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Es ist schon erstaunlich, was man unter dem Deckmantel des Schutzes vor Drogen so alles rechtfertigen will.
Wer das tut muss aber aufpassen, dass er seinen Beitrag auch deutlich als Satire kennzeichnet oder nicht auf seiner eigenen Schleimspur in den Arsch von GröPaZ ausrutscht.
Ernsthaft kann das niemand rechtfertigen. Und auch der Hinweis, das sei "in Nicaragua ja auch schon einmal passiert" schafft noch lange kein Gewohnheitsrecht.
Abgesehen davon, dass der GröPaZ nach US-Recht die Zustimmung des Kongresses gebraucht hätte - aber das ist jetzt nicht mein Thema - verstößt er klar und eindeutig gegen die von den USA selbs maßgeblich geprägte und in den "Nürnberger Prozessen" auch strafrechtlich angelegte NAchkriegsordnung.
Ich beschränke mich darauf, auf den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages S. 4 ff zu verweisen.
"Seit FünfUhrfünfundvierzig wird jetzt zurück geschossen" sollte nie wieder möglich sein.
Was GröPaZ da inszeniert hat, war auch nach deutschem Recht und nach internationalen Normen schlicht ein "Verbrechen gegen den Frieden".
Und nach den Donroe-Doktrien, die GröPaZ selbst aufgestellt hat, sollte es nun zulässig sein, ihn und seine Entourage - auch mitten in den USA selbst - fest zu nehmen, außer Landes zu bringen und vor jedem nationalen Gericht anzuklagen und zu verurteilen.
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(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Ich war durchgehend gegen den Haftbefehl für Netanyahu, aus durchaus ähnlichen Gründen. Ja, aber diejenigen die sich jetzt groß empören waren die ersten, die bei Netanyahu Beifall geklatscht haben. Sieht man ja auch schön hier.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Es ist exakt dieses Denken, dass einen Fehler darstellt. Mir geht es nicht um Recht für sich selbst, und am allerwenigsten um Moral. Sondern um Funktionalität. Richtig und Falsch sind hierbei höchst einfach definierbar: Richtig ist (aus Sicht der USA), was den USA insgesamt und langfristig gesehen nützt, Falsch ist alles andere. Und deshalb ist dieser ganze Vorgang falsch. Das kann man anders sehen und sich der Hybris hingeben, wie zu viele, aber das ändert nichts daran, dass es bloße Hybris ist, die den USA schon mittelfristig extrem auf die Füße fallen wird. Ob diese Aktion der USA insgesamt und langfristig gesehen nützt ist ein völlig andere Frage als die nach dem Völkerrecht.
Und genau das ist aus europäischer Sicht ein Problem: Wir haben kein strategisches Denken das über den Reflexhaften Verweis auf irgendwelche angeblichen oder tatsächlichen Rechtsnormen hinausreicht und kommen in der öffentlichen Bewertung des amerikanischen Vorgesehen nicht über ein selbstherrlich unterkomplexes "Der Ami will doch nur das Öl!!!1elf1!" hinaus.
Wenn wir mal dahin kommen würden strategisches Handeln anhand tatsächlicher strategischer Interessen anstatt nach irgendwelchen tatsächlichen oder ausgedachten rechtlichen Konstrukten zu beurteilen wäre das ein großer Schritt nach vorn.
Leider zeigt diese Episode einmal mehr, das wir dazu vollkommen unfähig sind. Und daher im Strategischen Spiel noch viel mehr verlieren werden als die USA.
Meine subjektive Einschätzung des Nutzens der Aktion: Wenn sie mittelfristig dazu führt, dass es Neuwahlen gibt und die Opposition an die Macht kommt könnte sich sehr viel in einem für die USA positiven Sinne bewegen. Ich rechne allerdings damit, dass die jetzige Clique noch eine ganze Zeit lang weiterwurschteln und Trump das für einige wenige erpresste Vorteile absegnen wird. Der Effekt insgesamt ist damit gering.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Dann leg doch mal irgendwelche Belege dafür vor ? Nicht mal die US Regierung konnte über ihre bloßen Behauptungen hinaus hier irgend etwas je gerichtsverwertbar belegen. Wie gesagt, das ist nicht mein Bier, mich interessieren Drogenkartelle nicht sonderlich.
Es gibt zum Cartel de los Soles ein reguläres juristisches Verfahren. Die Anklagepunkte sind bezüglich Maduro soweit überzeugend, dass sie eine Grand Jury bestätigt und ein Bundesrichter den Haftbefehl ausgestellt hat. Das geschieht nicht im Luftleeren Raum. Es gibt auch schon Verurteilungen von Mitgliedern dieses Kartells. Insofern stimmt es nicht, dass hier noch nie etwas gerichtsverwertbar belegt wurde.
