Kulturen im Konflikt
(22.02.2026, 10:37)Kongo Erich schrieb: ein weiterer Artikel zu unterschiedlichen Ansätzen der Gesellschaftskultur in der EU und den USA:
US-Meinungsfreiheit contra Europas Recht auf eigene Regeln
In erster Linie hat die US-Regierung das Thema auf die Agenda gesetzt, um weiter auf den Diskurs in Europa einwirken zu können.

Der rechte Flügel der Demokraten und (vor allem) die Republikaner verfolgen seit den frühen Zweitausendern eine konsequente Strategie der Kleinhaltung Europas und Einhegung der EU. Nicht Russland, sondern konservative US-Stiftungen und Großspender gehörten zu den aktivsten Geldgebern der "Leaver" und der Nein-Kampagnen in Irland und Frankreich.

Dass wirtschaftliche Motive für die scharfe Kritik ausschlaggebend sind, wage ich zu bezweifeln. Microsoft und Apple kooperieren seit langer Zeit mit der totalen Internetzensur in China, und auch der selbsternannte Rächer der entrechteten Europäer, Elon Musk, findet nichts dabei, Peking zu gehorchen und sicherzustellen, dass niemand in China oder in Chinas Gewässern Starlink benutzt. Dadurch wird schon mal die Behauptung ad absurdum geführt, dass US-Nutzer unter Einschränkungen durch europäisches Recht leiden würden, denn offenbar ist es problemlos möglich, Einschränkungen einzuführen, die nur in bestimmten Regionen greifen.

Von einem Kulturkampf würde ich hier jedoch nicht sprechen. Die meisten Amerikaner rechts des liberalen Spektrums glauben sowieso, dass wir hier in einem sozialistischen Höllenloch leben, und ihnen ist egal, was hier passiert.
(22.02.2026, 11:02)lime schrieb: Blöd wenn dann von den 450 Millionen mehr als die Hälfte den US VPN nutzen würden oder wovor genau hat man Angst?
Von den Nutzerzahlen mal abgesehen, darf man anhand dieser Erkenntnisse bezweifeln, dass sich viele europäische VPN-Nutzer bewusst für amerikanische Server entscheiden:
Zitat:(Link) Weltweit wuchs die VPN-Verbreitung von 6,95 % (2020) auf 12,35 % (2024), mit globalen Downloads von 464 Millionen im Jahr 2024. Das erste Halbjahr 2025 verzeichnete bereits 282 Millionen Downloads. Fast so viel wie im gesamten Jahr 2020. Deutschlands 21,36 % liegen deutlich über diesem globalen Durchschnitt und zeigen das starke Datenschutzbewusstsein deutscher Internetnutzer.

Die Forschung enthüllt interessante regionale Muster der VPN-Nutzung. Fünf der globalen Top-10-Länder liegen auf der arabischen Halbinsel, angeführt von den Vereinigten Arabischen Emiraten mit durchschnittlich 65,78 % und 83,52 % im Jahr 2024. Weitere Spitzenreiter sind Katar (55,43 % Durchschnitt), Singapur (38,23 %), Oman (31,04 %) und Saudi-Arabien (28,93 %). Die Beweggründe unterscheiden sich jedoch erheblich nach Region.
Motivationsunterschiede: Zensur vs. Datenschutz

In den Golfstaaten korrelieren hohe VPN-Zahlen mit strenger staatlicher Internetregulierung, Inhaltsfilterung und Beschränkungen von VoIP-Diensten wie WhatsApp und Skype.

Deutschlands hohe Nutzung im demokratischen Kontext spiegelt andere Faktoren wider: Bedenken über Vorratsdatenspeicherung, Bewusstsein für staatliche Überwachungskapazitäten, eine starke Datenschutzkultur und der Wunsch, persönliche Datensammlung durch Provider und Online-Dienste zu kontrollieren. Der Zugriff auf geo-blockierte Dienste ist ein weiterer Grund für deutsche VPN-Nutzer.

