Russische Weltraumfahrt
#46
Nicht schlecht die Seite :daumen:.
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#47
Neues Weltraumprogramm: Die Zeit des Überlebens ist vorbei


Zitat:MOSKAU, 04. November. /Andrej Kisljakow, politischer Beobachter der RIA Nowosti/. Im Dezember wird die russische Regierung den Entwurf eines neuen komplexen föderalen Weltraumprogramms für 2006 bis 2015 erörtern.

Anders als seine Vorgänger wird das neue Programm nicht auf gewöhnliche fünf, sondern auf zehn Jahre angelegt. Sein Wesen läuft auf die These hinaus, die im jüngsten analytischen Bericht der Russischen Akademie für Raumfahrt zur Weltraumtätigkeit des Staates bis 2035 enthalten ist: „Die Etappe des Überlebens der Weltraumbranche, wo die strategische Planung bis auf weiteres verschoben werden musste, da es sich einfach um das Überleben handelte, ist beendet. Der Tiefpunkt der Krise ist vorbei, so dass die strategische Weichenstellung für die Entwicklung der Raumfahrt nicht mehr verschoben werden darf."

„Beliebige Staatsprogramme, unter anderem auch das Programm der Weltraumforschung, müssen sich in die allgemeine Entwicklungskonzeption einfügen, gesamtstaatlichen Werten, Zielen und Aufgaben entsprechen", heißt es in dem Bericht.

Daraus folgt natürlich nicht, dass das bisherige Programm für den Zeitraum von 2001 bis 2006 nicht den Interessen des Staates entsprach. Das traditiongemäß hohe Niveau der gestellten Aufgaben und die ungenügende Finanzierung haben einfach die Prioritäten auf dem Gebiet der Raumforschung verwischt und die Illusion geschaffen, dass eine Richtung (nämlich die Internationale Raumstation) im Vergleich zu den anderen vorrangig ist.
ganzer Text:
http://de.rian.ru/rian/index.cfm?msg_id=5049933
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#48
@kaskad

Cooler Link
Danke.

kaskad bist du pascha oder vss?
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#49
...bischen staubig hier Wink

http://www.spacewar.com/news/russia-05e.html
Zitat:Russia To Spend More On Its Space Program

File photo of the Kliper.
Moscow (UPI) May 23, 2005
The Russian Ministry for Economic Development and Trade has endorsed a draft space plan for 2006-2015 that calls for a significant increasing in spending.

The Itar-Tass news agency said the proposed space program includes building the Kliper manned shuttle spacecraft, completion of the Russian segment of the International Space Station, and launch of a research craft to Phobos, moon.
...
Das wäre wirklich wünschenswert, wenn die Russen wieder verstärkt in die Raumfahrt investieren.
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#50
wäre auch gut, wenn die Kooperation mit der ESA so weiterläuft wie bisher verlautbart. So könnte man mittelfristig auch wirklich große Sachen anpacken: zb. lieber ein gemeinsames Shuttle entwickeln statt zweier, aus denen am Ende wieder nichts wird... =)
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#51
Da hast Du allerdings Recht. Aber ohne zweigleisig (Konkurrenz/Kooperation) zu fahren, lassen sich vermutlich auch die Gemeinschaftsprojekte nur schwer finanzieren. Ob es dafür aber tatsächlic h eines eigenen russischen Shuttles bedarf ist wirklich fraglich. Dennoch : Mehr Schuttle, mehr Forschung und das ist immer gut Wink
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#52
Also mal ganz im Ernst, aber wäre es nicht angesichts der jüngsten Ereignisse nicht deutlich sinvoller für die Russen, ihr komplettes Zivile-Weltraumprogramm einzustellen ? Ich meine ich verstehe von dieser Materie nicht sonderlich viel, aber das Zivile-Weltraumprogram dient doch in erster Linie dem Prestige ?!? Aber es macht doch keinen grossen Sinn einerseits Milliarden für solche Raumfahrtprogramme auszugben, andererseits sinkt ein (Atom)uboot nach dem andern, weil sie nicht anähernd gewartet und repariert werden können, wie es eigentlich sollte. Jeder weiss das Russland pleite und korrupt ist, und das sie sich solche Programme angesichts ihrer Finanzlage nich leisten können. Dies kann nur bezahlt werden, wenn an anderen sehr wichtigen Stellen gespart wird. So werden z.b ihre 10.00 Atomsprengköpfe nur unzureichend bewacht, das Material des Heeres und der Marine (wie oben schon geannt) nicht ausreichend gewartet, die Gas und Öl pipelines verliren 50% ihres Produktes weil sie viel zu alt sind, und schon längst durch neue hätten ersetzt werden müssen ... und der Zivilbevölkerung geht es auch nicht wirklich toll ( ich meine damit die öffentlichen Einrichtungen) ... Meint ihr nicht das es gerade für Russland ein wichtiger Schritt für die Zukunft wäre, aus disem Milliardengrab Raumfahrt auszusteigen ?

Da ihr ja deutlich mehr bescheid wisst, wollte ich mal eure Meinnug dazu hören ...
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#53
Also sagen wir mal Raumstationen sind eher fuers Prestige, aber Traegerraketen sind ein recht lukratives Geschaeft.
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#54
Interesssant, das wusste ich nicht - würde mich mal interessieren was in der Raumfahrt kostet, und was Geld reinnbringt... hast du zufällig ein paar Links zu diesem Thema ?

Würdest du den Russland weiterhin empfehlen, das Zivile Raumfahrtprogramm vortzusetzen ?
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#55
Das Raumfahrtprogramm Russlands ist zum Teil eh fremdfinanziert. Die schicken Kosmonauten anderer Nationen schließlich nicht gratis in den Weltraum. Die russischen Trägerraketen sind relativ sicher, günstig und erprobt und damit ideal für den Start kommerzieller Satelliten. Außerdem hat der Weltraum gute Chancen ein Gefechtsfeld dieses Jahrhunderts zu werden. Kommunikation und Fernaufklärung werden immer wichtiger und laufen nun mal im Weltraum. Wer den Weltraum kontrolliert, ist dann klar im Vorteil. Von daher wäre ein Rückzug aus der zivilen Raumfahrt nicht sehr sinnvoll, denn nur militärische Entwicklungen sind viel zu teuer und damit leidet die Innovation.
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#56
Die Frage war, ob Russland das zivile Programm aufgeben soll - aus wirtschaftlichen Gründen ein klares "nein":

Zivile Satelliten für Kommunikation (TV und Datenübermittlung), Meteorologie, zur Erkundung von Bodenschätzen usw. werden von zivilen Institutionen betrieben - und die schauen auf dem Weltmarkt, wie diese Satelliten am günstigsten in die Umlaufbahnen gebracht werden können.

Russland hat dazu einmal selbst Bedarf zu solchen Satelliten, und zum Zweiten eine sehr günstige Ausgangsbasis für den Wettbewerb mit anderen Anbietern. Die russische Technik ist - wie Cluster schreibt - erprobt, relativ sicher und vor allem preiswert. Nachteil ist lediglich, dass Russlands Startbasen recht weit vom Äquator entfernt sind, was den Start geostationärer Satelliten erschwert.

Zum Dritten lässt sich feststellen, dass zivile Aufträge auch die Kosten für das militärische Programm senken. Die Bodenstationen z.B. lassen sich ja nicht nur zivil oder nur militärisch nutzen; wenn der Betrieb zum Großen Teil über zivile Aufträge mit finanziert wird, kann der Militäretat deutlcih entlastet werden.

Die Russen haben scheinbar auch noch eine weitere Möglichkeit entdeckt: die Konversion von ehem. militärischer Technik - also etwa die Nutzung ehem. militärischer Interkontinentalraketen für den Start ziviler Sonden ..... ein guter Weg, um diese Raketen sinnvoll zu verwenden anstatt sie zu verschrotten.
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#57
Zitat:Nachteil ist lediglich, dass Russlands Startbasen recht weit vom Äquator entfernt sind, was den Start geostationärer Satelliten erschwert.
*Hüstel* Französisch-Guyana *Hüstel*.

Zwar noch nicht einsatzbereit, aber das ändert sich sehr bald und damit ist der Nachteil beseitigt.

Zum zivilen Programm: Die Forderung, das ganze einfach wegen Geldmangel abzuschaffen, basiert bestenfalls auf dem konservativen Pauschalurteil, dass alles zivile letztendlich Eierschaukeln bedeutet und anscheinend nur militärisches Gerät einen Wert hat. Gerade der Satelliten-Transport ist ein durchaus profitables Geschäft, allerdings hat Russland in den letzten Jahren an Boden verloren. Grund dafür ist, dass mittlerweile der Markt für kommerziellen Satellitentransport gesättigt ist und sich die Rivalen mit Preisdumping zu übertreffen versuchen, anders als noch in den Neunziger Jahren. Russland hält nach Zahlen von 2003/4 nur einen Anteil von 2% am weltweiten zivilen Weltraummarkt, im Vergleich zu 63% für die USA und 21% für Europa. Dies begründet sich vor allem dadurch, dass in Russland bis zum Ende des Kalten Krieges das Militär der größte Geldgeber war, der nun weggebrochen ist. In den USA dagegen ist dies nicht der Fall, zudem ist die nationale Satellitenindustrie investitionsstärker. Ähnliches gilt inzwischen für Europa. Außerdem befinden sich beide Konkurrenten in einem drastischen Preiskampf, in dem Russland aufgrund niedriger Investitionen (ca. eine halbe Milliarde $ p.a.) nur beschränkt mithalten kann. Zwar kann es auf eine Vielzahl erprobter Techniken zurückgreifen, aber vieles ist inzwischen veraltet und entspricht nicht mehr dem letzten technischen Standart, Modernisierungs- und Erneuerungsprogramme kommen wegen der mangelnden Finanzierung nicht oder nur langsam in Gang. Das kann nur begrenzt mit Standortvorteilen (niedrigere Gebühren, Arbeitskosten etc.) wettgemacht werden.
Russland tut in dieser Situation das einzig sinnvolle. Es nutzt seine vorhandenen Kapazitäten, auch aus dem militärischen Bereich, wie von Erich beschrieben, und es geht zunehmend Kooperationen ein, insbesondere mit der ESA, um so über Finanzierungsteilung zusätzliches Moment in seine Entwicklung zu bekommen. Wenn überhaupt, dann wäre sogar eine erhebliche Aufstockung des zivilen Programms zu empfehlen, die Russen hätten es durchaus nötig.

Quelle für alle Zahlen:
http://www.armscontrol.de/
unter Publikationen/ Eigene Veröffentlichungen / 2004
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#58
Turin, in F. Guayana sind die russischen Raketen auch nur . na ja, sagen wir mal: zum beiderseitigen Vorteil geduldet
Zitat:Sojus läuft und läuft

Künftig sollen auch im europäischen Raumfahrtzentrum im Stützpunkt Kourou in Französisch-Guyana neben den Ariane-Raketen russische Trägerraketen vom Typ Sojus ST abheben. Die Raketen sind bedeutend älter als die neuen Ariane-5, gelten aber immer noch als äußerst zuverlässig.
(Quelle siehe unten)
aber die Russen sidn durchaus auch als Wettbewerber zu sehen, die karren sogar US-Satelliten ins All
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F3,00.html
Zitat:US-Telekommunikations-Satelliten Galaxy-14 von Sojus-Rakete ins All gebracht
,,,


Stand: 14.08.2005 10:06 Uhr
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#59
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F3,00.html
Zitat:Nach Verschiebung der Nasa-Starts

Russland verlangt Bezahlung für ISS-Flüge

Die Unterhaltung der Internationalen Raumstation ISS wird für Amerikaner und Europäer ab kommendem Jahr teurer als geplant. Ab 2006 werde sich Russland seine Transportleistungen bezahlen lassen,
....
Stand: 20.08.2005 04:09 Uhr
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#60
Zitat:Umgebaute Interkontinentalrakete abgestürzt

Eine russische Trägerrakete ist kurz nach dem Start abgestürzt. 18 Satelliten an Bord wurden dabei zerstört. Die Rakete vom Typ "Dnepr" ist die zivile Version der größten je gebauten Interkontinentalrakete.



Moskau - Die Rakete vom Typ "Dnepr" ging 25 Kilometer vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur entfernt in unbewohntem Gebiet nieder, teilte die russische Flugleitung bei Moskau mit. Nach ersten Erkenntnissen versagte der Raketenantrieb. In den Dörfern rund um die Absturzstelle sei niemand zu Schaden gekommen, erklärte die russische Weltraumbehörde einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

(...)
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 76,00.html
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