma-Resolution
Veto im UN-Sicherheitsrat

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldung...AB,00.html

Zitat:Mit ihrem Veto im Weltsicherheitsrat haben China und Russland eine von den USA eingebrachte Resolution zur Lage in Birma blockiert. In der Entschließung sollte die Militärregierung Birmas aufgefordert werden, alle politischen Gefangenen freizulassen, die Schritte in Richtung Demokratie zu beschleunigen und die Angriffe gegen ethnische Minderheiten zu stoppen. (...)
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#2
Russland baut Atomreaktor für Militärregierung von Burma

http://www.nzz.ch/2007/05/15/al/newzzF1QDYG70-12.html

Zitat:(sda/Reuters) Russland will einen Atomreaktor für die Militärregierung in Burma bauen. (...)
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#3
http://tagesschau.sf.tv/supplynet/compa ... e_in_burma
Zitat:Mehrere Tote in Burma
Militärregierung setzt weiter auf Gewalt
Trotz internationaler Warnungen ist die Militärjunta in Burma hart gegen die Massenproteste vorgegangen. Soldaten erschossen nach Berichten des staatlichen Fernsehens neun Menschen, darunter einen japanischen Fotografen.

Gemäss den Angaben des von den Militärs kontrollierten Fernsehens wurden elf Demonstranten und über 30 Polizisten und Soldaten verletzt. Die Demonstrierenden hätten Ziegelsteine, Stöcke und Messer auf die Sicherheitskräfte geworfen und versucht, den Soldaten die Waffen zu entreissen, hiess es.

Das staatliche Fernsehen rechtfertigte die Schüsse in die Menge als «Warnschüsse» der Soldaten in einer «verzweifelten Situation». Der Exilsender «Democratic Voice of Burma» in Oslo meldete, mindestens fünf Menschen seien getötet worden, darunter zwei ausländische Pressefotografen.

http://www.kurier.at/nachrichten/auslan ... and/111479

Zitat:"Birma", "Burma" oder "Myanmar"?
Wer gegen die Junta ist, darf nicht von "Myanmar" sprechen, wer mit dem Regime sympathisiert, kann nur diesen Namen verwenden.
Birma, Burma, Myanmar - das südostasiatische Land, das derzeit eine Massenbewegung gegen die seit viereinhalb Jahrzehnten herrschende Militärdiktatur erlebt, wird unterschiedlich bezeichnet. Aufgrund eines Beschlusses der Militärjunta von 1989 soll es auch in Fremdsprachen ausschließlich "Myanmar" genannt werden, um die eigene Identität gegenüber der kolonialen Namensgebung zu betonen. Das englische "Burma" leitete sich phonetisch von der indischen Bezeichnung "Bama" ab. Die ersten Europäer, die in die Region kamen, die Portugiesen, nannten das Land "Birma", ein Wort aus der Mon-Sprache.

Die burmesische Demokratiebewegung unter Aung San Suu Kyi lehnte den Junta-Beschluss ab. Die Namensfrage hat einen ideologischen Charakter: Wer gegen die Junta ist, darf nicht von "Myanmar" sprechen, wer mit dem Regime sympathisiert, kann nur diesen Namen verwenden. Die USA halten als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma fest.
Allerdings: In der UNO ist das Land unter dem Namen "Myanmar" gelistet.
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#4
Cluster schrieb:China und Russland blockieren Birma-Resolution
Veto im UN-Sicherheitsrat

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldung...AB,00.html

Zitat:Mit ihrem Veto im Weltsicherheitsrat haben China und Russland eine von den USA eingebrachte Resolution zur Lage in Birma blockiert. In der Entschließung sollte die Militärregierung Birmas aufgefordert werden, alle politischen Gefangenen freizulassen, die Schritte in Richtung Demokratie zu beschleunigen und die Angriffe gegen ethnische Minderheiten zu stoppen. (...)
so sieht das offizielle China die Sache:
http://german.china.org.cn/internationa ... 026457.htm
Zitat: China für Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates gegen Myanmar
german.china.org.cn          Datum: 10. 10. 2007
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#5
UN-Sicherheitsrat: Keine scharfe Verurteilung Birmas

http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/n...34/1qlvpz/

Zitat:Tagelang hat der Weltsicherheitsrat um eine Resolution gerungen, in der die Militärführung in Birma für ihr Vorgehen gegen die buddhistischen Mönche verurteilt werden sollte. Auch wenn am Ende statt der Resolution nur eine abgeschwächtere Erklärung herauskam, wussten die Botschafter aller Länder den zumindest kleinen Schritt eines Erfolgs anzuerkennen. (...)

