Russland
#46
Rußland möchte die finanzielle Gunst der Stunde ausnutzen und den Ausbau seiner natürlichen Stromquellen (hier: Wasserkraftwerke) vorantreiben. Dabei sollen fachliche Expertisen österrreichischer Experten helfen. Dementsprechend prüfen beide Seiten gemeinsam Möglichkeiten für die Zusammenarbeit bei der Errichtung neuer Wasserkraftwerke in Rußland.

Wie der Pressedienst von GidroOGK berichtet, ist diese Absicht in einem Memorandum über die Kooperation fixiert, das von beiden Seiten unterzeichnet wurde.
Laut der Nachrichtenagentur 'RIA Novosti' soll GidroOGK - ein 100%iges Tochterunternehmen von RAO UES Rußlands - der größte Stromerzeuger Europas sein. GidroOGK soll demnach 49 russische Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 23.308 Megawatt betreiben.

Quelle: http://de.rian.ru/business/20061113/55597323.html
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#47
@ Wolf

Mhm. Da Russland aber nun auch sehr gern in unseren Verbrauchermarkt hineinwill und ich rede jetzt auch wirklich davon, dass dies Russland will und nicht nur Gasprom und angesichts seiner autokratischen Strukturen und der Vorfälle mit der Ukraine ist solch ein Verhalten eben nicht sonderlich vertrauenserweckend.

Die Europäische Energieakte ist ein netter Strauß allgemeiner Versicherungen, die die Problematiken und die Wichtigkeit der Energieversorgung widerspiegelt. Wenn Russland die nicht unterschreiben will, komme ich nicht umhin, Russland zu unterstellen in Zukunft machtpolitische Spielchen a la Ukraine auch zukünftig weiter machen zu wollen.
Das kann man sicher aus russischer Perspektive verstehen, aber es ist genauso legitim aus europäischer Perspektive sich eben nicht der Willkür eines russischen Monopolisten auszuliefern.
Das wäre kurz und bündig Dummheit, man sehe eben nur den Fall der Ukraine. Und da Ruslsand gerne auch noch in unsere Versorgungsmärkte dirrkt rein will, ist die Akzeptanz bestimmter Normen eben zwangsäufig und notwendig, notwendig um hier zu agieren.
Ford kann in Europa auch nicht zu denselben Konditionen produzieren wie in China, das ist halt kontextspezifisch...
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#48
Zitat:Ford kann in Europa auch nicht zu denselben Konditionen produzieren wie in China, das ist halt kontextspezifisch...
...und auch nicht zum selben Preis verkaufen. Und wenn sich das Geschäft nicht lohnt, zieht Ford ab. Diese Freiheiten will sich Russland offenhalten. Das "Ernergie" (in welcher Form auch immer) dabei eine ganz andere unverzichtbarere Ware ist und man als Kunde da durchaus den Wunsch einer gewissen Preis und Liefersicherheit hat, ist mir schon klar. Ebenso verstehe ich aber auch durchaus die Position Russlands.
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#49
Zitat:Nato fürchtet russisches Gaskartell

In einer vertraulichen Studie kommen Wirtschaftsexperten des transatlantischen Verteidigungsbündnisses zu dem Schluss, dass Russland ein Versorgerbündnis mit Algerien, Katar, Libyen, zentralasiatischen Staaten und möglicherweise dem Iran bilden könnte. Es wäre vergleichbar mit dem Ölkartell Opec
Quelle: http://www.ftd.de/politik/international ... =cd-rss230


