(See) Die deutsche Marine
(12.08.2026, 18:34)Broensen schrieb: Im Zusammenwirken mit XLUUV ist die Low-Komponente dabei sogar nahezu sinnlos, abgesehen von den zusätzlichen BHS.
Das trifft wohl auf die meisten Situationen zu, wenn man das mal systematisch durch geht gibt’s nicht allzu viele Situationen in denen eine Low-Komponente nicht irgendwo redundant wäre.
„KBG32“ schrieb:Was hat die NATO auf Spitzbergen? Frühwarnsensorik? Verstößt das nicht gegen den Spitzbergenvertrag?
In Friedenszeiten nichts, das würde wie du schon gefragt hast durchaus gegen den Spitzbergenvertrag verstoßen. Aber das dürfte niemanden mehr interessieren sobald der erste Schuss fällt, dafür ist Svalbard strategisch zu wertvoll. Alleine schon weil dort mit die wichtigste Satellitenstation der Welt steht. https://www.thearcticinstitute.org/natos...challenge/

Da wird man noch eher aufpassen müssen, dass die Russen nicht noch vor uns da sind. Im Konfliktfall würde Svalbard hochgerüstet werden wie nur sonst was.
„Leuco“ schrieb:Bei einem europäischen CMS hätte ich kein Problem auf MK41 zu bleiben und US Flugkörper zu nutzen, wenn wir parallel Alternativen einführen. Das wäre das beste aus beiden Welten und ein hoher grad an Unabhängigkeit, wenn mal hoher Bedarf an Flugkörpern besteht.
Wenn wir sagen, dass die von dir angesprochene Ideologie in der Außenpolitik dominiert, uns missachtend bis antagonistisch gegenübersteht und das so ein großes Problem ist, dass wir uns darüber Gedanken machen sollten, ist ein „hoher Grad an Unabhängig“ aber logisch nicht zufriedenstellend. Denn das lässt nach wie for die entsprechenden Angriffspunkte offen, die ausgenutzt werden können und die sich unsererseits nicht ersetzen lassen wenn wir auf den entsprechenden Produkt-Kosmos setzen. Es schwächt in der Theorie nur dessen Effekt ab, bricht uns in Anbetracht unserer realistischen Stückzahlen aber trotzdem das Genick. Entweder macht man jetzt Nägel mit Köpfen oder man lässt es bleiben, es gibt nicht für alles einen Kompromiss.
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(12.08.2026, 22:23)DopePopeUrban schrieb: Wenn wir sagen, dass die von dir angesprochene Ideologie in der Außenpolitik dominiert, uns missachtend bis antagonistisch gegenübersteht und das so ein großes Problem ist, dass wir uns darüber Gedanken machen sollten, ist ein „hoher Grad an Unabhängig“ aber logisch nicht zufriedenstellend. Denn das lässt nach wie for die entsprechenden Angriffspunkte offen, die ausgenutzt werden können und die sich unsererseits nicht ersetzen lassen wenn wir auf den entsprechenden Produkt-Kosmos setzen. Es schwächt in der Theorie nur dessen Effekt ab, bricht uns in Anbetracht unserer realistischen Stückzahlen aber trotzdem das Genick. Entweder macht man jetzt Nägel mit Köpfen oder man lässt es bleiben, es gibt nicht für alles einen Kompromiss.

Ich halte deinen Ansatz hier nicht für falsch, aber für zu absolut. Wenn man die verschiedenen Abhängigkeiten ansieht erhält man eine Unzahl an völlig unterschiedlichen Faktoren, welche in einer Einzelbetrachtung zu unterschiedlichen Handlungsempfehlungen führen können.

Die Marschrichtung möglichst alles selbst zu machen halte ich für richtig. Die Lieferketten sind aber weltumspannend und Abhängigkeiten können uns an vielen Stellen begebenen. Aus meiner Sicht muss man konsequent De-risking betreiben. So eine Strategie muss nicht zwingend im kompletten Abbruch von Beziehungen führen. Es wäre auch etwas unlogisch, wenn wir z.B. US Produkte komplett ablehnen, aber chinesische in Teilen akzeptieren.

