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(16.01.2025, 19:31)Frank353 schrieb: Wahrscheinlich, weil es die kleinsten Posten waren, hat man sie zusammen gefasst.
Ja, wahrscheinlich ist es so. Ich hatte überlegt, dass man vielleicht nicht mit der Zahl der verschossenen SM-3 rausrücken will. So aus strategischen Erwägungen. Aber das ist reine Spekulation…
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(29.03.2025, 21:30)FJ730 schrieb: Wir haben also ein bisschen Zeit und sollten die F 124 ohnehin nochmal ein bisschen Fit machen. Das würde sie lange ausser Betrieb nehmen, deutlich länger als schon für den Radartausch jetzt (bald, demnächst, irgendwann), und für die Restdienstzeit wäre dieser gesteigerte Aufwand nicht vertretbar. Zumal es keine einfache schnelle Lösung vor den Ersatz von SM-2 und APAR gibt.
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(29.03.2025, 21:34)Ottone schrieb: Das würde sie lange ausser Betrieb nehmen, deutlich länger als schon für den Radartausch jetzt (bald, demnächst, irgendwann), und für die Restdienstzeit wäre dieser gesteigerte Aufwand nicht vertretbar. Zumal es keine einfache schnelle Lösung vor den Ersatz von SM-2 und APAR gibt.
Den gibt es mit Aster-30 schon, allerdings müsste man das VLS austauschen gegen einen Sylver. Aster ist vergleichsweise "simpel" in der Steuerung verglichen mit APAR und SM-2.
Ich sehe definitiv den Bedarf, die F124 bis zum Zulauf der F127 noch mal wie F123 einem Mid-Life-Upgrade zu unterziehen. Dann hätten wir in 2029 zumindest 7 vollbefähigte Fregatten - weder F126 noch F127 kommen zeitgerecht hierfür. F127 soll die erste voll einsatzfähige Einheit in 2034 (+) abliefern - ich würde nicht mal auf IRIS-T gehen, sondern direkt auf CAMM-ER um das Entwicklungsrisiko für F124 zu reduzieren. Ein VLS IRIS-T sehe ich perspektivisch erst in 10 Jahren einsatzfähig.
Was nützen uns im hypothetischen Konfliktjahr 2029 F124 ohne SM-2 und F126 bzw. F127 die nicht zur Verfügung stehen? Wir haben keinen Zeit mehr (wenn man den Verlautbarungen des InspM glauben schenken mag), auf Entwicklungslösungen zu warten, ergo müssen wir in 2029 mit dem antreten, was wir derzeit an Plattformen haben - und da weder F123 (vor SdEV) bzw. F124 (noch kein Mid-Life-Upgrade geplant) noch F125 (noch kein Mid-Life-Upgrade geplant) ansatzweise den Bedarf der NATO nach (ASW)-Fregatten erfüllen, müssen wir halt jetzt mal wirklich "marktverfügbar" rüsten. Wenn das bedeutet, erstmal Aster-30 und CAMM-ER anstatt IRIS-T, dann sei es so.
Nüchtern betrachtet, hat derzeit nur F123 nach SdEV die Chance in 2029 eine nennenswerte Anzahl moderner Fregatten für die Deutsche Marine zu produzieren.
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(29.03.2025, 21:55)DeltaR95 schrieb: Den gibt es mit Aster-30 schon, allerdings müsste man das VLS austauschen gegen einen Sylver. Das ist weder schnell noch einfach, zumal man ESSM ohne Not rausschmeissen würde. CAMM-ER ist noch nirgendwo in Nutzung und soll für Polen in Mk41 integriert werden, nicht in Sylver. Konzeptionell ist CAMM-ER angeblich als Doppelpack für Sylver 50 beworben worden, man würde also nur 50% der ESSM jetzt an Bord nehmen können. Wie das mit Sylver 70 aussähe ist mir unklar. Schliesslich müsste man das alles im alten FüWES der F124 integrieren! Auf Anhieb wird das nix, Kopfschmerzen sind ziemlich garantiert = zusätzlicher Zeitbedarf.
Deshalb: Je schneller die F127 kommst desto besser. Bis dahin muss die F124 mit ihren SM-2 haushalten.
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(29.03.2025, 22:35)Ottone schrieb: Das ist weder schnell noch einfach, zumal man ESSM ohne Not rausschmeissen würde.