Im Übrigen ist die Abwesenheit von öffentlichen zugänglichen Belegen kein Beweis dafür, dass die Anschuldigungen nicht zutreffen. Und die US-Regierung ist auch nicht verpflichtet ihre Belege zu veröffentlichen. Insofern ist der Verweis kein Argument.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist in meinen Augen durchaus so, dass dieses Konstrukt Cartel de los Soles wie der ganze Drogenkrieg nicht Raison d'etre für das Eingreifen hier sind. Sie sind aber auch nicht gänzlich irrelevant und letztlich Teil einer komplexen Begründungsmatrix die auch wirtschaftliche und weitreichendere geostrategische Überlegungen umfasst.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Aber selbst wenn es so wäre, wäre die Handlung einfach nur falsch. Gäbe es zuhauf leichtere und wesentlichere Ziele und könnte man schlussendlich in ganz vielen Ländern der Welt praktisch nach belieben kriegerisch eingreifen. Ja, man könnte man. Sollte man in vielen Fällen auch. Leider sind auch Macht und Möglichkeiten der USA begrenzt und viele Baustellen werden nicht angegangen obwohl man dringend aktiv werden müsste. *hust*Iran*hust*
Ich würde in diesem Punkt durchaus zustimmen, dass Venezuela mit Maduro (nach öffentlich zugänglichen Erkenntnissen) kein sonderlich großes Problem gewesen ist, dass man unbedingt jetzt hätte auf diese Weise angehen müssen. Andererseits war es wohl eine Low-Hanging-Fruit und man meinte mit relativ wenig Aufwand einiges Erreichen.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Nun kann man nonchalant mit den Schultern zucken und sagen: Wayne, die Welt ist nicht perfekt usw. und die anderen interessieren nicht und das Öl in Venezuela interessiert (als strategische Reserve bzw. zum erhalt der eigenen Reserve im eigenen Land etc) - aber das ändert nichts daran, dass das Völkerrecht ein Instrument ist, welches gerade den USA nützt und wenn es jetzt von ihnen selbst derart missachtet wird, verliert es immer mehr seine Funktion und dies wird zum Schaden der USA sein. Ist das denn so? Nützt den USA das Völkerrecht wirklich mehr als man sich dadurch limitiert? Man könnte durchaus argumentieren, dass die USA eine noch wesentlich dominantere Rolle in der Welt hätten spielen können, wenn man nach dem Krieg nicht so sehr auf die Herausbildung internationaler Normen gesetzt hätte.
Und andererseits: Ist die Idee des Völkerrechts als Limitierung nicht ein ziemlich exklusiv europäischer Konstrukt, dass (auch) die Amerikaner nie groß interessiert wenn es drauf ankommt? Die Liste der vermeintlichen und tatsächlichen Völkerrechtsverstöße der USA ist lang. Die ihrer Gegner gemessen an deren Handlungsrahmen ist auch nicht kürzer. Vielleicht müssen wir neu denken anstatt zu fordern, dass die anderen sich unseren Konstrukten anpassen.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Meinst du es in der Art: Wenn die ebenso nicht gewählte, vollständig illegale und illegitime Vize des Diktators das Öl dann an die USA verscherbelt ?! Ich meine es unspezifisch. Warum sollte das Völkerrecht irgendwelche ruchlose Despoten schützen? Was ist daran bitte so sonderlich erstrebenswert, was ist daran so heilig, dass im Zweifel dafür Millionen Tod und Elend überlassen werden? Schneemann hat das weiter oben ganz gut skizziert.
Ich verstehe nicht, wie mancher sich so zwanghaft an ein zutiefst unmoralisches Konstrukt klammern kann während man sich gleichzeitig für die Moralweltmeister schlechthin hält.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Nein tut es nicht. Es gibt eindeutige Verträge welche auch die USA ratifiziert haben, bestimmte Prozedere und Vorgehensweisen und rechtliche Abläufe. Deine Interpretation bedeutet schlussendlich, dass das Völkerrecht in keinster Weise existiert, also gar nicht existiert, sondern eine bloße Illusion darstellt die hinter jedweder militärischer Gewalthandlung zurück zu stehen hat. Doch tut es. Neues Völkergewohnheitsrecht wiederholte Übung Souveräner Völkerrechtssubjekte. Das wird gerne bestritten, findet aber auf der hohen geopolitischen Ebene unbestreitbar so statt.
Völkerrechts ist insofern kein statisches Recht. Es ist einem zuweilen langsamen, zuweilen schnelleren aber stetigen Wandel unterworfen, der von den größeren Mächten gestaltet und vorangetrieben wird. Das kann Mangels eines supranationalen formalisierten Rechtsetzungsprozesses ob der Souveränität der Handlungstreibenden in einer sich wandelnden Welt auch garnicht anders sein. Das ist nicht perfekt, aber statisches Völkerrecht in der Version 1950 wird erst recht nicht funktionieren.
