Islamistischer Terrorismus
Zitat:Over 210 German militants traveled to Syria

Head of Germany’s domestic intelligence agency says over 210 German militants have travelled from the country to Syria since the Syrian conflict started nearly three years ago.

“There are well over 210 people, that we know of, who have gone to Syria,” said Hans-Georg Maassen, the president of the Federal Office for the Protection of the Constitution (BfV), on Saturday.

The official also expressed concern over the return of the German-born gunmen who are fighting alongside militants in Syria, saying, “I assume that about 50 people have come back, but there are probably only 15 or 16 who have definitely returned to us with battle experience.”

Referring to German women who join the extremists travelling to the Arab country, Maassen said, “At least 10 woman have accompanied men there.”

He believes that they are capable of “committing serious acts of violence, and we will have to watch them closely.”
...
http://www.presstv.ir/detail/2013/10/26 ... -in-syria/

Da man die Terroristen ja offensichtlich kennt, gibt es exakt zwei Möglichkeiten:

1. Man bekennt sich als Staat offen zum Terror
2. Man sperrt die Terroristen ein

Wie ich die deutschen Behörden einschätze, finden sie aber noch einen 3. Weg.
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Zitat:1. Man bekennt sich als Staat offen zum Terror
Meinst Du damit deutschen Staatsterrorismus in Syrien? Falls ja, müsstest Du jetzt noch den Beweis liefern, dass die deutschen Behörden besagte Leute als Terroristen nach Syrien geschickt haben.
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Du hast meinen kurzen Beitrag leider nicht mal im Ansatz begriffen. Hier also nochmal in der Langfassung:

Falls man Terroristen duldet (1. Variante), ihnen Unterschlupf gewährt, sie einreisen und ausreisen lässt und ihnen ohne Verfolgung Rückzugsräume gewährt und sie nicht verhaftet, dann unterstützt man sie.

Das hat mit Beweisen überhaupt nichts zu tun, sondern das ist eine logische Konsequenz. Die Behörden sagen ja selbst, dass sie heimische Terroristen über längere Zeit dabei beobachtet haben, wie sie exakt das tun. Man lässt sie einreisen, hier in Ruhe leben, man lässt sie sich organisieren und dann wieder ins Zielgebiet ausreisen um als Terroristen aktiv zu werden und danach lässt man sie wieder zurück in ihren Rückzugsraum einreisen. Man tut also nichts, außer sie zu beobachten.

Das ist das Gleiche wie bei den afghanischen Taliban und der Al-Kaida Gruppe um Osama Bin Laden, wobei die Taliban zum Ausliefern am Ende bereit gewesen wären... Wenn man sich für diesen Weg (Variante 1) also entscheidet, dann kann man sich auch als Staat zu bestimmter Form des Terrors (also jenem gegen Feinde) offen bekennen.

Die Alternative (2. Variante) wäre es, diese Vorgänge nicht nur zu beobachten sondern den Terror als solchen aktiv zu bekämpfen, zumindest wenn er heimisches Gebiet als Rückzugsraum nutzt. Man hat den Überwachungsstaat eingeführt und ihn genau damit gerechtfertigt. Also man hat gesagt, dass man uns alle überwacht um an die Daten und Profile von Terroristen zu gelangen, um sie zu bekämpfen. Na denn mal los Herr Innenminister! Die Daten liegen vor!

