(Asien) Seestreitkräfte Nordkoreas
#91
Ein nordkoreanisches Atom-U-Boot?
Zitat:North Korea unveils what it says is a nuclear-powered submarine

SEOUL, South Korea, AP — North Korea unveiled for the first time a nuclear-powered submarine under construction, a weapons system that can pose a major security threat to South Korea and the US. State media on Saturday released photos showing what it called “a nuclear-powered strategic guided missile submarine,” as it reported leader Kim Jong Un’s visits to major shipyards where warships are built. [...]

The naval vessel appears to be a 6,000-ton-class or 7,000-ton-class one which can carry about 10 missiles, said Moon Keun-sik, a South Korean submarine expert who teaches at Seoul’s Hanyang University. He said the use of the term “the strategic guided missiles” meant it would carry nuclear-capable weapons.
https://edition.cnn.com/2025/03/08/asia/...index.html

Schneemann
Zitieren
#92
das vermutet wohl dieser Autor bei t-online - und knüpft damit an bisherige Erkenntnisse an:
Zitat:Nordkorea wohl in Entwicklung von Atom-U-Booten – mit Hilfe von Russland?
(Kopie [url=Die Mirage 2000 der UAE sollen ja im Zuge des Rafale-Kaufs der UAE an Dassault zurück gehen. Muss man sich das dann vorstellen, dass Dassault diese dann irgendwo in einer Halle „einmottet“ ?
Wären ja als letzte relativ späte Mirage 2000 (UAE gehörten meiner Erinnerung nach zu den letzten Kunden der Mirage) technisch und in der Stückzahl geradezu perfekt für die Ausrüstung der Ukraine.]hier[/url])

Kein Zweifel:
NK kann sowohl konventionelle U-Boote (veraltetes Sowjetmuster) wie auch nuklear bestückte Raketen bauen.

Das wären aber jetzt zwei Schritte auf einmal:
= der nukleare Antrieb und
= der "serielle" Start von (atomar bestückten) Raketen aus einem U-Boot (allerdings hat NK schon um die Jahrtausendwende einige sowjetische Golf-U-Boote zur Verschrottung erworben, umfassend studiert und wohl 2014 erstmals die Rakete Pukguksong-1 von einem U-Boot gestartet. Weitere 10 Testflüge folgten bis Ende 2016).

China hat erst mit einem konventionellen Golf-U-Boot sowjetischer Herkunft die Raketentechnologie in ein U-Boot eingebracht, und dann erst den nuklearen Antrieb entwickelt. Kann sein, dass NK diesem Vorbild nacheifert.
Zitieren
#93
Nordkorea scheint wohl ein neues Spielzeug zu haben. Stattliches Schiffchen

[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...r-2025.jpg]

https://www.navalnews.com/naval-news/202...rean-navy/
Zitieren
#94
Findest du ?
Da hat für mich ein wenig was von Hitlers, wenn sie Schlaftschiffe mit 42cm Kanonen bauen, bauen wir Schlaftschiffe mit 50cm.
Ein einziges Schiff, bis oben hin voll mit Raketen, ohne Helis noch dazu mit Radar Paneelen. Radar Paneele auf einem Steinzeitregimeschiff ? Selbst wenn sie diese von den Russen kommen sollten, glaubst du im Ernst die bekommen damit eine vernünftige Feuerleitung hin, geschweige denn entsprechende Sam? Auf einem Schiff dieser Größe, bis zum letzten Winkel mit Raketen vollgestopft?
Das ist schwimmende Artillerie ohne Eigenschutz, reine Propaganda um den unwissenden Bürgern zu suggerieren, man wäre so technologisch fortschrittlich.
Zitieren
#95
(30.04.2025, 11:32)Falli75 schrieb: Findest du ?
Da hat für mich ein wenig was von Hitlers, wenn sie Schlaftschiffe mit 42cm Kanonen bauen, bauen wir Schlaftschiffe mit 50cm.
Ein einziges Schiff, bis oben hin voll mit Raketen, ohne Helis noch dazu mit Radar Paneelen. Radar Paneele auf einem Steinzeitregimeschiff ? Selbst wenn sie diese von den Russen kommen sollten, glaubst du im Ernst die bekommen damit eine vernünftige Feuerleitung hin, geschweige denn entsprechende Sam? Auf einem Schiff dieser Größe, bis zum letzten Winkel mit Raketen vollgestopft?
Das ist schwimmende Artillerie ohne Eigenschutz, reine Propaganda um den unwissenden Bürgern zu suggerieren, man wäre so technologisch fortschrittlich.