Das nützt uns bei der Diskussion um die Fähigkeit zur Verbandsflugabwehr mit SM-2 genau was? Hier geht es darum, die Fähigkeit zur Verbandsflugabwehr der F124 zu erhalten unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage, sprich wie zuverlässig der amerikanische Lieferant noch ist.
Fakt ist, dass die Fähigkeit Verbandsflugabwehr derzeit nur von F124 abgedeckt wird, sofern man genügend SM-2 hätte, die es aber wegen Obsoleszenz scheinbar nicht mal in der deutschen Konfiguration nach zu beschaffen gibt und in Zukunft ab 2035 durch F127.
Beides sind für das Problem "Kriegstüchtigkeit in 2029" keine bedarfsdeckenden Lösungen, oder?
Also bleibt nur realistisch der Ersatz durch ein anderes Lfk-Muster oder man verzichtet halt bis 2035 auf eine Kernfähigkeit der Marine
"Welches Schwein'erl darf's nun sein?"
Entweder, man will in 2029 kriegstüchtig sein, dann bedeutet das auch mit allen Fähigkeiten, die man sich ins Lastenheft geschrieben hat (Verbandsflugabwehr), alles andere wäre blanker Hohn. Das kann auch für F124 bedeutet, dass sie kein ESSM mehr hat, dafür aber einen anderen Lfk der Kategorie SM-2.
Das man bei dieser Option das "alte FüWES der F124" genauso ad acta legen sollte, wie das der F123 sollte wohl selbsterklärend sein.
F127 steht doch derzeit in den Sternen und selbst wenn (!) die Amerikaner sich mit uns vertraglich über die Lieferung von AEGIS und Zubehör einigen sollten, stehen wir in der Lieferlinie garantiert nicht auf Platz eins. Da kann noch das ein oder andere böse Erwachen schlummern.
Die erste FDI (als Beispiel) wurde im Dezember 2021 auf Kiel gelegt, im November 2022 zu Wasser gelassen und befindet sich derzeit in Erprobungen - wenn man in drei Jahren eine Fregatte mit VLS bauen kann, bekommen wir es doch wohl hin, in drei Jahren ein Sylver VLS in eine existierende F124 einzubauen, oder?
Wir argumentieren hier in Deutschland immer noch, als wären wir im tiefsten Frieden und hätten Zeit, auf die neuen Heilsbringer - jetzt F127 "When it's done!" - zu warten. Es geht jetzt darum, in 2029 alle Bestandsplattformen auf einen modernen Stand zu bringen und wenn das eben bedeutet, dass bis 2028 gar keine Fregatte "einsatzfähig" ist, na und? Hauptsache ab 2029 ist das was dann schwimmt auch wirklich kampfstark. Oder wollen wir wieder Minensucher nach Kaliningrad schicken und mit Navigationsradaren den Russen Angst machen?
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(29.03.2025, 22:44)DeltaR95 schrieb: Wir argumentieren hier in Deutschland immer noch, als wären wir im tiefsten Frieden und hätten Zeit, auf die neuen Heilsbringer - jetzt F127 "When it's done!" - zu warten. Es geht jetzt darum, in 2029 alle Bestandsplattformen auf einen modernen Stand zu bringen und wenn das eben bedeutet, dass bis 2028 gar keine Fregatte "einsatzfähig" ist, na und? Hauptsache ab 2029 ist das was dann schwimmt auch wirklich kampfstark. Oder wollen wir wieder Minensucher nach Kaliningrad schicken und mit Navigationsradaren den Russen Angst machen? Period!
Und das hat in keiner Weise was mit blindem Aktionismus zu tun.
Zudem wir sind an der Nordflanke mit dieser Fähigkeitslücke nicht alleine. Bei den Dänen und Holländern sieht's offensichtlich noch schlechter aus.
Bleiben also nur die Briten, Franzosen und Italiener die uns mit Aster aus der Patsche helfen müssten. Und da sind wir noch gar nicht bei der Hauptaufgabe, die RUS U Boote auf Abstand zu unseren Küsten zu halten. Die K 130 müssten sofort mit captas 1 ausgerüstet werden. Die F123 hat bis heute kein Schleppsonar und die F 126 vielleicht manchmal. Aber Gott sei Dank gibt's ja die FREMM und FDI mit ihren völlig unzureichenden Sensoren und Effektoren.... ach so, vlt. könntet ihr die auch noch schicken. Gibt auch Fischbrötchen um sonst.
Wird wirklich Zeit dass wir hier in Deutschland erwachsen werden und aufhören Fundamente unter Gartenhäuser zu bauen.