Eigentlich gibt es zwischen Variante 1 und Variante 2 keinen Dritten weg. Aber Deutschland wird diesen finden. Davon bin ich überzeugt. Hier wird sicherlich weder das Eine, noch das Andere geschehen. Man wird sich weder offen zum Terror bekennen, noch den Terror stoppen auch wenn man es könnte. Also wird man weiter "beobachten" und sich schockiert geben, wenn es ausnahmsweise auch mal hier oder bei Verbündeten kracht. Das ist die einzige rote Linie die man tatsächlich hat.
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Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass unsere öffentlich-rechtlichen Medien sich im Prinzip als Propagandakompanie für die in Syrien tätigen Terroristen betätigen.
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Zitat:Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass unsere öffentlich-rechtlichen Medien sich im Prinzip als Propagandakompanie für die in Syrien tätigen Terroristen betätigen.
Ist dies denn wirklich so? Wenn ja, welche Medien sollen es denn sein? Von Tagesschau über Spiegel-Online und FAZ, SZ & Co. bis n-tv u. a. haben alle immer wieder auch über die Islamisten berichtet, der Spiegel erst kürzlich sehr ausführlich.

@Topic

Wegen des Themas der "deutschen" Extremisten: Man muss anbei ein paar Dinge beachten. Wenn man sich anschaut, wie schwer sich deutsche Behörden taten, als es um sog. "Hassprediger" ging und um deren Abschiebung, so kann man erahnen, wie schwer es ist, jemanden mutmaßlich nur wegen eines Verdachtes hin zu kassieren. Dazu kommt die Frage, ob jemand nun Deutscher ist und als Konvertit (s. als Bsp. die Sauerland-Gruppe) dorthin kommen will, oder ob der Reisende Migrant mit deutscher Staatsangehörigkeit und nicht Konvertit ist, oder Migrant ohne Staatsangehörigkeit. Bei reinen Aufenthaltsgenehmigungen, doppelten Staatsbürgerschaften oder gar Asylstatus wird der ganze Komplex total zum juristischen Fiasko, solange nicht wirklich direkt ein dringender Tatverdacht den Zugriff berechtigt.

Zudem: Die wenigsten "deutschen Salafisten" & Co., die nach Syrien zu reisen gedenken, stehen mit Stirnband und Kalaschnikow brav in Frankfurt am Terminal und buchen den Direktflug nach Damaskus, so dass die Bundespolizei sie verhaften könnte. Es sind oft Routen über Drittstaaten, teils über zwei, drei Staaten und mehr. Die Netze sind heute sehr unübersichtlich geworden. Und wenn man sieht, wie schwer es war, Unterstützer von 9/11 zu überführen (Geldbeschaffer der Hamburger Zelle), ja überhaupt sie zu verhaften, kann man erahnen, wie schwer es nun ist solche kleineren Splittergruppen nur auf Verdacht zu fassen...
Zitat:Man lässt sie einreisen, hier in Ruhe leben, man lässt sie sich organisieren und dann wieder ins Zielgebiet ausreisen um als Terroristen aktiv zu werden und danach lässt man sie wieder zurück in ihren Rückzugsraum einreisen. Man tut also nichts, außer sie zu beobachten.
Das ist sogar nicht mal ganz falsch. Hat aber einen Haken. Es wird impliziert, dass dies gewollt und Absicht ist. Und das eben ist wiederum falsch, bzw. verzerrt den Blick. Solange sie in Deutschland keine Straftat begehen, solange international keine Haftbefehle bestehen oder der betreffende Staat, der sie sucht, keine Menschenrechtsklauseln vertritt, kann man nichts machen oder jemanden ausliefern, ohne Grundrechte auszuhebeln, in welchen auch die Reisefreiheit zementiert ist. Das gipfelte dann darin, dass manche nur indirekt in 9/11 verwickelte, al Qaida-nahe Finanztransakteure in Hamburg peinlicherweise frei herumliefen, Asylstatus genossen und auf offener Straße von Reportern verfolgt wurden.

Das ist in gewisser Weise der bittere Beigeschmack der Medaille Demokratie bzw. der demokratischen Freiheiten. Aber besser so, als wenn wir uns wegen ein paar hundert mutmaßlichen Fanatikern an die Abschaffung der demokratischen Grundrechte heranwagen. Solange es Fanatiker gibt (ich sage mal nun bewusst nicht Islamisten, es gibt da auch noch andere Extremistenarten), werden sie Wege finden, freiheitliche Gesellschaften zu ihren Gunsten auch auszunutzen, leider, nur heißt das eben a) nicht, dass man deswegen die Demokratie abschaffen muss und b) auch nicht, dass hier behördliche Absicht dahintersteht.