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#50
@ Shahab

Hier geht es leider schon um mehr. Russland wird über die Europäische Energieakte ja nicht darauf festgelegt sein ganzes Erdöl und Erdgas Europa zum Schnäppchenpreis zu liefern. In diesem Dokument geht es primär darum, wie wichtig Zusammenarbeit ist, dass man vertrauensvoll mit der Energie umgehen soll, das Liefersicherheit gewährleistet werden soll usw.
Alles Dinge, die mehr ode rminder auch beim Wettbewerb im nationalen Rahmen zu beachten wären, es ist sozusagen ein Verhaltenskodex.
Mehr heiße Luft als wirkliche Substanz.
Dadurch wird Russland nicht wirklich wesentlich eingeschränkt, es ist letztlich nur eine Absichtserklärung, die Kooperation und guten Willen beweisen soll unter den Europäern.
Dass Russland da nicht mitspielt, ist für mich ein böser Fingerzeig und fast so ne Art Minimenetekel, dass man aufpassen muss.
Wenn Russland nicht mal so ne Absichtserklärung unterzeichnen will, was ist dann wohl mit echten Verträgen, die einen binden sollten?
Man hat im Fall der Ukraine gesehen, dass Russland plötzlich seine Liefermacht als Quasimonopolist einsetzen kann, um Energie zur politischen Waffe zu machen. Diese Gefahr sollte man nicht nur darauf beschränken und verniedlichen, dass Russland sich seine marktwirtschaftlichen und anbieterischen Möglichkeiten offen halten will. Das scheitert schon daran, dass Erdöl nicht gerade das allermobilste Gut der Welt ist, um das seinen Kunden zu liefern braucht man schon ne Menge an Infrastruktur. Da kann man nicht morgen mal hierhin, übermorgen mal dorthin sein ganzes Öl liefern. Kundenverschiebungen brauchen Zeit und sind im Rahmen dieser Probleme immer möglich, aber hier geht es aber darum, dass kurzfristige Preiserhöhungen als politische Waffe benutzt werden können oder gar der Hahn zugedreht werden könnte siehe Ukraine oder Georgien. Mit dieser Energiueakte kann man das auch net verhindern, aber das die Russen nicht mal diese billige Absichtserklärung vermeiden wollen, ist schon nen starkes Zeichen.
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#51
Zitat:In diesem Dokument geht es primär darum, wie wichtig Zusammenarbeit ist, dass man vertrauensvoll mit der Energie umgehen soll, das Liefersicherheit gewährleistet werden soll usw.
Alles Dinge, die mehr ode rminder auch beim Wettbewerb im nationalen Rahmen zu beachten wären, es ist sozusagen ein Verhaltenskodex.
Mehr heiße Luft als wirkliche Substanz.
Die russischen Bedenken liegen vermutlich eben in dieser Liefersicherheit. Wenn sie denn -unabhängig von konkreten Verträgen- liefern müssen (und sei das Papier auch nur mehr oder weniger formlos), ist die Verhandlungsposition bei Preis-Nachverhandlungen ziemlich ungünstig. Aus der Sicht der Verkäufers jedenfalls.

Zitat:Dadurch wird Russland nicht wirklich wesentlich eingeschränkt, es ist letztlich nur eine Absichtserklärung, die Kooperation und guten Willen beweisen soll unter den Europäern.
Ich glaube nicht, dass es dabei nur um den Beweis des "Guten Willens" geht.

Zitat:Dass Russland da nicht mitspielt, ist für mich ein böser Fingerzeig und fast so ne Art Minimenetekel, dass man aufpassen muss.
Wenn Russland nicht mal so ne Absichtserklärung unterzeichnen will, was ist dann wohl mit echten Verträgen, die einen binden sollten?
hmm..man muss sich mal ansehen, wie Gas sonst gehandelt wird. Da gibt es solche bindenen Verträge eigentlich auch nicht. Und trotzdem gehen nirgendwo die Lichter aus. Natürlich habe ich trotzdem großes Verständnis für die europäische Position.

Zitat:Man hat im Fall der Ukraine gesehen, dass Russland plötzlich seine Liefermacht als Quasimonopolist einsetzen kann, um Energie zur politischen Waffe zu machen. Diese Gefahr sollte man nicht nur darauf beschränken und verniedlichen, dass Russland sich seine marktwirtschaftlichen und anbieterischen Möglichkeiten offen halten will.
Sicherlich besteht da eine berechtigt Angst, dass die Gaslieferung als politisches Druckmittel missbraucht wird. Aber die Europäer verfügen ihrerseit eben ja auch über wirtschaftliche und politische Druckmittel gegenüber Russland. Das Gas ist eben die russische Verhandlungsmasse. Ich denke damit muss man sich abfinden.
Letztendlich sind die Russen ja genauso auf den Gas-Export angewiesen, wie die Europäer auf den Import.
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#52
Zitat:Thomas Wach postete


Man hat im Fall der Ukraine gesehen, dass Russland plötzlich seine Liefermacht als Quasimonopolist einsetzen kann, um Energie zur politischen Waffe zu machen. Diese Gefahr sollte man nicht nur darauf beschränken und verniedlichen, dass Russland sich seine marktwirtschaftlichen und anbieterischen Möglichkeiten offen halten will.
In diesem Zusammenhang ein Interwiev:

Zitat:sueddeutsche.de: Wenn es keine wirklich objektiven Gründe gibt, wie lange werden sich die Russen diese Abfuhren dann noch gefallen lassen?

Götz: Das ist ein echtes Problem. In Russland spricht man ja von einer gewissen Zweideutigkeit des Westens, von einem doppelten Spiel. Einerseits hat man ja Russland die Marktwirtschaft fast schon gepredigt, andererseits legt man marktwirtschaftlich agierenden Unternehmen heute Steine in den Weg. Das führt in Russland durchaus zu Verstimmung.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... 643/91552/


Zur Ukraine auch G. Schröder:


Zitat:Er befürchte nicht, dass Russland wie im Fall der Ukraine auch für Europa eines Tages Gaslieferungen stoppe, denn Europa zahle deutlich mehr. Die Ukraine habe Gas für 50 Dollar pro 1000 Kubikmeter erhalten, für Westeuropa liege der Preis bei etwa 240 Dollar. Die Vorzugspreise die Ukraine seien «nicht nachvollziehbar».
Quelle: http://www.greenpeace-magazin.de/magazi ... 893&more=1


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#53
Steckt Putin mit drin?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 56,00.html
Zitat:LITWINENKOS ABSCHIEDSWORTE
Vergifteter Ex-Spion beschuldigt Putin

Es ist eine bittere Anklage gegen Wladimir Putin, die weltweit Gehör finden wird. In seinem schriftlichen Vermächtnis macht der vergiftete Ex-Spion Litwinenkos Russlands Präsidenten für seinen Tod verantwortlich. Doch der Kreml bestreitet nach wie vor jede Verwicklung in den Fall.
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#54
So, so weit ich die Publikationen in der internationalen Presse richtig in Erinnerung hab, geht es bei der Akte einfach nur um die Festschreibung der Reziprozität, also der Gegenseitigkeit und der Gleichbehandlung: Einerseits sollen die europäischen Märkte offen sein, andererseits sollten die russischen Ölfelder aber ebenso offen sein für Investitionen. Und dagegen sperrt sich Russland eben, kein feiner Zug wie ich finde. Denn die Strategie sollte doch bitte klar sein:
Wirtschaftlich hinkt Russland weit weit zurück, nur über die Rohstoffe kann Russland hoffen, ein neues Saudi-Arabien zu werden (zumindest für die führenden Eliten). Dazu braucht es aber eine Monopolstellung und gegenüber seinen Lieferanten eine starke Stellung. Letzteres soll durch 2 Umstände erreicht werden:
Einerseits durch Vereinzelung, andererseits durch Übernahme der ganzen Produkt- und Leistungspalette bei der Lieferung.
Einerseits soll eine einheitliche Energiepolitik der EU hintertrieben werden, dafür dienen die einzelnen Energieverträge mit Eu-Staaten, zu dem, auch der kontroverse Ostseepipelinevertrag gehört. Hier setzt Russland darauf, mit den einzelnen Ländern einzeln zu verhandeln. Andererseits will Russland Marktmacht, indem es in persona von Gazprom nicht nur das Öl liefert und das Erdgas, sondern dies auch im nationalen Rahmen verteilt, Russland sozusagen dann die ganze Energieversorgung beherrscht und damit in den Ländern selbst schon politischen Druck erzeugen kann. Denn, das ist der dritte Umstand: Die großen russischen Firmen sind keine Unternehmen im westlichen Sinne, die dem Dikatat ihrer privaten Großinvestoren gehorchen und nach Profite im Sinne des shareholder value gieren, die russischen Großfirmen sind politische Instrumente des russischen Staates, Alexej Miller, der Präsident von Gazprom ist beispielsweise ein williger Apparatschiki und Befehlsempfänger von Putin und seiner Geheimdienstcamerilla.

Bei sowas kann man nicht vorsichtig genug sein.
Und zu Litwinenko muss man doch nichts sagen! Politoswkaja war auch schon einem Giftanschlag fast zum Opfer gefallen, als sie in einem Flugzeug nach Beslan saß, um die Ereignisse dort zu untersuchen. Jutschenko traf es im Wahlkampf in der Ukraine ebenso 2004!
Immer Russlandkritische Geister und Persönlichkeiten, für bloßen Zufall halte ich das nicht. Ob das nun Putin war oder bloß nur eine extrem radikale Gruppe innerhalb seiner Geheimdienstcliquen, das weiß ich nicht. Aber dass hier politische Motive dahinter stecken sollte, klar sein bzw. liegt für mich auf der Hand.

So, hier nochmal zur Energieakte/Energiecharta:

Zitat:...
The charter stipulates that foreign companies and Russian companies should enjoy the same rights when it comes to exploring, selling and distributing energy resources. Putin has refused to sign the charter even through Gazprom, Russia's giant monopoly energy company, can enter European markets but sharply restricts foreign companies in the Russian energy sector.
...
Quelle:
http://www.iht.com/articles/2006/11/23/ ... php?page=1
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#55
Zitat:Thomas Wach postete
Wirtschaftlich hinkt Russland weit weit zurück, nur über die Rohstoffe kann Russland hoffen, ein neues Saudi-Arabien zu werden (zumindest für die führenden Eliten).
Das mit dem wirtschaftlich weit zurückhinken möchte ich hier so nicht stehen lassen. Natürlich hat die russische Wirtschaft nach dem Zusammenbruch der Sovietunion schwierige Zeiten durchlebt, aber in einigen Märkten hat Russland durchaus einiges Know-how wieder ausgraben können. Ich arbeite in der Luft und Raumfahrtindustrie und ich sage es mal so: Wir fürchten uns nicht vor irgendwelchen asiatischen Tigerstaaten sondern der Konkurenzdruck zu Russland nimmt wieder gewaltig zu. Zumal Russland wesentlich leichter exportieren kann. Airbus kann ja nicht mal zivilie Flugzeuge an den Iran verkaufen, weil die US Regierung über US Zulieferer blockiert, geschweige denn kann Europa militärisches Material an Staaten verkaufen, die US oder israelfeindlich sind. aber die sind nunmal bei der jetzigen Weltordnung der größte Markt (von USA udn IL abgesehen, die kaum von anderen Quellen kaufen).
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#56
@ IarnGreiper

Laß es mich mal so ausdrücken: Wenn ich schreibe, dass Russland weit zurückhinkt, impliziert dies generell eine generell/im allgemeinen/in einem generalisierten Sinne bestehende größere Lücke zwischen Russland und den westlichen Industriestaaten als auch den kommenden und jetzt schon bestehenden Industriemächten im Fernen Osten. Diese wirtschaftliche Lücke äußert sich sowohl in geringerer Kapitalausstattung als auch in einem Hinterherhinken bei Faktorausstattung, Bevölkerung/Humankapital und Produktionstechnologie. Ich denke, dass einige mittelamerikanische Staaten uns in Sachen Bananenproduktion auch hoffnungslos überlegen sind. Das ist aber für ein generelle Urteil nicht wesentlich relevant.
Es kommt auf die aggregierten Daten an und Luft-und Militärindustrie hin oder her, insgesamt hat Russland eben auf diesen einzelnen Sektor und die Ressourcenlieferung eben eher tendenziell weniger zu bieten (vorsichtig ausgedrückt).
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#57
@Thomas
Du solltest nicht vergessen bzw. nicht einfach leichtsinnig darüber hinwegsehen, dass Russland eine schwere Zeit hinter sicht hatte, die Russland ein großes Stück bergab stoß. Das solltest du im Kopf behalten. Ohne Zweifel, die wirtschaftliche Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt ist sehr positiv verlaufen, ohne Bezug auf die politische Entwicklung. Mehr ist IMHO zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. Der Rohstoffexport sowie der Militärexport haben für die nötige Stabilisierung gesorgt, die erzielten Beträge werden in die nötigen Reformen (aktuell: Realer Gehaltsanstieg, Kindergeld) einfließen durch erhöte Investitionsbeiträge neue Wirtschaftsbereiche öffnen und stärken (aktuell: IT Bereich http://www.aktuell.ru/russland/medien_i ... m_399.html ).