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(29.03.2025, 22:35)Ottone schrieb: CAMM-ER ist noch nirgendwo in Nutzung und soll für Polen in Mk41 integriert werden, nicht in Sylver. Konzeptionell ist CAMM-ER angeblich als Doppelpack für Sylver 50 beworben worden, man würde also nur 50% der ESSM jetzt an Bord nehmen können.
Du verwechselst hier CAMM-ER mit CAMM-MR. CAMM-MR wird für/mit Polen entwickelt und wurde als Doppelpack in Mk41 gezeigt. CAMM-ER wurde von MBDA Italy als Quadpack in Sylver angeboten, wobei sich Italien aber soweit ich weiß stattdessen für das Maritime Launching System von MBDA Uk entschieden hat.
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(30.03.2025, 11:35)Voltzz schrieb: Du verwechselst hier CAMM-ER mit CAMM-MR. CAMM-MR wird für/mit Polen entwickelt und wurde als Doppelpack in Mk41 gezeigt. CAMM-ER wurde von MBDA Italy als Quadpack in Sylver angeboten, wobei sich Italien aber soweit ich weiß stattdessen für das Maritime Launching System von MBDA Uk entschieden hat.
Entscheidet ist doch auch zudem, welchen Bauraum ein Startsystem benötigt:
VLS Mk 41:
8-Cell (1 Module)
Length 81.75 inches/2.1 m
Width 124.8 inches/3.2 m
Height 303 inches/7.7 m
Ergo 6,72 m² Decksfläche
Sylver A70:
8-Cell (1 Module)
Length = 2,6 meters
Width = 2,3 meters
Height = 7 meters
Ergo 5,98 m² Decksfläche
Bei einer Fregatte mit 64 Zellen Mk 41 bekommt man einen Bedarf von rund 54 m² Decksfläche, bei Sylver A70 rund 48 m² bei gleicher Zellenzahl. Damit kann man in der Decksfläche, den der Mk 41 benötigt, auch noch ein neuntes Sylver A70 Modul mit 8 Zellen einbauen und z.B. für MdCN nutzen.
Nach meiner Kenntnis, kann man CAMM und CAMM-ER in den Zellen des Mk 41 als Quad-Pack fahren und den CAMM-MR als Dual Pack. Die Zelle eines VLS Mk 41 hat 26 x 26 inches oder 65,78 x 65,78 cm.
Die Zellen des Sylver sind mit L x B 60 cm x 56 cm kleiner, daher bin ich mir nicht sicher, ob man dort CAMM-ER auch im Quad-Pack einbringen kann - der Durchmesser des CAMM-ER ist ja ca. 3 cm größer wegen des Boosters als der des normalen CAMM.
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Wenn hier schon über JETZT ändern geschrieben wird :
Es gibt aktuell keine quadpack Bewaffnung für SYLVER!
Das ist Fakt... Sämtliche quad pck Ideen sind auch nur Zukunftsmusik.
Realistisch ist kurzfristig nur eine Container Lösung für IRIS-T.
Auf F-124 ist dafür kein Platz... Nur auf F-125...und ggf auf dem Heli Deck von F-123, wenn man auf Helis verzichten kann.
Aber solange ESSM kurzfristig noch geliefert werden (bestellt) ist IRIS T auch nicht nötig... Deckt fast dasselbe ab.
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(30.03.2025, 13:24)Milspec_1967 schrieb: Wenn hier schon über JETZT ändern geschrieben wird :
Es gibt aktuell keine quadpack Bewaffnung für SYLVER!
Das ist Fakt... Sämtliche quad pck Ideen sind auch nur Zukunftsmusik.
Realistisch ist kurzfristig nur eine Container Lösung für IRIS-T.
Auf F-124 ist dafür kein Platz... Nur auf F-125...und ggf auf dem Heli Deck von F-123, wenn man auf Helis verzichten kann.
Aber solange ESSM kurzfristig noch geliefert werden (bestellt) ist IRIS T auch nicht nötig... Deckt fast dasselbe ab.
Faktencheck:
- CAMM und CAMM-ER sind erprobt und qualifiziert, IRIS-T für seegehende Fähigkeitsträger nicht
- IRIS-T wird in 2025 evtl. bis TRL-6 geführt, dass heißt in 2029 ist da nichts mit einsatzreif
- CAMM gibt es seit 2016 als Quad Pack für Sylver, ist exakt die gleiche äußere Zelle, aber nur für CAMM, nicht CAMM-ER, den wohl nur im Dual Pack
Außerdem steht hier ESSM gar nicht zur Debatte, es geht um den Fähigkeitserhalt Verbandsflugabwehr mit SM-2, bis F127 irgendwann mal zuläuft und diese Lücke wieder füllt.
