Iran
(25.07.2016, 21:34)triangolum schrieb: Jederzeit kann es diese illegalen Sanktionen wieder geben. Neue Flugzeuge im Westen zu kaufen wie auch anderes, zum Bleistift Wagons, ist Schall und Rauch. Das macht nur Sinn wenn das im Westen gelagerte Geld, oder in Japan, durch dieses erpresste Abkommen auch Ausgegeben werden muss dort wo es liegt.

Die werden ihre 2-3 stelligen Milliarden niemals zurück bekommen und auch keines dieser bei Boeing und Airbus bestellten Flugzeuge jemals erhalten.
Es ist immernoch unmöglich, Geld in oder aus dem Iran über europäische oder amerikanische Banken zu transferieren.
Dafür steht nun auch schon das iranische Raketenprogramm am Pranger. Weil ballistische Raketen ja potentiell atomwaffentauglich sind.
Wir wissen alle, dass auf die Beendigung dieses Spiels eine amerikanische Aggression folgt.
Dafür ist das gebunkerte Uran nun weg, der Schwerwasserreaktor zerstört, weitere Atomanlagen verplombt und die Uran-Zentrifugen zerlegt. Ganz ohne Waffengewalt.
Diese lächerlich unfähigen Idioten hätten es eigentlich besser wissen sollen. Big Grin

Spekulationen hinsichtlich irgendeiner Normalisierung diiplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen sind null und nichtig oder wie Du schreibst, "Schall und Rauch".
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Tja... und die Menschen, bis auf einige Teheraner, werden das auch langsam im Iran schnallen. Siehe diverse Kommentare und auch Szenen im Iran. Keine Ahnung was diese "westlich orientierten Reformer" an Wert zerstörten aber das wird so einiges sein für null und nix. Aber immerhin hat ja das Militär mal klar Kante gezeigt und der Oberste geistliche Führer hier mal schnell das Kommando übernommen damit wenigstens Syrien nicht ab säuft durch die ständigen Träume vom Larow.

Sofern der Vorgänger wieder ran darf um so höher wird dessen Wahlergebnis werden. Ich vermute 66% und mehr im ersten Wahlgang. Noch ist dafür die Elite nicht bereit im Iran aber sie wird dazu gezwungen werden. Wer einmal dem Teufel nachgibt wird dafür nichts erhalten als noch mehr Erpressung. Jeder Vertrag, jedes Abkommen mit den USA führt zu nichts außer noch mehr Erpressung. Da ist ja selbst das Papier eines US Dollars mehr Wert als solche Abkommen.

Das weiß NK, das weiß der Iran.

Der einzige Weg ist der eigene Weg. In der Außenpolitik der der blockfreien und der Multipolaren Welt und in der Innenpolitik der alles aus einer Hand. Ja das kostet und ist nicht immer einfach. Siehe AN-140. Aber es bringt nichts auf Regen zu warten wenn doch nur wieder dürre kommt und das trotz der Mami welches ein Versprechen gab.

Die Frage ist nur wie lange der Iran noch Zeit hat. Viel Zeit ist es nicht mehr. Killary wird nicht lange warten um den Iran zu plätten.
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Zitat:Leader of the Islamic Revolution Ayatollah Seyyed Ali Khamenei says Iran’s experience in striking a nuclear deal with six countries, including the United States, proved that Washington cannot be trusted.
Mon Aug 1, 2016 7:25AM


“Today, even the diplomats and individuals who were present in the [nuclear] negotiations reiterate the fact that the US breaks its promises, and while speaking softly and sweetly [to Iran], is busy obstructing and damaging Iran’s economic relations with other countries,” Ayatollah Khamenei said.
The Leader made the remarks in a meeting with thousands of Iranians from several provinces in the capital, Tehran, on Monday morning.
...
http://presstv.com/Detail/2016/08/01/477...h-Khamenei-

Das ist quasi das erklärte Ende des Atomabkommens.

