(Luft) Schwerer Transporthubschrauber (STH) // CH-53-Nachfolger
Hinsichtlich des Zeitrahmens, Oberst Christian Mayer, Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64:

Zitat:Wann kommen die ersten Maschinen?
Das wird 2025, vielleicht 2026 passieren. Wir bereiten uns jetzt darauf vor. Wir müssen die Infrastruktur anpassen. Der Hubschrauber ist größer. Wir brauchen mehr Platz, vor allem größere Abstellflächen. An unseren Standorten in Holzdorf und Laupheim sind wir aber in der Lage, die neuen Hubschrauber zügig aufzunehmen.

https://www.sueddeutsche.de/politik/bund...-1.5597564
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Die Umschulung der Soldaten wäre meiner Kenntnis nach (welche aber natürlich begrenzt ist) innerhalb weniger Wochen möglich. Einen Standort entsprechend umzustellen dauert auch keine Jahre. Folglich ist die Frage der Geschwindigkeit der Umstellung primär von den Lieferzeiten des Herstellers her begrenzt und sind diese wiederum entsprechend ein Produkt des mit ihm geschlossenen Vertrages und seiner Möglichkeiten.

Ich finde es frappierend, dass selbst der Zulauf des CH-47 jetzt so lange dauern soll.
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(07.06.2022, 21:48)Quintus Fabius schrieb: Die Umschulung der Soldaten wäre meiner Kenntnis nach (welche aber natürlich begrenzt ist) innerhalb weniger Wochen möglich. Einen Standort entsprechend umzustellen dauert auch keine Jahre. Folglich ist die Frage der Geschwindigkeit der Umstellung primär von den Lieferzeiten des Herstellers her begrenzt und sind diese wiederum entsprechend ein Produkt des mit ihm geschlossenen Vertrages und seiner Möglichkeiten.

Ich finde es frappierend, dass selbst der Zulauf des CH-47 jetzt so lange dauern soll.

Ich glaube nicht das Boing die Dinger auf dem stehen hat. Die brauchen den Platz für zivile Maschinen die sie nicht ausliefern dürfen Smile
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(07.06.2022, 21:48)Quintus Fabius schrieb: Die Umschulung der Soldaten wäre meiner Kenntnis nach (welche aber natürlich begrenzt ist) innerhalb weniger Wochen möglich. Einen Standort entsprechend umzustellen dauert auch keine Jahre.

Die üblichen Umschulungszeiten für Piloten liegen bei der US Army über alle Typen bei drei bis sechs Monaten für qualifizierte Hubschrauberbesatzungen, aufgrund der Besonderheiten des Chinook würde ich eher von letzterem ausgehen. Da zuerst die Ausbilder an den neuen Maschinen ausgebildet werden und die Inhalte deutlich umfangreicher sind, kann man diese Zeit ohne Probleme verdoppeln. Selbst bei einem zeitnahen Beginn (sofern das planerisch überhaupt möglich ist) könnten die ersten Ausbilder in gut einem Jahr, die ersten "normalen" Piloten in etwa anderthalb Jahren einsatzbereit sein.
Voraussetzung dafür ist aber, dass die notwendige Schulungsinfrastruktur ebenfalls in der Zeit aufgebaut werden kann. Dazu zählt insbesondere der Simulatorbereich, das sind hochkomplexe Systeme, die ebenfalls nicht in wenigen Wochen auf dem Hof stehen. Analog gilt das gleiche für den Bereich Betrieb, auch wenn dort die Zeiten insgesamt kürzer sein dürften.

Zitat:Ich finde es frappierend, dass selbst der Zulauf des CH-47 jetzt so lange dauern soll.