Unter europäischen Ländern erscheinen sieben Nationen in den globalen Top 20 der VPN-Verbreitung, wobei Deutschland die größte Volkswirtschaft dieser Gruppe darstellt. Die Niederlande rangieren am höchsten auf Platz 7 global (28,52 % in 2024), gefolgt von Großbritannien auf Platz 8 (24,08 %), dann Deutschland auf Platz 17.

Diese europäische Präsenz in den Top-Rankings kontrastiert stark mit anderen Regionen: Kein Land aus Südamerika oder Afrika schafft es in die Top 20.
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(22.02.2026, 12:15)muck schrieb: Von den Nutzerzahlen mal abgesehen, darf man anhand dieser Erkenntnisse bezweifeln, dass sich viele europäische VPN-Nutzer bewusst für amerikanische Server entscheiden:

Weil es für Normalbürger auch noch nicht nötig ist. Kommen allerdings weitere Einschränkungen könnte man einen staatlichen US-VPN als eine Art Radio Freies Europa oder Westfernsehen betrachten.
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(22.02.2026, 13:11)lime schrieb: Kommen allerdings weitere Einschränkungen könnte man einen staatlichen US-VPN als eine Art Radio Freies Europa oder Westfernsehen betrachten.
Könnte man, sofern man dem Narrativ folgen möchte, wir würden in einem Unrechtsstaat leben.

Für die technischen Vorteile eines VPN ist der Standort außerhalb der EU nicht entscheidend. Die "Einschränkungen", denen man durch die Verwendung von außereuropäischen VPN-Servern entgehen kann, sind allesamt rechtlicher Natur: Jugendschutz, Urheberrecht, strafrechtlich relevante Inhalte, Datenschutz. Man kann sich also per VPN über diese vermeintlichen "Einschränkungen" hinwegsetzen, unterliegt dann aber mit allen Handlungen immer noch dem hiesigen Recht. Das VPN hilft also dabei, Rechtsbruch zu begehen, auch wenn es sich meist nur um geringfügige Delikte handeln mag wie Jugendschutz- und Urheberrechtsbruch oder das Erschleichen von Leistungen.

Etwas anderes ist da nur der Blick auf den Datenschutz, weil es sich dabei um Auflagen handelt, die keine direkte Verbindung zu anderen Rechtsgütern haben und nur dem Nutzer selbst schaden/nutzen. Aber da ist natürlich ein US-VPN das Gegenteil von dem, was die meisten (gesetzestreuen) VPN-Nutzer hierzulande sich wünschen. Niemand verwendet ein VPN, um dadurch weniger Datenschutz zu erreichen, das ist aber bei einem US-Server der Fall.

Insofern ist ein US-VPN-Server nur dann als Vorteil gegenüber einem europäischen (zwecks Datenschutz) oder dubiosen (zwecks Kriminalität) zu werten, wenn es darum geht, europäische oder nationale Gesetze ungestraft brechen zu können, die in den USA nicht verfolgt werden oder weil man Dienste nutzen möchte, die z.B. aufgrund mangelnder Kontrolle strafrechtlich relevanter Nutzung oder unzureichendem Datenschutz in Europa gesperrt wurden.
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(20.01.2026, 06:54)Schneemann schrieb: ...
Lateinamerika ist in sich zu stark gespalten, ich meine dies einerseits wirtschaftlich-innergesellschaftlich (historisch bedingt, v. a. der Konflikt zwischen Landbesitztum und Landbevölkerung), teils bzgl. Rassengegensätzen betrachtet (Weiße, Indios, Mestizen, Schwarze) und vor allem andererseits auch politisch. Ein Petro in Kolumbien kann mit Lula, aber nicht mit Bolsonaro oder Milei. Und ein Kast in Chile ist sicher kein Freund von Lula. Hinzu kommen massive andere Probleme, etwa die Kriminalität bis hin zu den Drogenkartellen. ...