Khamenei spielt seine Rolle hier ganz geschickt. Ganz nach dem Motto "Seht her, ich habe es ja gleich gesagt".
Aber er hätte das Ganze von Anfang auch stoppen können.
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Zitat:Präsidentenwahl in Iran

Reformer Rouhani führt deutlich

Bei der iranischen Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber Rouhani deutlich in Führung. Nach Auszählung von rund der Hälfte der Stimmen kam er auf einen Anteil von 60 Prozent. Rouhani steht für eine behutsame Öffnung des Landes. [...]

Von den bis dahin ausgezählten 25 Millionen Stimmen liege Rouhani mit rund 14,6 Millionen Stimmen klar vor seinem erzkonservativen Gegenkandidaten Ebrahim Raeissi. Dieser komme bislang auf 10,1 Millionen Stimmen. Die Wahlbeteiligung habe bei 70 Prozent gelegen. Die endgültigen Ergebnisse sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden. [...]

Die Wahl galt einmal mehr als Richtungsentscheidung zwischen behutsamen Reformen im Land und einer Rückkehr zur erzkonservativen Auslegung des Islam. Zugleich werteten Beobachter sie als Abstimmung über den Atomdeal mit dem Westen, mit dem Ruhani die Politik der Abschottung Irans beendet hatte. [...] Sein Gegenkandidat Raeissi, ein 56 Jahre alte Juraprofessor und ehemaliger Staatsanwalt, leitet eine einflussreiche religiöse Stiftung. Er soll dem geistigen und politischen Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, nahestehen, der ihn schon einmal als "vertrauenswürdig und sehr erfahren" bezeichnet hatte. Öffentlich unterstützt hat Chamenei aber keinen der Kandidaten.
https://www.tagesschau.de/ausland/iran-wahl-129.html

Schneemann.
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Im Iran ist es in den letzten Wochen zu erheblichen Unruhen gekommen, wobei bislang 18 Menschen getötet worden sein sollen. Diese Proteste, die ersten großen seit den Protesten gegen Ahmadinedschads Wiederwahl 2009, wobei damals der Vorwurf des Wahlbetrugs im Raum stand und vor allem die liberalen Kreise in den Städten auf die Straße gingen, sind aktuell jedoch relativ schwer zuzuordnen. Was halbwegs sicher gesagt werden kann, ist, dass es dieses Mal vor allem ärmere Schichten, auch auf dem Land, sind, die protestieren.

Hintergrund dürften vor allem steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und Treibstoffpreise sowie ein ziemlich angeschlagenes Gesundheitssystem sein. Und dies trifft eben die weniger wohlhabenden Kreise, die bspw. 2009 Ahmadinedschad gestützt haben. Inwieweit auch die Korruption und die Vetternwirtschaft in den Reihen der Revolutionsgarden und der religiösen Führung hier angeprangert werden, ist umstritten (der SPIEGEL hat es in seiner letzten Print-Ausgabe zumindest vermutet).

Trotz aller Unruhe sehen Beobachter indessen nicht die Gefahr eines Kollapses des Regimes, was auch daran liegt, dass viele Iraner schlicht ein nachfolgendes Chaos fürchten - die labilen Brennpunkte ringsherum (Afghanistan, Syrien, Irak, Kurdistan) und auch der Streit mit den Saudis lassen es einfach nicht zu, dass man selbst in inneren Wirren versinkt.
Zitat:Unruhen im Iran

Nach heftigen Protesten im Iran: „Die Angst vor blutigem Umsturz ist viel zu groß“

Die Sichtweisen auf die Proteste im Iran gehen weit auseinander. Vieles ist unklar. Das zeigen auch die Reaktionen auf die regimekritischen Proteste. Präsident Hassan Ruhani und die Reformer äußern Verständnis, die Hardliner in der Justiz wollen dagegen die Todesstrafe für die Anführer. [...]

Bei den Protesten und Unruhen sollen um die Jahreswende herum mehr als 3700 Menschen festgenommen worden sein. 18 Demonstranten wurden getötet, zwei weitere kamen während der Proteste bei einem Unfall ums Leben.

