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Ergänzend:
Zitat:Nach Trumps 25 % Zoll auf Europas Autos: Eskaliert das Treffen zwischen EU und USA?
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič trifft am Dienstag mit seinem US-Kollegen Jamieson Greer zusammen. Zu der ohnehin schon angespannten Stimmung zwischen der EU und den USA kam die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, 25 % Zoll auf EU-Autos zu erheben.
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Die EU hält an Zolldeal mit Trump fest (berichtet die FAZ, eine Kopie ist hier)
Zitat:Dass Trumps Zölle rechtswidrig sind, sei dessen Problem, heißt es in Brüssel.
Die Europäische Union hält an ihrem Zolldeal mit den USA fest, obwohl das Internationale Handelsgericht der USA am Donnerstag den von Präsident Donald Trump verhängten pauschalen Importzoll von zehn Prozent für rechtswidrig erklärt hat. „Wir bekennen uns auf beiden Seiten weiterhin uneingeschränkt zur Umsetzung der bestehenden gemeinsamen Erklärung“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag der F.A.Z.
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Der ständige Streit zwischen einer US-Regierung einerseits, die als Hegemonialmacht auftritt und ungezügelte Dominanzbestrebungen deutlich macht, und der europäischen Gemeinschaft andererseits, die zwangsläufig einen Interessenausgleich durch Verhandlungen und danach den altrömischen Rechtsgrundsatz "pacta sunt servanda" präferiert, lässt mich auf die zunehmend erkennbaren kulturellen Unterschiede zwischen dem christlichen Europa und den christlichen USA kommen.
In einem Beitrag von n-tv wird das unterschiedliche Verständnis recht sauber heraus präparirt: Zitat:Trump, der Erlöser?
Der Präsident, der Papst und die sieben Berge
Donald Trump attackiert den Papst wie kaum ein anderer Machthaber zuvor. Doch dahinter steckt kein Konflikt zwischen Politik und Religion - sondern genau das Gegenteil. Im Hintergrund steht ein amerikanisches Christentum, das gefährliche Ziele verfolgt.
Es ist Ostern 2026, im Weißen Haus findet ein festliches Mittagessen statt. Pastorin Paula White-Cain, spirituelle Beraterin des Präsidenten Donald Trump, steht am Mikrofon. Sie wendet sich an Trump, der hinter ihr steht - immer wieder dreht sie sich um: "Mr. President, niemand hat je den Preis bezahlt, den Sie gezahlt haben. Es hätte Sie fast Ihr Leben gekostet. Sie wurden verraten und festgenommen und falsch beschuldigt. Das ist ein vertrautes Muster, das uns unser Herr und Erlöser gezeigt hat."
Trump - auf einer Stufe mit Jesus. ....
... Einer der bekanntesten theologischen Grundpfeiler trägt einen eindrucksvollen Namen: "Seven Mountain Mandate", das Mandat der sieben Berge. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass Christen aufgerufen seien, sieben gesellschaftliche Bereiche unter ihre Kontrolle zu bringen: Familie, Religion, Bildung, Medien, Unterhaltung, Wirtschaft, Regierung. Erst dann könne Gottes Reich auf Erden anbrechen. Eine Umfrage der Denison University vom Januar 2024 ergab, dass 41 Prozent der amerikanischen Christen an dieses Mandat glauben. Es ist also weder eine Splittermeinung noch ein Randphänomen.
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Trump - von Gott auserwähltes Werkzeug
In dieses Denken passt Trump nahtlos hinein und er nimmt diese Rolle dankbar an. Schon 2015, vor seinem ersten Einzug ins Weiße Haus, kursierten in NAR-Kreisen Visionen, die ihn als modernen "Kyros" bezeichneten - jenen persischen König aus dem Alten Testament, den Gott als Werkzeug erwählt haben soll, auch wenn er selbst nicht der frommste war. Dass Trump mehrfach verheiratet war, dass er die Bibel offensichtlich kaum kennt, dass er sich geschäftlich und privat in einer Weise verhält, die jede christliche Frömmigkeit eigentlich rundheraus ablehnen müsste - das alles ist für diese Christen kein Widerspruch. Auserwählte sind keine Heiligen, sondern Werkzeuge. Und Werkzeuge brauchen keine moralische Reinheit, sie müssen nur Wirkung zeigen und auf dem eigenen Weg zum Ziel führen.
Als Trump nach dem Attentat von Pennsylvania im Sommer 2024 erklärte, Gott habe sein Leben verschont, "um Amerika wieder großzumachen", war das genau das, was dieses Denken bestätigte: Der Gesalbte wurde geprüft und hat überlebt, um seine Mission zu erfüllen.
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Religion und Politik sind hier nicht zwei Sphären, sondern eng miteinander verschmolzen.
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Das Christentum, das Trump fördert, ist ein Teil des sogenannten neocharismatischen Christentums. Es glaubt an moderne Apostel und Propheten, an direkte Offenbarung Gottes im Hier und Jetzt. Es glaubt - das ist eine Verbindung zum sogenannten "prosperity gospel" - an irdischen Wohlstand als Zeichen göttlichen Wohlwollens. Wer reich ist, ist gesegnet; wer noch nicht reich ist, hat vielleicht noch nicht genug geglaubt. Vor allem aber glauben viele in dieser Strömung, dass die Trennung von Kirche und Staat ein Irrweg ist. Dass christlicher Glaube eine politische Mission habe und dass die Demokratie kein Wert an sich sei, sondern ein Werkzeug, das für diese Mission genutzt werden kann.
