USA vs. Iran
Zitat:IRGC doubles missile activities despite US pressure: Commander
Sat Jan 30, 2016 10:53AM
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"We doubled our activities and the American demands from Iran had an opposite result," Commander of the IRGC’s Aerospace Division Brigadier General Amirali Hajizadeh was quoted saying on the Basij Press website.

“Today, the enemies are bringing up the issue of missile-related sanctions and expecting us to back down. But, the IRGC’s reaction to this American demand will be aggressive,” he said.
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"They are after certain goals in a number of fields, including the military and war, targeting the country’s security, culture and economy because they have a problem with the essence of the establishment and their problem is not nuclear," he said.
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http://www.presstv.ir/Detail/2016/01/30 ... -Hajizadeh
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Zitat:Iran ready for ‘decisive confrontation’ with US
Fri Jun 3, 2016 10:30AM
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Defining her hawkish foreign policy in a speech Thursday in San Diego, Clinton said the US could disarm Iran by military action if she became the president.
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“Although talk of all options being on the table against Iran is a propaganda show in the United States, the Islamic Iran is prepared for a decisive and difficult confrontation with any American option,” Brig. Gen. Massoud Jazayeri, deputy chief of staff of Iran armed forces, said on Friday.

"Our nation and armed forces have never sought a war, but they have not neglected their defensive preparation for a moment," the commander said.
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http://presstv.com/Detail/2016/06/03/46 ... n-Jazayeri
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Es geht wieder los...medienwirksam ist vor ein paar Tagen ein US-Flugzeugträger in Richtung persischer Golf losgedampft und es wird fleissig mit dem Säbel gerasselt.

Ein Schelm, wer dann bei folgender Meldung Böses denkt:
Zitat:FUJAIRAH, UNITED ARAB EMIRATES - Saudi Arabia said Monday two of its oil tankers were damaged in mysterious “sabotage attacks” in the Gulf as tensions soared in a region already shaken by a standoff between the United States and Iran.
It came as U.S. Secretary of State Mike Pompeo scrapped a planned visit to Moscow to head to Brussels instead for talks with European officials on Iran.
Tehran called for an investigation into the “alarming” attacks and warned of “adventurism” by foreign players to disrupt maritime security.
Britain warned of the danger of conflict erupting “by accident” in the Gulf.
The U.S. has already strengthened its military presence in the region, including deploying a number of strategic B-52 bombers in response to alleged Iranian threats.

Quelle: https://www.japantimes.co.jp/news/2019/0...NnZaPZuLIU

Es wäre natürlich der absolut plumpste Versuch, das den Iranern in die Schuhe zu schieben, um einen Vorwand zu haben für...aber das hatten wir ja alles schon. Mehrfach.
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Ob man dies nun als Vorgeschichte zu einem Krieg ansehen oder gar mit Irak oder Vietnam (wie Herr Trittin meinte) vergleichen kann, bezweifle ich dann doch. Es gibt zwar dieses Gedankenspiel des maximalen Drucks auf Iran, aber ich denke, dass man dennoch keinen Krieg anzetteln will. Einerseits würden die Kräfte aktuell hinten und vorne nicht ausreichen, selbst ein gezielter Schlag gegen irgendwelche Atomanlagen würde nicht ausreichend geführt werden können, zweitens hat Trump explizit gesagt - wenn man ihm Glauben schenken mag -, er wolle keinen neuen Krieg in Nahost beginnen und nicht die Fehler seiner Vorgänger wiederholen. Die Frage ist nur, ob durch dieses Risikospiel - und einige lehnen sich arg weit aus dem Fenster - nicht "versehentlich" doch ein Krieg ausbricht.

Schneemann.
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Zitat:USA

Neue Sanktionen zeigen laut Iran den „amerikanischen Wirtschaftsterrorismus“

Das iranische Außenministerium erklärt die neuen US-Sanktionen als „absurd, leer und betrügerisch“. Sie seien Beleg amerikanischer Unglaubwürdigkeit.

Teheran - Der Iran hat die neuen US-Sanktionen gegen einen iranischen Petrochemie-Konzern als Beleg für die Unglaubwürdigkeit der amerikanischen Gesprächsangebote gewertet.

„Die jüngsten US-Sanktionen sind erneut ein klarer Verstoß gegen internationale Vorschriften und eine Bestätigung des amerikanischen Wirtschaftsterrorismus“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Samstag. Sie zeigten, dass die Verhandlungsangebote des US-Präsidenten Donald Trump „absurd, leer und betrügerisch“ seien, sagte der Sprecher laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. [...] Die jüngsten US-Sanktionen erschweren auch die geplanten Vermittlungsversuche des deutschen Außenministers Heiko Maas und des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Beide werden sich in den kommenden Tagen mit der iranischen Führung in Teheran treffen. Maas will den Ausstieg des Irans aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 verhindern, Abe will Teheran zu Verhandlungen mit den USA motivieren.
https://www.handelsblatt.com/politik/int...GY3Cyf-ap5

Ferner:
Zitat:Treffen in Teheran

Irans Außenminister droht USA mit den Folgen eines Kriegs

Bundesaußenminister Heiko Maas hat im Namen der Europäer ein Bekenntnis zum Iran-Atomabkommen abgelegt. „Die Lage sei außerordentlich ernst“, sagte er nach einem Treffen mit seinem Kollegen Mohammad Dschawad Sarif. Sarif erklärte in Richtung USA, "die, die solche Kriege anzetteln, können nicht erwarten, sicher zu bleiben“. [...] „Derjenige, der einen Krieg mit uns anfängt, wird nicht derjenige sein, der ihn beendet“, sagte Sarif am Montag bei einer Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Teheran. [...]

Die US-Regierung hatte sich vor einem Jahr aus dem Atomabkommen zurückgezogen. Deshalb gibt es aktuell Spannungen mit dem Iran. Im Mai teilte die iranische Regierung mit, sie werde anfangen, Uran auf einem Level anzureichern, das sich dem für die Herstellung von Waffen nähere, sollte Europa nicht bis 7. Juli neue Konditionen für das Abkommen ausarbeiten. Maas versuchte in Teheran, das Atomabkommen zwischen dem Iran und China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland zu retten. Er rief den Iran zum Verbleib im internationalen Atomabkommen auf. Dies sei für Europa aus Sicherheitsgründen „außerordentlich wichtig“, sagte er.
https://www.welt.de/politik/ausland/arti...n-USA.html

Schneemann.
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Schon wieder...
Zitat:Im Golf von Oman sind am Donnerstagmorgen zwei Tanker beschädigt worden. Die Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement teilte in Singapur mit, ihr Tanker "Kokuka Courageous" sei nach einem mutmaßlichen Angriff evakuiert worden.
[…]
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hat mindestens ein Torpedo das Schiff auf der Steuerbordseite getroffen. Laut der Reederei besteht keine Gefahr, dass dieses Schiff sinkt. Die Ladung sei "intakt".
[…]
Die "Front Altair" unter der Flagge der Marschallinseln sei vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emiraten von einem Torpedo getroffen, berichtete die Schifffahrtszeitung "Tradewinds" unter Berufung auf Branchenkreise. Die Reederei der "Front Altair" hingegen bestätigte eine Attacke auf den Öltanker zunächst nicht. Bisher sei nur klar, dass es eine Explosion und einen Brand an Bord gegeben habe, sagte ein Sprecher der Reederei.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/H...ff100.html

