(Luft) Future Combat Air System (FCAS) und New Generation Fighter (NGF)
„Broensen“ schrieb:Wieso sollte es da Kompatibilitätsprobleme geben, wenn alle Komponenten Teil des Gesamtsystems sind? Das mit der bunten Tüte, bei der sich jeder was zusammensucht, ist ja nur deine Vorstellung, nicht meine.
Kompatibilität im Sinne der Logistik, nicht im operativen Sinne. MMn sollte die Anzahl an CCA-Typen innerhalb des Ökosystems möglichst gering gehalten werden, idealerweise auf einen einzigen Typen begrenzt werden, ansonsten würde der logische Aufwand hinter den ich verschiedenen CCA-Typen vermutlich ihren Fähigkeitsvorteil negieren. Alleine schon durch den Umstand, dass dann nicht jedes CCA an jedem Stützpunkt unterhalten werden könnte.
Zitat:Ich würde zum einen mindestens zwei, vielleicht auch drei CCA-Plattformen vorsehen, aber vor allem wären die halt nochmal unterschiedlich bestückbar. Es könnte also ein NGF begleitet werden von zwei RC, von denen z.B. einer 'nen Jammer trägt und der andere Luft/Boden-Waffen. Das ist doch eben der Vorteil daran, dass man Komponenten verteilen kann und so einerseits eine Dislozierung herstellen und zugleich die Signatur der Einzelplattform minimieren kann.
Das halte ich persönlich nicht für keine gute Idee, generell „spezialisierte“ CCA. Ähnlich wie in der Fregattenthematik wird durch die Auslagerung verschiedener Fähigkeiten auf verschiedene CCA wohl kaum mehr Masse erreicht, wohl aber insgesamt deutlich reduzierte Fähigkeiten und mitunter logistischer Mehraufwand. Wenn wir von einem CCA-Pool von sagen wir 300x Einheiten ausgehen, der aus 3 verschiedenen Typen für 3 verschiedene Aufgabenprofile besteht, gibt man sich kontextual nur mit jeweils 1/3 der möglichen Gesamtkapazität zufrieden. Unnötigerweise mMn, da CCA letztendlich auch nur „Busse“ sind die aerodynamisch gesehen nicht viel können müssen.

Viel mehr schwebt mir dabei eine Einheitsplattform vor, die je nach Mission mit modularer Einsatz-Kits ausgestattet werden kann. Dann gibt es ein bspw BVR-Modul (bestehend aus sagen wir Meteor, Täuschkörpern und vlt. Stand-off Jammern), ein Strike-Modul (bestehend bspw aus Bomben/Lfk/Gleitdrohnen und Targeting Module), ein SEAD-Module (bestehend aus entsprechenden Lfk, Jammern, ESM und vlt Decoy Missiles), ein EW-, DPS-, Anti-Ship oder meinetwegen sogar ASW-Modul, etc, die nach Möglichkeit von unten in das CCA eingerüstet werden und nahtlos mit dem restlichen Rumpf anschließen. Das CCA selber ist dabei ein einziges identisches Modell, dass überall gleich unterhalten und gleich gewartet werden kann. So braucht man keine spezialisierten Plattformen, hält wich entsprechende Flexibilität offen und obendrein macht es die Integration von zukünftigen Waffen leichter weil diese nur in das Modul und nicht aufwändig in maßgeschneiderte Plattformen integriert werden müssen. Das jeweilige Modul kann bei Fehlfunktionen oder Beschädigungen schnell ausgetauscht werden ohne dass die Plattform selber auf längere Zeit ausfällt und es ermöglich die signaturarme Unterbringung von bspw targeting-pods, da diese als Box sozusagen im Rumpf versenkt werden können.