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es gibt auch Pastoren wie den Texaner James Talarico, der sich offen gegen Trump und für eine klare Trennung von Staat und Religion ausspricht. Der Teil amerikanischer Christen, der sich von den Ideen des NAR distanziert, ist nicht gering. Aber die NAR-Strömung sitzt an mächtigen Schlüsselpositionen. Mike Johnson, der Sprecher des Repräsentantenhauses, hat zum Beispiel vor seinem Büro die "Appeal to Heaven"-Fahne aufgehängt, die in NAR-Kreisen als Erkennungszeichen gilt.
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Worum es bei Trump und Leo eigentlich geht
Vor diesem Hintergrund kann man auch den Konflikt zwischen Trump und Papst Leo XIV. einordnen, der nun schon seit Monaten schwelt und immer wieder aufbricht. Es ist ein Streit, den Kirchenhistoriker "beispiellos" nennen und auch vor historischen Vergleichen nicht zurückscheuen. Nicht einmal Hitler und Mussolini, schreibt der Vatikan-Kenner Massimo Faggioli, hätten den Papst je so frontal attackiert, wie der amtierende US-Präsident es derzeit tut. Auslöser waren erst die Migrationspolitik der Trump-Regierung, dann der Krieg gegen den Iran. Leo XIV., selbst gebürtiger Amerikaner, hatte Trumps Drohung, die iranische "Zivilisation auszulöschen", als "inakzeptabel" bezeichnet, hatte zum Friedensgebet nach Rom geladen und mit elftausend Menschen im Petersdom "Haltet ein!" gerufen.
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Wenn Trump nun einen solchen Papst angreift, der die Migrationspolitik der USA "unmenschlich" nennt und vor einem Krieg im Namen Gottes warnt, dann ist das kein Streit zwischen einem Politiker und einer Kirche. Es ist ein Streit zwischen zwei grundlegend verschiedenen Verständnissen des Christentums.
Auf der einen Seite steht ein Papst, der christliche Autorität als Ruf des Gewissens versteht - als Instanz, die weltliche Macht begrenzen, nicht legitimieren soll. Auf der anderen Seite steht ein Präsident, den Apostel und Prophetinnen als Auserwählten feiern und der sich genau so inszeniert. Seine Politik ist aus Sicht seiner geistlichen Verbündeten nicht einfach Politik - sie ist geistliche Kriegsführung gegen dämonische Mächte. Und in dieser Logik ist Kritik aus Rom sozusagen eine feindliche Truppenbewegung. Wer den Papst angreift, greift in dieser Erzählung einen Akteur auf der anderen Seite des (geistigen) Schlachtfelds an.
Man könnte einwenden, dass auch der Vatikan ein Staat ist, in dem geistliche und weltliche Macht in einer Person zusammenfallen - der Papst vereint beides. Das stimmt. Aber spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die Trennung von Staat und Religion auch katholische Lehre, der Vatikanstaat seither ein historisches Erbe, kein Modell für die Zukunft. Das NAR dagegen ist genau das: ein Modell, mit dem nationalistische Christen in den USA Zukunft gestalten wollen.
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"Auf den Punkt gebracht" scheint es um die Priorisierung der Grundlagen für politisches Handeln zu gehen - bestimmt die Religion die Politik oder sind Staat und Religion (wie mehrheitlich in Europa praktiziert) zu trennen?
Wir kennen die unterschiedlichen Auffassungen aus der europäisch-deutschen Geschichte. Der Streit zwischen "Papst" und "Kaiser" hat das gesamte Mittelalter geprägt. In Deutschland ist mit Luther der Grundstock für eine Schwächung des Kirchenvorranges geschaffen worden. Über den Augsburger Religionsfrieden (der Fürst bestimmt über die Kirchenzugehörigkeit seiner Untertanen, wer dem nicht folgen will kann auswandern) und die europäische Neuordnung unter Napoleon (plötzlich gehörten große protestantische Regionen zum katholischen Königreich Bayern) kam es dann zur Trennung von Staat und Religion.
Die Religionszugehörigkeit, das persönliche Glaubensbekenntnis, ist absolute Privatsache.
In anderen Teilen der Welt hat eine solche Entwicklung nicht stattgefunden. Das Primat des Islam als Grundlage für politisches Handeln finden wir heute noch in islamischen Ländern, insbesondere etwa dem Iran oder auch der Türkei, extrem ausgeprägt.
Und auch in den USA scheint sich eine Entwicklung anzubahnen, die von der "Glaubensfreiheit" der religiösen Flüchtlinge aus Europa zu einem bestimmend aggressiv-missionarischen Christentum führt, das den Vorrang der USA (MAGA) auch und gerade als Erfüllung eines missionarischen Auftrags zur Vorherrschaft eines selbst interpretierten neocharismatischen Christentums begreift.
Wenn ich das hier poste, dann einmal, weil es trotz vieler Gemeinsamkeiten einen grundlegend fundamentalen kulturellen Konflikt zwischen der EU und der derzeit dominierenden politischen Linie in den USA aufzeigt.
Und anhand dieses Beispiels können auch Unterschiede zu anderen Kulturen weltweit erarbeitet werden - aber das ist dann ein anderer Thread.
Die Folgen:
=> ja, wir müssen uns über unsere eigenen kulturellen Werte bewusst werden - und bereit und in der Lage sein, diese auch gegen Angriffe zu verteidigen.
