(Allgemein) Personalgewinnung, Wehrpflicht und der Aufbau von Reserven
(26.03.2025, 01:29)lime schrieb: Für 16-18 Jährige sind Rentenpunkte sicher absolut interessant Big Grin Frag einfach mal Leute aus dieser Altersgruppe ob sie daran glauben überhaupt noch großartig eine Rente zu bekommen.
Das hat nichts mit dem zu tun, was ich geschrieben habe. Es ging nicht um Attraktivität des Wehrdienstes, sondern um die verfassungsrechtliche Ausgestaltung. Das immer wiederkehrende Argument, dass wir nicht zur Wehrpflicht zurückkehren könnten, solange es keinen Ersatzdienst gibt.
(26.03.2025, 01:29)lime schrieb: Also die Lehrerin hat sich in die Diskussion wohl nicht eingemischt, sondern diese eben nur moderiert. Auf die Idee sind einige der Schüler selbst gekommen, weil die allgemeine Ansicht war dass man nicht in die Bundeswehr will.
Ich verstehe immer noch nicht, ehrlich gesagt. Also, in der Klasse Deines Sohnes haben Schüler vorgeschlagen, so zu tun, als sei man Extremist, um so nicht gezogen zu werden?

Das ist doch albern und unnötig kompliziert. Es gibt ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Friedenszeiten, man verweigert einfach und fertig.

Wer um alles in der Welt wäre so blöde, stattdessen eine extremistische Gesinnung vorzutäuschen, und sich am Ende noch zusätzliche Scherereien einzuhandeln?

Denn um da herausgefiltert zu werden, müsste man mindestens mal vor Dritten Aussagen tätigen, die auf einen zurückfallen könnten, z.B. im Internet. Bestenfalls verbaut man sich Berufsaussichten im öffentlichen Dienst (und bei jeder Firma, die auf ihren Ruf achtet), schlimmstenfalls kriegt man Post vom Staatsanwalt.

Selbst Gen Z kann doch unmöglich so dämlich sein?
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(26.03.2025, 02:36)muck schrieb: Also, in der Klasse Deines Sohnes haben Schüler vorgeschlagen, so zu tun, als sei man Extremist, um so nicht gezogen zu werden?

Das ist doch albern und unnötig kompliziert. Es gibt ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Friedenszeiten, man verweigert einfach und fertig.

Wer um alles in der Welt wäre so blöde, stattdessen eine extremistische Gesinnung vorzutäuschen, und sich am Ende noch zusätzliche Scherereien einzuhandeln?

Denn um da herausgefiltert zu werden, müsste man mindestens mal vor Dritten Aussagen tätigen, die auf einen zurückfallen könnten, z.B. im Internet. Bestenfalls verbaut man sich Berufsaussichten im öffentlichen Dienst (und bei jeder Firma, die auf ihren Ruf achtet), schlimmstenfalls kriegt man Post vom Staatsanwalt.

Selbst Gen Z kann doch unmöglich so dämlich sein?

So in etwa, wobei die wohl angenommen haben sonst einen Ersatzdienst ableisten zu müssen. Und zur Blödheit. Glaubst Du wirklich dass sich alle Schüler in dem Alter schon darüber Gedanken machen was dies für Auswirkungen für die Zukunft haben könnte?. Unabhängig davon wählen ja laut Umfragen ca. 30-40% der Schüler die Linke oder AfD und ordnen sich vielleicht deshalb selbst schon in diese Kategorie ein bzw. fühlen sich davon nicht soweit entfernt, um diesen nach ihrer Ansicht "Vorteil" auszunutzen. Jugendliche treffen eben auch oft irrationale Entscheidungen. Aus der Abitur-Klasse meines Großen planen zum Beispiel mehrere Schüler nach Beendigung der Schule Bürgergeld zu beantragen und in eine eigene Wohnung zu ziehen, da mit sie endlich in Ruhe zocken und gamen können. Laut Aussage meines Sohnes haben die sich sogar schon die Wohnung für die Wohngemeinschaft per Vorvertrag und Anzahlung gesichert. Also scheint es nicht nur eine spontane Idee zu sein. Wenn sich Jugendliche was in den Kopf gesetzt haben können sie durchaus zäh dran bleiben.
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(26.03.2025, 02:36)muck schrieb: Es gibt ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Friedenszeiten, man verweigert einfach und fertig.