Der Vergleich hinkt aber, denn die damalige Kriegsmarine war ja nicht unfähig sondern zahlenmäßig stark unterlegen.
Anfangs stellte man noch in Frage ob es Nordkorea tatsächlich geschafft hat eine A-Bombe zu entwickeln, inzwischen ist man in der Realität angekommen.
Auch von Hungersnöten in Nordkorea hört man kaum noch etwas. Die Problematik scheint man halbswegs in den Griff bekommen zu haben, auch weil man wohl seit geraumer Zeit dort den privaten Anbau weniger reglementiert als früher.
Devisen soll man sich inzwischen über Cyberkriminalität vor allem durch das Hacken von Cryptowallets beschaffen. Da erfolgreiche Hacker meistens Computernerds sind die schon von früh auf mit der Technik quasi verwachsen sind stellt sich schon die Frage woher die nordk. Hacker ihr Know How bekommen haben.
Mit dem Staat ist also durchaus zu rechnen wenn sich die Führungsriege sich etwas in den Kopf gesetzt hat.
Insofern ist es nicht ganz unwahrscheinlich dass sie über ihre eigenen Satelliten ein Feuerleitsystem etablieren könnten. Auch mit einem nordkoreanischen Atom-Uboot muss man in den nächsten 10 Jahren rechnen.
Zitieren
#96
(09.03.2025, 22:25)Kongo Erich schrieb: China hat erst mit einem konventionellen Golf-U-Boot sowjetischer Herkunft die Raketentechnologie in ein U-Boot eingebracht, und dann erst den nuklearen Antrieb entwickelt. Kann sein, dass NK diesem Vorbild nacheifert.

Das ist bzgl China so nicht ganz richtig. Das Golf war noch im Bau, als das chinesisch-sowjetische Zerwuerfnis kam, und aus der beabsichtigten Serienfertigung ist daher nichts geworden. Die Startanlage auf Golf war nie fuer den originalen sowjetischen Flugkoerper einsatzbereit. Stattdessen hat man effektiv von Grund auf ein eigenes Startsystem parallel mit dem Atomantrieb unter Projekt 09 entwickelt und das halbfertige Golf-Boot aka Typ 031 als Erprobungsplattform ausgewaehlt.

Nordkorea hat allerdings bereits ein Romeo mit einer Raketenstartanlage fuer SLBM/SLCM umgeruestet. Insofern ist man dort einen halben Schritt voraus, das Atom-U-Boot ist derzeit im Bau.
Zitieren
#97
(30.04.2025, 11:32)Falli75 schrieb: Findest du ?
Da hat für mich ein wenig was von Hitlers, wenn sie Schlaftschiffe mit 42cm Kanonen bauen, bauen wir Schlaftschiffe mit 50cm.
Ein einziges Schiff, bis oben hin voll mit Raketen, ohne Helis noch dazu mit Radar Paneelen. Radar Paneele auf einem Steinzeitregimeschiff ? Selbst wenn sie diese von den Russen kommen sollten, glaubst du im Ernst die bekommen damit eine vernünftige Feuerleitung hin, geschweige denn entsprechende Sam? Auf einem Schiff dieser Größe, bis zum letzten Winkel mit Raketen vollgestopft?
Das ist schwimmende Artillerie ohne Eigenschutz, reine Propaganda um den unwissenden Bürgern zu suggerieren, man wäre so technologisch fortschrittlich.
Natürlich ist dieses Schiff (wie so ziemlich alles was aus der nordkoreanischen Rüstungsindustrie kommt) auch ein Propagandawerkzeug, das heißt aber nicht, dass es nicht effektiv ist.

Der Fokus auf so viele Lfk würde ich hier eher damit begründen, dass es sich bei diesem Schiff nicht unbedingt um eine Fregatte oder einen Zerstörer handelt, jedenfalls nicht operativen Sinne. Das Ding ist vielmehr eine Art "Monitor", eine Einheit optimiert für Heimatverteidigung und Küstenschutz die einen deutlich größeren und deutlich besser ausgerüsteten Gegner bekämpfen soll. Dadurch, dass man Reichweite, Redundanz und Helikopter einspart, gewinnt man Reserven für mehr Feuerkraft, was für die Strategie der nordkoreanischen Marine erstmal zuträglich ist. Eine klassische "Green Water Navy".

Was man aber wohl festhalten kann ist, dass zumindest das meiste an Equipment auf diesem Schiff zu funktionieren scheint. Jedenfalls augenscheinlich.

[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...MB72y.jpeg][Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...A0Xmg.jpeg]
[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...AyXw5.jpeg]
[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...A7GXY.jpeg]
[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...E4ZJA.jpeg]
[Bild: https://www.navalnews.com/wp-content/upl...AhcZu.jpeg]
https://www.navalnews.com/naval-news/202...rean-navy/
Zitieren
#98
(30.04.2025, 11:32)Falli75 schrieb: ....
Ein einziges Schiff, bis oben hin voll mit Raketen, ohne Helis ....
wie die Bilder im letzten Posting zeigen hat das Schiff nicht nur eine Heli-Plattform sondern auch einen Hangar mit zwei Toren
und irgendwie erinnert mich das konzeptionell oder besser strukturell an die letzten chinesischen Zerstörer-Entwürfe 051 C, 052 D und 052 D extended
(01.05.2025, 00:09)Turin schrieb: Das ist bzgl China so nicht ganz richtig. Das Golf war noch im Bau, als das chinesisch-sowjetische Zerwuerfnis kam, und aus der beabsichtigten Serienfertigung ist daher nichts geworden. .... Stattdessen hat man effektiv von Grund auf ein eigenes Startsystem ... entwickelt und das halbfertige Golf-Boot aka Typ 031 als Erprobungsplattform ausgewaehlt.
aber das schrieb ich doch:
das U-Boot war ein konventionelles Golf-U-Boot sowjetischer Herkunft (oder sowjetischen Designs)
und die Raketentechnologie ist von China eingebracht worden;
Zitieren
#99
(08.05.2025, 04:09)Kongo Erich schrieb: wie die Bilder im letzten Posting zeigen hat das Schiff nicht nur eine Heli-Plattform sondern auch einen Hangar mit zwei Toren
und irgendwie erinnert mich das konzeptionell oder besser strukturell an die letzten chinesischen Zerstörer-Entwürfe 051 C, 052 D und 052 D extended
Das Flugdeck ist für Helikopter befähigt aber ähnlich wie mit den K130ern werden in die beiden Hangars nur UAV passen. Nordkorea verfügt soweit ich weiß über keinerlei ASW Hubschrauber, dementsprechend wird das Pad wirklich nur für utility usw verwendet werden.

Chinesisch würde ich nicht sagen, das Schiff scheint eine Menge russische DNA zu haben. Neben den Sensoren und Effektoren kommt dieses Schiff auch baulich russischen Fregatten nahe, besonders der Krivak V bzw. der Talwar Klasse die an die indische Marine ging.

Hier mal als Referenz:
[Bild: https://s1.directupload.eu/images/250508/zrweb7kd.jpg]
https://swarajyamag.com/defence/russia-d...tober-2024
Zitieren
Da soll es Probleme gegeben haben:
"Schwerer Unfall" bei Einweihung für Zerstörer in Nordkorea
Zitieren
weitere Medienberichte:
Zitat:Schwerer Unfall bei Zeremonie für Nordkoreas neuen Zerstörer
Kim Jong Un war persönlich anwesend, um den neuen Stolz der nordkoreanischen Marine einzuweihen. Dann jedoch ging laut Staatsmedien beim Stapellauf eines Kriegsschiffs so einiges schief.
...

Den Staatsmedien zufolge ist es bei einer feierlichen Zeremonie für einen neuen Zerstörer der nordkoreanischen Marine zu einem schweren Unfall gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete, ereignete sich »ein schwerer Unfall«, als ein neuer 5000 Tonnen schwerer Zerstörer in der östlichen Hafenstadt Chongjin vom Stapel gelassen wurde. Laut der Agentur Reuters liegt das Schiff auf der Seite im Wasser.

Laut KCNA waren »unerfahrene Kommandeure und operative Nachlässigkeit« für den Unfall verantwortlich. Bei dem Missgeschick seien »einige Teile des Bodens des Kriegsschiffs zerdrückt« worden. Nähere Details sind nicht bekannt.
...

