News aus der Rüstungsindustrie
Die nächsten Projekte die Anstehen sind im Vergleich zu Fregatten ziemlich unkomplex: Nämlich Tanker und Tender. Die Tanker werden auf dem EGV basieren, bei den Rändern wird sich zeigen, ob man nicht doch Einheiten mit erweiterten Spektrum beschafft. Danach kommen die Minenjagdboote, aber auch das ist nichts, womit man 3 Konstruktionsabteilungen beschäftigt.
Interessant wird es erst, wenn man tatsächlich wie vom aktuellen Inspekteur der Marine angekündigt mit den Holländern um 2030 herum Bigdecks mit amphibischer Komponente und Landubgsbooten und co. beschafft. Dann kann man bestimmt ganz gute Auslastung erreichen, zumal es dann auch an den F124er Ersatz geht. Dann sind die Abteilungen ausgelastet, vorher nicht.
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(01.04.2018, 23:51)ede144 schrieb: Sicher, aber die BW braucht grundsätzlich mehr Geld. Und dann hat man auch genug Arbeit für 2 bis 3 Konstruktionsabteilungen.

Es wäre aber die vierte Konstruktionsabteilung speziell für Marineschiffe in Deutschland, dafür ist einfach kein Bedarf da. Davon abgesehen entsteht diese ja nicht auf Wunsch der Bundeswehr, um entsprechendes Potenzial für zukünftige Projekte bereit zu stellen, sondern wirtschaftsseitig um ein weiteres industriepolitisches Druckmittel ins Spiel zubringen. Das ist gut für die Wirtschaft, aber nicht für die Bundeswehr oder den Steuerzahler.
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Blohm&Voss geht es ja nicht schlecht, also denke ich nicht, dass die (nach Aufbau auch nicht besonders riesige) Konstruktionsabteilung dringend sofort wieder staatliche Aufträge bräuchte um über Wasser zu bleiben. Es bleibt ja u.a. noch die zivile Sparte und immer wieder die Chance auf Umrüstungen etc., auch International sehe ich Chancen bei Wiedererlangung von Qualität. Mehr Wettbewerb empfinde ich prinzipiell als vorteilhaft.
Eine eigene Konstruktionsabteilung könnte darüber hinaus eventuell die Stellung von B&V und Lürssen gegenüber TKMS stärken. Und die waren doch wohl zum Teil ein Hauptverursacher der letzten Probleme, da sie vom reinen (Überwasser-) Schiffbau wenig Ahnung haben (So war jedenfalls ein Tenor u.a. im MKS Thread?).
Nur eine Konstruktionsabteilung ist vllt. relativ wenig. Auf dem Papier waren alle Schiffe ja Top, aber bei der Umsetzung hat es dann gehapert.
Mittelfristig könnte ein Konsortium Lürssen/B&V m. Konstrukt.Abt. (ohne oder in -kleinteiliger als heute- Zusammenarbeit mit TKMS, oder vielleicht sogar nach Übernahme dessen Konstruk.Abteilung) eine bessere Wahl sein als TKMS/Lürssen und teilweiser reiner Bau bei Blohm&Voss heute.
Auch könnte es durchaus sein, dass einige Ingenieure einfach von der Lürssen-Konstruktionsabteilung zur B&V Abteilung wechseln bei MKS Zuschlag, würde jedenfalls wirtschaftlich Sinn machen aus Sicht des Konzern. (Teilweise also wohl Restrukturierung statt reinem Aufbau einer ''überflüssigen'' 100% Abteilung)

(02.04.2018, 00:32)JSS schrieb: Die Tanker werden auf dem EGV basieren[...]

Es hieß doch es werden wohl wieder zivile Tanker gekauft und geringfügig umgerüstet? (Geringere Kosten)
Der letzte konkrete Neubau Entwurf für einen Marinebetriebstofftanker (war sogar auf EGV Basis) ist wohl der hier der Flensburger Schiffbau Gesellschaft (von 2011).
Sieht zwar sehr gut aus und würde vermutlich von den (miliärischen) Leistungsdaten jede 'zivile' Lösung ausstechen, hätte aber wohl auch immense Mehrkosten zur Folge. https://www.youtube.com/watch?v=vm-iRF2K5D8
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(02.04.2018, 01:24)NielsKar schrieb: (So war jedenfalls ein Tenor u.a. im MKS Thread?).