So einfach verweigern und fertig hat in den 2000ern gut funktioniert.
In Zeiten des Kalten Krieges wurden die KDV-Anträge in Teilen eingehend geprüft und einige Antragssteller mussten vor Komissionen Rede und Antwort zu ihren Beweggründen stehen.

Nicht selten wurden einige KDV´ler doch zum Wehrdienst einberufen.
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(26.03.2025, 10:09)Quintus Fabius schrieb: Es gab beispielsweise vor kurzem eine Gallup Studie, in welcher aufgezeigt werden konnte, dass in den letzten zwei Jahren das Vertrauen von Arbeitnehmern in ihre Arbeitgeber, als auch in den Staat geradezu dramatsich erodiert ist. Immer mehr greift nur Dienst nach Vorschrift um sich. Das Vertrauen erordiert insgesamt in dieser Gesellschaft in extremer Weise. Das betrifft Behörden wie auch die Privatwirtschaft, immer mehr sind die Leute der Ansicht, dass man allen "über ihnen" grundsätzlich nicht trauen kann und diese Kreise nicht im Interesse der Bevölkerung, ihrer Mitarbeiter, der unterstellten Beamten, der Untergebenen Soldaten handeln.

Das ist aber mMn nach eine Sache, die seit über 20 Jahren schief geht. Jetzt sieht man nur langsam die Auswirkungen. Es sind gesellschaftliche Entwicklungen, denen man weder auf Seiten der Politik noch auf Seiten der Wirtschaft entgegen gesteuert hat.

(26.03.2025, 10:09)Quintus Fabius schrieb: Diese Einstellung breitet sich zur Zeit massiv bei Jugendlichen aus. Und damit kann man keinen Krieg führen. Und gerade eben deshalb wäre der Wert von zwangsgepressten Wehrpflichtigen so gering - und da durch die Begrenzung der Zahlen hier massive Wehrungerechtigkeiten entstehen werden, verstärkt dies noch den beschriebenen Effekt. Ich würde daher den militärischen Wert einer Minderheit von zwangsgepressten Wehrpflichtigen als sehr gering ansehen.
Es fehlen einfach die sozialkulturellen und gesellschaftlichen Umstände, um aus einer Wehrpflicht wirklich Nutzen ziehen zu können.

Hier denke ich, das gerade Jugendliche nur wiedergeben was ihnen vorgelebt wird. Entweder von Lehrkräften oder von zu Hause aus. Was das Problem mit diesen Lebenseinstellungen aber leider nicht ändert.
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Da hier ja Anekdoten so wichtig sind, darüber hin ich heute gestolpert:

Zitat:Der 16-jährige Gymnasiast Tim Halle schmeißt die Schule, macht kein Abitur und geht zur Bundeswehr. Die Mutter weint. Der Vater hat vergeblich versucht, ihn umzustimmen. Ein emotionales Vater-Sohn-Gespräch.

https://www.schwaebische.de/panorama/16-...nn-3443033
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Diese Söldnermentalität ist in der Bundeswehr viel mehr verbreitet als man es gemeinhin wahrnimmt:

Zitat:Außerdem bleibe ich sowieso nur zwei Jahre in der Kaserne. Danach gehe ich zur Fremdenlegion ins Ausland. Den Eignungstest habe ich probeweise schon gemacht. Und bestanden! Bei der Fremdenlegion verdient man richtig Geld.

Ich höre nur Geld, Geld, Geld.

Geld ist wichtig! Vielleicht gründe ich irgendwann mit 30 Jahren einen privaten Sicherheitsdienst im Ausland. Prominente schützen, das hat Zukunft. Da verdient man 10.000 Euro und mehr im Monat. Ich habe beim Fitness jemanden kennengelernt, der das macht. Erst Bundeswehr, dann Fremdenlegion, dann privater Sicherheitsdienst. Das ist mein Plan.
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Zitat:Der mangelnde Wehrwille unter den heutigen Jugendlichen ist ein eklatantes Problem für die Wehrfähigkeit Deutschlands.

Was gibt es den aus Sicht der Jugend zu verteidigen? Warum sollten sie den das System welches gerade die Zukunft zumindest finanziell völlig ruiniert verteidigen?