Der 5000 Tonnen schwerer Zerstörer »Choe Hyon« kann Beobachtern zufolge zwei taktische Kurzstrecken-Atomraketen tragen. Aus den jüngsten Meldungen geht der Name des nun beschädigten Schiffs nicht eindeutig hervor. Es dürfte sich aber um dieselbe Klasse wie beim Zerstörer »Choe Hyon« handeln.
...
berichtet der SPIEGEL, Kopie hier

Zitat: Kim Jong-Un gedemütigt: Neuer Kriegsschiff-Prototyp sinkt live im Fernsehen

....
Berichten zufolge war der Stapellauf „verpfuscht“, weil der hintere Schlitten zu früh ausgelöst wurde. Dadurch verkeilte sich der Bug, was schwere Schäden am Rumpf verursachte.
...
Zitieren
Der zweite Versuch hat nun wohl geklappt, allerdings unter anderem Namen. Und es regen sich Zweifel, ob denn das gekenterte Schiff so schnell - also in rund drei Wochen - wieder hätte repariert werden können. Gerade die Schäden an den elektronischen Komponenten bei einem Kentervorgang dürften beträchtlich gewesen sein...
Zitat:North Korea relaunches destroyer weeks after it capsized, but questions remain

North Korea says it has repaired and relaunched a naval destroyer that capsized during a failed launch attempt last month, but defense experts remain skeptical about the regime’s claim of a quick recovery.

North Korean leader Kim Jong Un oversaw the relaunch of the 5,000-ton warship Thursday at Rajin Shipyard on the country’s northeastern coast, the state-run Korean Central News Agency reported Friday. The event came just three weeks after that vessel capsized and sustained hull damage during a launch attempt at Chongjin Shipyard, about 50 miles south of Rajin. In a rare admission, KCNA acknowledged the failure, quoting Kim at the time as calling it a “criminal act caused by absolute carelessness.” [...]

It seems “hardly possible” that North Korea was able to complete the repairs in such a short timeframe, said Yang Uk, a research fellow at the Seoul-based Asan Institute for Policy Studies. [...] Images of the destroyer released by KCNA show only the exterior of the warship and it is unclear if its interior was still seaworthy after the damage, Yang told Stars and Stripes by phone Friday. “I think when the ship capsized, its port side had a lot of water flooded in, which would’ve damaged the ship’s internal electronics,” he said.
https://www.stripes.com/theaters/asia_pa...07195.html

Schneemann
Zitieren
Zitat:North Korea Tests New Destroyer Ahead of Commissioning

North Korean state media is hailing the successful tests of the first ship in a new generation of destroyers ahead of the vessel’s commissioning. Leader Kim Jong Un attended two days of testing, including maneuverability and the launch of cruise missiles, saying the country was proceeding towards having a “powerful offensive force” and that progress on the nuclear armament of the navy is being “carried out satisfactorily.”

The 5,000-ton missile destroyer named Choe Hyon was launched last year at the Nampo Shipyard and is reported to be undergoing sail testing to evaluate its capabilities. State media reported that Kim was at the shipyard on March 3 and 4 to personally inspect the combat and political training and the ongoing operational capability evaluation test process, all of which was pronounced successful.

During the two days, media reports said Kim announced, “I will build the most powerful navy.” In the past, he has said that North Korea would have a fleet of blue ocean vessels capable of long-distance operations.
https://maritime-executive.com/article/n...missioning

Schneemann
Zitieren
(08.09.2023, 06:56)Schneemann schrieb: https://www.navalnews.com/naval-news/202...-missiles/

Auch wenn es bislang schwierig ist, hier eine belastbare Einschätzung zu geben, so wirkt das Boot, v. a. in der Seitenaufnahme, wenig balanciert. Der Heckbereich weist auf ein Romeo-Design hin (dieselelektrisch) oder möglicherweise auch eine modifizierte Rumpfsektion einer Golf II-Klasse, aber zugleich wirkt der Bug irgendwie abgesägt. Das auch als Sinpo-C ausgewiesene Boot soll ca. 3.000 Tonnen verdrängen (?), zumindest geistert das durch den Äther.

Schneemann
ja, das ist eine modifizierte ROMEO (wie bei den Chinesen die Golf-Klasse). Wird in NK als GORAE- oder SINPO-B-Klasse bezeichnet.

Nordkoreas Streitkräfte - und damit auch die Marine - werden im Zuge des Militärabkommens mit Russland immer wichtiger. Hier ist ein etwas älterer, aber im Grunde immer noch zutreffender Bericht:
Zitat:Die Schildkrötenflotte
05. Juli 2023

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un stellt seine Streitkräfte immer strategischer auf. Nordkoreas Marine rüstet sich dabei für einen asymmetrischen Krieg.

Ende des 16. Jahrhundert setzte Korea unter Admiral Yi Sun-Sin wendige, stark bewaffnete und zudem durch ein aufgesetztes Bronze-Schild „gepanzerte“ Schiffe ein, um verschiedene Offensiven der weitaus größeren japanischen Flotte erfolgreich abzuwehren. Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit bezeichnete man diese Einheiten als „Schildkrötenschiffe“. Im 21. Jahrhundert setzt nun Nordkorea ebenfalls auf eine asymmetrische Flotte, um die Überlegenheit der wesentlich stärkeren Flotten Südkoreas, Japans und der USA auszugleichen.

Pjöngjang wahrt hinsichtlich seiner Streitkräfte eine wesentlich größere Geheimhaltungsdisziplin als Russland oder China. Westliche Erkenntnisse beruhen daher weitgehend auf nachrichtendienstlicher Auswertung, auf kommerziellen Satellitenbildern und auf Schätzungen. Da die Landstreitkräfte das Rückgrat der Streitkräfte bilden, besteht der ursprüngliche Auftrag der nordkoreanischen Marine darin, diese zu unterstützen. Entsprechend wenig prominent ist ihr Auftreten im Streitkräftegefüge. International gemäß der englischen Bezeichnung Korean People’s Navy kurz als KPN bezeichnet, sind die Flotteneinheiten der Marine der Demokratischen Volksrepublik Korea folglich primär für Einsätze im koreanischen Küstenmeer und in den küstennahen Gewässern konzipiert. Im Verlauf der letzten 20 Jahre wurde dieser Auftrag langsam, aber stetig um den Begriff der regionalen Machtprojektion erweitert. Aus praktischen Gründen wird Nordkorea wohl kaum eine Hochseeflotte entwickeln, aber die U-Boot-Komponente wird systematisch durch Einheiten ergänzt, die vor allem neue Optionen zur Bekämpfung – und damit auch zur Abschreckung – der US-Streitkräfte bieten sollen.

Flottenstruktur
Dem Marinehauptquartier in Pjöngjang unterstehen zwei Flottenkommandos, 16 Geschwader, zwei Spezialkräftebrigaden sowie Küstenschutzeinheiten. Die beiden Flottenkommandos sind jeweils auf Einsätze im Gelben Meer (Westflotte) beziehungsweise im Japanischen Meer (Ostflotte) ausgerichtet. Sowohl die begrenzte Reichweite der meisten Einheiten als auch die Tatsache, dass nordkoreanische Schiffe die von Südkorea und Japan kontrollierte Straße von Tsushima passieren müssten, verhindern den regelmäßigen Austausch von Einheiten zwischen den beiden Flotten. Aus dem gleichen Grund ist auch eine gegenseitige taktische Unterstützung im Kriegsfall so gut wie ausgeschlossen. Der Flottenbestand zählt schätzungsweise 800 bis 1000 zumeist kleine Einheiten aus sowjetisch-russischer, chinesischer und einheimischer Produktion, die größtenteils als veraltet gelten. Derzeit wird jedoch gezielt in Schnellboote und U-Boote investiert, die einen asymmetrischen Kampfwert gegen moderne und gut gerüstete Gegner bieten sollen. Der Umfang der KPN beträgt rund 60 000 Soldaten, darunter eine große Zahl an Wehrpflichtigen, die bei der Flotte dann fünf bis zehn Jahre dienen müssen.

Die größten Einheiten der Flotte sind die beiden in den 1970er-Jahren gebauten Fregatten der NAJIN-Klasse (102 m, 1500 t, ähnlich der sowjetischen KOLA-Klasse), die vor zehn Jahren durch das Einrüsten von 2x2 KN-09-Seezielflugkörpern (russische Kh-35 Uran) modernisiert wurden.
[Bild: https://marineforum.online/wp-content/up...ibild1.jpg]

Fregatte der NAJIN-Klasse 531 – altes Eisen mit neuen Flugkörpern, Foto: US DoD

Hinzu kommen zwei vor rund zehn Jahren eingeführte leichte Fregatten der TUMAN-Klasse (76 m, 1300 t). Sie sind mit Seezielflugkörpern des Typs Kh-35, U-Jagd-Raketen und Torpedos ausgestattet. Aufklärungsfotos zeigen diese leichten Fregatten sowohl mit als auch ohne Hubschrauberdeck.

