Möglichkeiten der USA zur Gestaltung ihrer Macht
#46
Das Handelsblatt analysiert in einem Interview den Zusammenbruch der USA als "glaubhafte Schutzmacht":
Zitat:„Die USA erleben einen zweiten Vietnam-Moment“
Der Politologe sieht die USA als Verlierer des Iran-Kriegs. Das Mullah-Regime sei gestärkt und die Autorität Washingtons geschwächt – mit verheerenden Folgen für die geopolitische Lage.

...
Die Lage ist zumindest aus Sicht der USA sehr unangenehm. Trump hat sich in eine Zwickmühle manövriert. Wenn er wirklich nur das umsetzt, was in dem 14-Punkte-Plan steht, dann wird er mit den klassischen „Falken“ in seiner Partei großen Ärger bekommen. Und wenn er das nicht macht, um den Ärger mit ihnen zu vermeiden, und die Verhandlungen platzen lässt oder gar den Krieg wieder aufnimmt, dann werden die Energiepreise in den USA vor den Zwischenwahlen im November nicht auf das Niveau sinken, das er für einen Wahlsieg seiner Partei im Kongress braucht. ...
auch, wenn schon am Anfang die "Zwickmühle" für Donald gut beschrieben ist - der fatale Golfkrieg, in den er sich von Bibi hat reißen lassen - ist es nicht alleine. Stichworte: Grönland, NATO, Ukraine ... so kann man Verbündete nicht vor den Kopf stoßen bzw. potentielle Verbündete nicht "im Stich lassen".
Der Golfkrieg war nur das "Tüpfelchen auf dem i", der Wassertropfen, der das "Fass der Unzuverlässigkeit" endgültig zum Überlaufen gebracht hat.
Ja, wer "Weltpolizist spielen" will, hat nun mal größere Verantwortung und auch mehr Kosten als diejenigen, die sich selbst auf ihre Region beschränken. Und wer dann trotzdem den großen Zampano spielen möchte und sich verausgabt, muss die Konsequenz der geringeren verbliebenen Möglichkeiten tragen.
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#47
Verausgabt:
Zitat:Erschöpfte Raketenvorräte: Wie Trumps Iran-Krieg die US-Verteidigungsfähigkeit gefährdet
Stand:23.06.2026, 08:26 Uhr

USA verbrauchten im Iran-Krieg bis zur Hälfte ihrer Raketenvorräte. Der Ersatz dauert Jahre – Rüstungsfirmen zögern.

Donald Trump hat Pentagon-Vertreter und Rüstungsauftragnehmer zu Krisengesprächen einbestellt, um über die Auffüllung der US-Raketenbestände zu beraten, die im Krieg gegen Iran aufgebraucht wurden. Das Weiße Haus dürfte Rüstungsfirmen drängen, die Produktion kritischer Waffen zu beschleunigen, da die Sorge wächst, dass den USA die Vorräte ausgehen könnten.
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#48
Die Analysen des Golfkrieges offenbaren erschütterndes:
Zitat: Jäger: "Trump hat einen 46 Jahre alten Bluff ruiniert"
24.06.2026, 10:32 Uhr

Donald Trump schwächt die USA wie vor ihm kein anderer Präsident, sagt der Politikwissenschaftler Thomas Jäger im Interview mit ntv.de. Seine Macht im Nahen Osten schwinde, der Iran werde für jedes Zugeständnis etwas bekommen wollen.

... die Amerikaner werden mit dem Ende dieses Krieges ihre dominante sicherheitspolitische Rolle zunehmend einbüßen. Das wird man in zehn Jahren sehen, vielleicht aber auch schon in fünf. Der Schutz durch Abschreckung, durch Drohung, den die USA die ganze Zeit angeboten haben, funktioniert nicht mehr.

So massiv schätzen Sie die Folgen ein?


Ja. Um diese Konsequenzen zu verstehen, müssen wir Folgendes berücksichtigen: Mit dem Angriff auf den Iran in der Art und Weise, wie es geschah, hat Trump einen - lassen Sie mich rechnen - 46 Jahre alten Bluff ruiniert. Der Bluff lautete: "Wir, die USA, öffnen die Straße von Hormus militärisch." Denn die erste Frage, die sich stellen müsste beim Blick auf die Gemengelage, die lautet doch eigentlich: Warum kommen die Iraner erst 2026 darauf, dass sie die Straße von Hormus dicht machen können?

Stimmt, diese Frage liegt eigentlich nahe.


Bedenken Sie: Seit Jahren leiden die Iraner unter Sanktionen, seit Jahren werden sie aus der Weltwirtschaft ausgeschlossen. Waren sie zu doof, um früher auf diese Idee zu kommen?

Warum also passiert es erst jetzt?


Doof sind die Iraner nicht. Nur die sogenannte Carter-Doktrin hat sie abgeschreckt. Die Doktrin des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, die den Nahen Osten zur Einflusssphäre der USA erklärte, besagt: "Wer den Persischen Golf schließt, bekommt es mit den USA militärisch zu tun." Das steht da seit 1980 drin und der Bluff hat 46 Jahre lang gewirkt.

Bis Trump entschied, die Straße von Hormus nicht militärisch zu öffnen?


Mit seiner Bereitschaft zu Verhandlungen hat der US-Präsident gezeigt: Die USA sind nicht in der Lage, die Straße von Hormus militärisch zu öffnen. Das sehen die Iraner und das sehen die Golfstaaten.

Der Kaiser ist nackt.

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#49
Ein Kommentar der NZZ:
Zitat: Die Macht der USA wird überschätzt ...

Der Nahe Osten ist das Grab der amerikanischen Ambitionen. Ob mit Druck oder Diplomatie: Die meisten US-Initiativen scheitern. Auch Trump wird dies Erfahrung machen.

26,06,2026, 05.30 Uhr ...
meine Meinung - Donald hat sich von Bibi in ein Hazard-Spiel ziehen lassen, das die Möglichkeiten der USA übersteigt. Alleine schon die Tatsache, dass Bibi ziehen konnte, zeigt, wie schwach die angebliche Macht der USA ist. Es braucht nur einen gleichermaßen egomanischen und für Schmeicheleien empfänglichen und zugleich wankelmütigen US-Präsidenten, und das Kartenhaus der potemkinschen Fassaden bricht zusammen.
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