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Vizeadmiral Jan Kaack, sehr guter Mann:
https://marineforum.online/sabotage-verd...ene-anker/
"Deutlich machte er auch, dass es nachgewiesene Sabotageversuche an zwei deutschen Kriegsschiffen gegeben habe, die sich in deutschen Werften befinden. Zudem gab es Anbahnungsversuche bei Soldaten sowie mehrfaches Eindringen in Stützpunkte von Land und von See"
Staaten haben sich schon für weniger den Krieg erklärt.
"Die Bedrohung durch Russland sei heute noch deutlicher als vor zwei Jahren, sagte Kaack, und wiederholte seine Ableitung, dass Russland im Jahr 2029 in der Lage wäre, einen Konflikt mit der NATO zu suchen"
"Da jedoch bis zum Jahr 2029 keine großen Kriegsschiffe neu zulaufen werden, sagte Kaack, müsse man mit dem auskommen, was man habe"
Das ist so wichtig. Das gilt für die gesamte BW. Wir haben keine Zeit mehr für große Reformen. Unsere Truppen sind gut. Unser Material ist gut. Wir reden uns viel zu schlecht. Leopard 2, EF2000, U212, Taurus usw. Wir brauchen jetzt Munition, Reserven und große Manöver. Ich hoffe unsere Piloten kennen die Angriffspläne auf Kaliningrad und können blind die Stütztpunkte der russischen Marschflugkörper finden.
"Auf gezielte Fragen bestätigte Jan Kaack mehrmals seine Erkenntnisse über die hybride Vorgehensweise Russlands. Die Tatsache, dass Sabotageakte stattgefunden haben, schien dabei eine besondere Aufmerksamkeit erzeugt zu haben."
Einige Fragen: Solche Aktionen müssen doch koordiniert werden.
Können wir die Kommunikation der Russen nicht überwachen, weil wir nicht wissen wie sie kommunizeren oder uns die technischen Möglichkeiten fehlen?
ODER: Können wir die Kommunikation überwachen und lassen wir die Aktionen geschehen um die Russen nicht wissen zu lassen das wir wissen wie sie kommunizieren. Paranoia.
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(14.02.2025, 07:21)Diogenes schrieb: Staaten haben sich schon für weniger den Krieg erklärt.
Und jedes Mal hat man gesehen wieviel Leid dadurch völlig sinnlos verursacht wurde.
Zitat:Das ist so wichtig. Das gilt für die gesamte BW. Wir haben keine Zeit mehr für große Reformen. Unsere Truppen sind gut. Unser Material ist gut. Wir reden uns viel zu schlecht. Leopard 2, EF2000, U212, Taurus usw. Wir brauchen jetzt Munition, Reserven und große Manöver. Ich hoffe unsere Piloten kennen die Angriffspläne auf Kaliningrad und können blind die Stütztpunkte der russischen Marschflugkörper finden.
Es geht auch weniger um die Qualität sondern um die Quantität des Materials.
Und zum Stand der Truppe hätte ich eine Vermutung. Würde es tatsächlich zum Krieg mit Rußland kommen und unsere Soldaten müssten unter ähnlichen Umständen wie aktuell die Ukrainer kämpfen, dann würde es sehr wahrscheinlich zu prozentual wesentlich mehr Desertationen kommen als bei der ukr. Armee.
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Auch hier, ich habe die polemische Diskussion gelöscht. Bleibt bitte sachlich beim Thema.
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(14.02.2025, 10:49)Helios schrieb: Auch hier, ich habe die polemische Diskussion gelöscht. Bleibt bitte sachlich beim Thema. Super sachlich:
Und zum Stand der Truppe hätte ich eine Vermutung. Würde es tatsächlich zum Krieg mit Rußland kommen und unsere Soldaten müssten unter ähnlichen Umständen wie aktuell die Ukrainer kämpfen, dann würde es sehr wahrscheinlich zu prozentual wesentlich mehr Desertationen kommen als bei der ukr. Armee.
Basiert auf objektiven Fakten.
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Wohin sollte ein deutscher Soldat den desertieren, mit dem Schlauchboot übers Mittelmeer ? Noch dazu brauch man auch bloß rechtzeitig verweigern . Möglichkeiten die es in der Ukraine nicht gibt.
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(14.02.2025, 16:35)alphall31 schrieb: Wohin sollte ein deutscher Soldat den desertieren, mit dem Schlauchboot übers Mittelmeer ? Noch dazu brauch man auch bloß rechtzeitig verweigern . Möglichkeiten die es in der Ukraine nicht gibt.