Bis auf das eventuelle unnötige Mitführen von Mehrkapazitäten bei niedrigkarätigen Einsätzen in denen weniger Fähigkeiten benötigt werden, halte ich diesen Ansatz für deutlich sinnvoller als entsprechende spezialisierte CCA.
Zitat:Aber es ging ja eigentlich um deinen Ansatz und ich tu' mich schwer damit, zu erkennen, wie eine teure Neuentwicklung sich als "Stand-Alone-Multirole-Fighter" am Markt etablieren soll, wenn er als solcher, also ohne Verbund, scheinbar keine wirkliche Mehrleistung gegenüber den F-35 mitbringt, die er ersetzen müsste.
Was auch ein fairer Punkt ist. Innerhalb Europa wären die europäische Produktion, Interoperabilität und das nutzbare CCA-Ökosystem, dass der Plattform selbst als Einzelprodukt attraktiv machen dürfte.
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Außerhalb von Europa muss man dann klug agieren, da diese Plattform ohne ihr Ökosystem wie du schon richtig gesagt hast recht ähnlich zur F-35 wäre. Wenn wir uns aber mal die letzten größeren Exportaufträge für hochkarätige Rüstungsgüter ansehen, komme ich persönlich zu dem Schluss, dass nicht nur die Fähigkeit des Produktes selber sondern vor allem auch das „Drumherum“ immer wichtiger zu werden scheint. In den meisten Fällen sind Tender für Neubeschaffungen recht allgemein gehalten, was bedeutet, dass entsprechend viele Produkte infrage kommen. Aber erfolgreich waren üblicherweise nur die, die den Deal am Schmackhaftesten machen konnten.

Manche Hersteller setzen dabei auf kurze Lieferzeiten, andere setzen auf umfassenden in-Service Support, wiederum andere bieten umfassende Anpassungen oder lokale Produktion für den Kunden an etc. (Da ist die deutsche Rüstungsindustrie auch ausgesprochen schlecht drin weshalb es in den Exporten abseits von Monopolprodukten auch aktuell eher Mau aussieht aber das ist ein anderes Thema.)

D.h. der NGF müsste zum einen nicht deutlich hinter der Konkurrenz stehen was Fähigkeiten betrifft, durchaus, aber vor allem müssen wir zum Verkäufer des Vertrauens Nr 1 werden. Nationale Teilproduktion vor Ort? Deal. Nationale Fähigkeitsanpassungen und Waffenintegration? Deal. Gesonderte nationale Software mit entsprechender Systemeinsicht? Deal. Updates und Life-Cycle Support? Deal.
Dabei spielt uns gerade der vergleichsweise restriktive Umgang mit der F-35 in die Hände, sowie die generelle ITAR-Freiheit dieses NGFs. Das wäre dann fähigkeitstechnisch ein deutliches Upgrade für Kunden, die vorher F-16 unterhalten haben und idealerweise die attraktivere (und sofern möglich günstigere) Alternative zur F-35.
Zitat:Was die Signatur noch mehr erhöht. Das wäre also für mich extern nur eine Option, um beispielsweise in LowIntensity-Konflikten mit den gleichen Flugzeugen operieren zu können.
Ne, damit meinte ich, dass sich unter Umständen auch mehr Effektoren intern tragen lassen, als theoretisch Hardpoints zur Verfügung stehen wenn die Waffenbucht über entsprechende Maße verfügt.
Zitat:Okay, suchen wir den Kompromiss: Wir waren uns ja schon bei den Abwurf-Hardpoints einig. Das könnte ja eine Lösung sein, dass man eben optionale Hardpoints vorsieht, die im regulären Betrieb gar nicht oder eben nur für signaturkonforme Nutzlasten zum Einsatz kommen, aber bei Bedarf eben optional zur Verfügung stehen für Einsätze mit reduzierten Stealth-Anforderungen.
Darauf können wir uns definitiv einigen, das erscheint mir der sinnvollste Lösungsweg zu sein Smile
Zitat:Für mich wäre der (bemannte) strategische Bomber eine JSTARS-ähnliche Abwandlung der AWACS- und MPA-Plattform, die statt Torpedos und AShM eben MFK trägt. Tongue
Ich denke da mehr so an eine Mischung aus Vulcan und B-2, also einen Langstreckenbomber der über eine Polarroute auch Ziele auf der asiatischen Hälfte Russlands treffen kann und dabei von der lokalen Luftabwehr möglichst unbehelligt bleibt. Signaturreduzierung (wenn auch nicht auf B2-Niveau erfoderlich), ESM und ECM, trägt dann MFK oder eventuell AShM. Führt hier aber auch zu weit, ist glaube ich besser was fürs Wunschkonzert.


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