Man soll sich ja nicht selbst zitieren - wenn ich aber an einen Beitrag in einem anderen Thread anknüpfen will, dann könnte es sinnvoll sein, über einen entsprechenden Verweis die angesprochene Vordiskussion zugänglich zu machen. Daher also:
(09.05.2026, 23:43)Kongo Erich schrieb: ...
Noch heute (!) gibt es die nicht nur statistisch erfassbare. sondern erlebbare Differenzierung zwischen Ost- und West; die einigende Klammer, sozusagen die "Schule der Nation" fehlt.
Und da meine ich jetzt nicht abschließend die "Schule der Nationalstaaten" (ich halte wenig von Nationalismus in einer global ausgerichteten Welt), sondern die "Schule einer europäischen Nation", die auf gemeinsame Werte wie etwa Demokratie, Freiheit, Liberalismus, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz gründet - welche auch verteidigt werden müssen.
Und ich frage mich, ob nicht spätestens angesichts der "Zeitenwende" eine solche einigende Klammer wieder gebraucht würde - vermutlich sogar auf europäischer und nicht nur auf nationaler Ebene. => ja: wir brauchen europaweit einen verpflichtende Wehr- oder Zivildienst, als "Schule der europäischen Nation", deren gemeinsame Werte dann auch höher gestellt sind als nationale Befindlichkeiten.
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Dein Beitrag (und auch der ntv-Artikel) sind wieder mal ein Beispiel dafür, wie wenig man in Europa die USA versteht bzw. verstehen kann.
Das, was uns in Europa völlig abgeht, ist a) der puritanisch geprägte Glaube an die Auserwähltheit, d. h. der durchaus stark Glaube, dass man eben eine von Gott auserwählte, einzigartige Gemeinschaft der freien Menschen sei, während b) das Land in den Augen der Erneuerer und Liberalen der Hort von individueller Freiheit, aufklärerischen Ideen, Demokratie und der universellen Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz ist.
Beiden Strömungen besitzen sehr starke missionarische Charakterzüge, und sie beide ringen um die Deutungshoheit. Und es ist vielleicht diese Zerrissenheit, die das Land aus unserer Sicht so faszinierend macht. Wir sollten uns aber im Klaren darüber sein, dass wir die USA nicht nur alleine mit einer Vision "haben können", sondern dass wir sie erst dann schätzen und mögen können werden, wenn wir bereit sind, beide Visionen als gegeben anzunehmen, ja zu akzeptieren.
(Anm.: Ob Trump und "seine" MAGA-Bewegung wirklich a) zugerechnet werden können, das kann man sicher und berechtigt hinterfragen, da er selbst und auch manche seiner Anhänger wenig moralisch oder christlich argumentieren, allenfalls tun sie dies auf vorgeschobene Art und Weise. Hier ist also b) deutlich ehrlicher, wenngleich es überall - auch in Europa - gewisse Doppelmoralismen gibt.)
Auf die EU bezogen sollten wir nicht den Fehler machen, dass wir Trumps Erfolge und die MAGA-Bewegung als reines Strohfeuer ansehen. Der Erfolg dieser Bewegung, auch wenn sie sich nach meinem Empfinden nach und nach wieder abschwächen wird und die Trump-Jahre in den USA selbst in Zukunft sich keiner großen Beliebtheit erfreuen werden, begründet sich auch in einem gewissen Paradigmenwechsel, welcher in Richtung Isolationismus - und das gab es in den USA immer schon, zuletzt vor rund 100 Jahren - und strategischer Neuausrichtung weist, letztgenannter Aspekt zielt auf das Erstarken Chinas ab (was die Europäer aber über grob drei Jahrzehnte hinweg immer wieder gesagt bekommen und was sie geflissentlich ignoriert haben), und welcher durchaus länger anhaltend sein wird.
D. h. die Europäer dürfen diesen Paradigmenwechsel nicht nur verteufeln oder ihn bejammern oder sich ständig an Trumps Kommentaren abarbeiten, sondern sie müssen ihn [den Paradigmenwechsel] verstehen. Und wenn sie dies tun, dann werden sie auch den Schlüssel in der Hand haben, wie man mit Washington umgehen kann und wie man, auch wenn es Differenzen immer mal geben kann, das westliche Bündnis zusammenhalten kann. Genau genommen haben die Europäer also eine größere Verantwortung für die Zukunft des westlichen Zusammenhaltes als die USA, die sich unter Trump aktuell und weltweit recht unbeliebt gemacht haben und die einer wachsenden inneren Zerrissenheit gegenüberstehen.
Angesichts der vorherrschenden Hysterie und der teils auch emotional-moralisierenden Hybris in Europa, und auch mancher nationalistisch-separatistischer und illiberaler Tendenzen, habe ich aber die dumpfe Befürchtung, dass die Europäer dies nicht sehen.
Schneemann
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(28.03.2026, 12:00)Nightwatch schrieb: Auf dem Papier lässt sich für alles Alternativen finden. In der Realität sprechen wir von der öffentlichen Verwaltung: In Deutschen Landen schon Millionen Mitarbeiter in zehntausenden Einrichtungen, die vernetzt und voneinander abhängig hunderte, teils obskure Applikationen bespielen, von denen der Laie noch nie etwas gehört hat.