Bewegung ging nicht vom Volk aus

Die Bewegung ging zunächst nicht wie häufig angenommen vom Volk aus, sondern von den innenpolitischen Gegnern des relativ liberalen Präsidenten Ruhani – vor allem den mächtigen paramilitärischen Revolutionsgarden. Diese Anhänger begannen, öffentlich Stimmung gegen Ruhani zu machen. Doch die Stimmung schlug um. Die Menschen gingen auch in anderen Städten als dem Ausgangsort Maschhad auf die Straße. [...] Doch aus dieser Lage den Beginn eines „Persischen Frühlings“ abzuleiten, sei falsch. Das sagt Iran-Experte Cornelius Adebahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik zu FOCUS Online.

„Die Angst vor einem blutigen Umsturz ist viel zu groß“, sagt Adebahr. „Die Erinnerung an die Islamische Revolution und den folgenden Krieg mit Irak ist noch sehr präsent.“
https://www.focus.de/politik/ausland/unr...87005.html

Schneemann.
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Zitat:Angriff auf Militärparade

Iran gibt USA Mitschuld an Anschlag

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade im Iran sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Zwei Gruppen bekannten sich dazu. Der Iran gab den USA und Saudi-Arabien eine Mitschuld. [...]

Die vier Angreifer kamen uniformiert: verkleidet als iranische Soldaten. Sie fielen als Terroristen erst auf, als sie mit ihren Waffen das Feuer auf Teilnehmer und Zuschauer der Militärparade in der Stadt Ahwas im Südwesten des Iran eröffneten. Im iranischen Staatsfernsehen sind die Video-Aufnahmen, die während der Attacke entstanden, immer wieder zu sehen.

Panik brach aus unter den Zuschauern, einige versteckten sich hinter hölzernen Zuschauerpodesten, kurz darauf waren Krankenwagen zu hören. Etwa 20 Menschen, darunter auch Kinder, waren sofort tot. Die iranische Staatsführung sprach später von mindestens 25 Todesopfern und 50 Verletzten. [...]

Zehn Minuten lang sollen die Angreifer am Morgen in Uniform geschossen und getötet haben, danach wurden drei der Terroristen von iranischen Sicherheitskräften erschossen. Ein weiterer starb an seinen Verletzten später im Krankenhaus. In anderen Quellen hieß es, auch er sei getötet worden.
https://www.tagesschau.de/ausland/milita...g-101.html

Schneemann.
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Zitat:Ausfall der Benzinversorgung

Cyberangriff blockiert Tankstellen im Iran

Landesweit wurde im Iran das Bezahlsystem an Tankstellen lahmgelegt und die Benzinversorgung dadurch blockiert. Dahinter steckt offenbar ein Cyberangriff. [...]

Ein Cyberangriff auf Tankstellen hat am Dienstag im Iran die Benzinversorgung zum Erliegen gebracht. Der Angriff richtete sich anscheinend gegen ein Regierungssystem, über das subventioniertes Benzin an die Bürger ausgegeben wird. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von langen Warteschlangen vor den Zapfsäulen. Vertreter des Ölministeriums seien zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna, die den Vorfall als erste als Cyberangriff bezeichnete, berichtete von Kunden, die versuchten, mit einer von der Regierung ausgegebenen Karte an den Automaten zu tanken. Sie hätten kein Benzin erhalten - stattdessen sei die Meldung "Cyberangriff 64411" erschienen. [...]

Wirtschaftskrise im Iran dauert an

Die meisten Iraner sind auf Subventionen angewiesen, um ihre Fahrzeuge zu betanken - insbesondere angesichts der wirtschaftlichen Probleme des Landes. [...] Die Zahlen deuteten jedoch auf eine Hotline, die vom Büro des geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei betrieben wird und Fragen zum islamischen Recht behandelt. Die Nachrichtenagentur zog ihren Bericht später zurück und gab an, auch sie sei gehackt worden. Solche Reaktionen gab es bereits in der Vergangenheit, wenn iranische Medien mit ihren Nachrichten die Theokratie verärgerten.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/...e-100.html

Schneemann
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Iran führt Test seines Flugabwehrraketensystems in der Region Natanz durch.
RFI (französisch)
Veröffentlicht am: 05/12/2021 - 06:59Modifiziert am: 05/12/2021 - 07:09
[Bild: https://s.rfi.fr/media/display/253d0fa6-...23c8e.webp]
Iran: Satellitenbild vom Januar 2020 der teilweise unterirdischen Anreicherungsanlage in Natanz. - Satellitenbild ©2021 Maxar Technologies/AFP/File
Text von : RFI

Ein Test der Luftabwehr in der Region Natanz im Zentraliran hat eine Explosion ausgelöst, die etwa 20 Kilometer vom Atomkomplex Chahid Ahmadi-Rochan entfernt zu hören war.

