(Luft) Saab Gripen
Nicht nur angeblich. Aber das können andere Flugzeuge ebenso, selbst die F-35.

https://aviationweek.com/aerospace/aircr...operations

Die Frage ist eher, wie schlecht die Straße sein kann damit das noch geht.

Der wesentliche Vorteil der Gripen ist im Vergleich, dass man sie sehr leicht warten kann, dass sie weniger Inst benötigt, dass diese von weniger Soldaten geleistet werden kann und man damit sehr viel leichter "Feldflugplätze" betreiben kann. Darüber hinaus hat die Gripen - so weit man es beurteilen kann - eine querschnittlich höhere Einsatzbereitschaft. Sie ist mehr in der Luft pro Wartungsstunde, sie fliegt mehr im Vergleich. Das war schon im Libyen Einsatz extrem auffällig. Ein Flugzeug das mehr in der Luft ist als andere und dies von improvisierten Flugplätzen aus und mit weniger Aufwand in der Wartung wäre deshalb exakt das was die Ukraine benötigt. Dazu halt noch der Vorteil der Meteor.
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Rein technisch gesehen können alle Flugzeuge von Straßen starten, solange die Abmessungen passen (Straßenbreite, Lichtraumprofil). Beim Senkrechtstart kann es ja nach Oberfläche Probleme geben, aber das ist eh ein eigenes Thema. Der Zustand der Straße sollte auch für alle aktuellen westlichen Kampfflugzeuge gut bis sehr gut sein, die Gripen bietet in dem Punkt keine relevanten Vorteile. Die liegen (wie von Quintus dargestellt) auf der betrieblichen Ebene, die östliche und westliche Philosophie mischt und die Schwerpunkte auf eine lange Durchhaltefähigkeit mit einer währenddessen hohen Verfügbarkeit bei geringem Unterstützungsaufwand legt. Dafür nimmt man entsprechende Nachteile (technische Auslegung, zentralisierte Instandsetzung, usw.) in Kauf.
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https://www.twz.com/air/thailand-chooses...ew-fighter

Thailand hat sich für die JAS-398 Gripen E/F entschieden. Sie hat sich gegen die F-16 durchgesetzt.
Es wird von 12-14 Flugzeugen gesprochen.
Die Vertragsverhandlungen laufen/laufen jetzt an.
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Hab im Netz gelesen, dass es praktisch auf der Stelle und ohne größeren Aufwand möglich wäre, die Gripen E auch mit dem Triebwerk des Eurofighters auszurüsten. Aktuell hat sie ja ein US Triebwerk, dasGE F414G. Stattdessen könne man alternativ auch den EuroJoet EJ200 einbauen. Volvo Aeroa hat dazu angeblich erklärt, dass man dafür nur die Geometrie bei der Luftzufuhr etwas ändern müsste und ansonsten kaum Modifikationen notwendig wären.

Ich kann mir das aber rein persönlich so nicht vorstellen. Könnte man den da wirklich einfach ein anderes Triebwerk verbauen ?
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An anderer Stelle wurde es schon erwähnt, der Vollständigkeit halber auch noch hier und ausführlicher:

https://www.flugrevue.de/militaer/usa-si...pen-haben/

Zitat:Kolumbien wollte sich, als Ersatz für seine Kfir-Kampfjets aus Israel, einen Schwung neuer Saab Gripen E beschaffen. Nun ist klar: aus dem Deal wird nichts, die USA stellen sich quer.

Die Kolumbianer sind auf der Suche nach einem Nachfolgemuster für ihre IAI Kfir, die allmählich auf das Ende ihrer Lebensdauer zufliegen. Saab bot Bogotá die Saab JAS-39 Gripen E an – ein hochmodernes Kampfflugzeug zu einem attraktiven Preis, dazu optional von der Latino-Endmontagelinie in Brasilien, wo Embraer die neue Gripen-Generation in Lizenz baut. Im Raum stand ein Geschäft mit etwa drei Milliarden Euro Umfang – aus dem jetzt allerdings doch nichts wird, weil die neue US-Regierung dazwischenfunkt.