Dazu kommt eine Öffentliche IT, die sowieso schon nicht die allerbesten Mitarbeiter für sich begeistern kann und zudem unterbesetzt und unterfinanziert ist. In aller Regel ist sie bereits gut damit beschäftigt, die bestehende Architektur kompatibel und am Laufen zu halten sowie rechtliche Änderungen rechtzeitig einzuspeisen. Gleichzeitig wird der Themenkomplex Digitalisierung seit Jahr und Tag verschleppt. Und obendrein wird sie aktuell auch noch durch die Implementierung KI-gestützter Automatisierung überrollt.
In solch einer Situation dann noch vertraute Umgebungen in den Wind zu schießen und auf Nischenprodukte auszuweichen für die es deutlich weniger (vor allem institutionalisiertes) Wissen gibt, ist schierer Wahnsinn und wäre nur mit erheblichen Einschnitten hinsichtlich der Effizienz der öffentlichen Verwaltung möglich. Und um die steht es bekanntlich ohnehin schon nicht besonders gut umd es milde auszudrücken. inzwischen gibt es Neuigkeiten:
Zitat:Europa wendet sich von US-Technologie ab, während der deutsche Geheimdienst Palantir brüskiert
Wenn Regierungen Bedrohungen jagen, sind die digitalen Werkzeuge, die sie verwenden, entscheidend.
Sie bergen die sensibelsten Geheimnisse.
Nun verabschiedet sich eines der größten Länder Europas offiziell von einem amerikanischen Tech-Riesen, um seine Daten im eigenen Land zu behalten.
Eine europäische Wende
Der deutsche Inlandsgeheimdienst, bekannt als BfV, wählte ein französisches Unternehmen für seine Datenanalysebedürfnisse aus und schloss damit den amerikanischen Riesen Palantir von einem strategischen Markt aus, berichten Deutsche Welle, L’Indépendant und OpexNews.
Ein gemeinsamer investigativer Bericht, veröffentlicht von der Süddeutschen Zeitung, dem WDR und dem NDR, enthüllte die konkrete Softwarewahl. Das BfV entschied sich für eine Plattform namens ArgonOS, entwickelt von ChapsVision, einem schnell wachsenden europäischen Sicherheitsunternehmen.
ArgonOS nutzt künstliche Intelligenz, um 300 verschiedene Datenquellen zu durchsuchen. Es verarbeitet diese Informationen in einer sicheren Umgebung und stellt sicher, dass die Geheimdienstdaten auf europäischem Boden verbleiben.
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Die Vergangenheit abschütteln
Diese Abkehr von amerikanischen Anbietern ist kein Zufall. Die anhaltenden Erinnerungen an die Snowden-Leaks haben deutsche Verantwortliche äußerst vorsichtig gegenüber ausländischer Technologie gemacht.
Der Verteidigungssektor teilt dieselben Bedenken. Laut OpexNews schloss das deutsche Militär Palantir kürzlich von seinem eigenen Software-Ausschreibungsverfahren aus.
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(10.05.2026, 12:53)Schneemann schrieb: Dein Beitrag (und auch der ntv-Artikel) sind wieder mal ein Beispiel dafür, wie wenig man in Europa die USA versteht bzw. verstehen kann.
Das, was uns in Europa völlig abgeht, ist
a) der puritanisch geprägte Glaube an die Auserwähltheit, d. h. der durchaus stark Glaube, dass man eben eine von Gott auserwählte, einzigartige Gemeinschaft der freien Menschen sei, während
b) das Land in den Augen der Erneuerer und Liberalen der Hort von individueller Freiheit, aufklärerischen Ideen, Demokratie und der universellen Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz ist.
Beiden Strömungen besitzen sehr starke missionarische Charakterzüge, und sie beide ringen um die Deutungshoheit. ...
Schneemann Ich bin mir ziemlich sicher:
a) möchte ich nicht in Europa haben
- der 30jährige Krieg hat intensiv gezeigt, dass ein "Glaube an die Auserwähltheit durch das eigene Bekenntnis" zu Intoleranz und massivem gesamtgesellschaftlichen Leid führt.
Die Entwicklung über den Augsburger Religionsfrieden (der Herrscher bestimmt die Religionsangehörigkeit seiner Untertanen) war ein (notwendiger) Zwischenschritt, der u.a. mit den Folgen der napoleonischen Neuordnung Deutschlands zu massiven Problemen geführt hat
- das katholische Fürstenhaus in Bayern hatte plötzlich eine große Minderheit protestantischer Bürger (Franken),
- Preußen musste unter umgekehrten Vorzeigen mit der ethnisch-religiösen Minderheit der katholischen Polen und den Katholiken bis zum Rhein umgehen ....
- daraus ist letztendlich die persönliche Glaubensfreiheit geworden, die wir verfassungsrechtlich mit der Religionsfreiheit verankert haben ... es gibt keine Staatskirche (wie in GB), jeder kann >nach seiner "façon" seelig werden< und das finde ich sogar theologisch richtig (für die kath. Kirche vgl. das II. Vatikanum).
Woher kann man sich denn anmaßen, den allein seelig machenden Glauben zu haben? Mit welchem Recht bestreite ich anderen ihre religiöse Freiheit, die diesen anderen doch - theologisch gesehen - eben von Gott selbst gewährt wurde (sonst gäbe es diese ja nicht).
Und - leider - in den USA, das erst einmal alle religiös verfolgten aufgenommen hat, ist die Entwicklung gerade umgekehrt gelaufen. Was ist aus dem „Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren...“(Original: "Give me your tired, your poor, / Your huddled masses yearning to breathe free...") geworden? Eine missionarisch engstirnige Bewegung ...