Wenn wir z.B. weiter auf SM Raketen setzen und zusätzlich Diehl Flugkörper integriert haben, spricht da wenig dagegen. Schwierige wird es wenn das entscheidende Glied, hier das CMS, einer so krassen Abhängigkeit unterliegt. Nun 8 F127 mit diesem Setting zu erwerben würde unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung keine Zustimmung finden können. Das kann man nur mit dem Prinzip Hoffnung akzeptieren und das ist mir persönlich zu unsicher.
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(13.08.2026, 13:15)Leuco schrieb: Die Marschrichtung möglichst alles selbst zu machen halte ich für richtig. Die Lieferketten sind aber weltumspannend und Abhängigkeiten können uns an vielen Stellen begebenen. Aus meiner Sicht muss man konsequent De-risking betreiben. So eine Strategie muss nicht zwingend im kompletten Abbruch von Beziehungen führen. Es wäre auch etwas unlogisch, wenn wir z.B. US Produkte komplett ablehnen, aber chinesische in Teilen akzeptieren.

Wenn wir z.B. weiter auf SM Raketen setzen und zusätzlich Diehl Flugkörper integriert haben, spricht da wenig dagegen. […]
Genau das ist ja auch mein Ansatz. De-risking beutetet für mich aber einen Zustand zu erreichen, indem außenpolitischer Fallout die Funktionstüchtigkeit der Marine nicht beeinträchtigt, zumindest nicht sofort und ohne langfristige Folgen. Daran gemessen lassen sich verschiedene Abhängigkeiten betrachten und in ihrem Entgegenwirken priorisieren, gemessen daran wie weit (oder ob) diese kurzfristig problematisch sein können und wie „schnell“ sie sich im Fall der Fälle ersetzen lassen. Hieraus ergibt sich entsprechend sofortiger und perspektivischer Handlungsbedarf.

Bspw ist die RAM ein perspektivischer Handlungsbedarf, da sich eine Einstellung dessen Supportleistungen erst perspektivisch auswirken. Weder Starter noch FK werden vollständig in Deutschland hergestellt, aber die Wartung in Deutschland findet ohne amerikanischen Input statt und an Ersatzteilen, FK und Starter haben wir gewisse Vorräte. Das wird erst zum Problem, wenn wir neue Schiffe bauen (und somit neue Starter/FK benötigen) oder wenn die Vorräte zur Neige gehen, damit bleibt für qNFLRAM noch eine gewisse Zeitreserve. Auch da hier mit dem MPLS ein ausreichend fähiges Alternativprodukt bereits zur Verfügung stünde.


Anders sieht es hingegen beim VLS aus. Die Mk41 der Marine werden man zwar ebenfalls ohne amerikanischen Input gewartet, aber Ersatzteile für neuere Systeme haben hier kaum, damit tickt dir Uhr, und (wichtiger) diese Komponente lässt sich nicht mal eben so binnen 1-2 Jahren ersetzen. Dafür ist sie in ihrer Art deutlich zu komplex. Denn innerhalb von nur ein Paar Jahren (bis die wenigen Ersatzteile aufgebraucht sind, von denen viele Verleißteile sind die recht schnell weggehen) müssten sämtliche Integrationsarbeiten von FK in ein Alternativsystem (bspw SYLVER) abgeschlossen sein, dieses System wieder parallel CMS-seifig integriert worden sein und der Umbau müsste stattgefunden haben.

Ich glaube, da dürften wir uns beide einig sein, dass das unrealistisch ist. In ein paar Jahren lässt sich das nicht machen, alleine schon weil die Hersteller mit diesem Zeitplan mitspielen müssten, was auch nicht immer einfach so geht, schon gar nicht von einem Tag auf den anderen. Also müssten, damit die down-time durch einen solchen Fallout möglichst gering ausfallen würde und die Flotte nicht 5-10 Jahre brach liegt, entsprechende Integrationsarbeiten schon vorher stattgefunden haben, damit nur noch der physische Einbau stattfinden muss, was zeitlich dann durchaus möglich wäre.

Aber wozu sollte man in diesem Fall überhaupt noch beim Mk41 bleiben? Wenn man ohnehin schon einen Zustand vorhalten muss, indem (nahezu) der gesamte eigene Bestand auch über einen alternativen Starter (bspw SYLVER) verschossen werden kann und dieser Starter bereits in die relevanten Bordsysteme integriert wurde, wozu überhaupt den vorherigen Starter vorhalten? Da kann man sich doch den zeitlichen und finanziellen Aufwand einfach sparen und von Anfang an auf den europäischen Starter setzen, oder nicht?
Zitat:Schwierige wird es wenn das entscheidende Glied, hier das CMS, einer so krassen Abhängigkeit unterliegt. Nun 8 F127 mit diesem Setting zu erwerben würde unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung keine Zustimmung finden können.
Darin Stimme ich dir zu aber das passt mit der oberen Aussage nicht zusammen. Die SM-Familie bedingt eine AEGIS-Architektur, sowohl im technischen wie auch politischen Sinne. Entscheiden wir uns gegen AEGIS, entscheiden wir uns auch gegen die SM-Familie, was die Sinnhaftigkeit einer Mk41-Basis noch mehr infrage stellt.
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(12.08.2026, 18:01)DopePopeUrban schrieb: —————

https://www.canada.ca/content/dam/rcn-mr...026-EN.pdf

Das tut mir jetzt leid aber du bist da wirklich auf dem Holzweg. Die River Klasse erhält das AEGIS Combat Management System zusammen mit dem Canadian Tactical Interface (CTI, das CMS-330-Interface). Und das sag nicht ich, das sagt die kanadische Marine selber. Wenig verwunderlich wenn man sich ein wenig mit dem AWS auseinandergesetzt hat, das ist wie gesagt kein Plug&Play-System dessen Elemente sich beliebig verwenden lassen. Das geht mit PAAMS (bzw. SeaViper) bspw auch nicht mal eben so.

Das mit der Halifax Klasse stimmt so halb. Es wurden aber keine Elemente des 9LV darauf integriert, die frühen Versionen des CMS-330 basieren einfach auf 9LV-Architektur, die man damals als Basis verwendet hat. Die Fregatten waren eine der ersten (wenn nicht sogar die erste) Schiffsklasse die mir dem CMS-330 nachgerüstet wurden (ursprünglich liegen die auf SHINPADS), die haben entsprechend eine dieser frühen Versionen. Die DeWolfs glaube ich ebenfalls. Das aktuelle CMS-330 hat technisch aber nicht mehr viel mit dem 9LV gemein. Das CTI sowieso nicht, denn das ist wie gesagt nur ein Interface.

Die River Klasse wird 2 FüWES bekommen, Aegis und CMS 330. Um bei deinem Beispiel zu bleiben. Man kann (oder konnte vor 5 Jahren) MacOS und Windows auf einem Rechner installieren. Wie die genaue Integration aussehen wird, weiß ich nicht. Ist nicht mein Thema.
Aber: Das CMS330 wird nicht einfach nur eine grafische Nutzeroberfläche (User Interface) sein. Das Canadian Tactical Interface ist etwas mehr als das.

Zitat: 1 x Lockheed Martin (LM) Solid State 3D Active Electronically Scanned Array (AESA) "S" Band Long Range Discrimination Radar (LRDR)-SPY 7 (V) 3 Phased Array Solid State Air Search Radar with integration into the CMS 330/Aegis Combat System-Confirmed by Lockheed Martin (LM/DND).

https://www.navalreview.ca/2026/03/canad...royer-rcd/

Zitat:The River class will integrate Aegis as the centrepiece of an above-water combat system featuring the Aegis Weapon Control System, AN/SPY-7(V)3 radar system, Mk 41 vertical launch system (24 cells), Cooperative Engagement Capability, and the Standard Missile-2 Block IIICU and Evolved SeaSparrow Missile Block 2 effectors. Aegis is being complemented by a Canadian Tactical Interface – loosely based on Lockheed Martin Canada's CMS-330 product – which affords a capability to integrate non-US systems into the wider combat system.
https://www.janes.com/defence-intelligen...for-canada


Der eigentliche Punkt war auch ein anderer:
Du hattest behauptet die Kanadier hätten erfolglos versucht CAMM in die River Klasse zu integrieren und seien damit an Aegis gescheitert. Das glaube ich immer noch nicht und ich habe auch keine Quelle dafür gefunden. Wenn die Kanadier unbedingt CAMM wollen, ist das sehr einfach möglich. Wie erwähnt: Die Integration in CMS330 und MK41 ist bereits abgeschlossen.


