Deutschland
Auch wenn ich der Wagenknecht-Initiative bislang wenig zutraue, so ist es in der Politik fast immer so, dass es ein Schwanken zwischen den politischen Lagern gibt. Vor nicht ganz 20 Jahren, als Schröder Kanzler geworden war, in Frankreich der Sozialist Lionel Jospin und Tony Blair in Großbritannien regierte, sinnierte der SPIEGEL (und übrigens auch der FOCUS), dass es alsbald ein Europa geben würde, in welchem linke bzw. linksliberale Regierungen den Ton angeben werden. Und in den USA regierte noch Clinton, dessen liberaler Kurs vielen Europäern, besonders auch den Deutschen, sehr sympathisch war. Niemand hätte die Verwerfungen eines Trump damals für möglich gehalten...

Nun, rund 20 Jahre später, sehen wir uns mit einem heftigen Erstarken von rechten bzw. rechtspopulistischen Parteien gegenüber und es wird über den Niedergang der klassischen Sozialdemokratie geredet. Und ich vermute einmal, dass diese aktuelle Krise des Liberalismus in einigen Jahren auch wieder überwunden sein wird. Ob davon Initiativen wie die genannte profitieren werden, bleibt abzuwarten, weil deren Konzepte zwar auf eine Front der linken bzw. Mitte-Links-Parteien setzen, aber im Kern noch nicht mit Antworten zur sozialen Schieflage, zur Bankenkrise, zur Euro-Krise etc. bis zum Wähler vorgedrungen sind. Die Chancen, dass dies irgendwann geschieht, sind gegeben, aber nicht deswegen, weil die Programmatik bislang überzeugt, sondern weil die Programmatik der Rechten noch einseitiger und noch weniger Antworten bietend ist.

Schneemann.
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(09.09.2018, 13:18)Schneemann schrieb: Auch wenn ich der Wagenknecht-Initiative bislang wenig zutraue, so ist es in der Politik fast immer so, dass es ein Schwanken zwischen den politischen Lagern gibt. Vor nicht ganz 20 Jahren, als Schröder Kanzler geworden war, in Frankreich der Sozialist Lionel Jospin und Tony Blair in Großbritannien regierte, sinnierte der SPIEGEL (und übrigens auch der FOCUS), dass es alsbald ein Europa geben würde, in welchem linke bzw. linksliberale Regierungen den Ton angeben werden. Und in den USA regierte noch Clinton, dessen liberaler Kurs vielen Europäern, besonders auch den Deutschen, sehr sympathisch war. Niemand hätte die Verwerfungen eines Trump damals für möglich gehalten...

Nun, rund 20 Jahre später, sehen wir uns mit einem heftigen Erstarken von rechten bzw. rechtspopulistischen Parteien gegenüber und es wird über den Niedergang der klassischen Sozialdemokratie geredet. Und ich vermute einmal, dass diese aktuelle Krise des Liberalismus in einigen Jahren auch wieder überwunden sein wird. Ob davon Initiativen wie die genannte profitieren werden, bleibt abzuwarten, weil deren Konzepte zwar auf eine Front der linken bzw. Mitte-Links-Parteien setzen, aber im Kern noch nicht mit Antworten zur sozialen Schieflage, zur Bankenkrise, zur Euro-Krise etc. bis zum Wähler vorgedrungen sind. Die Chancen, dass dies irgendwann geschieht, sind gegeben, aber nicht deswegen, weil die Programmatik bislang überzeugt, sondern weil die Programmatik der Rechten noch einseitiger und noch weniger Antworten bietend ist.

Schneemann.

Ich sehe nicht wie die Asyl/Migrations-Krise in der EU so schnell überwunden werden soll. Im Gegenteil könnte man vermuten, dass die Problematik noch größer werden könnte in den nächsten Jahren. Dies wird wohl die Rechtspopulisten weiter stärken und solange sie sich in Regierungen meist nicht beweisen müssen wird der Trend wahrscheinlich anhalten. Vielleicht sogar darüber hinaus. In den nächsten Jahren wird sich wohl entscheiden ob die europäischen Staaten komplett in der EU aufgehen oder ob es zu einer Renaissance des Nationalstaates kommt. Eine starke politische Lagerbildung ist dabei vorprogrammiert.
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