Was Washington mit einem Deal zwischen Schweden und Kolumbien zu tun hat? Ganz einfach: das Triebwerk! Die "Super-Gripen" wird vom US-amerikanischen F414-GE-39E aus dem Hause General Electric angetrieben. Und für eben jenes verweigerten die USA Saab die notwendige Freigabe für einen Weiterexport nach Kolumbien. Alternativ drängt Washington die Kolumbianer parallel ganz unverblümt, auf die F-16V von Lockheed Martin umzusatteln.

Für Saab und die Gripen E/F kündigt sich auf dem weltweiten Rüstungsmarkt zugleich ein womöglich systematisches Problem an. Denn was die USA einmal durchsetzen, können sie im Grunde immer wieder veranstalten, um die unliebsame Konkurrenz aus Schweden aus dem Spiel zu kegeln. Konkret ist die Super Gripen derzeit etwa in Peru ein Thema, für die Nachfolge von MiG-29 und Mirage 2000. In Thailand steht Saab mit der Gripen E im Wettstreit gegen die F-16V – eine Blaupause zum nun geplatzten Kolumbiengeschäft.

https://meta-defense.fr/de/2025/03/04/ec...414-trump/

Zitat:Bis vor einigen Wochen schien es für den schwedischen einmotorigen Kampfjet gut zu laufen, doch dann verweigerte die neue US-Regierung unter Donald Trump Stockholm eine Reexportlizenz für das General Electric F414-Turbojet-Triebwerk, das den schwedischen Kampfjet antreibt. Inzwischen versucht Washington mit aller Kraft, Bogota zur Umstellung auf die F-16V zu bewegen.

Ist die Episode in Kolumbien als Begleiterscheinung zu werten oder als erster Schritt einer US-Strategie, die auf die Wiedererlangung der Kontrolle über den westlichen Markt für leichte und mittlere Kampfflugzeuge abzielt? Welche Geräte sind möglicherweise von der amerikanischen Trendwende betroffen? Und wie wird diese Strategie die Realität auf dem globalen Markt für militärische Luftfahrt verändern?
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Ein interessanter Vergleich der Gripen E mit einer F-16 Block 70, zumal beide praktisch die gleiche Preisklasse sind:

https://www.youtube.com/watch?v=XzzjUe_YYDM

Gripen E - sehr viel besseres Radar, besserer Infrarotsensor und dieser zudem nicht als Pod extern, sondern intern, mehr interner Treibstoff, bessere Selbstschutzsysteme die ebenfalls intern verbaut sind (während sie bei der F-16 für bestimmte Bereich als Pods mitgeführt werden müssen), robuster und leichter wartbar unter schwierigen Umständen, leichter aufmunitionierbar und dies auch unter schwierigen Umständen, benötigt viel weniger Personal, benötigt viel weniger Infrastruktur, gemittelt 150 Mio pro Flugzeug (110 bis 170)

F-16 Block 70 - bessere externe Tanks die keine Hardpoints verbrauchen, mehr Waffen auf einmal mitführbar (dies ist allerdings fragwürdig weil es erhebliche Nachteile mit sich bringt), enorme Verbreitung mit einer endlosen Menge an Ersatzteilen, gemittelt 140 Mio pro Flugzeug (120 bis 160)
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(16.03.2025, 17:54)Quintus Fabius schrieb: Ein interessanter Vergleich der Gripen E mit einer F-16 Block 70, zumal beide praktisch die gleiche Preisklasse sind

Sind sie nicht, die F-16 Block 70 ist das signifikant günstigere Modell. Und ohne Berücksichtigung dieses Umstands und des Entwicklungshintergrunds ergibt solch ein Vergleich auch keinen Sinn. Die Version Block 70 wurde primär zur Nachrüstung für bestehende Maschinen entwickelt (Taiwan und USA), daraus ergeben sich etliche Einschränkungen hinsichtlich der Ausstattung bspw. was die Bordanschlüsse oder die Integration angeht. Dies resultiert in den genannten Nachteilen, etwa die Luftkühlung des Radars, die Außenlastlösung für das IRST (wobei das in der neuesten Version durch eine Verlagerung der Steuerrechner in die vordere Missionsbucht zumindest reduziert wurde) oder auch die Außenlastlösungen im Bereich EK. Auch wenn die Maschine nun als F-16V vermarktet wird, es ist und bleibt eine F-16C/D. Neubauten existieren nur, weil es weiterhin einen Markt preislich unterhalb (und außerhalb) der F-35 gibt. Die Maschine verkauft sich quasi nur über den Preis.

