Beiträge: 12
Themen: 0
Registriert seit: Nov 2025
(14.04.2026, 11:17)DopePopeUrban schrieb: Die Kosten der Bedrohung selber spielen dabei so gut wie keine Rolle, das ist auch ein Fehlschluss der in den Medien in Bezug auf die Drohnen-Thematik häufig gezogen wird. Sollte es mal eine 15 Euro Billigdrohne geben, die mit Sprengstoff bestückt werden kann und die 1.000km/h fliegt, würde man die (sofern möglich) trotzdem mit einer ASTER 30 bekämpfen. Denn die kostet vielleicht 2mio Euro pro Stück, der Schaden durch die Drohne vielleicht aber 20mio oder 200mio. Die Kosten von Angriffs- und Abwehrwaffe zu vergleichen ist kein "Fehlschluss", sondern ein übergeordneter volks-/kriegswirtschaftlicher Aspekt, der den Gesamtverlauf beeinflusst. Den (nicht nur finanziellen) Wert des zu verteidigenden Angriffsziels muss man natürlich auch im Auge haben, aber ein Fehlschluss ist, dass man die jeweils andere Rechnung einfach ignorieren könne. Idealerweise kann man also ein wertvolles Ziel, das mit einer günstigen Waffe angegriffen wird, auch mit einer günstigen Waffe verteidigen, denn andernfalls hat man bald keine Mittel mehr um die nachfolgenden günstigen Waffen zu bekämpfen, die der Gegner durch sein ökonomisches Vorgehen "ansparen" konnte.
Die Kosten der Abwehrwaffen zu ignorieren entspricht allenfalls den Interessen von deren Herstellern.
Beiträge: 469
Themen: 3
Registriert seit: Aug 2024
(14.04.2026, 12:25)TGE schrieb: Hast du Quellen für den sehr niedrigen Preis der SLM?
Politico schreibt, dass in der geleakten Beschaffungswunschliste für 396 SLM 694 Mio. geplant sind - was ich wiederum sehr hoch halte (1,75 Mio pro SLM).
Mein Fehler alte Quelle, die nicht mehr verfügbar ist.
Andere Quellen sprechen von ca. 500k pro FK SLM und 400k pro IRIS-T(Luft -Luft/SLS). Das sind aber alles Schätzungen, da man nichts offizielles hat.
https://www.focus.de/politik/ausland/jed...18227.html
https://www.bundeswehr-journal.de/2023/1...itkraefte/
Beiträge: 788
Themen: 6
Registriert seit: Nov 2016
(14.04.2026, 13:25)M004A schrieb: Die Kosten von Angriffs- und Abwehrwaffe zu vergleichen ist kein "Fehlschluss", sondern ein übergeordneter volks-/kriegswirtschaftlicher Aspekt, der den Gesamtverlauf beeinflusst. Den (nicht nur finanziellen) Wert des zu verteidigenden Angriffsziels muss man natürlich auch im Auge haben, aber ein Fehlschluss ist, dass man die jeweils andere Rechnung einfach ignorieren könne. Idealerweise kann man also ein wertvolles Ziel, das mit einer günstigen Waffe angegriffen wird, auch mit einer günstigen Waffe verteidigen, denn andernfalls hat man bald keine Mittel mehr um die nachfolgenden günstigen Waffen zu bekämpfen, die der Gegner durch sein ökonomisches Vorgehen "ansparen" konnte.
Die Kosten der Abwehrwaffen zu ignorieren entspricht allenfalls den Interessen von deren Herstellern.
Ich kann hier nur zustimmen. Gerade der kriegswirtschaftliche Aspekt und die Auswirkung auf einen längeren Konflikt haben eine hohe Relevanz. Auch die Logistik Kette und wie schnell nachproduziert werden kann hat eine hohe Bedeutung. Je komplexer der Flugkörper, desto weniger Output hat man (wir können natürlich noch nicht abschätzen ob sich die SLX einfacher und schneller fertigen lässt, naheliegend wäre es aber). Der Gedanke den mittleren Layer wegzulassen kann ich deshalb wenig abgewinnen.
Insgesamt gibt es viele Punkte zu bedenken. Natürlich haben diese unterschiedlich hohe Bedeutungen, aber in einer Gesamtbetrachtung wichtige Punkte komplett auszuklammern ist falsch.