(12.08.2026, 18:01)DopePopeUrban schrieb: Damit sollte sich der Rest eigentlich erübrigen.
Reden wir vom selben Mk45? Die beiden sind nicht einmal ansatzweise äquivalent. Verglichen zur Mk45 Mod 4 kommt die 127/64LW mit der doppelten Feuerkadenz (32x/min ggü 16x/min), mehr als der doppelten Direktmagazintiefe (4x14 ggü 1x20), dem vierfachen an verfügbaren Munitionssorten (4x ggü 1x) und mit bspw VULCANO Munition mit der fast 3-fachen Reichweite (~100km ggü 37km).

Vulcano kann auch vom MK45 verschossen werden. Die Feuerrate und Magazintiefe sind für 99,99999% aller mögliche Einsatzszenarien irrelvant.

(12.08.2026, 18:01)DopePopeUrban schrieb: Als „leistungstechnisch nahezu identisch“ würde ich das jetzt nicht charakterisieren.
Ich schon. Die Marine kam zu der gleichen Ansicht. Wenn die Marine das OTO Geschütz für überlegen hält, kann sie die Integration gerne zahlen.

(12.08.2026, 18:01)DopePopeUrban schrieb: Ahja. AEGIS is also kein symbiotisch-agierendes WS und unterliegt auch nicht ITAR? Hast du auch eine Quelle für diese Behauptung? Du bist da wirklich auf dem Holzweg, das meine ich nicht böse.

Ich weiß nicht genau was du mit symbiotisch meinst. Ich gehe davon aus, das du damit meinst, das es nur mit anderen US Systemen kompatibel ist, was einfach falsch ist.
Natürlich unterliegt es den ITAR Regularien, aber die USA sind keine sozialistische Planwirtschaft und wir sind immer noch Verbündete.

(12.08.2026, 18:01)DopePopeUrban schrieb: Das liegt daran, dass Südkorea eine eigene maßgeschneiderte AEGIS-Baseline bekommen hat. Die Version heißt „Baseline 9.C2 (KII)“ und wurde für die Sejong the Greats entwickelt, genauer gesagt für das 2. Baulos. Für das erste Baulos war das nicht erforderlich, da die dort verwendete K-VLS-Batterie nur LACM und ASW-Effektoren mitführt, die nicht mit dem AWS interagieren. Das ist für das zweite Baulos keine Option, da hier zusätzlich auch K-SAAM verwendet werden soll, die mit dem Luftverteidigungskomplex (und damit mit dem AWS) interagieren müssen. Das kannst du selbst im Wiki-Artikel über die Schiffe nachlesen.

Das ändert an meiner Aussage rein gar nichts. Die Koreaner haben einheimische Systeme in Aegis (welche Version ist irrelvant) integriert.
Die Norweger haben ein u. a. französisches Sonar und dänische ELOKA Systeme in Aegis integriet.

(13.08.2026, 19:50)DopePopeUrban schrieb: Darin Stimme ich dir zu aber das passt mit der oberen Aussage nicht zusammen. Die SM-Familie bedingt eine AEGIS-Architektur, sowohl im technischen wie auch politischen Sinne. Entscheiden wir uns gegen AEGIS, entscheiden wir uns auch gegen die SM-Familie, was die Sinnhaftigkeit einer Mk41-Basis noch mehr infrage stellt.

Deutschland, die Niederlande, Taiwan und andere Nationen nutzen die SM Familie ohne Aegis.
Die SM6 der US Army bekommen ihre Zieldaten u.a. von den Patriot Radaren und kann in verschiedene CMS intergriert werden.


(13.08.2026, 19:50)DopePopeUrban schrieb: Was im übrigen so gut (schlecht) zu funktioniert haben scheint, dass die KDDX (die Nachfolger der StGs, die eine all-korean FK-Suite mitführen sollen) sich direkt wieder von AEGIS verabschiedet haben. Schelm wer Böses denkt.

Was soll man dennn denken?
Die KDDX sollen die KDX Zerstörer nach unten ergänzen und Aegis ist auf den Schiffen nicht notwendig. Vielleicht wollen die Koreaner auch ihre Industrie fördern. Die genauen Gründen kenne ich nicht.
Ich vermute du hast andere Gedanken, die ich wahrscheinlich als anti-amerikanische Verschwörungstheorien bezeichen würde.
Wir müssen nicht jedes technische Detail diskutieren. Die Erzählung das sich die Marine mit der Entscheidung für MK41 und Aegis, in ein geschlossenes (im Sinne von nur mit anderen US Systemen kompatibel) von der US Regierung kontrolliertes Ökosystem eingekauft hat, ist falsch, bzw. irreführend.
Wenn wir zahlen, können wir nahezu jedes nationales oder europäische System in Aegis bzw. das Aegis der F127 integrieren.
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Aus:
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...2&page=252

„Broensen“ schrieb:Die Argumentation bezieht sich ja eben auf diese Hoch- und gerade nicht auf lange Wartephasen. In denen wird es halt nicht möglich sein, über Monate im Einsatz zu stehen, weil man Treffer kassiert, Munition verbraucht und personelle Verluste zu beklagen hat. Das alles zwingt zu zwischenzeitlichen Hafenaufenthalten.
Naja man wird sich wohl kaum wochenlang in einer Hochphase finden, wenn wir unter Hochphase tägliche Gefechte und Belastungsproben verstehen. Wenn das der Fall sein sollte, wäre die Munitionsreserven auf beiden Seiten binnen wenigen Wochen aufgebraucht. Realistischer wird der Großteil der tatsächlichen Einsatzzeit meiner Vermutung nach aus „Überwachung“ bestehen, ab und zu mal unterbrochen von tatsächlichen Gefechten, sei es gegen U-Boote oder defensiver Natur luftseitig. Zweifelsohne mit einem konstant höheren Stresslevel als in Friedenszeiten, aber sowas wie das maritime Äquivalent von Shell Shock sozusagen halte ich dann doch für äußerst unwahrscheinlich.

Wenn eine Fregatte tatsächlich mal einen Treffer kassieren sollte, könnte die natürlich kaum weiter operieren, das erklärt sich von selbst. Darauf sollten wir aber ohnehin nicht bauen, denn außerplanmäßige Ausfälle können wir uns schon durch die Stückzahlen operativ nicht erlauben, Verluste auf See können wir uns moralisch nicht erlauben. Dieses (zugegeben recht verbreitete) Mindset halte ich für fehlgeleitete Nostalgie des Kalten Krieges. Gegen einen Gegner wie Russland wird es durchaus realistisch sein, mit entsprechendem Aufwand keine einzige unserer Einheiten auf See zu verlieren (wenn dann im Dock durch bspw Sabotage oder asymmetrische Angriffe).
Zitat:Wie stellst du dir das realistisch vor? Sollen wir die Peter-der-Große-Bucht mit einer europäischen Task Force abriegeln? Im feindlich kontrollierten Luftraum? Oder patrouillieren wir weiträumig im Japanischen Meer, um auslaufende Kriegsschiffe und U-Boote zu jagen?
Keineswegs.

Wie zuvor angesprochen wäre das Ziel hier im Gegensatz zur Nordflanke ja nicht die Kontrolle des Seegebiets (soweit machbar) da wir hier keine Nachschubrouten decken müssen, sondern lediglich die Unterbindung des militärischen sowie zivilen Seeverkehrs aus Russland und nach Russland. Das ginge natürlich auch über eine Art passive Blockade wie du sie beschreibst aber mir schwebt da eher vor, einmal kräftig mit dem Hammer draufzuhauen und danach wieder (größtenteils) von dannen zu ziehen.

Anders gesagt, mir schwebt ein ASuW-Schlag gegen zivile und militärische Maritiminfrastruktur entlang der russischen Pazifikküste vor, der zum Ziel hätte, diese Einrichtungen so nachhaltig zu zerstören, dass sie für den Restverlauf des Krieges unbrauchbar werden und bleiben. Eine europäische Task Group, bspw um einen Träger gebaut, verlegt für einen gewissen Zeitraum in dieses Gebiet und vernichtet systematisch die dafür relevanten Einrichtungen sowie etwaige Ausweichinfrastruktur. Unterstützt wird sie dabei idealerweise von französischen und britischen SSN, die als weitere Prägentivmaßnahme Minen legen und ausbrechende russische Einheiten abfangen. Nach getaner Arbeit verlegt die Task Group wieder zurück, eine dauerhafte Präsenz wäre nicht erforderlich. Man kann höchstens noch darüber nachdenken, ob es noch eine kleinere SSN-Präsenz dort geben sollte um zu verhindern, dass russische Nachzügler nochmal versuchen ins offene Meer zu verlegen jetzt da die Uhr durch die zerstörte Infrastruktur tickt.

Keine Belagerung, mehr ein ambulanter Hieb mit einem Streitkolben aus Flugzeugen, Drohnen und Marschflugkörpern.
Zitat:Wenn der Krieg dann noch läuft, ist kaum davon auszugehen, dass unsere Marine noch ausreichend aufgestellt ist, um ein Pazifik-Deployment zu starten, zumal es ja auch für die Russen die Möglichkeit gibt, U-Boote vom Pazifik ins Nordmeer zu verlegen, so dass diese Flanke nicht komplett unbeaufsichtigt bleiben kann, solange nicht die komplette russische Marine erledigt ist.
Wenn so ein Konflikt Jahre dauert, wird man es zwangsläufig irgendwann müssen. Wie gesagt geht es dabei ja nicht um eine Blockade. Je nachdem wie viele Einheiten (insgesamt in Europa) zur Vergütung stehen würden, ließe sich das oben angesprochene ja eventuell sogar parallel zur ASW-Sperre im Nordmeer bewältigen, sofern man mit den jeweiligen Verfügbarkeiten keinen Mist baut.
Zitat:Weißt du doch: Damit wir unsere anderen Schiffe nicht ausreichend befähigen müssen. Angel
Ach verzeih, ich vergaß, da war ja was. Wink
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(19.08.2026, 23:28)DopePopeUrban schrieb: Keine Belagerung, mehr ein ambulanter Hieb mit einem Streitkolben aus Flugzeugen, Drohnen und Marschflugkörpern.
Wäre das nicht eher ein Job für entsprechend befähigte U-Boote?
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(20.08.2026, 00:58)Broensen schrieb: Wäre das nicht eher ein Job für entsprechend befähigte U-Boote?
In einer unterstützenden Funktion ja, alleine halte ich das hingegen für unrealistisch. Zielaufklärung und Kill Assessment würden hier praktisch ausschließlich satellitengestützt stattfinden müssen, was vermutlich keine ausreichenden Daten liefern würde. Dazu ist die Kapazität von U-Booten natürlich nicht sonderlich groß, was zum einen die direkte Wirkfähigkeit und zum anderen mögliche follow-up strikes beschränkt. Gegen einzelne Punktziele sind U-Boote mMn zu gebrauchen, in einer unterstützenden Rolle von Strikes durch Surface Combatants auch, alleine halte ich deren Potenzial im landgerichteten ASuW jedoch für gering.
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Ich würde die F127-Diskussion hier etwas weiter fassen: Welche zusätzlichen Schiffstypen braucht die Deutsche Marine für Landes- und Bündnisverteidigung?