Nein, das war nicht der Tenor, sondern nur ein polemischer Kommentar auf einer niederländischen Seite, der Insiderkenntnisse vorgibt aber augenscheinlich doch nicht soviel Ahnung zu haben scheint. Das habe nicht nur ich bereits dort angemerkt, und ich hoffe, durch die immer wiederkehrende Wiederholung wird diese Einzelmeinung nun nicht zum "Tenor" oder "Konsens". Wink

Zitat:Es hieß doch es werden wohl wieder zivile Tanker gekauft und geringfügig umgerüstet? (Geringere Kosten)
Der letzte konkrete Neubau Entwurf für einen Marinebetriebstofftanker (war sogar auf EGV Basis) ist wohl der hier der Flensburger Schiffbau Gesellschaft (von 2011).
Sieht zwar sehr gut aus und würde vermutlich von den (miliärischen) Leistungsdaten jede 'zivile' Lösung ausstechen, hätte aber wohl auch immense Mehrkosten zur Folge. https://www.youtube.com/watch?v=vm-iRF2K5D8

Da für die Tender ein komplexeres Design bevorzugt wird (siehe entsprechendes Thema), ist die Wahrscheinlichkeit für weitgehend nach zivilen Maßstäben gebaute Tanker oder die Umrüstung entsprechend eingekaufter Schiffe recht groß. Wobei man sich meinen letzten Informationen nach auch noch nicht klar darüber sein soll, in welchem Rahmen diese überhaupt beschafft werden sollen. Es steht ja auch eine europäische Kooperation im Raum.
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(02.04.2018, 13:18)Helios schrieb:
(02.04.2018, 01:24)NielsKar schrieb: (So war jedenfalls ein Tenor u.a. im MKS Thread?).

Nein, das war nicht der Tenor [...].

Ich schrieb nachweislich extra ein statt der Tenor und habe die Unsicherheit bezüglich der Quelle m.M.n. noch mithilfe des ? hinreichend kenntlich gemacht.
Und nebenbei akzeptiere ich natürlich mit Freuden die Falschheit der Aussage.

Bezüglich den Tankern (bzw. auch Tendern) habe ich genau das gleiche im Kopf gehabt was du in deiner Ergänzung schreibst.
Bezüglich europäische Kooperation würde ich noch anmerken, dass ich diese in dem Bereich nicht als besonders nützlich erachten würde, da die Tanker sowieso zivil besetzt sind (Keine Bindung von mil. Personal) und der nationale Bedarf für 2 Tanker da sein dürfte. Wo der Mehrwert bei einer wie auch immer ausgestalteten Kooperation liegen würde sehe ich noch nicht.
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(02.04.2018, 14:08)NielsKar schrieb: Bezüglich europäische Kooperation würde ich noch anmerken, dass ich diese in dem Bereich nicht als besonders nützlich erachten würde, da die Tanker sowieso zivil besetzt sind (Keine Bindung von mil. Personal) und der nationale Bedarf für 2 Tanker da sein dürfte. Wo der Mehrwert bei einer wie auch immer ausgestalteten Kooperation liegen würde sehe ich noch nicht.

Da wo er immer liegt, Kostenreduktion, Effizienzsteigerung und Teilhabe kleinerer Nationen. In der Mehrzahl werden eh multinationale Missionen/Einsatzgruppen unterstützt, genauso wie bei den Tankern anderer Nationen, da bietet sich eine Kooperation bei Beschaffung (sowieso) und Betrieb an. Weitergehend wäre es in meinen Augen gerade aufgrund der Art und Ausprägung eh sinnvoll, in den Bereichen eine einheitliche Organisation unter einem Kommando voran zu treiben. So einfach wie bei der versorgenden Logistik ist es anderswo kaum.
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Also vom selben zivilen Schiffstyp genug gebrauchte Schiffe kaufen für mehrere Nationen? Wenn möglich natürlich wirklich interessant. Ich hatte gedacht es geht um was Richtung gemischte Besatzungen, einheitlicher Stationierungsort etc.
(Was man ja nicht einmal bei den jetzigen Rhön-Tankern macht ). Etwas wie bei den zukünftigen A330 MRTT würde ich noch positiv entgegenstehen. Also einheitliche Beschaffung/Kommando aber deutsche Besatzungen und gesicherter Zugriff auf die benötige Kapazität (3 stationiert in Köln-Wahn).
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Bei der Raum stehenden Kooperation bei den Tankern geht es um Beschaffung und Betrieb in einem bi-/trilateralen Rahmen, meine Überlegungen dazu im Thema Korps Mariniers und Seebataillon scheinen sich tatsächlich mit jenen aus der Politik zu decken. Deshalb der Hinweis, dass noch nicht klar ist, in welchem Rahmen die Beschaffung laufen soll. Grundsätzlich wäre ja auch ein Neubau nach zivilen Maßstäben möglich, sofern Gebraucht keine passenden Einheiten gefunden werden. Zwischenzeitlich wurden ja auch mal andere Kooperationen "angedacht", ich bin gespannt, worauf es letztlich hinaus läuft.

