Piraterie
#1
Dazu hat der Weltspiegel heute einen interessanten Bericht gebracht

http://www.ndrtv.de/weltspiegel/20030907/malaysia.html

... es würde mich nicht wundern, wenn die ständige Bedrohung dort zu umfangreichen Rüstungsprogrammen Malaysias und Indonesiens führt (zumindest als Begründung für solche Programme herhalten muss);

Ich frag mich, ob nicht irgendwann auch die Forderung erhoben wird, dass westliche Industriestaaten (USA, EU) oder Japan mit ständigen Patroullien dort Präsenz zeigen und aktiv zur Piratenbekämpfung antreten.

Das wäre eine weitere Begründung für die Notwendigkeit, auch der deutschen Marine "out of aerea" Einsätze zu ermöglichen.
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#2
Zitat:Erich postete

Ich frag mich, ob nicht irgendwann auch die Forderung erhoben wird, dass westliche Industriestaaten (USA, EU) oder Japan mit ständigen Patroullien dort Präsenz zeigen und aktiv zur Piratenbekämpfung antreten.
Die einzigen die da Interesse an Seepatroullien haetten waeren Japan und China, vielleicht noch Indien, da durch das Gebiet Waren wie auch Rohstoffe transportiert werden - zweifle das westliche Staaten sich da reissen werden Polizei zu spielen solange eigene (Sicherheits)interessen nicht tangiert werden.
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#3
In Japan wurden bereits Überlegungen angestellt, in welchem Maße die Piraterie in Südostasien japanische Interessen gefährdet. Es sei hier darauf hingewiesen, daß Japan sehr importabhängig ist. Mit diesen Überlegungen als Basis wurde auch von japanischer Seite erwogen, die an der Straße von Malakka gelegenen Staaten bei ihrem Kampf gegen die Piratie zu unterstützen, etwa durch Patrouillen japanischer Schiffe in diesen Gewässern.
@Erich
Indonesien hat dies bereits getan, und sich von Deutschland zahlreiche Boote der ehemaligen Volksmarine beschafft. Es stellt sich allerdings die Frage, wie gut sich etwa Korvetten der Parchim-Klasse bei der Jagd auf Seeräuber machen, und noch dazu in tropischen Gewässern. :rofl::evil::bonk:
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#4
@Tiger:
Die U-Jagd-Korvetten der Parchim-Klasse sind doch ideal geeignet, sich mit den (im Radar nicht erkennbaren) Speed-Booten der Piraten anzulegen
:pillepalle:
:wall::wall::wall:

Ich hab in meinem Länderdossier zu Indonesien schon auf diese Merkwürdigkeit hingewiesen.

Ein kleiner gebrauchter Flugzeugträger (Minas Gerais???) mit Kampfhubschraubern könnte dagegen durchaus wirkungsvoll sein (wobei ich natürlich niiiiemals unterstellen würde, dass die Helis etwa im Bürgerkrieg in Aceh eingesetzt würden, niiiiiemals, Einsatz nur und nur gegen Piraten - hatten wir schon gesagt, dass die Piraten und die Rebellen aus ihren Inselverstecken rein zufällig dieselben Speed-Boote benutzen? ) :evil:
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#5
Es kommt ja darauf an, was man will. Wenn man lediglich abschrecken will, Präsenz zeigen will, dann dürften selbst die Parchim-Korvetten reichen. Will man aber die Piraten aktiv bekämpfen, wohl eher nicht. Ich kenn Berichte, wo vermeindliche Piraten ihren "Angriff" abgebrochen haben, als nur ein grau-lackiertes Forschungsschiff aufgetaucht ist, wohl in dem Glauben es handele sich um eine Marineeinheit. Von daher wirken die genannten Korvetten schon, defensiv, aber wohl kaum offensiv... :daumen:
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#6
Die "International Chamber of Commerce" hat mit der Abteilung ICC Commercial Crime Services eine ständige Information über Piratenangriffe im Internet:
http://www.iccwbo.org/index_ccs.asp
http://www.iccwbo.org/ccs/imb_piracy/we ... report.asp
und
http://www.iccwbo.org/ccs/news_archives ... uarter.asp