Den Kern der Flotte bilden unzählige hochbetagte Kanonenboote und Schnellboote unter 200 Tonnen Verdrängung. Je nach Bootsklasse besteht deren Bewaffnung aus schweren Maschinengewehren, leichten bis mittleren Geschützen, Mehrfachraketenwerfern und an Oberdeck montierten Torpedorohren. Ihre Einsatzschwerpunkte sind Schwarmangriffe auf gegnerische Kriegsschiffe, die Feuerunterstützung für Bodentruppen im Küstenbereich und der Beschuss gegnerischer Küsteneinrichtungen.

Zu den neueren Kleinkampfeinheiten zählen die 200 Tonnen schweren, 35 bis 40 Meter langen SES-Katamaranschnellboote der NONGO-Klasse.
[Bild: https://marineforum.online/wp-content/up...50x500.jpg]

FK-Katamaran der NONGO-Klasse, Foto: KCNA

Sie wurden in zwei Ausführungen gebaut, darunter eine Variante mit reduzierter Radarsignatur durch angewinkelte Rumpfaufbauten. Je nach Variante tragen die bis zu 48 Knoten schnellen Boote vier oder acht Kh-35-Seezielflugkörper sowie Artilleriegeschütze mit einem Kaliber von 30 und 14,5 Millimetern. Die NONGO-Klasse wurde rund um die Jahrtausendwende eingeführt und Mitte des vergangenen Jahrzehnts bereits nachgerüstet; es befinden sich vermutlich nur sechs Einheiten im Dienst.

Schließlich verfügt die KPN über eine begrenzte Anzahl sehr schneller Kleinkampfboote. Die fünf Ausführungen haben Längen zwischen 10 und 34 Metern. Die kleineren Boote sollen Spezialkommandos unerkannt an der südkoreanischen Küste absetzen, die größeren Boote sind mit Torpedos zur U-Jagd oder mit Raketenwerfern (3x24) zur Seezielbekämpfung ausgestattet. Die Bordbewaffnung gilt als ungenau, doch stellen die 50 Knoten schnellen und äußerst wendigen Boote auch für überlegene Kriegsschiffe eine Herausforderung dar.

Amphibische Kräfte und U-Boote
Die Spezialkräfte der Marine sind in zwei sogenannten Scharfschützen-Brigaden zu je 3500 Soldaten aufgestellt; je eine Brigade ist an der West- und Ostküste des Landes stationiert. Ihre Auftragspalette umfasst Aufklärung, verdeckte Infiltration und Sabotage. Im Kriegsfall sollen sie sowohl in Südkorea wie auch in Japan Angriffe gegen militärische Schlüsselstellungen durchführen. Als amphibische Kräfte sollen sie die im Gelben Meer gelegenen südkoreanischen Inseln besetzen, von wo aus sie den seewärtigen Zugang zum Hafen Inchon sowie zur Hauptstadt Seoul blockieren könnten.

Der Transport dieser Kräfte hinter die feindlichen Linien nach Südkorea erfolgt durch rund 100 schnelle Landungsboote der NAMPO-Klasse (26 m, 76 t) sowie rund 130 Luftkissenfahrzeuge der KONGBANG-Klasse (ca. 20 m). Nach Angaben der US Army soll die 1987 eingeführte KONGBANG-Klasse gut 50 bewaffnete Soldaten über eine Distanz von rund 170 Meilen verlegen können. Die Landungsfahrzeuge sind in vier Geschwadern organisiert, die zu gleichen Teilen an beiden Küsten stationiert sind.
[Bild: https://marineforum.online/wp-content/up...medien.jpg]

Landungsübung mit der KONGBANG-Klasse, Foto: Staatl. Medien


Unterseeboote bilden das dritte operative Standbein der Flotte. Schätzungen zufolge unterhält die KPN rund 70 bis 80 konventionell bewaffnete Unterseeboote, darunter 20 Einheiten der ROMEO-Klasse und 40 Einheiten der im Inland entwickelten SANG-O-Klasse. Hinzu kommen jeweils rund zehn Kleinst-U-Boote der YUGO- und der späteren YONO-Klassen aus den 60er- und 90er- Jahren. Rein rechnerisch zählt Pjöngjangs U-Boot-Flotte somit als drittgrößte der Welt. Allerdings gelten die meisten Einheiten als veraltet, langsam, und vergleichsweise laut. Dennoch dürfte bereits die schiere Anzahl der verfügbaren Einheiten eine Belastung für die ASW-Kräfte Südkoreas, Japans und der USA darstellen.

