Monderforschung und Stationen
#16
Zitat:Quintus Fabius postete
Hier wird das Hobby einer kleinen parasitär im Luxus lebenden Minderheit über die Interessen der Mehrheit hinweg verfolgt.

Überhaupt Ressourcen in die Mondfahrt zu verschwenden ist eigentlich schon ein Verbrechen wieder die Menschheit.
Naja - die typischen Vertreter der Gattung "parasitär im Luxus lebende Minderheit" befassen sich i.d.R. nicht mit solchen Dingen. Sie hocken auf einer Yacht, einem Golfplatz oder bei einer Promi Veranstaltung. Vorteil: Sie richten keinen direkten Schaden an und erfüllen trotzdem ihren Zweck denn sie exerzieren dem Rest der Menschheit vor das es sich lohnt nach materiellem Wohlstand zu streben - immerhin ein bedeutender Anteil an der menschlichen Existenz - "Überleben", manche sagen das wären schon 50% des Lebensinhaltes. Ob das Richtig ist, oder nicht - sei dahingestellt und gehört auch nicht in diesen thread.

Ein weiterer Bestandteil der Sicherung unseres Überlebens ist es, auch wenn wir gerade nicht bedroht sind, alle Eventualitäten möglichst auszuschalten, Risiken zu minimieren und uns Optionen zu schaffen. Immer auf Basis unseres Wissens und unserer momentanen Möglichkeiten. Wohlgemerkt: selbst wenn wir im Schlaraffenland leben. Also - ab auf den Mond.


Mit Industrieimperien, Ausbeutung und Menschenverachtung hat das, in dieser ersten, planerischen, Stufe noch nichts zu tun. Das sind dann letzendlich nur organisatorische Ausprägungen des menschlichen Forschungs- und Erschliessungsdranges. Lass uns doch einfach den Spass - wir können auch auf dem Mond ein Gottesfürchtiges Leben führen Smile
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#17
Hallo,

nun, ich bin absolut kein Experte in Sachen Weltraumfahrt (auch wenn ich ein Hobby-Teleskop habe), aber dieses Thema hier ist doch sehr interessant. Ich möchte hier auch Quintus Fabius irgendwo recht geben. Ich denke, dass die Spezies Mensch erst dann reif genug ist, ins All aufzubrechen (und damit meine ich keine Hüpfer auf dem Mond), wenn sich auch psychologisch beim Menschen die Erkenntnis durchsetzt, dass man vielleicht nicht alles nur um Rohstoffabbau oder "Gewinnung" von gewissen Dingen (außer Wissen) kreisen lassen sollte. Ich hoffe, ich habe ihn so richtig verstanden.

Ich glaube, wenn wir mit der Devise à la "Planet Z wirft soundsoviele Tonnen Material und Mond H soundsoviele Tonnen Material ab und dort können wir soundsoviele Hotels hinbauen!" an die Sache rangehen, wählen wir den falschen Weg. Ziel sollte ja ein Zugewinn an Erkenntnis und Wissen (auch über uns selbst) und nicht nur eine schlichte Rohstoffjagd sein. Sonst hätte ich ja irgendwo den Eindruck, wir wären parasitäre Heuschrecken, die sich anschicken, dass All kahl zu fressen; oder besser: Sich von Planet zu Planet fressen und dabei geflissentlich (wie in alten Zeiten in Süd- oder Mittelamerika) irgendwelche Spezien nebenher (sei es durch Seuchen oder nur durch Ausbeutung oder gar Krieg) auslöschen.

In gewisser Weise bin ich da Anhänger der 1. Direktive der Sternenflotte (auch wenn Kirk und Picard alle naselang eine Ausrede zum Brechen gefunden haben).Big Grin

Schneemann.
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#18
Zitat:Schneemann postete Sonst hätte ich ja irgendwo den Eindruck, wir wären parasitäre Heuschrecken, die sich anschicken, dass All kahl zu fressen; oder besser: Sich von Planet zu Planet fressen und dabei geflissentlich (wie in alten Zeiten in Süd- oder Mittelamerika) irgendwelche Spezien nebenher (sei es durch Seuchen oder nur durch Ausbeutung oder gar Krieg) auslöschen.
Wenn ein entsprechendes Antriebssystem zur Verfügung steht, wird genau das passieren. Und mir fällt nichts ein, ausser eine mit tödlicher Gewalt durchgesetzten Kontrolle vielleicht, um das zu verhindern.
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#19
Hallo,

Also erst mal bin ich keine kleine parasitäre Elite, die im Luxus schwelgt, sondern jemand der sich überlegt, wie man durch technische Neuerungen Probleme lösen kann.