Bei F124 wird gefühlt gar nichts mehr gemacht, da alle auf F127 starren, die vielleicht in 10 Jahren mal kommt - was soll die Marine bis dahin machen? Kernfähigkeit einfach aufgeben oder vielleicht mal über den Tellerrand schauen?
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Die Diskussion zur Anpassung der F124 habe ich aus dem Strang F127 hierher verschoben.
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@DeltaR95:
In früheren Diskussionen ist mir dein Faible für CAMM(-ER) bereits aufgefallen, aber ich halte deinen Ansatz nicht für zielführend, tatsächlich klingt es in meinen Ohren wie eine typische BAAINBw-Lösung: "wir brauchen einen Ersatz für die bisherige Version der SM-2, es sollte marktverfügbar sein, da gibt es doch Aster-30. Aber Aster-30 ist bisher nicht ins Mk41 integriert, dann ersetzen wir dies durch Sylver. In das sind aber unsere ESSM nicht integriert, dann nehmen wir eben CAMM-ER. Am Ende haben wir zwar weniger Schlagkraft, aber dafür ist alles marktverfügbar."
Für mich gibt es nur zwei sinnvolle Wege, sofern eine weitere Charge kompatibler SM-2 nicht mehr produziert werden kann: entweder integrieren wir einen entsprechenden Datenlink für eine weiterhin verfügbare Version der SM-2, oder wir bezahlen die Integration von Aster-30 ins Mk41 (Lockheed wirbt ja damit, dass das eine Option sei). Beides halte ich tatsächlich relativ kurzfristig für machbar.
Dafür müsste aber überhaupt mal die Dringlichkeit eines MLU für die F124 erkannt werden. Denn, und da sind wir einer Meinung, diese Fokussierung auf die F127 ist ein großer, wenn nicht sogar fataler Fehler.
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(30.03.2025, 14:10)Helios schrieb: @DeltaR95:
In früheren Diskussionen ist mir dein Faible für CAMM(-ER) bereits aufgefallen, aber ich halte deinen Ansatz nicht für zielführend, tatsächlich klingt es in meinen Ohren wie eine typische BAAINBw-Lösung: "wir brauchen einen Ersatz für die bisherige Version der SM-2, es sollte marktverfügbar sein, da gibt es doch Aster-30. Aber Aster-30 ist bisher nicht ins Mk41 integriert, dann ersetzen wir dies durch Sylver. In das sind aber unsere ESSM nicht integriert, dann nehmen wir eben CAMM-ER. Am Ende haben wir zwar weniger Schlagkraft, aber dafür ist alles marktverfügbar."
Ein "Faible" ist es weniger, ich halte auch den britischen Ansatz einer Mixtur aus verschiedenen VLS, z.B. Mk 41 und Sylver oder Mk 41 und Sea Ceptor für eine zielführende Lösung.
Meine Lösung basiert auf der - traurigen - Annahme, dass die Bundeswehr und gerade das BAAINBw nicht in der Lage ist, etwas anderes als eine marktverfügbare Lösung umzusetzen - und selbst da habe ich inzwischen meine massiven Zweifel, da ich beim BAAINBw nicht erkennen mag, dass sich dort wirklich im Geiste der Zeitenwende etwas verändert hat. Es dauert immer noch alles viel zu Lange und es werden zu viele deutsche Sonderwege beschritten.
Meiner Erfahrung nach ist genau der von mir vorgeschlagene Weg, so wie du ihn umschrieben hast, genau NICHT der Weg, denn das BAAINBw geht - ansonsten wären wir überall schon sehr viel weiter.
Zum anderen habe ich ESSM vor der Diskussion ob der Abkehr von amerikanischer Technik und der aktuellen Debatte darum verworfen - obgleich ich nicht der Meinung bin, dass man jetzt alle Brücken niederbrennen sollte, die man evtl. in vier Jahren wieder braucht.
(30.03.2025, 14:10)Helios schrieb: Für mich gibt es nur zwei sinnvolle Wege, sofern eine weitere Charge kompatibler SM-2 nicht mehr produziert werden kann: entweder integrieren wir einen entsprechenden Datenlink für eine weiterhin verfügbare Version der SM-2, oder wir bezahlen die Integration von Aster-30 ins Mk41 (Lockheed wirbt ja damit, dass das eine Option sei). Beides halte ich tatsächlich relativ kurzfristig für machbar.