Hätte ja verwundert, wenn China etwas härteres durchgehen lassen hätte. Damit bringt man sich schließlich nur selbst in Gefahr.
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#6
ja aber ... (die klassiche Methode)
ja, im Grundsatz hast Du recht,
aber China möchte sich bei der Olympiade stolz präsentieren - und inzwischen gab es Demonstrationen mit dem Ziel, einen Olympiaboykott zu erreichen - das wäre für China ein "worst case Szenario", ein Gesichtsverlust für die chinesische Regierung den sie verhinden möchte
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#7
Zitat:Schöne Aussichten in Birma

Junta verspricht Demokratie

Die Militärjunta von Birma hat für 2010 freie Wahlen in Aussicht gestellt. Damit soll das Land nach 48 Jahren unter Militärherrschaft zur Demokratie zurückkehren. Gleichzeitig kündigte das Regime in der Staatszeitung "Neues Licht von Birma" am Sonntag für Mai ein Referendum über eine neue Verfassung an. Kritiker beurteilten die Pläne mit tiefer Skepsis.
Link: http://www.n-tv.de/916675.html

Schneemann.
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#8
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,552077,00.html
Zitat:Wut auf Burmas Militärjunta wächst

Die Menschen haben Durst, fürchten Seuchen - doch es erreicht sie keine Hilfe: In Burma wächst die Wut über schlechtes Krisenmanagement der Militärjunta. Gelingt es der Führung nicht bald, die Lage in den Griff zu bekommen, könnte es zum Aufstand kommen.

Wieso fühlt man sich an Nicaragua erinnert, wo ein Erdbeben zum Sturz des Somoza-Regimes beitrug?

Nachtrag: Inzwischen befürchtet man mehr als 100.000 Tote nach dem Zyklon in Myanmar. RIP.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,552126,00.html
Zitat:Mehr als 100.000 Tote in Burma befürchtet

Die Opfer-Zahlen werden immer unfassbarer, die Not der Überlebenden ist groß: US-Diplomaten befürchten, dass mehr als 100.000 Menschen durch den Wirbelsturm "Nargis" ihr Leben verloren haben. Im verwüsteten Irrawaddy-Delta stürmen Hungernde die inzwischen wieder geöffneten Läden.
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#9
Solange es den Menschen wirtschaftlich halbwegs erträglich "gut" geht, haben Diktaturen kaum einen Wechsel zu fürchten. Die Burmesische Militärjunta ist aber offenbar unfähig, sich den Problemen zu stellen.
Da gibt es dann zunehmend Unruhe im Volk.
Eine Dikatatur wird auf solche Unruhe in der Regel mit noch mehr Gewalt reagieren - das haben wir ja letztes Jahr nach den Massendomonstrationen gesehen.
Wenn es aber nicht mehr gelingt, den "Topf auf dem Deckel" zu halten besteht die Gefahr eines gewaltsamen Umsturzes. Diese Gefahr wird umso größer, je mehr die Regierenden den Kontakt zum Volk verlieren.

http://www.ftd.de/politik/international ... 54225.html
Zitat:Millionen Tote in Myanmar befürchtet

Nach dem verheerenden Zyklon in Myanmar ist nach Einschätzung von Hilfsorganisationen das Leben von bis zu 1,5 Millionen Menschen akut durch Seuchen gefährdet. Der Militärjunta ist das egal: Sie startete parallel ein Referendum.
...
und http://www.tagesschau.de/ausland/birma584.html
Zitat:Opposition berichtet über Betrug bei Referendum in Birma
Strafen für das "falsche" Kreuzchen auf dem Wahlzettel?

Bei dem Referendum über die umstrittene neue Verfassung in Birma hat es offenbar massive Wahlfälschungen gegeben.
...

Stand: 11.05.2008 08:21 Uhr

Naturkatastrophen haben gerade in Asien immer wieder den Auslöser für entsprechende Umstürze gegeben. Wenn "die Wut explodiert" gibt es kein Halten mehr.

