04.09.2026, 16:15
(04.09.2026, 14:45)Panzerpionier schrieb: Im Falle eines Angriffs von Russland auf das Balitkum, wird man zahlenmäßig erst mal unterlegen sein und Verzögerungsgefechte führen müssen. Dies funktioniert meines Erachtens mit gepanzerten Kampftruppen besser, als mit leichten oder mittleren Kräften.Grundsätzlich ja, sofern man es nicht schafft, den Angriff frühzeitig bereits zum Erliegen zu bringen durch das Zusammenwirken von weitreichenden Waffen und vorbereiteten Sperrmitteln.
Sollte es in der Eröffnungsschlacht den Russen gelingen, über die östliche Wald- und Moorzone des Baltikums hinaus zu gelangen, wären gepanzerter Kräfte, ergänzt um leichte Infanterie sicher das (dann zweit-)beste Mittel. Dafür müssten diese schweren Kräfte aber auch ab der ersten Minute kampfbereit vor Ort sein, was nur durch Vorausstationierung zu erreichen sein wird. Daher haben z.B. Quintus und ich von Anfang an dafür plädiert, die Litauenbrigade so schwer wie möglich aufzustellen und am besten noch zusätzliche Materiallager vorzusehen, um genau das bestmöglich zu erreichen.
Zitat:Danach wird man Gebiete und zahlreiche kleinere und größere Ortschaften von den Russen zurückerobern müssen, auch hierzu sehe ich Panzergrenadiere mit Unterstützung von Kampfpanzern als besser geeignet, als leichte und mittlere Kräfte.Wir müssen leider davon ausgehen, dass im Baltikum eingerückte Russen sich sehr schnell so eingraben werden, wie wir es in der Ukraine erleben, so dass wir beim Versuch, diese zurück zu werfen, auf all die heutigen Probleme der Verwundbarkeit von Panzerkräften stoßen werden. Für eine Rückeroberung von Terrain im klassischen Bewegungsgefecht bleibt uns nur ein sehr kleines Zeitfenster.
Zitat:Warum sollte man Jägerbataillone organisch als ergänzende Infanterie der Panzertruppen einsetzen, wenn dies Panzergrenadiere viel besser können?Was verstehst du unter organisch? Mein Punkt ist ja gerade der, dass Infanterie eben nicht organisch in der Panzertruppe vorgehalten werden sollte, sondern separat. Nun entspricht das Beispiel der Jägerbt. in den den übergroßen sKr-Brigaden auch nicht meiner Idealvorstellung, das habe ich nur gebracht, um aufzuzeigen, dass die aktuelle Entwicklung in die falsche Richtung geht.
Für mich gehört die leichte Infanterie auf die Divisionsebene, die Brigaden gehören verkleinert und die operative Gefechtsführung muss der Division unterliegen. Dann lässt sich auch leichte Infanterie mit der Panzertruppe gemeinsam einsetzen, ohne dort organisch aufgehängt zu werden.
Zu unterscheiden davon bleiben aber natürlich die weiterhin organisch erforderlichen Absitzkräfte der Panzertruppen, die deren Einsatz unmittelbar unterstützen, ohne aber zur Führung des infanteristischen Gefechts vorgesehen zu sein.
Um es anschaulicher zu machen: Man könnte bspw. im PUMA neben der regulären Besatzung noch zwei interne Bedienerplätze für unbemannte Begleitsysteme vorsehen und dafür die Absitzkomponente auf einen 3-Mann-Trupp reduzieren, der lediglich Aufklärung, Sicherung und kleinere Pionieraufgaben im Rahmen des Fahrzeugeinsatzes übernimmt, während für den infanteristischen Einsatz im Umfeld der Panzertruppen leichte Infanterie zum Einsatz kommt, die entweder in HAPC oder in Ultraleichtfahrzeugen in die Kampfzone verlegt, aber eben unabhängig von den Panzertruppen.