Als "bibelfester Christ" kann man doch nur Matthäus 7,16 zum eigenen Urteil heranziehen - und da hat der missionarische Eifer von puritanischen Auserwählten noch nie zu einer friedlichen und glücklichen Entwicklung geführt.
da ist mir b) einfach persönlich lieber
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(14.06.2026, 19:13)Nightwatch schrieb: Trump ist in zwei Jahren Geschichte. Es ist töricht rüstungspolitische Entscheidungen mit Auswirkungen über Jahrzehnte davon abhängig zu machen wer gerade im Weißen Haus residiert. Wie die politischen Verhältnisse in 25 Jahren sein werden (oder wenn es darauf ankommt) wissen wir heute eh nicht. Vielleicht haben wir dann eine AfD Regierung aus der Hölle und sind ganz froh, dass und die Amerikaner die Flieger abstellen können.
Ansonsten, wenn es zum völligen Bruch mit den USA kommen sollte (was IMO natürlich äußerst unwahrscheinlich ist) haben wir militärisch so viele Probleme, dass uns ein Jet aus Eigenproduktion auch nicht weiterhilft. Donald Trump mag in zwei Jahren Geschichte sein, aber es ist extrem unwahrscheinlich, dass der nächste republikanische Präsidentschaftskandidat nicht dem MAGA-Lager angehört (oder jedenfalls vor ihm kriecht). Und dieser Kandidat hat in meinen Augen gute Siegesaussichten. Man sollte nicht vergessen, dass die aktuelle Unzufriedenheit mit Trump auch damit zusammenhängt, dass er in den Augen seiner Anhänger nicht weit genug geht, was etwa den Umbau des Staates oder die Außenpolitik anlangt.
Die Demokraten haben einstweilen kaum eine Chance, die Präsidentschaft 2028 zurückzugewinnen, weil sie die Gründe für ihre Wahlniederlage 2024 noch nicht einmal ansatzweise durchdrungen haben. Ein mehrheitsfähiger Bewerber ist nicht in Sicht.
Viel wichtiger jedoch: Trump hat alle Tabus gebrochen, alle ehernen Grundsätze durchstoßen, die in den USA früher galten. Und deswegen sind die USA perspektivisch kein verlässlicher Partner mehr. Änderten frühere Machtwechsel wenig bis gar nichts an der Außenpolitik, kann nun jede Wahl, bei genügendem Druck sogar jede Zwischenwahl zum Kongress, eine Kehrtwende mit Schleudertraumagarantie bewirken.
Gleichzeitig kann fortan jeder Regierungswechsel eine komplette "Säuberung" des Beamtenapparats auslösen; Arbeitsbeziehungen zum Ausland werden abgeschnitten, Staatsdiener mit Erfahrung können en masse durch inkompetente Loyalisten ersetzt werden.
Überhaupt hat Trump bewiesen, dass das Präsidentenamt nicht mehr das verlangt, was die Amerikaner einst "presidential decorum" nannten. Und man kann darüber streiten, ob die Anforderungen früher nicht zu weltfremd waren, dennoch: Dasselbe Land, das 1988 die Präsidentschaftskandidatur von Gary Hart abschoss, weil der eine Affäre hatte; dasselbe Land, das 1998 Bill Clinton wegen einer Lüge über eine Affäre absetzen wollte; toleriert seit 2016 einen mehrfach vorbestraften ungebildeten Schaumschläger und Bankrotteur im höchsten Staatsamt, und reagiert nurmehr mit Achselzucken, wenn dieser Achtjährige im Körper eines Achtzigjährigen nachts in den sozialen Medien stundenlang eine infantile Tirade nach der anderen abfeuert.
Wenn Donald Trump Präsident werden konnte, dann kann es fortan jeder andere auch werden, egal was für ein Drecksack er ist—umso mehr, wenn er den Superreichen eine superreichenfreundliche Politik verspricht, und die ihm die Wahl nachgerade kaufen können.
Last but not least gibt es links der Mitte Ansätze, trump'sche Strategien zu übernehmen. Der Ton in der US-Politik ist sehr rau geworden, auch gegenüber den Staaten, die z.B. die Demokraten noch als Alliierte umwerben; man konnte es bei Gavin Newsom sehen. Es wäre naiv zu glauben, dass eine demokratische Regierung alle Leitplanken, die früher galten, schon wieder aufstellen wird. Und ich glaube, dass die meisten europäischen Politiker, selbst viele deutsche Politiker, nach dem 2016-2020-2024-Hin-und-Her von dieser Illusion geheilt sind.
Es besteht sogar eine gewisse Aussicht, Du hast es angedeutet, dass eine künftige linke US-Präsidentschaft den Europäern ähnlich auf die Fußmatte koten könnte, wie es die derzeitige tut, nämlich dann, wenn der Siegeszug der Rechtspopulisten in Europa sich fortsetzt.
Deswegen denke ich, dass Trump nicht Ursache ist, sondern Symptom. Und uns dieser Paradigmenwechsel noch lange begleiten wird. Natürlich bleiben die USA als Nation ein wichtiger Handelspartner, in deutlich vermindertem Maße als früher auch ein politischer Verbündeter, aber wir müssen uns darauf einstellen, dass das Porzellan, das Trump zerschmissen hat, so schnell nicht mehr zu kitten ist. Was für mich bedeutet: Abnabelung, wo es nur geht.