Abgesehen davon bin ich aber sehr für einheitliches Kommando, gemischte Besatzungen, konzentrierte Stationierungsorte (einen einzigen ergibt in Europa keinen Sinn) in einem gesamteuropäischen Rahmen. Gerade bei der Logistik ist das relativ leicht umsetzbar und würde allen Beteiligten eine Menge Geld und Personal sparen (auch wenn es in dem Fall um zivile Besatzungen geht). Aber das ist ein anderes Thema Wink
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Die Niederländer wollen ihren Tanker bereits 2022 in Dienst nehmen, was bedeutet, dass er wohl noch in diesem Jahr in Auftrag gegeben werden muss. Deshalb ist schon durchgesickert dass sie für ihren Tanker eine military of the shelf Lösung wollen und haben den LSV-Entwurf von Damen als Grundlage ausgewählt (wahrscheinlich den, der bereits Norwegen angeboten wurde). Das Schiff soll bei etwa 180m Länge etwa 20000ts verdrängen und eine Besatzung von 75-80 Mann sowie 160 Betten haben. Es erhält zusätzlich zu den RAS-Anlagen einen großen Kran und Stellplätze für 20 Container.
marineschepen.nl

Von den Abmessungen entspricht das ungefähr einem deutschen EGV. Bleibt die Frage, ob diese Lösung bei dem engen Zeitkorsett überhaupt interessant für eine D-NL-Zusammenarbeit ist
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(05.04.2018, 15:50)Vanitas schrieb: Die Niederländer wollen ihren Tanker bereits 2022 in Dienst nehmen

Du verwechselst den neuen Versorger, der aufgrund der veränderten Einsatzplanung der Karel Doorman notwendig geworden ist, mit einem angedachten Tanker/Tender, für den in den letzten Jahren immer wieder Pläne aufkamen, die aus finanziellen Gründen letztlich aber nicht realisiert wurden. Aus dem Grund hatte man bereits früher Gespräche mit Belgien und seit einiger Zeit auch mit Deutschland geführt. Darauf habe ich mich bezogen.
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Zitat:Thyssen-Krupp bereitet sich auf die Abspaltung des Werftgeschäfts vor.
Grund dafür sei die Entscheidung der Bundesregierung, den Industriekonzern nicht am Bau des Mehrzweckkampfschiffs MKS 180 zu beteiligen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) war bislang Hauslieferant der Marine.
[...]
Nun liefen Gespräche mit Wettbewerbern über eine Partnerschaft, die in eine Beteiligung, aber auch in einen kompletten Verkauf des Bereichs münden könnten, hieß es in Konzernkreisen. Sollte es keine Einigung geben, drohe die Abwicklung. An den Standorten Emden, Hamburg und Kiel wären dem Vernehmen nach rund 1000 Beschäftigte betroffen.
Die Überlegungen gehen indes weiter. Ohne die Rückendeckung aus der Politik und ohne die Synergien mit dem sogenannten Überwasserbereich sei auch der Bau von U-Booten nicht mehr rentabel zu betreiben. TKMS ist mit der früheren HDW Weltmarktführer bei konventionellen Unterseebooten.
[...]
Erste Kontakte haben die Manager aus Essen aufgenommen. Es liefen Gespräche unter anderem mit German Naval Yards. „Aber auch mit anderen Schiffbauern soll verhandelt werden.“
Wie Thyssen-Krupp sich vom Schiffbau verabschiedet, ist noch nicht entschieden. Denkbar sei eine Partnerschaft, um zumindest in den Bau von MKS 180 eingebunden zu werden. „TKMS könnte Teile bauen und Komponenten liefern“, heißt es in Verhandlungskreisen. Gesprochen wird aber auch über eine gegenseitige Beteiligung oder eine Fusion, berichteten mehrere Branchenkenner.
Offen sei Thyssen-Krupp grundsätzlich auch für Gespräche mit dem französischen Rivalen Naval Group (früher DCNS) und dem Bremer Familienunternehmen Lürssen, auf dessen Werften die niederländische Damen-Gruppe die MKS-180-Schiffe bei einem Zuschlag bauen würde. Das Misstrauen gegenüber Lürssen ist aber laut Branchenkennern groß. Denn TKMS hatte zusammen mit Lürssen im Konsortium für MKS 180 geboten. [...]
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/...56926.html
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[quote="NielsKar" pid='189881' dateline='1528468031']
Zitat:Thyssen-Krupp bereitet sich auf die Abspaltung des Werftgeschäfts vor.

Man muss dieses Geschehen auch mal mit den Augen eines ausländischen Kunden betrachten.
Diese stellen sich sicher folgende Frage:

"Warum soll ich in Deutschland Marineschiffe bauen lassen, wenn diese offensichtlich so schlecht sind, dass nicht mal die eigene Marine sie haben will!"

Ja, ein wenig Polemik habe ich in die Frage gelegt, aber im Kern wird es so aussehen!

Gruß: Uwe
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(09.06.2018, 12:03)TheVoice schrieb: Man muss dieses Geschehen auch mal mit den Augen eines ausländischen Kunden betrachten.
Diese stellen sich sicher folgende Frage:

"Warum soll ich in Deutschland Marineschiffe bauen lassen, wenn diese offensichtlich so schlecht sind, dass nicht mal die eigene Marine sie haben will!"

Genau diese Frage steht u.a. auch in dem Artikel und die Fragestellung ist ja auch absolut sinnig.
Gruß Niels
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Jeder sucht die Schuld beim anderen, jeder versucht Druck auf den anderen auszuüben, industriepolitisch freuen sich die Franzosen und gesellschaftlich ist es egal. Also insgesamt nichts neues.
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GNYK und TKMS werden beim Angebot für das MKS 180 kooperieren.
hartpunkt
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