Schneemann
aktuell scheint Donald gegenüber Brasilien den "Macho" zurück zu stellen. Das gibt den US-Opponenten um Lula entsprechend Auftrieb - die Lateinamerikaner fühlen sich zunehmend stärker.
Zitat:Das neue Selbstbewusstsein Lateinamerikas: Deutschland braucht Brasilien mehr als umgekehrt

Lange hat die deutsche Politik Lateinamerika vernachlässigt. In Brasilien möchte sich Deutschland jetzt den Zugang zu kritischen Rohstoffen sichern. Doch das südamerikanische Land stellt Bedingungen.
...
Und wie das nunmal so ist:
Wer sich stärker fühlt, zeigt nicht nur der Gang von der anderen Straße seine Muskeln,
wer sich stärker gibt, schart auch mehr reserviert-unentschlossene um sich.
Ich glaube schon, dass Brasilien zunehmend "Zug entwickelt", um den "Geleitzug" der Südamerikaner zur Entwicklung einer regionalen Unabhängigkeit anzuführen.
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Die Blockade der Straße von Hormus hat einen Prozess beschleunigt, der auf eine Neujustierung globaler Handelswege ausgerichtet ist.

Dass sich diese Blockade mit ihren Auswirkungen als dauerhafter erweisen - und die Handelsströme zwischen den Ländern wie auch die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Regionalmächten und Kulturkreisen anhaltend verändern - wird, macht die ZEIT deutlich:
Zitat:»Das ist ein großer Wahnsinn«
Was passiert, wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet wird? Es wird keine Rückkehr zur alten Normalität geben, sagt der Geostratege Parag Khanna (Singapur).


... Nach der Seeblockade von Hormus wird die Weltwirtschaft eine andere sein. Die Karten des Welthandels müssen neu gezeichnet werden, weil zusätzliche Wege und Umwege geschaffen werden – und neue Mächte steigen auf.

DIE ZEIT: Herr Khanna, an der Bürowand hinter Ihnen hängt eine Karte, die Sie vor zehn Jahren gezeichnet haben: der Nahe Osten im Welthandelsgeflecht, voller Schifffahrtsrouten, Pipelines, ....
Wir haben mit der entsprechenden Diskussion bereits - regional begrenzt - begonnen.
Sowohl der Iran wie auch die arabischen Länder, die an den Golf angrenzen - letztere über Saudi-Arabien - verstärken die Landkorridore zu (potentiellen) Handelspartnern oder sogar (inoffiziellen) Verbündeten. Diese Beiträge sind aber nur erste Ansätze für eine umfassendere Analyse, die ihr Augenmerk vor allem auf örtliche bzw. regionale Auswirkungen richten dürfte.
Was das "global" macht, kann hier diskutiert werden.
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Mit Religion habe ich ja persönlich nicht viel am Hut, halte die Weltreligionen für prinzipiell austauschbar und betrachte globale Konflikte in erster Linie biologisch und kulturell. Und ich bin ja schon auch ein wenig rumgekommen und konnte verschiedene Kulturen kennenlernen. Ein semitischer Christ unterscheidet sich beispielsweise kulturell kaum von semitischen Moslems und Juden. Es sind im Kern alles tribalistische Araber, egal vor wem sie sich verbeugen und tatsächlich auch genetisch, sozial und kulturell völlig identisch. Speziell in Israel/Palästina sind es slawische Juden, die da nicht reinpassen (wollen). Die haben ihre Kultur und Genpool aus Osteuropa mitgebracht. Das lässt sich auch historisch, sprachlich und genetisch alles belegen. Spanische und Englische Christen leben soziokulturell in verschiedenen Welten. Libanesische und griechische Christen leben ebenfalls verschiedenen, inkopatiblen Welten, obwohl beide sogar der Ostkirche enstammen. Daher wiederhole ich gern: Religion ist völlig austauschbar. .

Die Betrachtung biologischer, genetischer und sprachlicher Apekte hinter verschiedenen Kulturen, sozialen Regeln und dadurch getriebener Konflikte ist geschichtlich bedingt aus der Mode geraten, war aber in der Sache nie falsch, sondern vor allem unerwünscht bzw. nicht opportun. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil Möchtegern-Arier sich mit entsprechender Motivation unter den Slawen Osteuropas verwirklicht haben und das Spiel nach kurzem auflodern auch recht schnell nach hinten losgegangen ist. Seitdem sind wir plötzlich alle gleich., außer die Muslime und Ost-Asiaten Big Grin