Innerhalb einer Dekate haben sich die Piratenattacken verdreifacht.
http://www.iccwbo.org/home/news_archive ... rter-1.asp

Am 2. September hat es kleine Öltanker erwischt:
http://www.iccwbo.org/ccs/news_archives ... acy_ms.asp
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#7
Es muß ja nicht unbdingt gleich so massiv aufgerüstet werden meistens schleichen sich diese Piraten mit den Speedbooten nachts heran und entern das Schiff.Redereien versuchen dagegen etwas zu unternehmen und zwar ganz einfachen Mitteln aber effektiv wie Scheinwerfern und Wasserstrahlkanonen zur Zeit versucht man Tanker und andere Schiffe mit Elektrozäunen auszustatten das "schreckt" auf jedenfall ab.
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#8
Azrail, Du hast recht:
Es gibt auch einfache Mittel, der ICC nennt einige Selbstverteidigungsmöglichkeiten und auch der Schutz durch die Anliegerstaaten wäre einfacher möglich:
Die südafrikanische Wach- und Schutzboote der NAMACURRA-Klasse (z.B.) sind bis zu 60 (!!) kn schnell und mit schweren Maschinengewehren bewaffnet.
Wenn da eine kleine Flottille patroulliert und möglichst ständig präsent ist, dann ist da schon einiges an Abschreckungspotential gegeben.

Aber ehrlich:
Hast Du wirklich den Eindruck, Politiker würden sich mit einfacheren Mitteln zufrieden geben, wenn ganz andere Interessen und Wünsche mit den schönsten Argumenten begründet werden können....(die Beschaffung der Parchim U-Jagd Korvetten wurde ja auch mit dem Argument "Piratenbekämpfung" begründet) .....


:pillepalle:
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#9
Ja war wahrscheinlich ein Vorwand.
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#10
inzwischen verstärken die Marine von Indien und Singapur die Zusammenarbeit - was auch dem Schutz vor Piraterie in der Straße von Malakka dienen kann

Zitat:Vor Kochi haben Einheiten der Marinen Indiens und Singapurs (RSN) mit gemeinsamen Übungen begonnen.
An den in dieser Form mittlerweile nahezu jährlich stattfindenden, zweiwöchigen Manövern nimmt die RSN in diesem Jahr mit den Korvetten VIGILANCE und VICTORY (VICTORY-Klasse) sowie der Korvette BRAVE (FEARLESS-Klasse) teil.

Indiens Marine bringt das U-Boot SHALKI (SHISHUMAR, deutscher Typ T-1500), die Fregatten TARAGIRI (LEANDER-Klasse) und BRAHMAPUTRA sowie die Korvette SUJANTHA und den Versorger AMBA in die Übung ein. Auch landgestützte Flugzeuge und Hubschrauber sind beteiligt.

Nach Hafen- und Seephasen werden die gemeinsamen Übungen am 18. März beendet.
Quelle: Marineforum - aktuell - Internet

Bild Victory Class:
http://www.mindef.gov.sg/navy/desktops/mcv001_1024.jpg

Bild indische Leander Klasse
http://indiannavy.nic.in/picture_galler ... s_Ship.jpg
http://www.bharat-rakshak.com/NAVY/Images/Leander5.jpg - hier: Taragiri
[Bild: http://www.bharat-rakshak.com/NAVY/Images/Leander5.jpg]
und Brahmaputra:
[Bild: http://www.bharat-rakshak.com/NAVY/Image...putra2.jpg]

weitere Pix
http://www.bharat-rakshak.com/NAVY/Surface.html
http://www.bharat-rakshak.com/NAVY/Submarine.html
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#11
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F3,00.html
Zitat:Überfälle auf Weltmeeren
Piraten gehen immer brutaler vor

Die Piraterie auf den Weltmeeren wird immer brutaler.
....
Brennpunkt sind nach wie vor die Gewässer Indonesiens mit der Straße von Malakka, von wo alleine 70 Überfälle bekannt wurden. Durch die rund 800 Kilometer lange Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia wird jedes Jahr auf rund 50. 000 Frachtern rund ein Viertel des Welthandels verschifft, darunter wichtige Öllieferungen für Japan, China und Südkorea. Auf Platz zwei folgt hinter Indonesien Nigeria mit 13 Angriffen.

