Thailand
#1
Zitat:BANGKOK, Thailand (CNN) -- Tanks have been seen rolling through the streets of Bangkok, Thailand, on Tuesday amid rumors of an attempted coup, witnesses tell CNN.

Thai Prime Minister Thaksin Shinawatra, who is currently at the U.N. headquarters in New York, has been under considerable pressure to step down.
Quelle: http://edition.cnn.com/2006/WORLD/asiap ... index.html
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#2
Mhm,

Das klingt nicht gut.
Vielleicht gelingt es dem Premier den Putsch niederzuschlagen, aber das Timing scheint intelligent gewählt zu sein...


Mal abwarten wer da mitmischt !


Der Schakal
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#3
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F1,00.html
Zitat:Panzer auf den Straßen

Militärputsch in Thailand

In der thailändischen Hauptstadt sind Panzer in Stellung gegangen. Nach Angaben von Augenzeugen sperrten einige der gepanzerten Fahrzeuge den Verkehr in der Nähe eines Regierungsgebäudes ab, Soldaten besetzten den Sitz von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra. Armeeangehörige forderten die Polizei auf, ihre Waffen niederzulegen. Die Putschisten riefen sich in einer "Reform-Kommission" zur neuen Regierung aus.
...


Stand: 19.09.2006 18:39 Uhr
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#4
Das klingt in der Tat beunruhigend, vor allem wenn man die ohnehin schon gespannte Weltlage betrachtet. Ich bezweifle allerdings das dieser Einzelfall große Auswirkungen haben wird. Thailand ist ja nicht grad der mächtigste Staat der Region. Erst wenn andere Staaten wie Kambodscha oder Vietnam folgen, könnte das die Region destabilisieren.

Alle paar Jahre passieren in den Schwellenländern Putsche. Man sollte das nicht überbewerten. Es ist zwar traurig für die Bevölkerung aber, pardon für den Egoismus, Europa ist davon nicht direkt bedroht.

MfG, SCaitan
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#5
Als Gründe für den Putsch nennt das Militär Machtmissbrauch und Korruption von Ministerpräsident Thaksin:
- Zum einen kritisieren sie den steuerfreien Verkauf von Anteilen seiner Familie an dem Telekomkonzern Shin Corp im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar, den Thaksin gegründet hatte.
- Zum anderen seien die vorgezogene Neuwahlen vom 2. April unfair gewesen, woraufhin die Opposition die Neuwahlen boykottiert hat.

Das Verfassungsgericht hat die vorgezogene Parlamentswahl von April für ungültig erklärt und mehrheitlich für neue Wahlen gestimmt. Diese sollten daraufhin im Oktober stattfinden, wurden aber schon vor dem Putsch bereits auf November verschoben.
Quelle: http://de.today.reuters.com/news/newsAr ... ived=False
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#6
BigLinus hat das wichstigste schon genannt: Thaksin Shinawapetru hat sicher alles andere als eine reine, blütenweiße demokratische Weste! Als steinreicher Wirtschaftstycoon hat er sich über sein Geld und seinen damit verbundenen Einfluß an die Macht gepusht und schien nicht sonderlich interessiert sie abzugeben. Korruption und unlautere Vorteilsnahme ist kaum zu vermeinden, wenn die mit die reichste Familie Thailands an der Macht ist. Der verkauf seiner Anteile an einen Konzern aus Singapur wurde dann über nachgezogene Gesetzesänderungen (ergo Manipulationen) dann steuerfrei gemacht. Und die Geschichte mit den letzten Wahlen, die von der Opposition boykottiert wurden wegen Behinderung und Manipulation ist auch kein demokratisches Glanzstück.

Wenn die Armee die Macht schnell wieder abgibt, dass wäre der Putsch wohl bei allem miesen Beigeschmack nicht mal das schlechsteste. Thaksin hätte so oder so gehen müssen bei seiner insgesamt unbeliebten Politik, auch wenn er über kleinere Finanzgeschenke immer wieder schaffte die ärmeren zeitweise für sich zu gewinnen. Das aber dürfte auch so langsam nicht mehr ausreichend sein an Rückendeckung aus der Bevölkerung.
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#7
Neuer Premierminister soll laut Aussage der derzeit herrschenden Militärs alsbald (in Wochen?) in das Amt eingesetzt werden. Angeblich will das Militär die Macht innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder abgeben.

CNN-Link:

http://edition.cnn.com/2006/WORLD/asiap ... index.html

Schneemann.
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#8
Interessante Aktion, in der Regel beim türkischen Militär zu beobachten.. Putschen, demokratische Ordnung wiederherstellen und dann wieder an eine Zivilregierung übergeben.. Oder so in etwa :lol!:
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#9
Sieht so aus, als wäre der Putsch beim thailändischen Volk gut angekommen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 96,00.html
Auszug aus der Quelle:
Zitat:Aber heute haben die Leute keine Spruchbänder mitgebracht - sondern Rosen. Diese verteilen sie an Soldaten, die Straßen absperren, oder stecken sie gleich auf die Panzer, die hier die Zufahrt zum Regierungshaus blockieren, dem Amtssitz des Premiers.