Schneemann.
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@Shahab3
Dein erster Punkt ist so formuliert, dass man zuallererst auf die Deutung kommt, Du würdest Deutschland Staatsterrorismus unterstellen. Wer sich "offen zum Terror bekennen" soll, hat sich entweder des Terrorismus oder zumindest der Unterstützung von Terrorismus bereits schuldig gemacht. Nichtstun bzw. Passivität demgegenüber sind aber nicht dasselbe.
Nicht mal der von Dir verlinkte PressTV-Artikel spricht von Terroristen, sondern nur von Militanten. Dir ist der Unterschied zwar bewusst, Du vermeidest es aber, ihn zu erwähnen. Schliesslich handelt es sich für Dich ja um Feinde, die es zu diffamieren gilt. Und wie soll das besser gehen, als sie mit dem Stigma "Terrorist" (DEM Feindbild des Westens notabene) zu brandmarken? Fakt ist, dass nach wie vor der Beweis fehlt, dass besagte militante deutsche Staatsbürger tatsächlich an terroristischen Attacken in Syrien beteiligt waren. Die Wahrscheinlichkeit besteht. Genausogut könnten sie auch einfach nur gegen die syrische Armee und deren militärische Verbündete gekämpft haben. Es wird für die deutschen Strafverfolgungsbehörden nicht ganz einfach sein, tatsächliche terroristische Delikte jener Bürger festzustellen. Sofern sie, wie Schneemann schon schrieb, überhaupt einen rechtlichen Handlungsspielraum haben. Selbstverständlich könnte man sie einfach auf den Verdacht hin inhaftieren. Damit würde aber eine Tür aufgestossen, die Du selber evtl. lieber verschlossen haben würdest. Denn: wenn man, sagen wir mal, mutmassliche sunnitische Terroristen auf reinen Verdacht hin einsperren darf, darf man auch sämtliche mutmasslichen Terroristen anderer Religionen/Ideologien einsperren, sprich Assad-Sympathisanten, etc.
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Schneemann schrieb:
Zitat:Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass unsere öffentlich-rechtlichen Medien sich im Prinzip als Propagandakompanie für die in Syrien tätigen Terroristen betätigen.
Ist dies denn wirklich so? Wenn ja, welche Medien sollen es denn sein? Von Tagesschau über Spiegel-Online und FAZ, SZ & Co. bis n-tv u. a. haben alle immer wieder auch über die Islamisten berichtet, der Spiegel erst kürzlich sehr ausführlich.

Ich meinte die GEZ-Sender.
Die 100 000 Toten wurden grundsätzlich allein auf Assads Konto geschrieben. Exzesse der islamistischen Blutsäufer, welche sie selber in Youtube eingestellt haben, werden ignoriert. Stattdessen wird hartnäckig von den "Aufständischen" gesprochen, die Rolle z.B. Saudi-Arabiens und ausländischer Söldner wurde jahrelang komplett verschwiegen. Das Schicksal der Minderheiten wurde bestenfalls als Nebensache abgehandelt.

Das ist nicht mehr bloß lahm, das ist Manipulation.

Hervorgetan in Sachen Ausgewogenheit hat sich dagegen z.B. die FAZ.
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@Off-Topic

Mitleser schrieb:
Zitat:Ich meinte die GEZ-Sender.
Die 100 000 Toten wurden grundsätzlich allein auf Assads Konto geschrieben. Exzesse der islamistischen Blutsäufer, welche sie selber in Youtube eingestellt haben, werden ignoriert. Stattdessen wird hartnäckig von den "Aufständischen" gesprochen, die Rolle z.B. Saudi-Arabiens und ausländischer Söldner wurde jahrelang komplett verschwiegen. Das Schicksal der Minderheiten wurde bestenfalls als Nebensache abgehandelt.
Dem muss ich eindeutig widersprechen. Sowohl gerade ARD und ZDF als auch die dritten Programme haben sehr oft fundiert auf die Verwicklungen in Syrien, etwa durch Saudi-Arabien, hingewiesen (Auslandsjournal, Aspekte, Tagesthemen). Sogar auf KiKa in den Kindernachrichten (wenngleich auch mit harmlosen, gezeichneten Bildern und auf Kindesniveau) wurden genau die Verstrickungen dort unten nachgezeichnet - was mich selbst sehr überraschte.

Schneemann.
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Schneemann schrieb:Dem muss ich eindeutig widersprechen. Sowohl gerade ARD und ZDF als auch die dritten Programme haben sehr oft fundiert auf die Verwicklungen in Syrien, etwa durch Saudi-Arabien, hingewiesen (Auslandsjournal, Aspekte, Tagesthemen).

Dass es kritische Töne in Bezug auf die Rebellen in den Medien gibt, gerade in den letzten Monaten gehäufter, kann man nicht grundsätzlich bestreiten. Da stimme ich Dir zu. Aber das Einräumen eines gewissen problematischen Anteils der Rebellen kam sehr, sehr spät und sehr, sehr leise. Sehr ähnlich wie ich das auch bei Dir über die Monate beobachtet habe. Und diese leisen Relativierungen stehen in keinem Verhältnis zum über Monate hinweg vorgetragenen Propagandafeuerwerk. Aber nun gut, letztlich kann man die Medien dafür nicht veurteilen. Die Erwartungshaltung ist einfach falsch. Dort sitzen auch nur Menschen, mit einer politischen Überzeugung, mit einer Redaktion die gewisse Vorgaben macht und Verlagen die auf Gedeih und Verderb von ihren Geldgebern abhängig sind. Keine Zeitung finanziert sich über den Verkaufspreis. Daraus folgt das gewisse Darstellungen einfach keinen Markt haben. Darüber hinaus gibt es in Deutschland vielleicht eine Handvoll Mantelredaktionen für internationale Themen. Die Artikel werden in der Regel dann innerhalb der Verlagsgruppe und zwischen diesen verteilt oder verkauft und mit geringen Änderungen gedruckt. Wenn man ein bischen Einblick in das Verlagswesen nimmt, dann ist man erschrocken wie gering die Meinungsvielfalt leider tatsächlich ist und sein kann.
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Zitat:Dass es kritische Töne in Bezug auf die Rebellen in den Medien gibt, gerade in den letzten Monaten gehäufter, kann man nicht grundsätzlich bestreiten. Da stimme ich Dir zu. Aber das Einräumen eines gewissen problematischen Anteils der Rebellen kam sehr, sehr spät und sehr, sehr leise. Sehr ähnlich wie ich das auch bei Dir über die Monate beobachtet habe. Und diese leisen Relativierungen stehen in keinem Verhältnis zum über Monate hinweg vorgetragenen Propagandafeuerwerk
Du verdrehst hier den Zusammenhang. Wieso? Ganz einfach: Genauso, wie der Einfluss islamistischer Rebellen/Terroristen im syrischen Bürgerkrieg in den letzten eineinhalb Jahren wuchs, genauso habe ich auch selbst manches diesbezüglich zunehmend kritischer betrachtet. Wenn du meine Kommentare gelesen hättest, so müsste dies dir auch aufgefallen sein. Nun quasi aber zu suggerieren, dass indirekt ja ich nun auf den Kurs der "Die Rebellen sind alles Terroristen!"-Propaganda-Linie einschwenke, weil dies, also dass alle Rebellen Terroristen seien, ja angeblich immer und seit Kriegsbeginn schon so war, ist ein recht durchschaubares und schlicht unsachliches Manöver, weil es durch die Blume meint deuten zu müssen, dass die Rebellen ja schon immer allesamt Terroristen waren (so wie Assad und Co. es seit Beginn falscherweise propagierten) und ich nun dies langsam erkannt habe. Anbei habe ich indessen aber schon mindestens zwei bis drei Male in langen Texten be- und geschrieben (im Syrien-Thread), wie sich die Entwicklungen seit 2011 zur heutigen Lage verhielten und weswegen heute eben viele der (gemäßigten) Rebellen zunehmend zu Gunsten sunnitisch-salafistischer Extremisten in den Hintergrund gedrängt worden sind bzw. weswegen der Einfluss der Fundamentalisten so erschreckend drastisch zunahm. Und das alleine müsste dir selbst im Grunde schon aufzeigen, wie unhaltbar deine Deutung hier ist...

@Off-Topic
Zitat:Daraus folgt das gewisse Darstellungen einfach keinen Markt haben. Darüber hinaus gibt es in Deutschland vielleicht eine Handvoll Mantelredaktionen für internationale Themen. Die Artikel werden in der Regel dann innerhalb der Verlagsgruppe und zwischen diesen verteilt oder verkauft und mit geringen Änderungen gedruckt. Wenn man ein bischen Einblick in das Verlagswesen nimmt, dann ist man erschrocken wie gering die Meinungsvielfalt leider tatsächlich ist und sein kann.
Mediengruppen und Verlagsnetzwerke haben i. d. T. ihre teils zeit- und arbeitssparenden Vorgehensweisen, weswegen manche Zitate und Quelltexte oft mehrfach und nur gering abgewandelt in verschiedenen Publikationen eines Konglomerats zu finden sind. Dennoch konnte und kann man in der deutschen Medienlandschaft Meldungen zu Verbrechen beider Bürgerkriegsparteien haufenweise finden. Ein Gefühl der Einseitigkeit ist fast nur dann gegeben, wenn ich mich auf bestimmte und auch einschlägig verortbare Medienkonzerne konzentriere oder gar nur die Boulevardpresse bemühe. Nun, dann mache ich mir eben ein wenig Mühe und schaue mich im gesamten Spektrum um, und so finde ich sehr schnell dutzende, sehr kritische und die Rebellen im negativen Sinne (Kriegsverbrechen etc.) betreffende Meldungen - gerade auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Insofern ist dieser Vorwurf der Einseitigkeit der deutschen Medienlandschaft schlicht falsch.

Und wenn du hierbei schon so derart kritisch ein Auge darauf wirfst, weswegen postest du dann vorzugsweise iranische Quellen, wo du ja selbst ob deines "kritischen Auges" entsetzt sein und wissen müsstest, dass dort fast nie Meldungen über Verbrechen des Assad-Regimes zu finden sind, weil sie schlicht unterdrückt werden... :wink:

Schneemann.
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Ich hab vor allem bei ard.de immer mal wieder reingeschaut und mich jedesmal schwarz geärgert.
Im Frühjahr fand dann ein überraschender Umschwung in der Syrien-Berichterstattung statt, der kam so plötzlich dass man schier die Reifen quietschen hörte.
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Schneemann schrieb:Und wenn du hierbei schon so derart kritisch ein Auge darauf wirfst, weswegen postest du dann vorzugsweise iranische Quellen, wo du ja selbst ob deines "kritischen Auges" entsetzt sein und wissen müsstest, dass dort fast nie Meldungen über Verbrechen des Assad-Regimes zu finden sind, weil sie schlicht unterdrückt werden... :wink:

An eurem Gegensatz wird aber schön deutlich, dass die deutschen Medien nicht über den Vorwurf der Meinungsmache oder eben weniger nett ausgedrückt, des Propagandabetriebs erhaben sind. Ich würde es auch als naiv bezeichnen, wenn man die deutschen Medien generell und auch diesen Konflikt betreffend, von jenem Vorwurf freisprechen würde. Gerade dann, wenn die politische Konstellation und Deutschlands Positionierung innerhalb dieser einem bekannt ist.