Zitat:Diese Söldnermentalität ist in der Bundeswehr viel mehr verbreitet als man es gemeinhin wahrnimmt:

Sich Gedanken über seine Zukunft zu machen , vor allem wenn man weis an welchem Tag sein Vertrag endet halte ich jetzt nicht für verwerflich .
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(28.03.2025, 19:39)Quintus Fabius schrieb: Diese Söldnermentalität ist in der Bundeswehr viel mehr verbreitet als man es gemeinhin wahrnimmt:

Die Äußerungen eines 16jährigen würde ich da jetzt nicht überbewerten.

Ich musste beim Lesen schon was schon schmunzeln, den irgendwie kam mir die Mischung aus Naivität, Abenteuerlust, Einfalt, Illusion und offenen Worten eines 16jährigen irgendwie bekannt vor….
(Nur konnten mich meine Eltern als auch der BW-Karriereberater damals ™ davon überzeugen, zuerst eine Berufsausbildung zu absolvieren)

Die Kernbotschaft ist doch die, dass der Junge keinen Bock mehr auf Schule hat. Wie so oft stimmen die Vorstellungen der Eltern nicht mit denen der Kinder überein.
Wenn der Bursche also einen anderen Weg als Abi und Studium einschlagen will und nicht nur von Bürgergeld, Döner und Cannabis leben möchte, so ist doch schonmal löblich.

Davon ab wird er bei Dienstanritt doch schnell von der Realität eingeholt. Die Desillusionierten tragen in einer Freiwilligenarmee halt doch zur Abbrecherquote mit bei.
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(29.03.2025, 07:47)Garten-Grenadier schrieb: Die Kernbotschaft ist doch die, dass der Junge keinen Bock mehr auf Schule hat. Wie so oft stimmen die Vorstellungen der Eltern nicht mit denen der Kinder überein.
Nein, die Kernbotschaft ist die, dass hier, wenn dem so ist, Eltern in ihrem Erziehungsauftrag scheitern.

Die mögen sich nämlich nach außen demonstrativ winden - trotzdem geht ein 16jähriger nicht ohne die Unterschrift der Eltern aufm Vertrag zur Bundeswehr. Das ist in dem "Dialog" auch ein mal angesprochen. Und dann ganz schnell vergessen.

Da ist eine Verdrehung der Darstellung drin. Nicht der Vater "hat vergeblich versucht ihn umzustimmen". Sondern der Sohn hat erfolgreich den Vater umgestimmt.

(29.03.2025, 07:47)Garten-Grenadier schrieb: Wenn der Bursche also einen anderen Weg als Abi und Studium einschlagen will und nicht nur von Bürgergeld, Döner und Cannabis leben möchte, so ist doch schonmal löblich.
Ich kenne Leute die mit 16 zur Bundeswehr sind - als das noch "erlaubt" war. Heute beschränkt die Bundeswehr das auf 17 als Mindestalter, deswegen will der Bursche nämlich die 11te Klasse fertig machen.

Ich hatte auch drei davon bei mir in der Grundausbildung. Der erste flog unmittelbar, nachdem bei der Dienstantrittsuntersuchung der Drogentest anschlug. Der zweite war nach vier Wochen AGA sang- und klanglos weg. Und der dritte, der eigentlich nur da war "damit er nach dem Rausschmiss aus der Schule schon mal den Wehrdienst hinter sich hat" unterschrieb für 6 Jahre und wechselte in eine Ausbildung an die Bundeswehr-Fachschule, die es heute nicht mehr gibt,
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(29.03.2025, 08:22)kato schrieb: Nein, die Kernbotschaft ist die, dass hier, wenn dem so ist, Eltern in ihrem Erziehungsauftrag scheitern.

Die mögen sich nämlich nach außen demonstrativ winden - trotzdem geht ein 16jähriger nicht ohne die Unterschrift der Eltern aufm Vertrag zur Bundeswehr. Das ist in dem "Dialog" auch ein mal angesprochen. Und dann ganz schnell vergessen.

Da ist eine Verdrehung der Darstellung drin. Nicht der Vater "hat vergeblich versucht ihn umzustimmen". Sondern der Sohn hat erfolgreich den Vater umgestimmt.

Da widerspreche ich dir nicht, denn auch das war mein erster Gedanke.