Dass es mit Blick auf die F-16 auch anders geht zeigt im übrigen die Version F-16E/F Block 60. Denn da gab es die Einschränkungen nicht, und das IRST in die Zelle integriert, es gibt ein deutlich leistungsfähigeres, integriertes EK-System, das Radar ist signifikant leistungsfähiger und dabei gleichzeitig signaturärmer (einzig der Sichtbereich bleibt eingeschränkt, aber die F-16 ist da aufgrund der kleinen Nase eh im Nachteil), usw.. Die Version dürfte heute tatsächlich ähnlich teuer sein wie eine Gripen E, bloß gibt es de facto neben der F-35 kaum noch einen Markt dafür.

Was die Wartungsanforderungen angeht, da würde ich im übrigen auch noch einmal genau nachrechnen. Die Unterschiede liegen da weniger im Personalaufwand selbst, als in der Frage wer was wann wo macht und wie groß die Intervalle dafür sind. Da liegen für mich die Vorteile der Gripen, im Video wird das meines Erachtens völlig falsch dargestellt. Und die Anfälligkeit der Lufteinlässe ist durchaus bei der F-16 höher, aber auch die Gripen braucht sehr saubere Pisten, das ist ein Problem aller Kampfflugzeuge und gilt selbst für die MiG-29 mit dem extra dafür ausgelegten dualen Lufteinlass.

Lange Rede kurzer Sinn, ich schaue solche Videos normalerweise nicht, weil es normalerweise um schnell zusammengesuchte, häufig fehlerhafte Informationen geht, und auch in dem Fall bestätigt sich das wieder. Davon abgesehen wäre ich bei der (KI-?)Stimme beinahe eingeschlafen. Wink

(16.03.2025, 06:08)Quintus Fabius schrieb: Könnte man den da wirklich einfach ein anderes Triebwerk verbauen ?

"Einfach" ist das schwierige Wort bei der Frage. Das EJ200 (genau genommen ein EJ230 mit Vektorsteuerung) wurde damals als Ersatz für das F404 für die Gripen C/D vorgeschlagen, seitdem kursiert eine einfache Umrüstung durchs Netz, basierend auf einer (vermeintlichen?!?) Aussage von Volvo und den generell relativ ähnlichen Abmessungen beider Antriebe. Auch im Zuge der Entwicklung der Gripen E/F kam das Thema und die alten Argumente wieder auf. Unmöglich ist ein Triebwerktausch nicht, der konstruktive Aufwand ist aber von außen nicht realistisch abschätzbar.
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Nehmen wir mal an, es wäre technisch ohne unvertretbaren Aufwand möglich, dann wäre das meiner rein privaten Ansicht nach eine sehr interessante Option. Das EJ230 stand ja auch bei der HAL Tejas in Konkurrenz zum F414. Die indische Luftwaffe wollte damals angeblich das EJ230 weil es besser sei, aber das F414 setzte sich dann (angeblich) durch weil es günstiger war. Und auch bei der KF-21 hat man meiner Kenntnis nach anfangs überlegt das EJ200 zu verwenden.

Was ist der Grund warum sich da überall, auch bei der Gripen E das F414 durchgesetzt hat? Liegt das tatsächlich nur am Preis (wie die Inder es behaupteten) ? Andernorten habe ich gelesen, dass US Triebwerk sei zudem zuverlässiger und robuster ? Ist dem so ?
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Das EJ230 gibt es halt nicht, das ist immer schlecht für direkte Verkäufe. Eurojet hat letztlich einen Kunden gesucht, der die Entwicklung finanziert, und nicht lediglich ein (vielleicht angepasstes), vorhandenes Produkt angeboten. Auch wenn der Entwicklungsschritt kein großes Risiko birgt, ist das durchaus ein relevanter Punkt. Zuverlässiger und robuster ist das F414 nicht, ein schneller Blick auf die aktuellen Intervalle zeigen eher das gegenteilige Bild, sie sind beim EJ200 signifikant größer, was gemeinhin ein gutes Zeichen ist. Es hat auch wesentlich weniger bewegte Teile, und insgesamt bessere relative Leistungsdaten (die Absolutleistung ist geringer, deswegen wäre das EJ230 notwendig gewesen). Das EDE-Programm von GE zielte auch darauf ab, die Nachteile des F414 in dem Punkt im Vergleich zu den moderneren Triebwerken zu reduzieren bzw. auszugleichen, insofern ist Zuverlässigkeit und Robustheit in meinen Augen kein Thema. Zum Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidungen gab es allerdings auch noch viel zu wenig Erfahrung mit dem EJ200, das kann durchaus eine Rolle gespielt haben. Der Hauptgrund ist meiner Ansicht nach aber definitiv die Kosten. Wie man sieht kann sich sowas schnell rächen.
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Ein europäisches Triebwerk würde die Verkaufschancen in Europa vermutlich drastisch erhöhen.