(05.01.2026, 11:19)Quintus Fabius schrieb: Die Amerikaner haben mit uns zusammen auch Serbien angegriffen und den Kosovo geschaffen. Sie haben den Irak und Liyben angegriffen. Sind in Afghanistan einmarschiert und dann dort geblieben. Lauter Leuchtturm-Beispiele dafür: wie man es nicht machen sollte. Und was dabei heraus kommt, wenn man zu hemdsärmelig sinnfrei zuschlägt weil man denkt, dass man grenzenlos überlegen ist.
Es gibt ein Wort dafür: Hybris. Dann schauen wir mal was jetzt bei Trumps Variation rumkommt. Bislang zeichnet es sich ja durch eine sehr limitierte und chirurgische Anwendung von Gewalt aus.
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(05.01.2026, 11:52)Kongo Erich schrieb: Was GröPaZ da inszeniert hat, war auch nach deutschem Recht und nach internationalen Normen schlicht ein "Verbrechen gegen den Frieden".
Die UN hätte wegen mutmaßlichen Vetos von Russland und China sowieso keine Resolution passieren lassen, welche irgendeine militärische Aktion, um Maduro mit Gewalt zu entfernen, den Segen geben hätte können. Die Blockade-Situation war zu erwarten.
Statt erst WMDs zu erfinden (das Konzept ist ziemlich ausgelutscht) und nach einer "Koalition der Willigen" zu suchen, und dann - nach jahrelanger Vorbereitung, multinationaler Invasion, Zerstörung Caracas, Aufhängen des Machthabers - die Bühne des Erfolgs mit zahlreichen anderen zu teilen, wurde hier der schnelle chirurgische Einstich gewählt.
Die Frage ist eher, reicht das Piksen mit der Akupunkturnadel aus, um Venezuela von den Chavistas zu befreien, oder wollte man nur neue Ölfelder anstechen.
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(05.01.2026, 12:38)Nightwatch schrieb: Ja, aber diejenigen die sich jetzt groß empören waren die ersten, die bei Netanyahu Beifall geklatscht haben. Sieht man ja auch schön hier. welcher Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofes liegt gegen Nicolás Maduro vor?
Ich weiß keinen.
Und im Gegensatz zu Maduro sind die USA auch nicht in Israel oder Russland eingeflogen, um die dort ansässigen und zu inhaftierenden Personen zu "verhaften" (resp. zu entführen), außer Landes zu fliegen und vor ein Gericht zu stellen. Im Gegenteil: Netanjahu wurde von GröPaZ über Silvester empfangen und hofiert.
Also sind Netanjahu oder Putin einerseits und Maduro andererseits zwei paar Stiefel.
Konsequent heißt im Falle Maduro allenfalls, dass der internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen GröPaZ und seine Entourage erstellen müsste.
(05.01.2026, 12:38)Nightwatch schrieb: ....
Meine subjektive Einschätzung des Nutzens der Aktion: Wenn sie mittelfristig dazu führt, dass es Neuwahlen gibt und die Opposition an die Macht kommt könnte sich sehr viel in einem für die USA positiven Sinne bewegen. Ich rechne allerdings damit, dass die jetzige Clique noch eine ganze Zeit lang weiterwurschteln und Trump das für einige wenige erpresste Vorteile absegnen wird. Der Effekt insgesamt ist damit gering.
... GröPaZ hat ja der amtierenden stellvertretenden Präsidentin angeboten, im Amt zu bleiben solange sie die Direktiven aus Washington ( bezüglich Öl) befolgt
=> also auf gut deutsch, wenn man der Gruppe um Maduro Drogengeschäfte vorwirft
=> ihr könnt Euch weiter mit Drogen bereichern, solange ihr uns das venezolanische Öl überlasst.
Die FAZ - also wohl nach einigen Beiträgen hier ein linksgrün versifftes Revolverblatt - kommentiert:
Zitat:Warum die Regierung Merz nach Trumps Handstreich Kreide frisst
Die Welt reagiert auf Trumps Handstreich in Venezuela gespalten: Die einen bejubeln den amerikanischen Präsidenten, die anderen verdammen ihn. Die Regierung Merz bemüht sich krampfhaft darum, weder das eine noch das andere zu tun. Die rechtliche Einordnung des Einsatzes sei „komplex“, äußerten sowohl Bundeskanzler Merz als auch Außenminister Wadephul.
Nicht nur gelernte Völkerrechtler sind darüber erstaunt, denn rein juristisch betrachtet ist die Sache ziemlich eindeutig: Der Angriff auf Caracas und die Entführung Maduros durch amerikanisches Militär ist ein klarer Verstoß gegen das Gewaltverbot sowie die Souveränität und die territoriale Integrität Venezuelas, da kann Maduro ein Rauschgiftbaron sein, wie er will. Die Tatsache, dass der nun ehemalige Machthaber als illegitimer Präsident zu betrachten war, rechtfertigt den Angriff ebenfalls nicht, auch Trump hat ihn nicht so begründet. In New York wird Maduro nicht wegen Wahlfälschung angeklagt.