Btw.: Deine ständig kritischen Aussagen über deren Wirtschaft wirken teilweise so, dass du Ihnen mit Freude 1996 zurückwünschst...eine wirklich kritische Einstellung die eventuell auf historischen Ereignisen basiert?

Ein wenig Optimismus und Weitsichtigkeit wäre wirklich nicht schlecht Smile, laut Prognosen hat die Wirtschaft noch einige rosige Zeiten vor sich.
Einiges über den Außenhandel: http://de.rian.ru/business/20061109/55499989.html
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#58
Ich halte nur wenig davon, sich von in Deutschland typischem Denken von Russland blenden zu lassen.
Was heißt hier schon eine schwere Zeit?
Was ist das für ein billiger, sinnentleerter Euphemismus??

Die Sowjetunion hatte in den 70er aufgrund wie ich dachte relativ bekannter Umstände den Anschluss an den Westen verloren endgültig und die disproportionale Förderung des Rüstungsbereiches tat ein übriges, um die sowjetische und russische Wirtschaft in den Ruin zu treiben. Von Korruption etc. fange ich erst gar nicht an zu reden.
Nach der Wende war da nicht mehr viel, zudem brachte der Zerfall der Sowjetunion auch extrem negative Effekte: Der einstig zusammengehörende Markt zerfiel und die GUS war kein adequater Ersatz.
Aber die industrielle Infrastruktur versackte und degenerierte angesichts jahrzehntelanger Misswirtschaft, ein Umstand, der für mich als Ostdeutscher kein Geheimnis ist. Da ist nicht viel da und angesichts der Verquickung von organisiertem Verbrechen, Korruption und alten Seilschaften sehe ich da wenig Potenzial um wirklich leistungsfähige wirtschaftliche Strukturen sich evolvieren zu lassen.
Das halte ich ehrlich gesagt für einen miesen Scherz.
Es mag ja durchaus sein, dass Erfolge erzielt wurden (man mag darüber diskutieren, ob die nicht nur primär auf erhöhte Deviseneinkommen aus dem Ressourcenverkauf gebaut sind), aber ich sehe da langfristig keine industrielle Basis um auch nur ansatzweise mit einer substanziellen Rechtfertigung den alten aggressiven russischen Expansionsismus am Leben zu erhalten.
Das ist beste Schönrednerei gewisser prorussischer Kreise.
Das Land ist zu groß, es gibt zu wenig Menschen, die eher noch weniger werden (auch dank einer grassierenden Alkoholsucht), es gibt keine zivilgesellschaftlichen Strukturen, die die Entwicklung vorantreiben könnten in Wirtschaft und Politik, es gibt nur sich bekriegende Eliten aus KGB und neuen Oligarchen.

Bei allen marginalen Verbesserungen, ich sehe Russland weder als reale Wirtschaftsmacht noch als potent genug, um substanziell ihren alten Glanz wieder nacheifern zu können. Und das ist genau der Punkt für mich: Mehr als ein neues Saudi-Arabien wird Russland nicht, aber selbst das ist schon gefährlich für andere. Aber eine echte, expansiv-aggressive Außenpolitik kann nunmal ein Staat von Russlands Größe, aber mit dem BIP der Niederlande nicht mit allzu vielen Mitteln gestalten: da blkeibt nun malnur das Öl als Erpressungswaffe.
Mit Verlaub, ich sehe da so manches Statement als extrem geschönte und unkritische Realitätswahrnehmung.
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#59
Eins vorweg, ich meinte alleine die wirtschaftliche Entwicklung für die Bevölkerung und keine politischen Ereignisse. Dem "normalen" russischen Volk göne ich es, da es in letzter Zeit vieles durchmachen musste und muss, was die Politik angeht darüber lässt es sich ohne Zweifel streiten. Aber ein Land mit klugen Köpfen und viel Potenzial sollte jede Möglichkeit nutzen, sofern sie anderen Ländern nicht schadet.

Zitat:Was heißt hier schon eine schwere Zeit?
Damit meinte ich, wie ich geschrieben habe, die wirtschaftliche Entwicklung ab 1991. Korruption, Wirtschaftskrise, Inflation, Falschgeld, hohe Auslandsverschuldung ect.

Zitat:Was ist das für ein billiger, sinnentleerter Euphemismus??
Herrlich diese Schreibweise...soll wirklich Leute geben die sich im Internet als Dichter oder so halten.

Zitat:Ich halte nur wenig davon, sich von in Deutschland typischem Denken von Russland blenden zu lassen.
Oh ja, deswegen muss ja auch die permanente negative Berichterstattung her um ja die Deutsche Bevölkerung "umzudenken" und sie vor dem "Verblenden" zu bewahren dabei ist ja natürlich ständige Kritik in allen Berreichen die beste Option, Wirtschaftswachstum 6% = nein, wir lassen uns nicht verblenden "Russia is a evil nation"! Herrlich!!! Wirklich das finde ich sinnentleert, mit der russischen Politik lässt es sich ja streiten, aber was soll den der Themenübergang zu den gesellschaftlichen Problemen des Landes?!

Zitat:Mit Verlaub, ich sehe da so manches Statement als extrem geschönte und unkritische Realitätswahrnehmung.
jau, nicht weniger die kritische "Russophobie" Politik mit ihren so tollen kritischen Zukunftsaussichten, tja die eingefleischten Kritiker wünschen sich sie auch. Russland wird ja wieder zu mächtig, das will / möchte man verhindern...

Zitat:Da ist nicht viel da und angesichts der Verquickung von organisiertem Verbrechen, Korruption und alten Seilschaften sehe ich da wenig Potenzial um wirklich leistungsfähige wirtschaftliche Strukturen sich evolvieren zu lassen.
Ja, diese Probleme müssen wirklich beseitigt werden, um den Weg der ja bergauf gehen sollte nicht zu blockieren. Ob es nun beseitigt wird oder nicht, die Zukunft wirds schon zeigen. Die zukunftsorientierten Aussagen sind nicht wertvoller als heiße Luft.
Zitat:Mehr als ein neues Saudi-Arabien wird Russland nicht,
Propheten gibts also wirklich Rolleyes, gibts halt Leute die vieles im Umfeld ignorieren, und vieles gerne schlechter sehen würden, naja wird die Zukunft zeigen, Potenzial ist auf jeden Fall da.

Zitat:da blkeibt nun malnur das Öl als Erpressungswaffe.
Ich kann mich schlecht erinnern, dass die russische Regierung auch zu Sowjet Zeiten jemals Öl als Druckmittel gegen ein europäisches Land eingesetzt hat sondern immer zuverlässig geliefert, ausgenommen die Konflikte gegen Nachbarländer, die Öl weit unter dem Welltmarktpreis erhielten, bitte korrigieren wenn ich falsch liege.

Übrigens deine erstaunlich negative Einstellung ist wirklich unverkennbar, so musst du auch wirklich jedes Problem das weniger mit dem Thema zu tun hat (aus deiner Sammlung?) im Umfeld rauslassen. Fraglich ist nur wem das interessiert? Hier gibt es genug Probleme...
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#60
Zitat:Eins vorweg, ich meinte alleine die wirtschaftliche Entwicklung für die Bevölkerung und keine politischen Ereignisse. Dem "normalen" russischen Volk göne ich es, da es in letzter Zeit vieles durchmachen musste und muss, was die Politik angeht darüber lässt es sich ohne Zweifel streiten. Aber ein Land mit klugen Köpfen und viel Potenzial sollte jede Möglichkeit nutzen, sofern sie anderen Ländern nicht schadet.
Was soll das denn für eine Argumentation sein?! Weil heute Sonntag ist, gönne ich den anderen etwas?! Es geht es einfache, harte Fakten und da muss man feststellen, dass es dem normalen Russen eben kaum besser geht und das aufgrund gesellschaftlich-struktureller Defizite ich da auch sehr wenig Entwicklungspotenzial sehe. Punkt Ende. Ob ich jemandem etwas gönne, ist doch völlig irrelevant. Meinetwegen können wir schon heute Utopia verwirklichen, allein es hängt nicht davon ab....

