USA vs. EU
#16
Dr.Temp postete:
Zitat:5 Jahre? Würde das Bezwingen der vereinten EU-Flotten denn so lange dauern? (Die von mir genannten 5 Jahre waren ja als _Vorbereitungszeit_ auf den eigentlichen Konflikt gemeint.)
Die fünf Jahre bei mir eigentlich auch...
Ich meine, es braucht mehr als fünf Jahre Entwicklungszeit in Amerika, bis ein von Dir vorgeschlagenes Machtssystem in den USA handlungsfähig wird. Die Heimatfront spielt in Amerika momentan eine wichtige Rolle. Das Volk muss sich hinter einen Krieg stellen, ohne einen triftigen Kriegsgrund bleiben die G.I.s zu Hause. Die Junta muss sich also zuerst richtig gut etablieren, bevor sie der Bevölkerung glaubhaft machen kann, dass ein Angriffskrieg gegen die wichtigsten militärischen, wirtschaftlichen und im Moment ideologischen Verbündeten notwendig ist. Wir Europäer attestieren den Amis zwar gerne mangelnde Schulbildung und aussenpolitische Naivität, doch glaube ich nicht, dass es so einfach ist, eine Gruppe von über 300 Mio. Menschen in ein völlig anderes Wertesystem hineinzukatapultieren.

Beim Seekrieg bin ich mit Dir einig, der dauert schon nicht so lang. Vor allem dann nicht, wenn nachher wirklich noch eine Landungsoperation starten sollte.
Wenn sich die US Navy mehrere Jahre mit den europäischen Marinen herumschlagen würde, könnte die ganze Aktion abgeblasen werden.

Zitat:Brückenkopf in Portugal, und von da an ist es ein sehr schmutziger und ermüdender Landkrieg.
Kannst Du uns Deine strategische Überlegung dazu geben, weshalb die Amerikaner genau da ihren Landkrieg beginnen sollten? Die iberische Halbinsel ist zwar nicht Italien, doch irgendwie weckt das bei mir Erinnerungen an den Italienfeldzug im 2.WK und regt zu Parallelen an. Es wäre wieder mal eine Invasion in der "Sackgasse Europas" und würde wirklich sehr lange dauern, bis man irgendwo in "Kerneuropa" wäre.
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#17
Zitat:hunter1 postete
Ich meine, es braucht mehr als fünf Jahre Entwicklungszeit in Amerika, bis ein von Dir vorgeschlagenes Machtssystem in den USA handlungsfähig wird.
Allerdings würden die Europäer dies zunächst ja nicht bemerken bzw. darauf mit Aufrüstung reagieren. Fünf Jahre erscheinen mir daher eher zu lang als zu kurz.

Zitat:
Zitat:Brückenkopf in Portugal, und von da an ist es ein sehr schmutziger und ermüdender Landkrieg.
Kannst Du uns Deine strategische Überlegung dazu geben, weshalb die Amerikaner genau da ihren Landkrieg beginnen sollten?
Aus mehreren Gründen: Zunächst einmal ist die Entfernung von den meisten europäischen Luftwaffenbasen dort am grössten. Weiterhin kontrolliert, wer die iberische Halbinsel kontrolliert, damit auch die Meerenge von Gibraltar, was in diesem Szenario vermutlich entscheidend wäre- wichtige europäische Flottenverbände (auch Neubauten) wären dann im Mittelmeer eingesperrt, wenn sie nicht Suez benutzen dürfen (und selbst dann wäre der so erzwungene Umweg sehr gross). Die Nachschubwege der Invasoren sind bei einer Landung im äussersten Westzipfel Europas am wenigsten angreifbar. Sollte die Invasion ins Stocken geraten, ist eine besetzte iberische Halbinsel auch leichter zu verteidigen.

Wenn man davon ausgeht, dass eine verlustreiche amphibische Landung am besten nur einmal stattfindet, dann dort.