Die nur einen unteren und oberen Layer zu betreiben halte ich nicht für völlig abwegig. Ich denke aber den mittleren Layer potenter zu gestalten ist der bessere Weg, da er einen Kompromiss aus verschiedenen Aspekten darstellt. (Das heißt nicht dass es den oberen Layer nicht braucht, nur nicht auf jedem Schiff - aber das ist die zugrunde liegende unterschiedliche Einschätzung).
Beiträge: 1.743
Themen: 8
Registriert seit: Feb 2025
„Leuco“ schrieb:Magazintiefe
Wenn man sich die Magazintiefe der aktuellen ESSM Bomber ansieht, kann man davon ausgehen, dass Sättigungsangriffen vorgebeugt werden soll. Diese sind weiterhin ein Bedrohungsszenario welches mit der Einführung von Angriffswaffen oberhalb von konventionellen Seezielflugkörper nicht einfach wegfallen. Zitat:In der Diskussion wird mir der Sättigungsangriff zu einfach beiseite gewischt.
Ich versuche das mal n bisschen chronologisch zu machen.
Ich bin durchaus bei dir, was Saturationsangriffe betrifft. Das ist nach wie vor eine existierende Bedrohungslage gegen die unsere Einheiten geschützt werden müssen. Da müssen wir nicht darüber diskutieren, dass 16x ASTER 30 dafür ganz schön gewagt wären, deshalb advokiere ich ja auch nicht dafür.
Was ich aber ebenfalls sehe ist, dass Saturationsangriffe kein fix definiertes Einsatzspektrum sind, sondern sich variabel mit den gegeben Umständen verändern. Was ich damit konkret meine ist, dass heute mit Saturationsangriffen über das gesamte Spektrum der Seezielflugkörper zu rechnen ist, nicht bloß in der Dimension SeaSkimmer. Je nach Form der Bedrohung stärker oder schwächer, ausgenommen vielleicht ASBM, bei denen man nicht wirklich von Saturation sprechen kann.
Man kann durchaus davon ausgehen, dass eine Saturation via SeaSkimmern realistisch ist.
Man kann aber auch durchaus davon ausgehen, dass eine Saturation mit hypersonsichen Seezielflugkörpern realistisch ist.
Oder sogar, je nachdem ob ein potenzieller Gegner dazu organisatorisch in der Lage ist: eine Kombinatoon aus beiden.
----
Nebenbei ist im übrigen auch der ESSM-Bomber, zumindest in der DM, ebenfalls primär ein logistischer Vorteil. Das hat einfach damit zu tun, dass man nicht in der Lage ist, den VLS-Komplex auf See nachträglich zu bestücken, weshalb man einiges an Karenz einplant um nicht ständig nach Hause zu müssen. Aus dem selben Grund führen Einheiten der DM bspw auch 42x RAM mit, nicht weil die alle gleichzeitig gebraucht werden sondern weil wir die Starter nicht auf See nachladen können (bzw. das geht schon aber tun es eben nicht).
Und historisch betrachtet war es zudem immer eine gute Ausrede, um in Friedenszeiten am teuren VLS-Komplex und vor allem teuren Lfk zu sparen.
Zitat:Wenn man davon ausgeht dass eine ASW Einheit im hohen Norden mit nur 16 Astern herumfährt und je Flugkörper der bekämpft wird zwei verschossen werden, ist das aus meiner Sicht einfach zu wenig. Hier dann zu unterstellen, dass man den Einsatz einfach abbricht, ohne auf dem Weg weiteren Bedrohungen zu begegnen halte ich für zu riskant.
Es kommt natürlich immer ein wenig auf die Situation an, aber ASTER 30 und SM-2 werden definitiv nicht in Pärchen verschossen. ESSM soweit ich weiß auch nicht und auch bei der SLM würde es mich wundern. RAM ist wieder eine andere Geschichte, das hat in der DM mWn aber einfach mit Präferenz zu tun. So wirklich erforderlich ist das in den meisten Situation nicht. Ausnahme natürlich bei Fehlschüssen.
Zitat:Größere VLS Kapazität
Natürlich hätte ich hier nichts dagegen. Wir sind hier aber im Iris T Strang. Hier geh ich davon aus, dass die definierten Rahmenbedingungen welche uns bekannt sind (z.B. die Definition der F126) fix sind und die Iris T die Variable über wir diskutieren. Natürlich müssen wir hier auch potentiale z.B. Dualpack usw. erörtern.