Stand: 26.07.2004 14:01 Uhr
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#12
das passt mal wieder nur auf SO-Asien und nicht - wie das vorherige Posting - auf alle Weltmeere, auch wenn SO-Asien ein Brennpunkt ist:
http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm
Zitat:SÜDOSTASIEN

Nicht unerwartet gibt es nun doch multinationale Kooperation südostasiatischer Staaten bei der Überwachung der Straße von Malakka.

Noch Anfang Juli hatte Malaysias Regierung von Singapur und Indonesien sowie auch der eigenen Marineführung geforderte, gemeinsame Patrouillen zur Bekämpfung von Piraterie und Terrorismus rigoros abgelehnt. Der stellvertretende Ministerpräsident Najib Razak bezeichnete ein solches Vorhaben lautstark als “mit den Grundprinzipien nationaler Souveränität nicht vereinbar".

Nur wenig später war dieser international auf "völliges Unverständnis" gestoßene Standpunkt offenbar politisch überholt. Am 20. Juli haben die Marinen Malaysias, Singapurs und Indonesiens im Rahmen der Operation Malsindo mit zunächst koordinierten Patrouillen in der Straße von Malakka begonnen, die - so der nun erklärte Wille der Politiker - schon bald in echte gemeinsame Patrouillen münden sollen. Dann werden die beteiligten Einheiten Piraten auch in die Territorialgewässer der Partner verfolgen dürfen. Malsindo ist auch kein nur temporäres, auf wenige Wochen befristetes Vorhaben, sondern soll für die beteiligten Marinen als "year-round" Operation regionale Routine werden. Jährlich etwa 50.000 die Straße von Malakka passierende Schiffe sollen so zuverlässig vor Überfällen durch Piraten geschützt und bei Bedarf auch von Kriegsschiffen begleitet werden. Inzwischen will sich auch Thailand mit seiner Marine an der Operation beteiligen, und auch Indien zeigt erstes Interesse, ebenfalls bei Malsindo "einzusteigen".
ganzer Text - da nur kurzzeitig im Internet
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#13
Lol Helios - ich habe nur Dummerweise unter Allgemeines gesucht - nicht unter Seestreitkräfte, wo ich fündig geworden wäre hrhr

Was gibt es denn für aktuelle Berichte von den Piratenangriffen in Brasilien?
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#14
Ein Bericht der International Maritime Bureau(IMB) London über "Piracy and Armend Robbery aginst Ships" die in ein Zeitraum vom 01.01.2004-30.09.2004 gemacht wurde, zeigt sich das die Bedrohung der Handeslschiffahrt in der Region um Südostasien immer noch sehr hoch ist.

Das eine Angaben aus dem Bricht:
In diesen acht Regionen fanden Zweidrittel aller Überfälle statt
(162 von insgesamt 251 gemeldeten Überfällen in der Zeit von 01.01-30.09.2004)
Nigeria 18Fälle, Bangladesch 15Fälle, Indien 10Fälle, Südchinesisches Meer 8Fälle, Singapur-Straße 8Fälle, Malaysien 8Fälle, Straße von Malakka 25Fälle, Indonesien 70Fälle

Qualle:Soldat+Technik 12/04
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#15
Inzwischen ist in der Straße von Malakka die Piratengefahr (vorübergehend ?) gebannt - kein Wunder bei der Anzahl von Marineeinheiten, die da mit Schiffen, Helis und was weis ich noch alles rumkarijolen
http://www.forum-sicherheitspolitik.org/show ... 1105305524

das dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis die Marinetruppen wieder abziehen - und dann?;
was doch so eine präsente Flotte auch auf diesem Sektor ausrichten kann....;
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