Dementsprechend könnte es durchaus sinnvoll sein, allenfalls als Zwischenlösung ein paar weitere F-35 zu kaufen (die Luftwaffe schien zuletzt von einem Bedarf von etwa 48 Flugzeugen auszugehen), und alles weitere Geld, das für bemannte Kampfflugzeuge der Zukunft beiseitegelegt wurde, für ein nationales Entwicklungsprogramm auszugeben.
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Das ist mir in der Analyse insgesamt zu überzeichnet und in den Konsequenzen deutlich zu überzogen.
Wer die nächste Wahl gewinnen oder auch nur der republikanische Präsidentschaftskandidat sein wird, ist völlig offen. JD Vance hat sich gerade mit Trumps Iran-Deal verheiratet – das kann ihm einerseits schneller um die Ohren fliegen, als ihm lieb ist, andererseits zementiert es sein politisches Koordinatensystem irgendwo jenseits der Neokonservativen und des Pro-Israel-Flügels der Republikanischen Partei. Sprich: Schon seine parteiinterne Koalition dürfte für einen Sieg zu gering ausfallen. Aber selbst wenn es nach Trump nochmal vier Jahre JD Vance gibt: So what? Das Land ist grundsätzlich zu polarisiert dafür, dass eine politische Strömung dauerhaft die Exekutive besetzt. In diesem Szenario regiert dann halt 2032 wieder ein Demokrat – und ein deutscher 6th-Gen-Eigenbau ist bis dahin immer noch nicht geflogen. Wie sich die politischen Konstellationen auf beiden Seiten des Atlantiks in den Vierziger Jahren gestalten werden, steht völlig in den Sternen. Womöglich gar buchstäblich.
Hinzu kommt, kein US-Präsident regiert im luftleeren Raum. Auch wenn es mitunter nicht so scheinen mag, das dortige System der Checks and Balances und die handfesten Interessen der US-Wirtschaft sorgen mindestens für eine enorme Trägheit, die regelmäßig über vier oder acht Jahre hinausgeht. Die gerne geübte Hysterie, die USA würden über Nacht zu einem isolationistischen Inselstaat am Rande der Welt mutieren verkennt diese Realitäten. Tatsächlich schlägt das Pendel in Washington seit 250 Jahren verlässlich in beide Richtungen und angesichts unserer schnelllebigen Zeite heutzutage eher schneller als früher.
Man sollte sich bei aller Ungewissheit und aller gerechtfertigten oder geheuchelten Empörung über die Orange mal ehrlich machen und nüchtern Bilanz ziehen, was denn der große Zampalo nach sechs Jahren im Weißen Haus Europa und der NATO eigentlich konkret angetan hat. Ich vermerke da viel Lärm, Geschrei und Getöse, aber unterm Strich verdammt wenig Konkretes. Vielleicht ziehen die USA die eine oder andere Brigade ab oder verlegen sie von Deutschland nach Polen. Nichts Genaues weiß man nicht, und das wäre unter jedem anderen US-Präsidenten mittelfristig auch geschehen. Trotz aller Rhetorik liefen auch unter Trump die militärische und dienstliche Zusammenarbeit und die Nutzung strategischer Infrastruktur auf Hochtouren weiter – schlicht, schon weil man Europa für die eigene globale Machtprojektion braucht. Insofern: Vielleicht mal die Kirche im Dorf lassen.
Ja, die USA marschieren sicherlich nicht mehr deckungsgleich mit unserer Linie in die glorreiche Zukunft, auf die sich Europa zubewegt. Das mag man mehr oder weniger kritisch bewerten, und man kann zu diversen innenpolitischen Vorgängen in den USA ein ambivalentes Verhältnis pflegen. Wieder: So what? Am Ende des Tages sind die USA immer noch der einzig mögliche, übergroße strategische Partner. Es wäre bei aller Antipathie töricht, den Graben künstlich weiter zu vergrößern.
Auch wenn wir es in Europa gerne anders sehen und uns empören wenn jeman die große Klavitatur anders bespielt als wir - Geopolitik ist ein Geschäft auf Basis von Interessen, nicht von Sympathien.
Unsere existenziellen Kerninteressen bleiben deckungsgleich, egal wer gerade im Weißen Haus dilettiert.
Vor allem aber folgt aus der Diagnose einer geringeren amerikanischen Verlässlichkeit nicht automatisch die Forderung nach nationalen Alleingängen in der Rüstungspolitik. Militärische Beschaffung muss sich primär an Notwendigkeiten, Fähigkeiten, Kosten und Bündniskompatibilität orientieren und nicht an dem Wunsch, dumpfe nationale Befindlichkeiten auszuleben.
Ich erzähle immer das gleiche, aber es ist halt so: Ein deutsches oder rein europäisches Kampfjetprogramm würde Milliarden und Abermilliarden verschlingen, stünde technologisch in kritischen Sektoren auf mehr als tönernen Füßen, resultiert bestenfalls in Jahrzehnten in einer operativen Fähigkeit und würde als Prestigeprojekt effektiv verhindern, dass tatsächlich klaffende militärische Lücken geschlossen werden.
Selbst wenn man diesen autarken Weg radikal ginge – was wäre gewonnen? Wir hätten dann ein eigenes Kampfflugzeug. Schön. Wären wir dadurch unabhängiger?
Nein. Neben dem schönen neuen Jet würde weiterhin mehr europäische F-35 stehen und wir wären in zig anderen Sektoren weiterhin von den USA militärisch abhängig. Wahrscheinlich im noch größeren Maße als ohne den Prestigevogel, weil das Projekt zuverlässig noch jede irgendwie verfügbare Milliarde aufsaugen und andere Projekte verkümmern lassen wird.