Ich glaube diese Themen kann man nicht so klar voneinander separieren. Man kann nicht umfassend über Lfk-Möglichkeiten diskutieren, vor allem nicht über theoretische Ansätze hinsichtlich der Potenziale, wenn dessen Startanlagen nicht Gegenstand der Diskussion sind. Dass wir hier nicht mit nem Wunschkonzert anfangen, sollte klar sein, aber aktuell dreht sich diese Diskussion hauptsächlich um doktrinäre Ansätze, was natürlich auch im Kontext der navalisierten IRIS-T relevant ist.
Zitat:Einsatz der SLX
Ich sehe sie als Layer zwischen Mittel und Fern. Wie ich schon schrieb ist sie nicht Fisch nicht Fleisch. In der Diskussion kann man, wenn man es runter brechen will, von drei Möglichkeiten ausgehen. Man setzt auf ultimative Magazintiefe und ist bei höherwertigen Bedrohungen blank, man geht auf den potentesten Flugkörper und ist bei einem Sättigungsangriff blank oder man bewegt sich dazwischen. Ich bin kein Fan von beiden Extremen.
Was gibt es zwischen 1x Abfangfenster und 2x Abfangfenstern? 1.5x Abfangfenster?
Das ist ja gerade der Knackpunkt, warum ich den Status einer SLX im Lfk-Bestand so anzweifle. Für die Aufgaben im MRAD Bereich bietet die SLX zwar einen Reichweitenvorteil, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die mögliche Magazintiefe, die ESSM oder SLM bieten. Damit wäre die SLX zwar nicht meine erste Wahl, aber damit ließe sich in diesem Bracket zumindest arbeiten. Im LRAD Bereich hingegen verfügt die SLX effektiv nicht über ausreichend Performance um vor ESSM oder SLM einen weiteren Verteidigungslayer darzustellen, es eröffnet sich kein zweites Abfangfenster.
Dieser "Mittelweg" führt in meinen Augen einfach nur dazu, dass sowohl die MRAD wie auch LRAD Aufgaben nicht ausreichend wahrgenommen werden können. Zwar würde ich mich in der Diskussion, ob ESSM oder SLX der Primärlayer werden soll, immer für die SLX entscheiden, aber nicht weil die SLX dafür geeignet ist sondern weil die ESSM dafür ungeeigneter ist.
Ich halte deine persönliche Schlussfolgerung für schlüssig. Aber sie geht eben von Grundsätzen und Grundvoraussetzungen aus, die ich so teilen oder nachvollziehen kann. Deine Konstante sind die Einheiten und ihre Kapazitäten, worin du mit deinem Ansatz arbeitest, was eben grundlegend verschieden zu meinem Ansatz ist, sei es nun Anpassung oder Neukonstruktion.
----------
M004A schrieb:Die Kosten von Angriffs- und Abwehrwaffe zu vergleichen ist kein "Fehlschluss", sondern ein übergeordneter volks-/kriegswirtschaftlicher Aspekt, der den Gesamtverlauf beeinflusst. [...] Ich weiß nicht, ob ich das so vom Gesichtspunkt der Kosten unterschreiben kann. Verglichen mit den Anschaffungs- und Unterhaltskosten eines einzigen Major Surface Combatants, ist dessen Munition spottbillig. Wir sprechen hier von Kosten die je nach Art zwischen 1mio und 6mio Euro pro Lfk liegen. Die per FMS freigegebene Munitionsbeschaffung für die F127 (die aus 173x SM-6I und 577x SM-2IIIC besteht) kostet insgesamt rund 2.9mrd Euro. Im maritimen Kontext ist das wirklich nicht viel Geld.
Das kann mEn höchsten vom Gesichtspunkt der Produktionskapazität her Relevanz haben, aber da sehe ich nicht inwiefern niedrigkarätigere Lfk hier einen Vorteil gegenüber hochkarätigen Lfk haben sollen. Die niedrigkarätigeren Lfk werden ja nicht deshalb zahlreicher hergestellt, weil sie einfacher herzustellen sind, sondern weil die Kundenzahl dafür größer ist. Denn nicht unbedingt jeder Staat hat die finanziellen Mittel für hochkarätige Systeme, viele aber für niedrigkarätige Systeme. Dessen Produktionslinien werden im Konfliktfall genauso überlastet sein, wie alle anderen Produktionslinien auch.
Beiträge: 7.261
Themen: 18
Registriert seit: Jan 2017
(14.04.2026, 13:25)M004A schrieb: Die Kosten von Angriffs- und Abwehrwaffe zu vergleichen ist kein "Fehlschluss", sondern ein übergeordneter volks-/kriegswirtschaftlicher Aspekt, der den Gesamtverlauf beeinflusst. Man muss diese Gesamtbetrachtung aber trennen von der Einzelfallabwägung beim Einsatz der FK. Wenn die 1000-Euro-Drohne die 1000-Mio.-Euro-Fregatte bedroht, dann ist auch eine 10-Mio.-Euro-Rakete noch ein sehr angemessenes Mittel. Dann muss man aber halt dafür sorgen, dass diese Situation möglichst gar nicht erst eintritt.
Beiträge: 8.902
Themen: 353
Registriert seit: Jul 2003
(13.04.2026, 21:54)DopePopeUrban schrieb: Die ESSM liegt leistungstechnisch in einen eher ungewöhnlichen Fähigkeitsbracket, oberhalb der klassischen Nahbereichsverteidigung aber drastisch unterhalb des Theatre Air Defense. Die meisten Fk, die wie die ESSM primär in der Nahbereichsverteidigung (besonders gegen SeaSkimmer) wirken sollen, bewegen sich dabei klassischerweise eher im 20-40km Reichweitenspektrum. Das ist der Fall für CAMM und CAMM-ER, VL MICA und VL MICA NG, die HISAR-Familie, K-SAAM, die Umkhonto-Familie, die navalisierten C-Dome Varianten und eben IRIS-T SLS/SLM.
Die wesentlichen Faktoren für die Bewertung eines Waffensystems ist die Entwicklungsgeschichte sowie die Bedrohungslage, und in diesem Kontext ist für mich die Leistung der ESSM nicht ungewöhnlich, sondern nachvollziehbar und die Leistungsunterschiede zu deinen anderen Beispielen folgerichtig. ESSM ist als einziges der genannten Systeme explizit und damit auch prioritär für den Einsatz auf See entwickelt worden und dementsprechend an das Einsatzumfeld und die Bedrohungslage in einer Weise angepasst, die bei den anderen Beispielen (die entweder als Universalsysteme entwickelt oder nachträglich navalisiert wurden) so nicht gegeben ist.
Zitat:Also für den eigentlichen Kernauftrag wird die Reichweite der ESSM nicht benötigt, auch die SLM ist da schon mit mehr ausgestattet, als sie rein theoretisch bräuchte.
Die angegebenen effektiven Reichweiten sind, sofern sie im gleichen Bezugsrahmen angegeben werden, vor allem ein Indikator für die zur Verfügung stehende Energie. Und die ist ein wesentlicher (wenn auch natürlich nicht der einzige) Faktor für die Effektivität gerade gegen herausforderndere Zieltypen. Die Reichweite selbst ist weitaus weniger relevant und streng genommen eher eine Folge als ein Ziel.
Dementsprechend sind für mich auch deine Ausführungen bezüglich Verteidigungslinien nur eingeschränkt nachvollziehbar, weil hier die Gründe für die Existenz verschiedener Systeme mit unterschiedlichen Reichweiten aus einer Perspektive betrachtet werden, die nicht dem primären Zweck der entsprechenden Waffen entspricht (was natürlich nicht heißt, dass sie nicht auch entsprechend zum Einsatz kommen). In diesem gibt es oft kein zweites Abfangfenster für die Langstrecken-FK-führende Einheit.
In diesem Kontext und mit Blick auf das Strangthema (von dem wir uns ja nicht zu weit entfernen wollen, sage ich mal so passiv-aggressiv  ) stellt sich bei navalisierten "Versionen" der IRIS-T (ich spreche von Versionen, auch wenn es sich um weitgehend unterschiedliche FK handelt) die Frage, welche konkreten Aufgaben SLM und SLX tatsächlich übernehmen können. Ich habe hier immer wieder dafür plädiert, dass es für die Marineanwendung eigentlich einen Hybrid bräuchte, mit einer maximalen VLS-Kompatibilität (Quadpack) und trotzdem den erweiterten Systemen der neueren Variante (Sucher), dies allerdings nach dem damaligen Stand der SLX, die sich inzwischen ja doch etwas gewandelt hat. Damit wäre dieser "SLN" tatsächlich primär ein ESSM-Ersatz, mit ähnlichen Leistungen. Da stellt sich natürlich auch wieder die Sinn-Frage.