In Burma oder Myanmar könnte das inzwischen soweit sein:
http://www.tagesschau.de/ausland/birma582.html
Zitat:Schwierige Bedingungen für Hilfsorganisationen in Birma
Machterhalt versus Menschenleben

Hunger und Elend gibt es in Birma seit Jahren. Doch erst der Zyklon hat die Aufmerksamkeit der Welt auf die Not gelenkt. Nun will die Welt helfen, aber Birmas Militärjunta lässt sie nicht. Die Generäle wollen keine Zeugen des Elends. Helfer werden behindert und müssen "spenden", um überhaupt arbeiten zu können. Doch die Taktik der Generäle könnte zum Bumerang werden.
..

Bringen Reformkräfte in der Armee den Wandel?

Das Militär ist untereinander zerstritten. Selbst die Heeresführung zieht seit Jahren nicht mehr an einem Strang. Die birmanische Opposition hofft auf einen relativ unblutigen Wandel, wenn Reformkräfte in der Armee Diktator Than Shwe die Treue aufkündigen. Eine Meuterei ist nicht unwahrscheinlich: Den einfachen Soldaten geht es schlecht, viele wurden zum Militärdienst gezwungen, darunter auch Kinder.
...

Stand: 11.05.2008 03:33 Uhr

Da stellt sich dann die Frage, ob militärische Kräfte aus dem Ausland die Möglichkeit haben, die Entwicklung zu beeinflussen.

In dem Zusammenhang ist diese Meldung nicht uninteressant:
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/ausla ... 40/174022/
Zitat:11.05.2008 10:10 Uhr

Birma
Frankreich schickt Hilfsgüter per Kriegsschiff

Die Überlebenden hungern, jetzt drohen Seuchen. Doch die birmanischen Machthaber lassen internationale Hilfe nach wie vor nur zögerlich ins Land. Jetzt will die Bundesregierung den UN-Sicherheitsrat einschalten. Besonders entschlossen tritt Frankreich auf, das seine Hilfsgüter per Kriegsschiff schickt.

...
http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm

Zitat:MYANMAR (nach Zyklon Nargis)

Auch wenn die Militärjunta bisher zögert, ausländische Helfer ins Land zu lassen, bereiten sich doch mehrere Marinen auf einen Hilfseinsatz vor.

Von den meisten internationalen Medien nur am Rande erwähnt, hat tatsächlich bereits eine erste Hilfslieferung über See stattgefunden. Der indische Zerstörer RANA (KASHIN) und die Korvette KIRPAN (KHUKRI) lagen als sofort verfügbare Bereitschaftseinheiten in Port Blair (Andamanen), wo sie nach Beladung mit einigen Tonnen Hilfsgütern bereits am 5. Mai ausliefen. Am 7.Mai konnten sie in Yangon ihre Ladung übergeben.

Immer deutlicher wird inzwischen allerdings, dass es mit dem bloßen Liefern von Hilfsgütern nicht getan ist. Wie bei der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2005 ist Hauptproblem das Erreichen abgelegener, überfluteter Gebiete zur Verteilung der Güter und medizinischer Versorgung der Bevölkerung.

Damals hatte sich eindrucksvoll gezeigt, dass vor allem unmittelbar vor den betroffenen Küstengebieten operierende, größere amphibische Einheiten (Docklandungsschiffe, Hubschrauberträger) als Einsatzplattformen für Hubschrauber und Landungsboote geeignet sind, die mit der Versorgung der Menschen in küstennahen Flutgebieten verbundenen logistischen Herausforderungen zu bewältigen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hatte die indische Marine sich zum Kauf des von der US-Navy ausgemusterten Docklandungsschiffes TRENTON entschlossen. Ohne explizite Einladung der Regierung Myanmars kann allerdings auch die JALASHWA bisher nicht zum Einsatz kommen, muss sich die indische Marine mit der wohl eher symbolischen Lieferung einiger weniger Tonnen Hilfsgüter durch zwei zwingend auf Hafeninfrastruktur angewiesene Kampfschiffe begnügen.