Zitat:Damit meinte ich, wie ich geschrieben habe, die wirtschaftliche Entwicklung ab 1991. Korruption, Wirtschaftskrise, Inflation, Falschgeld, hohe Auslandsverschuldung ect.
Ja, und?! Die wirtschaftliche Entwicklung ab 1991 ist aber kein Geschenk oder eine Strafe Gottes, sondern ist wie alles nunmal verursacht! Dies eben durch die Mißwirtschaft der Sowjetunion und die dann fehlenden zivilgesellschaftlichen und reformatorischen Zirkel im neuen Russland wie manch anderer genuin wirtschaftlicher Probleme. Die Entwicklung ab 1991 kann man nicht verstehen, wenn man nicht weiß, wie es eben 1985 aussah, wie Glasnost und Perestroika schon im Ansatz alsVerbesserung der Verhältnisse scheiterte und wie dann die kaputten Strukturen durch eine los gelassene Meute Wendegewinnler endgültig zugrunde gerichtet wurde.

Zitat:Herrlich diese Schreibweise...soll wirklich Leute geben die sich im Internet als Dichter oder so halten.
Inwiefern du meine Schreibweise als adequat erachtest oder nicht, tangiert mich nicht. Aber anhand deiner Argumentation wie auch deiner Schreibweise merkt man, dass du eher wissenschaftsfern zu verorten bist (zumindest alles, wasmit Sozial-und Geisteswissenschaften zu tun hat.)
Ich werde versuchen, daher auch meine Schreibweise anzupassen an deinen Lebenswelthorizont.

Als Kommentar meinerseits:
Und ja, diese Kommentare sind bissig von mir und arrogant, nur mag ich nicht, wenn Leute hier Klugscheißer spielen ohne das entsprechende Wissen. Sowas kann ich besser, definitiv.

Zitat:Oh ja, deswegen muss ja auch die permanente negative Berichterstattung her um ja die Deutsche Bevölkerung "umzudenken" und sie vor dem "Verblenden" zu bewahren dabei ist ja natürlich ständige Kritik in allen Berreichen die beste Option, Wirtschaftswachstum 6% = nein, wir lassen uns nicht verblenden "Russia is a evil nation"! Herrlich!!! Wirklich das finde ich sinnentleert, mit der russischen Politik lässt es sich ja streiten, aber was soll den der Themenübergang zu den gesellschaftlichen Problemen des Landes?!
1.) Klar, Politik kann man ja auch so einfach abheben von der Gesellschaft, oder was?! Ich weiß nicht, wieviel Vorwissen du hast, nur kann man die politische Kultur eines Landes ohne Verweis auf Geschichte und gesellschaftliche Strukturen einfach nicht beleuchten, zumindest wenn man nicht auf dem Niveau einer Bildzeitung argumentieren möchte. Die politischen Probleme sind nunmal historisch entwickelt und durch eine defizitäre Entwicklung der Zivilgesellschaft primär begründet.
Daher als Tipp: Lies mal ein bisserl zur Zivilgesellschaft und du wirst wissen, was ich meine. In Staaten mit funktionierenden Organisationen und politischen vereinigungen, freier Presse und einer politisch sich engagierenden Bevölkerung kann sich so einfach nicht eine Verschmelzung mafiöser Strukturen und ehemaliger Apparatschikis und Parteifunktuonäre bilden. Sicher existiert die auch in andern Transformationsländern, aber nicht derart stark wie in Russland. Dass da aber natürlich keine unternehmerische Freiheit enstehen kann, wenn der lokale Mafaboss und der Verwaltungschef miteinander alle geschäfte durchführen,sollte irgendwie klar sein.
2.) Ein paar Prozente Wirtschaftswachstum sagen doch nichts über die Qualitäten einer Wirtschaft aus!? Wie verblendet bist du? Das ist eine wirtschaftliche Datenangabe unter vielen, die man auch gezielt (so wie du scheinbar) nutzen kann, um Dinge vorzutäuschen, die nicht da sind. So was nenne ich verkürzte, reduzierte Darstellungsweise und verzerrt den Gegenstand nur.

Zitat:jau, nicht weniger die kritische "Russophobie" Politik mit ihren so tollen kritischen Zukunftsaussichten, tja die eingefleischten Kritiker wünschen sich sie auch. Russland wird ja wieder zu mächtig, das will / möchte man verhindern...
Frage ist vorallem: Wie kann Russland wieder mächtig werden? Ich hab nichts gegen ein modernes, zivilgesellschaftliches Russland, auf das man sich verlassen kann. Nur ein autokratisch, expansiv nationalistisches Russland wird definitiv zu einer Gefahr werden, weil die herrschenden Eliten nicht in der Lage sienb werden, den breiten Massen Besserung zu verschaffen, wie auch wenn alles in deren Taschen landet. Stattdessen wird mand en Nationalismus anheizen, was jetzt schon passiert und das Resultat wird nicht gut werden. Für mein Geschmack hälst du dich zu sehr an zwei, drei Fakten auf und übersiegst den ganzen großen Rest.

Zitat:Ja, diese Probleme müssen wirklich beseitigt werden, um den Weg der ja bergauf gehen sollte nicht zu blockieren. Ob es nun beseitigt wird oder nicht, die Zukunft wirds schon zeigen. Die zukunftsorientierten Aussagen sind nicht wertvoller als heiße Luft.
Wie lange schreibst du hier eigentlich schon im Forum??
Diese Probleme müssen wirklich beseitigt werden, nur besteht da momentan eben keine Potenzial dafür und die Entwicklungen laufen eher konträr,als in Verschlimmerung der Lage. Punkt Ende der Einschätzung!

Zitat:Propheten gibts also wirklich , gibts halt Leute die vieles im Umfeld ignorieren, und vieles gerne schlechter sehen würden, naja wird die Zukunft zeigen, Potenzial ist auf jeden Fall da.
Schön, dass ich von einem Bildzeitungsleser für einen Propheten gehalten werde. Verwundert mich nicht bei deiner Argumentation aber auch kaum, die nicht über ein paar billige Headlines und Wünsche rüberkommt.
Und wer ignoriert hier das Umfeld?
Ich kann es nur so sagen: Die derzeitigen Entwicklungen, die weitere Festigung der autokratischen Herrschaft, die Beseitigung kritischer Geister läßt einem zum Schluß kommen, dass die innenpolitischen Lage sich weiter verschlechtern wird und das von Russland weiter eher negative Impulse kommen werden.
Und noch eins: Auch der Kongo hat großes Potenzial, aber ob er das jemals nutzen kann, ist eine andere Frage...
Stell sie dir mal!

Zitat:Ich kann mich schlecht erinnern, dass die russische Regierung auch zu Sowjet Zeiten jemals Öl als Druckmittel gegen ein europäisches Land eingesetzt hat sondern immer zuverlässig geliefert, ausgenommen die Konflikte gegen Nachbarländer, die Öl weit unter dem Welltmarktpreis erhielten, bitte korrigieren wenn ich falsch liege.
Ich sehe mit Freude, wie gut du meine Argumentation verstehst!
Nur zu blöd, dein Argumnet versackt mit dem Hinweis, dass die SU das nie nötig hätte?! Wie auch, als funktionierender Titan mit Truppen in halb Europa.
Russland hat eben diese Fähigkeiten und die Fähigkeiten nicht mehr. Wie gesagt, ein land mit dem BIP der Niederlande muss sich schon was einfallen lassen, um eine Weltmachtpolitik betreiben zu können und da bleiben für Russland nur die Ressourcen als Hebel langfristig.

Zitat:Übrigens deine erstaunlich negative Einstellung ist wirklich unverkennbar, so musst du auch wirklich jedes Problem das weniger mit dem Thema zu tun hat (aus deiner Sammlung?) im Umfeld rauslassen. Fraglich ist nur wem das interessiert? Hier gibt es genug Probleme...
Keine Ahnung, aber wie gut kannst du lesen? Hier ging es vor deinen oberflächlichen Kommentaren um das Verhältnis von Russland und EU (Energiecharta) und um die innenpolitische Lage Russlands. Dein Geschreibe kann ich da nicht sonderlich nachvollziehen. Und inwiefern du mich als negativ einschätzst.. ich erspare mir mal vice versa eine entsprechende Einschätzung.
Ach so: Auch wenn du es nichzt weißt: die meisten Dinge hängen miteinander zusammen, nur so, mal als kurzer Tipp für dich. Bildleser wissen da ja gewöhnlich nicht oder unterschätzen das ja....

PS: Ich hab wirklich nichts gegen gute, konstruktive Kritik, aber diese Gegenargumentation war nun wirklich kindisch und unfachlich,daher sorry für meine Bissigkeit, aber mit Argumenten "Man muss doch auch das gute sehen wollen" sollte man mir nicht kommen...
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