Zunächst kursierten in den sozialen Netzwerken Gerüchte über einen weiteren Sabotageakt an der Anlage in Natanz. Doch schon bald dementierten die Behörden diese Version, berichtet unser Korrespondent in Teheran, Siavosh Ghazi.

Ein Armeesprecher behauptete, die Explosion sei auf einen Test des Luftabwehrraketensystems in der Region zurückzuführen. Der Test erfolgte nach dem Stillstand bei den Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den Großmächten in Wien. Die Verhandlungen wurden für das Wochenende unterbrochen und sollen Mitte nächster Woche wieder aufgenommen werden.

► Auch hörenswert: Iranisches Atomabkommen: Kann das Abkommen von 2015 noch gerettet werden?
Israel wird der Sabotage beschuldigt

In den letzten Wochen hat Israel versichert, dass es mit allen Mitteln versuchen werde, die nuklearen Aktivitäten Teherans zu stoppen. Im Oktober versicherte der israelische Außenminister Yair Lapid, dass er dies auch mit Gewalt tun werde. Und erst kürzlich, am 2. Dezember, forderte der israelische Premierminister Naftali Bennett in einem Telefongespräch mit US-Außenminister Antony Blinken von den USA ein "sofortiges Ende" der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. "Der Iran macht 'nukleare Erpressung' zu einer Verhandlungstaktik und die Antwort darauf muss das sofortige Ende der Verhandlungen und konkrete Maßnahmen der Großmächte gegen Teheran sein", argumentierte Bennett in dem Gespräch.

Im Juli 2020 hatte ein Sabotageakt schwere Schäden in einem der Gebäude der Anlage in Natanz verursacht, in dem neue Zentrifugen zusammengebaut wurden. Damals hatte der Iran Israel beschuldigt, hinter der Aktion zu stecken. Laut Teheran führte Israel auch eine Sabotageaktion gegen eine Zentrifugenproduktionsanlage in der Nähe von Teheran durch, die ebenfalls beschädigt wurde.

► Auch lesenswert: Teheran prangert einen Akt des "Anti-Atom-Terrorismus" gegen seinen Natanz-Komplex an.

Der Iran hat seine Urananreicherungsaktivitäten in der Anlage in Natanz, aber auch in Fordoo, das etwa 100 km von Teheran entfernt unter einem Berg liegt, stark ausgeweitet. Dadurch werden militärische Aktionen gegen diese Anlage sehr erschwert.

Diese Aktivitäten wurden von den westlichen Ländern und Israel stark kritisiert, die dem Iran vorwerfen, eine Atomwaffe herstellen zu wollen oder die Fähigkeit dazu zu besitzen.
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Nach der Wiederaufnahme der Gespräche wendet sich Teheran an Doha und Muscat.
L'orient le jour (französisch)
Zitat:Mit seiner Tour durch die Golfregion in dieser Woche verfolgte der iranische Außenminister das Ziel, die bilateralen Beziehungen zu stärken, da die Gespräche in Wien Fortschritte machen.

OLJ / Soulayma MARDAM BEY, am 14. Januar 2022 um 00.00 Uhr.