Wer meint das der aktuelle über die Bundeswehr heriengebgrochene Geldsegen von Dauer sein wird ist eh schief gewickelt, aber das ist ein anderes Thema.
Der springende Punkt bleibt: Irgendetwas zwischen 'Trump ist doof' und 'die USA sind politisch volatiler geworden' ändert absolut nichts an fundamentalen Realitäten. Es ist eine rüstungspolitische Milchmädchenrechnung zu glauben, man könne strategische Abhängigkeiten vermindern in dem man mit Prestigeprojekten Zeichen setzt. Entweder wir akzeptieren die NATO mit den USA als integrales Rückgrat - samt dem überschaubren Risiko politischer Schwankungen in Washington – oder wir lassen es, treten aus, schaffen die nationalen Armeen ab und finanzieren einen europäischen Allgeingang, der diesen Namen auch verdient. Dazwischen gibt es keine logische Haltestelle. Politisch ist das ein Hirngespinst und am Ende des Tages berauben wir uns nur eines Partners, von dem wir militärisch, technologisch und geopolitisch deutlich mehr profitieren als umgekehrt.
Wer wegen der Orange jetzt die rüstungspolitische Reißleine zieht und sich in europäische oder gar deutsche Autarkie-Illusionen flüchtet, betreibt keine vorausschauende und abgeklärte Geopolitik, sondern flüchtet in eine außenpolitische Trotzreaktion. Wir sollten die F-35/F-47 nicht aus blinder Liebe zu Washington kaufen oder weil wir das dortige Personal gerade sympathisch finden.
Wir sollten sie kaufen, gerade weil Geopolitik einb kaltes Geschäft auf Basis von Interessen ist und die Maschine uns für wenig Geld realen militärischen Mehrwert garantiert, den wir heute und morgen brauchen, nichtn 2050.
Wer dagegen meint es sei klug, die Hand zu beißen an der wir militärisch hängen braucht sich nicht wundern, wenn man am Ende nicht unabhängig dasteht sondern schlichtweg schutzlos.
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Was hilft die Anbiederei an einen Partner jenseits des Atlantiks, der alles mögliche - aber kaum zuverlässig ist.
Aktuell bestätigt es DT wieder:
Zitat:Die USA entziehen der NATO wichtige militärische Beiträge – ab sofort
Von Thomas Gutschker, Brüssel
15.06.2026, 19:35
Schon länger wird darüber spekuliert, dass die USA militärische Zusagen zurückziehen. Nun ist klar: Sie haben es schon getan – und es werden nicht die letzten sein.
...
und Zitat:Fähigkeiten abgemeldet:
Die USA beschädigen die Glaubwürdigkeit der NATO
Wenn die USA ihre Präsenz in der NATO verringern, dann sind es nicht nur die militärischen Fähigkeiten, die leiden. Es ist vor allem die Glaubwürdigkeit der Allianz.
Man kann jetzt durchaus treffend darüber sinnieren, aus welchen Gründen diese "Abmeldung" erfolgt.
Ist das die gekränkte Eitelkeit eines egomanischen Präsidenten, vor dem die europäischen Partner nicht genug auf dem Boden gekrochen sind, oder ist es tatsächlich so, dass auch die USA ihr Engagement weltweit reduzieren müssen, weil sie an ihre Grenzen gestoßen sind, und diese wahrscheinlich sogar (Golfkrieg) überschritten haben.
Faktum ist jedenfalls:
Die isolationistische Strömung in den USA, die sich in "MAGA" artikuliert, gewinnt in allen US-Parteien an Zulauf - und das gleichermaßen mit den immer geringer werdenden Möglichkeiten der USA, die eigene Macht zur Geltung zu bringen.
Daraus folgt, dass die USA gerade nicht mehr der "große Bruder" sind, dem man "blind vertrauen" kann.
EU und USA haben bei Weitem nicht mehr identische Interessen. Genauso, wie sich die europäischen Staaten weigern, jeden (noch so irrationalen) US-Feldzug blind zu unterstützen, genauso stellen die USA auch ihre Unterstützung in der NATO und anderswo zur Disposition.
Wir - die EU insgesamt - sind wirtschaftlich stark genug, diese Ausfälle zu ersetzen. Wer - wenn nicht wir - kann sich das sonst leisten?
Die Europäische Union hat rund 450 Millionen Einwohner, während die USA etwa 332 Millionen Menschen zählen. Das BIP ein Europa beträgt etwa 2/3 des BIP der USA ( Quelle 1 2024, Quelle 2) - was aber auch der bisherigen Vorrangstellung der USA und des US-$ als internationale "Investitionswährung" geschuldet ist.
Was uns fehlt, sind technologisch überentwickelte Waffensysteme wie die F-35. Abgesehen davon, dass es (wie der Ukraine-Krieg und der Golfkrieg zeigen) auch ohne solchen hypergezüchteten Systeme geht.
Deren Fehlen im europäischen Arsenal etwa im Bereich der Flug- und Raketenabwehr kann durch Eigenentwicklung ausgeglichen werden.
Die europäische Wirtschaft ist auch nicht so weit abgeschlagen, dass die technologische Kluft nicht mehr geschlossen werden könnte. Das kostet, ja, aber es ist finanzierbar.
Und insofern ist die - nach Jahrzehnten der Forderung aus den USA erfolgte - Reduktion des US-Engagements ein weiterer Weckruf nach der "Zeitenwende", sich gerade nicht mehr von einem unzuverlässigen Partner im Westen abhängig zu machen, sondern Autonomie zu gewinnen um unabhängig agieren zu können.