Die indische Marine ist aber sicher vorbereitet, auf eine mögliche Einladung schnell reagieren zu können. Gleiches gilt auch für andere Marinen. So verlegt die US-Navy bereits eine amphibische Einsatzgruppe in Richtung Katastrophengebiet. Der amphibische Träger ESSEX (WASP-Klasse) sowie die beiden Docklandungsschiffe JUNEAU und HARPERS FERRY sollten in diesen Tagen eigentlich an der bilateralen, jährlichen Übung Cobra Gold mit thailändischen Streitkräften teilnehmen. Am 8. Mai setzten sie Übungstruppen der 31. Marine Expeditionary Unit im thailändischen Sattahip ab und nahmen dann Kurs auf Myanmar. Um bei einer offiziellen Bitte um Hilfe sofort reagieren zu können, wurde in Sattahip auch ein Großteil der Hubschrauber der ESSEX an Land gesetzt und steht so ggf. für Hilfsflüge bereit, noch während der Verband unterwegs ist.

Auf Hilfeleistung bereitet sich auch Thailand vor. Beim Marinebereichskommando 2 werden zentral Hilfsgüter gesammelt, die dann bei entsprechender Anforderung kurzfristig nach Myanmar gebracht werden können.

Die französische Marine hat am 9. Mai ihren Hubschrauberträger MISTRAL kurzerhand aus einer vor der indischen Ostküste stattfindenden bilateralen Übung mit der indischen Marine (s.o.) herausgelöst. Das Schiff läuft zunächst Chennai (Indien) an, wo es etwa 1.500 Tonnen Hilfsgüter übernehmen soll. Danach wird die MISTRAL, die bis zu 16 schweren Transporthubschraubern Platz bietet, vor die Küste von Myanmar verlegen.

Nachtrag:
Medienmeldungen zufolge plant Frankreich einen Einsatz der MISTRAL ggf. auch ohne Genehmigung aus Myanmar - ein in der Geschichte sicher einmaliger Vorgang. Abzuwarten bleibt, ob diese Absichtserklärung wirklich ernst gemeint ist, oder als politischer Schachzug nur den Druck auf die Militärjunta erhöhen soll, mehr oder weniger “zähneknirschend” doch noch um Hilfeleistung zu bitten und so eine Konfrontation (mit in der innenpolitischen Situation kaum willkommener, möglicher militärischer Eskalation) zu verhindern.






USA


...,
am 1. Mai, machte sich das Hospitalschiff MERCY in San Diego auf den Weg zu einer ähnlichen Mission. Operation Pacific Partnership 2008 führt das riesige (70.000 ts) schwimmende Krankenhaus in den kommenden vier Monaten nach Südostasien. Erstes Ziel sind die Philippinen, wo die MERCY Ende Mai erwartet wird. Danach stehen Vietnam, Mikronesien, Papua-Neuguinea und Ost-Timor auf dem Programm.

....
die MERCY könnte sicher sehr schnell in den Golf von Bengalen "umdirigiert" werden.

Im Übrigen ist ggf. noch ein weiterer Akteur in den Startlöchern: China, das angeblich auf bumesischem Territorium im Golf von Bengalen einige Stützpunkte unterhält, wird sich seine Einflusssphaere nicht nehmen lassen und hat bereits vor Wochen sein erstes LPD vom Typ 071 an das südchinesische Meer in den neuen Marinehafen auf Hainan verlegt.
Das mit LCACs und Hubschraubern vom Typ Z-8/AS 321Ja Super Frelon ausgerüstete Schiff könnte - so wurde in chinesischen Internetforen spekuliert - zu humanitären Einsätzen im Überflutungsgebiet auslaufen.
Aber auch, wenn dieser neue Kahn noch nicht einsatzreif ist - China dürfte in der Lage sein, einige große Landungsschiffe (z.B. vom Typ 072-III - Yuting II Klasse) und Hospital-Schiffe nach Myanmar zu entsenden.

Gerade nach den Unruhen um Tibet kann China mit solchen Einsätzen seine humanitäre Seite demonstrieren.
Wenn die Politiker in Peking ein bisschen Gespür für PR-Einsätze haben, dann werden sie sich diese Chance für eine positive Darstellung kaum entgehen lassen.

edit:
http://www.tagesschau.de/inland/steinmeierbirma2.html
Zitat:Deutschland und Thailand appellieren an Birma
"Internationale Hilfe duldet keinen Aufschub mehr"

...
Bewegung, aber noch nicht genug

Nach Informationen von tagesschau.de ist inzwischen vereinzelt auch internationalen Helfern Zugang zu den Katastrophengebieten gewährt worden. Das Ausmaß der Zerstörung werde zunehmend deutlich, je weiter man in Richtung Küste gelange, berichten Helfer vor Ort.
...

