Italienische Marine - Sammelthread
#16
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:Fast alle Marinen beschaffen von Schiffen einsetzbare, fliegende Drohnen (UAV – Unmanned Aerial Vehicle) oder überlegen einen Erwerb solcher Fluggeräte.

Auch die italienische Marine sucht nach Möglichkeiten, den Aufklärungshorizont ihrer schwimmenden Einheiten durch eine unbemannte, ferngesteuerte fliegende Komponente zu erweitern. Nach Marktsichtung und Vorauswertung hat sie sich Mitte Februar für den von der österreichischen Schiebel entwickelten Camcopter S-100 entschieden und inzwischen auch bereits eines dieser Geräte erhalten. Mit ein Grund für die Wahl dürfte auch der geringe Preis von weniger als 5 Mio. Euro für ein solches UAV gewesen sein.

Nach diversen Erprobungen an Land wird der Camcopter S-100 nun eine Woche in See erprobt. Mit dem Docklandungsschiff SAN GIUSTO als Erprobungsplattform sollen die Fähigkeiten zu Flugbetrieb (Starts/Landungen) auf einem Schiff, die Leistung der Sensoren und nicht zuletzt die Integration in die Systeme eines Kriegsschiffes in der Praxis getestet werden.

S-100 Camcopter auf der SAN GIUSTO (Foto: ita. Marine)
Der S-100 wurde von Schiebel vor etwa zehn Jahren aus schon seit den 1990er Jahren existierenden früheren Camcopter-Versionen entwickelt und wird seit 2006 serienmäßig in Wien gebaut. Der nur knapp drei Meter lange, von einem Wankelmotor angetriebene „unbemannte Hubschrauber“ kann bis zu sechs Stunden fliegen und dabei Aufgaben zur optischen Aufklärung erfüllen. Üblicherweise wird ein Flugweg vorprogrammiert und dann vom Camcopter autonom abgeflogen. Die Bodenstation (auch auf einem Schiff) überwacht lediglich den Flug und empfängt die übermittelten Bilder diverser (auch Wärmebild-)Kameras. Der Camcopter kann bei Bedarf aber auch komplett manuell (per Joystick) gesteuert werden. Sein Einsatzradius wird mit etwa 200 km angegeben.

Die derzeitige Erprobung auf der SAN GIUSTO - mit ihrem großen Flugdeck – könnte den Eindruck erwecken, dass der S-100 auch viel Platz benötigt. Das Gegenteil ist der Fall. Mit Startgewicht von nur 200kg, Rotordurchmesser von gerade einmal 3,4m und im Normalbetrieb nicht erforderlichen Start- und Landeanlagen ist der Camcopter vor allem auch für kleinere Schiffe hervorragend geeignet. Die Deutsche Marine plant wohl die Beschaffung für den Einsatz auf Korvetten Klasse 130.
Zitieren
#17
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:Fast alle Marinen beschaffen von Schiffen einsetzbare, fliegende Drohnen (UAV – Unmanned Aerial Vehicle) oder überlegen einen Erwerb solcher Fluggeräte.

Auch die italienische Marine sucht nach Möglichkeiten, den Aufklärungshorizont ihrer schwimmenden Einheiten durch eine unbemannte, ferngesteuerte fliegende Komponente zu erweitern. Nach Marktsichtung und Vorauswertung hat sie sich Mitte Februar für den von der österreichischen Schiebel entwickelten Camcopter S-100 entschieden und inzwischen auch bereits eines dieser Geräte erhalten. Mit ein Grund für die Wahl dürfte auch der geringe Preis von weniger als 5 Mio. Euro für ein solches UAV gewesen sein.

Nach diversen Erprobungen an Land wird der Camcopter S-100 nun eine Woche in See erprobt. Mit dem Docklandungsschiff SAN GIUSTO als Erprobungsplattform sollen die Fähigkeiten zu Flugbetrieb (Starts/Landungen) auf einem Schiff, die Leistung der Sensoren und nicht zuletzt die Integration in die Systeme eines Kriegsschiffes in der Praxis getestet werden.

S-100 Camcopter auf der SAN GIUSTO (Foto: ita. Marine)
Der S-100 wurde von Schiebel vor etwa zehn Jahren aus schon seit den 1990er Jahren existierenden früheren Camcopter-Versionen entwickelt und wird seit 2006 serienmäßig in Wien gebaut. Der nur knapp drei Meter lange, von einem Wankelmotor angetriebene „unbemannte Hubschrauber“ kann bis zu sechs Stunden fliegen und dabei Aufgaben zur optischen Aufklärung erfüllen. Üblicherweise wird ein Flugweg vorprogrammiert und dann vom Camcopter autonom abgeflogen. Die Bodenstation (auch auf einem Schiff) überwacht lediglich den Flug und empfängt die übermittelten Bilder diverser (auch Wärmebild-)Kameras. Der Camcopter kann bei Bedarf aber auch komplett manuell (per Joystick) gesteuert werden. Sein Einsatzradius wird mit etwa 200 km angegeben.

Die derzeitige Erprobung auf der SAN GIUSTO - mit ihrem großen Flugdeck – könnte den Eindruck erwecken, dass der S-100 auch viel Platz benötigt. Das Gegenteil ist der Fall. Mit Startgewicht von nur 200kg, Rotordurchmesser von gerade einmal 3,4m und im Normalbetrieb nicht erforderlichen Start- und Landeanlagen ist der Camcopter vor allem auch für kleinere Schiffe hervorragend geeignet. Die Deutsche Marine plant wohl die Beschaffung für den Einsatz auf Korvetten Klasse 130.
Zitieren
#18
Italien hat zwei weitere FREMM-Fregatten bestellt, erhält jetzt also tatsächlich die zehn ursprünglich geplanten Schiffe (6x Mehrzweck, 4x U-Jagd). Außerdem sind bis zu zehn weitere kleinere Schiffe, die auf dem FREMM-Design beruhen geplant.

http://www.marineforum.info/Aktuelles_He.../maaw.html
Zitat:
Überraschend hat das Verteidigungsministerium bei der Orizzonte Sistemi Navali (Joint Venture von Fincantieri und Finmeccanica) zwei weitere Fregatten vom Typ FREMM (BERGAMINI-Klasse) für die italienische Marine bestellt.

Beim problematischen Budget der letzten Jahren war zuletzt völlig unklar, wie viele der neuen Fregatten die italienische Marine würde beschaffen können. 2002 hatten Frankreich und Italien die Beschaffung von insgesamt 27 gemeinsam entwickelten Mehrzweckfregatten „Frégate Européennes Multi-Mission“ (FREMM) vereinbart: 17 für die französische, 10 für die italienische Marine. Schon kurz nach Bekanntgabe des Vorhabens begann in Italien Streit um die Finanzierung. Erst im November 2005 konnten auf politischer Ebene Verträge unterzeichnet werden, und diese sahen nur noch sieben Einheiten vor, von denen dann im Mai 2006 die ersten zwei endlich in Auftrag gegeben wurden. Zwischenzeitlich sah die Planung nur noch sechs FREMM vor, dann wurde doch ein siebtes und schließlich ein achtes Schiff bestellt.

Typschiff CARLO BERGAMINI (Foto ital. Marine)Nun folgen mit „Lieferung nach 2020“ tatsächlich doch noch ein ursprünglich geplantes neuntes und zehntes Schiff. Eigentlich sollte Fincantieri den ersten Neubau schon 2008 an die italienische Marine übergeben, aber in der Diskussion um die Finanzierung wurde Typschiff CARLO BERGAMINI fertig erst 2013. Mittlerweile sind CARLO BERGAMINI und VIRGO FASAN in Dienst gestellt, zwei weitere Schiffe geliefert, und auch die achte Fregatte ist bereits im Bau – sie soll Anfang 2019 fertig sein.

Die italienischen FREMM werden in zwei Varianten gebaut: Sechs werden als Mehrzweckschiffe ausgelegt. (Landzielfähige) Seeziel-FK Otomat Mk2, ein 127-mm-Hauptgeschütz, Flugabwehr-FK Aster 15, U-Jagdtorpedos, weitere Rohrwaffen (u.a. achteres 76-mm-Geschütz) und Platz für zwei Hubschrauber NH-90 geben ihnen ein breites Einsatzspektrum. Die restlichen vier werden für U-Jagd optimiert. Bei ihnen sind einige der Seeziel-FK durch U-Jagd-FK Milas ersetzt, an Stelle des 127-mm-Geschützes findet sich auch auf dem Bug ein 76-mm-Geschütz, und zusätzlich zum üblichen Rumpfsonar erhalten sie noch ein modernes Schleppsonar. Beide Typen werden parallel gebaut. So ist Typschiff CARLO BERGAMINI eine Mehrzweck-Fregatte, während das zweite Schiff VIRGO FASAN als U-Jagdvariante ausgerüstet ist. Die nun bestellten letzten zwei Schiffe sollen Mehrzweckfregatten werden.