Die 77 Meter langen Einheiten der ROMEO-Klasse stellen die einzigen hochseefähigen Jagd-U-Boote dar. Einige wurden ab 1973 aus China eingeführt, andere unter Lizenz in Nordkorea gebaut. Aufgrund veralteter Sensoren und geringer Geräuschdämmung gelten sie als leichte Beute für westliche Angriffs-U-Boote und ASW-Kräfte.
Die 1991 eingeführten, 36 Meter langen SANG-O-Boote sind für den Einsatz in Küstennähe optimiert. Die mit Torpedos und Minen bewaffneten Einheiten dienen vor allem dem Schutz eigener Gewässer und Häfen. Ein Teil soll allerdings auf den Transport von Kampfschwimmern ausgerichtet sein. Eine als SANG-O-II bezeichnete, etwa 40 Meter lange Variante mit verbesserter Nutzlastkapazität und Reichweite soll 2011 eingeführt worden sein. Im Kriegsfall könnten sie gemeinsam mit der ROMEO-Klasse Stellungen vor den südkoreanischen Häfen sowie am nördlichen Ende der Tsushima-Straße beziehen, um ein- und ausfahrende Kriegsschiffe anzugreifen oder Minen zu legen.

Die 20-30 Meter langen YUGO- und YONO-Klassen haben eine Verdrängung von 110 bis 130 Tonnen. Aufgrund ihrer Größe sind sie in Küstengewässern schwer zu orten, wodurch sie – mit ihrer aus zwei Torpedos oder Seeminen bestehenden Bewaffnung – durchaus auch für größere Kriegsschiffe eine Gefahr darstellen. Im Jahr 2010 soll ein Boot der YONO-Klasse eine südkoreanische Korvette versenkt haben. Zusätzlich werden die U-Boote für den verdeckten Transport von Spezialkräften nach Südkorea eingesetzt.

Eine neue Bedrohung stellen die mit ballistischen Raketen bewaffneten Unterseeboote dar. Nach aktuellen westlichen Erkenntnissen stehen vorerst nur zwei dieser Boote im aktiven Dienst. Am 24. August 2016 erfolgte der erste Start einer Submarine Launched Ballistic Missile (SLBM) durch die bislang einzige Einheit der GORAE- oder SINPO-B-Klasse.
[Bild: https://marineforum.online/wp-content/up...kctv19.jpg]

U-Boot der SINPO-Klasse, ein modifiziertes Romeo-Boot, Foto: KCTV

Dieses Boot wurde erstmals 2014 auf öffentlich zugänglichen Satellitenbildern identifiziert. Die Nutzlast wird im Turm geführt, wobei es noch umstritten ist, ob sich dort Silos für eine oder zwei Raketen befinden. Die geschätzte Größe der SINPO-B-Klasse beträgt rund 68 Meter bei 1600 bis 2000 Tonnen Verdrängung und einer Reichweite von etwa 1500 Seemeilen. Das U-Boot ist für Einsätze in Küstengewässern optimiert und kann auch bei minimalem Einsatz der Bordsysteme am Meeresboden verharren. Die Einsatzausdauer wird auf maximal einen Monat geschätzt.

Am 22. Juli 2019 besichtigte Nordkoreas Staatspräsident Kim Jong-un öffentlich ein neues Schiffsbauprojekt auf der Sinpo-Werft. Nach nordkoreanischen Angaben handelte es sich um eine neue SLBM-fähige U-Boot-Klasse. Zwei im Bau befindliche Einheiten hatte ein Satellit bereits 2017 auf der Sinpo-Werft gesichtet. Sowohl amerikanische Quellen als auch japanische und südkoreanische Medien schätzen die Verdrängung auf rund 3000 Tonnen. Diese im Ausland als SINPO-C bezeichnete neue Klasse ist nach westlichen Analysen ein Umbau von Einheiten der ROMEO-Klasse und wird folglich international auch als ROMEO mod (modifiziert) bezeichnet. Einige Analysten sind der Ansicht, dass die Boote über eine außenluftunabhängige Antriebsanlage verfügen. Die auffälligste äußerliche Veränderung gegenüber der ursprünglichen ROMEO-Klasse ist der rund doppelt so lange Turm, der das Mitführen von drei oder vier SLBMs ermöglicht. Unklar bleibt, ob Nordkorea langfristig weitere Boote der ursprünglichen ROMEO-Klasse zu SLBM-fähigen Einheiten umrüsten will.