(13.04.2026, 22:59)Kul14 schrieb: Diese ganze auf Reichweite basierte Diskussion ist immer mit Vorsicht zu betrachten. SLM wird offiziell mit einer effektiven Reichweite von 40km angegeben. Es ist kein Geheimnis das in der Ukraine höheren Reichweiten keine Ausnahmen sind.
Effektivität hängt immer von der Bedrohung ab, mit einem FK, der auf 40 km manövrierende Marschflugkörper abfangen kann, lassen sich langsame, träge Drohnen auch auf größeren Distanzen bekämpfen. Deswegen ist aber das System nicht leistungsfähiger als ursprünglich angenommen. Auch bei SLX sollte im Hinterkopf behalten werden, dass es keine aktuellen Leistungsdaten gibt.
(13.04.2026, 23:22)Broensen schrieb: Wenn wir mit den bei uns üblichen 16 Zellen argumentieren, dann ist ein FK der Kategorie Aster/SM-2 so oder so nicht vorgesehen. Die Argumentation ergibt also keinen Sinn. Einheiten, auf denen mehr als ESSM eingerüstet wird, erhalten auch mehr VLS-Zellen.
Wie kommst du auf diese Idee? Die Zielplanung für die F126 war eine Verdopplung der FK-Zahl gegenüber der F123, dafür reicht ein 8er VLS aus. 16 Zellen wurden es, weil über die Anforderung hinaus eine Aufwuchsreserve bereitgestellt werden sollte. Die Argumentation mit 64 ESSM ist eher ein Forending (auch wenn mangels Alternativen aktuell nur diese Zahl sinnvoll erscheint und deswegen ja selbst manches Marinemitglied sie nennt).
Beiträge: 7.261
Themen: 18
Registriert seit: Jan 2017
(14.04.2026, 21:04)Helios schrieb: Die Zielplanung für die F126 war eine Verdopplung der FK-Zahl gegenüber der F123, dafür reicht ein 8er VLS aus. 16 Zellen wurden es, weil über die Anforderung hinaus eine Aufwuchsreserve bereitgestellt werden sollte. Du meinst also, die 16 Zellen hat die F126 nur bekommen, weil man die Möglichkeit haben will, später noch einen FK der Kategorie SM-2/Aster30 einzurüsten und sonst hätte man da jetzt nur 32xESSM?
Beiträge: 574
Themen: 2
Registriert seit: Jul 2022
(14.04.2026, 21:04)Helios schrieb: Damit wäre dieser "SLN" tatsächlich primär ein ESSM-Ersatz, mit ähnlichen Leistungen. Da stellt sich natürlich auch wieder die Sinn-Frage.
Eigentlich nur um von den USA unabhängiger zu werden und event. einen billigeren Flugkörper zu haben. Wenn vor allem Punkt 1 nicht so relevant ist, könnte man auch einfach die ESSM weiterentwickeln. Ist auch schon geplant für die ESSM 2.
Zitat:Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung softwaredefinierter Funktionen. Dazu zählen unter anderem verbesserte Such‑ und Zielalgorithmen, optimierte elektronische Gegen‑ und Gegen‑Gegenmaßnahmen (ECCM) sowie angepasste Flugprofile. Auch die Kommunikation zwischen Flugkörper, Bordradaren und Feuerleitarchitektur soll weiter verbessert werden.
Quelle - ESUT
Die ESSM 2 hat mMn noch mehr Potential für Verbesserungen. Die Sensoren könnten um einen Infrarotsensor ergänzt werden, ein neuer Raketenmotor mehr Energie zur Verfügung stellen. Es gibt auch schon einen Plan für einen Nachfolger.
Zitat:Evolving aerial threats are driving demand from the Navy and 11 U.S. allies for an improved naval short-to-medium range anti-air missile.
Quelle - TWZ
@DPU
Genauso wie sich Bedrohungen weiterentwickeln werden sich auch Abwehrmassnahmen weiterentwickeln. Das trifft auf alle Waffensysteme zu, auch auf die Aster 30 von der es ja mittlerweile auch ein Upgrade gibt (Aster 30 B1NT). Ich bin da auch ein Anhänger von einem Raketenmix, Aster 30/SM-2 (oder Äquivalente), ESSM 2 und RAM. Das mag für manche Szenarien ein Overkill sein, für manche nicht aber manchmal zählt auch einfach die Quantität.
Beiträge: 8.902
Themen: 353
Registriert seit: Jul 2003
(14.04.2026, 22:07)Broensen schrieb: Du meinst also, die 16 Zellen hat die F126 nur bekommen, weil man die Möglichkeit haben will, später noch einen FK der Kategorie SM-2/Aster30 einzurüsten und sonst hätte man da jetzt nur 32xESSM?
Die 16 Zellen hat die F126 bekommen, um über ESSM hinaus noch weitere FK einrüsten zu können. Das war als Aufwuchsfähigkeit aber logischerweise unbestimmt und mit Blick auf das Aufgabenspektrum weniger für eine weiterreichende Flugabwehr angedacht, sondern tendenziell eher in Richtung ASW oder insbesondere LA. Nicht ohne Grund hat man das VLS auch in Strike-Länge beschafft. Aber prinzipiell wäre auch eine weiterreichende Flugabwehr eine Möglichkeit.
Beiträge: 788
Themen: 6
Registriert seit: Nov 2016
(14.04.2026, 22:26)Helios schrieb: Die 16 Zellen hat die F126 bekommen, um über ESSM hinaus noch weitere FK einrüsten zu können. Das war als Aufwuchsfähigkeit aber logischerweise unbestimmt und mit Blick auf das Aufgabenspektrum weniger für eine weiterreichende Flugabwehr angedacht, sondern tendenziell eher in Richtung ASW oder insbesondere LA. Nicht ohne Grund hat man das VLS auch in Strike-Länge beschafft. Aber prinzipiell wäre auch eine weiterreichende Flugabwehr eine Möglichkeit.
Womit wir wieder zur SLX und der Frage kommen ob diese wenn dualpackfähig, eine sinnvollere Ergänzung zur ESSM darstellt als SM2 oder Aster. Wenn man als Ziel >32 AAW Flugkörper oberhalb von RAM annimmt ergeben sich z.B. folgende Optionen:
6x4 ESSM = 24
6x2 SLX = 12
4 VLS Plätze übrig für Torpedos
6x4 ESSM = 24
10x1 Aster 30 B1NT = 10
Die Fragen die es zu beantworten gilt:
- ist der Unterschied zwischen ESSM und SLX groß genug um überhaupt darüber nachzudenken?
- ist die Kombination aus geringerer Leistung der SLX, dafür aber der doppelten Zahl an Flugkörpern und der Option 4 Torpedos mitzuführen ausreichend um sich gegen Aster (SM2) und für SLX zu entscheiden, wenn beide Optionen ihre Berechtigung haben?
Vermutlich können wir in Ermangelung der Daten der SLX die Frage heute noch nicht abschließend klären. Das Beispiel zeigt aber auch ein wenig auf, wie sich die Entscheidung der Beladung auf die gesamtverteidigungsfähigkeit auswirken kann. Nun kann man argumentieren, dass die Torpedos auch als Deckstarter kommen könnten, hier verliert man dann aber wiederum Seezielflugkörper usw.
Was ich so interessant finde um mal auch die Brücke zur CAMM Mr zu schlagen, ist die Frage ob die Einführung von Flugkörpern welche nicht den bisherigen Layern entsprechen sondern sich dazwischen bewegen (bezogen auf Leistung und Packdichte), neue Optionen öffnen. Ggf werden das auch Rohrkrepierer oder aber lösen den ESSM Layer ab, da dieser qualitativ nicht mehr ausreicht.
Beiträge: 8.902
Themen: 353
Registriert seit: Jul 2003
(14.04.2026, 23:21)Leuco schrieb: Womit wir wieder zur SLX und der Frage kommen ob diese wenn dualpackfähig, eine sinnvollere Ergänzung zur ESSM darstellt als SM2 oder Aster.