Die EU und USA haben sich schon in der Vergangenheit gegen den Iran und pro Saudi-Arabien positioniert. Es ist für den halbwegs denkenden(und ehrlichen) Beobachter augenscheinlich, dass man sich medial interessentechnisch auch in diesem Konflikt, der ja quasi ein proxy-war zwischen Iran und SA ist, entsprechend konsequent positioniert. Und westliche oder eben deutsche Medien sind definitiv nicht von dem Vorwurf freizustellen, dass Ganze, wie auch andere Sachverhalte, aus dem Blickwinkel nationaler Interessen zu vermitteln und zu kommentieren.

Ich würde auf keinen Fall die deutsche Berichterstattung/Presse mit der iranischen gleichsetzen, aber ich würde sie auch nicht in ihren abstrakten Intentionen entgegengesetzt, nach dem Motto "hier die bösen Propagandisten und dort die freie wahrhaftige Presse" einordnen.

Man hat sich, wie ich finde, schon noch (zu viel) Zeit gelassen, als bereits die Jihadisten in Syrien den Ton angaben, saudische Gelder flossen und Gräueltaten der Anti-Assadisten auf der Tagesordnung standen, mit der eindeutig kritischen Berichterstattung. Da haben Russen schon deutlich früher angefangen die Massenexekutionen und Verschleppungen der "Rebellen" aufzudecken. Wo man in Deutschland den Russen natürlich politisch motivierte Berichterstattung an dieser Stelle vorwerfen kann, weil sie nur die eine Hälfte der Wahrheit preisgegeben haben, wirft man den Deutschen im Ausland sicherlich das selbe bzgl. der anderen Hälfte vor. Berechtigt wie ich finde. Der Schwenk hat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, an dem jede intelligente Presse in einem Land mit weitflächigem Internetzugang sich selbst seiner Glaubwürdigkeit beraubt hätte bei anhaltender Tendenz, da die weiter erstarkenden Jihadisten ihre immer öfter stattfindenden Gräueltaten sogar selbst über das Internet verbreitet haben.

Und darin liegt eben der deutliche Unterschied zwischen der russischen/iranischen und der deutschen Berichterstattung. Nämlich, dass man in Deutschland inzwischen geschickterweise tatsächlich umgeschwenkt hat. Ich würde weder die zu lange andauernde pro "Rebellen" Berichterstattung negieren, noch das aktuell ausgeglichenere Bild des Konflikts in den deutschen Medien. Und auch vorher gab es sehr vereinzelt kritische Meldungen über Jihadisten & Co., nur war das Verhältnis so dermaßen unausgeglichen, dass das Gegenbild eindeutig dominierte.
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@Off-Topic