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@Quintus:

Sie reden davon, dass wir zu viele Nahrungsmittel produzieren und trotzdem Menschen verhungern und deswegen der Mensch unfähig sei.
Dies ist eine Perversion unseres Wirtschaftsystems. Nachdem sich die Administrations-Ebene, welche dafür verantwortlich ist, sich größtenteils der demokratischen Kontrolle entzieht, können wir nichts dafür.

Es ist schon immer so gewesen, dass Technik & Wissentschaft Vernunft & Verantwortungsbewusstsein der Menschen voraus sind (siehe Atombombe). Wenn wir jetzt sozusagen warten, bis die Menschheit "reif" ist, dann bleiben viele Probleme ungelöst und verschlimmern sich.
Wenn es zwischen China, Indien und den USA zu einem Rohstoffkrieg aufgrund des Mangels an Erzen, weil man sich noch nicht "reif" für den Monderz-Abbau fühlte, dann ist das ein unendlich höherer Preis als die nötigen Investitionen in die zivile Raumfahrt.

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@Schneemann:
Wenn der Mond eine Vegetation o.ä. hätte, würde ich mich auch vor die Bagger legen, welche Minen in dem neuen Naturraum errichten sollen.
Die Oberfläche unseres Mond ist allerdings Wüste und es gibt nichts erhaltenswertes auf ihm. Mir ist es lieber wenn die Mondoberfläche aufgerissen wird, als wenn in Brasilien Regenwald abgeholzt wird.
Ich weiß auch nicht, wie wir Wissen und Erkenntnis vom Mond bekommen könnten. Eine Forschungsstation würde von Raumminen nicht beeinträchtigt werden. Man kann also beides haben.
Ich bin auch für einen schonenden Umgang mit der Umwelt, allerdings nur da wo es auch wirklich was zu schützen gibt.
Und wenn diese "Rohstoffjagd" hilft unseren Lebensstandart zu halten (Vorraussetzung für jeden Zugewinn an Erkenntnis und Wissen), dann ist es auf jeden Fall gerechtfertigt.

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Zu den technischen Aspekten nachher.
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#20
Ich bin auch kein Weltraumfahrt Experte, aber wenn wir Rohstoffe auf dem Mond abbauen, besteht dann nicht die Möglichkeit dass wir auf der Erde Probleme bekommen? ich meine wird das Gleichgewicht der Natur immer noch stabil bleiben? Wir wissen ja alle dass der Mond auch Einfluss auf unsere Mutter Erde hat, was meint ihr?
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#21
Zitat:-Cobra- postete
was meint ihr?
dass du erst den thread lesen solltest, bevor du postest Smile