Wir können auch gern die Integration der Aster-30 oder Barak-8 in das VLS Mk 41 bezahlen. Die Integration in das VLS Mk 41 sehe ich als das geringste Risiko an.
Bei F124 sehe ich die Anpassung des alten APAR Block 0 (ist das die Variante der F124?) als ausgeschlossen an, da Thales bereits schon das APAR Block 2 vermarktet. Wenn man aber die niederländische Entscheidung zur Umrüstung von nur 2 LCF dank der Verzögerung von APAR Block 2 nach 2029 in die Bewertung einbezieht, scheidet genau diese risikoarme Lösung für F124 aus.
Vom "alten" FüWES F124 ganz zu schweigen, daran ist doch groß seit der Herstellung der Einsatzreife (2011?) im Sinne von Fähigkeitsaufwuchs nichts passiert und meine größte Sorge bei einem MLU einer F124 ist, dass man genau dort endet, wo F123 angefangen hat, nämlich der Notwendigkeit das FüWES mit auszutauschen.
Versteh' mich nicht falsch, aus Sicht der Fähigkeiten bzw. eines Fähigkeitsverlustes im Vergleich CAMM(-ER) zu ESSM bin ich deiner Meinung, auch wenn mir die öffentliche Datenlage zu dürftig ist, um dort wirklich einen Schluss zur Wirksamkeit zu ziehen.
Aber was bringt aus denn die "Wunschlösung", wenn unser Beschaffungsamt das nicht "gebacken" bekommt?
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Ich glaube, man wird hier - auch mit Blick und Wirkung auf die F127 - um ein paar Grundsatzentscheidungen nicht herumkommen.
Bleibt man beim Mk41 VLS? Wenn man bei der F127 daran festhält, dann macht es keinen Sinn, bei der F124 auf Sylver zu wechseln. Macht man aufgrund der aktuellen politischen Entwicklung eine Kehrtwende bei der F127, dann sollte man das zumindest bei der F124 mit bewerten.
Ich glaube allerdings nicht, dass man auf den F124 das VLS austauschen wird. Mit der ESSM Bl.2 bekommen wir die m.E. beste Waffe in dieser Leistungsklasse, die dann auch noch auf die F126 kommen soll. Daher würde ich, zumindest was das SM-2-Problem anbelangt, sehr dafür plädieren, mit Hochdruck die IRIS-T SLX fertig zu entwickeln und in das Mk41 zu integrieren. Die kommt mit 80km Reichweite zwar nicht an SM-2, Barak ER, Aster 30 ran, könnte aber einen guten Zwischenschritt zur HYDEF bedeuten.
Entscheidet man sich bei der F127 am Ende (also bis Ende Juni 2025) für einen Wechsel auf Sylver nebst weiteren europäischen Komponenten, dann sollte schnellstmöglich eine Aster 30 Anpassung für das Mk41 angegangen werden, damit die F124 handlungsfähig bleibt. Aber ich habe keine Ahnung, ob die Kombi mit dem FÜWES und dem APAR Bl. 0/1? funktionieren würde. Und natürlich ist vollkommen unklar, welche Priorität Frankreich und Italien einem solchen Vorhaben beimessen würden.
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(30.03.2025, 15:32)DorJur schrieb: Ich glaube, man wird hier - auch mit Blick und Wirkung auf die F127 - um ein paar Grundsatzentscheidungen nicht herumkommen.
Bleibt man beim Mk41 VLS? Wenn man bei der F127 daran festhält, dann macht es keinen Sinn, bei der F124 auf Sylver zu wechseln. Macht man aufgrund der aktuellen politischen Entwicklung eine Kehrtwende bei der F127, dann sollte man das zumindest bei der F124 mit bewerten.
Ich glaube allerdings nicht, dass man auf den F124 das VLS austauschen wird. Mit der ESSM Bl.2 bekommen wir die m.E. beste Waffe in dieser Leistungsklasse, die dann auch noch auf die F126 kommen soll. Daher würde ich, zumindest was das SM-2-Problem anbelangt, sehr dafür plädieren, mit Hochdruck die IRIS-T SLX fertig zu entwickeln und in das Mk41 zu integrieren. Die kommt mit 80km Reichweite zwar nicht an SM-2, Barak ER, Aster 30 ran, könnte aber einen guten Zwischenschritt zur HYDEF bedeuten.