Stand: 11.05.2008 15:55 Uhr
ich halte ja nichts von "Kanonenboot-Diplomatie", aber offenbar ist der französische Weg in einigen Fällen der einzig sinnvolle, ein humanitäres Desaster zu verhindern.
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#10
http://www.tagesschau.de/ausland/birma604.html
Zitat:Mehr Hilfe für die Wirbelsturm-Opfer

Regierung in Birma öffnet Hafen in Rangun

Erstmals nach der Sturmkatastrophe hat das Militärregime in Birma den Hafen in Rangun wieder geöffnet. ...

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Stand: 12.05.2008 11:36 Uhr
ob die Drohung aus Frankreich hilft?
Aber bevor wir jetzt wieder alle auf die unfähige Regierung in Myanmar schimpfen sei - der Fairness halber - an New Orleans erinnert, das ja bekanntlich innerhalb der Grenzen der weltgrößten Wirtschaftsmacht liegen soll ....
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#11
Zitat:Aber bevor wir jetzt wieder alle auf die unfähige Regierung in Myanmar schimpfen sei - der Fairness halber - an New Orleans erinnert, das ja bekanntlich innerhalb der Grenzen der weltgrößten Wirtschaftsmacht liegen soll ....
Entschuldige mal, aber das halte ich jetzt nicht für besonders angebracht. Man kann dasselbe auch von Europa sagen: wenn hier mal ein Hochwasser ist und die Hilfe kommt nicht grad nullkommaplötzlich, bzw. die Behörden sind nicht genügend weitsichtig und präventiv gewesen, dann wird medial sofort aus allen Rohren gegen die "Verantwortlichen" gefeuert. Trotzdem wird idR geholfen, oder man versuchts wenigstens. Eben gerade weil man Unfähigkeit bzw. menschenverachtendes Verhalten aufgrund der Pressefreiheit nicht einfach unter den Teppich kehren kann, wie in Myanmar. Aber was dort passiert, nämlich Ablehnung von bereitstehender Hilfe, das ist einfach nur noch traurig. In den USA wird wenigstens danach drüber geredet und man kann fast schon davon ausgehen, dass FEMA und Co. in Zukunft besser funktionieren. Aber in Myanmar? Schön wärs.
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#12
die Ursache ist überall dieselbe - Unfähigkeit,
und wie sich die äussert bleibt für die Betroffenen ziemlich gleich besch...en!

Nur kann man Unfähigkeit einem Entwicklungsland noch weniger vowerfen als einer Industrienation.
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#13
Es geht bei Birma aber nicht um Unfähigkeit, sondern um Unwillen und eine grundsätzliche Verweigerungshaltung! Das ist ein ziemlicher Unterschied zu anderen Katastrophen. Unfähigkeit ist ja schlimm genug, aber das was die birmesische Junta abzieht, ist da doch von anderem Kaliber siehe:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,552843,00.html
Zitat:Hamburg - Seit mehr als einer Woche behindert die Militärregierung in Burma das Einfliegen von Nahrungsmitteln, Zelten und Medikamenten.

Hilfe wäre da, wird aber einfach abgelehnt. Stattdessen wird Zeit damit verschwendet, vorhandene Hilfe umzuetikettieren, symbolisch Fernseher und DVD Spieler an Obdachlose zu verteilen und vor dem Einfluss böser Ausländer zu zittern. Die Regierung ist nicht nur unfähig, sondern vor allem unwillig und menschenverachtend.