Die meisten Deserteure in der Ukraine gehen einfach nach Hause. Frage doch einfach mal ein paar aktive Bundeswehrsoldaten in deinem persönlichen Umfeld was sie in der von mir skizzierten Situation tun würden. Ich habe da spannende und vielschichtige Antworten auf die Frage erhalten.
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Wenn es dazu kommt das Russland in Deutschland einmarschiert werden wir unseren Dienst tun wie es sich gehört . Dafür hat man einen Eid geleistet.
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(14.02.2025, 19:48)alphall31 schrieb: Wenn es dazu kommt das Russland in Deutschland einmarschiert werden wir unseren Dienst tun wie es sich gehört . Dafür hat man einen Eid geleistet.
Wenn es zu einem Krieg käme würden die Kämpfe aber sehr wahrscheinlich im Baltikum stattfinden. Da fällt der Punkt der Heimatverteidigung als Moralbooster erst einmal weg.
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Landesverteidigung abseits hybrider Kriegsführung ist ein Mythos. Bis der Russe über die Oder kommt, ist die Bundeswehr wohl längst Geschichte.
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(14.02.2025, 20:32)Broensen schrieb: Landesverteidigung abseits hybrider Kriegsführung ist ein Mythos. Bis der Russe über die Oder kommt, ist die Bundeswehr wohl längst Geschichte.
Ja der Drops wäre dann wohl schon vorher gelutscht, da gebe ich Dir recht. Vielleicht wäre ein russischer Angriff auch mental ein Paradigmenwechsel, aber so richtig will ich nicht daran glauben dass die Kampfmoral aller Bundeswehrsoldaten im Baltikum ausreichend hoch wäre, dazu ist die aktuelle Ausbildung meines Erachtens nicht mehr hart genug und die Alternativen sind groß. Maximal fünf Jahre im Luxusknast dürfte jemanden der desertieren will kaum davon abhalten. Vor 10-15 Jahren wäre meine Einschätzung noch anders ausgefallen.
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Wenn man davon ausgeht, dass deutsche Soldaten den Dienst verweigern würden, wenn es um die Verteidigung Polens und des Baltikums geht, dann würden dieselben Soldaten sicher nicht zurückkehren, nachdem ihre ehrhaften Kameraden im Osten untergegangen sind und Putin in Brandenburg einmarschiert.
Entweder man nimmt die Bündnisverteidigung ernst oder die Landesverteidigung ist gleich mit dahin.
Dieses selektive Denken ala "mourir pour Danzig?", aber zugleich das Ideal der Landesverteidigung hochzuhalten, ist für mich absolut nicht akzeptabel und führt unweigerlich in die Niederlage.
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lime:
Zitat:so richtig will ich nicht daran glauben dass die Kampfmoral aller Bundeswehrsoldaten im Baltikum ausreichend hoch wäre, dazu ist die aktuelle Ausbildung meines Erachtens nicht mehr hart genug
Als jemand der bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die aktuelle Bundeswehr herzieht, und insbesondere fortwährend jedem vorträgt dass heute alles verweichlicht ist, von dieser meiner Warte aus also aus möchte ich dir versichern:
Das die absolute Mehrheit der Bundeswehrsoldaten kämpfen wird. Das hat nichts mit harter Ausbildung zu tun und eine Armee die mit Strafen an die Front getrieben wird taugt nicht.
Echte Disziplin resultiert allein aus Selbstdisziplin. Und aus nichts anderem. Echte Kampfkraft kann man nicht durch harte Ausbildung oder Strafen erzeugen, und im modernen Krieg erst recht nicht durch Kasernenhofdrill, Kadavergehorsam und allgemeinen Kommiss. Keine noch so lange Gefängnisstrafe und kein noch so hartes Getue ändern daran irgend etwas, dass echte überlegene Kampfkraft aus einer positiven Bejahung des Kampfes und aus Überzeugung von der Richtigkeit resultiert.
Einzelne gibt es immer, in jeder Armee, die dann den Kampf verweigern. Das war noch in jedem Krieg in jeder Armee so. Aber insgesamt ist die Kampfmoral der Soldaten der Bundeswehr wenn es zum echten großen konventionellen Krieg käme ausreichend hoch. Sie könnte natürlich besser sein, sie ist zweifelsohne weit entfernt von meinen Idealvorstellungen, sie ist nicht die von Kriegern die den Krieg selbst ersehnen, sondern überwiegend die von professionellen Söldnern, aber das ist weder schlecht noch unzureichend.