Bei unserer durchzivilisierten, queerschnittlichen Erziehung und Schulpädagoik wird die frühzeitige Mündigkeit bei gleichzeitiger Ablehnnung von Pflichten und Verantwortung ja stets propagiert. Das ist aber ein gesamtgesellschaftliches "Problem".

Der Bursche bekommt ja nun die Gelegenheit das System von Befehl und Gehorsam kennenzulernen.

(29.03.2025, 08:22)kato schrieb: Ich kenne Leute die mit 16 zur Bundeswehr sind - als das noch "erlaubt" war. Heute beschränkt die Bundeswehr das auf 17 als Mindestalter, deswegen will der Bursche nämlich die 11te Klasse fertig machen.
Alternativ würde, je nach Bundesland, bis zum 18ten Lebensjahr hier die Berufsschulpflicht greifen.
In Österreich gibt es eine sogenannte allg. Ausbildungspflicht/ Lehrpflicht bis zum 18ten Lebensjahr.

(29.03.2025, 08:22)kato schrieb: Ich hatte auch drei davon bei mir in der Grundausbildung. Der erste flog unmittelbar, nachdem bei der Dienstantrittsuntersuchung der Drogentest anschlug. Der zweite war nach vier Wochen AGA sang- und klanglos weg. Und der dritte, der eigentlich nur da war "damit er nach dem Rausschmiss aus der Schule schon mal den Wehrdienst hinter sich hat" unterschrieb für 6 Jahre und wechselte in eine Ausbildung an die Bundeswehr-Fachschule, die es heute nicht mehr gibt,
Mein Buddy in der AGA war auch erst 17. Hat sich besser durchgebissen als manch 22-jähriger und hat sein FWDL23 zuende gemacht.

Dein letzteres Beispiel, der Dritte, zeigt ja einen möglichen Bildungsweg innerhalb der BW auf. Quasi eine duale zvil-militärische Ausbildung.
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(28.03.2025, 11:36)Bravo schrieb: Hier denke ich, das gerade Jugendliche nur wiedergeben was ihnen vorgelebt wird. Entweder von Lehrkräften oder von zu Hause aus. Was das Problem mit diesen Lebenseinstellungen aber leider nicht ändert.

Das tut jetzt vlt n bisschen weh sich das einzugestehen, aber der Grund dafür ist nicht eine "falsche" Vorbildsfunktion.

Der größte Rekrutierungsfaktor für jeglichen Konflikt jemals war nicht ein Pflichtgefühl oder Heimatliebe oder ähnliches. Es war Dummheit. Stinkende, ungefilterte Dummheit. Menschen waren zu dumm um zu verstehen, dass Krieg kein Abenteuer war und haben sich von billigen Gesellschaftsbildern und falscher Moral einlullen lassen.

Kids heute sind gebildeter, vernetzter und politischer als je zuvor. Die bekommen in einem deutlich jüngeren Alter deutlich mehr mit von der Welt als wir, selbst ich (in meinen späten 20ern) kann da nicht mithalten. Das Internet stellt Informationen und Bildmaterial öffentlich zur Verfügung, die hier in keiner Nachrichtensendung laufen würden. Auf YouTube und TikTok findest du relativ einfach GoPro Videos aus bspw dem Ukrainekrieg, unzensiert und mit allen blutigen Details. Ein Jugendlicher kann heute erfahren, was Krieg ist ohne jemals ein Gewehr angefasst zu haben.

Und wenn dann auf die Forderung "du musst zur Armee um dein Land zu verteidigen" die Aussage "warum muss ich in einem Erdloch hocken und irgend einem anderen Wehrpflichtigen die Beine weg schießen, der dann eine halbe Stunde lang im schlamm liegt und weinend nach seiner Mutter schreit?" folgt, ist das eine berechtigte Frage.

Das ist kein Erziehungsproblem. Die Lüge vom "glorreichen Kampf fürs Vaterland" funktioniert einfach nicht mehr, weil sie von der Realität in 4K eingeholt wurde.

Deswegen fahren auch alle Wehrpflichtsbeführworter so extrem auf "Disziplin und Gehorsam" (= "hinterfragt bloß nicht was euch gesagt wird") ab, denn bei einfachsten Nachforschungen fällt dieses ganze moralische Kartenhaus in sich zusammen.