Jetzt den Vergleich mit New Orleans zu bringen, kann ich mir nur durch einen generellen Drang zum Bush Bashing erklären.
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#14
Das Abweisen der Hilfe, die schlimme Lage für zigtausende, die ohne Hilfe ausharren müssen, war ohne Zweifel purste Absicht und Desinteresse der Machthaber am Schicksal der Betroffenen.
So wie es aussieht, gab es wohl zwei Gründe für die inzwischen etwas abbröckelnde Ablehungsstrategie der burmesischen Junta: Zum einen geht es wohl darum, Ausländer bei der Hilfeleistung außen vor zu lassen und sich selbst zu profilieren. Dadurch können die international gespendeten Hilfsgüter als Hilfsleistungen der "guten Militärs" umgelabelt werden und damit der Eindruck erweckt werden, nur das Militär hilft und die "böse Außenwelt/Ausland" schaut nur zu. Ich zweifel daran, dass man im Land in der breiten Bevölkerung Zugang zu westlichen Informationsquellen hat, die man jetzt nutzen könnte und die die Ablehnung thematisieren würden.
Zum zweiten ging es ganz klar um das Referendum der Militärs. Ausländische Helfer und ihre Logistik bedeuten auch ausländische Beobachter, die mitbekommen hätten, wie mit Zwang, Druck und Gewalt die Wahlen manipuliert werden (entsprechendes wurde aber dennoch von der burmesischen Opposition berichtet). Man wollte die Ausländer draußen halten um so in aller Ruhe die Wahlen manipulieren zu können.
Die Junta interessiert letztlich nur der eigene Machterhalt, leider.
Der Vergleich mit New Orleans ist daher doch etwas sehr weit hergeholt, da hat Bastian in meinen Augen durchaus Recht (auch wenn im Falle New Orleans auch ne kräftige Portion Desinteresse am Schicksal der mehrheitlich Schwarzen Bevölkerung gab...)
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#15
resultiert der "Unwillen" nicht auch aus "Unfähigkeit" ?

Aber darum geht es mir nicht - ich denke, wir diskutieren aneinander vorbei:

Mir geht es um das Faktum, dass die Katastrophengebiete nicht erreichbar sind (und das wäre auch bei uns nicht anders).
Auch die ausländischen Helfer hätten Probleme, die Hilfsgüter von Rangun aus in die Katastrophengebiete zu bringen.
Es hilft aber nichts, Hunderte von ausländischen Helfern in der Hauptstadt zu versammeln, ohne die Hilfe auch in die Katastrophengebiete brinen zu können.

Dort werden Hubschrauber gebraucht (die im Land kaum vorhanden und ohnehin ausgelastet sind, aber von den Hilfsorganisationen nicht mitgebracht werden) und / oder amphibische Landungskapazitäten.
Beides würde die Öffnung Myanmars für ausländisches Militär bedeuten, denn nur die können die entsprechende "Hardware", die Transportmittel, bereitstellen.

Nun kritisiert Ihr (zurecht) den Unwillen der Militärjunta, ausländische Hilfsorganisationen ins Land zu lassen - und zum Teil werden da abenteuerliche Erklärungsversuche (Beobachtung des Verfassungsreferendums) gegeben (als ob die Hilfsorganisationen nichts anderes tun würden, als die Wahllokale zu überwachen).

Aber ehrlich .... welchen Nutzen hätten die Hilfsorganisationen, solange sie nicht in das Katastrophengebiet vordringen können?
Keinen - sie würden nur die Versorgungslage zusätzlich belasten.

Insofern .... ja, dazu stehe ich - helfen nur militärisch geführte Hilfseinsätze, um in das Katastrophengebiet im Delta vordringen und die Hilfen dort wirklich "an den Mann" bringen zu können.
Diese Hilfseinsätze müssen aber von der UN abgesegnet werden, und da hoffe ich auch auf rasche Entscheidungen, sobald die amphibischen Einsatzkräfte (das Marineforum hat ja eine Liste möglicher Schiffe erstellt) in Reichweite des Katastrophengebietes sind.

Ihr erweckt dagegen den Eindruck, die Militärjunta sei unwillig - und würden die ausländische Hilfsorganisationen nur zugelassen, sei das Problem sofort bereinigt.
Ich gebe zu, dieser Eindruck ist durch die Berichterstattung der Medien leicht zu erhalten ...die lassen lieber ihr Volk umkommen als ausländische Hilfe ins Land zu lassen ... und von daher habt Ihr die Präferenz auf dem Unwillen.


Ich habe die Präferenz auf dem Unvermögen - dem Unvermögen, mangels ausreichender im Lande vorhandener Transportkapazität überhaupt in die Katastrophengebiete zu kommen und der Konsequenz, dass Helfer, die nicht helfen können, nur die Versorgungslage verschlechtern.

Möglicherweise reden wir deshalb aneinander vorbei.
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