Beim ersten Mal Sabotage, diesmal Torpedo-Angriff?
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Nach aktuellem Stand ist es ziemlich unklar, wer genau hinter den Angriffen steckt. Und ob es ein Torpedo-Angriff war, darüber gibt es zudem keine Sicherheit. Einige Meldungen deuten auch auf Haftminen oder Seeminen hin. Weiterhin: Zumindest die Front Altair scheint, wenn man sich die Bilder anschaut, auf der Steuerbordseite beträchtlich beschädigt, ob das Schiff wieder in Fahrt kommt, sei dahingestellt. Bei der Kokuka Courageous ist der Schaden hingegen relativ überschaubar. Personalverluste gab es, von einem Verletzten abgesehen, auf den Schiffen nicht. Die Besatzungen wurden mittlerweile nach Dubai gebracht.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage am Golf gehen derweilen die Schuldzuweisungen in Richtung Iran, zumindest seitens der USA, Großbritanniens und der Saudis, was aber auch der politischen Situation und der bestehenden Animositäten geschuldet sein mag. Die EU ist bislang noch sehr zurückhaltend.
Zitat:Krise am Golf von Oman

Seeleute eines angegriffenen Tankers verlassen Iran

Sie waren nach dem Brand auf ihrem Tanker gerettet und zunächst nach Iran gebracht worden. Jetzt konnten 23 Seeleute der "Front Altair" nach Dubai ausreisen. Die Urheber der mysteriösen Attacke sind weiter unbekannt. Die Besatzung des im Golf von Oman durch eine Explosion beschädigten Tankers "Front Altair" ist nach Angaben der norwegischen Reederei Frontline am Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eingetroffen. Die Seeleute seien demnach vom iranischen Bandar Abbas nach Dubai geflogen worden. Nach früheren Äußerungen der Reederei handelt es sich um elf Russen, einen Georgier und elf Philippiner. [...]

An Bord der "Kokuka Courageous" war ein Mitglied der 21-köpfigen philippinischen Crew leicht verletzt worden. Ein niederländisches Schiff nahm die Besatzung auf und übergab sie an ein US-Marineboot. Sie war schon am Freitag auf das Schiff zurückgekehrt, damit es geschleppt werden kann. [...]

International sorgte der mutmaßliche Angriff für gegenseitige Vorwürfe. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video, das ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarden zeigen soll, wie es an einem der Tanker festmacht, um eine nicht explodierte Haftmine vom Rumpf zu entfernen. Auch US-Präsident Donald Trump warf Iran vor, für die Explosionen verantwortlich zu sein. In einem Interview sagte er gegenüber dem US-Sender Fox News: "Der Iran hat es getan." [...] Auch Großbritannien machte Iran verantwortlich. Der britische Außenminister Jeremy Hunt hatte erklärt, nach Einschätzung seiner Regierung stecke mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" Teheran hinter der Tat. [...]

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif wies die Vorwürfe der USA als "gegenstandslos" zurück. Die US-Regierung beschuldige Iran, ohne einen "Schnipsel" Beweise vorzulegen, kritisierte er. Der iranische Präsident Hassan Ruhani bezeichnete die USA als "schwere Bedrohung für die Stabilität" in der Region.

Saudi-Arabien sprach von "Terroroperationen". Das sunnitische Königshaus sieht im schiitischen Iran einen Erzfeind und Rivalen in der Region und verschärft seit Wochen den Ton gegenüber Teheran.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/g...72645.html

Schneemann.
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Mal abgesehen von Mutmassungen zu allen Akteuren, die einen Krieg anzetteln wollen (aka False Flag), ist der einzige Gedanke, den ich bisher dazu gelesen habe, folgender: Die Iraner wollen als Reaktion auf die Sanktionen die Strasse von Hormus dicht machen bzw. den zivilen Schiffsverkehr lahmlegen. Anders ausgedrückt: "Wenn wir nicht ungehindert wirtschaften dürfen, dann sollen die anderen das auch nicht." Das wäre aus iranischer Sicht aber sehr selbstmörderisch, da eine solche Trotzreaktion direkt in den bewaffneten Konflikt mündet.
Sonst kann ich mir aus iranischer Sicht echt keinen Reim mehr draus machen. Die erste Aktion gegen Schiffe bei Fudschaira vor ein paar Wochen hat gezeigt, dass die Iraner dazu in der Lage sind, wenn sie wollen/müssen (falls sie damals dahintersteckten). Da braucht es keine zweite solche Aktion, um nochmals drauf hinzuweisen. Es sei denn, bei einem Kommandanten der Revolutionsgarden ist eine Sicherung durchgebrannt.