Wir müssen in der Lage sein, uns eigenständig auch ohne die USA verteidigen zu können. Und wenn man die Territorien der EU-Mitgliedsstaaten global anschaut, dann verlangt das nicht nur eine "Panzerarmee gegen Russland" sondern globale Verteidigungskapazitäten, also dislozierbare Luft- und Seestreitkräfte.
Der Krieg in der Ukraine verschafft uns nicht nur die nötige zeitliche Atempause, sondern einen genaueren Blick, welche Waffensysteme im "Verteidigungsfall der Zukunft" benötigt werden.
Partnerschaft mit den Demokratien westlich des Atlantiks?
Ja, gerne, aber das verlangt Augenhöhe und nicht Nibelungentreue. Und daran müssen wir uns genauso wie die USA gewöhnen.
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(16.06.2026, 10:32)Kongo Erich schrieb: ...oder ist es tatsächlich so, dass auch die USA ihr Engagement weltweit reduzieren müssen, weil sie an ihre Grenzen gestoßen sind,...
Die Antwort (als Frage) ist simpel:
Weshalb sollten 350 Mio. Amerikaner 500 Mio. Europäer vor 140 Mio. Russen schützen?
Und da haben die USA einfach einen Punkt: Die Europäer müssen das alleine schaffen.
Und ohne "Abmeldung von konkreten Fähigkeiten" werden die Europäer das einmal mehr nicht kapieren.
Die USA brauchen wirklich jede Ressource, um China im Pazifik potentiell entgegentreten zu können.
Da ist der Konkurent dann nicht mehr nur ein "Obervolta mit Raketen".
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(19.06.2026, 01:25)Schwabo Elite schrieb: Weshalb sollten 350 Mio. Amerikaner 500 Mio. Europäer vor 140 Mio. Russen schützen? Weil die NATO eine Allianz auf Gegenseitigkeit ist, weil es Abschreckung und einen nuklearen Schutzschirm braucht, und weil die USA in einigen Gebieten (Kernwaffen, Aufklärung) ganz bewusst den Finger draufgehalten haben und Fähigkeitsentwicklung der anderen Partner unterbunden, gedeckelt oder gebremst haben um Hegemon zu bleiben.
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Meines Erachtens ist das die falsche Frage.
Mehrere Dinge können zugleich wahr sein.
Die Lastenverteilung innerhalb der NATO kann unfair gewesen sein (war sie definitiv).
Und: Es kann dieser US-Regierung dennoch um etwas ganz anderes gehen (tut es).
Mir ist aufrichtig unklar, wie man die Äußerungen dieses Präsidenten und seines Kabinetts, oder die offizielle Sicherheitsstrategie der USA in Bezug auf Europa, gelesen haben und dennoch glauben kann, denen ginge es nur um eine faire Lastenverteilung.
Diese Administration—und alle künftigen, die in ihrer Tradition stehen—wird sich mit ihren NATO-Verpflichtungen den Hintern abwischen, weil sie erstens die liberale Demokratie europäischer Prägung verachtet, zweitens überhaupt das Konzept eines auf Gegenseitigkeit und Gleichrangigkeit bestehenden Bündnisses ablehnt, und drittens die Europäische Union für einen wirtschaftlichen Rivalen hält, der gar nicht schwach genug sein kann.
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(20.06.2026, 21:16)muck schrieb: Diese Administration ... wird sich mit ihren NATO-Verpflichtungen den Hintern abwischen, weil sie ... die liberale Demokratie europäischer Prägung verachtet ... und ... die Europäische Union für einen wirtschaftlichen Rivalen hält, der gar nicht schwach genug sein kann.
Umso mehr muß dann Frage "Weshalb sollten 350 Mio. Amerikaner 500 Mio. Europäer vor 140 Mio. Russen schützen?" gestellt werden.
Man lässt die Europäer im Regen stehen und verkauft ihnen Waffen, google-Zeugs und Rohstoffe.
Wenn man aber jemanden im Regen stehen lässt, bastelt der irgendwann seine eigenen Regenschirme und söhnt sich mit einem erneuerten Russland aus.
So wird Trump auf lange Sicht zum Geburtshelfer der euroasiatischen Wirtschaftsunion.
Und die wollten die Amis doch eigentlich immer verhindern.
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https://x.com/uniindianews/status/206836...10/photo/1
Trump in Richtung Giorgia:
"She ist dooing poorly in Itayl with her level of popularity"
Giorgia in ihrer Antwort:
"As for my populartiy, beeing your friend certainly has not helped it"
Weltpolitik auf Kindergartenniveau. Es ist schier unfassbar was für Zustände inzwischen herrschen.
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(22.06.2026, 07:00)Quintus Fabius schrieb: "As for my populartiy, beeing your friend certainly has not helped it"
Weltpolitik auf Kindergartenniveau. Es ist schier unfassbar was für Zustände inzwischen herrschen.
Melonis Konter Kommt aber in Italien gut an.
Und vermutlich auch bei den meisten Italoamerikanern.
Und bei mir.
Offenbar macht sie sich nicht ins Korsett wegen möglicher Beleidigtenzölle.
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Ich meinte damit auch eher Trump selbst.
Meloni ist anscheinend die einzige oder einige von ganz wenigen europäischen Staatschefs, die tatsächlich verstanden haben, was sie als Staatschef für eine Aufgabe haben.
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