Beiträge: 3.623
Themen: 24
Registriert seit: Sep 2017
(01.08.2026, 20:17)Quintus Fabius schrieb: Sofern sie nicht von ihren Eltern zurückgefordert werden, untersagt das Gesetz die zwangsweise Rückführung dieser Minderjährigen; der Staat muss folglich die Verantwortung für sie übernehmen. In diesem Fall liegt die Zuständigkeit bei den Autonomen Gemeinschaften.>>>
Es ist so erbärmlich und lächerlich wie sich Europäische Staaten heute auf der Nase herumtanzen lassen.
Kommt halt davon wenn man zwanghaft "gut" sein will.
Davon ab ist so eine Gesetzgebung vollkommen blödsinnig. Meines Erachtens müssten illegale Minderjährige automatisch den Behörden ihres Herkunftsstaates überstellt werden, alles Andere ergibt überhaupt keinen Sinn.
Beiträge: 8.914
Themen: 1.127
Registriert seit: Sep 2020
Es war eine Schande und ein strategischer Fehler.
Egal wer, was, wie, wo den CEUTA Sturm angestoßenen hat es war ein hybrider Angriff auf unsere Aussengrenze.
Europa hätte solidarisch antworten müssen, Frontex schicken, den marokkanischen Botschafter vorladen
aber Brüssel hatte wohl Hitzefrei.
Bei einem Angriff ist mal solidär, RETEX über eventuelle Fehler diskutiert man nach Bewältigung der Krise.
Stattdessen machten einige nationale Politiker nationale Innenpolitik, und einige andere Hasenfüsse auf Blick der Bilder unterstützen es.
Eine Schande, die Ihnen, aber auch uns auf die Füsse fallen wird. Die nächste Welle wird kommen, es brennt in Nordafrika (sowohl Bürgerkriege als auch Waldbrände).
Beiträge: 3.760
Themen: 67
Registriert seit: Feb 2024
Der Sturm auf Ceuta ist blödsinnig - da liegt immer noch das Mittelmeer vor der spanischen Küste, und kaum eine Passage wird weltweit so kontrolliert wie diese Passage.
Die meisten der in die Exklave Ceuta eingedrungenen Migranten sind offenbar ohnehin bereits zurückgekehrt.
@Voyageur:
Dass die nächste Welle kommen wird, vermeldet auch die Bild-Zeitung. Aber was hilft diese Glaskugel-Optik.
Weder die alten Römer noch die Chinesen konnten mit ihren Mauern eine Migration von Massen verhindern. Es muss andere - bessere - Wege geben, um solche Migrationsbewegungen zu vermeiden.
Beiträge: 3.623
Themen: 24
Registriert seit: Sep 2017
(04.08.2026, 22:44)Kongo Erich schrieb: Der Sturm auf Ceuta ist blödsinnig - da liegt immer noch das Mittelmeer vor der spanischen Küste, und kaum eine Passage wird weltweit so kontrolliert wie diese Passage.
Die meisten der in die Exklave Ceuta eingedrungenen Migranten sind offenbar ohnehin bereits zurückgekehrt.
@Voyageur:
Dass die nächste Welle kommen wird, vermeldet auch die Bild-Zeitung. Aber was hilft diese Glaskugel-Optik.
Weder die alten Römer noch die Chinesen konnten mit ihren Mauern eine Migration von Massen verhindern. Es muss andere - bessere - Wege geben, um solche Migrationsbewegungen zu vermeiden.
Die Mauern müssen nur hoch und breit genug sein dann klappt das schon. Davon abgesehen wäre es natürlich wichtiger Pull-Faktoren, wie Asylrecht, Sozialhilfe für illegal Einreisende usw. abzuschaffen, dann wäre ein Grenzausbau vielleicht sogar gar nicht mehr nötig.
Und die Kontrolle der Passage scheint nicht all zu viel zu nutzen. Nach Aussage von Einwohnern findet eine stetige Schleusung nach Spanien mittels Schnellboten und Jetskis statt. Auch sollen sich noch mindestens 20.000 illegale Einwanderer in Ceuta befinden.
Beiträge: 3.760
Themen: 67
Registriert seit: Feb 2024
Wollen wir uns weiter in Spekulationen erschöpfen?
Donald der Orangene hat ja erst kürzlich deutlich gemacht, was er davon hält, dass ihm Spanien die Gefolgschaft beim Angriff auf den Iran verweigert.
Da liegt es nahe, dass er den Spaniern verdeutlichen möchte, wie wichtig doch die Unterstützung der USA für Spanien ist - und seine Fixierug auf die wunderbar große Mauer zu Mexico legt nahe, dass das Spiel mit den Ängsten vor Migration zu seiner Gedankenwelt gehört.
Die Schlußfolgerung wäre logisch:
Republikaner verdächtigen Trump: War das Weiße Haus in den Ceuta-Ansturm verwickelt?
Guggste auch hier (Video)
Beiträge: 3.760
Themen: 67
Registriert seit: Feb 2024
Beiträge: 8.224
Themen: 16
Registriert seit: Apr 2007
Das sind keine Vermutungen die sich mehren sondern antisemitisch konnotierte Verschwörungstheorien
Beiträge: 3.760
Themen: 67
Registriert seit: Feb 2024
(06.08.2026, 18:28)Nightwatch schrieb: Das sind ... antisemitisch konnotierte Verschwörungstheorien die sich u.a. auf die "Jüdische Allgemeine" zurückführen lassen:
Zitat:...
Noch weiter gehen andere Spekulationen respektive Verschwörungserzählungen. Spanien hat sowohl Israels Vorgehen im Gazastreifen als auch die US-Angriffe auf den Iran scharf kritisiert und sich zudem dem Druck von Präsident Donald Trump widersetzt, die Ausgaben für Verteidigung schneller zu erhöhen. Daraus leiten manche Beobachter die Vermutung ab, Marokko könne im Interesse seiner engen Verbündeten USA und Israel gehandelt haben, um die linke Regierung in Madrid zu destabilisieren und gleichzeitig die Migrations- und andere Debatten in Europa anzuheizen.
Ein Israel-naher Analyst forderte deshalb vor einigen Monaten unumwunden, Israel solle Marokko helfen, Ceuta und Melilla »zurückzuerlangen«, um Spanien zu »bestrafen«. Belastbare Hinweise auf eine Beteiligung der USA oder Israels an den Ereignissen in Ceuta gibt es allerdings nicht.
...
(befeuert durch Israels UNO-Botschafter »Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«)
und die von Journalisten der wohl durchaus seriösen ARD aufgegriffen wurden:
Zitat:Der ARD-Journalist Georg Restle teilt in einem X-Beitrag die Theorie, dass Marokko gemeinsam mit Israel und den USA den Massenansturm auf Ceuta initiiert habe...
In dem Artikel von Stephen Zunes, einem Politikprofessor an der Universität von San Francisco, heißt es, dass die Menschenmassen, die nach Ceuta geströmt sind, „keine verzweifelten Flüchtlinge“ gewesen seien. Videoaufnahmen würden zeigen, dass praktisch keiner Taschen oder andere persönliche Gegenstände bei sich trug. „Es gibt auch Videos, die Lkw-Ladungen junger Männer zeigen, die offenbar von der marokkanischen Regierung organisiert und an den Rand von Ceuta gebracht wurden, sowie Szenen, in denen marokkanische Grenzbeamte sie durchwinkten“, heißt es weiter.
Wie zudem unter anderem auch die spanische Zeitung „El Español“ berichtete, sollen sich auch marokkanische Geheimdienstagenten unter die Menge gemischt haben, um sich ein besseres Bild von der Grenzsicherung und der spanischen Reaktion zu machen. „Das gleichzeitige Erscheinen Zehntausender Menschen an der Grenze erforderte zweifellos einen enormen logistischen Aufwand“, schreibt „The Nation“ und behauptet dann, dass „diese Provokation“ vom marokkanischen Regime inszeniert worden zu sein scheint, um den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez in Verlegenheit zu bringen. Anlass sollen demnach dessen Bemühungen um eine Verbesserung der Beziehungen zu Marokkos langjährigem geopolitischen Rivalen Algerien – einem wichtigen Erdgaslieferanten – sein.
Dies sei wohl nicht zufällig zu einem Zeitpunkt geschehen, an dem die amerikanische und die israelische Regierung wütend auf die sozialistische Regierung Spaniens seien, weil diese die Rechte der Palästinenser unterstützt und sich gegen den Iran-Krieg ausgesprochen habe.
Zudem würden laut des Berichts amerikanische Politiker, die Trump nahe stünden, offen die Idee unterstützen, dass Marokko die Kontrolle über die beiden spanischen Enklaven Ceuta und Melilla übernimmt. Israel würde die „irredentistischen“ Ansprüche Marokkos ebenfalls unterstützen. Als Belege für die steile Theorie liefert der Politikprofessor Aussagen von amerikanischen oder israelischen Politikern, die aber in keinerlei Kontext zu den aktuellen Vorgängen in Ceuta stehen.
Am Ende des Artikels heißt es, dass die jüngsten Grenzübertritte daher weder eine echte humanitäre Krise noch Teil eines antikolonialen Kampfes gewesen sein können, sondern „Teil der Bemühungen des wachsenden US-israelisch-marokkanischen Bündnisses – kodifiziert und gestärkt durch die sogenannten Abraham-Abkommen –, um eine fortschrittliche europäische Regierung zu schwächen, Europa zu spalten und das Völkerrecht und die Menschenrechte zu untergraben“.
...
ich teile vor allem den letzten Artikel, weil dort auch die Gegenstimmen wiedergegeben werden.
Du machst aus einer Vermutung und möglichen Kritik an Israel wieder mal eine "antisemitisch konnotierte Verschwörungstheorie" --- eine größere Keule hast Du nicht mehr auf Lager?
Beiträge: 8.224
Themen: 16
Registriert seit: Apr 2007
Kongo Erich schrieb:die sich u.a. auf die "Jüdische Allgemeine" zurückführen lassen:
Nein, lassen sie sich nicht. Die Jüdische Allgemeine berichtet lediglich über die Verschwörungstheorien, das Blatt setzt sie nicht selbst in die Welt. Lieber Gott im Himmel.
Kongo Erich schrieb:(befeuert durch Israels UNO-Botschafter »Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«) Da wird nichts befeuert, das ist lediglich eine offensichtliche Retourkutsche für die spanische Kritik an Israelischen Exklaven im Westjordanland.
Kongo Erich schrieb:und die von Journalisten der wohl durchaus seriösen ARD aufgegriffen wurden: Georg Restle ist nicht seriös sondern mittlerweile völlig drüber. Der wurde auch nicht zufällig bei Monitor rausgeworfen und nach Nairobi abgeschoben. Selbst der ARD ist er mit seinen Einlassungen mittlerweile zu extrem.
Kongo Erich schrieb:Du machst aus einer Vermutung und möglichen Kritik an Israel wieder mal eine "antisemitisch konnotierte Verschwörungstheorie" --- eine größere Keule hast Du nicht mehr auf Lager? Antisemitische Verschwörungstheorien bleiben antisemitische Verschwörungstheorien egal wie sehr du in ihnen die Realität sehen möchtest.
Auf welche Agitatoren du hier reingefallen bist kannst du derweil ausführlich hier nachlesen:
New CAM Research: X Turned Spain’s Ceuta Border Crisis Into a Global Antisemitic Conspiracy in 72 Hours
https://combatantisemitism.org/studies-r...-72-hours/
Beiträge: 18.311
Themen: 121
Registriert seit: May 2004
Die Juden sind an allem Schuld und glaubts du nicht sind sie dran Schuld.
Fakt ist: Marokko war sehr angepisst über die Entscheidung der Spanier, Personen aus der Westsahara die spanische Staatsbürgerschaft zu schenken und ebenso über das Abkommen mit Algerien.
Aber warum das offensichtliche bemühen, wenn es doch die Juden waren......
Übrigens war der Sender The Young Turks diesbezüglich mal wieder am schnellsten und wurden die meisten der aktuellen Verschwörungstheorien von dort ausgehend überallhin abgeschrieben. Cenk Uygur ist im weiteren ein Linksradikaler und damit findet sich einmal mehr die Wurzel allen Übels im Linken Denken.
Schlussendlich sind den Linken die bösen Kapitalisten und die armen Arbeiter abhanden gekommen. Und so wandte man sich den Bösen Juden und den Armen Flüchtlingen zu.
Beiträge: 8.224
Themen: 16
Registriert seit: Apr 2007
Die Linken brauchen halt einen Cause. Aktuell ist es Free Palestine. Dazu kusierte die Tage ein treffendes Mean bezgl der US-Amerikanischen Variation davon:
[Bild: https://pbs.twimg.com/media/HPCQBoIXIAAY...name=small]
Cenk Uygur ist eigentlich eine nicht ganz uninteressante Gestalt. Der war in seinem früheren Leben vor TYT ein sehr klassischer Repbulikaner. Fiskalpolitisch konservativ, Skeptisch gegenüber der Bundesregierung, Sozialpolitisch eher liberal, recht patriotisch, libertär mindestens angehaucht, vor allen Dingen aber Anti-Establishment und schon damals sehr populistisch und medienkritisch unterwegs.
Über Bush und primär dem Irak-Krieg 2003 als der Wedge-Issue damals hat er dann mit den Republikanern gebrochen und ist seitdem auf der Anti-Establishment Schiene auf dem Weg nach linksaußen.
Lustigerweise waren seine Außenpolitischen Ansichten den Nahostkonflikt betreffend in seinen früheren Jahren auch nicht so eindeutig wie er es heute wohl gerne hätte: https://x.com/EYakoby/status/2069209591171187132
Beiträge: 14.858
Themen: 253
Registriert seit: May 2006
@voyageur
Zitat:Europa hätte solidarisch antworten müssen...
Das sehe ich ähnlich. Es mag sicherlich auch so sein, dass die gegenwärtige spanische Regierung eine ziemlich sture und teils auch verbohrte Mannschaft ist, die eine Solidaritätsbekundung gerade für politisch entgegengesetzte Regierungen (etwa die italienische) sehr schwierig macht, aber dennoch hätte es eine gemeinsame europäische Antwort geben müssen. Denn das leitet im weiteren Sinne über auf...
@Kongo Erich
Zitat:Weder die alten Römer noch die Chinesen konnten mit ihren Mauern eine Migration von Massen verhindern.
Jein. Weder der römische Limes noch die chinesische Mauer - ich denke, um diese Beispiele ging es - wurden überwunden, weil die Bauwerke schlecht gebaut gewesen wären. Sie wurden vielmehr überwunden, weil die Reiche dahinter zu schwach wurden. Rom konnte infolge innerer Probleme (Reichskrise im 3. Jahrhundert, Reichsteilung im 4. Jahrhundert etc.) und Machtkämpfe, Usurpationen etc. die Grenze nicht mehr schützen und die Barbarenvölker überfluteten sie schließlich. Ähnlich war es auch in China: Die Mauer war durchaus über Jahrhunderte ein wirksames Bollwerk, aber im 17. Jahrhundert wurde es von den Mandschu/Dschurdschen dann doch überwunden - weil ein eigensinniger General, der mit dem schwachen Kaiser Chongzhen über Kreuz lag, ihnen die Tore öffnete (sic!). In der Folge eroberten die Mandschu China und begründeten später die Qing-Dynastie.
Fazit:
Ohne diese inneren Schwächen im Hintergrund wären die Bauwerken jedoch nicht überwunden worden. Und hier schließt sich der Kreis hin zur Aussage von voyageur: Wenn die Europäer geeint reagieren würden, dann könnten sie ihre Außengrenzen auch problemlos und wirksam sichern. Aber stattdessen verfällt man in politische Grabenkämpfe und die Regierungen der jeweiligen politischen Färbung hacken aufeinander ein.
Nachdem Italien nach den Ceuta-Ereignissen Grenzkontrollen zu Spanien eingeführt hatte, kommt die Retourkutsche nun aus Madrid:
Zitat:Spanien führt Grenzkontrollen für Italien ein
Nach der Migrationskrise in Ceuta nahm Italien gegen Spanien gerichtete Grenzkontrollen auf. Madrid hat das erst scharf kritisiert und kündigt nun ebenfalls Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien an. [...] Spanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen um Mitternacht in der Nacht zum Samstag beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium mit.
https://www.spiegel.de/ausland/ceuta-kri...da4c497602
Schneemann
Beiträge: 3.760
Themen: 67
Registriert seit: Feb 2024
(07.08.2026, 22:47)Nightwatch schrieb: Die Jüdische Allgemeine berichtet lediglich über die Verschwörungstheorien, das Blatt setzt sie nicht selbst in die Welt. Lieber Gott im Himmel.
...
Georg Restle ist nicht seriös sondern mittlerweile völlig drüber. Der wurde auch nicht zufällig bei Monitor rausgeworfen und nach Nairobi abgeschoben. Selbst der ARD ist er mit seinen Einlassungen mittlerweile zu extrem.
Antisemitische Verschwörungstheorien bleiben antisemitische Verschwörungstheorien egal wie sehr du in ihnen die Realität sehen möchtest. ah ja- die "Jüdische Allgemeine" berichtet lediglich, ein ARD-Reporter, der inhaltlich das Gleiche über "Vermutungen zur Beteiligung israelischer Regierungsstellen" meldet, verbreitet Antisemitische Verschwörungstheorien.
Recht viel offenkundiger kann man das nicht mehr ausdrücken.
@Schneemann:
Zitat:Rom konnte infolge innerer Probleme (Reichskrise im 3. Jahrhundert, Reichsteilung im 4. Jahrhundert etc.) und Machtkämpfe, Usurpationen etc. die Grenze nicht mehr schützen und die Barbarenvölker überfluteten sie schließlich.
die Geschichte ist etwas komplizierter.
Die Römer haben zum Grenzschutz auch germanische Stämme als " Föderaten" eingesetzt, und denen im Gegenzug für eine Ansiedlungserlaubnis die Grenzwacht oder den Grenzschutz übertragen.
Beispiele dafür sind der alemannische rex Vadomar(ius), dessen Herrschaftsgebiet sich gegenüber von Kaiseraugst erstreckte (im Gebiet der Brisigavi - Breisgau). Der wurde nach einem Aufstand erst nach Spanien ins Exil geschickt und dann von Jovian (363-364) als Feldherr mit dem Titel eines "dux Phoenicia" an die Ostgrenze geschickt, mit einem Sieg gegen die Perser in römischen Diensten; Beispiele also die Alamannen, die Bajuvaren oder auch die Franken und Goten.
Aus dem römischen Titel des Heerführers "dux" hat sich dann auch der Herzogstitel der frühen germanischen Fürstenhäuser entwickelt, die einerseits gegenüber ihren Stammesangehörigen als "rex", also Könige, fungierten, und andererseits die Funktion eines Heerführers in römischen Diensten hatten.
Der Übergang vom unselbständigen römischen Foederaten zum selbstständigen Herzogtum erfolgte schleichend. Noch die Merowinger haben sich wohl primär als Erben des römischen Reiches empfunden und sich so - auch in Kleidung und Frisur - verhalten. Erst die Karolinger haben sich von diesem römischen Erbe gelöst, und den Merowingern dann verweichlichte und antiquierte Sitten zuschreiben lassen. ( siehe Wikipedia, die letzten Abschnitte der Ausführungen zum "Sakralkönigtum")
Damit sich der Kreis schließt:
Was nun bei den antiken Römern eine durchaus sachgerechte Überlegung war - der Einsatz billiger Foederaten zum Grenzschutz unter Schonung der eigenen Resourcen - findet sich heute in ähnlicher Diskussion.
Soll man die Ukraine aufrüsten, um die EU schon "außerhalb de eigenen Grenzen" zu verteidigen?
Soll man Migration zulassen, um dem breiten Fachkräftemangel in allen möglichen Branchen zu begegnen?
Verstärkt wird diese Diskussion durch neuere Argumente, die es so in der Antike nicht gab.
= Da ist zum Einen die "Nächstenliebe", die in Europa religiös tief verwurzelt ist,
= da ist die "Solidarität", ein ursprünglich auch religiöser Begriff, der in der "politischen Linken" stark genutzt wird,
= und da ist letztendlich die Entfaltungsfreiheit und Toleranz, die bei uns verfassungsrechtlich verankert ist und eine "bunte Gesellschaft" mit allen möglichen Verrücktheiten erlaubt. Meine Omi (zwei Schwestern sind in einen Orden eingetreten und Nonnen geworden, zwei Brüder waren als Anti-Faschisten im KZ Dachau gefangen) ist nie ohne Kopftuch aus dem Haus gegangen. Heute würde man ihr deshalb vermutlich islamistische Tendenzen nachsagen.
Beim Umgang mit Migranten in Spanien spielt alles das eine Rolle, besonders, wenn es um Minderjährige geht. "Einfache Lösungen", wie es aus einer politischen Stammtischecke propagiert wird, kann es bei einer auch nur ansatzweisen Berücksichtigung der selbst gesetzten eigenen Werte nicht geben.
Diese Diskussion wird vor allem auf nationaler Ebene geführt. Und dann ist es völlig logisch, dass in jedem Land unterschiedliche Lösungsansätze präferiert werden, je nach dem, welches Argument in den einzelnen Gesellschaften als schlagkräftiger oder gewichtiger präferiert wird.
Und jetzt kommen die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten nach Brüssel und sollen schnell und konsequent eine Lösung finden, die für die ganze EU gilt.
Das kann nur funktionieren, wenn man gesellschaftliche Verhaltensanforderungen zurück stellt und sich auf die Grundzüge der Menschenrechte - getrennt von den Bürgerrechten - besinnt.
Niemand darf gezwungen werden, in Bayern nur mit Lederhose auf die Straße zu gehen, oder die Trambahn am Englischen Garten neben dem Eisbach nur im Badeanzug zu nutzen. Und ob eine Frau ein Kopftuch aufsetzt, ist ihre ganz persönliche Entscheidung. Das geht niemand anderen etwas an.
Religionsfreiheit ist eine jedem Menschen zustehende eigene persönliche Entscheidung. Daraus jetzt ein Migrationsproblem zu machen ist - mit Verlaub - hanebüchen. Die Migranten werden sich schon an die örtlichen Gegebenheiten der Mehrheitsgesellschaft anpassen - so, wie sich in der Vergangenheit die Franken im römischen Reich integriert haben.
Man spricht im ehemals fränkischen Frankreich zwar "französisch" - aber das ist auch nichts anderes Latein mit einigen örtlichen, regionalen Abweichungen.
Beiträge: 14.858
Themen: 253
Registriert seit: May 2006
@Kongo Erich
Zitat:die Geschichte ist etwas komplizierter.
Die Römer haben zum Grenzschutz auch germanische Stämme als "Föderaten" eingesetzt, und denen im Gegenzug für eine Ansiedlungserlaubnis die Grenzwacht oder den Grenzschutz übertragen.
Beispiele dafür sind der alemannische rex Vadomar(ius), dessen Herrschaftsgebiet sich gegenüber von Kaiseraugst erstreckte (im Gebiet der Brisigavi - Breisgau). Der wurde nach einem Aufstand erst nach Spanien ins Exil geschickt und dann von Jovian (363-364) als Feldherr mit dem Titel eines "dux Phoenicia" an die Ostgrenze geschickt, mit einem Sieg gegen die Perser in römischen Diensten; Beispiele also die Alamannen, die Bajuvaren oder auch die Franken und Goten.
Aus dem römischen Titel des Heerführers "dux" hat sich dann auch der Herzogstitel der frühen germanischen Fürstenhäuser entwickelt, die einerseits gegenüber ihren Stammesangehörigen als "rex", also Könige, fungierten, und andererseits die Funktion eines Heerführers in römischen Diensten hatten.
Der Übergang vom unselbständigen römischen Foederaten zum selbstständigen Herzogtum erfolgte schleichend. Noch die Merowinger haben sich wohl primär als Erben des römischen Reiches empfunden und sich so - auch in Kleidung und Frisur - verhalten. Erst die Karolinger haben sich von diesem römischen Erbe gelöst, und den Merowingern dann verweichlichte und antiquierte Sitten zuschreiben lassen. (siehe Wikipedia, die letzten Abschnitte der Ausführungen zum "Sakralkönigtum")
Das ist alles schön und gut und auch historisch durchaus korrekt. Nur ist es eben genau das Problem (gewesen). Denn diese Übertragungen des Grenzschutzes an andere Völker war der erste Schritt zum Niedergang bzw. das Eingeständnis, dass man aufgrund eigener Schwäche nicht mehr zum Grenzschutz in der Lage war.
Zitat:Soll man die Ukraine aufrüsten, um die EU schon "außerhalb de eigenen Grenzen" zu verteidigen?
Das Ukraine-Beispiel kann man meiner Meinung nach nicht als Beispiel hinsichtlich des Migrationsproblems heranziehen, denn die Ukraine wehrt sich gegen eine handfeste militärische Invasion ihres Nachbarn, der auch den EU-Raum bedrohen könnte. Das Migrationsproblem ist jedoch eines, dass v. a. Südeuropa betrifft und es ist auch keine militärische Invasion, sondern eben einen Andrang von Personen aus einem anderen Kulturumfeld. (Gründe nun einmal außen vor gelassen.)
Zitat:Soll man Migration zulassen, um dem breiten Fachkräftemangel in allen möglichen Branchen zu begegnen?
Rein und nur auf diese Frage eingegrenzt? Ja. Zugleich bin ich aber skeptisch, ob diese durchaus verständliche Intention auch wirklich nachhaltig umgesetzt wird, wenn z. B. die bundesrepublikanische Bevölkerung um 1-2 Mio. Menschen wächst, aber der BDI zugleich einen wachsenden Fachkräftemangel kritisiert (sic!). Das passt nicht zusammen. Und da sage ich mir: Entweder versagt hier jemand völlig oder (im schlimmeren Fall) lügt hier irgendjemand gezielt.
Zitat:= Da ist zum Einen die "Nächstenliebe", die in Europa religiös tief verwurzelt ist,
= da ist die "Solidarität"...
Beides sollte aber im Falle Ceutas keinesfalls bemüht werden.
Zitat:...eine "bunte Gesellschaft" mit allen möglichen Verrücktheiten erlaubt.
Ein klares Nein. Eine offene Gesellschaft, meinetwegen auch eine bunte, muss keineswegs "alle möglichen Verrücktheiten" erlauben. Vielmehr muss sie klipp und klar sagen, was gewünscht und verlangt wird, wenn jemand hierher kommen und die Rechte bei uns in Anspruch nehmen möchte.
Schneemann
Beiträge: 8.914
Themen: 1.127
Registriert seit: Sep 2020
[NdÜ Und wenn wir mal ausnahmsweise über Aktuelles reden]
Marokko: Sicherheitsalarm nach Aufrufen zu einem erneuten massiven Grenzübertritt nach Ceuta
RFI (französisch)
Nach der Migrationskrise Ende Juli steht Ceuta weiterhin unter Druck. Seit Anfang des Monats mehren sich die Aufrufe zu einem neuen Versuch einer massiven Grenzüberquerung. Die marokkanischen Behörden haben sich noch nicht offiziell geäußert, doch vor Ort wurden die Sicherheitsvorkehrungen insbesondere an der Grenze zur spanischen Enklave verstärkt. Alles deutet darauf hin, dass die Gefahr einer gewaltsamen Grenzüberquerung am kommenden 15. August sehr ernst genommen wird.
Veröffentlicht am: 09.08.2026 – 04:55 Uhr
Von: RFI
Mit unserem Korrespondenten in Casablanca, Matthias Raynal
Auf Facebook oder Instagram werden Menschen, die irregulär einwandern wollen, dazu aufgerufen, sich in Ceuta im Norden Marokkos zu versammeln. Ein Datum wird dabei immer wieder genannt: der 15. August. Die Internetnutzer werden eingeladen, privaten Gruppen auf WhatsApp beizutreten, um konkretere Informationen über die Überfahrt auszutauschen und ihre Reisen zu koordinieren.
In seiner einzigen Stellungnahme nach der Migrationskrise in Ceuta ging das marokkanische Innenministerium auf die Rolle der sozialen Netzwerke ein und prangerte die Verbreitung von Falschinformationen an. In den jüngsten Online-Beiträgen sind die Internetnutzer weiterhin zahlreichen Gerüchten ausgesetzt.
Das von RFI kontaktierte Innenministerium hatte am Samstagabend, dem 8. August, noch nicht reagiert. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden in Fnideq und im Umfeld des Grenzübergangs nach Ceuta offensichtlich verstärkt. Videos zeigen die massive Ankunft von Fahrzeugen der Ordnungskräfte – eine Information, die der Vorsitzende des AMDH-Zugs in Tétouan gegenüber unseren Kollegen der marokkanischen Nachrichtenseite Yabiladi bestätigte.
Jedenfalls ist diese Art von Aufruf in den sozialen Netzwerken nichts Neues. Ähnliche Kampagnen kursierten bereits in den Jahren 2024 und 2025. Zur Erinnerung: Die Anstiftung zur illegalen Einwanderung ist im Königreich strafbar.
|