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Die sechs U-Boote der Collins-Klasse, die von der australischen Marine beschafft worden sind, kommen aus den Negativ-Schlagzeilen nicht mehr heraus. Bis heute glänzen die U-Boote dieser Klasse vor allem durch diverse Probleme wie zu hohen Geräuschpegel, die sie nur eingeschränkt einsatzfähig machen. Diese Probleme, so etwa auch Ausfälle der Antriebsanlage, konnten trotz teurer Nachbesserungen wohl nur teilweise gelöst werden.
Im Februar 2002 kam es auf der Dechaineux, einem U-Boot der Collins-Klasse, zu einem Zwischenfall, als bei ihr im getauchten Zustand ein Kühlwasserrohr brach. Daraufhin wurde ein Tauchverbot über alle U-Boote dieser Klasse verhängt. Zuletzt glänzte die Collins-Klasse durch ein Auslaufverbot, das inzwischen aber wieder aufgehoben wurde. Es war verhängt worden, weil sich herausstellte, daß vorgeschriebene Wartungen und Überprüfungen an diversen Ventilen nicht so durchgeführt worden waren, wie es der Hersteller vorschreibt. Offenbar muß jetzt mindestens ein U-Boot der Collins-Klasse eingedockt werden.
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Worin seht ihr die Gründe für die Misere der Collins-Klasse?
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Zitat:Tiger postete
Worin seht ihr die Gründe für die Misere der Collins-Klasse?
Ein Grund für die Probleme ist sicher, dass Australien anstelle des von Kockums offerierten Kampfsystems (basierend auf dem der schwedsichen Marine) eine Eigenentwicklung einsetzen wollte, welche komplett versagte. Was vielleicht für die Probleme mit den Geräuschen und den Rümpfen ursächlich ist, ist, dass die Australian Submarine Corporation, die Werft, welche die Boote gebaut hat (bzw. die speziell zum Bau der Boote geründet wurde), mit dem Bau von U-Booten keinerlei Erfahrung hatte und von Kockums nur das Design bezogen hat und sich nicht beim Bau hat "helfen" lassen.
(Indirekt wollte Australien durch dieses Projekt in den internationalen Marineschiffbaumarkt einsteigen und Schiffe auch an ausländische Kunden verkaufen.)
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Wie viel haben denn diese Prachtsücke den australischen Steuerzahler gekostet?
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Zitat:Demon Wojny postete
Wie viel haben denn diese Prachtsücke den australischen Steuerzahler gekostet?
Für alle 6 Boote: 3.4 Milliarden US$, als gut 500 Mio US$ pro Boot, also mehr, als vergleichbare andere konventionelle Subs. (Oder: insgesamt 700 Mio US$ mehr, als veranschlagt/geplant, wobei ich nicht herausfinden konnte, ob die 400 bis 500 Mio US$ für das 2. Kampfsystem da schon mit eingerechnet sind, oder nicht. Die verschiedenen Printquellen sind da etwas vage.)
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Ich habe einen Beitrag der Zeitschrift Marine-Forum gefunden, der die Mängel dieser Klasse nennt:
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Hier ein Zitat aus diesem Link:
Zitat:Von Beginn an erwies sich vor allem die Software zur Integration des Gefechtsführungssystems der US-Firma Rockwell als fehlerhaft (was letztendlich im Jahre 2000 zu einer Neuausschreibung führte). Daneben zeigten sich aber auch technische Mängel: Antriebsdiesel und Getriebe waren extrem störanfällig, und schließlich verliehen Vibrationen, Schraubenkavitation und Maschinengeräusche den U-Booten ein nicht hinnehmbar hohes Eigengeräusch. Ein Zwischenbericht (2000) nannte weitere Mängel auch für die Ausfahrgeräte (Periskop, Fernmeldemast).
@pseunym
Aufgrund der Bau- und Folgekosten für die U-Boote der Collins-Klasse gelten diese inzwischen als die teuersten jemals gebauten konventionellen U-Boote.
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Das planungstechnische Herumgegurke und auch die Wankelmütigkeit in der Politik in Canberra haben dazu geführt, dass die U-Boote der
Collins-Klasse, die immerhin auch schon grob 30 Jahre alt sind, nun wohl eine
life extension erhalten. Kritik daran gibt es durchaus...
Zitat:Australia readies itself for high-risk submarine life extension for Collins-class [...]
[Published on 16/04/2026]
Even as Australia eyes the heady prospect of operating nuclear-powered attack submarines in the future, it is facing the challenge of keeping six ageing Collins-class diesel-electric submarines in service for many more years. [...]
In mid-2024, the ABC reported that half of Australia’s submarine fleet would remain out of the water for the rest of that year due to “unprecedented corrosion problems”. Engineers discovered significant corrosion damage on HMAS Sheean during a routine full-cycle docking, and the LOTE was listed as a product of concern on 13 December 2024. [...]
Naval News asked about the risks for the Royal Australian Navy (RAN). Hughes noted there will always be naysayers, “But you’ve got to remember, we’re pretty focused on delivering both outcomes. Are they high risk? Sure – schedule is demanding, technologies are demanding, workforce is demanding. I could list all the things that could go wrong, but one thing we’re really good at in Defence – despite maybe some other commentators’ views – is risk management.”
Hughes shared that the RAN is coming out of a dip in Collins-class availability, with four out of six submarines now operational. “Now all eyes are on Collins moving forward and the transitioning. The LOTE is an important part of that, and that’s technically complex. It’s not beyond the wit of man to be able to do it, but it requires that balance between workforce and industry, building capability for the nuclear submarines, and at the same time keeping Collins going.”
https://www.navalnews.com/naval-news/202...ins-class/
Schneemann