Momentan ist Trump der beste Verkäufer der europäischen Hersteller...

Schauen wir mal, was in den kommenden Monaten so alles passiert...
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Der Verteidigungsminister von Kanada äußerte nun, dass man aktuell wieder überlegt die Gripen zu beschaffen.

Das erinnert mich an die gute alte Zeit, als die herrliche Seite GripenforCanada endlose Agitation für die Gripen E betrieb. Rolleyes

https://www.saab.com/markets/canada/gripen-for-canada

https://www.saab.com/markets/canada/grip...-by-canada

Nachtrag:

Ah, hab ihn wiedergefunden, den alten Blog in dem ich viel zu lange viel zu viel gelesen habe:

http://gripen4canada.blogspot.com/

Wurde dann hier fortgeführt:

http://bestfighter4canada.blogspot.com/

https://www.facebook.com/groups/gripen4canada/
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Kolumbien hat sich jetzt offiziell für die Gripen entschieden
https://alert5.com/2025/04/03/colombia-s...fir-fleet/

https://www.elnuevosiglo.com.co/nacion/g...ta-de-kfir

Eine gute Entscheidung für Europa sowie Brasilien und die lateinamerikanische Partnerschaft - auch wenn jetzt Frankreich mit der Rafale etwas zurückstecken musste
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(Gestern, 11:00)Kongo Erich schrieb: auch wenn jetzt Frankreich mit der Rafale etwas zurückstecken musste
OPEX360 (französisch)
wir waren schon aussen vor
Zitat:Nur die ersten Vertragsverhandlungen schlugen fehl: Bogotá wollte zunächst drei oder vier Flugzeuge erwerben, die anderen sollten später folgen. Das wäre akzeptabel gewesen, wenn es nicht darum gegangen wäre, die Zahlungen fünf Jahre nach Vertragsunterzeichnung zu leisten. Unter solchen Bedingungen konnte eine Einigung nur unmöglich sein.
was den Gripen angeht

Zitat:Die Anzahl der betroffenen Flugzeuge wurde nicht angegeben, ebenso wenig wie der Betrag dieser Investition. Stattdessen ging Petro auf die im Vertrag vorgesehenen Kompensationen ein und erwähnte den „Bau einer Fabrik für flexible Solarmodule, die Installation von Trinkwassersystemen im Departement La Guajira und die Modernisierung des Krankenhauses San Juan de Dios in Bogotá“.
Wenn man sich jedoch an die Haushaltsdokumente des Verteidigungsministeriums hält, geht es um den Kauf von sechzehn JAS-39 Gripen E/F für 3,65 Milliarden Dollar.
Es bleibt abzuwarten, wie die USA reagieren werden. Da der Gripen E/F mehrere Komponenten amerikanischer Herkunft hat [angefangen mit seinem General Electric F414-Triebwerk], könnte Washington diesen Verkauf blockieren.
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Zitat:Es bleibt abzuwarten, wie die USA reagieren werden. Da der Gripen E/F mehrere Komponenten amerikanischer Herkunft hat [angefangen mit seinem General Electric F414-Triebwerk], könnte Washington diesen Verkauf blockieren.
Wahrscheinlich fordert Donald einfach den Zoll für die Lieferung der Gripen ein.
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Ergänzend:

https://www.twz.com/air/jas-39-gripen-e-...xt-fighter

Zitat:Reflecting its Swedish roots, the Gripen E/F is designed specifically to operate in austere environments with very high reliability and minimal support infrastructure, attributes that might make it especially attractive to South American operators.

Less obvious is the Gripen E/F’s avionics architecture, which is designed to enable the rapid insertion of new hardware and updated software applications to take on new missions. Customers are also able to design and develop their own software, to introduce new technologies and systems to keep pace with ever-evolving threats.
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