Auch zehn FREMM können allerdings nicht die zahlreichen von der italienischen Marine bereits ausgemusterten oder demnächst außer Dienst zu stellenden älteren Fregatten und Korvetten ersetzen. In Ergänzung der mehr als 6.000 ts großen FREMM sind bis zu zehn Schiffe einer kleineren Designvariante mit ähnlichem Rumpf und gleichen schiffstechnischen Anlagen geplant. Diese jeweils nur etwa 300 Mio. Euro teuren „FREMM-light“ sollen Offshore Patrol Aufgaben übernehmen, daneben aber mit Modulen kurzfristig für ein breites Spektrum militärischer und paramilitärischer Aufgaben (bis hin zum Einsatz als Hospitalschiff) optimierbar sein. Erste Entscheidungen zu ihrer Beschaffung werden schon demnächst erwartet.
Zitieren
#19
Die italienische Marine erhält ein weiteres Patrouillenschiff vom Typ PPA:
http://www.navyrecognition.com/index.ph ... tieri.html
Zitat:Italian Navy Exercises Option and Orders a 7th PPA Patrol Vessel from Fincantieri

Within the renewal plan of the Italian Navy’s fleet, whose first tranche started in the past months, OCCAR (Organisation Conjointe de Cooperation sur l’Armement, the international organization for cooperation on arms) has ordered the consortium (Raggruppamento Temporaneo di Impresa - RTI) consisting of Fincantieri, agent, and Finmeccanica, through its subsidiary Selex ES, principal, one more patrol vessel (PPA or Multipurpose Offshore Patrol Ship), activating the related contract option and merging the production in an immediately operational single-step transition.
Zitieren
#20
Hallo,
ich weiß nicht inwieweit es schon thematisiert wurde, aber zumindest bin ich gerade etwas überrascht von den aktuellen Vorhaben der italienischen Marine, insbesondere in Anbetracht der aktuellen finanziellen Lage des Landes.

Kurze Auflistung zu den Neuanschaffungen
1. Ersatz für den Träger Giuseppe Garibaldi wird LHA Trieste (2022)
32.000 t, 244 m, typisch für die Italiener stark bewaffnet (3x 76mm, 3x25mm, 16 VLS für Aster 15&30 oder CAMM ER)

2. Erstmal 7x OPV (2021-2026) Pattugliatore Polivalente d'Altura (PPA), später bis zu 17
~6000 t, 143 m, 1x127mm, 1x76mm, 2x25mm, 16er VLS für Aster 15 und 30, diverse Torpedo launcher, 2x NH90
Also mehr gut gerüstete Fregatte als OPV

3. Neuer Versorger als Ersatz für die Strombolie (2019) 23.500 t, 185 m

4. 4x FREMM (7.-10.) als Ersatz für Maestrale und Soldati (2017-2021)

5. 1x U212 (4.) im Bau, zwei weitere geplant (5.-6.)

6. Neue Minenschiffe

Flotte Umfasst dann ab 2026
Träger
Cavour
LHA Trieste

Zerstörer, Fregatten und OPV
2x Horizon
10x FREMM
7-17x PPA

U-Boote
6x U212
4x Sauro

Dafür entfallen die Klassen
Träger
- Giuseppe Garibaldi (2022)
- San Giorigo (3x) (2019-2022)

Versorger
- Stromboli (2019)
- Etna (2025)

Zerstörer und Fregatten und OPV
- Durand de la Penne (2 Schiffe) (2024)
- Maestrale (7 Schiffe) (2015-2024)
- Lupo (2 Schiffe) (2016-2018)
- Minerva (4 Schiffe) (2016-2017)
- Comandanti (4 Schiffe) (2023-2025)
- Sirio (2 Schiffe) (2024-2025)
- Cassiopea (4 Schiffe) (2022-2023)

Minenschiffe (2018-2022)
- Lerici (2 Schiffe)
- Gaeta (8 Schiffe)


Also auf gut Deutsch, es wird alles ausgetauscht, innerhalb relativ kurzer Zeit…
Übrig bleibt ausschließlich modernes Gerät, wobei die Horizon Zerstörer schon zum „alten Eisen“ gehören. Einzige Ausnahme die 4 Sauro U-Boote, die allerdings nur die Ergänzung zu den 6 U212 sind.
Ein zweites derartiges Erneuerungsprogramm erscheint mir in Europa momentan nicht existent…
Wie seht ihr das?

Grüße
Flugbahn
Zitieren


Gehe zu: