Produktübersicht kroatische Rüstungsindustrie
#1
Hier nun die neue Homepage der dem kroatischen Verteidigungsministerium unterstellten Agentur Alan mit der gesamten derzeitigen Produktpalette militärischer Erzeugnisse aus Kroatien die über Alan für die internationalen Waffenmärkte angeboten und über diese abgewickelt werden, sowohl was den eigenen Export angeht, ebenso verantwortlich für den Waffenimport für den Bedarf der kroatischen Streitkräfte.

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Hier auch die neue Homepage von Djuro Djakovic:

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#2
Interessante Sache......

Werden die Waffen in der Armee benützt oder sind sie nur für den Export vogesehen?

Frage zu den Schiffen: Wurden die von Kroaten gebaut oder stammend die aus EX-Yu Zeiten?
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#3
Alle aufgeführten Produkte finden sich sowohl in der kroatischen Armee wieder, wenn auch zum Teil in kleinen Mengen wie z.B. die LOV Serie, werden aber ebenso auch alle zum Export angeboten. Verkaufsschlager bisher ist die Pistole HS2000 und der RBG Granatwerfer, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, ebenso die Kevlarhelme, die Minenräumer haben sogar die Amerikaner gekauft ( 20 Stück ) und befinden sich zum Großteil auch in Afghanistan und im Irak im Räumeinsatz, kleinere Mengen der Sniper wurden ebenso verkauft, vor allem das RT20 und einiges an Ausrüstung und diverser Munition. Großgerät bisher so weit ich weis noch nicht ausserhalb des Landes. Die Schiffe stammen zum Großteil noch aus den ex JRM ( Jugoslavenska Ratna Mornarica, jugoslavische Kriegsmarine ) Zeiten, wurden aber schon damals in den kroatischen Werften in Split, Sibenik und Rijeka gebaut, wie fast alle Schiffe der ehemaligen jugoslavischen Marine. Das neueste und beste was die Werften bisher herausgebracht hatten und was nach der Auflösung Jugoslaviens und der JRM gebaut wurde, war die FAST MISSILE CORVETTE KRALJ PETAR KREŠIMIR IV CLASS wovon es derzeit in der kroatischen Marine 2 gibt, die erste wurde 1991/92 gebaut, die zweite modifizierte 2000/2001 unter dem Namen Kralj Dmitar Zvonimir, beide nach zwei kroatischen Königen aus dem 11 Jahrhundert benannt.
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#4
Neuigkeiten zur Modernisierung und Neuanschaffungen der Kroatischen Armee:

Für die im Offsetprogramm bis 2010 geplante Neuanschaffung von 126 modernen Schützenpanzern in 10 Ausführungen für das kroatische Heer, ( Truppentransport, Panzerabwehr, Luftabwehr, Kommando-, Radar-, Sanitäts-, Infanterieunterstützung, Fernspäh-, Reperatur- und Versorgungsfahrzeug) ist die enge Auswahl nach eingehenden Tests rund eines Dutzends verschiedenster Modelle, nun auf den Pandur 2 von Steyr-Daimler-Puch und den finnischen Patria AMV gefallen. Die endgültige Entscheidung soll noch bis Jahresende 2005 gefällt werden und das Geschäftsvolumen soll rd. 170 Millionen Eur umfassen, wobei die Fahrzeuge in Kroatien bei Djuro Djakovic gefertigt werden sollen als Offsetprogramm.
Auch wenn offiziell die endgültige Entscheidung erst gegen Jahresende bekanntgegeben werden soll, so gilt es als ziemlich sicher das den Zuschlag der Pandur 2 erhällt, nicht zu letzt dank seiner insgesamt besseren Testergebnisse sowie aus Politischen Gründen, für die erst kürzlich energisch für den EU Beitritt Kroatiens kämpfenden Österreicher.

Ebenso bis 2010 werden die gesamten Bestände an T-55 (222 Stück)abgeschrieben und ausser Dienst gestellt, Teile davon sind bereits nicht mehr im Aktiven Bestand. Welcher "neue" MBT diese Lücke danach schliessen soll ist nach wie vor nicht geklärt, auch wenn die Panzerkräfte von heute rd. 290 Panzern auf rd. 180 Panzer reduziert werden sollen und somit dennoch eine Neuanschaffung/Produktion von rd. 100 Panzern nötig wäre. Die Überlegungen gehen von der Anschaffung von gebrauchten Leopard2 bis hin zur Wiederbelebung des derzeit eingestellten Projektes "Degman" und dessen Weiterentwicklung, auch wenn dieser bereits nahezu Serienreife erreicht hat.
Als sicher gilt das die derzeit existierenden Waffensysteme, zumeist aus ehemals sovjetischer oder Lizenzproduktion, weiterhin durch westliche Modelle ersetzt werden sollen um volle NATO-kompatibilität zu erreichen, daher dürften russiche o.ä. Waffensysteme bei der Neuanschaffung Chancenlos sein, da man selbst bei dem M-84 Upgrade im Kpz Degman, bis auf die israelische Reaktivpanzerung und einige Eigenentwicklungen, ausschliesslich Französiche und Schwedische Bauteile verwendet hat.

Die zweite Anschaffung betrifft die Luftwaffe, die ab 2010 alle derzeitigen Jäger (24 MIG 21) abschreiben will und aus dem operativen Dienst nehmen will. Ab 2010 soll die Luftwaffe halbiert werden, vor allem dank des Ausbaus der Radarüberwachung und der Modernisierung der Luftabwehr, und soll dann nur noch 12, aber dafür hoch moderne Kampfflugzeuge im Einsatz haben. Das Nachfolgemodell für die MIG 21 steht noch nicht fest und die Entscheidung soll im Laufe des Jahres 2006 getroffen werden. Als sicher gilt ein moderner Jäger der auf Grund der in absehbarer Zeit anstehenden NATO-Vollmitgliedschaft allen NATO Standards gerecht werden muss, auch wenn schon seit einiger Zeit nur noch von zwei Modellen die Rede ist:

1. JAS-39 A/B Gripen
2. F-16 Block 50

Russische Offerten von modernisierten Mig-29 sowie SU-27 wurden abgelehnt und als sicher gilt nur das es ein "westliches" Flugzeugmuster werden soll, mit hoher Wahrscheinlichkeit eines von den beiden genannten, da bereits mehrfach ein Pilotenaustausch stattfand und gemeinsame Flugmanöver vor allem mit den Amerikanern nun nahezu jedes Jahr über der Adria stattfinden.

Ein weiteres anstehendes großes Projekt bis 2010 ist die Einführung eines einheitlichen Sturmgewehres mit Natokaliber, da auf Grund des Waffenembargos zu Zeiten des Krieges alles gekauft und geschmuggelt wurde was schiessen konnte, egal von welchem Hersteller oder Kaliber. Das Ergebnis ist da es derzeit in der krotischen Armee trotz durchgeführten Ausmusterungen und Vereinheitlichungen immer noch mehrere verschiedene Sturmgewehrtypen im aktiven Einsatz gibt, mit unterschiedlichen Kalibern, darunter am verbreitetsten die AK47/74 und G3-A3 und geringere Bestände an M16, SAR80 und argentinischen Sturmgewehren.

Auch hierzu gibt es noch keine Entscheidung, als sicher gilt lediglich das es NATO-KAliber haben muss und entweder ein in der NATO verwendetes Modell sein soll, oder eine Eigenentwicklung, wie der jüngst vorgestellte Prototyp von IM Metal, dem Hersteller der Exportschlager-Pistole HS2000. In den engeren Kreis scheint aber auch das G36 gekommen zu sein, da man mit den Testergebnisen sehr zufrieden gewesen sein soll und bereits vor einiger Zeit mehrere hundert G36C für die Sondereinheiten der kroatischen Polizei gekauft hat. Auch werden der kroatischen Regierung beste Kontakte zu Heckler & Koch nachgesagt, was die gelegentlichen gegenseitigen Besuche sowie die H & K Delegation bei den Testläufen in Kroatien auch bestätigen.
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#5
@CommanderR
Was wurde an der Luftabwehr modenisiert ?
Welche Systeme besitzt die Kroatische Luftabwehr ?

Hier Bilder der G-36/C der Kroatischen Polizei Sondereinheiten:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski-vojnik/0552005/bpictures/h9.jpg">http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski- ... res/h9.jpg</a><!-- m -->
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski-vojnik/0552005/bpictures/h2.jpg">http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski- ... res/h2.jpg</a><!-- m -->
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski-vojnik/0542005/bpictures/c2.jpg">http://www.hrvatski-vojnik.hr/hrvatski- ... res/c2.jpg</a><!-- m -->
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#6
Rolleyes
12 Flugzeuge... - Wofür hat man dann eigentlich noch eine Luftwaffe?
Natürlich, zur Luftüberwachung, aber das sollte man dann eher Luftpolizei nennen, denn "Armee" kann man diese wirklich lächerliche Anzahl doch nicht mehr nennen...
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#7
Zitat:12 Flugzeuge... - Wofür hat man dann eigentlich noch eine Luftwaffe?
Natürlich, zur Luftüberwachung, aber das sollte man dann eher Luftpolizei nennen, denn "Armee" kann man diese wirklich lächerliche Anzahl doch nicht mehr nennen...
Sag das mal den Österreichern.
Aber abgesehen davon ist die Luftraumüberwachung und vor allem -kontrolle seit eh und je ein Zuständigkeitsbereich der nationalen Luftwaffe, ob nun eine polizeiliche Aufgabe oder nicht. Die Polizei unterhält nun mal keine Abfangjäger.

Allerdings muss man schon fragen, ob die Anzahl von nur zwölf Jets ausreicht. Da ist es egal, ob es moderne Systeme sind, dadurch können sie sich halt nicht teilen. Schon die 18 Flieger bei den Österreichern gelten eigentlich als suboptimal für eine effektive Luftraumkontrolle. Und Kroatien dürfte angesichts seiner geographischen Ausdehnung nicht gerade leichter zu überwachen sein.
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#8
Nun, wieviele es letztendlich werden wird man dann sehen, die Rede war bisher eben "nur" von 12, ab 2010 sind wir dann schlauer. Was die "nur" 12 Flugzeuge angeht, so würde ich selbst dann lieber auf der Seite von 12 JAS-39 A/B Gripen oder F-16 Block 50 in eine Luftschlacht fliegen, als auf Seiten von 50 Angreifern mit MIG 21, älteren MIG 29 o.ä.

Mit dem Begriff "lächerlich" wäre ich sehr vorsichtig, denn es kommt immer darauf an wie man die zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt und vor allem wer und wie stark der mögliche Gegner ist und auf welchem technologischen Stand, Motivation, Ausbildungsgrad und Bereitschaftsgrad sich dieser befindet. So gesehen war die Zahl von nur rund 1.800 Verteidigern (rd. 800 Gardisten und rd. 1.000 Freiwillige) die 1991 das kleine ostslawonische Barockstädtchen Vukovar gegen mehrere Brigaden der Jugoslavischen Volksarmee und mehrere Tausend Freischärler verteidigten auch eher "lächerlich" gring, galten als absolut chancenlos und man rechnete mit der Einnahme der Stadt binnen 2-3 Tagen nachdem der belagerungsring geschlossen wurde. Dennoch wurde die Stadt 3 Monate gehalten und die Angreifer haben nach heutigen Schätzungen und Recherchen zwischen 5.000-6.000 Tote zu beklagen, rd. 25.000 Verwundete, mehr als 300 Panzer, Schützenpanzer, Transporter u.ä. sowie 24 Flugzeuge, mehrere Hubschrauber und anderes schweres Gerät verloren, obwohl die Verteidiger keinen einzigen Panzer oder Flugzeug hatten. Auf Grund der enormen Verluste war damals trotz der Einnahme von Vukovar, dem Tod von rd. 2/3 der Verteidiger in der Stadt sowie einigen Hundert kroatischer Soldaten, Gardisten, Polizisten und Freiwilliger die ausserhalb der Stadt Entlastungsangriffe gegen den Kessel führten, sowie tausender Zivilisten und den bekannten Kriegsverbrechen und Massenvertreibungen ein weiteres Vordringen in Richtung Osijek und Westkroatien nicht mehr möglich und die Schlacht um Vukovar gilt daher als blutiges Opfer und als Kehrtwende des Krieges bis zur endgültigen Niederlage 1995 und dem ausgeträumtem Traum eines Grosserbien.

Kroatien ist deutlich kleiner als Österreich und der Großteil der Luftraumüberwachung und Luftabwehr soll vom Boden aus gesichert werden, ist bereits heute so, da vor allem die Bodenradarstationen (Pelegrin) übers Land verteilt ausgebaut wurden. Daher benötigt man dann auch nicht mehr allzuviele Flugzeuge, es gab sogar Überlegungen die Luftwaffe ganz abzuschaffen, die Hubschrauber und Kampfhubschrauber dem Heer zu unterstellen und dies durch weitreichende Luftabwehrsysteme wie S300/400 o.ä. auszugleichen.
Abgesehen davon ist Qualität nach wie vor wichtiger als Quantität, denn 12 moderne Jäger können es leicht mit Dutzenden älteren aufnehmen, vor allem wenn diese flankiert werden von einer guten bodengestützten Radarüberwachung und Luftabwehr. Auch muss man die derzeitige "Bedrohungslage" Kroatiens bewerten, die kaum eine größere Luftwaffe erfordert, eigentlich eher gar keine, und sich in erster Linie immer auf das Heer konzentriert hat und stets auf die reine Landesverteidigung.

Kroatien ist heute nur von befreundeten Ländern umgeben und selbst mit dem Erzfeind Serbien normalisieren sich die Beziehungen zusehends. Auch die ehemals große uns relativ starke serbische Armee gilt heute nicht mehr als eine ernsthafte Bedrohung, da sich die politischen Vorzeichen seit dem Sturz von Slobodan Milosevic geändert haben und die Armmee seit Kriegsende, der massiven Abrüstung, chronischen Unterfinanzierung und nach den NATO-Bombardierungen, die vor allem enorme Schäden bei der militärischen Infrastruktur, Luftabwehr und Luftwaffe hinterlassen hatten, nicht nur im Vergleich zu den Vorkriegszeiten deutlich dezimiert wurde, sondern auf Grund der nun fast zwei Jahrzehnte andauernden Wirtschaftskrise auch schon lange nicht mehr modernisiert und kaum mit modernen Systemen nachgerüstet wurde.
Die anstehende NATO-Vollmitgliedschaft Kroatiens die für 2008 anvisiert ist, stellt einen weiteren Aspekt dar, wozu man dann noch überhaupt eine größere eigene Armee benötigt.
Die Planungen bis 2010 sehen eine kleinere, aber deutlich modernere und mobilere Armee vor, als sie es heute ist. Als beschlossene Sache gilt auch die Umstellung auf eine reine Berufsarmee ab 2010 mit dann nur noch 18.000 Mann.
Persönlich finde ich die geplante Dimensionierung und materielle Ausstattung ab 2010 für völlig ausreichend, wenn man bedenkt das es sich um ein Land mit gerade mal 4,5 Mio. Einwohnern handelt das annähernd knapp so gross ist wie Bayern und das in wenigen Jahren ein NATO-Vollmitglied werden wird.
Die Verkleinerung wird darüber hinaus es ermöglichen das alle Waffensysteme und Truppenteile weiter deutlich modernisiert werden und die Armee schlagkräftiger und vor allem flexibler wird, was den möglichen Anforderungen an zukünftige Herausforderungen eher gerecht wird als eine rein quantitativ große Armee.

@Snakeshit
Das Radarsystem Pelegrin wurde landesweit nun an 12 Standorten installiert und ermöglicht eine vollständige Luftraumüberwachung auch weit über die Grenzen hinaus.

Die Luftabwehr wurde durch eigene Upgrades der Reichweite und Zielerfassung vor allem der Strijela-Raketen verstärkt und kleinerer Zukäufe der Mistral. Es laufen auch schon seit einiger Zeit Überlegungen sich zusätzlich weitreichende Systeme zuzulegen wie die S300/400 oder Patriot, die Entscheidung wurde aber auf die Zeit nach NATO-Beitritt vertagt und die Zeichen deuten eher auf ein westliches System hin.
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