Denkbar wäre statt 8 sehr großer F127 und 6 MUSE ein breiterer Mix:

* 3 MUSE als Tender-, Führungs- und Unterstützungsschiffe
* 6 F127 als Mehrzweck-Zerstörer mit AAW und ASW, etwa 48–64 VLS, 2 Sea Tiger
* 2–3 größere Aviation-/ASW-Schiffe nach Hyūga-Vorbild mit 4–6 Sea Tiger, Drohnen, Führungsfähigkeit und 32 VLS

Zusammen mit 8 F128 entstünde so ein abgestufter Mix aus ASW-Masse, High-End-Luftverteidigung, Unterstützung und konzentrierter Hubschrauberkomponente.
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(31.08.2026, 20:46)Frank353 schrieb: * 3 MUSE als Tender-, Führungs- und Unterstützungsschiffe
* 6 F127 als Mehrzweck-Zerstörer mit AAW und ASW, etwa 48–64 VLS, 2 Sea Tiger
* 2–3 größere Aviation-/ASW-Schiffe nach Hyūga-Vorbild mit 4–6 Sea Tiger, Drohnen, Führungsfähigkeit und 32 VLS

Zusammen mit 8 F128
Dann müsstest du aber noch erläutern, was die MUsE in dem Mix verloren hat. Das soll eine gering bewaffnete Mischung werden aus Führungs- und Versorgungs-Tender für Bootsgruppen, Drohnenmutter- sowie amphibischem Transport- und Unterstützungsschiff. Nichts davon ergänzt sich so wirklich mit den anderen von dir angeführten Schiffen.
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MUSE sehe ich als kleines Unterstützungsschiff, sofern es für die Versogung von U-Booten tatsächlich gebraucht wird, ohne amphibische Komponente. Ansonsten brauche ich MUSE nicht.
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Die 'Bild' berichtet gerade als Eilmeldung den ersten Testschuss einer ballistischen Rakete durch eine Fregatte der Marine im Nordatlantik. Geschossen wurde mit der israelischen LORA, der Text erweckt den Eindruck, dass über 500 km das Ziel getroffen wurde. Die Marine will nun zeitnah die Rakete einführen. (Quelle)
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https://www.bild.de/politik/inland/deuts...223823063a

Die deutsche Marine hat eine israelische Lora-Rakete getestet 02.09.2026

Die deutsche Marine will die Reichweite ihrer Raketen deutlich vergrößern: Eine Fregatte hat im Nordatlantik einen streng geheimen Test des israelischen Raketensystems Lora erfolgreich abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher mit. Nun sollen Pläne für eine Beschaffung der Waffen mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern vorangebracht werden.

„Mit dem erfolgreichen Schuss einer ballistischen Rakete gestern Nacht im Nordatlantik, haben wir Marine-Geschichte geschrieben. Ich bin hochzufrieden mit dieser Leistung“, sagte Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack der Deutschen Presse-Agentur.


Das System lasse sich erfolgreich von den deutschen Schiffen aus einsetzen „und die mögliche Reichweite übersteigt alles, was wir bisher kannten“. Er erklärte: „Zum Schutz Deutschlands und unserer Verbündeten stellt diese Erprobung ein neues Kapitel in Sachen Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft auf See dar.“

Lora ist eine ballistische Rakete, die in Israel entwickelt, produziert und von dem Land auch wiederholt eingesetzt wurde. Sie wird in einem Startcontainer bereitgestellt und kann so an Bord von Schiffen vergleichsweise schnell eingesetzt werden. Bei dem Test waren zwei deutsche Fregatten in das Seegebiet zwischen Irland und Island verlegt worden.

Zitate Ende
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Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Bin gespannt wie schnell so eine Integration klappt. Ich denke für die K130 könnten die Raketen leider zu schwer sein. Bei 500 km Reichweite, wären sie ideal für den Einsatz in der Ostsee.

Bei der F125 wäre dann die Frage ob hiermit die Seezielflugkörper komplett ersetzt werden. Es soll ja auch noch Iris T installiert werden. Der Platz ist endlich.
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Der LORA-Launcher kommt anscheinend auf einen 20 ft-Container-Stellplatz.
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Soweit ich das sehen kann, ist LORA nicht in der Lage bewegliche Ziele zu attackieren (Schiffe) und gegen landbasierte Ziele, ist die Reichweite von knapp 500km doch sehr gering und bringt insbesondere eine F125 in große Gefahr...

Stattdessen sollten wir eine ballistische Antifschiffsrakete mit mindestens 1000km Reichweite entwickeln und ins Mk41 integrieren.
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