Entscheidet man sich bei der F127 am Ende (also bis Ende Juni 2025) für einen Wechsel auf Sylver nebst weiteren europäischen Komponenten, dann sollte schnellstmöglich eine Aster 30 Anpassung für das Mk41 angegangen werden, damit die F124 handlungsfähig bleibt. Aber ich habe keine Ahnung, ob die Kombi mit dem FÜWES und dem APAR Bl. 0/1? funktionieren würde. Und natürlich ist vollkommen unklar, welche Priorität Frankreich und Italien einem solchen Vorhaben beimessen würden.
Genau diese Masse an "Abhängigkeiten" und "Es könnte ja noch was besseres geben oder kommen!" vernebelt uns "Deutschen" dank fehlendem Pragmatismus die Sicht auf die tragfähigen Lösungen.
IRIS-T SLX ist noch in der Entwicklung, eine Integration in das VLS Mk 41 noch nicht mal geplant, HYDEF kommt irgendwann mal, dass sind viel zu viele "Wenn" und "Vielleicht".
Deine Eingangsaussage ist aus meiner Sicht das wichtigste Entscheidungskriterium: Sind die USA in 2029 noch ein verlässlicher Partner der NATO und Lieferant für Ausrüstung?
Wenn die Antwort nicht eindeutig "Ja!" lautet, dann sollte man zügig auf das Setzen, was es derzeit am europäischen Markt gibt - die ganzen schönen Entwicklungslösungen sind dann für F127. Wobei ich mich immer noch Frage, welchen USP IRIS-T SL gegenüber den anderen schon verfügbaren europäischen Lösungen wie CAMM und Aster haben wird. Warum sollte ich noch ein Muster entwickeln? Nur, weil es (in Teilen) aus Deutschland kommt? IRIS-T SL als VLS Version ist aus meiner Sicht eine rein industriepolitische Entscheidung.
Wenn das aber alles in Summe bedeutet, dass die F124 im MLU mit PAAMS und Aster/CAMM ausgerüstet wird, so soll es eben sein - wir brauchen nicht die schönste Lösung, sondern in 2029 "nur" eine, die gesichert funktioniert - die gute alte 80 % Lösung. Wenn wir das geschafft haben, sollte der "Laden Bundeswehr" auch eine 100 % Lösung bei F127 hinkriegen.
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Es ist schon erstaunlich, das man in dem Zusammenhang zumindest als Aussenstehender keinerlei Aktivitäten des BAAINBw bzw. der Bw wahrnimmt. Ich meine wir konnten spätestens 2016 ( Bw-Link) nachlesen, das ab ca. 2020 bei Smart-L die Obsoleszenz eintritt: "Daraus wird für die Deutsche Marine absehbar ein technisch-logistischer Engpass entstehen.".
Unabhängig von der Flugkörperverfügbarkeit dürfte diese Obsoleszenz früher oder später auch APAR treffen. In Verbindung mit dem APAR Blk.2 Upgrade der zwei LCF spricht man z.B von " It is also expected that by 2028, spare parts for the current missile-firing systems, including the current version of APAR, will run out." ( Navalnews).
Gut, jetzt haben wir uns schon bei dem Smart-L Ersatz selten dumm angestellt aber deswegen können wir doch alle weiteren Themen nicht einfach ignorieren. Obwohl manch einer mag denken das eine mangelnde Ersatzteilverfügbarkeit dann ja gut zu der geringen Restmenge an Flugkörpern passen würde, man kann ja auch eine F-124 ausschlachten. Ginge vielleicht, passt halt nur nicht in die aktuelle sicherheitspolitische Lage. Wir brauchen nun mal mehr und nicht weniger.
In meinen Augen gilt es schnellstens den Sachstand bei APAR Blk.2 zu klären. Immerhin sind wir mit der F126 da ja sowieso schon Kunde und an einer pünkltlichen Lieferung interessiert. Ich kann mir zumindest schwer vorstellen, das eine andere Lösung (und sei es der komplette Austausch der gesammten Wirkkette inkl. Radar, Füwes, VLS usw.) am Ende schneller geht.
Im übrigen sollte man sich ggf. noch mal ganz allgemein mit dem Gedanken befassen Effektoren auch "Offboard" unterzubringen, dabei muss es nicht zwingend um ein MSS ähnlichen Ansatz gehen.
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