Zu False Flag, da gäbe es natürlich einige Akteure, die ein Interesse hätten:
- Das Konglomerat USA/Israel/Golfmonarchien (oder ein Teil davon).
- Iran selber, um es endlich hinter sich zu bringen (warum auch immer). Man würde so einen Angriff der USA provozieren und könnte "legitim" Vergeltungsmassnahmen durchführen. Für die Iraner ist es wichtig, dass die USA den ersten grossen Angriff ausführen, damit sie sich als Opfer hinstellen können.
- Achtung, wilde Verschwörungstheorie: Jemand, der die volle Aufmerksamkeit der US-Streitkräfte während längerer Zeit im Persischen Golf benötigt. Gab mal einen Roman, wo die Chinesen sowas anzetteln, um die US Navy aus der Region von Taiwan rauszuhaben, damit sie sich das dann einverleiben können. Wäre dann aber sehr weit hergeholt.
- Oooder, ganz weit spekuliert: Trittbrettfahrer? Besteht zwischen den attackierten sechs Schiffen sonst noch irgendein Zusammenhang?

Den Krieg könnte man jedenfalls einfacher anfangen, das ist alles sehr umständlich.
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Verzeiht mir meine Unwissenheit zu dem Thema (habe dieses Forum zufällig während meiner Internetrecherche gefunden), aber ich habe folgende Passage in einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung gelesen, den ich diesbezüglich zumindest als plausibles Motiv der Iraner betrachte:

Zitat:[...] Überhaupt muss man die Eskalation der vergangenen Wochen als eine Art Signalübung beider Seiten lesen. Falls Iran tatsächlich hinter den Haftminen-Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus gestanden hat, falls Iran die Drohne tatsächlich im neutralen Luftraum abgeschossen hat, so handelte es sich immer auch um eine kalkulierte und kontrollierte Provokation, bei der Menschen nicht gefährdet werden sollten.

Nicht anders sind die Signale aus Washington zu lesen: Die USA mögen tausend zusätzliche Soldaten an den Golf verlegen oder Aufklärungsdrohnen durch die Luft schwirren lassen (bei deren technologischen Fähigkeiten es übrigens unerheblich ist, ob sie im iranischen Luftraum oder außerhalb fliegen) - jenseits aller martialischer Gesten mangelt es ja nicht an Bekundungen des Präsidenten, dass er eine kriegerische Auseinandersetzung nicht will.

Kaffeesatzleserei ist in Fragen von Krieg und Frieden eine besonders unerfreuliche Disziplin, aber die verwirrende Motivlage der Kontrahenten zwingt geradezu zu Spekulationen. Iran hat seit der einseitigen Kündigung des Nuklearabkommens durch die USA nur ein Ziel: Das Land will der ökonomischen Isolation entkommen, die Washington mit seiner Wirtschaftsmacht geschaffen hat. Die Ölexporte sinken dramatisch, die Wirtschaftskrise kann schnell in eine Existenzkrise des Regimes umschlagen.

Der Weg aus der Isolation ist freilich verbaut. Europa ist zu schwach, um gegen die Drittstaaten-Sanktionen der USA aufzubegehren. China sieht sich in einen eigenen Handelskrieg mit Washington verwickelt und wird wegen geringer iranischer Ölmengen die eigene Lage nicht mutwillig verschlechtern. Bleibt der globale Ölmarkt, der durch die Kriegsgefahr am Golf blitzartig unter Druck geraten ist. Steigende Rohstoffpreise wirken sich unmittelbar auf die Konjunktur aus - in Europa wie auch in China.

Nach iranischer Lesart könnte es also eine Option sein, den Druck umzukehren, die USA in einen kontrollierten Konflikt zu verwickeln, um so etwa neue Verhandlungen zu erzwingen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat gerade vorgeführt, wie man durch gesteigerte Unberechenbarkeit und Unbotmäßigkeit interessant wird - gerade für diesen Präsidenten. Allein: Iran ist nicht Nordkorea, das Land ist Urheber gravierender regionaler Instabilität, seine destruktive Kraft ist von Jemen bis in die schmale Wasserstraße von Hormus zu spüren. Auch wenn die Nuklearisierung des Landes mithilfe des Atomabkommens unter Kontrolle zu sein schien - ein berechenbarer Akteur war Iran damit noch lange nicht. Klugerweise hätte man Iran für diese regionalen Muskelspiele zur Verantwortung ziehen können, ohne das Nuklearabkommen zu zerstören. Klugheit ist aber nicht Teil der Außenpolitik unter Trump. [...]

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/iran...493472!amp

TLDR: Gezielte, immer weiter fortschreitende und eskalativere Aggressionen seitens der Iraner, ausgelöst durch die zunehmend kritische Wirtschaftssituation durch die US-Sanktionen, um einen Angriff der USA zu provozieren und eine bessere Verhandlungsposition im Falle von Friedensverhandlungen zu erzielen, da, außer ich übersehe irgendeine mögliche Motivation der USA, ein Krieg kurz vor den Präsidentschaftswahlen sicherlich nicht gerade Wählerstimmen generiert.
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Ob nun wirklich die Iraner dahinterstecken, dürfte davon abhängen, wer sich gerade intern in Teheran durchgesetzt hat. Es gibt die Gemäßigten, die aber aktuell in einer eher schlechten Position sind. Sie hatten den Nukleardeal einstmals mit begünstigt, ausgehandelt und diesen verteidigt mit dem Hinweis, dass es dem Land durch neue Handelsabkommen auch wirtschaftlich besser gehen würde. Nun haben die USA diesen Vertrag aber ausgehebelt und neue Sanktionen erlassen. Darunter leiden wiederum vor allem die normalen Bürger auf der Straße, die dann natürlich den Hardlinern eher geneigt sind zu glauben nach dem Motto Schaut her, die Tauben haben uns mit dem Nukleardeal eine goldene Zukunft versprochen, und jetzt geht es uns dafür noch schlechter! Das zieht bei manchen durchaus und dies könnte intern den Falken Auftrieb gegeben haben.

Allerdings ist es wiederum so, dass auch die Falken nicht umherkommen, gewisse geostrategische und innenpolitische Begebenheiten zu akzeptieren. Im Inneren gärt es, bedingt durch die Sanktionen sind die Miet- und Spritpreise explodiert, die Infrastruktur ist marode (bei einer Flutkatastrophe im Nord- und Südwesten des Iran wurden im März ganze Provinzen verwüstet und abgeschnitten, die behördliche Hilfe kam dann sehr spärlich, wofür vor Ort zumeist Teheran verantwortlich gemacht wurde, es kam sogar zu Verhaftungen, weil Kritik unterdrückt werden sollte). Kurzum: Das Innere ächzt gerade hinten und vorne.

Weiterhin hat man außenpolitisch alle Hände voll zu tun: Zoff mit den Saudis, Krieg im Jemen, Krieg in Syrien, Stabilisierung eines labilen Irak, Feindschaft zu Israel via Hisbollah - und dies kostet alles Geld und Ressourcen. Selbst ohne Sanktionen wäre dies ein außenpolitischer und wirtschaftlicher Kraftakt. Mit Sanktionen jedoch läuft man sehr stark Gefahr, sich hier endgültig strategisch zu überdehnen. Von einem zusätzlichen Konflikt in der Straße von Hormus gegen die USA und ggf. die anderen Golfanrainer reden wir hier noch gar nicht.

Insofern: Wenn es die Hardliner in Iran waren, dann wollen sie zeigen, dass sie noch da sind - ohne das es Opfer gibt. Allerdings wollen sie auch keinen offenen Krieg, weil sie wissen, dass dieser sie Kopf und Kragen kosten würde. Aber wie gesagt: Ich bin mir nicht sicher, ob es die Iraner waren...

Schneemann.
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(22.06.2019, 17:50)ladomat schrieb: TLDR: Gezielte, immer weiter fortschreitende und eskalativere Aggressionen seitens der Iraner, ausgelöst durch die zunehmend kritische Wirtschaftssituation durch die US-Sanktionen, um einen Angriff der USA zu provozieren und eine bessere Verhandlungsposition im Falle von Friedensverhandlungen zu erzielen, da, außer ich übersehe irgendeine mögliche Motivation der USA, ein Krieg kurz vor den Präsidentschaftswahlen sicherlich nicht gerade Wählerstimmen generiert.

Ist eine Hypothese, aber ich weiß nicht ob das so im Interesse des Irans wäre. Man muss sich ja vorher überlegen wie man in eine Friedensverhandlung hinein geht. In der Hypothese wird davon ausgegangen, das kleine Behinderungen und Störungen der Schifffahrt im Persischen Golf die Position des Iran stärken. Dies die USA zu Verhandlungen zwingt und ihnen Zugeständnisse abringen kann. Da habe ich meine Zweifel dran.

Eine derartige Strategie wirkt nach Außen hin wie eine Verzweifelungstat. Wie im Kommentar der SZ beschrieben, hieße das ja dann das der Iran sich durch wirtschaftliche Zwänge genötigt sieht, zu diesem aggressiven Mittel zu greifen. Bedeutet das die US-Sanktionen wirken und die innere Stabilität des Irans ins Wanken bringen. Außerdem ist dieses Mittel ein gefährlicher Grenzgang. Es ist einerseits nie auszuschließen das die US-Aufklärungsmittel eindeutige Beweise erbringen werden und andererseits ist bei derartigen Sabotageaktionen nie auszuschließen das sie eskalieren und mehr Schaden als beabsichtigt verursachen oder sie scheitern und die eigenen Leute gefangen werden können. Um Druck auf die USA auszuüben, beispielsweise über einen steigenden Ölpreis, reichen ja keine sorgfältig geplanten Einzelaktionen, sondern dann müssen die Angriffe in hoher Anzahl und schnell erfolgen - was das Risiko erhöht.

Der Iran würde geschwächt in Verhandlungen gehen. Man darf ja nicht vergessen, dass die USA in Verhandlungen nicht nur über ihre Sanktionen sprechen wollen, sondern vor allem über Themen die dem Iran gar nicht behagen: Raketenprogramm, Unterstützung von Terror-/Widerstandgruppen in Gaza-Stadt, Libanon, Israel, Syrien, Jemen, Saudi-Arabien usw.

Sollte die Hypothese stimmen, hieße das für die USA: Sie macht alles richtig. Der durch Sanktionen und verstärkter Truppenpräsenz erzeugte Druck zwingt den Iran zu gefährlichen Unternehmungen. Man braucht nur abwarten bis ihm Fehler unterlaufen. Dann haben die USA die Mittel nach Innen, um der Bevölkerung trotz Kriegsmüdigkeit und Präsidentenwahlkampf, zu sagen: "Seht, wir werden gezwungen zu handeln"- was Akzeptanz schafft. Nach Außen fehlt dann ausländischen Nationen die Legitimation sich auf die Seite des Irans zu stellen. Im Gegenteil die USA könnten darauf verweisen das sie schon immer gesagt haben das der Iran ein Kriegstreiber und Störenfried ist, dem man nicht trauen kann.

Es muss dann nicht zum Krieg kommen, aber bei Verhandlungen hat der Iran dann eine unmögliche Position und müsste dann den USA entgegenkommen.

Daher habe ich meine Zweifel ob diese Hypothese stimmt, da sie eher gefährlich und ungünstig für den Iran ist. Bisher hat die iranische Führung bewusst jedes Gesprächsangebot von Donald Trump ausgeschlagen, weil sie genau wissen das in einem derartigen Gespräch nicht über die Sanktionen gesprochen wird, sondern über das Raketenprogramm und die iranischen Proxykriege in der Region. Warum sollten sie nun über tendenziell riskante Sabotageaktionen versuchen in eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den USA zu kommen?

Ich meine diese dienen eher der Untermauerung der eigenen Kampf- und Kriegsbereitschaft, also als Warnung gegenüber den USA, während man wieder mit der Urananreicherung beginnt - die viel mehr Druck auf die USA erzeugt, als die Sabotageaktionen.
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Zitat:Streit um Schiffe: Iran droht mit Kaperung britischer Tanker [...]

Die Revolutionsgarden in Iran haben mit dem Aufbringen eines britischen Öltankers gedroht, sollte ein von britischen Truppen gestoppter iranischer Tanker nicht umgehend freigegeben werden. „Der islamische Iran hat in seiner 40 Jahre langen Geschichte nie Kampfhandlungen in Streitigkeiten angefangen, aber er hat auch nicht gezögert, auf Schikanen zu reagieren“, twitterte der Major der Elitetruppe, Mohsen Resai, am Freitag. Wenn der iranische Tanker nicht weiterfahren dürfe, sei es Aufgabe der Obrigkeit, einen britischen Öltanker zu beschlagnahmen.

Vorher hatte Iran Großbritannien zur sofortigen Freigabe des vor Gibraltar aufgebrachten Tankers aufgefordert. Die Beschlagnahme des Schiffes „Grace 1“ sei ein Akt der „Piraterie“ und das britische Vorgehen „inakzeptabel“, hieß es in einer am Freitag in Teheran veröffentlichten Mitteilung. Zudem habe Großbritannien im Auftrag der Vereinigten Staaten gehandelt. [...] Nach Angaben des spanischen Außenministers Josep Borrell erfolgte die Aktion auf ein entsprechendes amerikanisches Gesuch an Großbritannien. Es gebe Grund anzunehmen, dass die „Grace 1“ die Banijas-Raffinerie in Syrien ansteuern wollte, teilte die Regierung der britischen Exklave mit. Das Öl in dem Schiff soll aus Iran stammen.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausl...70233.html

Schneemann.
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Zitat:Iran kapert angeblich weiteren Öltanker

Iran hat angeblich einen weiteren Tanker im Persischen Golf gekapert. Das erklärte das iranische Staatsfernsehen am Sonntag. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilten mit, der Einsatz in der Nähe der Hafenstadt Bushehr sei bereits am Abend des 31. Juli erfolgt. Das Schiff habe Erdöl in andere arabischen Staaten geschmuggelt. Unter welcher Flagge der Tanker fuhr oder welcher Reederei er gehört, sagten die Revolutionsgarden nicht.

Iran hatte bereits im Juli zwei Tanker in der Strasse von Hormuz gekapert, die angeblich Öl geschmuggelt hätten. Einer der Tanker war unter britischer, ein anderer unter panamaischer Flagge gesegelt. Die schrittweise Eskalation geht auf den 4. Juli zurück, als die Behörden des britischen Territoriums Gibraltar das iranische Schiff «Grace 1» unter dem Verdacht festgesetzt hatten, eine Erdöllieferung für Syrien getankt zu haben. Damit hätte er gegen die Sanktionen der EU gegen Syrien verstossen. [...]
https://www.nzz.ch/international/iran-ka...ld.1499820

Schneemann.
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