Aus meiner Sicht sind, auf mittlere Sichtweite, die Kriege unter und mit Semiten (Nahost) und Slawen (Ukraine/Ostblock), zu denen ich mich jeweils bewusst abgrenze und auch nicht über Vehikel wie bspw. Religion verbinden lasse, positives Beiwerk globaler Entwicklungen. Das sind genau die Genpools, die ich persönlich für eher problematisch halte und es schwingt durchaus mit langfristiger Perspektive eine gewisse Hoffnung mit, dass andere Genpools und Soziokulturelle Gruppen Asiens dadurch global betrachtet deutlich bevorteilt werden: Hindus, Christen, Moslems, Buddhisten, ,,,relativ egal.
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(24.05.2026, 12:42)KheibarShekan schrieb: Semiten (Nahost) und Slawen (Ukraine/Ostblock) ... sind genau die Genpools, die ich persönlich für eher problematisch halte
Du selbst schreibst davon, dass die Religionen austauschbar sind, während sich die Kulturen innerhalb einer Region kaum unterscheiden. Was bringt dich dann zu der Annahme, dass nicht diese Kulturen, sondern die Gene hier für die Konfliktpotentiale sorgen?
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KheibarShekan:

Solltest du diese deine Ausführungen ernst meinen und nicht als Agent Provocateur agieren, so ist das eine Sichtweise, mit der du sehr wenig Zuspruch finden wirst.

Dessen ungeachtet ist meiner Meinung nach einer der wesentlichsten Fehler in deinen Ausführungen, dass du Religion als von der Kultur getrennt betrachtest, wo doch Religion ein maßgeblicher Faktor bzw. Anteil der Kultur ist. Entsprechend ist es keineswegs egal welcher Religion eine bestimmte Gruppe anhängt und da ich auch schon ein klein wenig herum gekommen bin, hat sich das immer wieder mehr als eindeutig gezeigt, wie weitgehend und wie massiv die Religion auf die jeweilige Kultur Einfluss nimmt.

Dass dann selbst innerhalb der "gleichen" Religion nochmal deutliche kulturelle Unterschiede sind, kommt da noch darüber hinaus dazu.

Deine Ausführungen bezüglich Genen halte ich in diesem Kontext für extrem fragwürdig. Ich vertrete zwar selbst die These, dass es genetische Einflüsse auf die Kultur und andere Bereiche gibt, aber dass sind keine maßgeblichen Einflüsse.

Konflikte haben daher eine biologische Grundlage nur insofern, als Menschen weltweit überall biologisch sehr gleich auf Konflikte reagieren. Die Unterschiede sind praktisch so gering, dass sie im Gesamtkontext vernachlässigbar sind. Eine Betrachtung von Konflikten daher anhand Kultur und Biologie vornehmen zu wollen, unter Exkludierung der Religion ist schlicht und einfach an der Realität vorbei.

In diesem Kontext und im allgemeinen dem geneigten Leser eine Buchempfehlung:

Krieg und Frieden aus Sicht der Verhaltensforschung - von Irenäus Eibl-Eibesfeldt
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(24.05.2026, 15:29)Quintus Fabius schrieb: Solltest du diese deine Ausführungen ernst meinen und nicht als Agent Provocateur agieren, so ist das eine Sichtweise, mit der du sehr wenig Zuspruch finden wirst.

Ich glaube nicht, dass ich mir schon mal die Mühe gemacht habe, drei Zeilen darin zu investieren, populäre Meinungen zu vertreten. Mit Provokateur, Bösewicht oder Troll kann ich leben. Ich glaube persönlich weder an menschliche Schwarmintelligenz, noch gibt es mir irgendein positives Gefühl eine applaudierende Mehrheit hinter mir zu wissen. Zuspruch ist völlig uninteressant.

Zitat:Dessen ungeachtet ist meiner Meinung nach einer der wesentlichsten Fehler in deinen Ausführungen, dass du Religion als von der Kultur getrennt betrachtest, wo doch Religion ein maßgeblicher Faktor bzw. Anteil der Kultur ist. Entsprechend ist es keineswegs egal welcher Religion eine bestimmte Gruppe anhängt und da ich auch schon ein klein wenig herum gekommen bin, hat sich das immer wieder mehr als eindeutig gezeigt, wie weitgehend und wie massiv die Religion auf die jeweilige Kultur Einfluss nimmt.