Ich sehe in vielen Fällen, die hier im Forum als "ganz klar" gelten, schon SM2 oder Aster 30 nicht als sinnvolle Ergänzung, einfach weil der hier gern als Basis dienende Ansatz (der ja auch zu den ASW-Zerstörern geführt hat) sich mir nicht erschließt. Aber davon abgesehen fehlen ähnlich wie auch bei der A-200DEU konkretere Informationen zur tatsächlichen SLX, die im Laufe der Zeit erkennbar einen Wandel durchlebt hat und deren ursprünglichen Ziele ich persönlich nicht mehr als Argumentationsgrundlage heranziehen würde. Damit wird es natürlich auch schwierig, eine "nationale" Konfiguration aus SLM und SLX (und womöglich noch SLS als RAM-Ersatz) zu bewerten.
Spekulieren lässt sich diesbezüglich viel, kommt SLX im Quadpack, Dualpack oder Einzeln ins MK41, wo liegen die energetischen/kinetischen Leistungswerte (im Vergleich zu ESSM und SM-2/Aster 30), welche Konfiguration weißt der FK selbst auf (Antrieb, Suchkopf, Zielwirkung). Wenn ich davon ausgehe, dass SLX ein potenter FK für den erweiterten Selbstschutz wird, aber aufgrund der Stückzahlen durch beispielsweise SLM ergänzt werden sollte, sind die zwei FK als Ersatz von einem (ESSM) sinnvoll, weil dadurch eine Harmonisierung mit den Heeresbeständen erfolgt und damit insgesamt größere Stückzahlen vorgehalten werden können (auch größere Produktionskapazitäten), oder ist ESSM als einzelner FK die bessere Variante? Konkrete Antworten gibt es nicht, solange nicht mehr Daten bekannt sind.
Zitat:Was ich so interessant finde um mal auch die Brücke zur CAMM Mr zu schlagen, ist die Frage ob die Einführung von Flugkörpern welche nicht den bisherigen Layern entsprechen sondern sich dazwischen bewegen (bezogen auf Leistung und Packdichte), neue Optionen öffnen. Ggf werden das auch Rohrkrepierer oder aber lösen den ESSM Layer ab, da dieser qualitativ nicht mehr ausreicht.
In Anbetracht der großen Erfahrungswerte und der in meinen Augen konsequenten Weiterentwicklung fällt es mir schwer, gerade bei ESSM eine qualitative Lücke zu sehen, in die ein neuer FK so einfach hineinstechen könnte. Die Gründe habe ich im Beitrag zuvor genannt.
Beiträge: 788
Themen: 6
Registriert seit: Nov 2016
(15.04.2026, 13:22)Helios schrieb: Aber davon abgesehen fehlen ähnlich wie auch bei der A-200DEU konkretere Informationen zur tatsächlichen SLX, die im Laufe der Zeit erkennbar einen Wandel durchlebt hat und deren ursprünglichen Ziele ich persönlich nicht mehr als Argumentationsgrundlage heranziehen würde.
Was meinst du denn mit dem erkennbaren Wandel im Laufe der Zeit?
Beiträge: 8.902
Themen: 353
Registriert seit: Jul 2003
(Vor 7 Stunden)Leuco schrieb: Was meinst du denn mit dem erkennbaren Wandel im Laufe der Zeit?
Nach Aussage von Diehl haben die gewonnenen Erfahrungen sowohl Veränderungen in den eigenen Anforderungen die Auslegung der SLX beeinflusst und verändert, ohne bisher zu präzisieren, was damit gemeint ist. Die groben Leistungsdaten wurden öffentlich nie verändert, es ist aber zumindest unwahrscheinlich, dass sie durch den Prozess unbeeinflusst blieben. Buchstäblich erkennbar ist die Entwicklung an den veröffentlichten Darstellungen.
Davon abgesehen ergibt ein stärkerer Fokus auf die SLX aktuell wenig Sinn. Zum einen ist bisher viel zu wenig darüber bekannt, um eine sinnvolle Einschätzung der Möglichkeiten und Fähigkeiten vorzunehmen, zum anderen wird es aller Voraussicht noch etliche Jahre dauern, bis überhaupt eine maritime Testkampagne beginnen kann (von der Einführung ganz zu schweigen). Aktuell bezieht sich dieser Strang primär auf die SLM, was danach kommt ist völlig offen.
|