Wir waren uns uneins darüber wieviel Masse man vom Mond entfernen darf bevor die Wattwürmer aussterben und so manche Frau Probleme bekommt.
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#22
Zitat:Schneemann postete
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Ich glaube, wenn wir mit der Devise à la "Planet Z wirft soundsoviele Tonnen Material und Mond H soundsoviele Tonnen Material ab und dort können wir soundsoviele Hotels hinbauen!" an die Sache rangehen, wählen wir den falschen Weg. Ziel sollte ja ein Zugewinn an Erkenntnis und Wissen (auch über uns selbst) und nicht nur eine schlichte Rohstoffjagd sein. Sonst hätte ich ja irgendwo den Eindruck, wir wären parasitäre Heuschrecken, die sich anschicken, dass All kahl zu fressen; oder besser: Sich von Planet zu Planet fressen und dabei geflissentlich (wie in alten Zeiten in Süd- oder Mittelamerika) irgendwelche Spezien nebenher (sei es durch Seuchen oder nur durch Ausbeutung oder gar Krieg) auslöschen.
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Schneemann.
mag möglich sein, dass der Menschheit die Einzigartigket und Zerbrechlichkeit des Ökosystems unseres Planeten Erde erst richtig bewusst wird, wenn der Anblick aus dem All nicht nur einer elitären Gruppe von Astro-, Kosmo- oder Taikonauten vergönnt wurde - insofern könnten Stationen im nahen All - ob auf einer Umlaufbahn um die Erde oder auf dem Mond - vielleicht etwas Hilfe zur "Selbsterkennung" sein
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#23
Ingenieur schrieb:
Zitat:Und wenn diese "Rohstoffjagd" hilft unseren Lebensstandart zu halten (Vorraussetzung für jeden Zugewinn an Erkenntnis und Wissen), dann ist es auf jeden Fall gerechtfertigt.
Nun ja, ganz so sehe ich das nicht. Weil im Umkehrschluss könnte man das Abgrasen anderer Planeten einerseits mit dem Ziel, Erkenntnis und Wissen zu erlangen, erklären und verklären und andererseits denke ich auch nicht, dass Lebensstandard ALLEINE unbedingt hierzu führt. Wir, die jetzige Generation in Deutschland, hat den höchsten Lebensstandard von bisher wohl allen deutschen Generationen und dennoch drängt sich mir manchmal der Verdacht auf, dass sich absolut nichts weiterentwickelt (sicher, Autos werden flacher und schneller und Kleider weicher und Handys effektiver, aber das meine ich nicht, ich gehe nicht nur in die rein technologische Sparte, sondern auch in die Richtung Geographie, Philosophie, Geschichte, Sprachforschung, Psychologie, etc.), zumindest glaube ich nicht, dass wir wirklich auf dem Wege in die Bildungsgesellschaft sind. Manchmal gar, habe ich den Eindruck als wenn die Leute dümmer würden, zumindest was die Allgemeinbildung angeht...

Ich muss jetzt aufpassen, weil ich den Thread zu sehr entführe, aber ich möchte eben behaupten, dass nur der reine technologische Fortschritt und ein guter Lebensstandard nicht immer zwingend ein besseres Verständnis über einen selbst und das Leben (eben auch Erkenntnis) erbringen.

Abgesehen davon: Ich glaube, wir würden uns alle wünschen, dass die unbekannte Alienart XYZ, die gerade mit ihren Superraumschiffen Planet und Planet abgrast und rohstofftechnisch ausbeutet und dabei Lebensformen im Rahmen von Kollateralschäden eben ausrottet, nicht nur in Ausbeutungstendenzen denkt, wenn sie die Erde trifft, sondern eher in rein wissenschaftlichen Gedanken schwelgt, bzw. zu schwelgen beginnt, und bspw. die Menschen nur beobachtet und analysiert, um das eigene Wissen zu erweitern, und ansonsten in Ruhe lässt, auch wenn der Planet zehnmal riesige Rohstoffreserven hätte.

Und genauso sollten wir uns auch verhalten, wenn wir als überlegene Spezies auf einen Planeten treffen sollten, wo eine intelligente, aber eben noch etwas rückständigere Rasse lebt. Wir sollten vielleicht und nur im Extremfall Kontakt aufnehmen, aber erst nach einer sehr guten Analyse (was mit der dann zur Verfügung stehenden Technik wohl gehen würde) der Umstände vor Ort, um eben auch sowas wie innere Spannungen und Kriege zu verhindern. Ich meine, wenn ich höre, dass wir [der Mensch] das Ebenbild Gottes sind, so frage ich mich bspw. wie wohl die Kirche bei uns reagieren würde, wenn morgen auf dem Platz vor dem Vatikan (Achtung! Ich will hier niemandem zu nahe treten oder ihn kränken!) ein UFO landet und kleine, grüne Männchen aussteigen?! Weil: Wer stammt denn dann von Gott ab? Die oder wir?

Insofern: Das gäbe zumindest ein heilloses Durcheinander und wohl auch Ausschreitungen und viele gläubige Menschen würden wohl wirklich in eine Glaubenskrise schlittern. Ich möchte sogar behaupten, dass es auch zu Selbstmorden oder gar Hassgedanken gegen die Außerirdischen kommen könnte (man kennt ja den Radikalismus, den manche Leute in Glaubensfragen entwickeln können). Wir hätten also ebenso die Pflicht, uns zurückzuhalten, wenn wir auf einen fremden Planeten treffen, wo eine intelligente Spezies ebenso religiöse Kulte wie wir entwickelt haben, weil wir sie in eine Existenzkrise stürzen würden/könnten. Erst dann, wenn die Bewohner diese Kulte überwunden haben, sollten wir uns ihnen in friedlicher Absicht nähern.

Schneemann.
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#24
Zitat:Wenn es zwischen China, Indien und den USA zu einem Rohstoffkrieg aufgrund des Mangels an Erzen, weil man sich noch nicht "reif" für den Monderz-Abbau fühlte, dann ist das ein unendlich höherer Preis als die nötigen Investitionen in die zivile Raumfahrt.
Sehen sie nicht den Grundfehler des ganzen ?!

Diesen Rohstoffkrieg wird es so oder so geben. Er hat schon begonnen. Statt aber darauf zu setzen, ganz andere Wege zu gehen, gehen alle denselben Irrweg, und wollen mehr Rohstoffe. Die Folge ist ein Ende im globalen Krieg, so oder so.

Selbst wenn es gelänge den Mond auch noch abzubauen wäre das Problem nur verschoben, ich glaube aber, daß die massiven Inneren Probleme der VRC die ich persönlich kenne, das ganze so oder so Übel enden lassen, noch bevor Rohstoffe vom Mond in ausreichender Menge abgebaut werden können.

Zitat:Wer stammt denn dann von Gott ab? Die oder wir?
Die Frage hat die katholische Kirche schon lange geklärt, schon im Mittelalter haben die darüber gegrübelt, ob es nur einen Jesus gab auf der Erde oder ob es auf anderen Planeten dann auch einen Heiland gegeben haben muß.



Nochmal zur reinen Technik:

Es soll mir mal bitte einer darlegen, wie das ganze überhaupt technisch, vom Aufwand wie von der benötigten Energie her gemacht werden soll !! Mit derzeitiger oder absehbarer Technologie !!

Wie soll das denn tatsächlich durchgeführt werden, was wäre dazu notwendig, wozu sollten wir die Kapazitätsgrenze der Menschheit die jetzt schon WEIT über der ökologischen Grenze liegt noch weiter erhöhen ?

Das ist für mich blanke Hybris.
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#25
Also zur technischen Seite:

folgende Punkte sind zu klären:

1) Mit welchem Gerät baut man die Erze ab?
2) Wie transportieren wir die Rohstoffe?
3) Wie schützen wir die Menschen, die da oben arbeiten dauerhaft (>1 Monat)?

zu 1)
Es müssten (wie im Thread schon angemerkt) überwiegend Roboter die Arbeit übernehmen. Auf dem Mond müsste Tagebau möglich sein.
Per Schwarmintelligenz könnte man die Suche und den darauffolgenden Abbau der Rohstoffe KI-technisch in relativ kurzer Zeit realisieren.
Menschen müsste man aufwendig schützen, soweit sie sich außerhalb der geschützen Bereiche von Basis oder Raumschiff bewegen. Sie sollten dann v.a. die Wartung und Kontrolle der Roboter übernehmen.
Das Verladen müsste sich auch schon automatisieren lassen, nachdem das schon bei Containerschiffen funktioniert.

zu 2)
Der Transport ist meiner Meinung nach der komplizierteste Teil der ganzen Geschichte.
Man müsste Raumschiffe bauen, die mindestens so groß wie ein Containerschiff oder kleiner Öltanker sind. Die Konstruktion müsste eigentlich schon machbar sein preislich und zeitlich liegt der Aufwand wahrscheinlich in der Größenordnung eines US-Flugzeugträgers. Im Grunde genommen wäre es so eine Art Zeppelin mit einem riesigem leeren Bauch und einem kleinen Cockpit vorne.
Der teuerste und umweltschädlichste Aspekt ist vermutlich der Start und der damit verbundenen Überwindung der Erdanziehungskraft/Luftwiederstandvon so einem Erz-Transportraumschiff (ETRS). Das ist auch das, was die heutige Raumfahrt vom Treibstoff her gesehen so teuer macht. Sobald mal die Atmosphäre hinter einem liegt, ist der Treibstoffverbrauch minimal.
Dazu gibt es nun zwei Lösungsansätze:
a) Der berühmte Lift.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumfahrstuhl
Ist zwar weit fortgeschritten, ich persönlich bin da skeptisch.
b) Zeppeline (eigene Idee)
Ich habe mir überlegt, dass jedes ETRS von einer Flotte von Zeppelinen in Schichten mit dünnerer Luft anheben und dass das ETRS von da an selber weiterfliegen kann. Auf die Methode spart man sich einiges an Treibstoff für die ETRS.
Problem wäre außerdem noch der Antrieb, da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

zu 3)
dazu habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich weiß weder welche Schutzmaßnahmen heute angewendet werden noch wie lange diese ausreichen. Wenn jemand näheres weiß, bitte posten.

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@Schneemann:

Der Mond wird aber nicht bewohnt und hat auch sonst kein Leben. Es macht also keinen Unterschied, ob man jetzt alle Steinchen in Reihe und Glied hinlegt und unter Naturschutz stellt oder ob man einen Tagebau neben den anderen hinstellt.
Das Abbauen von Monderzen schließt einen respektvollen Umgang mit der Natur und hypothetischen Aliens nicht aus.
Ich bin mir sicher, dass (zumindest einige Länder) mittlerweile sensibel für diese Thematik geworden sind. Es wird zumindest keine solche Ausrottung wie mit den Ureinwohnern gebe, dazu hat sich der Gedanke der Naturrechte schon viel zu weit ausgebreitet. Kontakt wird sich allerdings wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, dazu ist der Mensch einfach zu neugierig.


@Quintus

Zitat:Statt aber darauf zu setzen, ganz andere Wege zu gehen, gehen alle denselben Irrweg, und wollen mehr Rohstoffe. Die Folge ist ein Ende im globalen Krieg, so oder so.
Welchen anderen Weg sprechen Sie denn an? Aktuell wird doch daran gearbeitet erschöpfliche Ressourcen wie fossilie Brennstoffe durch regenierbare zu ersetzen . Außerdem wird der Verbrauch für das selbe Produkt so weit wie möglich gesenkt.
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#26
Ich bezweifle, dass es sinnvoll wäre, ein Transportschiff zu bauen, das sowohl die Erdatmosphäre durchqueren muss als auch die Strecke zwischen Mond und Erde bewältigen soll. Viel effizienter, vor allem billiger wäre es da meiner Meinung nach, das Erz vom Mond (oder sonstwoher) in eine Raffinerie im hohen Erdorbit zu schaffen und dann die Erzprodukte durch separate Kapseln zur Erdoberfläche zu bringen. Auch wenn man die Raffinerie weglässt, ist es nicht sinnvoll, das ganze Schiff mit Triebwerken etc. ständig starten und landen zu lassen, da die Materialbelastung und der Energieaufwand bei einem Vielfachen des normalen Einsatzbereichs (im interplanetaren Raum) liegen. Wenn schon der Weltraumlift nicht auf absehbare Zeit machbar ist (wie es momentan aussieht), dann muss man eben eine Station für die Ausrüstung der Frachter mit Laderaum-Modulen haben, und die Module wiederum werden durch separate Startsysteme zu dieser Station gebracht.

Zitat:dazu habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich weiß weder welche Schutzmaßnahmen heute angewendet werden noch wie lange diese ausreichen. Wenn jemand näheres weiß, bitte posten.
Das Problem wird sein, dass die Erfahrung mit Langzeitaufenthalten in Niedrig- oder Null-G-Umgebungen sehr begrenzt ist. Aufenthalte in einer Mondstation wären zeitlich wahrscheinlich deutlich länger einzuschätzen als in den bisherigen Raumstationen, schon um die Kosten für Transfers niedrig zu halten. Da gibt es m.E. noch viele unbeantwortete Fragen bzw. technologisch-finanzielle Hürden.
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#27
Zitat:Turin postete
Viel effizienter, vor allem billiger wäre es da (...) die Erzprodukte durch separate Kapseln zur Erdoberfläche zu bringen. Auch wenn man die Raffinerie weglässt, ist es nicht sinnvoll, das ganze Schiff mit Triebwerken etc. ständig starten und landen zu lassen. (...) Wenn schon der Weltraumlift nicht auf absehbare Zeit machbar ist (wie es momentan aussieht), dann muss man eben eine Station für die Ausrüstung der Frachter mit Laderaum-Modulen haben, und die Module wiederum werden durch separate Startsysteme zu dieser Station gebracht.
So ein Frachter wäre ja nicht viel anderes als Laderaum-Module mit Cockpit und Triebwerken. Ob jetzt dann der Frachter oder ein Laderaum-Modul mit seperatem Antrieb genommen wird, ist vom Treibstoffverbrauch her aufkommensneutral.

Zitat:Turin postete
Das Problem wird sein, dass die Erfahrung mit Langzeitaufenthalten in Niedrig- oder Null-G-Umgebungen sehr begrenzt ist. Aufenthalte in einer Mondstation wären zeitlich wahrscheinlich deutlich länger einzuschätzen als in den bisherigen Raumstationen, schon um die Kosten für Transfers niedrig zu halten. Da gibt es m.E. noch viele unbeantwortete Fragen bzw. technologisch-finanzielle Hürden.
Das Personal kann man dann mit den Frachtern hin- und zurückbringen. Ob ich jetzt dann zwei oder 20 Leute mit so einem Frachter transportiere, dürfte keinen Unterschied machen.
Mich interessiert in der Hinsicht vor allem die medizinische Seite.
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#28
Zitat:Das Personal kann man dann mit den Frachtern hin- und zurückbringen. Ob ich jetzt dann zwei oder 20 Leute mit so einem Frachter transportiere, dürfte keinen Unterschied machen.
Tja, das macht aber einen ganz erheblichen Unterschied, nämlich den, ob man nun Lebenserhaltung für zwei oder zwanzig Leute einbaut, dazu Nahrung und Wasser etc. Und das dann bei jedem Frachter, obwohl die viel häufiger rotieren müssen als die Crew? Oder nur bei jedem fünften, zehnten etc.? Also verschiedene Entwürfe (die bei dir notwendig sind, denn da muss ja das ganze Schiff starten und landen). Sieh dir mal bitte an, wie knapp heute schon kalkuliert wird bei solchen Fragen, dann würde das bei dir nicht so trivial klingen.

Zitat:So ein Frachter wäre ja nicht viel anderes als Laderaum-Module mit Cockpit und Triebwerken. Ob jetzt dann der Frachter oder ein Laderaum-Modul mit seperatem Antrieb genommen wird, ist vom Treibstoffverbrauch her aufkommensneutral.
Nicht wirklich, da ein Fahrzeug, das selbständig durch eine Atmosphäre fliegen (wohlgemerkt zu Start UND Landung) muss, aus offensichtlichen physikalischen Gründen anders aussehen muss als ein vollmodulares Raumschiff, das mit nichts als dem Vakuum und Beschleunigungskräften zu kämpfen hat. Ansonsten habe ich auch gar nicht von Frachtmodulen mit eigenem Antrieb gesprochen, sondern von solchen, die per Booster zum LEO geschickt werden. Die Booster sind aber nicht Teil des Moduls und sollten nach Möglichkeit auch wiederverwendbar sein. Das ist ein erheblicher Unterschied zu einem Schiff, das alles integriert hat und jedes Mal auch die gesamte Masse hoch- und runterbringen muss, und das auch noch nach Möglichkeit ohne strukturelle Schwächen die es ruck zuck in der Atmosphäre beim Wiedereintritt verglühen lassen, und die bei deinem Konzept einige Probleme verursachen würden.
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#29
Zitat:Quintus Fabius posteteNochmal zur reinen Technik:

Es soll mir mal bitte einer darlegen, wie das ganze überhaupt technisch, vom Aufwand wie von der benötigten Energie her gemacht werden soll !! Mit derzeitiger oder absehbarer Technologie !!

Wie soll das denn tatsächlich durchgeführt werden, was wäre dazu notwendig, wozu sollten wir die Kapazitätsgrenze der Menschheit die jetzt schon WEIT über der ökologischen Grenze liegt noch weiter erhöhen ?
Nun die primäre Idee den Mond zu nutzen hat ja nichts mit Rohstoffproduktion zu tun. Die Literarischen Beispiele des Mondreisenden erspare ich uns jetzt mal, nur soviel, dass Primär immer der Tourismusgedanke im Vordergrund stand. Erst als es machbar wurde, fing man sich an zu fragen, was den enormen Ressourcenaufwand für einen Mondflug lohnenswerter machen konnte. Es blieben hauptsächlich zwei Ideen übrig - Rohstoffgewinnung und der Bau einer Basis für "deep space" Missionen. Letztere einfach deshalb um vom Mond aus, ohne immer die starken Anziehungskräfte der Erde überwinden zu müssen, unserer Sonnensystem effizienter/billiger erforschen zu können.

Zur Technik wurde ja schon was gesagt, vielleicht von mir noch meine Meinung, ähnlich wie Turin, es scheint mir wesentlich betriebskostenfreundlicher, wenn man für die Flüge vom Mond bis zur Grenze unserer Atmosphäre ein spezielles Raumschiff nutzt und von dem dann spezielle Container abwirft, die mittels eines simplen, robusten Antriebes in die Atmospähre eintreten und landen.

Nachdem sie entladen wurden braucht man dann nur die leeren Container wieder nach oben zu schicken und muss bei diesem energieraubensten und riskantesten Teil der Operation nicht noch Raumtriebwerke, Crew etc. mittels
chemischer Booster nach oben schiessen. Jedes Kilo zählt.
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#30
allerdings gibt es verschiedene denkbare Möglichkeiten, den Mond zu nutzen - ohne mir große Überlegungen zu machen fallen mir da viele Punkte ein:
- astronomische Stationen,
-- ausserhalb der Erdatmosphäre und damit durch Luftbewegungen nicht beeinträchtigt, könnten - ggf. durch zusammenschalten mehrerer Observatorien - einen unendlich großen Schritt bedeuten, Beobachtungsmöglichkeiten sowohl in der Tiefe des Weltraumes als auch im nahen Erdgebiet zu erhöhen
-- die Stationen könnten weitestgehend automatisiert arbeiten, und nur von einer kleinen Crew aus einer zentralen Station gewartet werden
- Tourismus (gibt genug reiche Menschen, die da gerne was für zahlen würden, mal ein paar Tage auf dem Mond zu verbringen - ob als "zahlender Gast" auf der o.g. zentralen Station oder in einer regelrechten "Hotel-Anlage" lass ich mal dahin gestellt, je intensiver der Transport, desto billiger wird das für den Einzelnen)
- Bodenschätze
-- soweit ich weiss, ist der Mond aus Erdkurstengestein (Aufprall-Theorie) entstanden http://www.planetenkunde.de/p012/p01202/p0120202001.htm was bedeutet, dass viele der Bodenschätze, die wir in der Erdkruste finden, auch auf dem Mond vorhanden sein müssten
-- ich denke, ein atuomatisierter Abbau mit "intelligenten Robotern" wäre bereits mit heutigen Erkenntnissen machbar,
-- ich denke auch eine Grobverhüttung wäre unter Berücksichtigung der Vorgabe, dass etwa die Hälfte der Mondoberfläche aus Sauerstoffatomen besteht (siehe link oben) machbar (damit könnte ggf. auch Atemluft erzeugt werden)
-- damit kann die (geringe) Mondschwerkraft mit gereinigtem Rohmaterial (ohne Abraum) und damit relativ kostengünstig überwunden werden
(auch hier könnte eine Gewinnung der Sauerstoffatome aus der Mondoberfläche möglicherweise für Treibstofferzeugung genutzt werden)
-- fraglich ist, wie man diese Rohstoffe durch die Erdatmopshäre bewegt - und ich frage mich, ob wir da "wiederverwendbare Frachter" brauchen, die für den Rückweg (leer) die Erdanziehungskraft überwinden müssen - oder ob es nicht möglich ist, im Orbit so eine Art "Frachtsegler" zusammen zu setzen, die dann automatisiert (also ohne Gefährdung von Besatzungen) durch die Erdatmosphäre tauchen und auf Flächen wie den großen Salzseen aufsetzen...
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