...
Das alles ist auch in Berlin, das sonst gerne anderen Staaten Vorträge über die unerlässliche Herrschaft des Völkerrechts hält, vielen klar; Merz und Wadephul sind Volljuristen.
...
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Werter Nightwatch:
Zitat:Ja, aber diejenigen die sich jetzt groß empören waren die ersten, die bei Netanyahu Beifall geklatscht haben. Sieht man ja auch schön hier
Ja, aber was hat das mit mir zu tun? du diskutierst ja hier mit mir und nicht mit diesen anderen. Ich war und bin gegen den Haftbefehl für Netanyahu und es soll nun keiner daher kommen und behaupten ich wäre ein Netanyahu-Freund oder würde diese Person in irgendeiner Weise positiv sehen. Meine Kritik an ihm sollte allgemein bekannt sein. Und trotzdem: man tut so etwas nicht, aus ganz praktischen rationalen Gründen.
Zitat:Ob diese Aktion der USA insgesamt und langfristig gesehen nützt ist ein völlig andere Frage als die nach dem Völkerrecht. Und genau das ist aus europäischer Sicht ein Problem: Wir haben kein strategisches Denken
Da stimme ich dir absolut zu. Aber die USA haben aktuell auch ein deutlich schlechteres strategisches Denken als sie es früher hatten. Das strategische Denken von Trump ist gerade eben auch schlecht, genau darin liegt das Problem.
Zitat:Meine subjektive Einschätzung des Nutzens der Aktion: Wenn sie mittelfristig dazu führt, dass es Neuwahlen gibt und die Opposition an die Macht kommt könnte sich sehr viel in einem für die USA positiven Sinne bewegen. Ich rechne allerdings damit, dass die jetzige Clique noch eine ganze Zeit lang weiterwurschteln und Trump das für einige wenige erpresste Vorteile absegnen wird. Der Effekt insgesamt ist damit gering.
Die Effekte werden massiv negativ sein. Die aktuelle Clique wird ihre Macht noch stärker zementieren können, weil jetzt von den USA abgesegnet bzw. im US Lager. Die Missstände werden noch weiter wachsen. Der Drogenhandel wird massiv zunehmen und schließlich auch zunehmend von Venezuela in die USA gehen (Exploration neuer Märkte). Das Drogenproblem aus Venezuela wird für die USA massiv zunehmen. Es wird mehr Flüchtlinge aus Venezuela geben und schließlich der Staat noch weitergehender ein Failed State werden.
Gerade dadurch, dass man Maduro so extrahiert hat, aber seiner Clique weiterhin die Macht dort gibt, gerade dadurch verschlimmert man noch die Probleme.
Bisher war Venezuela ein geringes Problem für die USA. In Zukunft wird es ein wachsendes Problem sein. Und dass sind mal nur die Folgen für Venezuela selbst. Was da noch alles dran hängt an Fernwirkungen in anderen Ländern usw. ist noch gar nicht richtig kalkulierbar. Warte es nur ab: ganz am Ende wird Westtaiwan mehr Öl aus Venezuela erhalten als jetzt, der Drogenschmuggel aus Venezuela in die USA viel massiver sein als jetzt und die USA und andere Staaten mehr Flüchtlinge aus Venezuela haben als jetzt.
Zitat:Es gibt zum Cartel de los Soles ein reguläres juristisches Verfahren.
Drogenkartelle sind mein Interessengebiet. Es gibt kein Cartel de los Soles. Das ist eine Chimäre wie die Massenvernichtungswaffen im Irak.
Aber du hast natürlich durchaus recht damit, dass ein solches bloßes Konstrukt ja bloß funktional sein muss im Sinne der eigenen Zielsetzung. Also ist es natürlich irrelevant ob es wirklich existiert oder nicht.
Ich würde in diesem Punkt durchaus zustimmen, dass Venezuela mit Maduro (nach öffentlich zugänglichen Erkenntnissen) kein sonderlich großes Problem gewesen ist, dass man unbedingt jetzt hätte auf diese Weise angehen müssen. Andererseits war es wohl eine Low-Hanging-Fruit und man meinte mit relativ wenig Aufwand einiges Erreichen.
Zitat:Das ist auch mein Eindruck. Man glaubte, hier ohne großen Aufwand und mit extrem geringen Kosten für sich Vorteile nebenbei generieren zu können. Weil man zu kurzfristig denkt.
Wenn man aber so was aber schon abzieht, braucht man exakte und präzise Pläne die dann abspulen wie es dann weitergeht.
Mein rein persönlicher Eindruck ist, dass die USA solche Pläne jetzt nicht haben und man genau so dasteht wie nach der Eroberung von Bagdad. Nämlich mit einem nicht sehr intelligenten Gesichtsausdruck und der Erkenntnis, dass man eigentlich keinen Plan hat, wie es jetzt konkret weiter gehen soll.
Zitat:Ich verstehe nicht, wie mancher sich so zwanghaft an ein zutiefst unmoralisches Konstrukt klammern kann während man sich gleichzeitig für die Moralweltmeister schlechthin hält.
Auch das geht völlig an mir vorbei, denn ich argumentiere hier ja nicht moralisch, sondern rein funktionalistisch.
Das wir in der Lawfare schlechter sind als viele unserer Feinde heißt ja nicht, dass Lawfare nicht ausgesucht nützlich und gut wäre. Oder das man den Aspekt Law einfach derart ignorieren sollte.
Zitat:Dann schauen wir mal was jetzt bei Trumps Variation rumkommt. Bislang zeichnet es sich ja durch eine sehr limitierte und chirurgische Anwendung von Gewalt aus.
Mit meiner Ansicht nach (These) katastrophalen Fernwirkungen auf lange Sicht gesehen.
Zitat: Ist das denn so? Nützt den USA das Völkerrecht wirklich mehr als man sich dadurch limitiert? Man könnte durchaus argumentieren, dass die USA eine noch wesentlich dominantere Rolle in der Welt hätten spielen können, wenn man nach dem Krieg nicht so sehr auf die Herausbildung internationaler Normen gesetzt hätte.
Ich sehe das eher umgekehrt. Die USA haben gerade eben deshalb so eine dominante Rolle erreicht, weil sie das forciert haben. Den Staaten / Systeme / Kulturen wirken auf andere nicht nur über militärische Überlegenheit, sondern vor allem auch durch ihre sozialkulturelle Anziehungskraft, die Soft Power. Die Menschen bevorzugten die USA wegen ideeler Werte, wegen ihrer Soft Power, weil sie entgegen ihrer realen Handlungen für das Gute stand bzw. die Illusion erwecken konnte, zumindest besser zu sein als der Gegner.
Und das verspielt man jetzt sinnlos für ein paar kurzfristige Gewinne und etwas Spektakel.
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Erich schrieb:welcher Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofes liegt gegen Nicolás Maduro vor?
Ich weiß keinen. Genau, ein Haftbefehl eines US Bundesgerichts ist halt wesentlich weniger suspekt ist als einer vom ICC initiiert durch einen mutmaßlichen Vergewaltiger.
Erich schrieb:Also sind Netanjahu oder Putin einerseits und Maduro andererseits zwei paar Stiefel. Jub, genau. Aber eben auf beiden Seiten, was du dir nicht eingestehen willst. Was bei Netanyahu lautstark gefordert wurde ist bei Maduro gaanz anders und pöse. Das Kopfeld auf ihn hat übrigens die Biden Administration ausgelobt.
Quintus Fabius schrieb:Gerade dadurch, dass man Maduro so extrahiert hat, aber seiner Clique weiterhin die Macht dort gibt, gerade dadurch verschlimmert man noch die Probleme.
Warte es nur ab: ganz am Ende wird Westtaiwan mehr Öl aus Venezuela erhalten als jetzt, der Drogenschmuggel aus Venezuela in die USA viel massiver sein als jetzt und die USA und andere Staaten mehr Flüchtlinge aus Venezuela haben als jetzt.
Schau mer mal. Längerfristig werden sie in meinen Augen nicht um Wahlen herumkommen. Ohne Führungsfigur wird es für die Clique schwierig einen glaubhaften Wahlsieg zu erringen. Da kann es eigentlich zwingend kein weiter so geben.
Das China mehr Öl aus Venezuela erhalten wird ist nur logisch, schließlich sollen die Öl-Exporte Venezuelas auch nach Wunsch der US-Regierung längerfristig massiv steigen. Das Öl wird nicht alles in die USA gehen (braucht man dort auch garnicht), China ist der nächste große logische Kunde. Und Europa. Schadet dann auch alles massiv Russland wenn es so kommt.
Quintus Fabius schrieb:Mein rein persönlicher Eindruck ist, dass die USA solche Pläne jetzt nicht haben und man genau so dasteht wie nach der Eroberung von Bagdad. Nämlich mit einem nicht sehr intelligenten Gesichtsausdruck und der Erkenntnis, dass man eigentlich keinen Plan hat, wie es jetzt konkret weiter gehen soll. Mein Eindruck ist eher, dass man sich bedeckt hält um den Gestalten mit denen man sich in Venezuela arrangiert hat genügend Spielraum zu bieten. Aber das sind alles wenig gehaltvolle Spekulationen. Wir wissen nicht was im Hintergrund für Gespräche abgelaufen sind oder jetzt laufen und wir wissen nicht wie sich die Lage in den nächsten Monaten bis zwei, drei Jahren entwickeln wird. Für eine seriöse Bewertung gilt es daher abzuwarten.
Quintus Fabius schrieb:Ich sehe das eher umgekehrt. Die USA haben gerade eben deshalb so eine dominante Rolle erreicht, weil sie das forciert haben. Den Staaten / Systeme / Kulturen wirken auf andere nicht nur über militärische Überlegenheit, sondern vor allem auch durch ihre sozialkulturelle Anziehungskraft, die Soft Power. Die Menschen bevorzugten die USA wegen ideeler Werte, wegen ihrer Soft Power, weil sie entgegen ihrer realen Handlungen für das Gute stand bzw. die Illusion erwecken konnte, zumindest besser zu sein als der Gegner.
Der Unterschied zwischen den USA auf der einen Seiten und Russland und China auf der anderen geht schon noch sehr deutlich über Illusionen hinaus. Davon ab, die Außenpolitischen Gebaren der USA spielen bei Menschen die es eben dorthin zieht eine doch sehr nachrangige Rolle.
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Es geht nicht um die Personen, welche in die USA einwandern wollen, da hast du recht, da ist das suspekt. Sondern um den Einfluss, die wirtschaftlichen Möglichkeiten und vieles mehr in anderen Ländern. Auch wenn man das gerne leugnet, so spielen irrationale, ideele Faktoren eine große Rolle bei so etwas. Die Welt wendet sich langsam aber zunehmend von den USA ab. Aus Gründen, die nicht zuletzt in dieser nachlassenden Soft Power zu suchen sind. Das amerikanische Modell verfängt nicht mehr als Illusion. Und zu dieser Illusion gehört auch und insbesondere das Völkerrecht und die USA als Paladin desselben. Dass das in Wahrheit in keinster Weise der Wahrheit entspricht, spielt dafür keine Rolle. Es ist nur ein Mythos, aber dieser Mythos ist wesentlich, und er erodiert.
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Allgemein:
https://www.vaticannews.va/de/kirche/new...zuela.html
Zitat:Laut Maier, der in Kontakt mit kirchlichen Kreisen in Venezuela steht, herrscht in der Bevölkerung tiefes Misstrauen. „Niemand traut sich, auf der Straße offen zu sprechen, schon gar keine Kritik am Regime zu äußern“, so der Jesuitenpater. Grund für die anhaltende Beklemmung seien vor allem die sogenannten „Colectivos“. Diese bewaffneten Schlägertrupps, die der weiterhin regierenden Administration unterstehen, kontrollieren nach wie vor weite Teile des öffentlichen Raums.
Die Ungewissheit über die Zukunft führt zu ersten Verzweiflungstaten in der Bevölkerung. „Die Menschen befürchten, dass die Repression noch weiter steigt und ihre Situation noch dramatischer wird. Deswegen kam es bereits zu Hamsterkäufen“, berichtet Maier. Die Sorge, dass die Administration des gestürzten Präsidenten mit verstärkter Gewalt gegen vermeintliche Abweichler vorgeht, ist allgegenwärtig.
Unklar bleibt derzeit die Situation an den Landesgrenzen. Ob die jüngsten Ereignisse eine neue Massenflucht in Richtung Kolumbien auslösen, lässt sich laut Adveniat noch nicht abschließend beurteilen.
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China absorbierte 80 % der venezolanischen Ölexporte: Peking fordert seine Banken auf, ihre Interessen in Venezuela offenzulegen, da einige davon gefährdet sein könnten
BFM (französisch)
Veröffentlicht heute um 12:43 Uhr
BFM Business Helen Chachaty
China fordert von den Banken, ihre Engagements in Venezuela offenzulegen, da die US-Operation chinesische Kreditgeber gefährden könnte, die Projekte mit Milliardenbeträgen finanziert haben.
Die chinesischen Regulierungsbehörden sind besorgt über die Folgen der US-Militäroperation in Venezuela, die am 3. Januar zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro besoldet wurde. Nach Informationen von Bloomberg hat die chinesische Finanzaufsichtsbehörde (NFRA) eine Richtlinie erlassen, wonach Banken ihre Engagements in Venezuela offenlegen und die Überwachung der Risiken im Zusammenhang mit Krediten an venezolanische Institute verstärken müssen. Die NFRA hat sich dazu nicht geäußert, wie das Medium berichtet.
Laut Victor Shih, Professor an der University of California in San Diego, der von Bloomberg befragt wurde, „Wenn (...) die amerikanischen Gläubiger und Antragsteller zu bevorrechtigten Gläubigern der venezolanischen Schulden werden, wären die chinesischen Gläubiger einem höheren Ausfallrisiko ausgesetzt, da die venezolanische Regierung und die staatlichen Unternehmen Schwierigkeiten hätten, die amerikanischen Anforderungen und ihren inländischen Ausgabenbedarf zu erfüllen”.
Die bedeutenden Ölreserven Venezuelas wecken Begehrlichkeiten, und China hat sich zu einem wichtigen Partner im Energiebereich entwickelt. Im Jahr 2008 schlossen die Staatschefs beider Länder ein langfristiges Abkommen, das den „Austausch“ von Finanzkrediten gegen Öl vorsah. China wurde damit laut Bloomberg zu einem „wichtigen Kreditgeber“ für Venezuela in den Bereichen Energie und Infrastruktur. Nach den von Bloomberg gesammelten Daten soll Peking bis 2015 über chinesische Staatsbanken mehr als 60 Milliarden Dollar an ölgesicherten Krediten vergeben haben.
Dreifache Risikoexposition
Laut Forbes ist China nach der US-Militäroperation einem dreifachen Risiko ausgesetzt. Das erste Risiko ist finanzieller Natur: Das „Öl gegen Kredite”-Programm der chinesischen Entwicklungsbank hat einen geschätzten Wert von 17 bis 19 Milliarden Dollar.
„Es handelt sich um die größte rohstoffgestützte Position eines einzelnen Landes im Portfolio Pekings”, so das Medienunternehmen.
Ein weiteres Risiko besteht aus operativer Sicht in Bezug auf die Versorgung: Während die Exporte Venezuelas im November 2025 laut Reuters 921.000 Barrel pro Tag erreichten, nahm China etwa 80 % der Gesamtmenge (d. h. etwa 746.000 Barrel pro Tag) ab. Die Folgen für den venezolanischen Ölsektor sind ungewiss.
Schließlich zeigt die amerikanische Operation im strategischen Bereich, dass die Trump-Regierung bereit ist, Gewalt anzuwenden, um die chinesischen Rohstoffversorgungsketten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu stören.
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https://www.bild.de/politik/inland/madur...4dba9bbeb5
Hier Mal ein anderer Blickwinkel. Deutsche Behörden, speziell Frankfurt, meinem Wohnort, hat Angst vor einer Fentanylschwemme nach der Maduroverhaftung. Also scheint es doch nicht nur das Öl gewesen zu sein. Die Fentanylchemikalien kommen übrigens aus China.
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... aber nicht aus Venezuela, und für die USA wohl speziell aus Mexiko. Na ja - Bild hat ...
Und nehme nicht an, dass die entflohenen Öl-Tanker aus Venezuela voller Opiate sind:
Zitat: Geisterschiffe durchbrechen wohl US-Blockade
Seit Dezember blockieren die USA den Transport von venezolanischem Öl. Nach der Festnahme Maduros agieren einige Tanker nun wohl auf eigene Faust.
Mindestens 16 unter US-Sanktionen stehende Öltanker sind trotz einer umfassenden Seeblockade der Vereinigten Staaten aus venezolanischen Häfen ausgelaufen. Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf eigene Satellitenanalysen, dass die Schiffe über Wochen in venezolanischen Häfen lagen, doch nach der Festnahme Maduros am Samstag nicht mehr an ihren Liegeplätzen zu sehen waren.
Vier der Tanker seien demnach auf offener See geortet worden, etwa 30 Seemeilen vor der Küste Venezuelas. Sie hätten falsche Schiffsnamen verwendet und ihre Positionsdaten manipuliert – eine Methode, die als "Spoofing" bekannt ist. Drei dieser Schiffe sind nach Einschätzung der "New York Times" mit Rohöl beladen. Der vierte Tanker habe dagegen offenbar keine Ladung an Bord und komme deshalb schneller voran. Zwölf weitere Tanker hätten ihre automatischen Ortungssysteme vollständig abgeschaltet und seien derzeit nicht auffindbar.
...
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Frank353:
Zitat:Hier Mal ein anderer Blickwinkel. Deutsche Behörden, speziell Frankfurt, meinem Wohnort, hat Angst vor einer Fentanylschwemme nach der Maduroverhaftung. Also scheint es doch nicht nur das Öl gewesen zu sein. Die Fentanylchemikalien kommen übrigens aus China.
Da Westtaiwan über die größte chemische Industrie verfügt, wirst du weltweit kaum Produkte finden, deren Basisprodukte nicht irgendwo irgendwie auch aus Westtaiwan kommen.
Und mal abgesehen davon, was für ein absurder Bildartikel. Fentanyl seit erstmals 2025 in Frankfurt nachgewiesen worden? was ein Schwachsinn ! da wurde schon 2010 Fentanyl konsumiert, wie ich aus eigener Anschauung berichten kann.
Im übrigen ist die Logik absurd: der Diktator ist weg, deshalb kommt jetzt Fentanyl nach Deutschland. Was für ein Unfug. Was zunehmen wird ist der Kokainschmuggel.
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Zitat:Dumpf's Raid of Distraction
Sarcastosaurus
Jan 04, 2026
Hello everybody!
Hope, you’ve all had a pleasant festive season and a good start into the Year 2026!
Because so many are asking about ‘Venezuela’, I’ll start my year on this blog with a resume of what happened there, yesterday, 3 January 2026, early in the morning…
For me, it began with - rather confused, and (definitely) confusing (me) reports about ‘detonations’ and ‘low flying aircraft’ from the Caracas area. Then there appeared reports indicating ‘major detonations’, and showing the resulting ‘fire and smoke’. However, for several hours, it remained unclear if there is really any kind of a ‘US attack’ actually taking place or not…
https://xxtomcooperxx.substack.com/p/dum...istraction
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@Kongo Erich
Zitat:Es ist schon erstaunlich, was man unter dem Deckmantel des Schutzes vor Drogen so alles rechtfertigen will.
Nein, genau darum geht es mir eben nicht primär. Die Drogenthematik spielt zwar auch eine Rolle, wobei (fairerweise gesagt) manches im Falle von Maduro noch der genaueren Klärung bedarf, sondern es geht primär darum, dass das Völkerrecht als hemmendes, blockierendes, ja vorgeschobenes Bollwerk genutzt wird, um faktisch einen brutalen Diktator zu schützen - den schlimmsten in Südamerika seit Jahrzehnten übrigens -, der eben, wie unzweifelhaft feststeht, sein Land ruiniert, sich selbst bereichert, zigtausende "seiner" Landsleute hat verschwinden und töten lassen und Millionen in die Flucht getrieben hat. Und genau dieses sollte eigentlich das Völkerrecht nicht tun und nicht erlauben können sollen, weil ansonsten desavouiert es sich selbst.
Zitat:Wer das tut muss aber aufpassen, dass er seinen Beitrag auch deutlich als Satire kennzeichnet oder nicht auf seiner eigenen Schleimspur in den Arsch von GröPaZ ausrutscht.
Ernsthaft kann das niemand rechtfertigen.
Das war nun wieder einmal polemisch.
Aber ich steige darauf ein: Ich gestehe es - ich bin ein Weichei.
Wenn ich die Wahl hätte, zwischen...
a) der unumstößlichen, felsenfesten Berücksichtigung des Völkerrechtes unter Inkaufnahme von Leichenhaufen oder...
b) dem Bruch des Völkerrechtes, um Schlimmeres zu verhindern...
...so würde ich mich für b) entscheiden. Dass du als alter, harter Kongo-Söldner mit wachsenden Leichenhaufen im Stalin'schen Sinne ( Der Tod eines Mannes [hier wäre es wohl Maduro] ist eine Tragödie, eine Million [die restlichen Venezolaner] ist eine Statistik) keine großen Probleme hast, wenn es um das Verteidigen des Völkerrechtes um jeden Preis geht, mag vielleicht der Fall sein. Akzeptiere ich. Ich aber, als altes Sensibelchen, kann damit eben nicht so gut umgehen.
Zitat:"Seit FünfUhrfünfundvierzig wird jetzt zurück geschossen" sollte nie wieder möglich sein.
Da morgen in Baden-Württemberg Feiertag ist, gibt das ein Pils auf dich. Ich hatte schon beinahe darauf gewartet, wann der erste Vergleich zwischen Venezuela und Hitlers Überfall auf Polen kommt. Dann dachte ich: Nee, Schneemann, das wird keiner machen, falls doch, dann trinke ich ein Pils auf diesen Bullshit. Insofern: Prost.
Schneemann
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Ich hoffe, ich bin niemanden auf den Fuss getreten. Die Stimmung wird hier etwas unentspannt
Es stimmt, dass Fentanyl bereits vor zehn bis fünfzehn Jahren in Deutschland konsumiert wurde. Damals handelte es sich jedoch um eine seltene Randerscheinung. Fentanyl wurde meist bewusst von opiod-erfahrenen Junkies genutzt oder stammte aus dem medizinischen Bereich, etwa aus abgezweigten Pflastern oder Ampullen. Der illegale Drogenmarkt wurde klar von Heroin dominiert, und Fentanyl spielte keine strukturprägende Rolle. Überdosierungen kamen vor, blieben aber lokal begrenzt und führten nicht zu einem flächendeckenden Problem.
Heute ist die Situation grundlegend anders. Fentanyl und vor allem hochpotente synthetische Derivate tauchen zunehmend als Beimischung im illegalen Markt auf, häufig ohne Wissen der Konsumenten. Dadurch ist die Dosierung kaum noch kalkulierbar, und selbst sehr kleine Mengen können tödlich sein. Fentanyl ist deutlich billiger als Heroin und viel potenter, oft aber auch stark verunreinigt bzw. laienhaft synthetisiert. Höhere Marge, früher eher Rezeptbetrug.
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