Das sehe ich ganz klar anders. Es gibt nur wenige nennenswerte Religionen, aber sehr viel mehr ganz unterschiedliche Lebensweisen und Kulturen. Daher muss es andere Faktioren geben, die maßgeblich sind. Dafür brauche ich auch keine Literatur irgendeines populären Schlaumeiers heranziehen, sondern für diese eher logische Feststellung genügt mir die Evidenz meiner eigener Lebenserfahrung.

Zitat:Dass dann selbst innerhalb der "gleichen" Religion nochmal deutliche kulturelle Unterschiede sind, kommt da noch darüber hinaus dazu.

Ganz bestimmt sogar. Und zwar in so erheblicher Weise, dass Menschen unterschiedlicher Religion, die dem gleichen -sagen wir einfach mal neutral- räumlichen Umfeld entstammten sich viel näher sind, als Menschen mit der selben Religion aus ganz anderem Umfeld. Ergo ist Religion ein nachrangiger Faktor für kulturelle Prägung.

Zitat:Deine Ausführungen bezüglich Genen halte ich in diesem Kontext für extrem fragwürdig. Ich vertrete zwar selbst die These, dass es genetische Einflüsse auf die Kultur und andere Bereiche gibt, aber dass sind keine maßgeblichen Einflüsse.

Die Gene alleine haben natürlich wenig Einfluss auf die "Kultur" eines Landes (was man auch immer darunter jeweils verstehen mag), aber sie hat Einfluss auf die biologische Durchsetzungsfähigkeit der verfügbaren, menschlichen Biomasse. Sie hat Einfluss auf Resilizienz, Intelligenz und Schönheit. Hier sehe ich Unterschiede, mit Sympathien für die eine oder andere Gruppe. Ich selbst bin ja auch nur ein biologischer Bastard, eine wertlose, unintelligente, unschöne, kranke Kreuzung, daher geht es mir auch nicht um meine Gene, die ich hier an den Mann oder die Frau bringen will. Gleichwohl hätte jede der populären Religionen hinreichend viele Gründe, mich zu verbrennen, aufzuhänngen, oder sonstwie zu bestrafen, für all meine Untaten in diesem Diesseits. Ergo rede ich hier wirklich Freischnautze.

Weitestgehend Deckungsgleich sind Gene innerhalb gewisser Stämme, Sprachfamilien durch jahrhunderte, jahrtausende des Zusamennlebens. Hier liegen entscheidende Faktoren für Kultur, während Religion/Ethik/Herrschaftsform/Mitsprache in vergleichweise kurzen Zyklen seit jeher einem stündigen Wandel unterzogen ist. Daher kann das nicht maßgeblich sein.

Zitat:Konflikte haben daher eine biologische Grundlage nur insofern, als Menschen weltweit überall biologisch sehr gleich auf Konflikte reagieren. Die Unterschiede sind praktisch so gering, dass sie im Gesamtkontext vernachlässigbar sind. Eine Betrachtung von Konflikten daher anhand Kultur und Biologie vornehmen zu wollen, unter Exkludierung der Religion ist schlicht und einfach an der Realität vorbei.

Die Erde ist ein biologisches Experiment für Aminosäureverbindungen unterschiedlicher Kompexität und Ausprägung. Menschen sind nur etwas komplexere Tiere oder Bakterien. Sie kämpfen um Lebensraum, Nahrung im Ökosystem und Verbreitung ihrer DNA. Darauf basieren am Ende alle Konflikte. Alles darüber hinaus sind Faktoren, die nicht für das *langfristige* Überleben, das Handeln und den Erfolg einer Gruppe verantwortlich sind. Gleichwohl ist auch das ethisch korrekte Handeln gem. jeweilige kultureller Vorstellung (leider) nicht so ausschlaggebend dafür, wie kooperativ, resilient oder erfolgreich eine Gruppe langristig ist. Das hat viel mehr mit Anpassungsfähigkeit an den Lebensraum und die Umstände zu tun.
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