Krieg ist nicht geil und in den Krieg zu ziehen ist keine moralische Pflicht. Vor allem nicht mit dem, was dieses Land und diese Gesellschaft für junge Menschen im allgemeinen übrig hat. Und das wird sich nicht ändern, da kannst du noch so viel im Klassenzimmer propagieren wie geil es denn sei für Gott, Kaiser und Vaterland im Felde zu stehen.

Entweder schaffst du ausreichend Anreize dafür, dass mehr junge Menschen etwas verteidigen wollen würden oder du suchst dir gezielt die jüngeren Leute raus, die kein Problem damit haben, andere Menschen zu töten. Andere Möglichkeiten gibts nicht.

Als Masse kriegst du die jüngeren Generationen nicht in den Krieg, keine Chance. Die sind schon so hoch politisch und die wissen genau, dass sie mehr sind als ihre Befehlshaber unter Kontrolle halten können. Die rotten sich zusammen und meutern bevor sie auch nur einen Schritt an die Front setzen, denn die wissen bereits bestens, dass das was sie dort erwartet deutlich schlimmer ist, als das was sie hier erwartet.
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(29.03.2025, 07:47)Garten-Grenadier schrieb: Die Äußerungen eines 16jährigen würde ich da jetzt nicht überbewerten.
Eben.

Die 'Schwäbische' hat da in letzter Zeit eine seltsame Schlagseite entwickelt, was ihre Schwerpunktsetzung anlangt.
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Zitat:Im Übrigen ist es völlig egal, ob jemand in erster Linie zur Armee geht, um Geld zu verdienen, was im Übrigen die Mehrzahl aller Soldaten weltweit sein dürfte. Warum jemand zur Armee geht, und warum jemand dort bleibt (es gibt immer Mittel und Wege, sich zu drücken), sind zwei Paar Schuhe. Kein Mensch ist eine Insel, es ist immer ein Strauß von Motiven, selbst wenn manche stärker sind als andere.

Geld verdienen muss jeder auf irgend eine Art und Weise. Der weitaus größte Teil der US Soldaten hat überhaupt keine andere Möglichkeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder an einen gewissen höheren Bildungsstand zu kommen. Im Gegensatz dazu wäre es kein Problem unsere paar hanseln in kurzer Zeit auf freie Stellen in der Wirtschaft zu setzen. Der Anteil dabei die den soldatenberuf gewählt haben des eigenen Staates wegen ist in letzten zehn Jahren so gering geworden das es vielleicht sehr hoch gegriffen noch 10% ausmacht. Der größte Teil
Macht es aus Interesse an dem Beruf Soldat selbst weil man als junger Mensch für ein relativ gutes Einkommen schon viel erleben kann wenn man das selbst auch will. Denn Punkt wo sich das ganze dann auch noch mehr finanziell lohnt erleben die meisten ja aufgrund zu geringer Dienstzeit und alter ja überhaupt nicht. Und das ist beim größten Teil auch garnicht der Plan . Ein Teil will so viel wie möglich erleben und ein anderer Teil will dazu aber auch noch jede Möglichkeit der Bildung nutzen die der Bund bietet . Die ersten Jahre nach der Wehrpflicht waren echt finster aber seit ca zehn Jahren hat sich wirklich viel getan. Solche die nur wegen Geld kommen und ihre Zeit abgammeln wollen fallen schnell hinten runter, der größte Teil zumindest. Man muss aber auch bedeutend mehr leisten als noch ein Soldat der Bundeswehr 2010.

Zitat:Kids heute sind gebildeter, vernetzter und politischer als je zuvor. Die bekommen in einem deutlich jüngeren Alter deutlich mehr mit von der Welt als wir, selbst ich (in meinen späten 20ern) kann da nicht mithalten. Das Internet stellt Informationen und Bildmaterial öffentlich zur Verfügung, die hier in keiner Nachrichtensendung laufen würden. Auf YouTube und TikTok findest du relativ einfach GoPro Videos aus bspw dem Ukrainekrieg, unzensiert und mit allen blutigen Details. Ein Jugendlicher kann heute erfahren, was Krieg ist ohne jemals ein Gewehr angefasst zu haben.