Offensichtlich sind die Bangkoker zufrieden mit ihrer Armee. Sie haben erledigt, was dem Volk trotz Massenprotesten seit Jahresanfang nicht gelungen ist. Thaksin war vor fünf Jahren triumphal ins Parlament eingezogen und machte als Premier die demokratischen Institutionen des 63-Millionen-Einwohner-Landes zur Farce - jetzt ist er entmachtet, ohne dass nur ein Tropfen Blut vergossen wurde.
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#10
Na ja, beide Faktoren kommen den Putschisten zugute: MP war beim Volk völlig unten durch und die Sache verlief ohne Blutvergießen. Vermutlich das, was man als "sauberen Putsch" positiv unterlegen könnte. Dass es einen König als überhöhte politisch-moralische Instanz gibt, hilft auch, über den Einschnitt in demokratisch-strukturelle Abläufe hinwegzutäuschen. Sofern das mit der zivilen Übergangsregierung klappt und tatsächlich eine konstruktive Verfassungsreform dabei herauskommt, wird man auch mit dem einen Jahr bis zu Neuwahlen kaum international Probleme bekommen.
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#11
Es wäre eigentlich mal an der Zeit darüber nachzudenken, wie man überhaupt Politiker "los" wird. Was macht man am Besten? Z.B. in Ungarn
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#12
Zitat:In Thailand kehrt nach Putsch wieder der Alltag ein

Zwei Tage nach dem Militärputsch in Thailand ist die Lage in Bangkok weiterhin ruhig: Der Verkehr floss heute wie gewohnt durch die Straßen der Hauptstadt, während die Armeeführung die Suche nach einem geeigneten, zivilen Interim-Regierungschef begann.


Der während seines USA-Aufenthalts gestürzte Ministerpräsident Thaksin Shinawatra flog in der Nacht nach London. Scheinbar akzeptierte er seine Entmachtung. „Ich war Ministerpräsident auf dem Hinflug und ich war arbeitslos auf dem Rückflug“, sagte Thaksin einer Meldung der Thai News Agency (TNA) zufolge zu Journalisten auf dem Flug. Er habe sich zur Verfügung gestellt, seinem Land zu dienen. „Aber wenn sie nicht wollen, dass ich das mache, dann höre ich auf“, fügte er hinzu. Die Putschisten hatten erklärt, Thaksin sei in seiner Heimat weiterhin willkommen. Allerdings droht ihm der Polizei zufolge eine Anklage wegen Wahlbetrugs und weiterer Verbrechen.

(...)
Quelle: http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/bu ... index.html
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#13
Zitat:Lara postete
Es wäre eigentlich mal an der Zeit darüber nachzudenken, wie man überhaupt Politiker "los" wird. Was macht man am Besten? Z.B. in Ungarn
Ich würde sagen abwählen. Und wenn das nich geht Revolution. Einen Putsch halte ich dagegen, auch wenns hin und wieder ganz ordentlich abläuft, für sehr gefährlich. Wer einmal Macht hat gibt sie ungern wieder her und das Militär hat schon ohne einen politischen Posten enorme Autorität im Staat.

OT: Der Regierungchef in Ungarn wird einfach nich wieder gewählt. Ich halte Ungarn für demokratisch genug nicht in die Spirale der Tyrannei zu rutschen.
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#14
Zitat:Militärputschisten wollen Thaksins Vermögen prüfen lassen

Die neuen Militärherrscher in Thailand wollen einem Zeitungsbericht zufolge die Vermögenswerte des gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra auf den Prüfstein stellen.


Das Blatt "Nation" berichtete heute, von diesen Ermittlungen sollten auch Angehörige und politische Kollegen betroffen sein. Das Untersuchungskomitee werde aus sechs Personen bestehen - sehr wahrscheinlich würden dazu zwei Richter und ein früherer Zentralbank-Chef gehören. Unter Berufung auf Kreise der Putschisten berichtete die Zeitung weiter: Sollten am Ende Beweise für Korruption gefunden werden, könne es sogar Gerichtsverhandlungen geben.

(...)
Quelle: http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/bu ... index.html
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#15
Acht Bomben erschüttern Bangkok
Auch Touristen unter den Verletzten

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/26/ ... 66,00.html

Zitat:Die Zahl der Toten nach den Bombenanschlägen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist auf drei gestiegen. Ein Mann erlag am Montag den Verletzungen, die er am Vorabend erlitten hatte, wie ein Krankenhausvertreter in Bangkok mitteilte. Zwei weitere Männer waren bereits am Sonntag ums Leben
gekommen. Mehr als 30 weitere Menschen wurden verletzt, als am Silvesterabend insgesamt acht Bomben an verschiedenen Stellen in Bangkok explodierten. (...)
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