Schliesslich stellt sich die Frage nach sinnvollen Alternativen. Die britischen Inseln würden zwar als "unsinkbarer Flugzeugtäger" taugen, aber zu mehr eben auch nicht- hier wären mehrere zusätzliche Landungen erforderlich, ohne dass wirklich etwas gewonnen wäre. Frankreichs Küste wäre, ebenso wie die deutsche, zu tief im Einflussbereich gleich mehrerer europäischer Luftwaffen- und ein ggf. nötiger Rückzug wäre eine lange und gefährliche Sache, da man eine lange Strecke innerhalb dieser Reichweite verbliebe. Norwegen als Landegebiet wäre zu weit ab- wenn, dann würde eine Landung hier nur stattfinden, um Luftwaffenbasen in Nähe zum übrigen Festland zu erlangen- sich durch Skandinavien und Baltikum kämpfen zu müssen, wäre vermutlich weit schwieriger als Portugal und Spanien, nicht nur, aber auch wegen des Wetters.
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#18
http://www.zeit.de/2009/11/Post-Amerika
Zitat:transatlantische Beziehungen
Wir Abhängigen
DIE ZEIT, Ausgabe 11, 2009

Von Ian Buruma | © DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11

Unser Verhältnis zu den USA ist neurotisch. Wie Halbwüchsige starren wir auf die väterliche Supermacht. Höchste Zeit für die Europäer, erwachsen zu werden und sich als gleichberechtigte Partner zu betrachten
....
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#19
Mal alten Thread ausgegraben...
Zitat:EU droht US-Konzernen in NSA-Affäre mit harten Strafen

San Francisco (Reuters) - Angesichts immer neuer Berichte über Spähaktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA verschärfen europäische Politiker die Gangart gegen US-Technologiekonzerne. EU-Kommissarin Viviane Reding drohte ihnen am Freitag in Berlin mit empfindlichen Geldbußen, wenn sie sich nicht an das EU-Datenschutzrecht hielten. [...]

Reding ermahnte die US-Firmen, sich an das Verbot zu halten, heimlich Daten europäischer Bürger an Geheimdienste wie die NSA zu übergeben. "Sollten sie das nicht tun, dann blühen sehr harte Strafen von bis zu zwei Prozent des Weltumsatzes", sagte die Justizkommissarin. Hintergrund ist, dass US-Konzerne nach US-Recht gezwungen sind, aus Gründen der inneren Sicherheit auf Verlangen Daten auszuhändigen. Reding will in Kürze die Ergebnisse einer Untersuchung vorlegen, ob der "Safe Harbour"-Status für die USA bestehen bleiben könne. Dieser ist Voraussetzung für den Datenaustausch zwischen europäischen und amerikanischen Firmen.
http://de.reuters.com/article/topNews/i ... 3F20130906

Schneemann.
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#20
Zitat:EU droht US-Konzernen in NSA-Affäre mit harten Strafen

:lol: :roll:

Zitat:Deutsche Software für Despoten

Deutsche Ingenieurskunst wird weltweit geschätzt. Gleiches gilt auch für die Arbeit deutscher Softwareschmieden: Dokumente der Whistleblower-Plattform WikiLeaks, die dem NDR vorliegen, belegen: Deutsche Unternehmen liefern Überwachungssoftware an Despoten in aller Welt.
...
Darunter sind vor allem Broschüren und Präsentationen, in denen die private Überwachungsfirmen ihre Dienste anpreisen: Von handlichen Retina-Scannern für unterwegs, über Glasfaser-Anzapfsysteme, bis hin zu ausgeklügelten Komplettlösungen für die Überwachung von Handy und Internet bieten die Firmen alles an, was Geheimdienstler begeistert. Auch eine Datenbank mit Mobilfunkabfragen, in der Auslandsreisen der Entwickler und Manager vermerkt sind, ist Teil der WikiLeaks-Enthüllungen. Sie zeigen, wie umtriebig die Firmen in der Kundenakquise sind - nicht immer mit Rücksicht auf die Menschenrechtslage in den einzelnen Ländern.
...
Und die Liste der Länder liest sich wie ein Who-is-Who der Demokratiefeinde: Äquatorial Guinea, Äthiopien, Nigeria, die Elfenbeinküste, Uganda, Jordanien, Katar, der Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kasachstan, Malaysia, Turkmenistan und Bahrain.
...
http://www.tagesschau.de/inland/spionag ... ma100.html

Was will man den Amerikanern eigentlich vorhalten?
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#21
Wo ist da nun der Zusammenhang? Confusedhock:

Schneemann.
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#22
In Deinem Artikel geht es darum, dass Politiker der EU die "Gangart" gegenüber US-Technologiekonzernen wegen der Berichte über die Spahaktionen der NSA verschärfen wollen. Nun berichtet aber Wikileaks, dass deutsche Technologiekonzerne exakt das Gleiche tun wie ihre amerikanischen Kollegen. Eigentlich ist es bei den deutschen Unternehmen noch bedenklicher, weil diese ihre Technologie offenbar gezielt bei Despoten vermarkten.

Ergo: Erstmal vor der eigenen Haustür die Kehrwoche einführen, gell?
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#23
Schneemann schrieb:Mal alten Thread ausgegraben...
Zitat:EU droht US-Konzernen in NSA-Affäre mit harten Strafen

...
...

Schneemann.
dann grab ich auch mal wieder:
http://www.sueddeutsche.de/politik/nsa- ... -1.2548134
Zitat:2. Juli 2015, 19:29 Uhr NSA-Skandal

Bundesregierung zitiert US-Botschafter ins Kanzleramt

Wegen der jüngst bekannt gewordenen Abhöraktionen gegen weite Teile der Bundesregierung, hat Kanzleramtschef Peter Altmaier den US-Botschafter zum Gespräch gebeten.

Die Bundesregierung sieht wegen des Verhaltens der NSA die Zusammenarbeit der deutschen und amerikanischen Geheimdienste belastet.

Der Generalbundesanwalt will den neuen Vorwürfen nachgehen.

...
http://www.sueddeutsche.de/politik/spio ... -1.2547715
Zitat:3. Juli 2015, 09:53 Uhr US-Spionage in Deutschland

Bemerkenswert dumme Art der Außenpolitik

Die Erkenntnisse, die die USA durch das Aushorchen deutscher Politiker erlangten, wirken banal. Sie sind nicht den Preis wert, den Washington dafür bezahlt hat - das Ende dessen, was als deutsch-amerikanische Freundschaft bezeichnet wurde.

Die Kaltschnäuzigkeit, mit der die Amerikaner die Kanzlerin abgehört haben, wird eigentlich nur von der Banalität dessen übertroffen, was sie dabei erfuhren. Angela Merkel wusste also im Herbst 2011 nicht so genau, wie man Griechenland aus dem Sumpf ziehen könnte. Ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble war für einen Schuldenschnitt, sie zögerte. So hat es die NSA nach einem belauschten Gespräch aufgeschrieben. Top Secret, Gamma-Einstufung, echt geheim.

Abgesehen davon, dass auch heute noch niemand weiß, wie man Griechenland aus dem Sumpf ziehen kann - derartige Erkenntnisse konnte man damals in jeder Zeitung finden. Ein lese- und schreibkundiger Außerirdischer, gerade vom Mars herabgestiegen, hätte solche Berichte verfassen können. Als Alternative zum Abhören wäre auch denkbar gewesen, dass US-Präsident Barack Obama mal bei Merkel anläutet und fragt, wie sie die Sache mit den Griechen so sieht. Statt dessen: Lauschangriff auf einen der wichtigsten Verbündeten.
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Wie auch immer - die Tragik an der ganzen Affäre ist eine andere: Der politische Schaden, den die Abhörerei der NSA inzwischen im deutsch-amerikanischen Verhältnis angerichtet hat, geht weit über jeden vorstellbaren geheimdienstlichen Nutzen hinaus. Was immer die US-Regierung an Geheimem erfahren haben mag, es war mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den Preis wert, den Washington dafür bezahlt hat - das Ende dessen, was bis vor ein paar Jahren als deutsch-amerikanische Freundschaft bezeichnet wurde. Wenn Amerika heute in den Augen von immer mehr Deutschen auf einer Stufe steht mit aggressiven, skrupellosen Geheimdienststaaten wie Russland und China, dann ist das zum Gutteil eine Folge des NSA-Skandals.
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#24
Ich stelle das mal hierher, weil ich den Glaubenskrieg im Euro- und Griechenlandforum nicht noch mehr anheizen will. Und ich denke, die unterschiedlichen Ansätze zwischen den USA und (Teilen) der EU kann man hier auch gut einstellen http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/o ... -1.2558246
Zitat:11. Juli 2015, 15:02 Uhr

Spart! - Nein! Gebt Geld aus!
Warum sich die Ratschläge der amerikanischen und deutschen Ökonomen so diametral widersprechen.

Die vielleicht beste Nachricht dieser erneut grässlichen Griechenland-Woche kam für Angela Merkel aus dem fernen New York. Paul Krugman, Star-Ökonom und notorischer Quälgeist, kündigte an, er brauche Urlaub und werde eine mehrtägige Fahrradtour unternehmen. Er komme deshalb nicht dazu, seinen Blog und seine Kolumne für die New York Times zu schreiben - jene viel gelesenen Werke, in denen der Nobelpreisträger zuletzt beinahe täglich Gift und Galle gegen Merkels vermeintlichen Sparwahn spuckte. Es sei "ein Akt monströser Torheit", dass es die Gläubigerstaaten mit Griechenland und dem Euro so weit hätten kommen lassen, schleuderte er der Kanzlerin noch hinterher, bevor er sich aufs Rad schwang und verschwand.

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Erstens sind es in Amerika nicht nur politisch links stehende Wirtschaftswissenschaftler wie Krugman, die das Krisenmanagement der Europäer für falsch halten, es ist vielmehr - quer durch alle Denkschulen - praktisch die gesamte Zunft. Und zweitens haben die vielfach prämierten US-Ökonomen nicht nur immensen Einfluss auf die Meinungsbildung daheim, sondern auch in Europa. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass das Verständnis für Merkels harte Haltung in der Griechenland-Frage weltweit immer weiter sinkt.

...
(Der Kanzlerin stehen) gleichzeitig deutsche Zahlendeuter wie Ifo-Chef Hans-Werner Sinn auf den Füßen, von Euro-Skeptikern wie Bernd Lucke oder Joachim Starbatty ganz zu schweigen. Sie empfinden Merkels Vorgehen in der Euro-Krise nicht als zu hart, sondern im Gegenteil als zu weich und sehen Milliarden an deutschen Steuergeldern im griechischen Sumpf verschwinden. Obwohl sie dieselben Fächer studiert haben wie ihre amerikanischen Kollegen, könnten die Differenzen größer nicht sein. Politikern wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble macht es diese Vielstimmigkeit leicht, selbst über Nobelpreisträger die Nase zu rümpfen.
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Während Merkel und Schäuble der Meinung sind, dass gesunde Staatsfinanzen die Voraussetzung für dauerhaftes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sind, sehen es die Volkswirte genau anders herum: Für sie muss zunächst Wachstum da sein, notfalls auch solches, das vom Staat auf Pump finanziert ist. Erst dann - und nur dann - kann die Sanierung des Haushalts gelingen, ohne dass es zunächst zu einem massiven Konjunktureinbruch und Massenarbeitslosigkeit kommt. Wer recht hat in dem Streit, ist eine Glaubensfrage, die Diskussion dreht sich seit Jahren im Kreis.
...

Zwar bewundert etwa Robert Shiller von der Universität Yale Merkel dafür, dass sie ganz Europa auf ihren Kurs gebracht hat. "Aber ihre Sparpolitik", so der keineswegs zu Krawall neigende Shiller schon vor zweieinhalb Jahren in einem Interview, "hat Europa geschadet".
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"Ein paar Quartale Wachstum in einigen der Schuldnerländern können die massiven Kosten von fünf Jahren Massenarbeitslosigkeit nicht überdecken", so Krugman.
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Ins gleiche Horn stößt Joseph Stiglitz, früher Chefökonom der Weltbank und heute ebenfalls Professor an der Columbia-Universität. "Mehrere europäische Staaten stecken immer noch in einer Depression - und ich verwende diesen Begriff mit voller Absicht", schimpfte er jüngst bei derselben Podiumsdiskussion mit Schäuble, an der auch Phelps teilnahm. "Die Arbeitslosenrate in der Euro-Zone liegt im Schnitt bei zwölf Prozent, die Jugendarbeitslosenrate bei 25 Prozent, in Spanien gar bei 50 Prozent. Hier wird eine ganze Generation zerstört." Die Art, wie vor allem Merkel und Schäuble die Krise managten, werde "Europas Wachstumspotenzial nachhaltig beschädigen".

Dabei plädieren Stiglitz und seine Kollegen nicht etwa dafür, dass der Staat mit geliehenem Geld konjunkturelle Strohfeuer entfacht. Es müsse aber endlich mehr investiert werden - in Bildung, Infrastruktur und Technologie. Schließlich nutze es niemanden, wenn eines Tages in ganz Europa die Haushalte saniert seien, gleichzeitig aber Schulen, Straßen und Brücken verfielen.

Das sieht Kenneth Rogoff, Professor in Harvard, Ex-Chefökonom des Internationalen Währungsfonds und gewiss kein Linksradikaler, nicht anders.
...
ich gebe gerne zu: bei aller Kritik, die ich an der US-Ökonomie und dem anglo-amerikanischen "Primat des "freien Marktes" (d.h. der möglichst ungehinderten Gewinnerwirtschaftung) vor dem Menschen" habe, in dieser Sache gebe ich der amerikanischen Zunft recht - ich bin halt auch irgendwie "Keynes-verseucht" (mein alter VWL-Prof. würde mir jetzt wahrscheinlich einen Punktabzug geben).
Und was den Sinn betrifft - dessen endzeitartige Warnungen vor dem "Mindestlohn" halte ich ohnehin für inzwischen mehr als widerlegt.
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#25
http://www.zeit.de/2015/27/christian-ha ... haftskrieg
Zitat:"Die Amerikaner behandeln uns wie Vasallen"

Die USA spionieren Konzerne ihrer Bündnispartner aus. Europa sollte zurückschlagen, fordert Christian Harbulot von der Pariser "Schule für den Wirtschaftskrieg"

...
DIE ZEIT Nº 27/2015 19. Juli 2015 12:23 Uhr ...
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#26
Schöner Schlaumeier, er mahnt dass die USA völlig opportunistisch im Wirtschaftskrieg agieren (für ihre Unternehmen spionieren / sagt es nicht direkt, deutet es aber an) und bringt dann EADS ins Spiel. EADS die sich nur durch massive Staatshilfen und Wettbewerbsverfälschungen, soweit entwickeln konnte. Da haben ja die Chinesen noch mehr Konkurrenz in ihren Staatsbetrieben. Dieser Typ hat wirklich ein Brett vor dem Kopf, wenn er die Staatsintervention und das treten der Wettbewerbsregeln der EU nicht sieht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die USA in dem Umfeld spioniert haben, weil die Europäer mit ihrer verdammten Subventioniererei und Wettbewerbsverfälschungen einfach nicht stoppen können. Sie sollen doch selber mal ihre Rüstungsaufträge ausschreiben, wenigstens mal auf dem Kontinent, aber nicht mal das kriegen sie hin. In Europa ist in vielen Sektoren der Wettbewerb komplett ausgeschlossen, für diese Unternehmen fordern sie gleiche Bedingungen in den USA, sorry aber wie blöd kann man sein, wenn man seine eigene Industrie derart dopt und dann noch erwartet, dass man gleiche Bedingungen erhält.
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#27
Weil Boeing ist ja viel besser ....

Grundsätzlich bin ich auch dafür, so weitgehend wie möglich Spionage gegen die USA zu betreiben. Nur ist die Frage, wie man das rein praktisch tun soll ?! Sinnvoll wäre es durchaus, insbesondere in Bezug auf die Rüstungsindustrie da dort die Amis technologisch in etlichen Bereichen einfach führend sind.

Was man dem Harbulot hier mal wirklich vorwerfen kann ist seine (gespielte?) Naivität in Bezug auf Botschaften. Statt über die US Botschaften zu jammern sollten wir lieber selbst hier alle Möglichkeiten ausspielen.

Offensive Wirtschafts-, Rüstungs- und sonstige Spionage gegen die USA wären eigentlich absolut wesentlich und eine bloße Verteidigung gegen feindliche Spionage völlig unzureichend. Eine rein defensive Spionagepolitik welche sich bloß auf die Sicherung der eigenen Daten konzentriert ist gerade in Bezug auf die Kriegsformen der Zukunft sinnlos. Wir brauchen eine systematische Vorbereitung auf den Wirtschaftskrieg, den Cyberkrieg und damit vor allem anderen auf den Spionagekrieg. Wir brauchen hier Offensive Kapazitäten. Diese im Aufbau im Echteinsatz auch gegen die USA zu "trainieren" sollte ihre Einsatzfähigkeit im Ernstfall zumindest verbessern.
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#28
Quintus Fabius schrieb:Weil Boeing ist ja viel besser ....
... wurde nicht mit Staatsgelder zur Spitze gedopt, das ist der grosse Unterschied und der sollte doch in der freien Marktwirtschaft noch was zählen, sonst kannst du gleich aufhören und die Planwirtschaft ausrufen. Wenn der Staat das Risikokapital einschiesst, ist es ja nicht deine Leistung. Die Kunst ist es, aus privaten Mitteln ein Unternehmen aufzubauen, wenn alle Bürger eines Staates dich solang durchfuttern müssen, bis du konkurrenzfähig bist ... das kann praktisch jeder. Kann sich der Staat natürlich nicht leisten / wäre er in Nullkommanichts Pleite.

Zitat:Grundsätzlich bin ich auch dafür, so weitgehend wie möglich Spionage gegen die USA zu betreiben.
Was auch passiert, es ist nur die Frage wie dumm man das eigene Volk verkauft. Meiner Meinung nach ist vor allem das Flächendeckende der NSA einfach zu viel. Klar ist das alles heute technisch möglich und es sind ja auch keine Menschen die mein Mailverkehr überwachen, da muss man sich ja wirklich Sorgen machen. Das sind Computer die die Milliarden von Mails und Telefongespräche nach verdächtigen Worten durchforschen.

Zitat:Nur ist die Frage, wie man das rein praktisch tun soll ?! Sinnvoll wäre es durchaus, insbesondere in Bezug auf die Rüstungsindustrie da dort die Amis technologisch in etlichen Bereichen einfach führend sind.
Ganz ehrlich, ich hab keinerlei Betroffenheit hier im Forum verspürt als die Chinesen die "halben Bauunterlagen" der F-35 in den USA geklaut haben. Eher war hier ein Klatschen zu hören, das ist in meinen Augen dann halt schon verlogen.

Zitat:Offensive Wirtschafts-, Rüstungs- und sonstige Spionage gegen die USA wären eigentlich absolut wesentlich und eine bloße Verteidigung gegen feindliche Spionage völlig unzureichend.
Ich find das Sauerei und wenn das die USA gemacht haben, fänd ich das nicht tolerierbar. Hier versucht man eigene private Unternehmen einen Vorteil zu verschaffen, was so in der Form einfach nicht geht. Was ich tolerieren im "Wirtschaftskrieg" würde, sind eben das Aushorchen von versteckten Subventionen wie sie üblich waren bei Airbus. Der ganze Laden wurde ja mit Staatsgeldern zur Konkurrenzfähigkeit gepusht. Hier liegt einfach eine derartige Wettbewerbsverzerrung vor, dass man EADS jetzt an militärischen Aufträgen nicht einfach so beteiligen kann. Schlussendlich haben die Subventionen ja massiv den US-Flugzeugherstellern geschadet, namentlich MDD die dann die Produktion von zivilen Flugzeugen aufgeben mussten.

Zitat:Wir brauchen eine systematische Vorbereitung auf den Wirtschaftskrieg, den Cyberkrieg und damit vor allem anderen auf den Spionagekrieg. Wir brauchen hier Offensive Kapazitäten.
Das braucht man nicht, die hängst mit dieser Logik genauso hinterher, wie das bei den Russen immer schon Fall war. Die haben sicher einen guten Geheimdienst, aber du wirst so nicht Technologieleader und kannst auch nicht den Takt vorgeben. Du konstruierst immer hinterher.

Es kommt der Punkt an dem deine Industrie/Hersteller selber mehr Innovation bringen müssen, da steht z.B. China unmittelbar bevor. Sie müssen vom Copy & Paste wegkommen, da sie angeblich immer mehr ihren Kostenvorteil verlieren. In Japan oder Südkorea wurde das ja schon erfolgreich vollzogen.

Zitat:Diese im Aufbau im Echteinsatz auch gegen die USA zu "trainieren" sollte ihre Einsatzfähigkeit im Ernstfall zumindest verbessern.
Im Ernstfall gegen die USA. :lol: Sorry, aber musst du da nicht selbst lachen. Dass wir uns angreifen ist einfach lächerlich. Wir teilen alle Werte miteinander, wir konsumieren gegenseitig unsere Güter und Unterhaltung. Wir können nur einen solche monumentalen Schwachsinn selber heraufschwafeln. Anlass dazu gibt's sicher keinen. Schau mal wie sich die Idioten im nahen Osten die Köpfe einschlagen, den Mist haben wir doch wirklich hinter uns. Und heraufbeschwören müssen wir das garantiert, auch wenn die USA jetzt im Fall von 9/11 und der ganzen Paranoia, unter der Bush-Regierung Mist eingeführt und auch umgesetzt haben. Jetzt da von Seiten Deutschlands die Wand aufzubauen, wäre wirklich das Dümmste was man machen kann.
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#29
Die Drohungen mit Strafzöllen, die seitens der Trump-Administration geäußert wurden, scheinen trotz aller Verlautbarungen auf Zurückhaltung und Washington-Besuchen von Macron und Merkel nicht vom Tisch. Innerhalb der EU bereitet man sich deswegen auf Gegenmaßnahmen vor und droht genauso unverhohlen zurück...
Zitat:Harte Maßnahmen gegen USA

EU kündigt "dreifache Reaktion" an

In zwei Tagen läuft die Schonfrist der EU vor US-Strafzöllen aus, eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Sowohl der französische Präsident Macron als auch Kanzlerin Merkel können Trump kein Zugeständnis abringen. Doch die EU-Kommission ist vorbereitet. [...]

Wenn die USA die EU von den Zöllen auf Stahl und Aluminium aber nicht "dauerhaft und bedingungslos" ausnehme, werde Europa zu Maßnahmen greifen. "Wir bereiten eine dreifache Reaktion vor, die mit den Regeln der WTO kompatibel sein wird", zitierte das Blatt aus einer Mail, die es nach eigenen Angaben von Malmström erhielt.

Die Kommission teilte bereits mit, was darunter zu verstehen ist. Demnach wird die EU eine Beschwerde bei der WTO einreichen sowie Schutzmaßnahmen für die europäische Wirtschaft und Strafzölle auf US-amerikanische Waren einleiten. Hierzu existiert bereits eine Liste mit US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro, welche die Kommission ihrerseits mit Strafzöllen belegen könnte. Sie umfasst neben Eisen- und Stahlgütern auch Produkte wie Orangensaft, Jeans, Whisky und Harley-Davidson-Motorräder.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-kuendi...10362.html

Schneemann.
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