Nur weil man auf YouTube ein Video sieht heißt das nicht das man weis was Krieg ist. Am Ende sieht man das gleiche wie in jedem ballerspiel heute. Im Gegenzug sieht man aber die Jugend von Moskau und Kiew trotzdem feiern am Wochenende , einen Mangel an Luxusgütern ( für die jeweiligen Verhältnisse halt) sieht man ebenfalls nicht. Was sagt das aus über krieg?
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Persönlich würde ich die These aufwerfen, dass die Kriege der letzten Jahre in puncto Feldersatz genau eines lehren: Es kommt nicht darauf an, wofür jemand kämpft, sondern darauf, dass er weiß, wofür er kämpft. Das Was ist sekundär.

Es bietet sich wieder das Beispiel Ukraine an. Die Freiwilligen in der ukrainischen Armee sind ein extrem heterogener Haufen, Männer, Frauen, städtische Automechaniker, Lehrerinnen vom Lande, Orthodoxe, Katholiken, Muslime, Juden, politisch von ganz rechts bis ganz links stehend. Es gibt sogar eine Kampfgruppe mit nicht weniger als fünfzig Mitgliedern, in der sich radikale Tierschützer versammeln, und die sich die Erlaubnis ausbedungen haben, in ihrer freien Zeit verlassene Haus- und Nutztiere evakuieren zu dürfen.

Die Freiwilligen haben nur zwei erkennbare gemeinsame Nenner: Sie sind mehrheitlich zwischen 35 und 45, und haben häufiger Kinder als der Durchschnitt. Der Gesellschaft, der Familie, den Freunden zuliebe etwas durchzumachen, damit sie es nicht selbst durchmachen müssen, ist meiner Erfahrung nach eine verbreitetere Tugend, als man denken könnte. Sie braucht nur eine Gelegenheit durchzubrechen. Und eine solche Gelegenheit bietet sich in Deutschland nicht, es herrscht kein Bedrohungsbewusstsein.

Und bei aller berechtigten Skepsis angesichts derzeitiger gesellschaftlicher Fehlentwicklungen – ich glaube, dass die düsteren Prophezeiungen eines deutschen Kollapses im Kriegsfall zu sehr von der jeweiligen eigenen Blase beeinflusst sind.
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Anscheinend gibt es, vorsichtig gesagt, eine leichte Trendänderung...
Zitat:Bewerberzahlen steigen wieder

Von Beruf Soldat in der Bundeswehr: Immer mehr junge Menschen können sich das vorstellen

Seit Jahren hat die Bundeswehr mit zu wenig Personal zu kämpfen. Doch es scheint nun wieder etwas bergauf zu gehen: Die Zahl der neuen Rekrutinnen und Rekruten ist so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.

In Baden-Württemberg interessieren sich immer mehr junge Menschen für einen Job bei der Bundeswehr, so Jens Eggebrecht, Karriereberater der Bundeswehr in Heilbronn. [...] Auch im Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in der Heilbronner Innenstadt sei das Interesse zu spüren. Regelmäßig kämen junge Menschen, die bald mit der Schule fertig werden oder auch schon etwas älter sind, zu einem Beratungsgespräch, um sich ganz individuell über die beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr zu informieren.

Die Gründe sind verschieden: Den einen sei beispielsweise ein sicherer Arbeitsplatz wichtig. Andere würden gerne einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, heißt es im Beratungsbüro. Auch die vielfältigen Berufsmöglichkeiten der Bundeswehr reizten viele. Denn es gibt nicht nur Berufe wie Fallschirmspringer, Kampfschwimmer oder Panzerfahrer, die oft als erstes mit der Bundeswehr in Verbindung gebracht werden. [...] Den Grund dafür, dass sich junge Menschen in Baden-Württemberg für die Bundeswehr interessieren, sieht Jens Eggebrecht auch in den weltweiten sicherheitspolitischen Entwicklungen. Die Akzeptanz für die Bundeswehr sei in den letzten Jahren gestiegen.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuer...t-100.html

Möglicherweise ist es ein ähnliches Phänomen, das wir in Teilen auch aus den USA kennen. Die Wirtschaft schwächelt, vielleicht geht man auch von zukünftig unsichereren Jobperspektiven aus - und flugs wird der Dienst an der Waffe wieder interessanter. Und wer weiß, vielleicht dringt es langsam auch durch die Smartphones, dass die Lage nicht mehr so wohlig ist wie bislang immer vermutet...

Schneemann
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