An der Kampfmoral wird es nicht (!) scheitern.
Da gibt es viele andere Baustellen, die viel problematischer sind. Kein noch so Kampfbereiter Soldat der Bundeswehr kann weiterkämpfen wenn ihm die Mittel dafür fehlen, wenn die Munition ausgeht und wenn Einsatzgrundsätze, Doktrin, Strukturen, Waffensysteme veraltet sind und insbesondere nicht wenn die zivile wie militärische Führung auf den höheren Ebenen ein derartiges Problem darstellt.
Genau genommen ist die Kampfmoral der absoluten Mehrheit der Bundeswehrsoldaten verblüffend hoch, wenn man bedenkt wie katastrophal sie von der Generalskaste und den Schranzen im Ministerium zugrunde geführt werden.
Die werden kämpfen, weil sie kämpfen müssen.
Aber das reicht halt eben nicht. Das reicht nicht.
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Das ist ja nicht auf Deutschland begrenzt und spiegelt Eigentlich nur die mehrheitliche Meinungen eines Teils der Bevölkerungen in den westeuropäischen Mitgliedsländern wieder.
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Für wie realistisch haltet ihr diese Befürchtung? Könnte ein Waffenstillstand oder evtl. Frieden in der Ukraine so viele russische Truppen frei machen, dass es möglich wäre einen begrenzten Angriff auf die Nato bzw. EU durchzuführen, um den Beistandsartikel herauszufordern?
"Nach Einschätzung von BND-Chef Bruno Kahl will Russland die Einheit des Westens auf die Probe stellen - insbesondere mit Blick auf den Nato-Beistandsartikel. In Russland gebe es Überlegungen, den Artikel 5 zu testen in seiner Zuverlässigkeit, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) der Deutschen Welle. "Wir hoffen sehr, dass das nicht stimmt und dass wir nicht in die Verlegenheit kommen, dass es getestet wird, aber dass es Russland will, uns testen, die Einheit des Westens auf die Probe zu stellen, davon müssen wir ausgehen", sagte er...
Wann Russland den Beistandsartikel austesten könnte, hängt nach Kahls Worten auch vom Verlauf des Ukraine-Krieges ab. Wenn dieser früher zum Stillstand komme als 2029 oder 2030, sei Russland auch früher in der Lage, mit seinen technischen, materiellen und personellen Mitteln eine Drohkulisse gegen Europa aufzubauen...."
https://www.n-tv.de/politik/BND-Chef-Kre...15616.html
Vor allem im Baltikum wächst die Sorge vor dem Zapad-Manöver im Herbst. Sönke Neitzel sprach sogar davor, dass die der letzte Sommer im Frieden in Europa sein könnte:
"Ihre Besorgnis hat einen ganz konkreten Grund: Es geht um ein geplantes Militärmanöver in Belarus, das ihrer Ansicht nach die geopolitische Lage weiter verschärfen könnte.
Was ist das „Sapad“-Manöver?
Das „Sapad“-Manöver, was auf Deutsch „Westen“ bedeutet, ist eine bedeutende militärische Großübung, die alle zwei Jahre von Russland und seinem Vasallen Belarus gemeinsam durchgeführt wird.
Im Jahr 2021, kurz vor der russischen Invasion in die Ukraine, hatte es mehrere ähnliche Militärübungen gegeben. Damals wurden Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen, was zunächst wie ein normales Manöver aussah.
Doch die Situation eskalierte dramatisch. Die Soldaten kehrten nicht wie geplant in ihre Heimatkasernen zurück – stattdessen begann die Invasion der Ukraine. „Am Ende standen 130.000 russische Soldaten an der ukrainischen Grenze“, so Adler. .."
https://www.focus.de/politik/echte-krieg...aafcf.html
Sönke Neitzel:
"..„ Vielleicht ist dieser Sommer der letzte Sommer, den wir noch im Frieden erleben“, äußerte beispielsweise Deutschlands profiliertester Militärhistoriker Sönke Neitzel von der Uni Potsdam. Ihm zufolge würden Litauische Beobachter befürchten, für die Russen bedeutete das Manöver die Blaupause für eine Offensive auf das Baltikum. Und auch Sabine Adler warnte in der Talkshow von Caren Miosga vor einer „echten Kriegsgefahr“ für die Europäische Union und die Nato – nach Einschätzung des Deutschlandfunks sei Adler eine der renommiertesten journalistischen Kenner Osteuropas..."
https://www.fr.de/politik/putin-herbstma...19230.html
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