Hauptgrund dafür ist, dass der erforderliche Umfang an Infanterie die Panzertruppen zu stark aufbläht, um ihren Auftrag zum Bewegungsgefecht erfüllen zu können. Eine Panzertruppe, die zu 2/3 nur dazu da ist, Infanterie zu transportieren, ist nicht effizient.
Zitat:Die Jägerbataillone in den schweren Brigaden wurden aufgrund der IKM-Einsätze hinzugefügt und galten schon damals als Hemmschuh innerhalb der schweren Brigaden.Weiß ich und war Blödsinn.
Zitat:Gepanzerte Kampftruppen und leichte Infanterie sollte man nicht in Brigaden vermischen.Richtig, das sollte auf Divisionsebene erfolgen.
Man muss aber dabei eins beachten, wozu Quintus und ich hier in der Vergangenheit auch schon breite Debatten geführt haben: Es macht einen Unterschied, ob man innerhalb von Einheiten und Verbänden unterschiedlich schwere Truppen miteinander vermischt, oder ob diese im Einsatz operativ zusammenwirken.
Und im zukünftig zu erwartenden Gefecht wird eben der Infanteriebedarf derart hoch ausfallen, dass dieser nicht durch die Panzertruppen selbst gedeckt werden kann. Zugleich ist er so groß, dass es Sinn ergibt, dafür eigene Einheiten und Verbände einzusetzen, die dann operativ mit den Panzertruppen zusammen agieren, aber diesen nicht organisch zugehörig sind.
Zitat:Wenn die Panzergrenadiere im Kampf um größere Ortschaften nicht ausreichen, kann man immer noch ein Jägerbataillon der mittleren Kräfte oder einer Jägerbrigade hinzuziehen.Was eben den Regelfall darstellen wird, weshalb man das auch gleich so vorsehen kann.
Zitat:Die Geographie von Polen und Litauen unterscheidet sich jetzt nicht großartig von Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg.Das sind ja auch durchaus panzertaugliche Gebiete, aber halt auch nur solange, wie die Bewegung nicht zum Erliegen kommt. Da wir aber eher nicht geneigt sein werden, die Bodengefechte frühzeitig auf (weiß-)russisches Gebiet zu verlegen, genau so wenig wie dass wir eigenes Territorium preisgeben könnten, so besteht eine hohe Gefahr, dass wir uns recht schnell auf eigenem Gebiet in einer Ukraine-ähnlichen Situation wiederfinden werden.
Und es geht ja auch nicht darum, dass man keine Panzerkräfte einsetzen sollte, sondern lediglich darum, ob die erforderliche Infanterie sinnvoller Teil dieser Panzertruppen ist oder auf Divisionsebene vorgehalten und konzentriert eingesetzt wird.
Zitat:Die Bundeswehr will so einen Stellungs- und Abnutzungskrieg, wie er aktuell in der Ukraine zu beobachten ist, gerade nicht führen, sondern einen schnellen Bewegungskrieg.Manchmal kann man es sich nur begrenzt aussuchen.
Zitat:Dafür braucht man gepanzerte Kampftruppen und keine Jäger in schweren Brigaden.Wie gesagt: Ich bin nicht für Jäger in sKr-Brigaden, das habe ich falsch rüber gebracht.
Zitat:Deshalb bin ich der Auffassung, dass im Idealfall eine Panzerdivision aus einer Panzerbrigade, einer Panzergrenadierbrigade, einer Artilleriebrigade und einem Jägerregiment bestehen sollte.Und ich verzichte dabei auf die Panzergrenadierbrigade und halte die Division lieber etwas schlanker.
Zitat:Da die Deutsch-Französische Brigade sowohl der deutschen 10. Panzerdivision, als auch der französichen 1. Panzerdivision unterstellt ist, was sich natürlich im Ernstfall beißen würde, könnte man bspw. die XD/F als separate mKr Brigade führen.Ein Ansatz, den du genau so auch in vielen meiner Wunschkonzerte hier wieder wiederfinden kannst.