Patriot schrieb:
Zitat:An eurem Gegensatz wird aber schön deutlich, dass die deutschen Medien nicht über den Vorwurf der Meinungsmache oder eben weniger nett ausgedrückt, des Propagandabetriebs erhaben sind. Ich würde es auch als naiv bezeichnen, wenn man die deutschen Medien generell und auch diesen Konflikt betreffend, von jenem Vorwurf freisprechen würde.
Eine gewisse Differenzierung, was denn die deutschen Medien hierbei sind, könnte doch sehr hilfreich sein. Welche "deutschen Medien" machen den "welche Meinung"? Wir haben ein sehr breites Spektrum an Presseorganen, die von links bis rechts die gesamte Bandbreite abdecken, und dabei sehr unterschiedliche Standunkte haben. Insofern ist der Vorwurf der Meinungsmache "der deutschen Medien" schlicht nicht haltbar. Worin man hingegen eher einen Vorwurf sehen kann, ist, welche Meinungsmache man selbst (auch unbewusst) macht. Ich nehme mich nicht aus, und ich habe auch meine eigene Meinung. Also: Warum postet Schneemann denn gerne Spiegel-Online, und nicht die taz? Könnte man kritisieren, aber nicht per se auf die Medien hier in Deutschland einhauen...
Zitat:Ich würde auf keinen Fall die deutsche Berichterstattung/Presse mit der iranischen gleichsetzen, aber ich würde sie auch nicht in ihren abstrakten Intentionen entgegengesetzt, nach dem Motto "hier die bösen Propagandisten und dort die freie wahrhaftige Presse" einordnen.
Sicher nicht ganz falsch, aber man muss dennoch stark unterscheiden, ob hier eine freie Presselandschaft, auch wenn evtl. mit Tendenz und Eigenmeinungen, und auf der anderen Seite eine staatlichen Restriktionen und einer Zensur unterworfene Presse arbeitet. Ohne dies mit einzubeziehen, macht eine solche Gegenüberstellung überhaupt keinen Sinn.
Zitat:Ich würde weder die zu lange andauernde pro "Rebellen" Berichterstattung negieren, noch das aktuell ausgeglichenere Bild des Konflikts in den deutschen Medien. Und auch vorher gab es sehr vereinzelt kritische Meldungen über Jihadisten & Co., nur war das Verhältnis so dermaßen unausgeglichen, dass das Gegenbild eindeutig dominierte.

Das war ja auch richtig, bzw. den Tatsachen schlicht angepasst. Wieso sollte man zu einem Zeitpunkt (2011/2012), als höchstens 10-20% aller syrischen Rebellen islamistische Hintergründe hatten und der große Teil der Gewalt (noch) vom Assad-Regime ausging, 50% der Medienmeldungen mit Islamistenkommentaren füllen - und somit übrigens auch die Meinung zu Gunsten von Assad manipulieren? Heute sind wohl mittlerweile mehr als 35-40% der Rebellen den Extremisten zuzuordnen, deswegen haben sie auch einen deutlich höheren Meldungsanteil. Das hat insofern nichts mit umschwenken zu tun, sondern man richtet die Berichterstattung eben nun an den jetzigen Begebenheiten aus.

PS: Nur am Rande: Wir bewegen uns hier nun ziemlich im Off-Topic, insofern, auch wenn ich manche Antwort nicht gleich kaschieren möchte (bitte mit "Off-Topic" vermerken), sollten wir von der Medienkritik/Meinungsmache/Propagandathematik so langsam zurück zum islamistischen Terror finden. Danke.

@Topic

Schwerer Anschlag auf Schiiten durch mutmaßlich - auch wenn kein Bekennerschreiben etc. vorliegt - sunnitische Extremisten in Irak...
Zitat:Bomben in Bagdad und Mossul

Viele Tote bei neuen Anschlägen im Irak

Bei mehreren Anschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Angaben über die Zahl der Todesopfer reichen von 35 bis 49. Dutzende Menschen wurden verletzt. Laut Polizei und Ärzten explodierten zehn Autobomben in verschiedenen Stadtteilen, in denen überwiegend Schiiten wohnen. Niemand bekannte sich zu der Tat.

Auch in der nordirakischen Stadt Mossul gab es einen Anschlag. Sieben Menschen wurden getötet und 39 weitere verletzt, als eine Bombe vor einer Bank explodierte. Dort hatten sich Angehörige der Streitkräfte angestellt, um ihren Sold abzuholen.

In den vergangenen Monaten hatte die Zahl politisch und religiös motivierter Anschläge im Irak wieder zugenommen. Allein im September kamen nach Angaben der Vereinten Nationen fast 900 Zivilisten ums Leben.
http://www.tagesschau.de/ausland/irak-a ... ge122.html

Schneemann.
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Zitat:on Dec 09, 2013 10:1
US, Allies Reach Out to Al-Qaeda Militants in Syria

TEHRAN (FNA)- The US and its allies have held direct talks with key Al-Qaeda-affiliated extremist militants in Syria, Western officials said, explaining that Sunni Wahhabi fighters long shunned by the US have gained on the battlefield and Washington needs to establish relations with them now.