Selbst wenn die Maschinen also fertig produziert auf dem Hof stehen würden, vor 2024 wäre ein Einsatz bei der Bundeswehr in meinen Augen schon aus den zuvor genannten Aspekten unrealistisch. Und fertig produziert ist da eben gar nichts, der CH-47F Block II ist in der aktuellen Version jetzt erst in die Produktion gegangen, die aufgrund der verlinkten Querelen zwischen US Army und dem Kongress quasi eine Vorproduktion ist (wenn auch weniger komplex als bei neuen Mustern). Und wir wollen eben nicht den Standard-Chinook, sondern wie erwähnt eine noch fertig zu entwickelnde und zu zertifizierende Sonderversion mit Luftbetankungsfähigkeit, so dass die US Army nicht einmal Maschinen aus der laufenden Produktion heraus abgeben könnte, um eine schnellere Lieferung zu ermöglichen (was aufgrund der Gesamtsituation vermutlich sogar in deren Sinne wäre).

Die Gesamtbeschaffungszeit hängt wiederum mit den Produktionskapazitäten auf der einen Seite (Boeing hat die Chinook-Linie aus wirtschaftlichen Gründen drastisch reduzieren müssen, von bis zu sechs Maschinen pro Monat vor zehn Jahren auf aktuell etwa zwei Maschinen pro Monat) und den Umstellungsfähigkeiten auf der anderen Seite ab. Man braucht hinsichtlich Ausbildung und Betrieb eine personelle und infrastrukturelle Nachhaltigkeit, aus dem Grund dehnt man die Auslieferung maximalst möglich aus. Hier beißen sich dann die theoretischen Möglichkeiten mit der Realität.

(07.06.2022, 22:04)ede144 schrieb: Ich glaube nicht das Boing die Dinger auf dem stehen hat. Die brauchen den Platz für zivile Maschinen die sie nicht ausliefern dürfen Smile

Auch wenn das nur ein Scherz war, da wo der Chinook produziert wird (Philadelphia) kann man gar keine Dreamliner abstellen, weil das Werk nicht einmal an einem Flugplatz liegt (was bei Hubschraubern ja auch nicht notwendig ist). Wink
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https://esut.de/2022/06/meldungen/34958/...nden-jahr/

Der Abschluss eines Vertrages zur Lieferung des CH-47F Chinook als neuer Schwerer Transporthubschrauber (STH) der Bundeswehr könnte sich aus technischen Gründen bis ins kommende Jahr ziehen.
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https://esut.de/2022/07/fachbeitraege/35...ehig-sein/

Das Verteidigungsministerium hat den Bundestag Anfang Juni über die Beschaffung des Transporthubschraubers CH-47F Chinook von Boeing als neuen Schweren Transporthubschrauber (STH) der Bundeswehr informiert.

Alle deutschen Chinooks sollen von Beginn an luftbetankungsfähig sein
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Zitat:Mittlerweile sei der Letter of Request for a Letter of Offer and Acceptance (LOA) an die US-Behörden übermittelt worden, sagte Ministerialrat Harald Sucher aus dem BMVg gestern auf dem 32. Internationalen Hubschrauberforum in Bückeburg. Damit haben seinen Worten zufolge die eigentlichen Vertragsverhandlungen im Rahmen des Foreign Military Sales (FMS) für die Beschaffung der Helikopter begonnen. Dem Vernehmen nach wurde die Anfrage bereits Mitte Juni in die USA geschickt. (...) Wie er weiter ausführte, ist es weiter das Ziel seines Hauses, die ersten Luftfahrzeuge 2025 oder 2026 zu erhalten.

Quelle: https://soldat-und-technik.de/2022/07/mo...schaffung/

Wie hier bereits dargelegt war das von Anfang an der vorhersehbare Zeitplan (beim CH-53K wäre er nicht anders gewesen), und mit einer angenommenen Auslieferungsrate von einer Maschine pro Monat passt dann auch die Beschaffung bis 2029/2030.

Was leider über FMS schwierig ist wird die individuelle Verhandlung sein, und das obwohl Boeing aufgrund der zögerlichen Abnahme von Maschinen durch die US Army hier in einer schlechten Verhandlungsposition ist. Auf dem freien Markt könnte man das ausnutzen, unter FMS spielt es eher keine Rolle.
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