Nach der Wiederaufnahme der Gespräche wendet sich Teheran an Doha und Muscat.
[Bild: https://s.lorientlejour.com/storage/atta...987662.jpg]
Der omanische Außenminister Sayyed Badr al-Busaïdi (rechts) mit dem iranischen Außenminister Hossein Amir-Abdollahian in Muscat am 11. Januar 2022. Foto AFP

Es ist eine regionale und internationale Tour, die ziemlich symptomatisch für die aktuelle Stimmung in Teheran ist. Der iranische Chefdiplomat Hossein Amir-Abdollahian reiste Anfang der Woche nach Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, wo er seinen omanischen Amtskollegen Sayyed Badr al-Busaïdi sowie den stellvertretenden Ministerpräsidenten des Sultanats, Sayyed Fahd ben Mahmoud al-Saïd, traf. Anschließend reiste er nach Katar, wo er Gespräche mit dem Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani und dem Außenminister Mohammad bin Abdel Rahman al-Thani führte.

Das Vorgehen diente einem Ziel: der Stärkung der bilateralen Beziehungen vor dem Hintergrund der Wiederaufnahme der indirekten Gespräche zwischen Washington und Teheran mit dem Ziel, das Wiener Atomabkommen von 2015, aus dem sich Donald Trump 2018 einseitig zurückgezogen hatte, wieder zu aktivieren.

Der Chefdiplomat des Oman betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieser Verhandlungen für die "Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität" in der Region. Eine Vermittlungsposition, die der Neutralitätspolitik des Sultanats gegenüber allen Staaten der Region treu bleibt, seien es die Islamische Republik oder Saudi-Arabien, die sich seit vielen Jahren in den Haaren liegen. Die beiden großen Regionalmächte hatten ihre Beziehungen im Januar 2016 abgebrochen, nachdem wütende Demonstranten die saudische Botschaft und das Konsulat im Iran verwüstet hatten, nachdem der schiitische Scheich Nimr al-Nimr in Riad hingerichtet worden war.


"Oman war schon immer der wichtigste Vermittler zwischen diesen Parteien. Er war auch Gastgeber der Gespräche, die 2015-2016 zu den JCPOA-Durchbrüchen zwischen Washington und Teheran führten", erinnert Hussein Ibish, Wissenschaftler am Arab Gulf States Institute in Washington. "Es bedroht nicht die nationalen Interessen der anderen Golfstaaten, wie es Katar früher tat. Als Vermittler verschafft es dem Golfkooperationsrat (GCC) einen Sitz am Tisch und einen direkten Beitrag zu lebenswichtigen Diskussionen, von denen sie sonst ausgeschlossen wären."


Katar seinerseits befürwortet eine Wiederbelebung des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JCPOA) und steht gleichzeitig den regionalen Aktivitäten Teherans kritisch gegenüber. Eine Zwischenposition, die es bei einem GCC-Treffen im Dezember erneut bekräftigte und zum Dialog mit der Islamischen Republik aufrief.

Im Januar 2021 hatte sich Doha mit Riad und seinen drei Verbündeten - den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten und Bahrain - nach mehr als drei Jahren des diplomatischen Bruchs versöhnt, da ersterem von letzteren vorgeworfen worden war, islamistische Gruppen mit Verbindungen zur Muslimbruderschaft zu unterstützen oder zu nahe an ihren schwarzen Schafen Teheran und Ankara zu sein. Unterschwellig sendet Teheran mit diesen Besuchen mehrere Botschaften an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Es geht dem Iran darum, die Beziehungen zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten, zu denen er gute Beziehungen unterhält, zu bekräftigen, zumal Muscat eine günstige Rolle beim Abbau der Spannungen zwischen Teheran und Riad spielen kann.

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"Der Iran ist begierig darauf, bessere Beziehungen zu den Golfstaaten zu erkunden, mit denen er gute Beziehungen pflegt, vielleicht damit sie ihm helfen, wieder diplomatische Beziehungen zu Saudi-Arabien aufzunehmen, ohne seine (Regional-, Anm. d. Red.) Politik zu ändern", stellt Hussein Ibish fest.

Diese Initiative ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die Tatsache, dass Riad neben Israel einer der engsten regionalen Verbündeten Washingtons ist. Und wie der jüdische Staat verteidigt es die Aussicht auf einen restriktiveren JCPOA als 2015 und ist besorgt über das ballistische Programm und das regionale Milizennetzwerk des Iran. Beides sind Punkte, in denen Teheran nicht zu Kompromissen bereit ist. Anfang November betonte Amir-Abdollahian in einem Interview, er sei dafür, Riad über alle Details der Gespräche zu informieren, und fügte hinzu, er habe seinen omanischen Amtskollegen gebeten, die anderen Länder der Golfregion zu informieren, um seine Transparenz und seinen aufrichtigen Willen zu beweisen, ein Abkommen zu erreichen.