Erweiterte Machtentfaltung angestrebt
Im Rahmen des Testschusses vom August 2016 wurde vermutlich eine Rakete von Typ KN-11 (Pukgeukseong-1) eingesetzt. Seitdem wurden mehrere SLBM-Varianten vorgestellt und teilweise getestet, bis hin zur Variante Pukgeukseong-6. Es handelt sich durchweg um zweistufige Feststoffraketen, die wahlweise mit einem konventionellen oder einem nuklearen Sprengkopf versehen werden können. Schätzungen zur potenziellen Reichweite reichen von 500 bis 2500 Kilometern.

Im Januar 2021 kündigte Kim Jong-un während des 8. Kongresses der nordkoreanischen Arbeiterpartei an, dass sein Land auch Pläne für den Bau eines atomgetriebenen Unterseeboots entwickelt habe. Genaue Angaben zur Konstruktion wurden nicht veröffentlicht, jedoch erklärte Kim gleichzeitig, dass Pjöngjang auch eine neue unterseebootgestützte ballistische Rakete mit interkontinentaler Reichweite entwickeln wolle. U-Boot und SLBM sollen die „Fähigkeit [des Landes] steigern, atomare Angriffe auf große Entfernung durchzuführen“, erklärte Kim. Nordkorea verfolgt somit offensichtlich die Strategie, im Falle eines zukünftigen Koreakrieges die USA durch die Androhung eines Atomangriffs auf eine amerikanische Stadt zur Neutralität zu zwingen.

Der eigentliche Bau eines atomgetriebenen strategischen Unterseebootes samt entsprechender Rakete wird zwar Jahre dauern, aber die bisherige nordkoreanische Rüstungsentwicklung beweist, dass das Land durchaus imstande ist, immense Herausforderungen autonom zu bewältigen.

Bereits die aktuelle Einführung von mit SLBMs ausgestatteten U-Booten mit regionaler Einsatzreichweite verändert die strategische Lage in Nordostasien. Bedeutsam ist hier vor allem die Fähigkeit, Ziele in Japan, Südkorea oder auf Guam aus unvorhersehbaren Richtungen anzugreifen, und dabei Schwachpunkte in der aktuellen Raketenabwehrstruktur auszunutzen. Mit Atomsprengköpfen bewaffnete SLBMs würden Pjöngjang ferner mit einer Zweitschlagfähigkeit ausstatten, sollten seine landgestützten Kernwaffen im Konfliktfall neutralisiert werden. Die Tatsache, dass die einzelnen nordkoreanischen Waffensysteme der entsprechenden Technologie Südkoreas, Japans und der USA unterlegen sind, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die auf Masse, Geschwindigkeit und Todesverachtung beruhende nordkoreanische Einsatzdoktrin einen durchaus ernstzunehmenden Gegner prägt.

Sidney E. Dean
marineforum-autor-bild
Zitieren
(22.06.2025, 17:17)Schneemann schrieb: Der zweite Versuch hat nun wohl geklappt, ... Gerade die Schäden an den elektronischen Komponenten bei einem Kentervorgang dürften beträchtlich gewesen sein...
https://www.stripes.com/theaters/asia_pa...07195.html

Schneemann
innerhalb eines Jahres sind die Schäden wohl ausgebügelt worden:
Zitat:Ein Jahr nach missglücktem Stapellauf: Nordkorea testet neues Kriegsschiff mit Langstreckenraketen auf See

Die Kang Kon ist das zweite Kriegsschiff ihrer Klasse; das erste, hier im Bild zu sehen, wurde Ende Juni in Dienst gestellt.
Nordkoreas neuer Marinezerstörer, der im vergangenen Mai einen missglückten Stapellauf – wie man das zu Wasserlassen eines Schiffes nennt – erlitten hatte, ist nun seetüchtig und testet seine Waffensysteme, wie Staatsmedien berichteten.

Das staatliche Fernsehen Korea Central Television strahlte am Sonntag Aufnahmen aus, die das Schiff beim Abfeuern seines Hauptgeschützes und seiner Maschinenkanone sowie mehrerer vertikal gestarteter Raketen zeigten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Korean Central News Agency berichtete, es habe sich dabei um „strategische“ – also im Wesentlichen atomwaffenfähige – Marschflugkörper gehandelt.

Expand article logo Weiterlesen

Die Tests an Bord des 5.000-Tonnen-Kriegsschiffs, der Kang Kon, fanden am Freitag statt und wurden von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un begleitet, meldete die KCNA.

Das Schiff habe zudem Systeme zur elektronischen Kampfführung, Informationsverarbeitung und Zielerfassung erprobt, fügte das Medium hinzu.
...
eine beeindruckende Geschwindigkeit
Zitieren


Gehe zu: