Brasilien
"Das ist die Gelegenheit"
Brasiliens grüner Masterplan, der auch auf deutsche Firmen zielt
Zitat:So viel Strom, dass ganze Landesteile verstopft sind: Von den deutschen Problemen bei der Energiewende kann Brasilien nur träumen. Dennoch will das Land seine Transformation nicht bremsen – sondern sogar noch beschleunigen. Dahinter steckt ein groß formulierter Plan.

In einer nagelneuen Lagerhalle südlich von Sao Paulo warten 60 Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens darauf, dass es endlich losgeht. An einem sonnigen Donnerstagmorgen im März eröffnet der Stuttgarter Kabelproduzent Lapp in der 800.000-Einwohnerstadt Sao Bernardo do Campo sein neues Distributionszentrum für den brasilianischen Markt, die örtlichen Mitarbeiter warten nur noch darauf, dass Südamerika-Chef Guillaume Dupont feierlich das Band durchschneidet. Bis es soweit ist, stehen die Mitarbeiter etwas unsicher herum, holen sich gelegentlich einen Kaffee oder einen Snack.
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was heißt "dennoch" ... wenn man die Situation in den ASEAN-Staaten als Vergleichsmaßstab nimmt, dann ist die Transformation zu nachhaltigen Energien die Zukunftsinvestition überhaupt ...
vorausgesetzt ist natürlich (wie in Deutschland auch), dass der Transport funktioniert - also konkret von den stromerzeugenden Küstenstandorten zu den Abnehmern in den Industriezentren.
Und der Bericht zeigt, dass es da hapert. Aber auch, dass an der Lösung gearbeitet wird.
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(15.06.2026, 15:04)Kongo Erich schrieb: "Das ist die Gelegenheit"
Brasiliens grüner Masterplan, der auch auf deutsche Firmen zielt
was heißt "dennoch" ... wenn man die Situation in den ASEAN-Staaten als Vergleichsmaßstab nimmt, dann ist die Transformation zu nachhaltigen Energien die Zukunftsinvestition überhaupt ...
vorausgesetzt ist natürlich (wie in Deutschland auch), dass der Transport funktioniert - also konkret von den stromerzeugenden Küstenstandorten zu den Abnehmern in den Industriezentren.
Und der Bericht zeigt, dass es da hapert. Aber auch, dass an der Lösung gearbeitet wird.

Brasilien erzeugt dock aktuell schon ca. 90% aus regenerativen Quellen, was zum größten Teil allerdings an der Wasserkraft liegt, um welche Transformation soll es denn da noch gehen?
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Es geht nicht um die (noch) wasserreichen Gebiete im Süden - die unter zunehmender Trockenheit leiden - , sondern primär um Windkraftanlagen im brasilianischen Bundesstaat Ceara an der trockenen nordöstlichen Atlantik-Küste: Strom wird erzeugt, aber kommt nicht an.
Zitat:Ceará hat lt. Wikipedia mit einer Länge von 573 km eine der längsten Küstenlinien Brasiliens, und der Hauptstadt Fortaleza (ca. 2,5 Mio. Einwohner). An die Küste schließt sich im Hinterland die Caatinga an, eine Halbwüste mit Dornbusch-Vegetation. Größter Fluss ist der Rio Jaguaribe mit mehr als 600 km Länge, dessen Einzugsgebiet mehr als die Hälfte das Staatsgebiets umfasst.
Da ist also einerseits die Küste mit den bekannten An und Ablandingen Windverhältnissen, und andererseits eine sehr trockene Gegend mit einem Fluß, der immer weniger Wasser führt und zusehends austrocknet. Mit Wasserkraft ist da nichts.
Die Região Nordeste do Brasil (RN) ist nach der Região Sudeste die Region mit der zweithöchsten Einwohnerzahl von rund 53.081.950 Einwohnern. Am Bruttoinlandsprodukt sind die neun Staaten der Region aber nur mit 13,5 % beteiligt. Der Nordosten ist industriell wenig entwickelt mit hoher Arbeitslosenzahl.

Hier kann man erst mal mit Windkraft und Solarenergie für den regionalen Bedarf Strom erzeugen, dann aber über entsprechende Leitungen auch in den industrialisierten Süden (mit den dort vom Klimawandel belasteten Wasserkraftwerken) ein nationales Verbundnetz schaffen, das zukunftsfähiger ist als die Konzentration auf den bisherigen Energiemix mit Wasserkraft als Schwerpunkt.
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(15.06.2026, 19:39)Kongo Erich schrieb: Hier kann man erst mal mit Windkraft und Solarenergie für den regionalen Bedarf Strom erzeugen, dann aber über entsprechende Leitungen auch in den industrialisierten Süden (mit den dort vom Klimawandel belasteten Wasserkraftwerken) ein nationales Verbundnetz schaffen, das zukunftsfähiger ist als die Konzentration auf den bisherigen Energiemix mit Wasserkraft als Schwerpunkt.

Vermutlich wird man in Zukunft schlicht wesentlich mehr Energie brauchen, da durch den hohen Wasserkraftanteil das Netz leicht stabilisiert werden kann steht einem Ausbau von Wind und Solar nichts im Wege. Da befindet sich Brasilien eben in einer sehr komfortablen Situation.
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(16.06.2026, 22:19)lime schrieb: Vermutlich wird man in Zukunft schlicht wesentlich mehr Energie brauchen, da durch den hohen Wasserkraftanteil das Netz leicht stabilisiert werden kann ...
auch Brasilien spürt die Klimaveränderung - dort trocknen die Flüsse schon seit Jahren so aus, wie wir es nun von Donau oder Rhein kennenlernen.
Der Rio São Francisco hat früher die Küstenwälder Brasiliens bewässert und von deren Niederschlägen gelebt. Mit der Entwaldung verliert der Fluß seinen "Wassernachschub". Die Luft wird heiß und trocken, mangels Niederschlägen trocknet der Nordosten aus. Brasiliens Nordosten entwickelt sich zur Wüste.

Die Amazonas-Urwälder sind als natürliche Wasserspeicher und Regenspender daher unverzichtbar. Niederschläge über dem Amazonas-Wald werden sofort wieder in die Treibhausluft abgegeben, steigen auf, die Luftmassen kühlen in der Höhe aus und regnen sich wieder ab. Wo der Wald fehlt wird dieses "Gießkannensystem" unterbrochen.

Die Konsequenz ist logisch:
Zitat:Lula will keine Entwaldung mehr
Brasilien fährt Amazonas-Rodungen auf Zehn-Jahres-Tief zurück
09.08.2026, 07:34 Uhr

Unter Lulas Vorgänger Bolsonaro dürfen Farmer und Goldschürfer den Regenwald massiv abholzen. Der neue Präsident ändert dies und will die Entwaldung bis 2030 auf null senken. Satellitenaufnahmen belegen nun einen ersten großen Erfolg.

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) wurden zwischen August 2025 und Juli 2026 rund 2874 Quadratkilometer abgeholzt. Das sind rund 36 Prozent weniger als in den zwölf Monaten zuvor sowie der niedrigste Wert, seit es Daten des Echtzeit-Systems zur Erkennung von Entwaldung gibt, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte.
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