Der Journalist Hazem Kallass - Leiter des Teheraner Büros des Fernsehsenders al-Araby - berichtete, dass Amir-Abdollahian seine Tour mit den Worten abschloss: "Unsere Nachbarn haben ein Recht darauf, über die Geschehnisse zwischen Iran und der 4+1-Gruppe informiert zu werden. Wir müssen sie über die Verhandlungen auf dem Laufenden halten und von ihrem Rat profitieren", und fügte hinzu, dass es "Parteien gibt, die versuchen, einigen unserer Nachbarn falsche Informationen über die Wiener Gespräche zukommen zu lassen, was diese beunruhigt".

Rivalitäten
Diese jüngsten Reisen des iranischen Außenministers sollen diese Woche durch einen Besuch in China ergänzt werden, bei dem das auf 25 Jahre angelegte Abkommen über strategische Zusammenarbeit und Handel besprochen werden soll, das die beiden Länder im März 2021 unterzeichnen werden.

Seit Donald Trump das Wiener Abkommen torpediert und erneut Sanktionen gegen Teheran verhängt - und diese anschließend verschärft - hat, hat sich die isolierte Islamische Republik China angenähert, das mit großem Abstand ihr wichtigster Handelspartner ist. Im Zeitraum 2019-2020 entfielen fast 24,8 % des Handels auf das Land, vor Abu Dhabi (15,8 %), der Türkei (11,8 %) und dem Irak (10,5 %).

Seit dem Rückzug Washingtons aus dem JCPOA hat Peking zunehmend iranisches Öl bezogen und damit gegen die US-Strafmaßnahmen verstoßen. Als Teilnehmer an den Atomgesprächen befürwortet China die Reaktivierung des JCPOA, will aber gleichzeitig die antiamerikanische Front aufrechterhalten. Für Teheran steht bei der geplanten Reise nach China am meisten auf dem Spiel, da sie auch darauf abzielt, die Entwicklung von Handelsbeziehungen zwischen seinen Rivalen am Golf und seinem Verbündeten China zu vereiteln.

"Im vergangenen Jahr war er klar der Meinung, dass er eine reife strategische Beziehung zu Peking aufgebaut hatte, die ihm einen enormen und wachsenden Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen arabischen Rivalen am Golf verschaffte. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien bemühten sich jedoch schnell um engere Verbindungen, damit der Iran nicht von einer exklusiven Beziehung zu dieser aufstrebenden globalen und potenziellen Regionalmacht profitierte", entschlüsselte Hussein Ibish.

"Sie fanden China sehr aufgeschlossen, da die Chinesen ein starkes Interesse an engen Handels- und diplomatischen Beziehungen zu allen wichtigen Parteien in der Golfregion haben. Während dies die USA verärgert hat, hat es den Iran wirklich alarmiert, so dass der Zeitpunkt der Reise Teil eines dringenden Versuchs Teherans ist, zu versuchen, diesen Wettbewerbsvorteil zu verteidigen."
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Ich sehe das etwas vorsichtiger, was China angeht. Ja, die Chinesen "unterlaufen" quasi manchen Aspekt des Embargos gegen Iran, aber genau genommen halten sie sich daran. Seit Trump aus dem Abkommen ausgestiegen ist, sind die chinesischen Außenhandelswerte mit Iran deutlich rückläufig. Der chinesische Iran-Export schrumpfte etwa von 2018 um 25 Prozent auf 13,9 Mrd. Dollar und 2019 um weitere 31 Prozent auf 9,6 Mrd. Dollar. Besonders krass eingebrochen sind Fahrzeuge, Arbeitsmaschinen und Stahlerzeugnisse, besonders HEPCO jammert deswegen. Und auch der Import in China aus Iran ging zurück, grob um 30% seit 2018.

Schneemann
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