At the same time, Saudi Arabia is taking its own outreach further, moving to directly arm and fund one more Wahhabi group, the Army of Islam.
...
http://english.farsnews.com/newstext.as ... 0917001101
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Die Problematik, dass sich teils konvertierte Fanatiker, die auch ursprünglich nicht aus der Nahost-Region stammen, den in Syrien kämpfenden islamistischen Fundamentalisten (ISIS, al Nusra-Front u. a.) anschließen und später dann wieder in ihre früheren Heimatländer nach bspw. Europa - und auch nach Deutschland - oder in die USA zurückkehren und dort dann zu potenziellen "Zeitbomben" werden, wurde hier im Forum schon öfters thematisiert (u. a. auch von Shahab3 im Syrien-Strang). Einige Vorfälle in der letzten Zeit zeigen dieses Gefahrenmoment nun wieder drastisch auf und geben verstärkt Grund zur Sorge.

Zuerst genannt sei hier das Attentat auf das jüdische Museum in Brüssel vor einer Woche...
Zitat:Attentat von Brüssel: Tatverdächtiger kämpfte in Syrien

Der nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel verhaftete Franzose ist offenbar erst kürzlich von Kämpfen an der Seite syrischer Rebellen zurückgekehrt. Das haben die ermittelnden Staatsanwaltschaften in Belgien und Frankreich mitgeteilt. Der 29-Jährige war am Freitag in einem Busbahnhof in Marseille verhaftet worden. Bei sich trug er eine Waffe und Munition, wie sie bei dem Angriff auf die Besucher des Brüsseler Museums zum Einsatz gekommen war. [...]

Am 24. Mai war ein Mann in das Jüdische Museum in Brüssel gestürmt und hatte mit einer Kalaschnikow das Feuer eröffnet. Dabei tötete er eine Französin und ein israelisches Paar. Ein belgischer Museumsbesucher schwebt noch immer in Lebensgefahr.
http://de.euronews.com/2014/06/02/atten ... in-syrien/

...ferner ein Vorfall in Syrien selbst, der vor allem auch in den US-Medien (wer sie denn zufällig verfolgt hat) für einige Aufregung sorgte...
Zitat:Bürgerkrieg in Syrien

Amerikaner verübt Selbstmordanschlag

Erstmals im syrischen Bürgerkrieg ist ein amerikanischer Bürger als islamistischer Selbstmordattentäter identifiziert worden. In Amerika und anderen westlichen Staaten wächst die Sorge vor radikalisierten Rückkehrer. [...]

Moner Mohammad Abu-Salha alias Abu Hurayra Al-Amriki werde verdächtigt, hinter einem Anschlag auf einen Lastwagen der syrischen Streitkräfte am Sonntag in der nördlichen Provinz Idlib zu stecken, sagte die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums. Sie bestätigte damit Berichte, die schon seit Tagen im Internet und in den Medien kursierten. [...] Laut „New York Times“ hatte er eine zweimonatige Ausbildung zum Dschihadisten in einem Trainingslager in Aleppo absolviert und sich der radikalislamischen Al-Nusra-Front angeschlossen, die von Washington als Terrorgruppe eingestuft wird. Ein anderer Al-Nusra-Kämpfer beschrieb den Mann als entschlossenen und engagierten Kämpfer, der nur gebrochen Arabisch sprach. Al-Amriki heißt auf Arabisch „der Amerikaner“. [...]

Zwischen 9000 und 11 000 Kämpfer sollen seit Beginn des Bürgerkriegs in das Land gekommen sein. Die meisten stammen aus Nachbarstaaten, aber auch 100 Kämpfer aus den Vereinigren Staaten sollen sich laut „New York Times“ dem Kampf der Rebellen angeschlossen haben.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 65847.html

Schneemann.
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